{"id":47846,"date":"2018-12-14T09:00:54","date_gmt":"2018-12-14T08:00:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47846"},"modified":"2019-02-27T12:10:45","modified_gmt":"2019-02-27T11:10:45","slug":"willy-wimmer-brief-an-den-bundespraesidenten-wegen-aushoehlung-von-recht-und-demokratie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47846","title":{"rendered":"Willy-Wimmer-Brief an den Bundespr\u00e4sidenten \u2013 wegen Aush\u00f6hlung von Recht und Demokratie"},"content":{"rendered":"<p>Der fr&uuml;here Staatssekret&auml;r im Bundesverteidigungsministerium und CDU-Bundestagsabgeordnete hat sich in einem offenen Brief an Bundespr&auml;sident Steinmeier gewandt. Ihn bedr&uuml;ckt der Umgang f&uuml;hrender Politiker mit dem Recht. Er beklagt, dass das geltende Recht &ndash; so zum Beispiel der Parlamentsvorbehalt gegen Auslandseins&auml;tze der Bundeswehr &ndash; zugunsten anderer Interessen und Institutionen au&szlig;er Kraft gesetzt wird. Er hat die Sorge, dass das Milit&auml;r zur zweiten S&auml;ule im Staat werden k&ouml;nnte, wie damals bei den Nationalsozialisten. Hier der Text. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<em>J&uuml;chen, den 13. Dez. 2018<\/em><\/p><p>Willy Wimmer<br>\nStaatssekret&auml;r a. D.<br>\nMeisingstra&szlig;e 22<br>\n41363 J&uuml;chen<\/p><p>Herrn<br>\nBundespr&auml;sidenten<br>\nFrank-Walter Steinmeier<br>\nBundespr&auml;sidialamt<br>\nSpreeweg 1<br>\n10557 Berlin<\/p><p>Sehr geehrter Herr Bundespr&auml;sident,<\/p><p>am 7. Dezember 2018 berichtete dpa um 10. 58 Uhr aus der chinesischen Metropole Chengdu, da&szlig; Sie sich vor Studenten f&uuml;r die Achtung der Menschenrechte und des Regelwerks der Vereinten Nationen eingesetzt hatten. Den chinesischen Zuh&ouml;rern und ihrer Regierung wird ebenso wenig wie den Deutschen entgangen sein, da&szlig; wegen der erkl&auml;rten und exekutierten Politik der jeweiligen Bundesregierungen seit dem v&ouml;lkerrechtswidrigen Krieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien derartige Aussagen aus dem Munde deutscher Amtstr&auml;ger noch nicht einmal Schall und Rauch sind.<\/p><p>Der ehemalige deutsche Bundeskanzler, Herr Gerhard Schr&ouml;der, hat &ouml;ffentlich und freim&uuml;tig einger&auml;umt, da&szlig; er mit seiner Zustimmung zum NATO-Krieg gegen die BR Jugoslawien V&ouml;lkerrecht gebrochen habe. Das von Ihnen in China so hoch gepriesene Regelwerk der Vereinten Nationen hat durch die erkl&auml;rte Politik einer Bundesregierung einen irreparablen Schaden davongetragen und die Welt dem &bdquo;westlichen Faustrecht&ldquo; ausgeliefert. Ein Blick in die eigene Verfassung, das deutsche Strafrecht und das Soldatengesetz h&auml;tte deutlich machen m&uuml;ssen, mit Ma&szlig;regelungen anderer V&ouml;lker und Staaten zur&uuml;ckhaltend zu sein..<\/p><p>Diese &bdquo;Politik der schiefen Ebene&ldquo;, die unser Land abst&uuml;rzen l&auml;&szlig;t, sehen wir ebenfalls in der Zerst&ouml;rung der rechtsstaatlichen Ordnung durch Bundesregierungen, deren vornehmste Aufgabe eigentlich im Schutz dieser Ordnung bestehen m&uuml;&szlig;te. Die Entscheidung der Bundeskanzlerin vom 4.\/5. September 2015, die deutschen Staatsgrenzen auf Dauer schutzlos zu stellen, hat unserem deutschen Rechtsstaat einen Sto&szlig; verssetzt, von dem er sich nicht erholen wird.