{"id":47982,"date":"2018-12-23T09:00:23","date_gmt":"2018-12-23T08:00:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47982"},"modified":"2018-12-21T11:26:24","modified_gmt":"2018-12-21T10:26:24","slug":"hinweise-der-woche-92","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47982","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CW)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47982#h01\">Infowar oder Absurdistan: Britisches Au&szlig;enministerium im Strudel der Desinformation<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47982#h02\">Gelbe Westen &ndash; Protestform des 21. Jahrhunderts?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47982#h03\">Sparen hilft nicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47982#h04\">Digitalsteuer: Frankreich will IT-Konzerne im Alleingang besteuern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47982#h05\">Bund will bei Firmen&uuml;bernahmen mehr mitreden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47982#h06\">Solidarit&auml;tszuschlag: Milliarden f&uuml;r Topverdiener<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47982#h07\">Fachkr&auml;ftemangel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47982#h08\">Streiks bei Amazon: &bdquo;Wir haben uns auf einen langen Kampf eingestellt&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47982#h09\">Die Unterdeckung w&auml;chst: Hartz-IV-Empf&auml;nger zahlen bei Wohnkosten 627 Millionen Euro drauf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47982#h10\">Verbraucherschutz: Der Schutz der Industrie vor dem Verbraucher<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47982#h11\">&raquo;Unsere Stories im echten Leben finden&laquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47982#h12\">Wie soziale Ungleichheit nachhaltige Entwicklung verhindert<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnendsten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Infowar oder Absurdistan: Britisches Au&szlig;enministerium im Strudel der Desinformation<\/strong><br>\nDas Ministerium finanziert mit der Integrity Initiative &uuml;ber ein obskures Institut eine antirussische Kampagne, die aber auch Labour-Politiker angriff, was nun zu einem politischen Streit f&uuml;hrte<br>\nDie von Telepolis bereits erw&auml;hnte britische Integrity Initiative, die u.a. vom britischen Au&szlig;enministerium und der Nato finanziert wird, sich aber als nicht parteiisch und als nichtstaatliches Netzwerk gibt, kommt wieder in die Schlagzeilen. Gegr&uuml;ndet wurde sie 2015 vom ebenfalls vom britischen Au&szlig;enministerium gesponserten Institute for Statecraft (IfS), um die russischen Desinformationskampagnen zu bek&auml;mpfen. Dazu wurden nach geleakten Dokumenten europaweit &ldquo;Cluster&rdquo; aufgebaut, auch in Deutschland (Integrity Initiative: Britische Beeinflussungskampagne gegen Russland?).<br>\nDas Budget der Integrity Initiative f&uuml;r den Zeitraum vom 1. April 2018 bis 31. M&auml;rz 2019 betr&auml;gt immerhin 2 Millionen Pfund, gro&szlig;teils vom britischen Au&szlig;enminister&iacute;um. Ob man kurz nach dem Nervengiftanschlag auf die Skripals so ausgabefreudig war? 2017\/2018 hatte man noch nur 582.000 Pfund vom britischen Au&szlig;enministerium beantragt und erhalten. Leiter der Initiative ist Chris Donnelly, der auch Direktor vom IfS und Fellow der Defence Academy of the United Kingdom ist, lange an der Royal Military Academy arbeitete und als Sonderberater des Nato-Generalsekret&auml;rs (1989-2003) fungierte.<br>\nSunday Mail, Labour nahestehend, hat darauf verwiesen, dass die Initiative des Institute of Statecraft, als &ldquo;geheime, von der britischen Regierung finanzierte Infowar-Einheit in Schottland&rdquo; bezeichnet und betrieben von ehemaligen Geheimdienstmitarbeitern, nicht nur anti-russische Propaganda betrieb, sondern auch die Labour Party und vor allem Jeremy Corbin angreifen wollte. So wurde Corbyn auf einem Tweet &uuml;ber einen Link auf eine Zeitung als &ldquo;n&uuml;tzlicher Idiot&rdquo; denunziert, der Moskau unterst&uuml;tzt. Offensiv wird von der Initiative der Twitter- Account zur Verbreitung der antirussischen Botschaften verwendet. Die vom Au&szlig;enministerium finanzierte Organisation verbreitete auch Tweets mit den Worten: &ldquo;Unlike Galloway Corbyn does not scream conspiracy, he implies it&rdquo; oder &ldquo;It&rsquo;s time for the Corbyn left to confront its Putin problem&rdquo;. Tweets richteten sich auch gegen andere Labour-Abgeordnete.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Infowar-oder-Absurdistan-Britisches-Aussenministerium-im-Strudel-der-Desinformation-4253994.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em>Lesen Sie dazu bitte auch &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47955\">Die Infokrieger im Dienste ihrer Majest&auml;t<\/a>&ldquo;.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Gelbe Westen &ndash; Protestform des 21. Jahrhunderts?<\/strong><br>\nNach den Warnungen vor rechter Gefahr gibt es differenziere Sichtweisen zu der franz&ouml;sischen Protestbewegung aus der au&szlig;erparlamentarischen Linken.<br>\nAuch am dritten Samstag im Dezember sind in vielen franz&ouml;sischen St&auml;dten wieder Tausende auf die Stra&szlig;e gegangen. Es gab zahlreiche Festnahmen. Wenn auch die Zahl der Protestierenden wohl kleiner geworden ist, zeigte der 15. Dezember, dass die Bewegung trotz einiger Zugest&auml;ndnisse des Pr&auml;sidenten und dem verst&auml;rkten Druck nach dem islamistischen Anschlag von Stra&szlig;burg, die Proteste einzustellen, handlungsf&auml;hig geblieben ist.<br>\nZwischen Weihnachten und Neujahr d&uuml;rften die Aktivit&auml;ten zur&uuml;ckgehen. Es wird sich zeigen, ob es im neuen Jahr eine Fortsetzung geben wird. Selbst wenn ihr das nicht gelingt, k&ouml;nnen die Gelben Westen f&uuml;r sich reklamieren, dass sie erstmals den selbstsicher auftretenden Macron zu Zugest&auml;ndnissen gezwungen haben&hellip;<br>\n(&hellip;) Riot &ndash; wie aus dem Bilderbuch<br>\nInzwischen haben sich auch Theoretiker der parteiunabh&auml;ngigen Linken zu Wort gemeldet und die Bewegung der Gelben Westen verteidigt. Dazu geh&ouml;rt auch der US-Soziologe Joshua Clover, der bekannt wurde, als er die Riots zur Protestform der Zukunft erkl&auml;rte, die nach dem von ihm diagnostizierte Ende der fordistischen Produktionsweise, die Streiks abl&ouml;sen.