{"id":4826,"date":"2010-03-18T09:19:53","date_gmt":"2010-03-18T08:19:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4826"},"modified":"2010-03-18T10:27:28","modified_gmt":"2010-03-18T09:27:28","slug":"hinweise-des-tages-1101","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4826","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Peter Hartz ist entt&auml;uscht; Sozialhilfe nur noch 5 Jahre; schwangere Unterschicht; Zeitvertr&auml;ge boomen; &bdquo;strukturelle Reformen&ldquo; gegen wirtschaftliche Ungleichgewichte; USA dr&auml;ngen auf Yuan-Aufwertung; Altersarmut in Ostdeutschland; Wohnungsl&uuml;cke; Wirtschaftsrat der SPD; Schavan denkt um; Filmkritik: Avatar; CD verbreitet Angst und Schrecken. (RS\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Reformer Peter Hartz: Hartz-IV-Kritik l&auml;sst ihn nicht kalt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">&bdquo;Sozialhilfe auf f&uuml;nf Jahre begrenzen&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">In den Betten des Prekariats<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Gesundheits-Kommission startet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Zeitvertr&auml;ge: Unternehmen lassen Nachwuchskr&auml;fte zappeln<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Mit &ldquo;strukturellen Reformen&rdquo; gegen die Ungleichgewichte im Euroraum?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Robert von Heusinger: Von den Franzosen lernen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">USA wollen Yuan-Aufwertung erzwingen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Million&auml;re ziehen Verm&ouml;gen aus Liechtenstein ab<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Finanzwetten: Banken fordern von Leipzig 84 Millionen Euro<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Viele Ostdeutsche m&uuml;ssen mit Rente auf Hartz-IV-Niveau rechnen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Verb&auml;nde warnen vor katastrophaler Wohnungsl&uuml;cke<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Wirtschaftsrat soll SPD wiederbeleben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Bildungsministerin Schavan: Neues Amt macht neue Meinung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Texas schreibt Geschichte um<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Kehrt die DDR zur&uuml;ck in die St&auml;dte und Gemeinden?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Nachtrag zum Interview mit James K. Galbraith vom 16.3.<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Filmkritik: Avatar<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Zu guter Letzt: Verbreitet Angst und Schrecken &ndash; die Steuers&uuml;nder-CD <\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=4826&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Reformer Peter Hartz: Hartz-IV-Kritik l&auml;sst ihn nicht kalt<\/strong><br>\nDer Mann, nach dem die Reform des Arbeitslosenrechts benannt ist, f&uuml;hlt sich zu Unrecht kritisiert. Ganz anders h&auml;tten die urspr&uuml;nglichen Vorschl&auml;ge ausgesehen<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2435910&amp;em_loc=1231&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_polstart\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Lassen wir die Person Hartz einmal au&szlig;en vor, schlie&szlig;lich hat die nach ihm benannte Kommission entschieden. Und da hat Peter Hartz recht. Die entscheidende Versch&auml;rfung der Hartz-Regeln fand n&auml;mlich im Kanzleramt statt &ndash; und zwar unter ausschlaggebender Mitwirkung von Frank-Walter Steinmeier.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>&bdquo;Sozialhilfe auf f&uuml;nf Jahre begrenzen&ldquo;<\/strong><br>\nClintons Reform beendete das seit 1935 geltende Recht auf lebenslange Sozialhilfe. An seine Stelle trat ein auf f&uuml;nf Jahre begrenztes Recht auf Unterst&uuml;tzung bei tatkr&auml;ftiger Hilfe nicht zu irgendeiner abstrakten Integration, sondern zum &Uuml;bergang in Arbeit. Der Erfolg dieser Ma&szlig;nahmen war durchschlagend: Bezogen vor der Reform 12,2 Millionen amerikanische B&uuml;rger Sozialhilfe, so waren es 2005 nur noch 4,5 Millionen. Die Frauen der Unterschicht betrieben nun Geburtenkontrolle. So sank die Zahl der &bdquo;welfare mothers&ldquo; drastisch, ebenso die Kriminalit&auml;t der S&ouml;hne dieses Milieus.