{"id":48493,"date":"2019-01-16T08:18:13","date_gmt":"2019-01-16T07:18:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48493"},"modified":"2019-01-16T08:18:13","modified_gmt":"2019-01-16T07:18:13","slug":"hinweise-des-tages-3284","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48493","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WM\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48493#h01\">Brexit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48493#h02\">Hartz IV<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48493#h03\">L&uuml;gen und Kampagnen-Journalismus im &bdquo;AfD-nahen&ldquo; ZDF<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48493#h04\">Welches Europa wollen wir?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48493#h05\">Griechenland &ndash; eine Trag&ouml;die ohne Ende?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48493#h06\">Der langsame Abschied vom Neoliberalismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48493#h07\">Mangelnde Anbindung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48493#h08\">Privatisierung abgesagt: Bund beh&auml;lt Toll Collect<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48493#h09\">Subventionen f&uuml;r Betrugsmotor: Ermittlungen gegen VW-Mitarbeiter eingestellt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48493#h10\">N&auml;chste US-Truppenrotation f&uuml;r &sbquo;Atlantic Resolve&lsquo;: Mehr Sichtbarkeit in Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48493#h11\">Tarnkappenbomber kaufen!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48493#h12\">Akademischer Beobachter ratlos<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48493#h13\">Macron&rsquo;s &bdquo;Nationale Debatte&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48493#h14\">Ganz Indien streikt, die Presse schweigt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48493#h15\">Verfassungsschutzbeobachtung der AfD ist nicht zweckdienlich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48493#h16\">Erschlagen, erschossen Fall Liebknecht\/Luxemburg<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Brexit<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Mays Brexit-Abstimmung: Abgeschmettert<\/strong><br>\n(&hellip;) Dann das Ergebnis: Nur 202 Abgeordnete stimmen im Unterhaus f&uuml;r das EU-Austrittsabkommen der Premierministerin. 432 sind dagegen. Die Schlappe f&auml;llt noch heftiger aus als von vielen erwartet.<br>\nMay wei&szlig; nun, dass ein gro&szlig;er Teil ihrer eigenen Leute beim Brexit nicht auf Linie zu bringen ist. 316 Stimmen haben die Tories, 118 lehnen Mays Deal ab.<br>\n(&hellip;) May sagt jetzt, wie es weitergeht. Die Regierung werde die Entscheidung des Parlaments h&ouml;ren, sagt sie. Die Abgeordneten m&uuml;ssten aber auch erkl&auml;ren, wof&uuml;r sie eigentlich st&uuml;nden. &ldquo;Die B&uuml;rger verdienen Klarheit.&rdquo;<br>\nDann geht May in die Offensive &ndash; und stiehlt der Opposition ihren gro&szlig;en Showmoment. Die Regierung werde daf&uuml;r sorgen, dass noch am Mittwoch ein Misstrauensvotum abgehalten werden k&ouml;nne, wenn es Labour denn so wolle.<br>\nUnd so ist es auch. Oppositionsf&uuml;hrer Jeremy Corbyn verk&uuml;ndet, er habe den Antrag bereits eingereicht, der die Tory-Regierung st&uuml;rzen und den Weg f&uuml;r Neuwahlen freimachen soll.<br>\n(&hellip;) Und das trotz der j&uuml;ngsten Versuche aus Br&uuml;ssel, May noch einmal zur Seite zu springen. EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker und Ratspr&auml;sident Donald Tusk hatten am Montag erneut betont, der sogenannte Backstop solle nicht auf Dauer gelten. Die Notl&ouml;sung f&uuml;r die Grenze auf der irischen Insel w&uuml;rde Gro&szlig;britannien im Zweifel an die EU-Zollunion binden. F&uuml;r viele im Vereinigten K&ouml;nigreich nicht hinnehmbar.<br>\nDoch Juncker und Tusk blieben bei einer losen Absichtserkl&auml;rung. Auf konkrete Zusagen, eine feste Frist f&uuml;r den Backstop lie&szlig;en sie sich nicht ein. Damit stand am Montag fest: May hatte auch weiterhin nichts Konkretes, das sie den Zweiflern im Parlament anbieten konnte.<br>\n(&hellip;) Zusammengefasst: Theresa May hat die Abstimmung &uuml;ber ihren EU-Brexit-Deal deutlicher verloren als zuvor gedacht. Jetzt hat die Regierungschefin drei Sitzungstage Zeit, sich einen Plan zu &uuml;berlegen, wie es bei den Verhandlungen mit Br&uuml;ssel weitergehen soll. Einem Misstrauensvotum der Labour-Opposition, das am Mittwochabend abgehalten wird, werden keine gro&szlig;en Chancen einger&auml;umt. Wie es mit May an der Spitze des Landes aber weitergeht, ob und was sie in Br&uuml;ssel nachverhandeln kann, ist offen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/theresa-may-und-die-brexit-niederlage-muss-sie-jetzt-gehen-a-1248239.html\">SPON<\/a><\/li>\n<li><strong>Geisterfahrer<\/strong><br>\nWer entscheidet eigentlich in einer Demokratie? Diese Frage ist gerade heute wieder wichtig. In London versucht die britische Premierministerin Theresa May ein Brexit-Abkommen durch das Parlament zu bekommen. Die Abstimmung dar&uuml;ber hatte sie bereits einmal verschoben, weil offensichtlich war, dass es keine Mehrheit daf&uuml;r geben w&uuml;rde. Heute ist das nicht anders. Alle wissen das, auch diejenigen, die auf EU-Seite dieses Abkommen verhandelt haben und sich weiterhin stur stellen. Sie sagen, die Vereinbarung k&ouml;nne ja nicht mehr ver&auml;ndert werden. Es gibt aber nun einmal keinen Deal ohne Zustimmung des Parlaments.<br>\nMay hat heute immer noch keine Mehrheit bei ihren eigenen Leuten. Deshalb m&uuml;sse jetzt die Stunde der Opposition schlagen, meint daher der Leiter des Spiegel Hauptstadtb&uuml;ros in seinem morgendlichen Kaffeegeschw&auml;tz. Die Opposition in Gro&szlig;britannien wird angef&uuml;hrt von Jeremy Corbyn, einem Linken, der vom Spiegel-Mann mal eben zum Geisterfahrer abgestempelt wird, weil er nicht die n&ouml;tigen Stimmen f&uuml;r eine Mehrheit organisiert. Eine seltsame Vorstellung von Demokratie ist das, die sich der Journalist da zurechtgebastelt hat.<br>\nSie wird offenbar von der irrigen Annahme einer staatspolitischen Verantwortung getragen, die eine SPD hierzulande in drei Gro&szlig;e Koalitionen unter Merkel und damit an den Rand der Bedeutungslosigkeit gef&uuml;hrt hat. Was Leute wie Michael Sauga vom Spiegel, aber auch Stefan Kornelius von der S&uuml;ddeutschen Zeitung offenbar nie kapieren werden, ist die Tatsache, dass Parlamente eben nicht die Abnickerbuden der Regierungen sind und die Opposition eben nicht der Mehrheitsbeschaffer in der Not, um einen Karren aus dem Dreck zu holen, den andere da hineingesteuert haben.