{"id":47818,"date":"2018-12-13T08:48:38","date_gmt":"2018-12-13T07:48:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47818"},"modified":"2018-12-13T15:17:33","modified_gmt":"2018-12-13T14:17:33","slug":"cdu-vs-umwelthilfe-populismus-in-reinkultur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47818","title":{"rendered":"CDU vs. Umwelthilfe \u2013 Populismus in Reinkultur"},"content":{"rendered":"<p>Mit ihren erfolgreichen Klagen f&uuml;r Fahrverbote hat sich die Deutsche Umwelthilfe viele Feinde gemacht. Dazu z&auml;hlt auch die CDU. Die hat auf ihrem j&uuml;ngsten Parteitag nun beschlossen, die DUH von der staatlichen Finanzierung abzuklemmen und ihre Gemeinn&uuml;tzigkeit zu &uuml;berpr&uuml;fen. Forderungen dieser Art kursieren auch in AfD-Netzwerken schon seit langem. Doch dies ist Populismus in Reinkultur; sind beide Punkte doch rechtlicher und nicht parteipolitischer Natur. Das ist auch gut so, denn w&uuml;rde der CDU-Beschluss umgesetzt, w&auml;re dies ein Freibrief zur G&auml;ngelung unbequemer Stimmen, der auch die NachDenkSeiten treffen k&ouml;nnte. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2484\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-47818-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/181213_CDU_vs_Umwelthilfe_Populismus_in_Reinkultur_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/181213_CDU_vs_Umwelthilfe_Populismus_in_Reinkultur_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/181213_CDU_vs_Umwelthilfe_Populismus_in_Reinkultur_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/181213_CDU_vs_Umwelthilfe_Populismus_in_Reinkultur_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=47818-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/181213_CDU_vs_Umwelthilfe_Populismus_in_Reinkultur_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"181213_CDU_vs_Umwelthilfe_Populismus_in_Reinkultur_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Politik &hellip;<\/strong><\/p><p>Wer tr&auml;gt die Verantwortung daf&uuml;r, dass &auml;ltere Diesel laut Gerichtsbeschluss durch Fahrverbote von bestimmten innerst&auml;dtischen Zonen <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46365\">in vierzehn deutschen St&auml;dten<\/a> ausgesperrt werden? Ist daf&uuml;r vielleicht die  Bundesregierung verantwortlich, die jahrzehntelang in trauter Kungelei mit den Automobilherstellern daf&uuml;r gesorgt hat, dass die gesetzlichen Emissionswerte nur auf dem Papier existieren? Die sehenden Auges 2010 eine EU-Richtlinie zum Immissionsschutz <a href=\"https:\/\/www.bmu.de\/gesetz\/39-verordnung-zur-durchfuehrung-des-bundes-immissionsschutzgesetzes\/\">von 2008 in Kraft gesetzt hat<\/a>, von der sie glasklar wusste, dass sie in Ballungsr&auml;umen nicht eingehalten werden kann? Die dann den vors&auml;tzlichen Rechtsbruch bis in die obersten Instanzen verteidigte? Die, als es noch nicht zu sp&auml;t war, keine Alternativen zu Fahrverboten ausgelotet hat? Die, als es dann doch zu sp&auml;t war, die Automobilhersteller mit wachsweichen Ausfl&uuml;chten davonkommen lie&szlig;t und sie nicht an der &Uuml;bernahme der Umr&uuml;stkosten f&uuml;r &auml;ltere Diesel beteiligen wollte? Die ihre B&uuml;rger erst in die Falle tappen und dann im Regen stehen lie&szlig;?