{"id":48197,"date":"2019-01-03T08:40:03","date_gmt":"2019-01-03T07:40:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48197"},"modified":"2019-01-03T08:40:03","modified_gmt":"2019-01-03T07:40:03","slug":"hinweise-des-tages-3275","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48197","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nWir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter f&uuml;r die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zun&auml;chst freien Inhalten nach einer Zeit beschr&auml;nkt wird.<\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48197#h01\">Tat von Bottrop: Der Fremdenhass kriecht aus allen Ritzen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48197#h02\">Deutschlands Mindestlohn &ndash; nicht so gut, wie er aussieht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48197#h03\">Working poor: Armut jenseits der Sanktionen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48197#h04\">Jobsuche mit Handicap: 104 Tage Unterschied<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48197#h05\">Chancengleichheit: Sozialer Aufstieg darf kein Gl&uuml;cksspiel bleiben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48197#h06\">Gebt den St&auml;dten mehr Geld f&uuml;r den Nahverkehr<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48197#h07\">Arbeitssuchende: Franz&ouml;sische Regierung &uuml;berrascht mit harten Sanktionen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48197#h08\">Ein Gelbwestenprogramm f&uuml;r Deutschland 2019<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48197#h09\">Einige ICE d&uuml;rfen nicht durch lange Tunnel fahren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48197#h10\">Personalnot bei der Bundeswehr<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48197#h11\">Umstrittene Lieferung: Bundesregierung bewilligt Kriegsschiff-Export nach &Auml;gypten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48197#h12\">Unsere Art zu leben und der Terror<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48197#h13\">Vorw&auml;rts immer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48197#h14\">Indigener &uuml;ber Brasiliens Pr&auml;sident: &bdquo;Wir haben gro&szlig;e Angst&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48197#h15\">Strobl vor dem Merzinfarkt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48197#h16\">Das letzte Bundesarchiv-Kopierwerk vor dem Aus: Digitalisierung ist nicht immer die L&ouml;sung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48197#h17\">Nachruf auf Edgar Hilsenrath So reden die Menschen halt<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Tat von Bottrop: Der Fremdenhass kriecht aus allen Ritzen<\/strong><br>\nWenn Fl&uuml;chtlinge gewaltt&auml;tig werden, wird das in Deutschland schnell zum Politikum. Doch die ausl&auml;nderfeindliche Tat in Bottrop wird entpolitisiert. Das ist falsch und gef&auml;hrlich. [&hellip;]<br>\nDie unterschiedlichen Reaktionen auf die Taten lassen sich aber schon vergleichen. Gleich nach den Gewalttaten von Amberg befand Innenminister Horst Seehofer, straff&auml;llige Asylbewerber m&uuml;ssten schneller und konsequenter abgeschoben und die Gesetze entsprechend ge&auml;ndert werden. Der Fall ist sofort zum Politikum geworden, zum Beispiel f&uuml;r ein allgemeines Problem, die Gewalt durch junge, m&auml;nnliche Fl&uuml;chtlinge.<br>\nDer Fall des Bottroper Attent&auml;ters dagegen wurde in der &Ouml;ffentlichkeit eher entpolitisiert: ein 50-j&auml;hriger Einzelt&auml;ter, offenbar ohne Verbindung zur rechten Szene, mit psychischen Problemen. Auch da zeigte sich Horst Seehofer &ldquo;betroffen&rdquo; und pl&auml;dierte f&uuml;r H&auml;rte. Vorschl&auml;ge, wie dieser Gewalt zu begegnen sei, hatte er gerade keine parat &ndash; wie auch, bei einem solchen Einzelfall?<br>\nDiese Entpolitisierung rechter Gewalt &ndash; und die Amokfahrt des Mannes aus Bottrop war eine politisch motivierte Tat &ndash; ist aber alles andere als ein Einzelfall. Die Bundesregierung selber teilte im Juni mit, seit dem 3. Oktober 1990 seien 76 Menschen durch rechte Gewaltt&auml;ter ums Leben gekommen, andere Berechnungen gehen von mehr als 150 aus. Mit weitem Abstand hat keine andere politisch motivierte Gewalt in der Geschichte der Bundesrepublik so viele Opfer gefordert wie die von rechts.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/tat-von-bottrop-der-fremdenhass-kriecht-aus-allen-ritzen-1.4272007\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<p><strong>dazu: Diskussion &uuml;ber Gewalttaten: Amberg und Bottrop &ndash; wie &Auml;pfel und Birnen<\/strong><br>\nDie beiden Straftaten von Amberg und Bottrop seien nicht vergleichbar, meint unser Kommentator Marco Bertolaso. Bei Verbrechen sollte man &uuml;berdies beurteilen, welcher Art sie sind &ndash; und nicht danach, wer sie begeht.