<br>\nJeremy Corbyn bezeichnet man nun als Geisterfahrer, weil er die Chance wahrnehmen m&ouml;chte, eine f&uuml;rchterliche Regierung endlich abzul&ouml;sen, die den ganzen Schlamassel zu verantworten hat. So herablassend k&ouml;nnen nur deutsche Edel-Journalisten urteilen, die seit Jahren darin versagen, eine &auml;hnlich katastrophale Regierungsbilanz hierzulande der Gott-Kanzlerin in Rechnung zu stellen. Die darf den Rekord des Dicken in aller Seelenruhe auch noch einstellen, w&auml;hrend die deutsche Hauptstadtpresse sich lieber dar&uuml;ber den Kopf zerbricht, welche Rolle Friedrich Merz k&uuml;nftig unter oder neben der neuen CDU-Chefin einnehmen wird.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.taublog.de\/190115geisterfahrer\">Taublog<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong> Sehr gut auf den Punkt gebracht . Das Fiasko war &uuml;brigens auch abzusehen. Es ist ein Kreuz mit dem Volk: Es will einfach nicht einsehen, dass die Regierung nur des Beste f&uuml;r uns alle will.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Hartz IV<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Hartz-IV-Sanktionen vor Gericht<\/strong><br>\nBundesarbeitsminister Heil verteidigt die Sanktionen f&uuml;r Hartz-Empf&auml;nger vor dem Bundesverfassungsgericht &ndash; aber nur halbherzig<br>\n(&hellip;) Drinnen im Gericht er&ouml;ffnet der neue Vorsitzende des Ersten Senats und fr&uuml;here langj&auml;hrige CDU-Bundestagsabgeordnete Stephan Harbarth die Verhandlung zu den sozialrechtlichen Hartz-IV-Sanktionen mit Worten, die Einf&uuml;hlung zeigen sollen: &bdquo;Wir wissen, dass die heute hier zu verhandelnde Thematik f&uuml;r viele Menschen in schwierigen Lebenslagen sehr wichtig ist. Sie betrifft ihre grundlegenden Bed&uuml;rfnisse. Das nehmen wir ernst.&ldquo;<br>\nEine solche Lebenslage war es auch, die das Sozialgericht Gotha veranlasst hat, den Fall eines Hartz-Empf&auml;ngers in Karlsruhe vorzulegen. Der Mann hatte ein Jobangebot als Lagerarbeiter, das er aber ablehnte, weil er im Verkauf arbeiten wollte. Zur Strafe schrumpfte der Regelsatz von 391 auf 270 Euro. Als er dann auch noch einen &bdquo;Aktivierungsgutschein&ldquo; f&uuml;r eine praktische Erprobung verfallen lie&szlig;, sank der Satz auf 150 Euro.<br>\n(&hellip;) Die Ma&szlig;nahmen sind auf drei Monate beschr&auml;nkt. Wer sein Verhalten korrigiert, kann nur bei totaler Streichung auf Gnade hoffen. Statt Geld kann es Sachleistungen geben, Gutscheine f&uuml;r Lebensmittel oder Hygieneprodukte. Das Regelsatz-Niveau wird damit nicht erreicht. Miete und Heizkosten werden dann direkt mit dem Jobcenter abgerechnet.<br>\nMehr Milde empfohlen<br>\nDem Bundesarbeitsminister ist anzumerken, dass er das Konzept nur halbherzig verteidigt. Eine Bund-L&auml;nder-Arbeitsgruppe hatte mehr Milde empfohlen, das sei politisch nicht durchsetzbar gewesen. &bdquo;Bedauerlich&ldquo; findet das Hubertus Heil (SPD), doch an der damaligen Leitentscheidung &bdquo;f&uuml;r eine aktivierende Arbeitsmarktpolitik&ldquo; will er nicht r&uuml;tteln. &bdquo;Die Erfolge k&ouml;nnen sich sehen lassen&ldquo;, sagt Heil mit Blick auf die unter Kanzler Gerhard Schr&ouml;der (SPD) vollzogenen Reformen. Der Sozialstaat m&uuml;sse Mittel haben, um die zumutbare Mitwirkung einzufordern. Das gelinge auch, Heil verweist dazu auf die aus seiner Sicht niedrige Quote von Empf&auml;ngern mit einer laufenden Sanktion von rund drei Prozent. Dass solche Zahlen die ganze Wahrheit abbilden, bezweifelt dagegen die Kl&auml;ger-Anw&auml;ltin im Th&uuml;ringer Ausgangsverfahren, Susanne B&ouml;hme. Betroffene, die auf Widerspruch verzichten, f&auml;nden darin keinen Eingang. Viele Sachbearbeiter begegneten den Hilfebed&uuml;rftigen zudem mit Vorurteilen und kl&auml;rten die F&auml;lle nur unzureichend auf. Psychische Probleme als Gr&uuml;nde der Teilnahmslosigkeit w&uuml;rden oft &uuml;bersehen&hellip;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/bundesverfassungsgericht-hartz-iv-sanktionen-vor-gericht\/23869892.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><strong>Hartz &amp; Heil &amp; Harbarth Eine Gratwanderung<\/strong><br>\n(&hellip;) Einerseits haben die Verfassungrichter n&auml;mlich am 9. Februar 2010 selbst festgestellt, dass die Hartz-Leistungen so bemessen sein m&uuml;ssen, dass damit das &bdquo;verfassungsrechtliche Existenzminimum&ldquo; gew&auml;hrt wird.<br>\n(&hellip;) Da haben sich die Verfassungrichter vor neun Jahren ein ziemlich dickes Ei ins Nest gelegt, das nun auszubr&uuml;ten schwierig wird.<br>\nDenn, andererseits, ist es nicht die Aufgabe des Verfassungsgerichtes, der Regierung in den R&uuml;cken zu fallen, die, vorgetragen vom zust&auml;ndigen Minister, die Auffassung vertritt, Abstriche vom Existenzminimum seien von Sanktionierten hinzunehmen, weil wir sonst wer wei&szlig; wo hink&auml;men. In einen Zustand n&auml;mlich, welcher den Staat gegen&uuml;ber jedem Arbeitsunwilligen zum bedingungslosen Zahlen verpflichten w&uuml;rde, was von einigen Kommentatoren bereits dahin ausgelegt wurde, dass ein Spruch des Verfassungsgerichtes, mit dem Sanktionen als verfassungswidrig erkannt w&uuml;rden, automatisch das bedingungslose Grundeinkommen nach sich ziehen w&uuml;rde.<br>\nBleiben wir zun&auml;chst einmal bei der Regierungsargumentation. Es ist vollkommen richtig, dass Sanktionen das einzige Druckmittel sind, das der Staat gegen&uuml;ber Hartz-IV-Beziehern in der Hand hat. Unklar bleibt allerdings, inwieweit der Staat &uuml;berhaupt das Recht hat, auf Hilfebed&uuml;rftige Druck auszu&uuml;ben.<br>\nDie klassische Karriere der &bdquo;L&auml;nger-als-erlaubt-Arbeitslosen&ldquo; beginnt doch damit, dass der bisherige Arbeitgeber die K&uuml;ndigung ausspricht. Schuldhaftes Verhalten des k&uuml;nftigen Leistungsbeziehers kann ausgeschlossen werden.<br>\nDiese klassische Karriere setzt sich fort in einer Art &bdquo;Reise nach Jerusalem&ldquo; bei der im Dezember 2018 nur 781.000 St&uuml;hle f&uuml;r 2.210.000 offiziell registrierte Arbeitslose bereitgestellt wurden. Wenn man allerdings statt dieser 2,2 Millionen die fast doppelt so hohe und f&uuml;r die Beurteilung des Arbeitsmarktes sehr viel zutreffendere Zahl von 4, 005 Millionen erwerbsf&auml;higen, arbeitssuchenden Leistungsempf&auml;ngern ansetzt, wird erst wirklich erkennbar, wie es um das Verh&auml;ltnis von Gl&uuml;ckslosen zu Nieten in dieser Lotterie aussieht.<br>\nUm es ganz deutlich zu sagen: Per Ende Dezember 2018 hatten mindestens 3,2 Millionen Arbeitssuchende nicht die geringste Chance auf einen Job.<br>\nWenn der Arbeitsminister nun glaubt, der Sozialstaat m&uuml;sse ein Mittel haben, die zumutbare Mitwirkung verbindlich einzufordern, dann stellt sich doch erst einmal die Frage: Mitarbeit wobei?