<\/p><p><strong>&hellip; Autohersteller &hellip;<\/strong><\/p><p>Oder sind die Automobilhersteller selbst verantwortlich? Auch sie wussten schlie&szlig;lich seit Jahrzehnten, dass die &bdquo;offiziell&ldquo; am Rollstand gemessenen Emissionen nicht viel mit den realen Werten am Auspuff zu tun haben. Warum halten ausgerechnet die viel gr&ouml;&szlig;eren LKWs und Busse die Grenzwerte ein, die von vielen Diesel-PKW nicht eingehalten werden? Auch die Autohersteller wussten, dass ihre verkauften Wagen schon in wenigen Jahren die von der Politik verabschiedeten Grenzwerte nicht mehr einhalten k&ouml;nnen und zu einem rechtlichen Problemfall werden. Dennoch lie&szlig; man die Kunden im guten Glauben, ein Auto gekauft zu haben, das nicht nur umweltschonend und emissionsarm ist, sondern auch auf absehbare Zeit keine gesetzlichen Grenzwerte verletzten wird. Eine Investition in die Zukunft. Doch es kam anders. Wurde der vorprogrammierte Wertverfall dieser Autos billigend in Kauf genommen? <\/p><p><strong>&hellip; oder Umwelthilfe &ndash; wer tr&auml;gt die Verantwortung?<\/strong><\/p><p>Man muss sich schon sehr anstrengen, all diese Fragen mit &bdquo;nein&ldquo; zu beantworten und den &bdquo;wahren Verantwortlichen&ldquo; in einer kleinen Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation zu sehen, die auf dem Klageweg daf&uuml;r gesorgt hat, dass die verabschiedeten Gesetze auch umgesetzt werden. Das hat &uuml;brigens &uuml;berhaupt nichts mit der Frage zu tun, wie man selbst zu den Fahrverboten steht. Die sind n&auml;mlich keinesfalls so alternativlos, wie es die Politik darstellt, und zudem unsozial. Das sagt <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43387\">&uuml;brigens auch die DUH<\/a>, die auch aus diesem Grund ja eine von den Herstellern bezahlte Hardwarenachr&uuml;stung forderte und die Fahrverbote selbst nur als letzten Ausweg sieht, wenn die Politik alle anderen Alternativen verwirft. <\/p><p><strong>Alternativen werden ignoriert<\/strong><\/p><p>Dabei ist die Fokussierung auf den Auspuff ohnehin nicht sonderlich hilfreich, versperrt sie doch den Blick auf das Ganze. Viel wirksamer als eine Reduktion des Schadstoffs am Auspuff ist und bleibt eine Reduktion des gesamten Individualverkehrs. Nur dazu m&uuml;sste man nat&uuml;rlich eine verkehrspolitische Wende vollziehen und den Autofahrern gute Angebote machen, um auf Bus und Bahn umzusteigen. Und man m&uuml;sste nat&uuml;rlich Geld in die Hand nehmen, um den &Ouml;PNV zu sanieren. Allein daran scheitert es schon &ndash; auch dank der &bdquo;schwarzen Null&ldquo;.<\/p><p>Doch selbst wenn man die Fahrverbote als gegeben akzeptiert, hei&szlig;t dies ja noch lange nicht, dass die betroffenen Autobesitzer im Regen stehengelassen werden m&uuml;ssen. Wenn eine Hardwarenachr&uuml;stung denn auch die gew&uuml;nschten Ergebnisse bringt, dann sollte man halt die Autohersteller verpflichten, dies f&uuml;r den Kunden kostenneutral umzusetzen oder halt eine echte Alternative anzubieten, die auch finanzschwache Kunden nicht ausschlie&szlig;t. Am Geld sollte es ja nicht scheitern, konnten die betroffenen Konzerne doch im letzten Jahr Milliardengewinne verbuchen.