<br>\nDeutschland spricht heute &uuml;ber zwei Gewalttaten. Doch wer Amberg mit Bottrop vergleicht, vergleicht &Auml;pfel mit Birnen. Vergessen wir kurz die Herkunft der T&auml;ter. In Bottrop und Essen hat ein Mann offenbar versucht, viele Menschen zu t&ouml;ten. Was er getan hat, das nennt man Terror. K&auml;me er aus Syrien, ja h&auml;tte man in seiner Wohnung nur eine einzige abgewetzte Reclam-Ausgabe des Koran gefunden, in Deutschland w&auml;re der Teufel los.<br>\nIn Amberg haben vier jugendliche Asylsuchende Passanten verletzt. Das ist ebenfalls ein schlimmes Verbrechen. Doch so hart es klingt: W&auml;ren die brutalen Schl&auml;ger von Amberg oberpf&auml;lzische Abiturienten, die Meldung w&auml;re nicht &uuml;ber die regionalen Medien hinausgekommen. Gewaltexzesse von jungen M&auml;nnern mit oder ohne Alkohol sind kein Einzelfall.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/diskussion-ueber-gewalttaten-amberg-und-bottrop-wie-aepfel.720.de.html?dram:article_id=437304\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Deutschlands Mindestlohn &ndash; nicht so gut, wie er aussieht<\/strong><br>\nWer Vollzeit arbeitet, sollte nicht arm sein &ndash; das soll ein Mindestlohn sicherstellen. Einige europ&auml;ische L&auml;nder erreichen dieses Ziel besser, andere schlechter. Und es sind nicht die, die Sie erwarten.<br>\nDeutschland hat einen der h&ouml;chsten Mindestl&ouml;hne in Europa. Wer Vollzeit zum Mindestlohn arbeitet, verdient hier monatlich rund 1.500 Euro brutto. Und der Satz steigt: Ab heute m&uuml;ssen Arbeitgeber mindestens 9,19 Euro pro Stunde zahlen, 35 Cent mehr als bisher. Oberfl&auml;chlich betrachtet scheint Deutschland damit innerhalb Europas gut dazustehen. An den Spitzenreiter Luxemburg, mit einem Mindestlohn von knapp 2.000 Euro brutto im Monat, reicht es zwar nicht heran, doch von den unteren R&auml;ngen der Liste ist Deutschland weit entfernt. [&hellip;]<br>\nBasis f&uuml;r diese Analyse ist die g&uuml;nstigste Situation, in der sich ein Mindestlohnempf&auml;nger befinden kann: Alleinstehend, keine Kinder, Vollzeitarbeit. Au&szlig;erdem wird vorausgesetzt, dass er alle Sozialleistungen bekommt, auf die er oder sie Anspruch h&auml;tte. Was dann monatlich zusammenkommt, wenn Steuern und Sozialabgaben bezahlt sind, nennt man auch das verf&uuml;gbare Einkommen. Auf dieser Basis berechnet die EU auch die Armutsschwelle.<br>\nIm europ&auml;ischen Vergleich liegt Deutschland dabei weit zur&uuml;ck: Nur Estland und Lettland schneiden noch schlechter ab. Dort gelten selbst Alleinstehende in Vollzeitbesch&auml;ftigung bei Mindestlohn als armutsgef&auml;hrdet. Aber auch in Luxemburg, dem Land mit dem h&ouml;chsten Mindestlohn Europas, landen Arbeitnehmer kaum &uuml;ber der Armutsschwelle.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/deutschlands-mindestlohn-nicht-so-gut-wie-er-aussieht\/a-46797536\">Deutsche Welle<\/a>\n<p><strong>dazu: Das &auml;ndert sich zum Jahresanfang bei den Mindestl&ouml;hnen<\/strong><br>\nNach der Einf&uuml;hrung einer allgemein verbindlichen Lohnuntergrenze im Januar 2015 wird dieser Mindestlohn Anfang 2019 zum zweiten Mal angehoben. Diesmal steigt er um 35 Cent auf 9,19 Euro je Stunde (brutto), ein Plus von knapp vier Prozent. F&uuml;r Minijobbende, die die Verdienstgrenze von 450 Euro bisher schon ausgereizt haben, verringert sich bei gleichem Gehalt die Arbeitszeit. Sie sinkt von maximal m&ouml;glichen 50,9 Stunden auf zuk&uuml;nftig nur nach zul&auml;ssige 48,9 Stunden im Monat. Nach Sch&auml;tzungen von Kann k&ouml;nnten rund 2,2 Millionen Jobs von der Anhebung der Lohnuntergrenze betroffen sein.<br>\nDamit bleibt der Mindestlohn aber weiterhin ein Niedriglohn, denn die Niedriglohnschwelle ist l&auml;ngst weit &uuml;ber die zehn-Euro-Marke enteilt. Mehr noch: Da der Mindestlohn von Beginn an zu niedrig angesetzt war, reicht auch die neuerlich Steigerung bei Weitem nicht aus, um die Existenz zu sichern und Rentenanspr&uuml;che oberhalb der Armutsgrenze aufzubauen. Nach derzeitigem Kenntnisstand w&auml;re ein Stundenlohn von 12,63 Euro (brutto) n&ouml;tig, damit ein Vollzeitbesch&auml;ftigter nach 45 Beitragsjahren eine gesetzliche Rente &uuml;ber Grundsicherungsniveau erzielen kann und damit zumindest auf niedrigstem Niveau vor Altersarmut gesch&uuml;tzt ist.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.miese-jobs.de\/chroniken\/2018\/31-12-18\/\">miese Jobs<\/a><\/p>\n<p><strong>dazu auch: Gewerkschaften sollten in Mindestlohn-Kommission f&uuml;r nichts unter 12 Euro stimmen<\/strong><br>\nZum 1. Januar 2019 wurde der gesetzliche Mindestlohn von 8,84 auf 9,19 Euro pro Stunde angehoben. Dabei muss man laut Auskunft der Bundesregierung f&uuml;r eine armutsfeste Rente 45 Jahre in Vollzeit 12,63 Euro pro Stunde verdienen. Die Linksfraktion fordert in ihrem aktuellen Antrag [PDF], dass der Mindestlohn auf mindestens 12 Euro erh&ouml;ht wird. S&auml;mtliche Ausnahmeregelungen m&uuml;ssen abgeschafft werden. Dieser Forderung hat sich nun auch DGB-Chef Reiner Hoffmann angeschlossen.