<br>\nDurch die Gelben Westen sieht sich Clover best&auml;tigt: Die Bewegung der Gilets Jaunes habe sich ihrer Gestalt nach geradezu idealtypisch herausgebildet. Sie sei ein Riot, wie wir ihn aus dem Lehrbuch kennen&hellip;.Die Gelben Westen haben nun von Macron die Zugest&auml;ndnisse erzwungen, die den gewerkschaftlichen K&auml;mpfen nicht gelungen sind.<br>\nAufruf zu t&auml;glichen Vollversammlungen<br>\nAuch in Frankreich haben antagonistische Linke schon l&auml;ngst Impulse in die Bewegung getragen. Genannt sei hier der Aufruf der Gelben Westen von Commercy zur Bildung von Volksversammlungen&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Gelbe-Westen-Protestform-des-21-Jahrhunderts-4252183.html?seite=all\">Telepolis<\/a>\n<p><strong>dazu: &raquo;Die Sehnsucht nach dem Politischen ist gro&szlig;&laquo;<\/strong><br>\nWarum Macrons Zugest&auml;ndnisse an die Gelbwesten nicht genug sind, wie die Gewerkschaften versagen und welche Fragen sich jetzt stellen. Der Schriftsteller Guillaume Paoli im Gespr&auml;ch mit Clemens Melzer.<br>\nCM: Die Bewegung der Gelbwesten ist sehr heterogen und die Lage hat sich seit Ende Oktober ver&auml;ndert &ndash; was sind die aktuellen Forderungen der &laquo;gilets jaunes&raquo;?<br>\nGP: Da es keine zentrale Organisation gibt, fehlt auch ein einheitlicher Forderungskatalog. Nach einer Online-Umfrage wurden 42 Forderungen ver&ouml;ffentlicht, doch auf lokaler Ebene werden andere gestellt. Generell w&uuml;rden die Leute vermutlich sagen: Mehr Kaufkraft, mehr soziale Gerechtigkeit, mehr Respekt. Und dass Macron zur&uuml;cktritt.<br>\nCM: Von Anfang an wurde diskutiert, ob die Bewegung als rechts oder links einzuordnen ist. Sp&auml;testens seit sich Sch&uuml;ler und Studenten, aber auch Teile der Gewerkschaftsbewegung mit den Protesten solidarisch erkl&auml;rt haben, f&auml;llt es der Regierung schwerer, diese als &laquo;rechtsextrem&raquo; zu diffamieren. Aber ist die Gefahr, dass Le Pen von den Protesten profitiert, damit gebannt?<br>\nGP: Die Bewegung ist deswegen untypisch, weil mehrheitlich von Menschen getragen, die politisch unerfahren und schwer einzuordnen sind. Wenn sie eines gemeinsam haben, dann allerdings die tiefe Abneigung gegen s&auml;mtliche Parteien und repr&auml;sentative Instanzen. Sicher gibt es unter ihnen Leute, die Le Pen gew&auml;hlt haben, andere M&eacute;lenchon, wobei wahrscheinlich die meisten zu den 16 Millionen geh&ouml;ren, die sich bei der Stichwahl 2017 der Stimme enthalten haben. Doch alle wollen mit der etablierten Politik nichts zu tun haben, zu der auch Le Pen l&auml;ngst geh&ouml;rt. Schlie&szlig;lich entscheidet sich die rechte Klientel immer f&uuml;r Ordnung und Autorit&auml;t, und nicht f&uuml;r Krawall und direkte Aktion.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/adamag.de\/gilets-jaunes-macron-paoli-gelbwesten\">ada<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Sparen hilft nicht<\/strong><br>\nDie EU-Kommisson behandelt ihre Mitglieder ungerecht. Von Italien verlangt sie eine strengere Sparpolitik. Dabei hei&szlig;t das Problem Stagnation.<br>\nDie italienische Regierung ist zwar populistisch, aber &ouml;konomischen Sachverstand besitzt sie. Gnadenlos legen die Italiener offen, dass die EU-Kommission ihr Land viel h&auml;rter anfasst als die anderen Eurostaaten. J&uuml;ngster Anlass: Der franz&ouml;sische Pr&auml;sident Macron plant jetzt mit einem Haushaltsdefizit von &uuml;ber drei Prozent f&uuml;r 2019, was aber in Br&uuml;ssel niemanden aufregt. Italien hingegen wurden f&uuml;r ein angepeiltes Minus von 2,4 Prozent der Wirtschaftsleistung Milliardenstrafen angedroht. Wie kann das sein?<br>\nDie Italiener wundern sich zu Recht, zumal nicht nur Frankreich die Defizitregeln gro&szlig;z&uuml;gig auslegt. Belgiens Haushalt, zum Beispiel, wies seit der Finanzkrise 2008 st&auml;ndig hohe Defizite auf, und auch dieses Jahr d&uuml;rfte das Minus bei knapp 6 Prozent liegen. Aber ein Defizitverfahren gegen die Belgier gab es nie.<br>\nTrotzdem bleibt die EU-Kommission hart: F&uuml;r die Italiener g&auml;lten andere Regeln, da ihre Schulden schon so hoch seien! Rom m&uuml;sse sparen, um diese Last wieder abzubauen. Br&uuml;ssel agiert, als w&auml;re Italien mit Familie Mayer in Dinslaken zu vergleichen. Die Mayers d&uuml;rfen ja auch keine Schulden machen, ohne sie zur&uuml;ckzuzahlen.<br>\nEs ist jedoch ein Missverst&auml;ndnis, dass Staaten wie Familien sparen k&ouml;nnten, um Schulden zu reduzieren. Die Italiener sparen seit Jahrzehnten vergeblich. Pro Einwohner hat der Staat seine Ausgaben seit 1991 kaum erh&ouml;ht, wie die italienische &Ouml;konomin Antonella Stirati in einem taz-Interview vorgerechnet hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/taz.de\/Kommentar-Streit-um-Italiens-Haushalt\/!5556274\/\">Ulrike Herrmann in der taz<\/a>\n<p><strong>dazu passend: Frankreichs Schulden wohl doch h&ouml;her<\/strong><br>\nFrankreich k&ouml;nnte 2019 mit seinem Haushaltsdefizit die EU-Obergrenze rei&szlig;en. Das Defizit wird laut Premier Philippe voraussichtlich rund 3,2 Prozent betragen. Grund f&uuml;r die Verschuldung sind Zugest&auml;ndnisse an die &ldquo;Gelbwesten&rdquo;. [&hellip;]<br>\nVor Beginn der Protestwelle gegen hohe Lebenshaltungs- und Treibstoffpreise hatte Frankreich ein Defizit f&uuml;r 2019 von 2,8 Prozent des BIP geplant. EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici hatte am Donnerstag erkl&auml;rt, ein &Uuml;berschreiten der Defizit-Zielmarke in Frankreich k&ouml;nne toleriert werden, solange es sich um ein zeitweises Problem handele.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/frankreich-haushalt-eu-obergrenze-101.html\">Tagesschau<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Was den Franzosen recht ist, sollte den Italienern billig sein, verehrter Herr Kommissar Moscovici aus Frankreich.