{"id":484,"date":"2005-03-07T17:47:07","date_gmt":"2005-03-07T15:47:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=484"},"modified":"2016-03-18T09:11:19","modified_gmt":"2016-03-18T08:11:19","slug":"spiegel-ohne-fortune-oder-die-pure-lust-am-untergang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=484","title":{"rendered":"SPIEGEL ohne Fortune \u2013 oder: Die pure Lust am Untergang"},"content":{"rendered":"<p>Die Titelgeschichte des SPIEGELs vom 7.3.05 hat die &Uuml;berschrift &bdquo;Kanzler ohne Fortune&ldquo;. Wieder einmal eine der &uuml;blichen Katastrophengeschichten. Geradezu gen&uuml;sslich werden der Reihe nach negative Daten aufgelistet, etwa Nullwachstum, Absturz des Pro-Kopf-Einkommens, R&uuml;ckgang der sozialversicherungspflichtigen Besch&auml;ftigten, H&ouml;chststand der Arbeitslosigkeit, hoher Anteil von Langzeitarbeitslosen, Abkoppelung Deutschlands von der Konjunkturentwicklung. Fazit: &bdquo;Der mit gro&szlig;en Erwartungen gestartete SPD-Kanzler bekommt das zentrale Problem des Landes nicht in den Griff.&ldquo;<br>\nDer Kanzler habe zwar den &bdquo;bundesdeutschen Wohlfahrtsstaat umfassender reformiert als jeder seiner Vorg&auml;nger&ldquo;, die &ouml;konomische Wirkung der Reformen st&uuml;nden aber &bdquo;in keinem Verh&auml;ltnis zum politischen Kraftaufwand&ldquo;.<br>\n<!--more--><br>\nJeder Leser, der den SPIEGEL nicht als blo&szlig;e Wegwerfliteratur betrachtet, m&uuml;sste sich fragen, wer, wenn nicht gerade dieses Blatt, hat eigentlich in den zur&uuml;ckliegenden Jahren als eines der meinungspr&auml;genden Mainstream-Medien den Kanzler auf diesen neoliberalen Abw&auml;rtskurs (mit-)getrieben?<br>\nMerkt eigentlich die Wirtschaftsredaktion des SPIEGELs &uuml;berhaupt nicht, dass nicht nur die Regierungspartei, sondern vor allem sie selbst &bdquo;in Depression&ldquo; &uuml;ber die Erfolglosigkeit der von ihr selbst herbeigeschriebenen Reformkonzepte verfallen m&uuml;sste? Statt sich zu einer Selbstkritik aufzuraffen, sucht der SPIEGEL nun nach einem S&uuml;ndenbock und findet ihn im Kanzler. Blindw&uuml;tig verbohrt in das selbst propagierte neoliberale Dogma, gibt es f&uuml;r den SPIEGEL nur noch das Rezept der Erh&ouml;hung der Dosis durch noch &bdquo;umfassendere&ldquo; Reformen des Wohlfahrtsstaates.<br>\nDas kann man nach dem vom SPIEGEL nunmehr selbst konstatierten weitgehenden Scheitern des bisherigen &bdquo;Reform&ldquo;-kurses nur noch pure Lust am Untergang nennen.<br>\nAber vielleicht ist dieser Zynismus ja das Marketing-Mittel, damit dem SPIEGEL die Leser nicht noch mehr davon laufen als die W&auml;hler der SPD. <\/p><p>Der SPIEGEL bietet seine Titelgeschichte nicht online an. Einen Eindruck davon k&ouml;nnen Sie aus der Ank&uuml;ndigung einer XXP Fernsehsendung zu diesem Thema unter dem Titel: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/sptv\/thema\/0,1518,345123,00.html\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.spiegel.de\/sptv\/thema\/0,1518,345123,00.html\">&bdquo;Gerhard Schr&ouml;der und das Arbeitsmarktdesaster&ldquo;<\/a> gewinnen.\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Titelgeschichte des SPIEGELs vom 7.3.05 hat die &Uuml;berschrift &bdquo;Kanzler ohne Fortune&ldquo;. Wieder einmal eine der &uuml;blichen Katastrophengeschichten. Geradezu gen&uuml;sslich werden der Reihe nach negative Daten aufgelistet, etwa Nullwachstum, Absturz des Pro-Kopf-Einkommens, R&uuml;ckgang der sozialversicherungspflichtigen Besch&auml;ftigten, H&ouml;chststand der Arbeitslosigkeit, hoher Anteil von Langzeitarbeitslosen, Abkoppelung Deutschlands von der Konjunkturentwicklung. 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