<br>\n&ldquo;Ein Mindestlohn, der nicht einmal f&uuml;r das Existenzminimum oder f&uuml;r eine Rente oberhalb der Grundsicherung reicht, ist nichts anderes als ein Subventionsprogramm f&uuml;r die Wirtschaft auf Kosten der Allgemeinheit. Die Forderung der Gewerkschaften nach einer deutlichen Erh&ouml;hung des Mindestlohns ist mehr als berechtigt, allerdings haben sie &uuml;ber Jahre auch in der Mindestlohn-Kommission mitgemacht. Ihr Zeichen sollte sein, dass kein Arbeitnehmervertreter in der Kommission f&uuml;r einen Mindestlohn unter 12 Euro zur Verf&uuml;gung stehen wird. Daf&uuml;r h&auml;tten sie unsere volle Unterst&uuml;tzung&rdquo;, schaltet sich Jan Korte in die aktuelle Debatte ein.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/themen\/nachrichten\/detail\/gewerkschaften-sollten-in-mindestlohn-kommission-fuer-nichts-unter-12-euro-stimmen\/\">DIE LINKE. im Bundestag<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Working poor: Armut jenseits der Sanktionen<\/strong><br>\nAusgerechnet ein Gr&uuml;ner hat es geschafft, dass aktuell wieder intensiv &uuml;ber Hartz IV diskutiert wird: Im November 2018 forderte Robert Habeck eine sanktionsfreie Garantiesicherung.[1] In einem Strategiepapier f&uuml;r das gr&uuml;ne Grundsatzprogramm rechnete er rigoros mit dem Hartz-IV-System ab, das aus seiner Sicht auf Dem&uuml;tigung von Menschen ausgerichtet sei. An dessen Stelle solle ein Hilfesystem treten, das tats&auml;chlich existenzsichernd ist und das auf Anreize statt Bestrafung setzt. Eine glasklare Positionierung von jemandem, der bekannterma&szlig;en nicht zum linken Fl&uuml;gel seiner Partei geh&ouml;rt, sondern eher als Realo bekannt ist.<br>\nZugleich griff Habeck damit eine Debatte auf, die bereits zuvor in Teilen der SPD begonnen hatte: Schon im Herbst 2017 wagte der Berliner B&uuml;rgermeister Michael M&uuml;ller mit seiner Idee eines solidarischen Grundeinkommens einen Vorsto&szlig;, um Hartz IV zu &uuml;berwinden. Wenige Monate sp&auml;ter forderte er ein Recht auf Arbeit f&uuml;r alle, die arbeiten wollen. Wer allerdings nicht wolle, solle &ndash; anders als derzeit &ndash; keinen Sanktionen mehr ausgesetzt werden. Im Sommer 2018 folgte schlie&szlig;lich sogar die SPD-Partei- und Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles selbst: Sie sprach davon, dass Hartz IV Armut bedeute; wer dies anders s&auml;he, habe offensichtlich mit so wenig Geld noch nie leben m&uuml;ssen. Dabei hatte sie als ehemalige Bundesarbeitsministerin noch in der vorangegangenen Legislatur die k&uuml;mmerlichen Regels&auml;tze verteidigt.<br>\nDoch jetzt ging Nahles sogar noch weiter. Sie sprach sich nicht nur f&uuml;r h&ouml;here Regels&auml;tze aus, sondern auch daf&uuml;r, die Sanktionen f&uuml;r Hartz-IV-Bezieher unter 25 Jahren abzuschaffen. Zwar ruderte sie innerhalb von kaum 24 Stunden wieder zur&uuml;ck, nachdem ihr der Gegenwind aus der CDU, vom Bundesverband der Arbeitgeberverb&auml;nde, aber auch von eigenen Genossinnen wie der rheinland-pf&auml;lzischen Ministerpr&auml;sidentin Malu Dreyer ins Gesicht blies. Inzwischen fordert sie nicht mehr die komplette Abschaffung der Sanktionen f&uuml;r junge Erwachsene, junge Hartz-IV-Bezieher sollten aber immerhin nicht mehr st&auml;rker bestraft werden k&ouml;nnen als &auml;ltere. Die Debatte war entfacht &ndash; aber ist damit tats&auml;chlich die sozialpolitische Kehrtwende in Sicht?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2019\/januar\/working-poor-armut-jenseits-der-sanktionen\">Ulrich Schneider in Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Habeck rechnete &ldquo;&hellip; rigoros mit dem Hartz-IV-System ab, das aus seiner Sicht auf Dem&uuml;tigung von Menschen ausgerichtet sei.&rdquo; Ach wirklich, ist das so? Dann kann uns Habeck sicher auch sagen welche Koalition das Hartz IV Repressionsregime eingef&uuml;hrt hat und warum um ihn erst jetzt einf&auml;llt, dass Hartz IV von Anfang an auf die Verbreitung von Angst ausgelegt war. Aber auch die Aussagen von Nahles kann man getrost unter Theaterdonner abbuchen. Hartz IV ist ein wesentliches Element zur Durchsetzung der neoliberalen Agenda. Die herrschende Oligarchie wird darauf nicht verzichten.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Jobsuche mit Handicap: 104 Tage Unterschied<\/strong><br>\nArbeitslose Menschen mit Behinderung suchen laut Inklusionsbarometer im Schnitt 366 Tage nach einem Job. Das sind 104 Tage mehr als bei Menschen ohne Handicap. Viele Firmen zahlen lieber Strafen, als Geb&auml;ude umzubauen oder IT umzur&uuml;sten. Das liegt an Ber&uuml;hrungs&auml;ngsten &ndash; aber auch an unn&ouml;tigen Auflagen.<br>\nPatricia Falk schreibt E-Mails und kopiert Akten, nimmt Anrufe von Journalisten entgegen und notiert Interview-W&uuml;nsche, ganz normale B&uuml;roarbeit in der Pressestelle des Bundesarbeitsministeriums. Aber Patricia Falk ist keine ganz normale Mitarbeiterin, oder eben doch, jedenfalls hier:<br>\n&bdquo;Im B&uuml;roalltag ist es mit dem Rollstuhl &uuml;berhaupt gar kein Problem, da kann man alles so einrichten, dass es ganz normal l&auml;uft und die Kollegen, mit denen man neu zusammen kommt, die sind auch nur ganz kurz vorsichtig und ansonsten geht der Rollstuhl unter, das geh&ouml;rt dazu, ist normal.