<\/em><\/p>\n<p><strong>au&szlig;erdem: Portugal schwimmt gegen den Strom zum Erfolg<\/strong><br>\nW&auml;hrend der ehemalige Bundesfinanzminister Wolfgang Sch&auml;uble im Sommer 2016 angedroht hat, dass das Land bald wieder ein zweites Rettungsprogramm bekommen m&uuml;sse, kam es ganz anders. Die Aufk&uuml;ndigung des absurden Kurses, einfach die Ausgaben &uuml;berall zu k&uuml;rzen, f&uuml;hrte zum Erfolg. Die von den konservativen Vorg&auml;ngern gek&uuml;rzten L&ouml;hne und Renten wurden wieder erh&ouml;ht, eingef&uuml;hrte Sondersteuern wieder abgeschafft und Steuererh&ouml;hungen zur&uuml;ckgenommen. Es wurden aber auch Steuern erh&ouml;ht, wie die Erbschaftssteuer und Verm&ouml;genssteuer. Mit der Zusatzgrundsteuer wurde zudem eine Verm&ouml;genssteuer auf Immobilien eingef&uuml;hrt. Ein Freibetrag sichert aber, dass das kleine H&auml;uschen oder die normale Wohnung der einfachen Leute steuerfrei bleibt. [&hellip;]<br>\nZentral war, die Binnennachfrage, Investitionen und Konsum insgesamt zu st&auml;rken. Mit Touristen, Rentnern und Investoren wird zahlungskr&auml;ftiges Potential ins Land geholt. Zudem wurde die Kaufkraft der Portugiesen erh&ouml;ht, die es dringend n&ouml;tig haben. Geld wurde dort geholt, wo es nicht ausgegeben wird, bei Verm&ouml;genden.<br>\nMit der Strategie wurde schnell die Arbeitslosigkeit auf nur noch 6,7% gesenkt. Das schafft Beitragszahler f&uuml;r die Sozialversicherung und generiert Steuereinnahmen. Dar&uuml;ber wurde das Haushaltsdefizit 2017 sogar auf gut 2% gedr&uuml;ckt, deutlich unter die Stabilit&auml;tsgrenze von 3% und deutlich unter die Br&uuml;sseler Vorgabe von 2,4%. Inzwischen wird das Land sogar auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos hofiert, auch die gro&szlig;en Ratingagenturen mussten die Erfolge anerkennen, womit sich auch die Zinskosten f&uuml;r portugiesische Staatsanleihen verringert haben. Das Land kann so fr&uuml;hzeitig teure Kredite des Internationalen W&auml;hrungsfonds (IWF) zur&uuml;ckzahlen und verschafft sich damit weiter Spielraum f&uuml;r Investitionen und Sozialleistungen.<br>\nIm Vergleich zum Nachbarland Spanien werden die Erfolge besonders deutlich. Das Land, in dem der Austerit&auml;tskurs auch unter der neuen sozialdemokratischen Regierung weiter angewendet wird, riss 2017 das Defizitziel erneut. Die Arbeitslosenquote ist knapp 15% hoch und wird nur von Griechenland &uuml;bertroffen. Und obwohl die Arbeitslosigkeit mehr als doppelt so hoch wie im Nachbarland ist, gibt Spanien nur 24,2% der Wirtschaftsleistung (BIP) f&uuml;r Sozialschutz aus, hat die europ&auml;ische Statistikbeh&ouml;rde Eurostat errechnet In Portugal waren es dagegen 25,2% und in Deutschland 29,4%.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Portugal-schwimmt-gegen-den-Strom-zum-Erfolg-4254593.html\">Telepolis<\/a><\/p>\n<p><strong>auch passend: Die deutsche Frage<\/strong><br>\nBerliner Regierungsberater und Au&szlig;enpolitikexperten mahnen zu Kurskorrekturen in der deutschen EU-Politik. Eine gravierende Schw&auml;che der Union bestehe darin, dass die Eurozone bis heute &ldquo;l&auml;ngst nicht krisenresilient&rdquo; sei, urteilt die Forschungsdirektorin der Deutschen Gesellschaft f&uuml;r Ausw&auml;rtige Politik (DGAP). Die deutschen Austerit&auml;tsdiktate beim Vorgehen gegen die Eurokrise und die Berliner Migrationspolitik h&auml;tten auf dem ganzen Kontinent das &ldquo;Misstrauen gegen angebliche deutsche Alleing&auml;nge und Hegemoniestreben wiederaufleben lassen&rdquo;, warnt der Direktor des Instituts f&uuml;r Sicherheitspolitik an der Universit&auml;t Kiel (ISPK). Mit Blick auf die deutsche EU-Politik urteilt ein Historiker, die schon aus der Zeit des Kaiserreichs in anderen Staaten Europas verbreitete Wahrnehmung Deutschlands als &ldquo;unberechenbar&rdquo; sowie als &ldquo;Bedrohung&rdquo; sei heute wieder verbreitet; &ldquo;die Frage nach der Vertr&auml;glichkeit der deutschen St&auml;rke mit der europ&auml;ischen Ordnung&rdquo; &ndash; &ldquo;die deutsche Frage von 1871&rdquo; &ndash; werde derzeit erneut gestellt. Deutschland stehe &ldquo;wieder da, wo es 1914 stand&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/7820\/\">German Foreign Policy<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Digitalsteuer: Frankreich will IT-Konzerne im Alleingang besteuern<\/strong><br>\nAmerikanische IT-Konzerne machen in Europa Milliardengewinne. Steuern zahlen sie dort aber kaum. Die sogenannte Digitalsteuer k&ouml;nnte das &auml;ndern. Weil eine EU-weite L&ouml;sung nicht in Sicht ist, plant Frankreich den Alleingang.<br>\nEine sogenannte Digitalsteuer ist ein Thema, um das in Europa heftig gerungen wird. Die Idee dahinter ist, dass die riesigen Digitalkonzerne wie Google oder Facebook ihre Gewinne dort versteuern, wo sie erwirtschaftet werden und nicht mehr zum Beispiel komplett in Irland abrechnen, wo sie fast keine Steuern bezahlen. Frankreich w&uuml;rde eine solche Steuer gerne europaweit und am liebsten gestern einf&uuml;hren. Deutschland bremst dagegen gewaltig. Jetzt erh&ouml;ht Frankreich den Druck massiv.<br>\nMilliarden Ums&auml;tze in Frankreich &ndash; und fast keine Steuern bezahlt<br>\nUm zu verstehen, warum die Steuer eine franz&ouml;sische Herzensangelegenheit ist, reicht ein Blick auf die nackten Zahlen. Im Jahr 2017 haben allein die omin&ouml;sen GAFA, also Google, Amazon, Facebook und Apple in Frankreich gesch&auml;tzt rund 12 Milliarden Euro umgesetzt. Die gezahlten Steuern beliefen sich dagegen auf gerade mal knapp &uuml;ber 40 Millionen Euro. Fast nichts also. (Anmerkung WM: das sind 0,33% vom Umsatz!)<br>\nIn der Bev&ouml;lkerung wird das als gro&szlig;e Ungerechtigkeit wahrgenommen. Der Kampf gegen internationale Steuervermeidung ist eins der dringendsten Anliegen der Protestbewegung der sogenannten Gelben Westen, die Pr&auml;sident Macron gerade in eine schwere politische Krise st&uuml;rzen. Denen hatte Macron bereits vergangene Woche in einer Fernsehansprache versprochen:<br>\n&bdquo;Gro&szlig;e Unternehmen, die hier Profit machen, m&uuml;ssen auch hier Steuern zahlen. Das ist nur gerecht.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/digitalsteuer-frankreich-will-it-konzerne-im-alleingang.769.de.html?dram:article_id=436324\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong> Hier muss man die franz&ouml;sische Regierung ausnahmsweise einmal loben. Wenn sie es denn auch durchziehen. Die anderen L&auml;nder sind dazu zu feige und reden sich damit heraus, dass eine solche Steuer, wie auch eine Finanztransaktionssteuer, nur dann Sinn mache, wenn sie von allen L&auml;ndern der EU gleichzeitig eingef&uuml;hrt w&uuml;rde. Ein Alibi f&uuml;rs Nichtstun, das die Staatshaushalte j&auml;hrlich hunderte Milliarden entgangener Steuereinnahmen kostet. Steuergelder, die f&uuml;r die Instandhaltung der Infrastruktur und f&uuml;r Sozialprogramme fehlen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Peinlich, dass Frankreich nun umsetzt, was der SPD-Star Olaf Scholz aus R&uuml;cksicht auf die Gro&szlig;konzerne sich nicht umzusetzen traut.