<br>\nAllen vier Millionen Arbeitssuchenden ein Bewerbungstrainung angedeihen zu lassen, verbessert zwar theoretisch die Chancen aller, praktisch &auml;ndert sich dadurch aber das Verh&auml;ltnis von offenen Stellen zu Arbeitssuchenden nicht.<br>\nAlle vier Millionen Arbeitssuchenden zu verpflichten, monatlich mindestens 30 Bewerbungen zu schreiben und zu versenden, das ergibt 1,44 Milliarden Bewerbungen im Jahr, von denen weniger als ein Prozent &uuml;berhaupt gelesen werden&hellip;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/antides.de\/hartzheilharbarth-eine-gratwanderung\">antides<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong> Ein sehr guter Beitrag. Die Jobcenter sollen etwas vermitteln, was sie gar nicht haben: Arbeit.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Untertanen erziehen<\/strong><br>\nSeit 2005 rollt eine Angstmaschine durch Deutschland. Erwerbslose und Geringverdiener m&uuml;ssen sich seither das penibel von der Bundesregierung kleingerechnete Existenzminimum durch Wohlverhalten verdienen. Sie m&uuml;ssen jeden noch so miesen Job, jede l&auml;cherliche Ma&szlig;nahme annehmen, sich vor jedem Verlassen des Wohnorts beim Jobcenter abmelden. Andernfalls wird ihre Hilfe f&uuml;r drei Monate gek&uuml;rzt &ndash; wenn es hart kommt auf Null. Heute verhandelt das Bundesverfassungsgericht erstmals die sich daraus ergebende Frage: Darf der Staat ein Existenzminimum k&uuml;rzen?<br>\nEr tat und tut es massenhaft. Sanktionen sind ein Hauptinstrument von Hartz IV. Sie schweben wie ein Damoklesschwert &uuml;ber allen Betroffenen. Das sind aktuell vier Millionen Erwachsene und zwei Millionen Kinder. 2017 trafen mehr als 950.000 solcher Strafen jeden zehnten Erwerbsf&auml;higen. Viele waren doppelt und dreifach betroffen &ndash; vor allem jene, die sich am wenigsten wehren k&ouml;nnen. Das analysierten vor zwei Jahren selbst die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages. Besonders Menschen in privaten Notlagen, mit Handicaps oder psychischen Problemen landen am Ende nicht selten auf der Stra&szlig;e. Sie hungern, verzichten auf notwendige Medikamente. Die Bundesregierung reagierte auf diese Studie bis heute nicht. Gemeinsam mit FDP und AfD steht sie hinter dem Strafapparat, der Outgesourcte mit schwarzer P&auml;dagogik zu marktkonform verwertbaren Untertanen erziehen soll.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/347184.untertanen-erziehen.html\">junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann.:<\/strong> Ist eine &ldquo;Erziehung zum Untertanen&rdquo; hierzulande nicht auch in anderen Bereichen zu beobachten &ndash; beispielsweise in den &ldquo;autonomen&rdquo; Schulen, in denen die Sch&uuml;lerschaft lediglich bulimie-artig lernt. Das &ldquo;Bulimielernen&rdquo; wird seit dem Bologna-Prozess auch an deutschen Hochschulen erkannt, aber noch immer viel zu selten kritisiert.<\/em><\/p>\n<p><em>Wenn ein\/e Sachbearbeiter\/in eines Jobcenters Sanktionen gegen &ldquo;Kunden&rdquo; verh&auml;ngt, ist das nicht irgendein Verwaltungsakt. Die betroffene &ldquo;Kundschaft&rdquo; hat im Falle eines Widerspruchs oder einer Klage den gesamten Staatsapparat gegen sich. Das k&ouml;nnte in anderen Bereichen der &ouml;ffentlichen Verwaltung ebenso stattfinden, oder?<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>L&uuml;gen und Kampagnen-Journalismus im &bdquo;AfD-nahen&ldquo; ZDF<\/strong><br>\nViele Journalisten des ZDF sind, wie Kollegen in den anderen Medien, &bdquo;AfD-nahe&ldquo;. Wie die AfD sind sie f&uuml;r niedrige L&ouml;hne, Renten und soziale Leistungen, f&uuml;r eine zunehmende Verteilungs-Ungerechtigkeit durch die Abschaffung der Verm&ouml;genssteuer und eine viel zu geringe Erbschaftssteuer. Und wie die AfD sind sie f&uuml;r Waffenexporte und Kriegseins&auml;tze der Bundeswehr au&szlig;erhalb des Nato-Vertragsgebietes. Auch in der Asyl- und Fl&uuml;chtlingspolitik unterst&uuml;tzen sie Angela Merkels Wandlung von der &bdquo;Willkommens-Kanzlerin&ldquo; zur Abschottungs-Politikerin im Sinne der AfD durch Vertr&auml;ge mit Diktatoren wie Erdogan und As-Sisi und Absprachen mit Warloards in Libyen und anderen Regenten in afrikanischen Staaten. Das hindert sie aber nicht daran, Politikern, die wie Sahra Wagenknecht im Bundestag gegen jede Einschr&auml;nkung des Asylrechts gestimmt haben, aber eine Begrenzung und Steuerung der Arbeitsmigration fordern, in heuchlerischer Weise &bdquo;AfD-N&auml;he&ldquo; vorzuwerfen.<br>\nWenn, wie in Frankreich, Proteste gegen die zunehmende Ungleichheit in der Gesellschaft stattfinden, werden Gewalttaten Einzelner zum Anlass genommen, diese Demonstrationen im Sinne der Herrschenden zu verunglimpfen. Ein besonderes St&uuml;ck dieser Art lieferte am 13. Januar &ldquo;Berlin direkt&ldquo; im ZDF. Dort wurde die L&uuml;ge verbreitet, Sahra Wagenknecht unterst&uuml;tze die Gelben Westen, distanziere sich aber nicht von den Gewalttaten einzelner Demonstranten. Dabei hatte sie sogar im ZDF, in der Sendung &bdquo;heute+&ldquo; am 11. Dezember, erkl&auml;rt: &bdquo;Wir brauchen keine brennenden Autos und es ist ja auch oft so, dass Gewalt Bewegungen diskreditiert. Wir LINKE sind nicht Anh&auml;nger von Gewalt, deshalb sind wir auch nicht Anh&auml;nger von Kriegen. Ich finde es nur ziemlich scheinheilig, wenn die Gleichen, die beispielsweise &uuml;berhaupt kein Problem damit haben, wenn man international Gewalt einsetzt, sich dann furchtbar emp&ouml;ren, wenn dort Ausschreitungen stattfinden.&ldquo; Und schon am 29. November hatte Sahra Wagenknecht gegen&uuml;ber der Nachrichtenagentur dpa erkl&auml;rt: &bdquo;Dass jetzt rechte Kr&auml;fte um Marine Le Pen versuchen, den Protest zu vereinnahmen, und dass der Protest durch Gewalt unterlaufen wurde, bedauere ich.&ldquo;<br>\nNat&uuml;rlich wird sich kein Redakteur des ZDF f&uuml;r diese L&uuml;gen entschuldigen. [&hellip;]<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/oskarlafontaine\/photos\/a.198567656871376\/2127646537296802\/?type=3&amp;permPage=1\">Oskar Lafontaine via Facebook<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Welches Europa wollen wir?<\/strong><br>\nDer Entwurf  des Europaprogramms der LINKEN verdeutlicht, dass es nicht gen&uuml;gt, die EU mit sozialeren Inhalten f&uuml;llen zu wollen. Vielmehr muss ihre Architektur selbst auf den Pr&uuml;fstand. Wie sind die in dem Programm dazu gemachten Reformvorschl&auml;ge zu bewerten?