{"id":48529,"date":"2019-01-18T11:29:59","date_gmt":"2019-01-18T10:29:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48529"},"modified":"2019-01-21T07:29:06","modified_gmt":"2019-01-21T06:29:06","slug":"human-rights-watch-menschenrechte-und-meinungsmache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48529","title":{"rendered":"Human Rights Watch: Menschenrechte und Meinungsmache"},"content":{"rendered":"<p>Die Organisation Human Rights Watch (HRW) hat ihren j&auml;hrlichen &bdquo;Weltbericht&ldquo; vorgestellt. Darin nutzt HRW die Menschenrechte f&uuml;r Meinungsmache gegen Konkurrenten des Westens und misst mit zweierlei Ma&szlig;. Von <strong>Tobias Riegel<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6707\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-48529-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190118_Human_Rights_Watch_Menschenrechte_und_Meinungsmache_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190118_Human_Rights_Watch_Menschenrechte_und_Meinungsmache_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190118_Human_Rights_Watch_Menschenrechte_und_Meinungsmache_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190118_Human_Rights_Watch_Menschenrechte_und_Meinungsmache_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=48529-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190118_Human_Rights_Watch_Menschenrechte_und_Meinungsmache_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"190118_Human_Rights_Watch_Menschenrechte_und_Meinungsmache_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Der Tenor des diesj&auml;hrigen <a href=\"https:\/\/www.hrw.org\/world-report\/2019\">&bdquo;Weltberichts&ldquo;<\/a> der Organisation Human Rights Watch deckt sich mit zentralen Aussagen der gro&szlig;en westlichen Medienkonzerne: &bdquo;Wir&ldquo; sind die Guten, und wir m&uuml;ssen das erfolgreiche wirtschaftsliberale System gegen &bdquo;Populisten&ldquo; verteidigen.<\/p><p>Zwar werden in den Berichten auch westliche L&auml;nder kritisiert &ndash; aber erheblich z&ouml;gerlicher als etwa Russland, Syrien oder Venezuela. Und auch f&uuml;r den HRW-Bericht gilt das bekannte Prinzip: Wenn durch Gleichmacherei unterschiedliche Delikte auf eine Stufe gestellt werden, dann ist das f&uuml;r den schlimmeren Verursacher von Vorteil.<\/p><p>Zudem wird etwa zu Deutschland ausschlie&szlig;lich die Innenpolitik thematisiert, w&auml;hrend andere L&auml;nder auch f&uuml;r ihre Au&szlig;enpolitik gegei&szlig;elt werden, etwa Russland wegen Syrien und der Ukraine. Auch das ist vorteilhaft f&uuml;r den wirtschaftsliberalen Block. Denn es ist ein Wesenszug westlicher Politik: Viele der wirklich gravierenden Verbrechen werden &ndash; &uuml;ber geopolitische Kriege und aufgezwungene Handelsabkommen &ndash; ins Ausland verlagert. Wie sieht es also in jenen L&auml;ndern aus, wie wirken dort die westlichen Waffen, die westliche Geopolitik und die westlichen Handelsabkommen? Dieser Aspekt wird von HRW nicht angemessen aufgegriffen. <\/p><p><strong>Human Rights Watch als Teil der westlichen Medienstrategie<\/strong><\/p><p><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Criticism_of_Human_Rights_Watch\">Human Rights Watch<\/a> wird durch diese Haltung Teil einer Medienstrategie, die &bdquo;externe&ldquo; und angeblich &bdquo;unabh&auml;ngige&ldquo; Stimmen und Beurteilungen braucht, um sich besser zu verkaufen. Weitere Beispiele f&uuml;r diese Konstrukte sind mehr oder weniger eindeutig die Reporter Ohne Grenzen, die Syrische Stelle F&uuml;r Menschenrechte oder Amnesty International. <\/p><p>Amnesty International lieferte vor einigen Jahren ein besonders offensichtliches Beispiel f&uuml;r Unterwanderung: So konnte Suzanne Nossel, eine Vertraute von Hillary Clinton, bis in den <a href=\"https:\/\/humanrightsinvestigations.org\/2013\/01\/09\/suzanne-nossel-resigns-amnesty-international-usa-executive-director\/\">Vorstand von Amnesty USA vordringen<\/a>, mutma&szlig;lich um dort die Philosophie der <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Responsibility_to_protect\">&bdquo;Responsibility To Protect&ldquo;<\/a> zu unterst&uuml;tzen. Ein Gipfel der kriegerischen &bdquo;Menschenrechts&ldquo;-Propaganda durch Amnesty war sicher das <a href=\"https:\/\/blog.amnestyusa.org\/asia\/we-get-it\/\">Pro-NATO-Poster von 2012<\/a>.