<br>\nSolange die Regierung das Recht auf Kinder als Recht auf beliebig viel &ouml;ffentlich zu finanzierenden Nachwuchs auslegt, werden Frauen der Unterschicht ihre Schwangerschaften als Kapital ansehen. Allein eine Reform hin zu einer Sozialnotversicherung mit einer Begrenzung der Auszahlungen auf f&uuml;nf Jahre statt lebenslanger Alimentierung w&uuml;rde wirken &ndash; nicht anders als in Amerika. Eine solche Umwandlung des Sozialstaats w&uuml;rde auch die Einwanderung in die Transfersysteme beenden. Deutschland k&ouml;nnte dann im Wettbewerb um ausl&auml;ndische Talente mitspielen, um seinen demographischen Niedergang zu bremsen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub0B44038177824280BB9F799BC91030B0\/Doc~E0AC5A2CD5A6A481EABE50FAE2AEBA30B~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die gesamte Argumentation von Heinsohn beruht auf nicht hinterfragten Annahmen und Hypothesen. Was ist etwa daran schlimm, wenn die Bev&ouml;lkerung in Deutschland schrumpft? Es wird gar nicht nach Ursachen gefragt, warum die Geburtenrate in den letzten Jahren geschrumpft ist. Warum ist die Geburtenrate im Osten Deutschlands mit der Einheit eingebrochen? Auch in anderen europ&auml;ischen L&auml;ndern ist die Geburtenrate zur&uuml;ckgegangen.<br>\nHeinsohn stellt falsche Behauptungen auf: So behauptet er z.B. dass im neuesten Berufsbildungsbericht stehe, dass unter den Lehrstellenbewerbern fast die H&auml;lfte nicht ausbildungsf&auml;hig sei. Diese Angabe ist im Berufsbildungsbericht 2009 allerdings nirgendwo zu finden. Selbst in der Arbeitgeberstellungnahme ist nur davon die Rede dass sich die ausbildenden Unternehmen <a href=\"http:\/\/www.bmbf.de\/pub\/bbb_09.pdf\">&bdquo;mit einer defizit&auml;ren Ausbildungsreife vieler Bewerber konfrontiert sehen&ldquo; (S. 54) [PDF &ndash; 1.1 MB]<\/a>.<br>\nAngeblich verlassen von den 50 bef&auml;higten Kindern 10 das Land. Ob diese Behauptung richtig ist, vermag ich nicht nachzuvollziehen. In der Regel sind es jedoch vor allem akademisch Gebildete, die ins Ausland gehen. Das ist auch gew&uuml;nscht. Doch die allermeisten kommen nach einem Auslandsaufenthalt auch wieder zur&uuml;ck.<br>\nWarum gehen j&uuml;nger Menschen ins Ausland?<br>\nEs ist eben so, dass ein Ober in Davos ein Mehrfaches verdient als ein tarifloser Niedriglohn-Kellner in Deutschland. Es wird verschwiegen, dass die durchschnittlichen Reall&ouml;hne etwa in England oder Skandinavien seit den 90er Jahren um 25% stiegen, w&auml;hrend sie bei uns gesunken sind.<br>\nWenn bei uns nach einer <a href=\"?p=1357\">McKinsey-Studie<\/a> mehr als die H&auml;lfte der Studierenden dar&uuml;ber nachdenken, ins Ausland zu gehen, so hat das nur wenig mit Sozialabgaben oder Umverteilung zu tun, sondern h&auml;ngt mit verbreiteten Zweifeln der Generation Praktikum zusammen, ob man f&uuml;r sich von einer gesicherten Zukunft in Deutschland ausgehen kann.<br>\nWerte wie Frieden (92 Prozent), B&uuml;rger- und Menschenrechte (91 Prozent), Umwelt-\/Naturschutz (87 Prozent) sowie gleichauf soziale W&auml;rme\/menschlicher Zusammenhalt und Kinder\/Familie (je 86 Prozent) und die Forderung nach mehr sozialer Gerechtigkeit (79 Prozent), B&uuml;rger- und Gemeinsinn (71 Prozent), Vereinbarkeit von Beruf und Familie (79 Prozent) sowie Arbeitsplatzsicherheit (73 Prozent) stehen f&uuml;r die jungen Leistungstr&auml;ger im Vordergrund ihrer gesellschaftlichen Wunschvorstellungen.<br>\nSiehe als m&ouml;gliches Motiv f&uuml;r die Abwanderung junger Menschen auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Befristete Jobs: Lebensplanung wird unm&ouml;glich<\/strong><br>\nSie sind jung, leisten &Uuml;berstunden und k&ouml;nnen ihr Leben h&ouml;chstens einige Jahre im Voraus planen. Berufseinsteiger sind oft befristet besch&auml;ftigt. Fachleute halten das f&uuml;r h&ouml;chst problematisch.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2430826&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a><\/p>\n<p><em>Heinsohn behauptet Fakten, die falsch oder interpretationsbed&uuml;rftig sind oder er r&uuml;ckt sie so zurecht, dass sie zu seiner vorgefassten Meinung passen.<br>\nEs ist geradezu makaber, dass der Autor das FAZ-Gastbeitrags, der ganz offen die Geburtenbeschr&auml;nkung von Ausl&auml;ndern fordert, Sprecher eines Raphael-Lemkin-Instituts f&uuml;r Xenophobie- und Genozidforschung (also f&uuml;r Fremdenfeindlichkeits- und V&ouml;lkermordforschung) ist.<br>\nUnd es ist bezeichnend f&uuml;r die FAZ, das solche Beitr&auml;ge unkommentiert abgedruckt werden &ndash; dar&uuml;ber hinaus noch Chor mit der <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/politik\/2010\/03\/16\/hartz-iv-zahlung\/experte-gunnar-heinsohn-fordert-staat-soll-nur-5-jahre-hartz-iv-zahlen.html\">Bild-Zeitung<\/a>.<br>\nIn einem Buch &bdquo;Weltmacht und S&ouml;hne&ldquo; vertritt &uuml;brigens der &bdquo;Demograph&ldquo; Heinsohn die abstruse These, dass ein &Uuml;berhang an jungen M&auml;nnern im Alter zwischen 15 und 24 Jahren verantwortlich f&uuml;r Gewaltausbr&uuml;che und Kriege ist. Vgl. dazu die <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/kultur_und_medien\/literatur\/?em_cnt=1062444&amp;em_cnt_page=2\">Kritik von Mohssen Massarrat<\/a>.<\/em> <\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unserer Leser K.B.