<br>\nAuf ihrem Bonner Parteitag vom 22. bis 24. Februar wird die Partei DIE LINKE ein Europaprogramm verabschieden. Das ist &uuml;ber die Partei hinaus f&uuml;r alle von Interesse, die nach progressiven Antworten auf die Krise der Europ&auml;ischen Union suchen. Daher haben wir uns den hier ab Seite 45 einsehbaren, mit &bdquo;F&uuml;r ein solidarisches Europa der Millionen, gegen eine Europ&auml;ische Union der Million&auml;re&ldquo;  &uuml;berschriebenen Leitantrag des Parteivorstands einmal genauer angeschaut. Wie wir meinen, lassen sich einige Fortschritte, aber auch Probleme der progressiven Europadebatte anhand des Textes gut aufzeigen. [&hellip;]<br>\nDamit haben die Autorinnen und Autoren des Antrags unseres Erachtens einige stimmige Grundentscheidungen getroffen. Werden diese Entscheidungen im weiteren Verlauf des Antragstextes stimmig durchgehalten?<br>\nDazu w&auml;re es notwendig, Punkt f&uuml;r Punkt zu entscheiden, auf welcher Ebene des europ&auml;ischen Mehrebenensystems Entscheidungen so anzusiedeln w&auml;ren, dass am Ende m&ouml;glichst soziale Ergebnisse stehen. In weiten Teilen verf&auml;hrt das Programm allerdings anders: durch schlichte Projektion der typischerweise an die mitgliedstaatliche Ebene gerichteten Forderungen auf die Europ&auml;ische Union. &Ouml;PNV, Aufwertung von Erziehungsberufen, Zukunft des Transsexuellengesetzes, Rente, Wohnen, Kohleausstieg, Befristung von Arbeitsverh&auml;ltnissen, Teilzeit, Leiharbeit, Arbeitszeitverk&uuml;rzung, Ma&szlig;nahmen gegen Pflegenotstand, sozialer Wohnungsbau, Massentierhaltung &ndash; zu diesen und noch viel mehr Punkten richtet das Programm Forderungen an die europ&auml;ische Ebene.<br>\nIhrem Inhalt nach m&ouml;gen all diese Forderungen in Ordnung gehen. Aber wer wollte das alles wirklich auf europ&auml;ischer Ebene geregelt wissen? Wollen wir, wenn wir im nationalen Rahmen eine Mehrheit f&uuml;r unsere Forderungen erstritten haben, wirklich warten, bis dieselben Mehrheiten in anderen EU-Mitgliedsl&auml;ndern vorliegen, um dann eine europ&auml;ische Richtlinie verabschieden zu k&ouml;nnen, die dann national umzusetzen ist?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2019\/01\/welches-europa-wollen-wir\/?fbclid=IwAR0_Ka0lf6Yf7EnI0CTeOvB-R125Hn-yXX6e9XM7k_nM7FooHWW2KP6PL7I\">Martin H&ouml;pner und Ralf Kr&auml;mer auf Makroskop<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Griechenland &ndash; eine Trag&ouml;die ohne Ende?<\/strong><br>\n(&hellip;) Insgesamt erhielt Griechenland Kredite in H&ouml;he von rund 296 Mrd. &euro;, davon 31,9 Mrd. vom IWF. Die Kreditlaufzeiten liegen bei bis zu 32,5 Jahren. Die deutsche Bundesregierung war mit insgesamt 77,7 Mrd. &euro; dabei. Somit wird der griechische Staat nicht vor 2066 die vollst&auml;ndigen R&uuml;ckzahlungen get&auml;tigt haben.<br>\nUm es deutlich zu sagen: Diese Kredite, B&uuml;rgschaften etc. waren und sind kein Geschenk und keine Gelder der Solidarit&auml;t. Sie m&uuml;ssen mit Zins und Zinseszins zur&uuml;ckgezahlt werden. Sie dienten und dienen ausschlie&szlig;lich dem Ausgleich der Zahlungsbilanz zur Vermeidung eines Staatsbankrotts. In einer Zahlungsbilanz widerspiegelt sich eine Gegen&uuml;berstellung s&auml;mtlicher Forderungen und Verbindlichkeiten eines Staates gegen&uuml;ber dem Ausland f&uuml;r einen bestimmten Zeitraum. Kein Euro der &bdquo;Kredite&ldquo; flo&szlig; je direkt in Hellas&rsquo; Volkswirtschaft. Vielmehr halfen diese &bdquo;Hilfspakete&ldquo; bei der &bdquo;Rettung&ldquo; ausl&auml;ndischer Banken und Konzerne, die im Falle eines Staatsbankrotts oder eines vollst&auml;ndigen Schuldenschnitts leer ausgegangen w&auml;ren. F&uuml;r die Kredit- und B&uuml;rgschaftsgeber war es gleichzeitig ein gutes Gesch&auml;ft. So machte das bundesdeutsche Finanzministerium mit dem ersten &bdquo;Rettungspaket&ldquo; bei einer Verzinsung von satten 4,8 % und durch den Ankauf von griechischen Staatsanleihen 2,9 Mrd. &euro; Gewinn. Der deutsche Staat &bdquo;verdiente&ldquo; sozusagen kr&auml;ftig am Elend eines Euro-&bdquo;Freundes&ldquo;. Die doppelgesichtige Europ&auml;ische Zentralbank (EZB) als Steuerungsorgan f&uuml;r die gemeinsame Geld- und W&auml;hrungspolitik vergab und vergibt gleichzeitig Kredite durch den Ankauf zweifelhafter Wertpapiere (z. B. Staatsanleihen) f&uuml;r bed&uuml;rftige EU-Staaten zu g&uuml;nstigen Bedingungen. Der Leitzins f&uuml;r die Geldversorgung f&uuml;r Gesch&auml;ftsbanken liegt seit M&auml;rz 2016 bei 0,0 Prozent. Die Griechen zahlen im Gegensatz dazu nicht nur hohe Zinsen, sondern einen hohen Preis f&uuml;r die &bdquo;solidarische Hilfe&ldquo;. Eine brutale &bdquo;Troika&ldquo; (EU, EZB, IWF) zwang den Griechen eine Reihe von Auflagen auf, die einen Ausverkauf des Landes darstellen&hellip;<br>\n(&hellip;) Die hohe Verschuldung Griechenlands ist ein Ergebnis jahrzehntelanger Auspl&uuml;nderung durch die internationale Finanzindustrie in Verbindung mit der nationalen Oligarchie. Sie und ihre Verm&ouml;gen blieben bei der vermeintlichen Rettung unangetastet. EU, EZB und IWF haben in Wirklichkeit nur Banken, Versicherungen und Hedgefonds gerettet. Den Griechen wurden dabei noch mehr B&uuml;rden aufgehalst, als es bei einem Staatsbankrott der Fall gewesen w&auml;re. Griechenland wird aus dem Schulden Karussell nicht herauskommen, da eine hohe Staatsverschuldung zum System geh&ouml;rt. Eine wirkliche L&ouml;sung der griechischen Trag&ouml;die kann nur durch die R&uuml;ckgewinnung der Souver&auml;nit&auml;t &uuml;ber die eigene wirtschaftliche Entwicklung unabh&auml;ngig von EU und Euroraum erreicht werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/rotfuchs.net\/files\/rotfuchs-ausgaben-pdf\/2019\/RF-252-01-19.pdf\">Rotfuchs<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Der langsame Abschied vom Neoliberalismus<\/strong><br>\nDer Sieg des linken Kandidaten Andr&eacute;s Manuel L&oacute;pez Obrador bei den Pr&auml;sidentschaftswahlen im Juli 2018 markiert in Mexiko einen historischen Meilenstein.<br>\nNach zwei wahrscheinlich manipulierten Wahlen in den Jahren 1988 und 2006 hat die mexikanische Linke endlich ein Regierungsmandat f&uuml;r einen langen und komplizierten Prozess demokratischer Reformen errungen. Auf einem Kontinent, in dem die Linke in den letzten Jahren zahlreiche R&uuml;ckschl&auml;ge erlitten hat, gibt der Sieg L&oacute;pez Obradors Hoffnung auf eine Trendwende. F&uuml;r die gro&szlig;en &Uuml;bel, die das Land plagen &ndash; soziale Ungleichheit, wirtschaftliche Stagnation, allgegenw&auml;rtige Korruption und kriegerische Gewalt &ndash; macht er den Neoliberalismus verantwortlich.