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Digitalisierung macht das Land reicher &ndash; und ungleicher<\/strong><br>\nDie Digitalisierung ist keine Naturgewalt. Es ist durchaus m&ouml;glich, sie zu gestalten und Gewinne endlich gerecht zu verteilen &ndash; zum Beispiel nach dem Vorbild Alaskas.<br>\nViele der gro&szlig;en &ouml;konomischen Trends unserer Zeit &ndash; Globalisierung, Digitalisierung, Automatisierung &ndash; haben eines gemeinsam: Sie sind gut f&uuml;r die Gesellschaft, aber nicht unbedingt gut f&uuml;r jeden Einzelnen. Der Wandel der Wirtschaft f&uuml;hrt zu einer st&auml;rkeren Ungleichheit der Einkommens- und Verm&ouml;gensverteilung. Gerade auf dem Arbeitsmarkt schafft die neue &Ouml;konomie auch Verlierer. Es war ein gro&szlig;er Fehler der Politik, dass sie dieser Entwicklung zugesehen hat wie einem Hurrikan, der &uuml;bers Land fegt.<br>\nAber Globalisierung und Digitalisierung sind keine Naturgewalten. Wirtschaftspolitik kann sie gestalten und sich gegen die Ungerechtigkeit auflehnen. Wie? Im Prinzip ganz einfach: Die Regierenden h&auml;tten den Globalisierungsgewinnern einen Teil ihrer Profite nehmen und sie den Verlierern geben m&uuml;ssen. So aber riss die Entwicklung einen tiefen gesellschaftlichen Graben auf, der den Aufstieg von Populisten beschleunigt hat. Der Spalt ist gewaltig, er darf durch den rasenden technologischen Fortschritt, den westliche Volkswirtschaften gerade durchlaufen, nicht noch gr&ouml;&szlig;er werden. Dieses Mal muss es den Regierenden gelingen, die M&auml;rkte zum Wohle aller zu b&auml;ndigen.<br>\nDie wachsende Kluft l&auml;sst sich durch klassische Umverteilung nur schwer schlie&szlig;en. Denn ein Gro&szlig;teil dieser Umverteilung wird &uuml;ber die Systeme der Sozialversicherung geleistet, die finanzieren sich aber vorwiegend aus den bedrohten Arbeitskommen. Da die Lohnquote sinkt, ger&auml;t dieses System zunehmend selbst unter Druck. Auch eine Robotersteuer w&auml;re der falsche Ansatz, folgt sie doch der r&uuml;ckw&auml;rtsgewandten Logik der Maschinenst&uuml;rmer aus dem 19. Jahrhundert: Angriffe auf neue Technik, die Arbeitspl&auml;tze und soziale Verh&auml;ltnisse zerst&ouml;rte. Der Preis f&uuml;r eine neue Maschinenst&uuml;rmerei w&auml;ren erhebliche Wachstumseinbu&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/loehne-digitalisierung-macht-das-land-reicher-und-ungleicher-1.4255178\">SZ<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Bund will bei Firmen&uuml;bernahmen mehr mitreden<\/strong><br>\nDie Einkaufstour chinesischer Investoren in Europa sorgt f&uuml;r Diskussionen. Nun hat sich die Bundesregierung laut einem Medienbericht darauf geeinigt, wie sie &Uuml;bernahmepl&auml;ne leichter pr&uuml;fen und notfalls stoppen kann. (&hellip;)<br>\nKern der Novelle der Au&szlig;enwirtschaftsverordnung ist demnach eine Absenkung der Schwelle, ab der die Bundesregierung einen Anteilserwerb durch einen Investor au&szlig;erhalb der Europ&auml;ischen Union pr&uuml;fen und gegebenenfalls untersagen kann. Bislang liegt diese Schwelle bei einem Firmenanteil von 25 Prozent. Laut dem Gesetzentwurf soll sie auf zehn Prozent sinken. Dieser Schritt geht &uuml;ber die bisherigen Pl&auml;ne von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hinaus, der urspr&uuml;nglich 15 Prozent als Zielmarke formuliert hatte.<br>\nDie k&uuml;nftige Schwelle von zehn Prozent bezieht sich ausdr&uuml;cklich nur auf Unternehmen aus sicherheitsrelevanten Bereichen. Dazu z&auml;hlen unter anderem die Verteidigung und die sogenannten kritischen Infrastrukturen wie Energieversorger, Schienen-, Stra&szlig;en- oder Datennetze. Unter die Regelung k&ouml;nnen aber auch Lebensmittelproduzenten fallen, wenn sie eine bestimmte Gr&ouml;&szlig;e &uuml;berschreiten. Die Liste der sicherheitsrelevanten Unternehmen solle im Zuge der Reform um Unternehmen der Medienwirtschaft erweitert werden, berichtete das &ldquo;Handelsblatt&rdquo;.<br>\nDas Bundeswirtschaftsministerium best&auml;tigte auf dpa-Anfrage lediglich, dass die Novelle der Au&szlig;enwirtschaftsverordnung &ldquo;demn&auml;chst ins Kabinett soll&rdquo;. N&auml;here Angaben zum Inhalt machte das Ministerium aber nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/pruefschwelle-firmenuebernahmen-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers A.L.:<\/strong> Ob im Gesetzentwurf wohl auch steht, wie die &Uuml;bernahme deutscher Firmen durch US-amerikanische Investoren wie BlackRock &amp; Co. durch die Bundesregierung gepr&uuml;ft und notfalls gestoppt werden kann? Ein Schelm wer so denkt! Schlie&szlig;lich vertritt die Bundesregierung doch dieselbe Werteordnung wie die US-amerikanischen Investoren. Und man l&auml;sst sich in deutschen Landen lieber von verb&uuml;ndeten L&auml;ndern die Wirtschaft ruinieren, als von &ldquo;fremden Finsterlingen&rdquo; aus dem fernen Reich der Mitte.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Solidarit&auml;tszuschlag: Milliarden f&uuml;r Topverdiener<\/strong><br>\nDie Union will den Solidarit&auml;tszuschlag komplett abschaffen. Neue Zahlen zeigen, wem das n&uuml;tzt<br>\nAuf dem Parteitag der CDU haben die Delegierten beschlossen, dass der Zuschlag auf die Einkommensteuer noch in dieser Legislaturperiode vollst&auml;ndig abgeschafft werden soll. Ein gro&szlig;er Schritt &ldquo;hin zu mehr Glaubw&uuml;rdigkeit&rdquo; sei das, sagt Carsten Linnemann, der Chef der Mittelstandsvereinigung in der Union. Schlie&szlig;lich verspricht seine Partei schon lange das Ende der Sondersteuer, die eingef&uuml;hrt wurde, um die deutsche Einheit zu finanzieren. Die Mauer ist vor fast 30 Jahren gefallen, der Soli existiert immer noch.<br>\nEs gibt aber ein Problem: Im Koalitionsvertrag steht etwas anderes&hellip;.<br>\nWorum also geht es?<br>\nDiese Frage l&auml;sst sich anhand von der ZEIT vorliegenden Berechnungen des SPD-gef&uuml;hrten Bundesfinanzministeriums erstmals im Detail beantworten. Das Ergebnis sieht zusammengefasst so aus: Vom Koalitionsbeschluss w&uuml;rden vor allem Menschen mit niedrigen, mittleren und gehobenen Eink&uuml;nften profitieren, der Unionsvorschlag entlastet vor allem Spitzenverdiener.