{"id":48524,"date":"2019-01-17T17:01:24","date_gmt":"2019-01-17T16:01:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48524"},"modified":"2019-01-18T09:56:29","modified_gmt":"2019-01-18T08:56:29","slug":"leserbriefe-zu-interview-andrej-nekrasov-und-zu-aufsteiger-im-kriegstaumel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48524","title":{"rendered":"Leserbriefe zu Interview Andrej Nekrasov und zu \u201eAufsteiger im Kriegstaumel\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die beiden Artikel &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48384\">Von journalistischen Coups, unterschiedlichen Blickwinkeln und der Abscheu vor L&uuml;gen<\/a>&rdquo; und &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48471\">Aufsteiger im Kriegstaumel<\/a>&rdquo; stie&szlig;en bei den Lesern auf gro&szlig;es Interesse. Nachfolgend ver&ouml;ffentlichen wir einige der Leserbriefe.  Einmal mehr ist es interessant zu sehen, aus wie vielen Blickwinkeln man Zusammenh&auml;nge betrachten kann.  Zusammengestellt von <strong>Moritz M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte nds-Redaktion<\/p><p>Sie haben heute und gestern zwei au&szlig;erordentliche Texte publiziert. Zwei Dokonstruktionen des Mythos Freiheit. Einmal sozusagen von au&szlig;en, &uuml;ber den subtilen Intellektuellen Nekrasov (fast) unfreiwilig vollzogen, dem Sie in sehr angemessener Weise Raum f&uuml;r &lsquo;seine Geschichte&rsquo; geben. Ein Lehrst&uuml;ck Brechtschen Ausma&szlig;es &ndash; es w&auml;re wichtig, dieses Lehrst&uuml;ck (zuerst von Telepolis angesto&szlig;en hierzulande) noch weiter zu verbreiten. Absolut exemplarisch, ersetzt die Lekt&uuml;re Tausender von Zeilen.<\/p><p>Exemplarisch und fast schon so radikal wie Derrida in seinen monstr&ouml;sesten Augenblicken: Die Dekonstruktion Joschka Fischers &ndash; beispielhaft vorgenommen als Dekonstruktion eines Freiheitsmythos. Hier mit mehr genuin deutschen Anteilen als die Geschichte Nekrasovs, versteht sich. Eine Dekonstruktion von Innen heraus, in der derjenige wieder aufschimmert, der vorgegebenerweise im und durch den Mythos zerst&ouml;rt worden sein soll. Und er taucht nicht in Form s&auml;chsischer AfD-Funktion&auml;re auf, sondern in Form eines Turnschuh-Schl&auml;gers. Besser, radikaler, unerschrockener geht Journalismus nicht. Wenn dieser Text ganz problemlos durchgeht: es w&uuml;rde mich wundern.<\/p><p>Herzlichen Dank f&uuml;r diesen Journalismus, der zwar eine ungeheurliche Welt blo&szlig;legt, den zu lesen (so paradox es klingen mag) jedoch auch ein gewisses intellektuelles Auftamen bedeutet.<\/p><p>D. Sandmann (nds-Gespr&auml;chskreis K&ouml;ln)<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebes NDS-Team, <\/p><p>vielen Dank f&uuml;r das erhellende Interview von Andrea Drescher mit Andrej Nekrasov. Mir war die Vorgeschichte neu, dass er schon &uuml;ber den Litvinenko-Mord einen Film gedreht hatte. <\/p><p>Ich erinnere mich noch lebhaft, wie ich Anfang 2016 in Fre21 auf einen Artikel von Analitik gesto&szlig;en bin, der den Mord dort zweimal beschrieb: einmal aus der Sicht des russischen Geheimdienstes und dann aus der Sicht des britischen. Es war verbl&uuml;ffend