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/jobsuche-mit-handicap-104-tage-unterschied.769.de.html?dram:article_id=437267\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Chancengleichheit: Sozialer Aufstieg darf kein Gl&uuml;cksspiel bleiben<\/strong><br>\nUnter #unten teilen Menschen auf Twitter derzeit ihre Erfahrungen aus einem Leben in Armut und die Vorurteile, die ihnen dabei begegnen. Der Social Entrepreneur Shai Hoffmann fordert anl&auml;sslich der Diskussion eine zeitgem&auml;&szlig;e, gerechte Sozialpolitik.<br>\nDie #unten-Geschichten in den sozialen Medien lesen sich zum Teil wie einschl&auml;gige Lebensrealit&auml;ten: Menschen, die sich vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen f&uuml;hlen, weil sie selbst oder ihre Eltern fr&uuml;her jeden Cent drei Mal umdrehen mussten. Lehrer, die einem jegliche Intelligenz absprechen. Oder Hartz-IV-Kundenbetreuer, die einen schikanieren und behandeln, als sei man faul und dumm.<br>\nLaut einer EU-weiten Studie zum Thema &bdquo;Leben in Europa&ldquo; sind heute circa 15,5 Millionen Menschen von Armut bedroht &ndash; und das in einem Land, das prosperiert und in dem Unternehmen mithilfe ihrer MitarbeiterInnen Rekordgewinne einfahren. Problem: In der Regel werden diese nicht an deren Erf&uuml;llungsgehilfen weitergereicht, insbesondere nicht im Niedriglohnsektor.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/chancengleichheit-sozialer-aufstieg-darf-kein-gluecksspiel.1005.de.html?dram:article_id=436663\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Gebt den St&auml;dten mehr Geld f&uuml;r den Nahverkehr<\/strong><br>\nDie Debatte um die Umwelthilfe hilft weder Dieselfahrern noch Anwohnern. Der Bund muss das Verkehrsproblem endlich angehen &ndash; und vor allem die Kommunen unterst&uuml;tzen.<br>\nAlles Lamentieren &uuml;ber die 40 Mikrogramm hilft ja nichts. So viel Stickstoffdioxid (NO2) darf ein Kubikmeter Luft maximal enthalten &ndash; das hat die Europ&auml;ische Union schon vor Jahren festgelegt. In vielen St&auml;dten liegt die NO2-Konzentration aber teils deutlich dar&uuml;ber, und das ebenfalls seit Jahren. Vielerorts ist auch nicht abzusehen, dass der EU-Grenzwert bald eingehalten werden wird. Darum blieb den Gerichten, die im gerade vergangenen Jahr Klagen der Deutschen Umwelthilfe zu verhandeln hatten, gar nichts anderes &uuml;brig, als z&uuml;gig wirkende Gegenma&szlig;nahmen anzuordnen.<br>\nIn den meisten F&auml;llen hie&szlig; das: Fahrverbote f&uuml;r &auml;ltere Dieselautos. Die sto&szlig;en n&auml;mlich besonders viel Stickoxid aus. Mit dem neuen Jahr kommen die Fahrbeschr&auml;nkungen nun. Stuttgart ist die erste deutsche Gro&szlig;stadt, die ein Dieselfahrverbot f&uuml;r eine gesamte Umweltzone einf&uuml;hrt: Es gilt seit dem heutigen 1. Januar. Betroffen sind zun&auml;chst Dieselfahrzeuge bis einschlie&szlig;lich Abgasnorm Euro 4. F&uuml;r Einwohner der Stadt gibt es eine &Uuml;bergangsfrist, au&szlig;erdem Ausnahmen etwa f&uuml;r Handwerker, den Lieferverkehr, Krankenwagen und Polizei.<br>\nZu den weiteren St&auml;dten, die keine andere wirksame L&ouml;sung zur Senkung der NO2-Konzentration in der Luft gefunden haben und darum gerichtlich zur Einf&uuml;hrung von Fahrverboten gezwungen wurden, z&auml;hlen Berlin, K&ouml;ln, Bonn, Essen und Gelsenkirchen. Weitere Klagen liegen bei Gerichten (siehe Karte) &ndash; auch 2019 werden also Urteile fallen, in denen Richter vermutlich erneut im Sinne der Umwelthilfe entscheiden werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/mobilitaet\/2018-12\/fahrverbote-deutschland-diesel-luftverschmutzung-oeffentlicher-nahverkehr-umwelthilfe\">Zeit Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Arbeitssuchende: Franz&ouml;sische Regierung &uuml;berrascht mit harten Sanktionen<\/strong><br>\nLaut Mediapart hatte die Regierung beispielsweise angek&uuml;ndigt, dass das unzureichend begr&uuml;ndete Vers&auml;umnis eines Besprechungstermins beim franz&ouml;sischen &ldquo;Jobcenter&rdquo; (P&ocirc;le emploi) mit einer 15-t&auml;gigen Aussetzung von Leistungen sanktioniert w&uuml;rde. So stehe das im Text, dem in der Nationalversammlung zugestimmt wurde. Im nun ver&ouml;ffentlichten Text des D&eacute;cret n&deg; 2018-1335 ist dagegen von einer Streichung der Leistungen f&uuml;r die Dauer eines Monats die Rede &ndash; beim ersten Vers&auml;umnis. Beim zweiten Vers&auml;umnis sind es dann zwei Monate, beim dritten festgestellten Vers&auml;umnis vier Monate. (&hellip;)<br>\nEs werden noch weitere &Uuml;berraschungen erw&auml;hnt. So habe die Arbeitsministerin Muriel P&eacute;nicaud zuvor von &ldquo;graduellen Sanktionen&rdquo; im Falle der Ablehnung von Jobangeboten gesprochen. Als Anlass f&uuml;r eine Sanktion gilt, wenn die oder der Arbeitssuchende zwei Mal nacheinander &ldquo;vern&uuml;nftige Angebote&rdquo; f&uuml;r eine Anstellung ablehnt. In der Darstellung P&eacute;nicauds sollte die staatliche Geldleistung beim ersten Vorkommnis dieser Art f&uuml;r einen Monat &ldquo;ausgesetzt werden&rdquo;, bei weiteren Ablehnungen verl&auml;ngert sich dann die Zeit der Aussetzung (so auf vier Monate beim dritten Mal).