&amp;F.B.:<\/strong> Herr Heinsohn beweist hinter seiner wissenschaftlichen Fassade, wie sehr die Arroganz der sich selbst empfindenden geistigen Elite wieder ihr Heil im Sozialdarwinismus sucht, hier gepaart mit der konsequenten Weiterf&uuml;hrung der Freimarkt-Ideologie zu einem Menschenbild, welches sich nur noch als Produkt des Human-Marktes fassen l&auml;sst. Scheinbar hat Herr Heinsohn keinerlei geschichtliches Gesp&uuml;r &ndash; und passender Weise wird in den Internet-Kommentaren gleich wieder der Ruf nach der helfenden &ldquo;starken Hand&rdquo; laut, die Deutschland schon einmal so gut zu Gesicht stand.<br>\nBesonders entlarvend empfinden wir, dass Herr Heinsohn auf der einen Seite die Probleme mit der sich seiner Ansicht nach zu frei vermehrenden Unterschicht und der &ldquo;unkontrollierten&rdquo; Zuwanderung mit Zahlenmaterial unterf&uuml;ttert, bei seinem in Deutschland gl&uuml;cklicherweise verfassungswidrigen &ldquo;L&ouml;sungsansatz&rdquo; aus den USA einige Zahlen aber unter den Tisch fallen l&auml;sst, so zum Beispiel den enormen Anstieg derer Amerikaner, die unterhalb der Armutsgrenze existieren m&uuml;ssen.<\/em><\/p>\n<p><em>Ein Kommentar dazu:<\/em><\/p>\n<p><strong>Das unwerte Hartz IV-Leben<\/strong><br>\nEs ist hemmungslos, was Vertreter einer neuen Rassen- und Klassenhygiene sich trauen, in Deutschland &ouml;ffentlich von sich zu geben. Hartz IV-Empf&auml;nger und ihre Familien spielen inzwischen die Rolle einer Bev&ouml;lkerungsgruppe, auf die man mittlerweile anscheinend ungestraft verbal einschlagen und ihr die Lebensgrundlage absprechen kann. &ldquo;Sozialhilfe auf f&uuml;nf Jahr begrenzen&rdquo;, um so die Unterschicht zu dezimieren, das ist der grandiose Vorschlag des Sozialp&auml;dagogik-Professors. Was danach kommt, wovon dann Kinder und Eltern leben sollen, diese Frage bleibt er freilich schuldig. Die Sprache des Professors ist dabei eine neue Sprache der Verurteilung unwerten Lebens, fehlt uns doch &ldquo;nicht das vierte bildungsferne Kind der Sozialhilfemutter, sondern das erste oder zweite der hoch besteuerten und kinderlosen Karrierefrau&rdquo;, wie es in einem weiteren Artikel (2) von Heinsohn in Welt Online hei&szlig;t.<br>\nWas passiert, wenn wie in den USA die Sozialhilfe auf f&uuml;nf Jahre beschr&auml;nkt wird, schildert der Soziologe Loic Wacquant in seinem Buch &ldquo;Die Bestrafung der Armen&rdquo;. W&auml;hrend die Zahl der Sozialhilfeempf&auml;nger drastisch zur&uuml;ckgegangen ist, weil sie nicht mehr registriert werden, explodierte die Zahl der Gef&auml;ngnisinsassen (USA: Gef&auml;ngnisland Nr. 1 (3)). Z&auml;hlte man 1975 rund 380.000 H&auml;ftlinge in den USA, waren es 2000 1,9 Millionen. Das Elend der amerikanischen Wohlfahrt und der Ausbau des Gef&auml;ngnissystems sind die beiden Seiten derselben politischen Medaille, so Wacquant, Professor an der University of California ( &Uuml;ber die Probleme der Massenhaft in den Vereinigten Staaten (4)). &Uuml;berf&uuml;llte Gef&auml;ngnisse, das ist die Antwort auf die wachsende Zahl der Armen, der sozial Verwundbaren und der &Uuml;berfl&uuml;ssigen. Wacquant zeigt, wie die Regulierung und Kontrolle der unteren Klassen im Zeitalter der fragmentierten Lohnarbeit und der Verallgemeinerung ungesicherter Arbeitsverh&auml;ltnisse &uuml;ber ein Strafsystem geleistet wird, das wieder die Z&auml;hmung der armen Klasse zur Aufgabe hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/32\/32272\/1.html\">Telepolis<\/a><\/p>\n<p><em>Passend zu Heinsohns Beitrag:<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>In den Betten des Prekariats<\/strong><br>\nSeit der Einf&uuml;hrung von Hartz IV ist die Zahl ungewollter Schwangerschaften offenbar gestiegen. Sollte es f&uuml;r Bed&uuml;rftige wieder kostenlose Verh&uuml;tungsmittel geben?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/0,1518,683760,00.html\">Spiegel-Online<\/a>\n<p><em>Ein Kommentar dazu:<\/em><\/p>\n<p><strong>Viele Schwangerschaftsabbr&uuml;che bei Leistungsempf&auml;ngerinnen<\/strong><br>\nDie Diskussion &uuml;ber die &ldquo;Gratispille&rdquo; f&uuml;r Hartz-IV-Empf&auml;nger, die in manchen Bundesl&auml;ndern gef&uuml;hrt wird, wirft ein anderes Licht auf steigende Geburtenzahlen als das Gerede von &ldquo;Frauen der Unterschicht, die ihre Schwangerschaften als Kapital ansehen&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/8\/147270\">Telepolis<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Gesundheits-Kommission startet &ndash; SPD-Kritik <\/strong><br>\nDie von der Regierung eingesetzte Kommission zur Reform der Krankenkassenfinanzen nimmt heute (Mittwoch\/15.00) in Berlin ihre Arbeit auf. Unter dem Vorsitz von Gesundheitsminister Philipp R&ouml;sler (FDP) nehmen daran sieben seiner Kabinettskollegen teil, darunter auch Bundesfinanzminister Wolfgang Sch&auml;uble. Die Kommission soll nach den Vorstellungen R&ouml;slers auch den Weg f&uuml;r eine allein von den Kassenmitgliedern zu bezahlende, einkommensunabh&auml;ngige Pr&auml;mie ebnen. Eine solche Pauschale wird von der CSU abgelehnt, die in dem Gremium von Verbraucherministerin Ilse Aigner vertreten wird. Die Vorsitzende des Bundestags-Gesundheitsausschusses, Carola Reimann (SPD), rechnet nicht mit raschen