<\/p><p>Dagegen wenden sich Millionen B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger in unserem Land. Nicht, weil sie eine Abkehr von der grundgesetzlichen Ordnung wollen. Die Menschen im Lande treten daf&uuml;r ein, da&szlig; der deutsche Staat selbst Achtung vor dem Recht zeigt und staatliches Handeln daran gebunden ist, die Zust&auml;ndigkeit der Legislative nicht einseitig zur Durchsetzung von Interessen Dritter au&szlig;er Kraft zu setzen. Diejenigen, die sich daf&uuml;r einsetzen, die rechtsstaatliche Ordnung durch den Staat gewahrt zu sehen, werden durch die Spitzen unseres Staates bewu&szlig;t unter Generalverdacht gestellt, um freie <\/p><p>Meinungs&auml;u&szlig;erung erst gar nicht mehr m&ouml;glich zu machen. Die Bundeskanzlerin l&auml;&szlig;t sich dazu verleiten, mit Begrifflichkeiten aus dem DDR-Strafrecht, B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger in der Wahrung ihrer Freiheitsrechte zu kriminalisieren.<\/p><p>Man gewinnt mehr und mehr den Eindruck, da&szlig; unser Land jenseits der Regeln des demokratischen Rechtsstaates durch die Repr&auml;sentanten unseres Staates im Sinne einer anderen Ordnung &bdquo;umgebaut&ldquo; werden soll. Dazu wird der Deutsche Bundestag bewu&szlig;t marginalisiert. Wer sich dem im Vertrauen und zur Wahrung der im Grundgesetz garantierten Rechte in den Weg stellt. wird von den &bdquo;medialen Blockwarten&ldquo;, die wie &bdquo;Kettenhunde&ldquo; unseligen Angedenkens den regierungs-und staatsseitig eingeschlagenen Weg absichern, nach Strich und Faden und in faschistisch bew&auml;hrter Weise fertig gemacht. F&uuml;r den Kunstbereich hat in diesen Tagen die &bdquo;Neue Z&uuml;rcher Zeitung&ldquo; das deutsche Verh&auml;ngnis auf den Punkt gebracht. Zahlreiche und &ouml;ffentliche Hinweise machen deutlich, da&szlig; diese demokratiefeindlichen Elemente in den Medien sich staatlicher und damit finanzieller Unterst&uuml;tzung erfreuen.<\/p><p>Erschwerend kommen zwei Aspekte hinzu, die unser Land v&ouml;llig aus der Bahn zu werfen in der Lage sind. Mit Milliarden Euro deutscher und EU-europ&auml;ischer Finanzmittel unterst&uuml;tzt Deutschland die Ukraine. Ein Land wohlgemerkt, in dem bedeutende milit&auml;rische Formationen, offen und mit pr&auml;sidialem Wohlwollen versehen, sich auf eine eindeutig nationalsozialistische Vergangenheit berufen. Mit deutschen Steuermitteln unterst&uuml;tzen wir ein Land, das sich so der Feinde der Menschlichkeit und der Zivilisation bedient.<\/p><p>Mit den &Uuml;berlegungen zur &bdquo;EU-Armee&ldquo; und der offen postulierten Beseitigung des sogenannten &bdquo;Parlamentsvorbehaltes&ldquo; geht Deutschland weiter den Weg ins Verh&auml;ngnis. Die Bundeswehr ger&auml;t damit in eine Rolle in EU-Europa und in der NATO, wieder zur &bdquo;zweiten S&auml;ule&ldquo; des Staates zu werden. Das strebten Teile der Reichswehr auch mit und durch Adolf Hitler an. Dies ist eine Entwicklung, wie sie auch den 30. Januar 1933 und damit einen Kernbestand der nationalsozialistischen &bdquo;Machtergreifung&ldquo; ausgemacht hatte.<\/p><p>Mit diesem Schreiben, einem offenen Brief, will ich Sie auf diese Fehlentwicklungen aufmerksam machen. Sie sind aus meiner Sicht so gravierend, da&szlig; Sie als Bundespr&auml;sident zur Wahrung des deutschen Rechtsstaates t&auml;tig werden sollten.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der fr&uuml;here Staatssekret&auml;r im Bundesverteidigungsministerium und CDU-Bundestagsabgeordnete hat sich in einem offenen Brief an Bundespr&auml;sident Steinmeier gewandt. Ihn bedr&uuml;ckt der Umgang f&uuml;hrender Politiker mit dem Recht. Er beklagt, dass das geltende Recht &ndash; so zum Beispiel der Parlamentsvorbehalt gegen Auslandseins&auml;tze der Bundeswehr &ndash; zugunsten anderer Interessen und Institutionen au&szlig;er Kraft gesetzt wird. 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