<\/p><p><strong>&bdquo;Enge Beziehungen zur US-Regierung&ldquo;<\/strong><\/p><p>Auch Human Rights Watch kennt dieses Problem der versuchten Unterwanderung durch interessiertes Personal. Das haben die Friedensnobelpreistr&auml;ger Adolfo P&eacute;rez Esquivel und Mairead Maguire sowie &uuml;ber einhundert US-amerikanische und kanadische Akademiker 2014 in einem <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/dokument\/101902\/offener-brief-hrw\">offenen Brief an HRW<\/a> verdeutlicht: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die engen Beziehungen der Organisation HRW mit der Regierung der Vereinigten Staaten stellen jedoch ihre Unabh&auml;ngigkeit in Frage.<br>\nTom Malinowski etwa, leitender Direktor von HRW in Washington, arbeitete zuvor als Sonderberater von Bill Clinton. Au&szlig;erdem war er Redenschreiber von Au&szlig;enministerin Madelaine Albright. Im Jahr 2013 trat er von seiner Stelle bei HRW zur&uuml;ck. Man hatte ihn f&uuml;r das Amt des Unterstaatssekret&auml;rs f&uuml;r die Themen Demokratie und Menschenrechte vorgeschlagen, wo er unter John Kerry t&auml;tig war.<br>\nSusan Manilow, Vizepr&auml;sidentin des Vorstandes von HRW, beschreibt sich selbst als eine &ldquo;alte Freundin von Bill Clinton&rdquo;. Sie sei &ldquo;sehr engagiert&rdquo; in seiner Partei und habe in dutzenden von Veranstaltungen f&uuml;r das Nationalkomitee der Demokratischen Partei &ldquo;als offizielle Gastgeberin fungiert&rdquo;.<br>\nGegenw&auml;rtig besteht das Beraterkomitee von &ldquo;HRW Amerika&rdquo; aus Myles Frechette, fr&uuml;herer Botschafter der USA in Kolumbien, und Michael Shifter, fr&uuml;herer Direktor der &ldquo;Nationalen Stiftung f&uuml;r die Demokratie&rdquo; (NED) in Lateinamerika, die von der US-Regierung finanziert wird. Miguel Diaz, Analytiker der CIA in den 1990er Jahren, arbeitete von 2003 bis 2011 als Berater der HRW-Amerikaabteilung. Heute ist Diaz im US-Au&szlig;enministerium als &ldquo;Vermittler zwischen der Geheimdienstgemeinde und den Experten aus Nichtregierungsorganisationen&rdquo; t&auml;tig.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Eine Messe f&uuml;r John McCain<\/strong><\/p><p>Ein j&uuml;ngerer Moment der Wahrheit folgte nach dem Tod des ber&uuml;hmt-ber&uuml;chtigten US-Politikers John McCain im letzten Sommer: Der <a href=\"https:\/\/www.hrw.org\/news\/2018\/08\/26\/john-mccain-memoriam\">Nachruf von HRW<\/a> trieft nur so vor verdrehten Fakten: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;John S. McCain III (&hellip;) hinterlie&szlig; eine starke Bilanz seines Engagements f&uuml;r die &uuml;berparteiliche F&ouml;rderung und Verteidigung der Menschenrechte in den Vereinigten Staaten und im Ausland. &sbquo;Senator McCain war jahrzehntelang eine mitf&uuml;hlende Stimme f&uuml;r die Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik der USA&lsquo;, sagte Sarah Margon, Washingtoner Direktorin bei Human Rights Watch. &sbquo;Er war nie sch&uuml;chtern, wenn es um sein Engagement f&uuml;r die Grundrechte ging, und konfrontierte h&auml;ufig f&uuml;hrende Politiker der Welt direkt mit ihrer Unterdr&uuml;ckung und ihrem Missbrauch.