<br>\nLaut dem nun ver&ouml;ffentlichten Gesetz, so Mediapart, w&uuml;rde die staatliche Leistung schon beim ersten Mal nicht ausgesetzt, sondern gleich entzogen. Dar&uuml;ber hinaus treffe das Gesetz auch drastische Regelungen bei einem &ldquo;explosiven Punkt&rdquo;. Es schaffe eine H&uuml;rde ab, die zur Definition des vern&uuml;nftigen Angebots geh&ouml;rt, n&auml;mlich das zuletzt erhaltene Sal&auml;r: &ldquo;Im Klartext, wenn Sie zum Beispiel ein Gehalt von 2.000 Euro bezogen haben, so hatten sie das Recht f&uuml;r die Dauer eines Jahres Stellenangebote abzulehnen, die zu weit unter dieser Summe lagen. Das ist nun nicht mehr der Fall.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Arbeitssuchende-Franzoesische-Regierung-ueberrascht-mit-harten-Sanktionen-4263736.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Das ist &ldquo;Hartz IV&rdquo; auf franz&ouml;sisch &hellip;<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Ein Gelbwestenprogramm f&uuml;r Deutschland 2019<\/strong><br>\nDie Gelbwesten in Frankreich haben aus der Perspektive der unteren Drei Viertel der Bev&ouml;lkerung eine Liste sehr konkreter Forderungen an die Nationalversammlung formuliert und daf&uuml;r gro&szlig;en R&uuml;ckhalt bekommen . Inspiriert vom Herannahen eines neuen Jahres habe ich aufgeschrieben, was in Deutschland &ndash; aus meiner Sicht &ndash; konkret und schnell getan werden k&ouml;nnte, damit das Leben f&uuml;r die unteren drei Viertel der Menschen im Land besser wird.<br>\nDie Liste beginnt mit dem was n&ouml;tig ist, damit der Staat die finanziellen und rechtlichen M&ouml;glichkeiten bekommt, das N&ouml;tige zu tun, und die finanziellen Lasten aus Steuern und Beitr&auml;gen gerechter verteilt werden. Es geht weiter mit Sozialpolitik im sehr weiten Sinne, wobei auf Ausgleich bedachte Bildungs-, Arbeitsmarkt und Abgabenpolitik als erste und wichtigste Teile der Sozialpolitik verstanden werden. Denn es ist immer besser, die Menschen das Geld selbst verdienen zu lassen, das sie brauchen, als sie erst auf unfaire Weise knapp zu halten und ihnen dann einen Teil des vorenthaltenen Geldes unter Auflagen als Almosen zur&uuml;ckzugeben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/norberthaering.de\/de\/27-german\/news\/1089-gelbwesten-d\">Norbert H&auml;ring<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Einige ICE d&uuml;rfen nicht durch lange Tunnel fahren<\/strong><br>\nAuf fast 500 Streckenabschnitten f&uuml;hrten M&auml;ngel oft monatelang zu gro&szlig;en Beeintr&auml;chtigungen f&uuml;r Bahnfahrer. Nun gibt es Fahrverbote f&uuml;r bestimmte Z&uuml;ge.<br>\nDas gut 33.000 Kilometer lange deutsche Schienennetz ist vielerorts in einem beklagenswert schlechten Zustand. Das belegt nun auch die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP im Bundestag. Demnach gab es im zur&uuml;ckliegenden Jahr bis zum 30. November bundesweit fast 500 Streckenabschnitte, die so gro&szlig;e M&auml;ngel aufwiesen, dass alle Z&uuml;ge dort meist mehrere Monate langsamer fahren mussten.<br>\nIm Schnitt dauere es 92 Tage, bis diese &bdquo;Langsamfahrstellen&ldquo; beseitigt seien, schreibt der Parlamentarische Staatssekret&auml;r und Bahn-Beauftragte der Regierung, Enak Ferlemann. Demnach waren 117 Strecken Ende November noch beeintr&auml;chtigt. Die meisten schadhaften Streckenabschnitte wurden in Bayern (128) erfasst, es folgen Schleswig-Holstein (93), Nordrhein-Westfalen (78), Baden-W&uuml;rttemberg (47), Rheinland-Pfalz (34) und Niedersachsen (25).<br>\nAls Hauptursachen f&uuml;r die zahlreichen Netzm&auml;ngel gelten das hohe Alter vieler Bahnanlagen, vernachl&auml;ssigte Wartung und Instandhaltung sowie Wettereinfl&uuml;sse. In nicht wenigen F&auml;llen greift das Eisenbahnbundesamt ein und ordnet als Aufsichtsbeh&ouml;rde an, dass Z&uuml;ge langsamer fahren m&uuml;ssen, bis die Sch&auml;den an Gleisen, Weichen, Schwellen oder im Schotterbett behoben sind.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/deutsche-bahn-einige-ice-duerfen-nicht-durch-lange-tunnel-fahren\/23815096.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Personalnot bei der Bundeswehr<\/strong><br>\nVon der Leyen will Italiener, Polen und Rum&auml;nen anwerben<br>\nUm die Personalnot bei der Bundeswehr zu lindern, will Ursula von der Leyen EU-Ausl&auml;nder anwerben. In Osteuropa regt sich Widerstand: Polens Au&szlig;enminister mahnt, der Armeedienst sei &ldquo;eng verbunden mit der Nationalit&auml;t&rdquo;<br>\nDie Pl&auml;ne des Verteidigungsministeriums zur Rekrutierung von EU-Ausl&auml;ndern f&uuml;r die Bundeswehr sind konkreter, als bisher bekannt. Aus einem vertraulichen Ministeriumskonzept geht hervor, dass Ministerin Ursula von der Leyen vor allem Polen, Italiener und Rum&auml;nen f&uuml;r ihre Truppe anwerben will. Unter jungen M&auml;nnern vor allem aus diesen L&auml;ndern gebe es &ldquo;ein quantitatives Potential&rdquo; f&uuml;r die Bundeswehr, hei&szlig;t es in dem Papier, das dem SPIEGEL vorliegt.