und zugleich komisch, was sich daraus ergab. Die erste Version passte hinten und vorne nicht, dagegen passte die zweite in jeder Hinsicht. Ein h&uuml;bsches Beispiel f&uuml;r Cui bono. Ich habe diesen Artikel immer wieder mal mit Vergn&uuml;gen gelesen und seither bin ich reglm&auml;&szlig;iger Besucher bei Analitik. Hier die Links zum Artikel (in Free21 etwas gek&uuml;rzt): <\/p><ul>\n<li>free21.org &ndash; <a href=\"http:\/\/www.free21.org\/wen-verkaufen-unsere-medien-fuer-bloed-sie-oder-den-fsb\/%20\">Wen verkaufen unsere Medien f&uuml;r bl&ouml;d &ndash; Sie oder den FSB?<\/a><\/li>\n<li>analitik.de &ndash; <a href=\"http:\/\/analitik.de\/2016\/01\/21\/wen-verkaufen-unsere-medien-fuer-bloed-sie-oder-den-fsb\/%20\">Wen verkaufen unsere Medien f&uuml;r bl&ouml;d &ndash; Sie oder den FSB?<\/a><\/li>\n<\/ul><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nBernhard Meyer <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte NDS-Redaktion,<\/p><p>vielleicht lie&szlig;e sich Druck auf ZDF und Arte aufbauen, indem dieser Film von Nekrasov z.B. bei ZDF und Arte bestellt wird. Da die NDS eine gewisse Reichweite besitzen, k&ouml;nnten tausende oder vielleicht auch 10.000 Bestellungen bei ZDF oder Arte die Dollarzeichen in einigen Augen zutagetreten lassen, sodass er doch ver&ouml;ffentlicht wird. Oder als DVD verkauft wird und &uuml;ber Mundpropaganda weitergetragen wird. <\/p><p>Ich fand auf youtube nur die englische Version Nekrasovs.<\/p><p>Soli Gr&uuml;&szlig;e,<\/p><p>Marco Dette<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Nachdenkseiten, <\/p><p>so sehr die Enth&uuml;llungen\/Vorw&uuml;rfe\/Einsch&auml;tzung von Pressefreiheit meinem &ldquo;Bauchgef&uuml;hl&rdquo; entgegenkommen,&nbsp; bei aller Akzeptanz der generellen Kritik, die in dem Interview ge&auml;u&szlig;ert wird: Hier fehlt etwas Wesentliches in dem recht ausf&uuml;hrlichen Interview. Was sind die harten Fakten hinter Litvinenko\/Bowder? Auch der Tod\/Mord an Litvinenko wird anscheinend neu (?) gesehen. Offensichtlich sind die beiden ganz anders zu beurteilen. Aber auch kein kurzer Hinweis tippt n&uuml;chterne Fakten an. <\/p><p> Ja, liebe Nachdenkseiten, gerade in solchen Zusammenh&auml;ngen w&uuml;nsche ich mir von Euch die beschworene journalistische Klarheit und Redlichkeit. <\/p><p>Freundliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nVolker Pfeifer <\/p><p>PS. Oder h&auml;tte man vorher den Film ansehen m&uuml;ssen? <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Nachdenkseiten,<\/p><p>Zum heutigen Artikel &uuml;ber &ldquo;&rdquo;Kriegstaumel wollte ich folgendes anmerken:<\/p><p>Ein Stichwort zur Begr&uuml;ndung und Rechtfertigung des Jugoslawienkrieges war damals: Jugoslawien ist ein &ldquo;V&ouml;lkergef&auml;ngnis&rdquo;. Daher entfachte man nationalistische Aufst&auml;nde und sang Loblieder auf die Nationalit&auml;ten.<\/p><p>Heute braucht und benutzt man gegenteilige Argumente: Nationen sind b&ouml;se und zersprengen das &ldquo;Einheitswerk&rdquo; EU.<\/p><p>Wie mans braucht: Sogenannte &ldquo;Argumente&rdquo; sind damals wie heute oft nur Mittel zum Zweck und werden zu gegenteiligen politischen Zielen verwendet.