&lsquo;&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Deutschland bekommt ein &bdquo;gutes Zeugnis&ldquo;<\/strong><\/p><p>Auch beim Thema Migration folgt HRW dem westlichen Mainstream und stellt den Komplex ganz oben auf die Tagesordnung. Zwei Drittel des aktuellen und unangemessen knappen <a href=\"https:\/\/www.hrw.org\/de\/world-report\/2019\/country-chapters\/325804\">HRW-Artikels zu Deutschland<\/a> besch&auml;ftigen sich mit Asyl-Zahlen und dem beh&ouml;rdlichen Umgang mit Zugewanderten. Die einzigen dar&uuml;berhinaus erw&auml;hnten Menschenrechts-Probleme in Deutschland sind HRW zufolge einige Aspekte des Netzwerkdurchsetzungs-Gesetzes und die Befugnis des Bundesnachrichtendienstes, die Kommunikation von Ausl&auml;ndern &uuml;berwachen zu d&uuml;rfen. Etwas kryptisch ist der letzte Satz: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die deutschen Justizbeh&ouml;rden haben ihre Arbeit zur Untersuchung schwerer internationaler Verbrechen im Ausland, darunter in Syrien, fortgesetzt.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>In dieser nebul&ouml;sen Aussage b&uuml;ndelt sich ein Teil der Heuchelei der HRW-Berichte:  Denn hier ist mutma&szlig;lich nicht gemeint, dass Deutschland die v&ouml;lkerrechtswidrig in Syrien agierenden westlichen Milit&auml;rs und ihre islamistischen Verb&uuml;ndeten &bdquo;untersucht&ldquo;. Stattdessen will HRW mit dem Satz wohl auf angebliche Giftgas- und &bdquo;Fassbomben&rdquo;-Attacken durch die syrische Regierung anspielen. Das ist problematisch, gelten einige Aussagen von HRW zu Syrien doch als mindestens fragw&uuml;rdig. Auf diese mutma&szlig;lichen &bdquo;Fake-News&ldquo; der HRW wurde anschlie&szlig;end kriegerische Propaganda gegen Syrien und Russland aufgebaut.<\/p><p><strong>Kriegs-Propaganda zu Syrien?<\/strong><\/p><p>So etwa auf einen HRW-Bericht von 2017, der den Einsatz von Chemiewaffen z.B. im syrischen Chan Scheichun belegen soll. Dieser Bericht steht jedoch auf einem mutma&szlig;lich unseri&ouml;sen Fundament, <a href=\"https:\/\/deutsch.rt.com\/gesellschaft\/53100-neueste-enthullungen-zum-giftgasvorfall-in-syrien-mainstreammedien-verdrehen-weiter\/\">wie RT schreibt<\/a>: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Zun&auml;chst einmal hat HRW keine Untersuchung vor Ort durchgef&uuml;hrt. Die US-Menschenrechtsorganisation verlie&szlig; sich in ihrer Analyse auf Bildmaterial, dass sie von den <a href=\"https:\/\/deutsch.rt.com\/der-nahe-osten\/50409-syrien-al-kaida-chef-lobt-wei%C3%9Fhelme-als-verborgene-soldaten-der-revolution\/\">mit Al-Kaida verbundenen und vom Westen finanzierten<\/a> Wei&szlig;helmen erhalten hatte &ndash; auch die wichtigsten in dem Bericht zu Wort kommenden Zeugen geh&ouml;ren der zweifelhaften Hilfsorganisation an.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>In einem <a href=\"https:\/\/www.hrw.org\/news\/2015\/02\/24\/syria-new-spate-barrel-bomb-attacks\">Bericht vom 24.2.15<\/a> behauptete HRW, dass die Assad-Regierung sogenannte Fassbomben gegen die Zivilbev&ouml;lkerung eingesetzt habe. Dazu ver&ouml;ffentlichte HRW Fotos einer vom B&uuml;rgerkrieg zerst&ouml;rten Gegend. Die Beweisfotos, die die syrische Stadt Daraa zeigen sollen, zeigen aber <a href=\"https:\/\/www.activistpost.com\/2015\/03\/human-rights-watch-fail-uses-photo-of.html\">laut Kritikern<\/a> die Stadt Kobane.<\/p><p>Und bereits 2013 versuchte HRW die westliche Strategie gegen Syrien zu unterst&uuml;tzen, etwa indem die Institution UN-Resolutionen kritisierte und &bdquo;Gerechtigkeit f&uuml;r die Giftgas-Opfer&ldquo; <a href=\"https:\/\/www.foxnews.com\/world\/un-syria-resolution-fails-to-ensure-justice-hrw\">forderte<\/a>: &bdquo;&sbquo;Diese Resolution gew&auml;hrleistet keine Gerechtigkeit f&uuml;r die Vergasung von Hunderten von Kindern und viele andere schwere Verbrechen&lsquo;, sagte Philippe Bolopion vom HRW.