<br>\n(&hellip;) F&uuml;r den Staat w&uuml;rde die Angelegenheit allerdings ziemlich teuer: Die im Koalitionsvertrag vereinbarten Rabatte kosten schon 10,2 Milliarden Euro. Die zus&auml;tzlichen Steuerentlastungen f&uuml;r die Topverdiener schlagen mit rund 11,5 Milliarden Euro zu Buche. Jahr f&uuml;r Jahr&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2018\/53\/solidaritaetszuschlag-abschaffung-union-steuern-entlastung\">Zeit online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Fachkr&auml;ftemangel<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Fachkr&auml;ftemangel? Sch&ouml;n w&auml;r&rsquo;s!<\/strong><br>\nSo langsam versteht Florian Bange* die Welt nicht mehr. Der 33-J&auml;hrige geh&ouml;rt eigentlich zu einer angeblich extrem gefragten Spezies, h&auml;nderingend gesucht, wie es immer hei&szlig;t: Er ist Ingenieur. In Hamburg hat er Verfahrenstechnik studiert, nach elf Semestern das Diplom mit der Note 1,9 abgeschlossen, danach mehrere Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni f&uuml;r seine Promotion geforscht. Es gibt keinen auff&auml;lligen Makel in seinem Lebenslauf. Und trotzdem findet Florian Bange keinen Job.<br>\nZwei Tage in der Woche nimmt er sich, um nach Stellenausschreibungen zu schauen und Bewerbungen zu schreiben, 107-mal hat er seine Unterlagen in diesem Jahr schon verschickt, 15-mal wurde er zu einem Gespr&auml;ch eingeladen, meistens bei Zeitarbeitsfirmen. Eine Stelle war nicht dabei. Er hat Freunde seiner Eltern gebeten, den Lebenslauf zu pr&uuml;fen, einen Headhunter und eine Personalreferentin. Aber auch der professionelle Rat half nicht. &ldquo;Dass die Suche einen Augenblick dauern w&uuml;rde, war mir ja klar&rdquo;, sagt er. &ldquo;Aber dass es so ein gro&szlig;es Problem wird, h&auml;tte ich nicht gedacht.&rdquo;<br>\nBanges Erfahrung erstaunt. Denn das, was auch er Tag f&uuml;r Tag in den Nachrichten liest, zeichnet ein ganz anderes Bild vom Arbeitsmarkt. Aus den verschiedensten Branchen hei&szlig;t es: Hilfe, wir finden keine Leute mehr! Angeblich mangelt es im gro&szlig;en Stil an Fachkr&auml;ften, Menschen also, die eine Berufsausbildung oder sogar ein Studium abgeschlossen haben. &hellip;<br>\nUnd seit Jahren schon h&ouml;rt man immer wieder die Klage, dem Land gingen die Ingenieure aus, stets mit neuen, einander &uuml;berbietenden Horrorzahlen &uuml;ber die Dimension des Personalmangels. Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft vermeldete im September, Monat f&uuml;r Monat seien in Deutschland 129.470 offene Stellen f&uuml;r Ingenieurinnen und Ingenieure ausgeschrieben, elf Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor &ndash; und der h&ouml;chste Wert seit Beginn der Studie 2011. &hellip;<br>\nAuch das Verh&auml;ltnis zwischen offenen Stellen und Bewerbern und Arbeitslosen ist so niedrig wie lange nicht mehr. Trotzdem ist Forscher Bossler zur&uuml;ckhaltend, wenn von einem vermeintlichen Fachkr&auml;ftemangel die Rede ist. &ldquo;Es kommen immer noch zwei Arbeitslose auf eine offene Stelle&rdquo;, sagt er. &ldquo;Man kann also nicht sagen, dass es einen generellen Engpass gibt. Im Durchschnitt sind gen&uuml;gend Arbeitskr&auml;fte vorhanden.&rdquo; Die Mitarbeitersuche mag f&uuml;r viele Unternehmen zwar schwieriger geworden zu sein &ndash; trotzdem sind sie auf dem Arbeitsmarkt nach wie vor in einer g&uuml;nstigeren Position als die Menschen, die eine Stelle suchen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/arbeit\/2018-12\/arbeitsmarkt-fachkraeftemangel-personal-jobsuche\/komplettansicht\">Zeit<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Gut, dass die ZEIT den Mythos vom Fachkr&auml;ftemangel auch mal dekonstruiert. Selbst da, wo die Arbeitskr&auml;fte tats&auml;chlich etwas knapper sind (z. B. in der Pflege), bleiben die L&ouml;hne und Geh&auml;lter weiterhin hart gedeckelt; und dann beschweren sich die Arbeitgeber (bei wem eigentlich, wenn sie selbst verantwortlich sind???), &uuml;ber den angeblichen &ldquo;Fachkr&auml;ftemangel&rdquo;. Dass man als Arbeitnehmer angesichts von deutlich &uuml;ber 3 Millionen Arbeitslosen und der deutschen Dumpinglohnpolitik gegen noch mehr Arbeitskr&auml;ftezuwanderung sein sollte, als es ohnehin schon gibt, liegt auf der Hand.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>IT-Spezialisten sind den meisten Firmen zu teuer<\/strong><br>\nRund 82.000 offene Stellen f&uuml;r IT-Experten hat es laut einer Studie des Branchenverbands Bitkom 2018 in Deutschland gegeben. Das bedeutet einen Anstieg von 49 Prozent gegen&uuml;ber dem Vorjahr und einen neuen H&ouml;chststand beim IT-Fachkr&auml;ftemangel. Einer entsprechenden Umfrage zufolge haben 82 Prozent der Firmen einen Mangel an IT-Spezialisten &ndash; Tendenz steigend. Fast 60 Prozent rechnen mit einer Versch&auml;rfung der Lage.<br>\n&bdquo;Quer durch alle Branchen werden IT-Spezialisten h&auml;nderingend gesucht&ldquo;, sagte Bitkom-Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer Bernhard Rohleder. Der Studie zufolge dauert es derzeit im Durchschnitt f&uuml;nf Monate, bis Unternehmen eine offene IT-Stelle besetzen k&ouml;nnen. Der Fachkr&auml;ftemangel k&ouml;nne schon bald zu einer &bdquo;bedrohlichen Wachstumsbremse&ldquo; werden, so Rohleder.<br>\nAls Hauptgrund f&uuml;r die Probleme bei der Besetzung von IT-Stellen gaben die Unternehmen die Finanzen an. 76 Prozent der Firmen erkl&auml;rten, dass die Bewerber zu viel Gehalt forderten. Fehlende fachliche Qualifikation beklagen 38 Prozent, Soft Skills wie etwa Sozialkompetenzen vermissen 35 Prozent der befragten Unternehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/t3n.de\/news\/fachkraeftemangel-it-experten-1133086\/?utm_source=rss&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=t3n+news\">t3n<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Deutlicher geht es nicht wof&uuml;r das Fachkr&auml;ftezuwanderungsgesetzt herhalten soll. Marktwirtschaft geht f&uuml;r Unternehmer nur in eine Richtung, ein m&ouml;glich gro&szlig;es Arbeitskr&auml;fteangebot soll die L&ouml;hne dr&uuml;cken. Dabei ist die L&ouml;sung des &bdquo;Fachkr&auml;ftemangels&ldquo; naheliegend, einfach marktgerechte L&ouml;hne zahlen. Allerdings sind Angaben zu angeblich fehlenden Fachkr&auml;ften von Branchen- und Lobbyverb&auml;nden immer mit Vorsicht zu betrachten. Es liegt in deren ureigenen Interesse die Situation zu dramatisieren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Geringqualifizierte mit Arbeitsvertrag sollten befristet bei uns arbeiten d&uuml;rfen<\/strong><br>\nDas geplante Gesetz zur Einwanderung von Fachkr&auml;ften wird von allen Seiten kritisiert. Vor Weihnachten soll es m&ouml;glichst noch verabschiedet werden. Gestritten wird dar&uuml;ber, ob mehr Arbeitskr&auml;fte kommen sollen und mit welcher Qualifikation. [&hellip;]<br>\nSollten Innen-, Wirtschafts- und Arbeitsministerium sich einigen, d&uuml;rfte das Ergebnis noch weiter abgestimmt werden, bevor es ins Kabinett geht. Insbesondere aus der Union kamen zuletzt kritische T&ouml;ne; Abgeordnete warnten vor &bdquo;Missbrauchsm&ouml;glichkeiten und m&ouml;glichen Fehlanreizen&ldquo; f&uuml;r Ausl&auml;nder auf Jobsuche.