<\/p><p>Ihr Manfred Kr&auml;mer (M.K.)<\/p><p>P.S.: Vielleicht noch Folgendes: Bei Such-Anfragen zitieren Sie sehr oft &ldquo;Hinweise des Tages&rdquo;. Sie k&ouml;nnen sich vorstellen, dass in den Hinweisen eines Tages gewisse Stichworte zu finden h&auml;ufig fast unm&ouml;glich ist. Frage:<br>\nK&ouml;nnte man nicht die Stichworte in den Antworten fett drucken? (Ausfindig macht Ihr Suchverfahren die Stichworte ja sowieso. Mir ist nat&uuml;rlich klar: Suchaktionen sind auch bei Ihnen recht aufwendig.)<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebes Team,<br>\n&nbsp;<br>\ndanke f&uuml;r diesen Artikel &uuml;ber J. Fischer von Michael Ewert.&nbsp; Bei allem &Auml;rger &uuml;ber die beiden Medien, greenpeace und SZ-Magazin, Fischer wieder aus der alten Mottenkiste herausgeholt zu haben, kommt der &Auml;rger &uuml;ber Fischer viel zu kurz oder besser, er verschwimmt in so vielen Beispielen.<br>\n&nbsp;<br>\nDer Artikel zeigt aber auch, in der Retrospektive von Fischers Verhalten, wie obrigkeitsh&ouml;rig und unterw&uuml;rfig unsere Medien sind. Hat jemand sich &ndash; wie auch immer &ndash; ein Amt ergattert, wird ihm hofiert und der kluge Verstand ausgeschaltet.<br>\n&nbsp;<br>\nDa h&auml;tte Machiavelli aushelfen k&ouml;nnen. Er schreibt sinngem&auml;&szlig;, dass F&uuml;rsten eher einen F&uuml;hrer aus einem unteren Milieu einstellen sollten, als aus einem h&ouml;heren, da der aus dem unteren eher ein JA-Sager sei, als der aus dem h&ouml;heren, da dieser ein Selbstbewusstsein h&auml;tte, der andere aber unter Minderwertigkeitsgef&uuml;hlen litte, nach Oben wolle und f&uuml;r seine Meinung nicht k&auml;mpfen w&uuml;rde. Genau so ein Exemplar ist Fischer gewesen und ist es noch. Womit ich nicht alle &uuml;ber einen Kamm scheren will. Es gibt sicher pr&auml;chtige, starke und faire sozialistische oder sozial-demokratische und Gr&uuml;ne Politiker, die fair und unbestechlich waren und sind. Und es gibt sicher auch angepasste und Ja-sagende Politiker aus einer h&ouml;heren Gesellschaftsschicht, wie die Vergangenheit ja zeigt.<br>\n&nbsp;<br>\nJedenfalls sollten die Medien doch kl&uuml;ger sein und sich von Schr&ouml;der, Fischer und deren Meinung fernhalten. Denn beiden haben wir die soziale Misere nicht nur in Deutschland, sondern auch in der EU und in Afghanistan zu verdanken, sowie die hemmungslose Kriegstreiberei verbunden mit Abwertung der Kriegsgegner. Beide sind todbringende Aufsteiger gewesen, verf&uuml;gen jetzt zwar &uuml;ber viel Geld, das ihre emotionalen L&ouml;cher jedoch nicht stopfen kann. Das k&ouml;nnte nur ein innerer Reifungsprozess, dem, wie es aussieht, sich beide entziehen. Also bleiben sie weiter l&ouml;cherig und verf&uuml;hren andere zum Kriege machen. Krank wie Bush jr. der es auch &ldquo;krachen&rdquo; lassen musste, um sich wohl zu f&uuml;hlen.