<br>\n(&hellip;) Verteidigungsministerin von der Leyen plant seit mehreren Jahren, die Bundeswehr f&uuml;r EU-Ausl&auml;nder zu &ouml;ffnen. Hintergrund ist die permanente Personalnot bei den Streitkr&auml;ften. Ihr Vorhaben hatte die CDU-Politikerin bereits 2016 im sogenannten Wei&szlig;buch festgeschrieben, einer Art Regierungsfahrplan f&uuml;r die deutsche Sicherheitspolitik. Seitdem &uuml;berlegt ihr Ministerium, wie man die Idee in die Wirklichkeit umsetzen kann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/bundeswehr-mit-personalnot-ursula-von-der-leyen-will-italiener-polen-und-rumaenen-anwerben-a-1245523.html%20\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> Will von der Leyen die Bundeswehr zur S&ouml;ldnerarmee machen? So l&auml;sst sich diese sicher einfacher gegen die eigene Bev&ouml;lkerung einsetzen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong> Das Gesch&auml;ft mit dem Tod scheint trotz hoher Jugendarbeitslosigkeit doch nicht so attraktiv f&uuml;r junge Menschen zu sein, wie sich die Bundeswehr das vorstellt. Personalmangel trotz massiver Werbung in Millionenh&ouml;he <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/anwerbung-junger-soldaten-streit-um-werbung-der-bundeswehr-15965387.html\">auf YouTube, auf Plakaten und auch in den Schulen<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em>Jetzt sucht die Bundeswehr sogar Personal im Ausland um ihren Kriegskurs fortf&uuml;hren zu k&ouml;nnen. Dass dabei noch zus&auml;tzliche Sicherheitsproblem auftreten k&ouml;nnen, weil Ausl&auml;nder eher dazu neigen, geheime Informationen an ihren Herkunftsstaat weiter zu geben kommt noch hinzu.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Umstrittene Lieferung: Bundesregierung bewilligt Kriegsschiff-Export nach &Auml;gypten<\/strong><br>\nDie Bundesregierung hat nach Informationen der Zeitschrift &bdquo;Spiegel&ldquo; ein weiteres Mal einen gro&szlig;en R&uuml;stungsexport in den Nahen Osten bewilligt. Laut einer Liste mit aktuellen Genehmigungen des Bundessicherheitsrats habe das geheim tagende Gremium kurz vor dem Jahreswechsel den Export einer Fregatte vom Typ Meko 200 an &Auml;gypten genehmigt, berichtete das Magazin am Mittwoch.<br>\nDer &bdquo;Spiegel&ldquo; beruft sich auf Insider, denen zufolge eine solche Fregatte aus der Werft von Thyssen Krupp Marine Systems rund 500 Millionen Euro kostet. Neben dem nun genehmigten Schiff solle die &auml;gyptische Marine in den kommenden Jahren noch eine weitere Fregatte des gleichen Typs aus Deutschland erhalten.<br>\nMit der neuen Genehmigung bleibt die Bundesregierung bei ihrer umstrittenen Linie, auch Waffenlieferungen an autorit&auml;r agierende Regierungen zu genehmigen, wenn diese als regionale Partner der Bundesregierung gelten. In &Auml;gypten regiert der fr&uuml;here Armeechef Abdel Fattah al Sisi seit Jahren mit harter Hand und geht r&uuml;cksichtslos gegen Kritiker und Oppositionelle vor.<br>\n&Auml;gypten ist zudem offiziell Teil der von Saudi-Arabien gef&uuml;hrten Koalition gegen die Huthi-Rebellen im Jemen. Die &auml;gyptische Luftwaffe war laut &bdquo;Spiegel&ldquo; auch an Bombardements im Jemen beteiligt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/bundesregierung-bewilligt-kriegsschiff-export-nach-aegypten-15969117.html\">FAZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Unsere Art zu leben und der Terror<\/strong><br>\nWestlicher Konsum und Lebensstil haben bisweilen terroristische Folgen, vor allem aber solche f&uuml;r den Planeten. Kritik daran wird mit Anti-Terror-Rhetorik abgewehrt<br>\nKurz vor Weihnachten gab es einen Doppelangriff auf unsere Freiheit. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte auf zweierlei Ebenen etwas angeregt: Zun&auml;chst sprach sie sich f&uuml;r ein Tempolimit von 120 Stundenkilometer auf Deutschlands Autobahnen aus, um dann mit einer von Beh&ouml;rden kontrollierten Silvesterb&ouml;llerei nachzulegen. Beide Ma&szlig;nahmen dienten der Umwelt und der Gesundheit. In den sozialen Netzwerken tobte danach die blanke Wut. Die DUH erntete einen Shitstorm. Selbst in meiner eher linken Filterblase formierte sich dort der Emp&ouml;rungsmob, der der Ansicht war, dass hier auf gef&auml;hrliche Art und Weise an der freiheitlichen Grundordnung ger&uuml;ttelt w&uuml;rde. Ja, das sei viel schlimmer noch, ein weiterer Angriff auf unsere Art zu leben.