<br>\nDabei zielt L&oacute;pez Obradors Rhetorik klar auf die &ouml;ffentliche Wahrnehmung, die auf den vielen gescheiterten  Versprechen der neoliberalen Ideologie fu&szlig;t. In den 1980er Jahren versuchte die Regierung, die notleidende Bev&ouml;lkerung zu befrieden, indem sie die Opfer der Strukturanpassungsprogramme des IWF als notwendig f&uuml;r ein starkes Wirtschaftswachstum erkl&auml;rte. Zehn Jahre sp&auml;ter wurde das North American Free Trade Agreement (NAFTA) als Roadmap in die Erste Welt verkauft. Und die 2013 eingeleitete Reform zur Privatisierung der &Ouml;lindustrie unter Pr&auml;sident Enrique Pe&ntilde;a Nieto soll ausl&auml;ndisches Kapital anziehen. Das &Ouml;l &ndash; Mexiko ist noch knapp vor Venezuela der elftgr&ouml;&szlig;te &Ouml;lproduzent der Welt &ndash; wurde 1938 vom popul&auml;ren Pr&auml;sidenten L&aacute;zaro C&aacute;rdenas in einem k&uuml;hnen politischen Schritt verstaatlicht. Begr&uuml;ndet wurde der offene Angriff auf einen so entscheidenden Sektor des Staates erneut mit optimistischen Wirtschaftsprognosen, die &auml;hnliche Wachstumsraten wie die der &bdquo;asiatischen Tiger&ldquo; vorhersagten.<br>\nDie Wahrheit ist, dass sich die Lebensbedingungen nach Jahrzehnten endloser neoliberaler Reformen soweit verschlechtert haben, dass die Verteidiger des Status quo wenig zu bieten hatten&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2019\/01\/der-langsame-abschied-vom-neoliberalismus\/\">Makroskop<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Mangelnde Anbindung<\/strong><br>\nF&uuml;r St&auml;dte &uuml;ber 100.000 Einwohner verlangen die Gr&uuml;nen ein Recht auf eine Fernverkehrsanbindung Viele Gro&szlig;st&auml;dte seien inzwischen quasi abgekoppelt &ndash; das schade dem gesellschaftlichen Zusammenhalt.<br>\nDie Gr&uuml;nen sehen in der Krise der Bahn einen Grund f&uuml;r einen Vertrauensverlust der Bev&ouml;lkerung in den Staat. &ldquo;Das jahrelange Missmanagement und die politisch gest&uuml;tzte Fehlleistung l&ouml;st f&uuml;r Millionen Menschen jeden Tag von Neuem das Gef&uuml;hl aus, dass bei uns im Land irgendwas grundlegend nicht funktioniert&rdquo;, sagte die Fraktionsvorsitzende der Gr&uuml;nen im Bundestag, Katrin G&ouml;ring-Eckardt, dem SPIEGEL.<br>\nDeswegen fordert sie: &ldquo;Jede Gro&szlig;stadt ab 100.000 Einwohner soll ein Recht auf eine Fernverkehrsanbindung, mindestens einmal in der Stunde, haben.&rdquo;<br>\nDie neue ICE-Strecke von Berlin nach M&uuml;nchen sei toll f&uuml;r viele Menschen in beiden Metropolen. Das gleichzeitige Ende von immer mehr Regionalverbindungen bedeute aber ein Problem f&uuml;r Menschen &uuml;berall in Deutschland.<br>\n&ldquo;Es gibt St&auml;dte wie Chemnitz, die sind ganz vom Fernverkehr abgekoppelt. Es fahren weder ICE, noch IC oder EC. Dann gibt es zahlreiche Gro&szlig;st&auml;dte wie Trier, Krefeld oder Magdeburg, die sind nur symbolisch angebunden. Da f&auml;hrt manchmal nur ein Fernzug pro Tag&rdquo;, so G&ouml;ring-Eckardt. Das versch&auml;rfe das Problem der ungleichen Lebensverh&auml;ltnisse, schade dem gesellschaftlichen Zusammenhalt und dem Vertrauen in den Staat.<br>\nPartei sucht die Schuld bei der Bundesregierung<br>\nBereits am Dienstag hatten die Gr&uuml;nen die Verantwortung f&uuml;r die Probleme der Deutschen Bahn vor allem der Bundesregierung angelastet. Laut Matthias Gastel, bahnpolitischer Sprecher der Gr&uuml;nen, habe die Regierung vers&auml;umt, Wettbewerbsverzerrungen abzubauen, das Bahnnetz zu erweitern und Verkehr von der Stra&szlig;e auf die Schiene zu verlagern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/gruene-fordern-recht-auf-fernzuege-fuer-grossstaedte-a-1248110.html\">SPIEGEL<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Die Gr&uuml;nen sind schon eine der peinlichsten Parteien &uuml;berhaupt: in der Opposition pr&auml;chtig gegen alles, was sie in der Regierungszeit jahrelang verbrochen haben. Denn die Gr&uuml;nen haben 1993 der Privatisierung Deutschen Bahn zugestimmt und von 1998 bis 2005 dem immer weitergehenden Abbau des Schienennetzes zugeschaut, den schon damals geplanten B&ouml;rsengang der Bahn zumindest nicht aktiv behindert. Die Bundesregierung ist schuld am sehr schlechten Zustand der Bahn: da w&uuml;rde ich zustimmen, aber das gilt dann nicht nur f&uuml;r die amtierende Regierung unter Merkel, sondern alle vorher inklusive der rot-gr&uuml;nen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Privatisierung abgesagt: Bund beh&auml;lt Toll Collect<\/strong><br>\nDer Bund wird den Lkw-Mautbetreiber Toll Collect entgegen fr&uuml;herer Pl&auml;ne nicht wieder privatisieren. Es w&uuml;rde einfach weniger Geld auf der Strecke bleiben.<br>\nDer Bund wird k&uuml;nftig die Maut f&uuml;r schwere Lkw auf Autobahnen und Bundesstra&szlig;en selbst eintreiben. Der Mautbetreiber Toll Collect werde daher auf Dauer im Staatsbesitz bleiben, teilte Verkehrsminister Andreas Scheuer am Dienstag in Berlin mit. Die Entscheidung &uuml;berrascht &ndash; urspr&uuml;nglich war geplant, den Auftrag zum Eintreiben der Maut wieder auszuschreiben. Eine neue Berechnung habe jedoch gezeigt, dass der Betrieb in Eigenregie f&uuml;r den Bund g&uuml;nstiger sei, sagte Scheuer.<br>\nDer Bund erwartet in den n&auml;chsten Jahren jeweils rund 7,2 Milliarden Euro an Einnahmen aus der Stra&szlig;engeb&uuml;hr f&uuml;r die Lastwagen. Nach den Vorstellungen des Bundesverkehrsministers sollToll Collect k&uuml;nftig auch bei der Kontrolle der geplanten Pkw-Maut eine Rolle spielen. So k&ouml;nne eine zus&auml;tzliche Kamera an den Kontrollbr&uuml;cken auch Autos erfassen.<br>\nDer bisherige Vertrag mit dem Mautbetreiber Toll Collect war am 31. August ausgelaufen&hellip;<br>\nInstrument f&uuml;r Verkehrswende?<br>\nDie Maut k&ouml;nnte f&uuml;r die Bundesregierung auf l&auml;ngere Sicht noch eine gr&ouml;&szlig;ere Bedeutung bekommen, etwa wenn es um die sogenannte klimafreundliche Verkehrswende geht. &Uuml;ber das Geb&uuml;hrensystem auf Autobahnen und Bundesstra&szlig;en k&ouml;nnen etwa Elektro-Autos gef&ouml;rdert oder der Lkw-Verkehr st&auml;rker mit Umwelt-Abgaben belastet werden. Die Bundesregierung will in diesem Jahr ein Klimaschutzgesetz beschlie&szlig;en. Der Verkehrssektor steht hier besonders im Blick, da er seit 1990 den Aussto&szlig; des Treibhausgases CO2 nicht reduzieren konnte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/privatisierung-abgesagt-bund-behaelt-toll-collect-a-1248182.html\">SPON<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Diese Entscheidung ist zu begr&uuml;&szlig;en. Man fragt sich nur, warum diese richtigen Erkenntnisse sich erst jetzt durchgesetzt haben und ob die Bundesregierung mit dieser Begr&uuml;ndung nicht auch andere privatisierte Dienstleistungen zur&uuml;ck in den Staat eingliedern m&uuml;sste.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Subventionen f&uuml;r Betrugsmotor: Ermittlungen gegen VW-Mitarbeiter eingestellt<\/strong><br>\n400 Millionen Euro in Form von Subventionen hatte VW erhalten, um einen umweltfreundlichen Dieselmotor zu entwickeln. Es folgte: die Entwicklung eines Betrugsmotors.