<br>\nBaden-W&uuml;rttembergs Ministerpr&auml;sident Winfried Kretschmann (Gr&uuml;ne) geht der Entwurf hingegen nicht weit genug. Er teile die Einsch&auml;tzung vieler Unternehmer, dass Baden-W&uuml;rttemberg die Zuwanderung von Arbeitskr&auml;ften ben&ouml;tige, sagte er der &bdquo;Stuttgarter Zeitung&ldquo;.<br>\nDies gelte nicht nur f&uuml;r Hochqualifizierte, sondern auch f&uuml;r Geringqualifizierte: In vielen Branchen herrsche schon jetzt ein eklatanter Mangel an Fachkr&auml;ften, aber auch an gering Qualifizierten. &bdquo;Man sollte vereinbaren, dass Geringqualifizierte, die vorab einen Arbeitsvertrag in der Tasche haben, zeitlich befristet bei uns arbeiten d&uuml;rfen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article185612040\/Kretschmann-Geringqualifizierte-mit-Arbeitsvertrag-sollten-befristet-bei-uns-arbeiten-duerfen.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Kretschmann ist ja schon durch die absonderlichsten &Auml;u&szlig;erungen aufgefallen (&ldquo;Die Gr&uuml;nen sind schon immer Autofahrerpartei gewesen&rdquo;), aber diese hier zeigt ihn nicht nur einmal mehr als Lakaien der Unternehmen, sondern man fragt sich ernsthaft, was in seinem Hirn passiert. 3,1 Millionen Arbeitslose gibt es offiziell in Deutschland, real sicher noch ein paar Hunderttausend mehr. Wenn das keine der gesuchten Fachkr&auml;fte sind (was faktisch falsch ist), dann doch wenigstens &ldquo;Geringqualifizierte&rdquo; &ndash; oder? Irgendwo m&uuml;ssen doch die Millionen Arbeitslosen einzuordnen sein. Und warum &uuml;bernimmt Kretschmann ohne jede Nachfrage die Diagnose eines (lokalen) Arbeitskr&auml;ftemangels und der &ldquo;offensichtlichen&rdquo; Symptombek&auml;mpfung &ldquo;Zuwanderung von Geringqualifizierten&rdquo;, wenn gleichzeitig in Deutschland deutlich &uuml;ber 3 und in der gesamten EU etwa 20 Millionen Menschen arbeitslos sind &ndash; gibt es darunter allen Ernstes keine &ldquo;Geringqualifizierten&rdquo;? Oder ist &ldquo;Geringqualifiziert&rdquo; nicht vielmehr ein Codewort f&uuml;r &ldquo;Menschen, die bereit sind, zum Niedrigstlohn zu arbeiten&rdquo;? Die v&ouml;llig naheliegende L&ouml;sung: Anwerbung von &ndash; man wagt es kaum auszusprechen &ndash; in Deutschland beheimateten, arbeitslosen Menschen durch Zahlung von akzeptablen (also deutlich h&ouml;heren) L&ouml;hnen, f&auml;llt wahrscheinlich auch deshalb flach, weil die Jobs nur &ldquo;befristet&rdquo; sind. Das macht Kretschmanns Konstruktion noch absurder und positioniert den Vorschlag noch n&auml;her an offener Sklaverei: ein Mensch z. B. aus Serbien (oder Nigeria?) w&uuml;rde f&uuml;r z. B. drei Monate (&ldquo;befristet&rdquo;) nach Stuttgart einreisen, um sich f&uuml;r 9 Euro pro Stunde als Lagerarbeiter (oder Paketzusteller) anstellen zu lassen. Vom Lohn k&ouml;nnte er nicht einmal seine Wohnung zahlen kann, die er aber in Stuttgart eh nicht f&auml;nde&hellip; und nach erfolgter Ausbeutung wieder ins Herkunftsland zur&uuml;ckgeschickt. Angesichts der ultramiesen Bezahlung, die kaum zum &Uuml;berleben reicht und Hin- und R&uuml;ckflug (-fahrt?) und Wohnungskosten nicht abdeckt, lohnt sich das nicht einmal f&uuml;r die &Auml;rmsten der Armen. Sehr menschenfreundlich, die Gr&uuml;nen.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Streiks bei Amazon: &bdquo;Wir haben uns auf einen langen Kampf eingestellt&ldquo;<\/strong><br>\n(&hellip;) Armbr&uuml;ster: Frau Widmann, Streiken mitten im Weihnachtsgesch&auml;ft, ist das fair?<br>\nWidmann: Ja! Das ist nat&uuml;rlich immer die Natur einer Dienstleistungsgewerkschaft, dass es nat&uuml;rlich immer die Endkundinnen und Kunden trifft. Aber nachdem wir das jetzt nicht zum ersten Mal machen und das auch schon seit mehreren Jahren machen, m&uuml;sste es klar sein, dass jeder der bei Amazon bestellt inzwischen auch wei&szlig;, was das f&uuml;r ein Unternehmen ist.<br>\nWas man auch sagen muss ist, dass es sich ganz, ganz schnell beenden lie&szlig;e, wenn Amazon sich mit uns an einen Verhandlungstisch setzt.<br>\n(&hellip;) Widmann: Das sind zum einen technokratische Dinge. Die Frage ist schon, worauf sich Amazon bezieht. In dem einen Land sagt Amazon, wir sind ein H&auml;ndler, in dem anderen ein Logistiker, je nachdem welcher Tarifvertrag ihnen gerade besser passt. Das muss man auch einfach mal sehen. Der Tarifvertrag f&uuml;r die Logistik ist ein bisschen niedriger. Allerdings muss man auch ganz deutlich klarstellen: Amazon zahlt &uuml;berhaupt nicht nach Tarifvertrag, sondern sie sagen, sie orientieren sich an etwas. Das ist erst mal begr&uuml;&szlig;enswert, nat&uuml;rlich! Das ist aber nichts, worauf sich irgendjemand verlassen kann. Das kann sich morgen &auml;ndern.<br>\nDa kann Amazon sagen, ach nein, jetzt machen wir das doch anders, euer Weihnachtsgeld, auf das ihr euch jetzt schon verlassen habt, machen wir doch nicht. Das ist nichts Verbindliches. Was die Menschen allerdings brauchen ist schon, zu wissen, was erwartet mich denn in den n&auml;chsten Jahren, was erwartet mich bis zur Rente. Und man muss auch ganz ehrlich mal sagen: Das was Amazon letztendlich den Besch&auml;ftigten vorenth&auml;lt, n&auml;mlich ein ausk&ouml;mmliches Gehalt, das ist das, was wir als steuerzahlende Gemeinde fr&uuml;her oder sp&auml;ter wieder auffangen m&uuml;ssen. Das muss man einfach auch ganz klarsehen&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/streiks-bei-amazon-wir-haben-uns-auf-einen-langen-kampf.694.de.html?dram:article_id=436246\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong> Die Arbeitsbedingungen bei Amazon sind unter aller Sau. Die Gewerkschaft ruft zum Streik auf. Und der &bdquo;Deutschlandfunk&ldquo; ist in Sorge darum, dass die Weihnachtspakete zu sp&auml;t geliefert werden k&ouml;nnten! Stell dir vor, es wird gestreikt und keiner merkt es!