<br>\n&nbsp;<br>\nBeste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nKarola Schramm<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe NachDenkSeiten-Redaktion, <\/p><p>Die Beschreibung des Joseph Fischer als Karikatur eines Karrieristen ist dem Autor in seinem literarischen Gefecht gegen die Aufsteiger im Kriegstaumel anschaulich geraten. Warum er sich im Text auf gr&uuml;ne Protagonisten beschr&auml;nkt ist zu fragen. Der Kriegstaumel von Gerhard Schr&ouml;der und Rudolf Scharping geh&ouml;rt ebenso in den Kontext. Bei seinem Fakten-Stakkato der ineinander greifenden Informationen wird der Eifer des Autors &uuml;ber das Wirken der Karikierten schriftlich aufzukl&auml;ren\/anzuprangern dem Leser f&ouml;rmlich sp&uuml;rbar gemacht. Ob Michael Ewert dabei immer richtig liegt ist bei einigen Einlassungen fraglich. Woher will er z.B. wissen, dass Helmut Kohl als Kanzler den Jugoslawien-Krieg nicht mitgetragen h&auml;tte? Die Frage ist hypothetisch. Seine Information beruht wohl auf den Aussagen von Willy Wimmer, der als Kohl-Vertrauter &uuml;ber die Skepsis des Alt-Kanzlers gegen&uuml;ber der Au&szlig;enpoltik der USA in diesen Jahren berichtet hatte. Volker R&uuml;he als letzter Verteidigungsminister im Kabinett Kohl war an den Kriegsvorbereitungen gegen Jugoslawien qua Amt beteiligt. <\/p><p>Ein Zusammenhang vom Werdegang des Ralf F&uuml;cks zum libert&auml;ren Elitengehilfe und seiner fr&uuml;heren Mitgliedschaft im Kommunistischen Bund Westdeutschland (KBW), der stalinistisch gewesen sei,&nbsp; wird vom Autor unterstellt. Gibt es da eine Kontinuit&auml;t zu F&uuml;cks&acute; heutiger Rolle als Scharfmacher im neu erfachten kalten Krieg gegen Russland? Hat der Autor Erfahrungen gemacht mit dem damaligen KBW und seinen Mitgliedern? Was war am KBW stalinistisch? Entweder hat Herr Ewert keine hinreichende Kenntnis &uuml;ber den KBW, oder seine Kenntnis &uuml;ber den Stalinismus ist unzureichend. Dazu geh&ouml;rt auch die unzul&auml;ssige Zuschreibung von psychischen Erkrankungen bei widerspr&uuml;chlichen politischen Entscheidungen z.B. bei Antje Vollmer. Diese Fragen bleiben (vorerst) unbeantwortet und sind m.M.n. eine Schw&auml;che im Artikel. <\/p><p>Insgesamt ist es vom Autor verdienstvoll im Text den Ablauf der damaligen Entwicklung zum Krieg mit einer F&uuml;lle an Wissen und pointierter Zuspitzungen &uuml;ber beteiligte Politiker gr&uuml;ner Provenienz nachgezeichnet zu haben. <\/p><p>MfG, Ansgar Lanwert <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><blockquote><p>\nNiemand, der sich auch nur ein wenig mit Geschichte besch&auml;ftigt, wird &uuml;berrascht sein, wenn die Leute, die am lautesten &bdquo;Schlagt alles kaputt!&ldquo; schreien, sp&auml;ter selbst an den Schalthebeln eines neuen Repressionsapparats sitzen.<br>\n&ndash; Noam Chomsky\n<\/p><\/blockquote><p>&nbsp;<br>\nK&ouml;nnten Sie&nbsp; mir vielleicht das Zitat auf Englisch schicken ?<\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nHans-Ulrich B&uuml;nger<br>\nFreudenstadt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die beiden Artikel &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48384\">Von journalistischen Coups, unterschiedlichen Blickwinkeln und der Abscheu vor L&uuml;gen<\/a>&rdquo; und &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48471\">Aufsteiger im Kriegstaumel<\/a>&rdquo; stie&szlig;en bei den Lesern auf gro&szlig;es Interesse. Nachfolgend ver&ouml;ffentlichen wir einige der Leserbriefe. 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