Ergebnissen der Kommission. &laquo;Ich bezweifele, dass es ein greifbares Ergebnis gibt. Ich erwarte, dass sich die Kommission lediglich auf einen Terminplan, auf die Gesch&auml;ftsordnung und auf Formalien verst&auml;ndigt&raquo;, sagte Reimann der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.krankenkassen.de\/dpa\/168275.html\">Krankenkassen-Newsticker<\/a>\n<p><em>Direkt dazu:<\/em><\/p>\n<p><strong>Es geht auch anders &ndash; &Auml;rztinnen und &Auml;rzte protestieren gegen die Pl&auml;ne von Dr. R&ouml;sler<\/strong><br>\nUnmittelbar vor Start der Regierungskommission zur Gesundheitsreform h&auml;lt Gesundheitsminister R&ouml;sler, trotz aller Proteste, an seinen Pl&auml;nen zur schrittweisen Einf&uuml;hrung einer einkommensunabh&auml;ngigen Kopfpauschale &ndash; im Moment wird an 29 Euro anstelle der 0,9 Prozentpunkte, die alleine die Arbeitnehmer bezahlen, gedacht &ndash; zur Finanzierung des Gesundheitswesens fest. Diese Art der Finanzierung ist unsozial, da sie die Schwachen mehr belastet als die Starken, und der angek&uuml;ndigte Steuerausgleich dar&uuml;ber hinaus auch nicht finanzierbar ist. Als Kollege wurde Dr. R&ouml;sler von der &Auml;rzteschaft mit Vorschusslorbeeren bedacht und ist seit langem der erste Gesundheitsminister, auf den die offizielle &Auml;rzteschaft ohne Mistrauen zugeht. Nicht zuletzt deshalb, weil sie sich von einem Kollegen den Erhalt ihrer Privilegien erhofft.<br>\nUm zu zeigen, dass es auch &Auml;rztinnen und &Auml;rzte gibt, die mit den unsozialen Pl&auml;nen des Ministers nicht einverstanden sind und die sich f&uuml;r ein solidarisch und gerecht finanziertes Gesundheitswesen einsetzen, rufen die Erstunterzeichner des Aufrufes &bdquo;&Auml;rzte gegen Dr. R&ouml;slers Rezepte &ndash; F&uuml;r ein solidarisches Gesundheitswesen&ldquo; ihre &auml;rztlichen Kollegen zum &ouml;ffentlichen Protest gegen die Politik des Gesundheitsministers auf.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.vdaeae.de\/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=365&amp;Itemid=1\">Verein demokratischer &Auml;rztinnen und &Auml;rzte<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Zeitvertr&auml;ge: Unternehmen lassen Nachwuchskr&auml;fte zappeln<\/strong><br>\nDeutschlands Unternehmen wollen sich nicht binden. Laut einem Pressebericht befristen sie 47 Prozent aller Arbeitsvertr&auml;ge bei Neueinstellungen &ndash; viel mehr als fr&uuml;her. Die Gewerkschaften sind emp&ouml;rt: &ldquo;Junge Menschen m&uuml;ssen ihre Familienplanung am n&auml;chsten verf&uuml;gbaren Job ausrichten.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,684009,00.html\">Spiegel-Online<\/a>\n<p><em>Dazu: <\/em><\/p>\n<p><strong>Befristete Besch&auml;ftigung: Jeder elfte Vertrag hat ein Verfallsdatum<\/strong><br>\nDie Zahl befristeter Arbeitsvertr&auml;ge hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich zugenommen. Rund 2,7 Millionen (8,9%) der insgesamt 30,7 Millionen abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten hatten nach Ergebnissen des Mikrozensus 2008 einen Vertrag auf Zeit. Der Anteil befristet Besch&auml;ftigter erreichte damit seit 1991 (5,7%) seinen bisherigen H&ouml;chststand. Die Angaben beziehen sich auf &ldquo;Kernerwerbst&auml;tige&rdquo; im Alter von 15 bis unter 65 Jahren, ohne Auszubildende sowie Sch&uuml;lerinnen, Sch&uuml;ler und Studierende mit Nebenjob.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Navigation\/Publikationen\/STATmagazin\/2010\/Arbeitsmarkt2010__032,templateId=renderPrint.psml__nnn=true\">Statistisches Bundesamt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Aber von Arbeitgebern und ihren politischen Repr&auml;sentanten von CDU und FDP wird immer noch mehr Flexibilisierung auf dem Arbeitsmarkt gefordert. Siehe unten Wolfgang Franz, Vorsitzender des Sachverst&auml;ndigenrates.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Mit &ldquo;strukturellen Reformen&rdquo; gegen die Ungleichgewichte im Euroraum?<\/strong><br>\nNach einem Bericht der Financial Times Deutschland (17.3.2010) hat der deutsche Finanzminister Wolfgang Sch&auml;uble gestern einer Erkl&auml;rung zugestimmt, laut der Unterschiede in der Wettbewerbsf&auml;higkeit innerhalb der Eurozone verringert werden sollen. Deutschland verpflichtet sich dabei zu &ldquo;strukturellen Reformen, die bei der St&auml;rkung der Binnennachfrage helfen&rdquo;.<br>\nDaneben hat sich aber als beliebtes Argumentationsmuster die Behauptung entwickelt, Deutschland m&uuml;sse nun in der Tat die Binnennachfrage st&auml;rken, und zwar ebenfalls durch &ldquo;strukturelle Reformen&rdquo; (also weitere Unternehmensteuersenkungen, Deregulierung des Arbeitsmarktes und Ausbau des Niedriglohnsektors). So wurde der Vorsitzende des Sachverst&auml;ndigenrates Wolfgang Franz in der vergangenen Woche in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (11.3.2010) mit der Aussage zitiert: &ldquo;Mit Hilfe verbesserter Standortbedingungen beispielsweise im Bereich der Unternehmensbesteuerung und der Flexibilisierung des Arbeitsmarktes kann man bewirken, dass Unternehmen wieder mehr in Deutschland investieren und damit mehr Arbeitspl&auml;tze hierzulande schaffen.