<\/p><p><strong>Shooting the messenger<\/strong><\/p><p>Schon in der Antike war es sehr beliebt, den &Uuml;berbringer schlechter Nachrichten zu t&ouml;ten. Anders ist auch der Furor kaum zu erkl&auml;ren, mit dem nun auf die DUH eingedroschen wird. <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/auto\/auto-news\/deutsche-umwelthilfe\/steuergeld-finanzierung-diesel-55280292.bild.html\">BILD<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/diesel-affaere\/deutsche-umwelthilfe-die-diesel-hasser-14246048.html\">FAZ<\/a> &auml;tzen hart am Rande von Fake News gegen die &bdquo;Diesel-Hasser&ldquo; und feuern damit eine schon fast pogromartige Stimmung in den AfD-nahen Filterblasen der sozialen Netzwerke an. Von einem &bdquo;Abmahnverein&ldquo; ist da die Rede. Richtig ist, dass die DUH Unternehmen, die sich nicht an die Umwelt- und Verbraucherschutzgesetze halten, abmahnt. Dies ist vom Gesetzgeber auch genau so gewollt, der <a href=\"https:\/\/www.bundesjustizamt.de\/DE\/SharedDocs\/Publikationen\/Verbraucherschutz\/Liste_qualifizierter_Einrichtungen.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=32\">&bdquo;qualifizierten Einrichtungen&ldquo;<\/a> diese M&ouml;glichkeit im Unterlassungsklagegesetz geschaffen hat. W&uuml;rde die FAZ auch den Deutschen Mieterbund oder die Verbraucherschutzzentralen als &bdquo;Abmahnvereine&ldquo; bezeichnen? Wohl kaum, der Populismus hat offenbar seine eigene Logik. <\/p><p>Man kann zu Fahrverboten und auch generell zur Deutschen Umwelthilfe durchaus unterschiedliche Meinungen haben. Man sollte aber nicht vergessen, dass die DUH in unserem System eine wichtige Rolle einnimmt. Und dies gilt vor allem f&uuml;r den Dauerkonflikt zwischen den Interessen der Automobilhersteller und dem Schutz von Umwelt und Gesundheit. <\/p><p><strong>Der lange Kampf f&uuml;r Umwelt und Gesundheit<\/strong><\/p><p>In den 80er Jahren waren es die &bdquo;Katalysatoren&ldquo;, die 1984 mit einer f&uuml;nfj&auml;hrigen &Uuml;bergangsfrist <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/autos\/artikel\/Entgiftet-2194217.html\">verpflichtend wurden<\/a>. Schon damals wetterte die Automobillobby via BILD und Co. von 5.000 Mark Zusatzkosten, technischen Problemen, einem h&ouml;heren Benzinbrauch und einem volkswirtschaftlichen Schaden f&uuml;r den Standort Deutschland. Alles Unsinn, wie die Geschichte uns lehrte. Dann kam der Streit um &bdquo;schwefelfreie Kraftstoffe&ldquo;, die &ndash; so BILD und Autolobby &ndash; &bdquo;unsere Motoren kaputtmachen&ldquo;. Auch das war Unsinn und schlussendlich f&uuml;hrten die neuen Richtlinien dazu, dass die Schwefelemissionen massiv reduziert werden konnten. Danach ging es um Partikelfilter f&uuml;r Dieselfahrzeuge, die heute ebenfalls Standard sind und deren verpflichtende Einf&uuml;hrung von der Industrie mit schr&auml;gen Argumenten verhindert werden sollte. Und auch die Stickoxid-Problematik ist ja keinesfalls neu. Nach langem Protest der Umweltverb&auml;nde <a href=\"https:\/\/www.ingenieur.de\/technik\/fachbereiche\/umwelt\/unglaublich-saubere-euro-6-dieselautos-schmutziger-lkw\/\">schaffte es die Politik sogar<\/a>, f&uuml;r LKW und Busse ein funktionierendes Pr&uuml;fverfahren einzuf&uuml;hren, das <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/diesel-faq-101.html\">die Hersteller zwingt<\/a>, die gesetzlichen Grenzwerte nicht nur auf dem Papier, sondern auch am Auspuff einzuhalten. Und eben jene Technik, die schon l&auml;ngst im Einsatz ist, soll nun als Hardwarenachr&uuml;stung angeblich nicht anwendbar sein? <\/p><p>Die Liste ist lang und alle Beispiele haben eines gemein: Stets waren es weder die Politik noch die Hersteller, die daf&uuml;r gesorgt haben, dass die Autos umweltfreundlicher wurden. Beide mussten vielmehr von Umweltverb&auml;nden wie der DUH wie ein Hund zum Jagen getragen werden. Vor allem die Bundespolitik hat sich durch ihre schon beinahe absurde N&auml;he zur Automobilwirtschaft als ehrlicher Anwalt f&uuml;r die Interessen von Umwelt und Gesundheit ins Aus man&ouml;vriert. Genau unter diesem Vorzeichen ist auch der aktuelle &bdquo;Vorsto&szlig;&ldquo; der CDU inhaltlich zu bewerten.