<br>\nEin Verfahren gegen Mitarbeiter des Konzerns wird nun dennoch eingestellt. Nach deutschem Recht sei der Vorgang nicht strafbar und zudem verj&auml;hrt.<br>\nIrgendwie steckt diese Geschichte voller unfreiwilliger Ironie: Da erh&auml;lt ein Konzern einen Millionenzuschuss f&uuml;r einen umweltfreundlichen Motor und heraus kommt: ein Skandal.<br>\nEs geht nat&uuml;rlich um VW. Der Konzern hat vor Jahren Kredite von der Europ&auml;ischen Investitionsbank (EIB) in H&ouml;he von 400 Millionen Euro &uuml;berwiesen bekommen, um einen neuen umweltfreundlichen Motor zu entwickeln. Am Ende soll ausgerechnet jener Dieselmotor mit dem Namen EA 189 gestanden sein, der durch die Abgasaff&auml;re bekannt wurde. 400 Millionen Euro &ndash; f&uuml;r was eigentlich?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/vw-abgasskandal-diesel-1.4288507\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>N&auml;chste US-Truppenrotation f&uuml;r &sbquo;Atlantic Resolve&lsquo;: Mehr Sichtbarkeit in Deutschland<\/strong><br>\nSeit nunmehr zwei Jahren haben die USA ihre Truppenpr&auml;senz in Europa deutlich aufgestockt: Im Rahmen der Operation Atlantic Resolve soll durch die rotierende Pr&auml;senz von zwei zus&auml;tzlichen US-Kampfbrigaden in den osteurop&auml;ischen NATO-Staaten die Abschreckung vor allem gegen&uuml;ber Russland demonstriert werden. Ausgangspunkt daf&uuml;r sind die Beschl&uuml;sse auf dem NATO-Gipfel in Wales 2014 mit dem so genannten Readiness Action Plan.<br>\n(&hellip;) Und in den n&auml;chsten Wochen steht die nunmehr vierte Rotation der beiden Kampfbrigaden an &ndash; mit Deutschland als Durchmarsch-, teilweise aber auch als Stationierungsgebiet.<br>\nDabei setzt die U.S. Army Europe erkennbar auf eine sichtbarere Pr&auml;senz gerade in Deutschland. Teile der Panzerbrigade werden ihren Weg vom Anlande Hafen &ndash; diesmal Antwerpen und nicht wie zuvor Bremerhaven &ndash; quer durch Deutschland zum Haupt-Stationierungsort Zagan in Polen auch auf dem Stra&szlig;enweg zur&uuml;cklegen. Quer durch Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen. Rund 400 der insgesamt mehr als 2.000 Fahrzeuge werden zwischen Ende Januar und Mitte Februar in Konvois von etwa 20 Fahrzeugen unterwegs sein &ndash; allerdings keine Kettenfahrzeuge und damit auch keine Kampfpanzer.<br>\nDie Pr&auml;senz der Truppen in Polen, teilweise auch im Baltikum und in Rum&auml;nien und Bulgarien, dient dem Aufbau eines Abschreckungsszenarios, sagt der deutsche Brigadegeneral Hartmut Renk, der als Chef des Stabes der U.S. Army Europe die Rotation der US-Truppen organisiert: Wir wollen jedem potenziellen Gegner deutlich machen, dass es gegen die NATO und NATO-Europa keine milit&auml;rische Option gibt.<br>\nIn diesem Fall hat Renk, der dritte Bundeswehr-Offizier auf dem Stabschef-Posten Posten im US-Heereshauptquartier in Wiesbaden, allerdings offensichtlich eine zus&auml;tzliche Aufgabe: Den Deutschen, Beh&ouml;rden wie Bev&ouml;lkerung, Sinn und Notwendigkeit des Truppenaufmarsches quer durch Deutschland nahezubringen.<br>\n(&hellip;) Der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, verband schon mal die aktuellen Planungen f&uuml;r Atlantic Resolve mit der langen Geschichte der US-Truppen im Nachkriegsdeutschland.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/augengeradeaus.net\/2019\/01\/naechste-us-truppenrotation-fuer-atlantic-resolve-mehr-sichtbarkeit-in-deutschland\/\">Augen geradeaus!<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Die USA k&ouml;nnen sich auch mit Pr&auml;sident Trump auf Deutschland als Vasall f&uuml;r die Aufrechterhaltung ihres Imperiums verlassen &hellip;<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Tarnkappenbomber kaufen!<\/strong><br>\nDeutschlands Luftwaffe braucht Ersatz f&uuml;r den museumsreifen Tornado. Daf&uuml;r sollten der Eurofighter weiterentwickelt &ndash; und US-Tarnkappenbomber gekauft werden.<br>\nDie Bundeswehr ist bei den Nato-Streitkr&auml;ften ein gesch&auml;tzter Partner. Unsere Soldaten sind f&uuml;r ihre gute Ausbildung und ihre L&ouml;sungsorientierung bekannt. Die Bundesregierung dagegen wird nicht ansatzweise so gesch&auml;tzt. Ein wesentlicher Grund daf&uuml;r ist die jahrelange Weigerung, in die materielle Ausstattung der Bundeswehr zu investieren. Das ist kein Selbstzweck, sondern zwingend n&ouml;tig, damit Deutschland seine B&uuml;ndnispflichten innerhalb der Nato erf&uuml;llen kann.<br>\nAngesichts der aktuellen Bedrohungslagen reicht es nicht, diese B&uuml;ndnispflichten wortreich zu best&auml;tigen. Schlie&szlig;lich muss die Bundeswehr auch materiell in der Lage sein, ihren Beitrag zu leisten und glaubhaft Abschreckungspotenzial gegen aggressive Au&szlig;enpolitik &ndash; etwa des russischen Pr&auml;sidenten Wladimir Putin &ndash; zu bieten.<br>\n(&hellip;) Die interessanteste Option ist ein Kauf des F-35 &ndash; das modernste Tarnkappenkampfflugzeug der USA, Indienststellung 2015. Der Beschaffungspreis der F-35 liegt zwischen der F-18 und dem vergleichsweise teuren Eurofighter. Die Kosten f&uuml;r Unterhalt und Flugbetrieb d&uuml;rften absehbar die des Eurofighters nicht &uuml;bersteigen. Entsprechende Kostenvergleiche wurden beispielsweise in D&auml;nemark bereits angestellt. Die Leistungsf&auml;higkeit des F-35 ist jedoch ungleich h&ouml;her&hellip;.<br>\n(&hellip;) Die sinnvollste L&ouml;sung ist deshalb, zeitnah eine kleinere St&uuml;ckzahl der F-35 &ndash; etwa ein Geschwader mit 35 bis 40 Flugzeugen &ndash; anzuschaffen, um unsere Aufgabe der nuklearen Teilhabe innerhalb der Nato zu erf&uuml;llen.