&rdquo; Und Hans-Werner Sinn behauptet seit langem, der deutsche Export&uuml;berschuss erkl&auml;re sich durch zu hohe (!) L&ouml;hne und zu geringe (!) Lohnspreizung und allgemein zu schlechte Standortbedingungen f&uuml;r die Unternehmen, die Investitionen abschrecken. Zur St&auml;rkung der Binnenwirtschaft und &Uuml;berwindung des &ldquo;pathologischen Exportbooms&rdquo; seien daher weitere &ldquo;strukturelle Reformen&rdquo; notwendig.<br>\nWas genau hei&szlig;t das? In der Vergangenheit waren &ldquo;strukturelle Reformen&rdquo; in Deutschland vor allem mit der Begr&uuml;ndung durchgesetzt worden, Deutschland m&uuml;sse international wettbewerbsf&auml;higer werden. Deswegen wurde der Arbeitsmarkt flexibilisiert, und die Steuern auf Unternehmensgewinne und Kapitalertr&auml;ge gesenkt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/94074_103079.html\">IMK<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Robert von Heusinger: Von den Franzosen lernen<\/strong><br>\nMerci beaucoup, Madame Christine Lagarde. Mit ihrer hochoffiziellen Kritik am deutschen Exportmodell haben Sie eine l&auml;ngst &uuml;berf&auml;llige Debatte angesto&szlig;en &ndash; jenseits des Rheins, wie Sie sagen w&uuml;rden. H&ouml;chste Zeit also folgende Frage zu stellen: Ist das Exportmodell &uuml;berhaupt stabil und erstrebenswert? Stabil kann es nicht sein, weil nie alle L&auml;nder gleichzeitig &Uuml;bersch&uuml;sse aufweisen k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/top_news\/2430814_Leitartikel-Von-den-Franzosen-lernen.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>USA wollen Yuan-Aufwertung erzwingen<\/strong><br>\nDer Streit zwischen Washington und Peking um den Yuan-Kurs geht in eine neue Runde: Dem Kongress liegt ein Gesetzentwurf vor, der vor allem China mit Sanktionen droht. &ldquo;Die Manipulation der chinesischen W&auml;hrung hat zur weltweiten Rezession beigetragen und jetzt behindert es die Erholung&rdquo;, sagte der Hauptautor der Vorlage, der demokratische Senator Charles Schumer. Es gebe keine wirksamere Ma&szlig;nahme, gegen die hohe Arbeitslosigkeit in den USA vorzugehen, als der k&uuml;nstlichen Schw&auml;chung des Yuan entgegenzutreten. Der Gesetzesentwurf wird von vier weiteren Senatoren, zwei Demokraten und zwei Republikanern, mitgetragen. Schumer sagte, er rechne mit breiter Zustimmung im Senat. Bereits zu Wochenbeginn hatten 130 Abgeordnete beider politischen Lager Finanzminister Timothy Geithner aufgefordert, in einem f&uuml;r kommenden Monat geplanten Bericht den Export-Weltmeister China als W&auml;hrungsmanipulierer zu brandmarken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2010-03\/china-waehrung?page=all&amp;print=true\">Zeit<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die Weltmacht&nbsp; k&auml;mpft mit harten Bandagen. Was sich mit der geplanten Exportoffensive oder konkret mit der Bevorzugung von Boeing beim Kauf von Tankflugzeugen schon andeutete, setzt sich fort. Die Schwierigkeit ist nur, die USA haben in ihrer Volkswirtschaft eine weitreichende Deindustrialisierung zugelassen. Die chinesische W&auml;hrung mag 10 bis 30 Prozent unterbewertet sein (je nach Institut), aber die Industrien, mit denen China die USA beliefern, sind in den USA zusammen mit den Jobs endg&uuml;ltig weg. &ndash; Unabh&auml;ngig davon, ob die Klagen der USA oder auch Frankreichs berechtigt sind, die Wirtschaftskrise geht in die n&auml;chste Runde. Die Regierungen werden nerv&ouml;ser, und sie haben allen Grund dazu: Hohe Arbeitslosigkeit allerorten, Rekordschulden zur Rettung der Banken oder f&uuml;r Konjunkturpakete, drohende Staatsbankrotte usw.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Million&auml;re ziehen Verm&ouml;gen aus Liechtenstein ab<\/strong><br>\nDie gr&ouml;&szlig;te Bank Liechtensteins k&auml;mpft mit einem massiven Kundenschwund: Im vergangenen Jahr haben verm&ouml;gende Anleger rund 2,5 Milliarden Euro abgezogen. Hintergrund ist vermutlich die Diskussion um das Bankgeheimnis &ndash; Steuerhinterzieher f&uuml;hlen sich in dem Land offenbar nicht mehr sicher.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,684028,00.html\">Spiegel-Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Finanzwetten: Banken fordern von Leipzig 84 Millionen Euro<\/strong><br>\nDie hochspekulativen Finanzgesch&auml;fte der Leipziger Wasserwerke haben jetzt erste Konsequenzen f&uuml;r die Stadt. Die betroffenen Banken, darunter die Schweizer UBS, verlangen die &Uuml;berweisung von 84 Millionen Euro bis zum Ende der Woche. Die Geldforderung basiert auf risikoreichen sogenannten CDO-Gesch&auml;ften. F&uuml;r diese Finanzwetten, welche die inzwischen entlassenen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Kommunalen Wasserwerke (KWL) im Jahr 2006 mit den Kreditinstituten vereinbart haben und die anschlie&szlig;end geplatzt sind, soll nun die Stadt geradestehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44\/Doc~EED19DA9CE82E4F1480490A1E947DBE5E~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Viele Ostdeutsche m&uuml;ssen mit Rente auf Hartz-IV-Niveau rechnen<\/strong><br>\nDer Zusammenbruch der DDR-Wirtschaft hat dramatische Sp&auml;tfolgen: F&uuml;r einen Gro&szlig;teil der Ostdeutschen, die ab 2030 in Rente gehen, wird die gesetzliche Altersversorgung einer DIW-Studie zufolge nur auf dem Niveau der Grundsicherung liegen &ndash; oder sogar darunter.