<br>\nDiese Floskel, wonach jemand versucht sei, &raquo;unsere Art zu leben&laquo; anzugreifen, kam mir indes ziemlich bekannt vor. Man h&ouml;rt sie eigentlich immer, wenn uns ein Terroranschlag ersch&uuml;ttert. Dann tritt ein Politiker vor die Presse und ringt mit dieser Floskel um Worte der Zuversicht, formt sie zur Durchhalteparole. Denn wahrlich d&uuml;rften wir uns unsere Art zu leben nicht von Killerkommandos und Kamikazeattent&auml;tern nehmen lassen. Was als Trostwort gut gemeint sein mag in jenen Stunden, ist aber bei genauer Betrachtung ja das eigentliche Problem. Es ist n&auml;mlich eben exakt diese unsere Art zu leben, die den Planeten an den Rand des Ertragbaren dr&auml;ngt und die eben auch terroristische Strukturen beg&uuml;nstigt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1109103.deutsche-umwelthilfe-unsere-art-zu-leben-und-der-terror.html\">Heppenheimer Hiob<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Vorw&auml;rts immer<\/strong><br>\nVor 60 Jahren siegten die kubanischen Revolution&auml;re im Kampf gegen den Diktator Fulgencio Batista &ndash; das Beispiel des sozialistischen Kuba ist einzigartig in Lateinamerika<br>\nTotgesagte leben l&auml;nger. Als eine Truppe langhaariger, b&auml;rtiger und blutjunger Guerilleros am 1. Januar 1959 den von Washington unterst&uuml;tzten kubanischen Diktator Fulgencio Batista in die Flucht geschlagen hatte und die Rebellenarmee unter F&uuml;hrung ihres &raquo;Comandante en Jefe&laquo; Fidel Castro Ruz nach einem Triumphzug durch das Land eine Woche sp&auml;ter die Hauptstadt Havanna erreichte, prophezeiten viele Beobachter das baldige Ende der damit beginnenden neuen Ordnung. Seitdem l&auml;uten Gegner der Kubanischen Revolution, aber auch manche, die sich als deren Sympathisanten ausgeben, regelm&auml;&szlig;ig die Totenglocke. Doch auch 60 Jahre sp&auml;ter zeigt sich das alternative Gesellschaftsmodell Kubas noch immer &auml;u&szlig;erst lebendig und attraktiv.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/346068.kuba-vorw%C3%A4rts-immer.html\">junge Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Indigener &uuml;ber Brasiliens Pr&auml;sident: &bdquo;Wir haben gro&szlig;e Angst&ldquo;<\/strong><br>\nBrasiliens rechter Pr&auml;sident Jair Bolsonaro wird vereidigt &ndash; und sagt Indigenen den Kampf an. Stammesf&uuml;hrersohn Txana Bane setzt sich zur Wehr. [&hellip;]<br>\nBolsonaro sagte: &bdquo;Wenn es nach mir geht, wird Indios in Zukunft keinerlei Land mehr zugesprochen&ldquo;. Die indigenen Schutzgebiete seien &bdquo;v&ouml;llig &uuml;berdimensioniert&ldquo;. Er will Stra&szlig;en in den Wald und Abholzung f&ouml;rdern. In mehreren Reservaten kam es zu &Uuml;berf&auml;llen. Das Land ihres Stammes wird bedroht. Wie erleben Sie das?<br>\nSeit der Wahl von Bolsonaro f&uuml;hlen wir alle eine Bedrohung. Wir sind in einer Art Schockstarre. Wir haben gro&szlig;e Angst, dass unseren Menschen und unserer Natur etwas angetan wird, weil es schon eine gro&szlig;e Wunde gibt. Durch ihn werden die Schreckgespenster der Vergangenheit wiederbelebt. Es f&uuml;hlt sich an wie eine Invasion. Unser Volk ist komplett traumatisiert, wir haben Erlebnisse hinter uns, die man kaum erz&auml;hlen kann. Wir haben viel Gewalt erfahren, als es die ersten Kontakte mit den Wei&szlig;en gab, das waren Desaster. Die Wei&szlig;en, die damals Kautschuk gesucht hatten, sind sehr brutal gegen die Huni Kuin vorgegangen.<br>\nF&uuml;rchten Sie Repressionen?<br>\nViele Indigene haben &ouml;ffentliche &Auml;mter, die sind direkt in Gefahr. Die unmittelbare Repression wird im Moment verbal ge&auml;u&szlig;ert. Aber es werden in Brasilien viele Aktivisten umgebracht &ndash; und das wird sicher noch schlimmer werden. Es ist bedrohlich, aber was das f&uuml;r jeden Einzelnen bedeutet, wissen wir noch nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/taz.de\/Indigener-ueber-Brasiliens-Praesident\/!5562443\/\">taz<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Strobl vor dem Merzinfarkt<\/strong><br>\nMerz als Herausforderer von Kretschmann oder als Kanzlerkandidat? Gef&uuml;hlt st&uuml;ndlich produzieren die besonders hellen unter Baden-W&uuml;rttembergs CDU-Strategen neue Phantasien zur Verwendung des gescheiterten Sauerl&auml;nders. Da reibt sich einer die H&auml;nde. [&hellip;]<br>\nDie &ldquo;Baden-W&uuml;rttembergische Initiative f&uuml;r Friedrich Merz&rdquo; will nach eigenem Bekunden ihrem Favoriten weiterhin einen Berliner Kabinettsposten erk&auml;mpfen. Mit jenen, die ihn in Stuttgart sehen wollen, verbindet sie die &Uuml;berzeugung, dass es ein Ende haben muss mit dem vermeintlichen Linksdrall in der Union. Und obendrein mit dieser Weiberwirtschaft. Die geht ja mittlerweile sogar so weit, dass sich die neue Bundesvorsitzende mit dem umst&auml;ndlichen Doppelnamen Sottisen leistet, die &uuml;ber Jahrzehnte im Nachkriegsdeutschland nur richtigen M&auml;nnern erlaubt waren. Sie habe &ldquo;beim letzten Kabinettsfr&uuml;hst&uuml;ck nochmals durchgez&auml;hlt und festgestellt: Das Kabinett war vollz&auml;hlig&rdquo;, h&ouml;hnte sie im Jahresendgespr&auml;ch mit der &ldquo;Zeit&rdquo;, mithin gebe es f&uuml;r die Kanzlerin &ldquo;keinen Handlungsbedarf&rdquo;.