<\/p><p><strong>Autolobby gegen Umweltlobby<\/strong><\/p><p>Es ist nat&uuml;rlich kein Zufall, dass der auf dem Hamburger Parteitag verabschiedete Antrag aus dem Bezirksverband kam, dem ein Staatssekret&auml;r aus dem industrienahen Verkehrsministerium vorsteht und in dem der oberste Autolobbyist Matthias Wissmann den Ehrenvorsitz innehat. Nat&uuml;rlich muss man auch die DUH immer wieder kritisch durchleuchten, aber gemessen an der allm&auml;chtigen Automobillobby, die ihre Briefe ins Kanzleramt schon mal mit &bdquo;Liebe Angela&ldquo; beginnt, ist die DUH dann doch ein Lobbyzwerg. Doch was will die CDU eigentlich konkret?<\/p><p>Zuallererst geht es darum, der DUH ihre Gemeinn&uuml;tzigkeit abzuerkennen und sie dadurch vom Verbandsklagerecht auszuschlie&szlig;en. Dann k&ouml;nnte die DUH in Zukunft &ndash; so sie denn &uuml;berhaupt &uuml;berleben w&uuml;rde &ndash; weder durch Klagen noch Aktionen auf kriminelle Taten der Industrie und die Tatenlosigkeit der Politik hinweisen. Doch die Gemeinn&uuml;tzigkeit einer Organisation wird aus gutem Grund nicht von der Politik, sondern von den Finanzbeh&ouml;rden auf rechtlicher Basis bewertet &ndash; und dies regelm&auml;&szlig;ig &uuml;ber j&auml;hrliche oder zweij&auml;hrliche Gemeinn&uuml;tzigkeitspr&uuml;fungen. Was die CDU auf ihrem Parteitag beschlossen hat, ist also in einfachen Worten schlicht dummes Zeugs. Sie kann &ndash; Parteitagsbeschluss hin oder her &ndash; der DUH nicht die Gemeinn&uuml;tzigkeit entziehen. Das k&ouml;nnte nur das Finanzamt Singen, das jedoch erst vor wenigen Monaten der DUH die Gemeinn&uuml;tzigkeit <a href=\"https:\/\/www.duh.de\/fileadmin\/user_upload\/download\/DUH_Publikationen\/Dokumente__UEber_uns_\/Freistellungsbescheid_DUH_e.V._2016_beglaubigt.pdf\">best&auml;tigt hat<\/a>. Und selbstverst&auml;ndlich w&auml;re ein solcher Entzug &ndash; wenn er denn willk&uuml;rlich erfolgt &ndash; von der DUH juristisch angreifbar. <\/p><p><strong>R&uuml;ckgewinnung der AfD-W&auml;hler<\/strong><\/p><p>Genau so sieht es mit dem zweiten Parteitagsbeschluss der CDU aus. Man will die DUH finanziell austrocknen, indem man ihr &ouml;ffentliche Mittel vorenth&auml;lt. Konkret fordert die CDU, noch nicht verbindlich zugesagte &ouml;ffentliche Mittel mit einem Sperrvermerk zu versehen und in k&uuml;nftigen Haushalten der DUH gar keine &ouml;ffentlichen Mittel mehr zur Verf&uuml;gung zu stellen. Nun muss man wissen, dass der Gro&szlig;teil des Budgets der DUH eben aus jenen &ouml;ffentlichen Mitteln besteht &ndash; es handelt sich zum gr&ouml;&szlig;ten Teil um Projektzusch&uuml;sse der EU-Kommission und der Bundes- und  Landesministerien. Diese Mittel m&uuml;ssen jedoch rechtlich unter Beachtung des Gleichheitsgrundsatzes vergeben werden und sind eben keine politische Man&ouml;vriermasse. Daher bezeichnen Staatsrechtler den CDU-Beschluss auch als <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/debatte-um-gemeinnuetzigkeit-cdu-befeuert-streit-um-deutsche-umwelthilfe\/23738958.html?ticket=ST-754371-fQZhtYsx1e0eZxzRX6Wf-ap3\">klar rechtswidrig<\/a>. Die CDU k&ouml;nnte ja auch keinen Bauunternehmer, der der Linkspartei nahesteht, von &ouml;ffentlichen Auftr&auml;gen ausschlie&szlig;en. Hinzu kommt, dass die CDU ohnehin nur in NRW und Sachsen das Umweltministerium innehat, ihr nicht vorhandenes Schwert also auch noch stumpf ist.