<br>\nDie lange Arbeitslosigkeit und der zunehmende Trend zu Teilzeitbesch&auml;ftigungen und Minijobs fordern ihren Tribut &ndash; besonders in Ostdeutschland. Ein Gro&szlig;teil der Berufst&auml;tigen, die in rund 20 Jahren das Rentenalter erreichen, wird sich wohl auf einen sehr bescheidenen Lebensabend einrichten m&uuml;ssen. Einer Studie des Deutschen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge werden die Zahlungen, die viele Arbeitnehmer von der gesetzlichen Rentenversicherung zu erwarten haben, nahe oder sogar unter der Grundsicherung von 600 Euro liegen.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/thema\/diw\/\">Spiegel<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/documents\/publikationen\/73\/diw_01.c.353477.de\/10-11.pdf\">DIW Wochenbericht 11\/2010 [PDF &ndash; 453 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Verb&auml;nde warnen vor katastrophaler Wohnungsl&uuml;cke<\/strong><br>\nOhne aktives Eingreifen der Politik mit gezielten Steuer-Anreizen und gesicherter Investitionsf&ouml;rderung &uuml;ber die KfW-Bank werde sich bis 2025 eine Wohnungsbaul&uuml;cke von 360 000 Wohnungen pro Jahr aufbauen, erkl&auml;rten die Verb&auml;nde am Mittwoch auf dem Wohnungsbau-Forum in Berlin. Immerhin seien einer aktuellen Studie zufolge drei Viertel aller deutschen Regionen von dieser L&uuml;cke bedroht, in der H&auml;lfte des Bundesgebiets l&auml;gen die Haushalts-Nettoeinkommen unter dem Durchschnitt von 1774 Euro monatlich. &laquo;Das Aufeinandertreffen von fehlenden Wohnungen, steigenden Mieten und geringen Einkommen bedroht die wirtschaftliche Existenz der kommenden Rentnergeneration und die der jungen Erwachsenen besonders dramatisch&raquo;, erkl&auml;rten die Verb&auml;nde auf Basis der vorgelegten Studie der Prognos AG. Diese Gruppen seien die Verlierer bei wachsendem Trend zu Einpersonen-Haushalten. &laquo;Wenn nichts getan wird, werden wir in 20 Jahren die Katastrophe haben, n&auml;mlich dass wir viel zu wenig Wohnungen haben, dass wir dann eine Verelendung kriegen&raquo;, sagte Wieseh&uuml;gel der Deutschen Presse- Agentur dpa. &laquo;Fehlende und unbezahlbare Wohnungen f&uuml;hren zu Abschiebungen alter Menschen in Pflegeheime, die drei Mal so teuer sind wie das, was wir jetzt an Wohnungsf&ouml;rderung diskutieren.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/newsticker\/2010\/3\/17\/iptc-bdt-20100317-378-24245724xml?page=all&amp;print=true\">Zeit<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.prognos.com\/fileadmin\/pdf\/publikationsdatenbank\/20100317_Wohnungsmangel_DGfM_Endbericht.pdf\">Prognos [PDF &ndash; 5.8 MB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Wirtschaftsrat soll SPD wiederbeleben<\/strong><br>\nEs ist ein gro&szlig;es Manko: Im Zuge der innerparteilichen Streitigkeiten ist der SPD das &ouml;konomische Profil abhanden gekommen. Ein neuer, prominent besetzter Wirtschaftsrat soll jetzt Abhilfe schaffen &ndash; und die Partei auch jenseits von Hartz IV wieder aufbauen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,683996,00.html\">Spiegel-Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Erfreulich, dass vern&uuml;nftige &Ouml;konomen wie Flassbeck, Horn und Dullien im Wirtschaftsrat teilnehmen d&uuml;rfen. Aber dass ausgerechnet die abgehalfterten  Peer Steinbr&uuml;ck und Klaas H&uuml;bner oder der Agenda-B&uuml;rokrat Steinmeier &ldquo;wirtschaftspolitische Prominenz, &ouml;konomischen Sachverstand&rdquo; darstellen sollen, ist eine SPIEGEL-typische Verdrehung der Faktenlage. Dass diese &ldquo;Prominenz&rdquo; weiter im Wirtschaftsrat mitmachen darf, wird ihn wohl von vornherein zum Scheitern verurteilen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Neues Amt macht neue Meinung<\/strong><br>\nAnnette Schavan fordert eine nationale Bildungspolitik. Auf die &ndash; leider sehr sp&auml;te &ndash; Erkenntnis der obersten Bildungspolitikerin im Land lohnt es sich allerdings umso mehr einen Blick zu werfen. Schavan geh&ouml;rte noch vor Jahren als Kultusministerin in Baden-W&uuml;rttemberg zu den heftigsten Bef&uuml;rworterinnen des Bildungsf&ouml;deralismus. Nun hat Schavan offenbar erkannt, dass Verantwortung annehmen und Handeln zwei Seiten einer M&uuml;nze sind. Weshalb sie nun daf&uuml;r wirbt, das Grundgesetz erneut zu &auml;ndern. Man k&ouml;nnte auch sagen: den Fehler fr&uuml;herer Jahre einzugestehen und r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen. Weil mehr Bildungsgerechtigkeit in der Verantwortung aller liegt, will Schavan den Schulen in Deutschland nicht nur auf versch&auml;mten Wegen eine Milliarde Euro zukommen lassen, sondern bei der Verwendung ein W&ouml;rtchen mitsprechen d&uuml;rfen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/kommentare\/Schavan-Bildungspolitik-Foederalismus;art141,3059815?