<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Alle Jahre wieder<\/strong><br>\nErneut Streiks bei Amazon. Geschenkelieferungen gef&auml;hrdet<br>\n(&hellip;) Der gewerkschaftspolitische Sprecher der Linkspartei, Pascal Meiser (MdB), solidarisierte sich am Montag mit den streikenden Amazon-Besch&auml;ftigten. &raquo;Es ist doch obsz&ouml;n, dass Amazon-Chef Jeff Bezos inzwischen zum reichsten Mann der Welt geworden ist&laquo;, w&auml;hrend seine Angestellten, so Meiser, zum Teil nicht w&uuml;ssten, wie sie ihrer Familie ein sch&ouml;nes Weihnachtsfest bescheren sollen. &raquo;Und das nur, weil Amazon ihnen das im Versandhandel &uuml;bliche Weihnachtsgeld verweigert.&laquo; Meiser sagte, Amazons Lohndumping gehe nicht nur zu Lasten der Besch&auml;ftigten, sondern auch zu Lasten der Konkurrenz im station&auml;ren wie im Versandhandel, die noch &raquo;anst&auml;ndige&laquo; Tarifl&ouml;hne zahle.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/345639.weihnachtsgesch%C3%A4ft-alle-jahre-wieder.html\">junge Welt<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Die Unterdeckung w&auml;chst: Hartz-IV-Empf&auml;nger zahlen bei Wohnkosten 627 Millionen Euro drauf<\/strong><br>\nIm August 2018 erhielten &uuml;ber drei Millionen Haushalte in Deutschland Hartz-IV-Leistungen zur Deckung ihrer Wohnkosten. Denn f&uuml;r Haushalte im Hartz-IV-Bezug &uuml;bernehmen die Jobcenter Miete, Betriebs- und Heizkosten, die so genannten Kosten der Unterkunft (KdU). Das allerdings nur bis zu einer &bdquo;angemessenen&ldquo; Obergrenze, die von der jeweiligen Kommune in Orientierung an g&uuml;nstigen Mieten des &ouml;rtlichen Mietspiegels bestimmt wird (O-Ton berichtete).<br>\nStatistiken der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA) zeigen aber, dass die Obergrenze f&uuml;r angemessene Wohnkosten an der Lebensrealit&auml;t vieler Hartz-IV-Empf&auml;nger vorbeigeht und gleichzeitig zu erheblichen Einsparungen auf der Seite der Jobcenter f&uuml;hrt: Von Januar bis Dezember 2017 summierte sich die L&uuml;cke zwischen den anerkannten und den tats&auml;chlichen Kosten der Unterkunft aller in Deutschland lebenden Hartz-IV-Empf&auml;nger auf knapp 627 Millionen Euro. Verglichen mit dem Vorjahr ist die Unterdeckung der tats&auml;chlichen Wohnkosten um rund 25 Millionen Euro gestiegen, obwohl insgesamt weniger Haushalte Hartz IV bezogen.<br>\nDie Ann&auml;herung zwischen tats&auml;chlichen und anerkannten Wohnkosten im Jahr 2016 wurde somit wieder zunichtegemacht. 2016 gab es eine Anhebung der Wohngelds&auml;tze, die sich nach Einsch&auml;tzung von Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Stefan Sell auch auf die Bed&uuml;rftigkeit von Haushalten in der Grundsicherung auswirkte. Zuletzt betrug die Differenz rund 50,7 Millionen Euro (August 2018, Werte nur mit Wartezeit verf&uuml;gbar).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.o-ton-arbeitsmarkt.de\/newsletter\/die-unterdeckung-waechst-hartz-iv-empfaenger-zahlen-bei-wohnkosten-627-millionen-euro-drauf\">O-Ton Arbeitsmarkt<\/a>\n<p><strong>dazu: Hartz-IV-Regelsatz reicht nicht mehr f&uuml;r Stromkosten<\/strong><br>\nStrom soll 2019 teurer werden. Schlechte Nachrichten f&uuml;r alle &ndash; ganz besonders aber f&uuml;r Arbeitslose. Schon jetzt zahlen sie beim Strom drauf. Obwohl Hartz-IV-Empf&auml;nger k&uuml;nftig h&ouml;here Bez&uuml;ge erhalten, reicht der Regelsatz bei Weitem nicht aus.<br>\nAnhand der durchschnittlichen Stromkosten und dem Hartz-IV-Regelsatz f&uuml;r Energie haben die Experten von Check24 ermittelt, dass ein arbeitsloser Single in Deutschland pro Jahr rund 129 Euro mehr f&uuml;r Strom bezahlt, als der Staat vorsieht. W&auml;hrend der Regelsatz h&ouml;chstens 542 Euro betr&auml;gt, liegen die Stromkosten im Bundesdurchschnitt bei 671 Euro.<br>\nAm meisten zahlen Hartz-IV-Empf&auml;nger in Schleswig-Holstein drauf. Hier liegen die Stromkosten pro Jahr rund 168 Euro &uuml;ber dem Regelsatz &ndash; das sind 14 Euro im Monat. Dahinter liegen Mecklenburg-Vorpommern (164 Euro) und Brandenburg (163 Euro). Im Osten ist die Mehrbelastung mit durchschnittlich 145 Euro deutlich h&ouml;her als im Westen (126 Euro\/mit Berlin). &hellip;<br>\nEin Grund f&uuml;r den gro&szlig;e Kluft zwischen Regelsatz und Strompreis ist, dass die meisten Hartz-IV-Empf&auml;nger beim teuren Grundversorger gemeldet sind. Da sie h&auml;ufig verschuldet sind und deshalb eine negative Schufa-Auskunft haben, k&ouml;nnen sie ihren Anbieter aber nicht wechseln.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/immobilien\/energiesparen\/strom-ratgeber\/weil-preise-steigen-hartz-iv-empfaenger-koennen-sich-strom-kaum-noch-leisten_id_10078832.html\">Focus<\/a><\/p>\n<p><strong>dazu auch: UN-Rat sieht in Deutschland schwere Defizite bei sozialen Menschenrechten<\/strong><br>\nDer UN-Sozialrat wirft Deutschland schwere Defizite bei der Umsetzung der sozialen Menschenrechte vor. Zahllose &auml;ltere Menschen lebten &ldquo;unter entw&uuml;rdigenden Bedingungen, auch in bestimmten Pflegeheimen&rdquo;, hei&szlig;t es im neuen Staatenbericht des Gremiums, aus dem die &ldquo;Neue Osnabr&uuml;cker Zeitung&rdquo; zitiert. Au&szlig;erdem werde hierzulande zu wenig gegen Kinderarmut getan.<br>\nAufgrund des Mangels an qualifiziertem Personal erhielten diese Menschen &ldquo;keine angemessene Pflege&rdquo;. Wie schon im Bericht vor f&uuml;nf Jahren wird die Regierung ermahnt, &ldquo;unverz&uuml;glich&rdquo; mehr Geld f&uuml;r die Ausbildung von Pflegern bereitzustellen sowie Pflegeheime &ldquo;h&auml;ufiger und gr&uuml;ndlicher zu kontrollieren&rdquo;. (&hellip;)<br>\nDem Bericht zufolge leben in Deutschland 2,55 Millionen Kinder in Armut, der Gro&szlig;teil von ihnen bei nur einem Elternteil. Das Gremium moniere mangelnde Informationen und b&uuml;rokratische H&uuml;rden, die verhinderten, dass Eltern die ihnen zustehenden Leistungen in Anspruch nehmen.<br>\n&Uuml;berdies bezweifelten die Experten, dass die Leistungen vom Kindergeld &uuml;ber Kinderzuschlag bis zum Teilnahme-Paket ausreichten, &ldquo;um den grundlegenden Bedarf zu decken&rdquo;.