<\/p><p>Man kann dies &ndash; wenn man es sehr gut mit der CDU meint &ndash; als &bdquo;Symbolpolitik&ldquo; bezeichnen. Passender w&auml;re jedoch der Begriff &bdquo;Populismus&ldquo;. Denn die DUH polarisiert und ist vor allem in AfD-Kreisen regelrecht verhasst. Die AfD hat sich im Fahrwasser von BILD und CO. zum Retter des deutschen Diesels ernannt und neben Merkel und den Fl&uuml;chtlingen nimmt die DUH auf der &bdquo;Abschussliste&ldquo; der AfD mittlerweile schon einen Dauerplatz ein. F&uuml;r die CDU geht es bei ihrer Anti-DUH-Rhetorik &ndash; denn mehr als Rhetorik ist es ja nicht &ndash; also nicht nur um die Interessenvertretung der Automobilhersteller, sondern auch und vor allem um die R&uuml;ckgewinnung von W&auml;hlern, die sie an die AfD verloren hat. Das ist im Kern nat&uuml;rlich legitim, doch auch hier heiligt der Zweck keinesfalls die Mittel.<\/p><p><strong>Auf Orbans Spuren<\/strong><\/p><p>Mit dem argumentativen Tabubruch &uuml;berschreitet die CDU eine rote Linie. Wer nicht unsere Interessen vertritt, kann auch nicht gemeinn&uuml;tzig sein. Das gilt dann freilich unisono f&uuml;r s&auml;mtliche kritischen zivilgesellschaftlichen Organisationen &ndash; sei es LobbyControl, der BUND, Greenpeace, Amnesty International oder Foodwatch. Wer k&uuml;nftig nicht auf CDU-Linie ist, dem k&ouml;nnte &ndash; so zumindest die CDU-Argumentation &ndash; dann auch die Gemeinn&uuml;tzigkeit aberkannt und staatliche Mittel entzogen werden. In letzter Konsequenz w&uuml;rde dies &uuml;brigens auch die Existenz der NachDenkSeiten bedrohen, die ebenfalls CDU-kritisch sind und &uuml;ber den als <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=14\">gemeinn&uuml;tzig anerkannten IQM e.V.<\/a> von Ihnen gef&ouml;rdert werden. Vor allem die AfD sollte bei diesem Thema eigentlich die F&uuml;&szlig;e stillhalten, da die Medien aus ihrem Umfeld auch meist als <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/vorab\/verein-von-afd-politikerin-von-storch-kaufte-mit-spendengeld-goldbarren-a-1090004.html\">gemeinn&uuml;tzig anerkannt<\/a> sind und einer &bdquo;Gemeinn&uuml;tzigkeit nach Gesinnung&ldquo; wohl als erstes zum Opfer fielen. <\/p><p>Der Fall &bdquo;CDU vs. DUH&ldquo; zeigt, wie flie&szlig;end die Grenze zwischen &bdquo;Rechtspopulismus&ldquo; und dem &bdquo;Populismus der Mitte&ldquo; ist, mit dem die CDU beinahe t&auml;glich &ouml;ffentlich agiert. Was unterscheidet einen Viktor Orb&aacute;n, der in Ungarn mit fragw&uuml;rdigen Mitteln <a href=\"https:\/\/derstandard.at\/2000077597109\/Nach-Orbans-Wahlsieg-stehen-NGOs-im-Fadenkreuz\">gegen missliebige NGOs vorgeht<\/a>, eigentlich von dem CDU-Bundesparteitag?<\/p><p>Titelbild: &copy; Deutsche Umwelthilfe e.V.<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/7cd82b91189446e4af7125aa097921bc\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit ihren erfolgreichen Klagen f&uuml;r Fahrverbote hat sich die Deutsche Umwelthilfe viele Feinde gemacht. Dazu z&auml;hlt auch die CDU. Die hat auf ihrem j&uuml;ngsten Parteitag nun beschlossen, die DUH von der staatlichen Finanzierung abzuklemmen und ihre Gemeinn&uuml;tzigkeit zu &uuml;berpr&uuml;fen. Forderungen dieser Art kursieren auch in AfD-Netzwerken schon seit langem. 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