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung R.F.:<\/strong> Schavans 1 Mrd. gegen Bildungsarmut wirkt ja auf den ersten Blick gro&szlig;artig. 20.000 Euro pro Schule zum Kampf gegen Bildungsarmut ist f&uuml;r einen Staat, der diese Verh&auml;ltnisse zul&auml;sst doch eher peinlich. Man k&ouml;nnte ja auch einmal nachfragen, auf welchem Weg der Bund dieses Geld in die Schulen bringen will. Vgl. <a href=\"http:\/\/www.bmbf.de\/_media\/press\/pm_20100316-045.pdf\">Wir schmieden B&uuml;ndnisse gegen Bildungsarmut [PDF &ndash; 127 KB]<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Texas schreibt Geschichte um<\/strong><br>\nIn Texas wird der Kapitalismus abgeschafft. Jedenfalls auf dem Papier. Sch&uuml;ler in dem zweitgr&ouml;&szlig;ten US-Bundesstaat sollen in Zukunft anstatt des &raquo;negativ behafteten Begriffs&laquo; von der besser klingenden &raquo;freien Marktwirtschaft&laquo; sprechen, wie ein republikanisches Mitglied des Erziehungsausschusses in Austin, Texas, k&uuml;rzlich erkl&auml;rte. Diese und andere &ndash; weitaus ernst zu nehmendere &ndash; &Auml;nderungen hat die staatliche Einrichtung nun nach einer dreit&auml;gigen, hitzigen Debatte vorab beschlossen. Die zehn Republikaner in dem 15k&ouml;pfigen Ausschuss stimmten Ende vergangener Woche geschlossen f&uuml;r nichts geringeres als eine christlich-konservative Neuausrichtung des Lehrplans. Die &Auml;nderungen in den F&auml;chern Geschichte, Wirtschaft und Soziologie beruhen auf Vorschl&auml;gen eines Lehrergremiums. Fachleute wie Historiker oder Wirtschaftswissenschaftler konsultierte der Ausschuss vor der Abstimmung nicht. Die Lehren der Kapitalismus-Verfechter Friedrich von Hayek und Milton Friedman r&uuml;cken noch st&auml;rker in den Vordergrund, die Kommunistenhetze in der McCarthy-&Auml;ra soll hinsichtlich ihrer &raquo;positiven Resultate&laquo; beleuchtet und der Unterricht &uuml;ber die B&uuml;rgerrechtsbewegung um &raquo;gewaltt&auml;tige Weltanschauungen&laquo; namentlich der Black Panther Partei erg&auml;nzt werden. Unter die R&auml;der der Geschichtsumschreibung kommt auch einer der Gr&uuml;nder der USA. Der Autor der Unabh&auml;ngigkeitserkl&auml;rung und dritte Pr&auml;sident der USA, Thomas Jefferson, f&auml;llt in Ungnade, weil er sich f&uuml;r die Trennung von Kirche und Staat einsetzte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/03-18\/010.php?print=1\">junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung RS:<\/strong> Wer die Macht hat, schreibt die Geschichte.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Kehrt die DDR zur&uuml;ck in die St&auml;dte und Gemeinden?<\/strong><br>\nUnter dem Titel Perspektiven ver&ouml;ffentlicht die S&auml;chsische Zeitung kontroverse Essays, Kommentare und Analysen zu aktuellen Themen. Es sind Texte, die aus der ganz pers&ouml;nlichen Sicht des Autors Denkanst&ouml;&szlig;e geben und zur Diskussion anregen sollen. Heute: Gerhard Lemm, Oberb&uuml;rgermeister von Radeberg. Er analysiert die Finanzlage der Kommunen. Bund und Land haben Sachsens St&auml;dte und Gemeinden an den Rand des Abgrunds man&ouml;vriert&ndash; zulasten der B&uuml;rger. Notwendig ist ein Rettungsschirm.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sz-online.de\/nachrichten\/artikel.asp?id=2414127\">S&auml;chsische Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Nachtrag zum <a href=\"?p=4806\">Interview mit James K. Galbraith vom 16.3.<\/a><\/strong><br>\nIm Interview hat Prof. Galbraith bei der Frage nach Erfahrungen mit Mindestl&ouml;hnen auf &bdquo;jahrzehntelange Erfahrungen in skandinavischen L&auml;ndern&ldquo; hingewiesen. Da die skandinavischen L&auml;nder gar keine Mindestl&ouml;hne haben, haben wir bei Prof. Galbraith nachgefragt:\n<blockquote><p>&bdquo;&hellip;Skandinavische L&auml;nder haben tats&auml;chlich keine gesetzlichen Mindestl&ouml;hne. Stattdessen &uuml;berlassen sie der Mindestbelohnung den Tarifpartnern &ndash; ein System, das gut funktioniert, da der Grad an gewerkschaftlicher Organisation in den L&auml;ndern sehr hoch ist. W&auml;hrend skandinavische L&auml;nder hervorragende Beispiele f&uuml;r funktionierende Sozialsysteme sind, sie werden oft von Mindestlohngegnern als Beweis daf&uuml;r genannt, dass Mindestl&ouml;hne unn&ouml;tig seien.