<br>\nDas Deutsche Kinderhilfswerk forderte Bundestag und Bundesregierung auf, die Mahnung UN-Sozialrats ernst zu nehmen und endlich Bedingungen f&uuml;r ein gutes Aufwachsen armer Kinder in Deutschland zu schaffen. Die Kritik an der zu hohen Kinderarmut in Deutschland d&uuml;rfe &ldquo;nicht wirkungslos verpuffen&rdquo;, sagte Bundesgesch&auml;ftsf&uuml;hrer Holger Hofmann. (&hellip;)<br>\nErst vor wenigen Tagen hatte der Parit&auml;tische Wohlfahrtsverband von der Bundesregierung eine wirksamere Bek&auml;mpfung der Armut in Deutschland verlangt. &ldquo;Unerl&auml;sslich und unaufschiebbar&rdquo; seien unter anderem eine Reform der Altersgrundsicherung mit ausk&ouml;mmlichen Regels&auml;tzen, die Erh&ouml;hung des Mindestlohns auf 12,63 Euro und der Umbau von Kindergeld und Kinderzuschlag zu einer &ldquo;echten existenzsichernden Kindergrundsicherung&rdquo;, so Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer Ulrich Schneider. Mit 13,7 Millionen Menschen sei hierzulande jeder Sechste von Armut betroffen. Damit sei &bdquo;eine neue traurige Rekordmarke seit der Vereinigung erreicht&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/entwuerdigende-bedingungen-un-rat-sieht-in-deutschland-schwere-defizite-bei-sozialen-menschenrechten\/23782562.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Verbraucherschutz: Der Schutz der Industrie vor dem Verbraucher<\/strong><br>\nErn&auml;hrungsministerin Julia Kl&ouml;ckner bat die Lebensmittelkonzerne recht freundlich um Selbstverpflichtung: Sie sollen Salz, Zucker und Fett freiwillig reduzieren. So viel Laissez-faire hat selbst die Lebensmittelindustrie bis dato noch nicht gesehen.<br>\nEigentlich ist eine Ern&auml;hrungsministerin die oberste Verbrauchersch&uuml;tzerin im Lande. Jedenfalls sollte das so sein. Sie h&auml;tte zudem sogar Weisungsbefugnis und k&ouml;nnte nicht nur den Verbraucherschutz nach Ma&szlig;gabe der hiesigen Gesetzeslage verwalten: Sie k&ouml;nnte die Gesetzeslage sogar &auml;ndern und anpassen. Trotzdem hat sie vor einigen Wochen die Lebensmittelunternehmen um eine freiwillige Selbstkontrolle gebeten. Nach ihren Vorstellungen sollten diese die Portionsgr&ouml;&szlig;en verschiedener salz-, zucker- und fetthaltiger Tiefk&uuml;hlprodukte verkleinern, um so zur Volksgesundheit beizutragen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2018\/12\/verbraucherschutz-der-schutz-der-industrie-vor-dem-verbraucher\/\">Makroskop<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>&raquo;Unsere Stories im echten Leben finden&laquo;<\/strong><br>\nIn Belgien zieht eine linke Partei W&auml;hlerinnen von Sozialdemokraten wie auch Rechtsextremen. Ihr Vorsitzender erkl&auml;rt, wie das geht.<br>\n(&hellip;) Was wir stattdessen in den Vordergrund stellen wollten, war die soziale Frage, was so gut wie &uuml;berall hie&szlig;, sich mit Wohnraum und Miete zu besch&auml;ftigen. Im Bereich des sozialen Wohnungsbaus, zum Beispiel, hat es seit Jahren keine Investitionen gegeben, ebenso wenig wie Ausbesserungen an der Substanz, an feuchten W&auml;nden und so weiter. Wir haben konkrete Initiativen gestartet und das Thema medial auf die Agenda gesetzt. Unsere Strategie ist, bei den Sorgen anzusetzen, die im Leben der Leute pr&auml;sent sind. Und dann bei diesen Themen immer und immer am Ball zu bleiben, statt in allgemeine politische Reden auszuweichen.<br>\nDB: Du sprichst von konkreten Lokalthemen; aber im Gegensatz zu Parteien wie La France Insoumise oder Podemos, die jenseits von Links und Rechts stehen wollen, kommt die PTB aus einer marxistisch-leninistischen Tradition, aus dem Zusammenschluss der Kommunistischen und der Arbeiterpartei. Wie kam es zustande, dass ihr im Laufe des letzten Jahrzehnts euer Auftreten und euren Ansatz ge&auml;ndert habt?<br>\nPM: Wir haben gemerkt, dass die rechten Parteien wahnsinnig erfolgreich waren mit den Geschichten, die sie erz&auml;hlen. Die fangen bei ganz konkreten Dingen an und verallgemeinern das dann in Richtung einer allgemeineren imperialistischen Agenda. Aber sie beginnen mit kleinen Vorkommnissen, zum Beispiel Betrugsf&auml;llen, in denen Leute f&auml;lschlicherweise Sozialleistungen oder Behindertenaufschl&auml;ge bekommen haben. Solche Geschichten schaffen es auf die Titelseiten. Und alle sagen dann, dass sie selber auch jemanden kennen, die auf illegale Weise vom sozialen Sicherungssystem profitiert hat. Und dann gibt es eine Linke &ndash; ich spreche jetzt von Belgien, aber ich denke, das ist weit verbreitet &ndash; die darauf mit Statistiken zur Ungleichverteilung und Einkommenstabellen antwortet, Sachen, die alle gut und sch&ouml;n sind, aber ganz abstrakt bleiben und emotional nicht ankommen. Diese Linke erreicht die Gehirne, aber nicht die Herzen. Wir m&uuml;ssen auch von links unsere Stories im echten Leben finden und erst von da aus allgemeiner werden&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/adamag.de\/belgien-ptb-peter-mertens-interview\">ada<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Wie soziale Ungleichheit nachhaltige Entwicklung verhindert<\/strong><br>\nDie Revolte der Gelbwesten zeigt: Verteilungsgerechtigkeit ist eine zentrale Voraussetzung f&uuml;r die Durchsetzbarkeit von Umweltschutzma&szlig;nahmen. Der entfesselte Kapitalismus mit seiner grotesken Ungleichheit muss hier scheitern.<br>\n(&hellip;) Es ist eine evidente Tatsache, dass ein auch nur einigerma&szlig;en sinnvoller Einsatz der gemeinsamen Ressourcen mit dem neoliberal entfesselten Kapitalismus v&ouml;llig unvereinbar geworden ist. In Anbetracht dessen ist es beinahe eine Anma&szlig;ung, das neoliberale System &uuml;berhaupt als &raquo;&Ouml;konomie&laquo; zu bezeichnen.<br>\nVielmehr ist es ein System der &raquo;ungeheuren Warensammlung&laquo; (Marx), deren Gegenbuchung &ndash; Ressourceneinsatz, -verbrauch und -zerst&ouml;rung &ndash; g&auml;nzlich ausgeblendet wird. Die Au&szlig;erachtlassung der gesellschaftlichen Folgekosten ist eines seiner zentralen Fehler, der es gerade nicht zu einer &Ouml;konomie, sondern zu einem System der irrationalen, exploitativen, verschwenderischen Bed&uuml;rfnis- und Begierde Befriedigung macht. Es zehrt nach und nach seine eigene Grundlage auf. Man sollte das gegenw&auml;rtige Wirtschaftssystem daher eigentlich als ein &raquo;non-&ouml;konomisches&laquo; System bezeichnen&hellip;.<br>\nBis heute werden die Themen Umweltschutz und Verteilungsgerechtigkeit h&auml;ufig isoliert voneinander diskutiert. Das ist frappierend, weil sie sich gegenseitig bedingen. Oder anders: Soziale Ungerechtigkeit ist der gr&ouml;&szlig;te Hemmschuh einer Nachhaltigen Entwicklung.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2018\/12\/wie-soziale-ungleichheit-eine-nachhaltige-entwicklung-verhindert\/\">Makroskop<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. 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