<br>\nF&uuml;r die anderen Aufgaben der derzeit genutzten 93 Tornados, etwa die Aufkl&auml;rung aus der Luft, kann der Eurofighter fortentwickelt werden. Mit dem Erwerb von zus&auml;tzlichen Exemplaren und dem sp&auml;teren &Uuml;bergang dieser Aufgaben auf die in den Anf&auml;ngen stehende deutsch-franz&ouml;sische Gemeinschaftsentwicklung w&uuml;rde auch ein Signal der Entspannung nach Paris gesendet. Denn so halten wir am gemeinsamen europ&auml;ischen Zukunftsprojekt FCAS fest. Nicht nur sicherheitspolitische, sondern auch r&uuml;stungspolitische Interessen k&ouml;nnen so gewahrt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2019-01\/luftwaffe-bundeswehr-f-35-us-tarnkappenbomber-eurofighter\/komplettansicht\">Zeit<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong> Nach dem &uuml;blichen Hinweis auf Deutschlands B&uuml;ndnispflichten innerhalb der Nato und einem unvermeidlichen Seitenhieb auf die &bdquo;aggressive Au&szlig;enpolitik&ldquo; von Putin empfiehlt Marcus Faber der Bundesregierung, 35 bis 40 F-35 Tarnkappenbomber der amerikanischen R&uuml;stungsfirma Lockheed Martin zu kaufen. Preis pro Flugzeug um die 90 Millionen $. Zusammen also lockere 3 Milliarden &euro;. Das sei &bdquo;die sinnvollste L&ouml;sung&ldquo;. Ich finde, die sinnvollste L&ouml;sung w&auml;re, aus der Nato auszutreten, sich mit Russland zu verst&auml;ndigen, das Wettr&uuml;sten zu beenden und das Geld endlich f&uuml;r wirklich sinnvolle Zwecke zu verwenden<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Akademischer Beobachter ratlos<\/strong><br>\n(&hellip;) Das harsche Urteil h&auml;ngt damit zusammen, dass J&uuml;rgen Habermas und viele andere Abschied nehmen m&uuml;ssen vom Wolkenkuckucksheim eines politisch vereinten Europas&hellip;Nichts hat mit der Realit&auml;t weniger zu tun, als der Wunsch nach einem Europa mit einer Zentralregierung an der Spitze und einem Parlament, das mit Mehrheit entscheidet, was zum Beispiel in Frankreich oder in Deutschland zu geschehen hat. Jetzt kam Habermas zu dem Ergebnis: &raquo;Wenn Sie mich nicht als Staatsb&uuml;rger, sondern als akademischen Beobachter nach meiner Gesamteinsch&auml;tzung fragen, muss ich gestehen, im Augenblick keine ermutigenden Tendenzen zu erkennen.&laquo; (Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik 11\/2018)<br>\n(&hellip;) Emmanuel Macrons bejubelter Vorschlag, die Eurozone mit einem eigenem Haushalt und einem eigenem Finanzminister auszustatten, hatte von vornherein wenig Aussicht auf Erfolg. Er setzt voraus, dass die Beteiligten die Verf&uuml;gungsgewalt &uuml;ber einen Teil ihrer Steuereinnahmen und damit ihrer nationalen Souver&auml;nit&auml;t preisgeben. Die Grande Nation selbst w&auml;re die Letzte, die sich dazu bereitf&auml;nde. Was im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung unter dem Stichwort &raquo;Aufbruch f&uuml;r Europa&laquo; aufgelistet wird, steht unter einem Generalvorbehalt, der da lautet: &raquo;Die Rechte der nationalen Parlamente bleiben davon unber&uuml;hrt.&laquo;<br>\nMit Macrons Idee einer &raquo;Europ&auml;ischen Armee zur Verteidigung Europas&laquo;, der ja auch andere anh&auml;ngen, verh&auml;lt es sich nicht anders&hellip;<br>\n(&hellip;) Der Brexit mag vielerlei Gr&uuml;nde haben. Den Ausschlag gab der verletzte Nationalstolz der Briten, der sich nicht damit abfinden will, Entscheidungen von nationalem Interesse nur in Absprache mit der EU-Kommission in Br&uuml;ssel treffen zu k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ossietzky.net\/1-2019&amp;textfile=4629\">Ossietzky<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Macron&rsquo;s &bdquo;Nationale Debatte&ldquo;<\/strong><br>\nFrankreichs Pr&auml;sident Macron hat die &bdquo;nationale Debatte&ldquo; er&ouml;ffnet, die er als Reaktion auf die &bdquo;Gelbwesten&ldquo;-Proteste ins Leben gerufen hat. Den direkten Kontakt zu den B&uuml;rgern sucht er bei dem Auftakt jedoch nicht.<br>\nEmmanuel Macron will die &bdquo;Gelbwesten&ldquo;-Krise als eine Chance f&uuml;r Frankreich begreifen. Das hat der Pr&auml;sident zum Auftakt der &bdquo;nationalen Debatte&ldquo; in der Sporthalle von Grand Bourgtheroulde in der Normandie bekundet. &bdquo;Die aktuelle Periode stellt uns vor gro&szlig;e Herausforderungen&ldquo;, sagte er vor 600 B&uuml;rgermeistern aus der Normandie. Frankreich sei von sozialen, wirtschaftlichen und demokratischen Bruchlinien zerrissen, sagte Macron. Den Kontakt mit der Bev&ouml;lkerung suchte der Pr&auml;sident am Dienstag nicht. Die 3700-Einwohner-Ortschaft war von 1200 Polizeikr&auml;ften weitr&auml;umig abgeriegelt worden, alle Zugangsstra&szlig;en wurden kontrolliert. Eine Versammlung von Mitgliedern der &bdquo;Gelbwesten&ldquo;-Bewegung wurde nur an einem weit vom Stadtzentrum entfernten Stra&szlig;enkreisel geduldet Unter den Einheimischen kam es zu Unmutsbekundungen, weil auch sie von den Sicherheitskr&auml;ften hinter Barrieren zur&uuml;ckgedr&auml;ngt wurden.<br>\nMacron sprach nur kurze einleitende Worte und stellte in Aussicht, dass es bei der Debatte &bdquo;keine Tabus&ldquo; geben werde. Er habe in seinem Brief an die Franzosen 35 Fragen formuliert, aber &bdquo;alle Fragen sind erlaubt&ldquo;.<br>\n&bdquo;Das Vertrauen in die Politik ist zerst&ouml;rt&ldquo;<br>\nMacron hatte in seinem Brief an die Franzosen darauf hingewiesen, dass es nicht darum gehen k&ouml;nne, die Steuerreform zur&uuml;ckzunehmen&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/macrons-nationale-debatte-alle-fragen-sind-erlaubt-15990191.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Eine phantastische Simulation von Demokratie. Man kann alles fragen und &uuml;ber alles sprechen, aber Macron hat schon angek&uuml;ndigt, die hier wieder einmal gefordert Verm&ouml;gensteuer ISF nicht <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Kritik-an-Macrons-Rede-Mogelpackung-4247502.html?seite=all\">wieder einzuf&uuml;hren<\/a> und an den gro&szlig;en Linien seiner neoliberalen &ldquo;Reformen&rdquo; nicht r&uuml;tteln zu wollen. Wozu dann all diese Veranstaltungen, wenn das Ergebnis im Wesentlichen feststeht? Was ist das f&uuml;r eine Simulation von B&uuml;rgerdialog, wenn nur B&uuml;rgermeister (also auch schon Politiker, im weiteren Sinne Eliten) eingeladen und das &ldquo;normale Volk &rdquo; ausgeschlossen ist? Nebenbei schafft es Macron sogar, da&szlig; zwar &uuml;ber die relativ kleine ISF, deren Abschaffung den Staat 3 Milliarden Euro j&auml;hrlich kostet, gesprochen wird, aber nicht &uuml;ber die allergr&ouml;&szlig;ten Steuergeschenke, 20 Milliarden j&auml;hrlich bei der <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/haushaltspolitik-frankreich-will-die-unternehmenssteuer-senken\/20049262.html\">K&ouml;rperschaftsteuer<\/a>, deren Senkung nur um ein paar Monate verschoben ist. Die &ldquo;Gelbwesten&rdquo; verweigern zu Recht die Teilnahme an einer solchen Scharade.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Ganz Indien streikt, die Presse schweigt<\/strong><br>\nExtremer Billiglohn, brutale Arbeitsbedingungen, Elend und Kinderarbeit: Wer wissen will, wo ein Gro&szlig;teil unserer Kleidung und zahlreiches technisches Spielzeug produziert wird, blicke zum Beispiel nach Indien. Millionen von Menschen schuften dort wie Sklaven f&uuml;r den Wohlstand unserer westlichen Lebenswelt. &Uuml;ber die Armut in dem bis kurz nach dem zweiten Weltkrieg von Europa kolonialisierten und bis heute wirtschaftlich ausgepl&uuml;nderten Staat mit mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern wird oft berichtet. Nicht erw&uuml;nscht sind dagegen Informationen &uuml;ber den Widerstand der indischen Bev&ouml;lkerung gegen die Herrschenden. Vergangene Woche ereignete sich in Indien der vielleicht gr&ouml;&szlig;te Streik der Geschichte. Doch niemand au&szlig;er ein paar kleinen linken Bl&auml;ttern berichtete dar&uuml;ber.