&ldquo;<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Prof. Galbraith hat uns wie folgt geantwortet:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>&bdquo;Es stimmt nat&uuml;rlich: Wenn Sie starke und durchsetzungsf&auml;hige Gewerkschaften haben, brauchen Sie keine gesetzlichen Minima. Das ist eine Unterscheidung ohne Unterschied: so oder so werden L&ouml;hne nicht nach den Vorstellungen des Arbeitgebers, sondern nach einer sozialen Entscheidung &uuml;ber Lohnstrukturen und unter der Voraussetzung, dass Arbeitgeber und Produktivit&auml;t sich daran anpassen.<br>\nIn den USA gibt es starke Beweise (insbesondere die Studien von Card und Krueger), dass eine Erh&ouml;hung des Minimums Besch&auml;ftigung nicht ver&auml;ndert. Das bleibt nur deshalb kontrovers, weil es tief sitzenden Glaubenss&auml;tzen so stark zuwiderl&auml;uft.&ldquo;<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Filmkritik: Avatar<\/strong><br>\nSo rational und unvermeidlich die effizientere Nutzung der nord- und s&uuml;damerikanischen Weiten durch die einstr&ouml;menden, landlosen europ&auml;ischen Massen war, so pathologisch verlief die rassistisch unterf&uuml;tterte Landnahme, die ein verhandelbares &ouml;konomisches Konkurrenzverh&auml;ltnis zwischen J&auml;ger- und Sammlertum und moderner Agrikultur in eine h&auml;ssliche Serie von durchaus gegenseitigen Massakern und Vernichtungskampagnen verwandelte. In S&uuml;damerika dauern diese Indianerkriege bis heute an.<br>\nDas Unbehagen &uuml;ber solche Prozesse sp&uuml;rt die b&uuml;rgerliche Gesellschaft, weil sie ihr Selbstverst&auml;ndnis einer freien und gleichen, durch Konkurrenz stabilisierten Gesellschaft tr&uuml;bt. Sie hatte historisch kein &Auml;quivalent anzubieten, das die Aufgabe des J&auml;ger- und Sammlertums zugunsten der Arbeit in Minen unter Tage oder der Zerschindung von Menschen in Kautschukplantagen attraktiv erscheinen lie&szlig;e &mdash; der Rassismus diente sich als Legitimation an, das Unmenschliche den zu Tieren und Dingen Erkl&auml;rten antun zu k&ouml;nnen, weil die technologische &Uuml;berlegenheit es erlaubte. Das technologisch-kulturelle Experiment &ldquo;Avatar&rdquo; ist Ausdruck und Folge dieses schlechten Gewissens.<br>\nAvatar trifft eine im ganzen Manierismus noch deutliche Aussage &uuml;ber die (Un-)Verhandelbarkeit von Interessen in einem assymetrischen Konflikt zwischen einer hochger&uuml;steten Industrie-Gesellschaft und einer J&auml;ger- und Sammlergesellschaft&hellip;<br>\nDer theorielose, spielerisch-naive Charakter entspricht dem derzeitig propagierten Ideal eines Feldforschers in einer sich gegen Theorie abdichtenden Ethnologie. &ldquo;Going native&rdquo; ist die Folge, wo die eigene Gesellschaft als unbeherrschbar empfunden wird, die zugewiesene Rolle in der Fremde die in der eigenen Gesellschaft an Dienstgrad und Lustgewinn bei weitem &uuml;bertrifft. Vom querschnittsgel&auml;hmten, befehlsgebundenen Marine zum kraftvollen, elastischen Anf&uuml;hrer mit Kohlefaserverst&auml;rkten Knochen &mdash; es bedarf keines besseren Gesellschaftsmodells und erst recht nicht der Einsicht in dieses, um diesen Tausch attraktiv erscheinen zu lassen. W&uuml;rde der Film also wirklich an seine vorgesch&uuml;tzte Gesellschaftskritik glauben, w&uuml;rde er nicht dieses Sonderangebot auf ein besseres Leben auffahren m&uuml;ssen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/nichtidentisches.wordpress.com\/2010\/01\/02\/avatar\/\">Blog &ldquo;Nichtidentisches&rdquo;<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Felix Riedel ist meines Wissens der einzige Kritiker, dem das Feuerwerk technischer Innovationen dieses Films nicht die Sprache verschlagen hat.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Verbreitet Angst und Schrecken &ndash; die Steuers&uuml;nder-CD <\/strong><br>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/d2.stern.de\/bilder\/Humor\/haderer\/haderer_10_10_fitin_615_425.jpg\" alt=\"Angela Merkel, Steuers&uuml;nder CD\" title=\"\"><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/kultur\/humor\/cartoons\/galerie\/1_gerhard-haderer\/633437.html\">Stern<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Peter Hartz ist entt&auml;uscht; Sozialhilfe nur noch 5 Jahre; schwangere Unterschicht; Zeitvertr&auml;ge boomen; &bdquo;strukturelle Reformen&ldquo; gegen wirtschaftliche Ungleichgewichte; USA dr&auml;ngen auf Yuan-Aufwertung; Altersarmut in Ostdeutschland; Wohnungsl&uuml;cke; Wirtschaftsrat der SPD; Schavan denkt um; Filmkritik: Avatar; CD verbreitet Angst und Schrecken. (RS\/WL)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4826","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4826","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4826"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4826\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4834,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4826\/revisions\/4834"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4826"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4826"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4826"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}