<br>\nF&uuml;r andere bleibt er bestehen. Also haben sich einige von ihnen hinter die &ldquo;Bildzeitung&rdquo; gespannt, die ohnehin, wie das Netz so einfallsreich spottet, von einem &ldquo;Merzinfarkt&rdquo; zum n&auml;chsten stolpert. Die Pro-Kampagne, die folgte, sucht ihresgleichen (&ldquo;Mein Name ist Merz &ndash; Merz mit E&rdquo;, &ldquo;Der Merz-Plan&rdquo;, &ldquo;So will Merz Kanzler werden&rdquo;) und ist ganz offensichtlich noch lange nicht zu Ende. In der S&uuml;dwest-CDU herrsche gro&szlig;e Unzufriedenheit mit dem derzeitigen Landeschef, hei&szlig;t es, und dann folgt, passend zur Jahreszeit, die frohe Botschaft: Die CDU in Baden-W&uuml;rttemberg stehe quasi wie ein Mann hinter Merz.<br>\nKlingt gut, stimmt aber nicht. Susanne Eisenmann, zum Beispiel, die Kultusministerin mit Ambitionen, wird nicht einfach das Feld r&auml;umen. Zumal sie, schon aus sehr prinzipiellen Gr&uuml;nden, auf die Unterst&uuml;tzung der Frauen-Union z&auml;hlen darf. Auch Wolfgang Reinhart hat noch lange nicht abgeschlossen mit der Idee, das Land zur&uuml;ckzugewinnen f&uuml;r seine CDU.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/politik\/405\/strobl-vor-dem-merzinfarkt-5622.html#\">Kontext: Wochenzeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Das letzte Bundesarchiv-Kopierwerk vor dem Aus: Digitalisierung ist nicht immer die L&ouml;sung<\/strong><br>\n2019 schlie&szlig;t das letzte Kopierwerk des Bundesarchivs f&uuml;r analoges Filmmaterial. F&uuml;r den Historiker Dirk Alt ist das Ausdruck eines &bdquo;verh&auml;ngnisvollen Trends&ldquo; zur Digitalisierung &ndash; obwohl es kein Modell zur Langzeitspeicherung digitaler Daten gebe.<br>\nAlles, was digitalisiert werden kann, soll auch digitalisiert werden. So will es die Bundeskanzlerin. Aber ist Digitalisierung wirklich immer die beste L&ouml;sung? Im Archivwesen k&ouml;nnte sie sich auch als &bdquo;verh&auml;ngnisvoller Trend&ldquo; erweisen. Das meint zumindest der Filmhistoriker Dirk Alt. Denn digitale Speichermedien h&auml;tten eine wesentlich k&uuml;rzere Lebensdauer.<br>\nZum Beispiel bei Filmmaterial:&rdquo;Die Probleme, und das werden Ihnen auch die IT-Spezialisten vom Fraunhofer-Institut best&auml;tigen, besteht darin, dass wir zurzeit eben noch kein Langzeitmodell f&uuml;r die Speicherung digitaler Daten haben, das auch nur ansatzweise so verl&auml;sslich w&auml;re wie der jetzige Kino-Rohfilm mit Polyesterunterlage, der seit den 1990er-Jahren gebr&auml;uchlich ist&ldquo;, sagt Alt.<br>\n&bdquo;Der h&auml;lt unter unklimatisierten Bedingungen 100 Jahre. Diese Haltbarkeit k&ouml;nnen Sie dann unter Archivbedingungen je nach Quelle auf 300 bis 1000 Jahre erh&ouml;hen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/das-letzte-bundesarchiv-kopierwerk-vor-dem-aus.2156.de.html?dram:article_id=437278\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Nachruf auf Edgar Hilsenrath So reden die Menschen halt<\/strong><br>\nEr war ein Schalk und ein Zauberer. Noch im Herbst 2006 sa&szlig; Edgar Hilsenrath auf dem Sofa seiner Wohnung in Berlin-Zehlendorf. Der 80-J&auml;hrige hatte seinen dritten Schlaganfall hinter sich, das Sprechen fiel ihm schwer. Doch er steckte sich eine Zigarette nach der anderen an. Wann er mit dem Rauchen angefangen habe? &bdquo;Jaaa&ldquo;, holte Hilsenrath aus. 1944, mit 17 Jahren, sei er aus einem Ghetto in Rum&auml;nien abgehauen und erwischt worden. &bdquo;Die Soldaten stellten uns vor ein Maschinengewehr&ldquo;, berichtete er. &bdquo;Aber sie kriegten Angst weil die Rote Armee nahte.&ldquo; Ein Soldat habe ihm eine Zigarette gegeben. &bdquo;Seitdem rauche ich.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/nachruf-auf-edgar-hilsenrath-so-reden-die-menschen-halt\/23817440.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Anette Sorg:<\/strong> Vor knapp 10 Jahren bekam ich &ldquo;Der Nazi und der Friseur&rdquo; zum Geburtstag geschenkt. Das Buch hat mich so beeindruckt, dass ich mehr &uuml;ber diesen Autoren, der mir bis dato unbekannt gewesen war, erfahren wollte. Seine Lebensgeschichte und wie er diese in seinen Romanen verarbeitet hat, haben mich fasziniert. Damals ahnte ich noch nicht, dass ich einmal das Gl&uuml;ck haben w&uuml;rde, ihn pers&ouml;nlich kennenzulernen. Bei zwei Pleisweiler Gespr&auml;chen hat Edgar Hilsenrath uns gemeinsam mit seiner Frau Marlene die Ehre seiner Anwesenheit geschenkt. Wir sind dankbar, dass dieser gro&szlig;e Schriftsteller damit seine Wertsch&auml;tzung f&uuml;r Albrecht M&uuml;ller und die Arbeit der NachDenkSeiten zum Ausdruck gebracht hat. Wir sind traurig, dass er eine L&uuml;cke hinterl&auml;sst und gleichzeitig froh, dass sein Humor und seine Tiefgr&uuml;ndigkeit in seinen B&uuml;chern weiterleben werden.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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