<br>\nNach Angaben der Dachverb&auml;nde der gr&ouml;&szlig;ten indischen Gewerkschaften, darunter kommunistische und reformistische sowie Frauenverb&auml;nde, legten am vergangenen Dienstag und Mittwoch rund 200 Millionen Arbeiter zugleich ihre Arbeit nieder. Stillgestanden habe die Bahn und das Transportwesen, ein Gro&szlig;teil der Produktion, sogar Banken und staatliche Beh&ouml;rden, wie zuerst das Neue Deutschland (ND) berichtete.<br>\n200 Millionen &ndash; das ist mehr als ein Siebtel der Gesamtbev&ouml;lkerung des einwohnerm&auml;&szlig;ig zweitgr&ouml;&szlig;ten Staats der Welt. Die Streikenden haben massiven Repressionen getrotzt. Damit hatte die indische Regierung gedroht. Im s&uuml;dindischen BundesstaatTamil Nadu etwa k&uuml;ndigte sie gravierende Lohnk&uuml;rzungen f&uuml;r Festangestellte an. Teilzeitbesch&auml;ftigten und Tagel&ouml;hnern drohte sie mit dem Verlust ihres Jobs.<br>\nDemnach richtete sich der Streik vor allem gegen die &Auml;nderung eines Gewerkschaftsgesetzes zugunsten der Industriellen, Aktion&auml;re und Firmenbesitzer. Es erschwere Proteste und Organisation von Arbeitern massiv. Laut Tapan Sen von der Kommunistischen Gewerkschaft Indiens sorge das Gesetz &bdquo;f&uuml;r sklaven&auml;hnliche Bedingungen&ldquo;. Die indische Regierung begr&uuml;ndete die Novelle &auml;hnlich, wie einst der deutsche Altbundeskanzler Gerhard Schr&ouml;der bei der Einf&uuml;hrung der schikan&ouml;sen Hartz-Gesetze: Man m&uuml;sse das Wirtschaftswachstum beschleunigen.<br>\n200 Millionen, das sind 2,6 Prozent der heutigen Weltbev&ouml;lkerung &ndash; so viele muss man erst einmal mobilisieren. Indischen Gewerkschaften ist das gelungen. Ein Weltereignis? Denkste. Denn w&auml;hrend allzu h&auml;ufig einzelne Gewalttaten durch die &uuml;berregionale Presse gehen, herrschte absolute Funkstille &uuml;ber den Generalstreik&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/kenfm.de\/tagesdosis-14-1-2019-ganz-indien-streikt-die-presse-schweigt\/\">Ken FM<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Verfassungsschutzbeobachtung der AfD ist nicht zweckdienlich<\/strong><br>\n&bdquo;Die AfD ist ganz klar eine in weiten Teilen v&ouml;lkisch-rassistische Partei, die die Werte des Grundgesetzes mit F&uuml;&szlig;en tritt Um das festzustellen, reicht es, sich Reden und &Auml;u&szlig;erungen von AfD-Abgeordneten und Funktion&auml;ren anzuh&ouml;ren. Eine geheimdienstliche Aufkl&auml;rung braucht es daf&uuml;r nicht&rdquo;, erkl&auml;rt die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Ulla Jelpke, mit Blick auf Meldungen, denen zufolge das Bundesamt f&uuml;r Verfassungsschutz die AfD nun bundesweit als Pr&uuml;ffall f&uuml;r eine Beobachtung einstufen will. Die Abgeordnete weiter:<br>\n&bdquo;Dass der Verfassungsschutz die AfD jetzt bundesweit ins Visier nehmen will, halte ich angesichts der bisherigen Rolle dieses rechtslastigen Inlandsgeheimdienstes als Besch&uuml;tzer und F&ouml;rderer neofaschistischer Strukturen nicht f&uuml;r zweckdienlich. Zu bef&uuml;rchten ist, dass demn&auml;chst V-Leute des Geheimdienstes in die AfD eingeschleust werden, die wie schon fr&uuml;her bei der NPD nicht zur Aufkl&auml;rung, sondern zur St&auml;rkung und weiteren Radikalisierung der Partei beitragen. Der Verfassungsschutz ist als unkontrollierbarer Geheimdienst ein Fremdk&ouml;rper in unserem demokratischen Rechtsstaat. Er ist selbst Teil des Problems und geh&ouml;rt in dieser Form aufgel&ouml;st.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/verfassungsschutzbeobachtung-der-afd-ist-nicht-zweckdienlich\/\">DIE LINKE<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Erschlagen, erschossen Fall Liebknecht\/Luxemburg<\/strong><br>\nWie in einer Dokumentation des S&uuml;ddeutschen Rundfunks ein Offizierskomplott rekonstruiert wurde<br>\n(&hellip;) Zum Truppen&uuml;bungsplatz bei Berlin wird am 31. Mai 1919 ein teils schon verwester Leichnam gebracht, den am Morgen jenes Tages der Arbeiter Wilhelm Knepel an der Schleuse Untere Freiarchenbr&uuml;cke im Landwehrkanal entdeckt hat. Reichswehrminister Gustav Noske (SPD) wird umgehend informiert, da Grund zu der Annahme besteht, dass es sich um die seit der Nacht vom 15. zum 16. Januar 1919 verschwundene Rosa Luxemburg handelt, die bereits symbolisch in einem leeren Sarg neben Karl Liebknecht zu Grabe getragen wurde als Opfer eines bestialischen Verbrechens, begangen nach ihrer Deportation ins Eden-Hotel, seinerzeit Hauptquartier der Garde-Kavallerie-Sch&uuml;tzen-Division (GKSD) und Bollwerk der Restauration.<br>\nBei der Obduktion in Zossen kann die Identit&auml;t der Toten nicht eindeutig gekl&auml;rt werden. So wird Luxemburgs Sekret&auml;rin und langj&auml;hrige Vertraute Mathilde Jacob hinzugezogen. Die sieht die Tote &ndash; dazu Kleiderreste, Handschuhe, ein goldenes Medaillon &ndash; und wei&szlig;, wer da aus dem Wasser gezogen wurde.<br>\n(&hellip;) Wer warum im Eden-Hotel den Mordbefehl gab, und was danach geschah, ist kaum je so minuti&ouml;s rekonstruiert worden wie in der szenischen Dokumentation Der Fall Liebknecht \/ Luxemburg, die der S&uuml;ddeutsche Rundfunk (SDR) 1969 zum 50. Jahrestag der Tat ausgestrahlt hat. Autor Dieter Ertel st&uuml;tzte sich auf jahrelange Recherchen, deren Ausbeute alles &uuml;bertraf, was bis dahin an Ausk&uuml;nften zum Liebknecht-Luxemburg-Mord vorlag. Zusammen mit dem Faschismus-Forscher Joseph Wulf war er auf das verschwunden geglaubte Protokoll des Prozesses vor dem Feldgericht der GKSD gesto&szlig;en. Darin fand sich dokumentiert, wie zwischen dem 8. und 16. Mai 1919 so getan wurde, als s&auml;&szlig;e man &uuml;ber die M&ouml;rder zu Gericht, tats&auml;chlich aber eine Justizfarce stattfand, was allein dadurch zum Ausdruck kam, dass vor keinem Zivil-, sondern dem Kriegsgericht der GKSD verhandelt wurde. T&auml;ter urteilten &uuml;ber T&auml;ter.<br>\n(&hellip;) Der geschundene, sich aufl&ouml;sende K&ouml;rper Rosa Luxemburgs lie&szlig; wissen, wie weit die F&auml;higkeit des Menschen zur Unmenschlichkeit gehen konnte. Er wurde zum Kainsmal der ersten deutschen Republik, aber auch all derer in der Bundesrepublik Deutschland, die nichts unternahmen, um die noch lebenden T&auml;ter wie Pabst und Souchon zur Rechenschaft zu ziehen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/lutz-herden\/erschlagen-erschossen\">Der Freitag<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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