<\/p><p><strong>Volle Breitseite gegen Russland: &bdquo;Ein d&uuml;steres Jahr&ldquo;<\/strong><\/p><p>Ein aktueller <a href=\"https:\/\/www.hrw.org\/news\/2019\/01\/17\/russia-bleak-year-human-rights\">HRW-Artikel zu Russland<\/a> setzt den Tenor bereits in der &Uuml;berschrift: &bdquo;Russland: Ein d&uuml;steres Jahr f&uuml;r die Menschenrechte&ldquo;.HRW f&auml;hrt fort: &bdquo;Die russische Regierung hat den Raum f&uuml;r friedliche Meinungsverschiedenheiten, politische Opposition und B&uuml;rgerinitiativen in Russland im Jahr 2018 unerbittlich reduziert.&ldquo; Zudem w&uuml;rden viele &bdquo;Menschenrechtsverteidiger, B&uuml;rgerrechtler, Anw&auml;lte, Oppositionsaktivisten und Durchschnittsb&uuml;rger&ldquo; einen &bdquo;Preis daf&uuml;r zahlen&ldquo;, dass sie sich nicht &bdquo;an die politische Agenda der Regierung gehalten haben&ldquo;. <\/p><p>Der <a href=\"https:\/\/www.hrw.org\/world-report\/2019\/country-chapters\/russia\">L&auml;nderbericht zu Russland<\/a> des aktuellen &bdquo;Weltberichts&ldquo; skandalisiert auch dessen Au&szlig;enpolitik, wovon etwa Deutschland wie gesagt verschont bleibt. Die unterschiedliche Gewichtung von Verbrechen &auml;u&szlig;ert sich auch in unterschiedlichen L&auml;ngen: Der deutsche Artikel fasst knapp 4000 Zeichen, der zu Russland knapp 20.000 Zeichen.<\/p><p>Die nochmals kommunizierte HRW-Haltung zu Syrien und Russland kennt man aus den gro&szlig;en westlichen Medien: &bdquo;Russland spielte neben der syrischen Regierung weiterhin eine wichtige milit&auml;rische Rolle bei Offensiven in regierungsfeindlichen Gebieten, bei denen Schulen, Krankenh&auml;user und zivile Infrastrukturen unterschiedslos angegriffen wurden. Die syrisch-russische Milit&auml;raktion zur Wiedereinnahme Ost-Ghoutas im Februar beinhaltete den Einsatz von international verbotener Streumunition sowie von Brandwaffen, deren Einsatz in bewohnten Gebieten durch das V&ouml;lkerrecht eingeschr&auml;nkt ist.&ldquo;<\/p><p><strong>Von &bdquo;Autokraten&ldquo; und einer syrischen &bdquo;Opposition&ldquo;<\/strong><\/p><p>Und auch <a href=\"https:\/\/www.hrw.org\/de\/news\/2019\/01\/17\/world-report-2019-angriffe-der-autokraten-auf-menschenrechte-stossen-auf-gegenwehr\">ein allgemeiner HRW-Essay<\/a> zum &bdquo;Weltbericht&ldquo; stellt Fakten auf den Kopf und spricht etwa in Syrien von &bdquo;Oppositionsgebieten&ldquo;, die bekriegt werden: &ldquo;Dank der Zur&uuml;ckhaltung der Autokraten beim Schutz der Menschenrechte konnten Gewaltherrscher leichter mit Massengr&auml;ueln davonkommen. Dies galt f&uuml;r Syriens Krieg gegen die Zivilbev&ouml;lkerung in den Oppositionsgebieten (&hellip;). <\/p><p>Einige Stellen des L&auml;nderberichts zu Russland k&ouml;nnten in ihrer tendenzi&ouml;sen Machart direkt von einer britischen oder US-amerikanischen Beh&ouml;rde stammen: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Russland nutzte weiterhin sein Vetorecht im UN-Sicherheitsrat, um die Rechenschaftspflicht f&uuml;r syrische Verbrechen zu blockieren. Nach einem Chemiewaffenangriff auf Douma, bei dem im April Dutzende von Menschen get&ouml;tet wurden, hat Russland gegen eine UN-Resolution gestimmt, um eine neue Untersuchung &uuml;ber den Einsatz chemischer Waffen in Syrien einzuleiten. Im Februar blockierte Russland eine UN-Resolution zur Festlegung eines Waffenstillstands und zur Genehmigung humanit&auml;rer Lieferungen in Ost-Ghouta. Zum Zeitpunkt des Schreibens hatte Russland sein Veto 12 Mal ausge&uuml;bt, um Syrien vor Verurteilung und internationalem Druck zu sch&uuml;tzen, sechs davon im Bereich der Chemiewaffen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Obsession mit Venezuela<\/strong><\/p><p>Ein angesichts der Bedeutung des Landes &uuml;bertrieben erscheinender Fokus des HRW liegt auf Venezuela. Nicht nur wird das Land prominent in der Einleitung skandalisiert. Auch der ausgedehnte <a href=\"https:\/\/www.hrw.org\/world-report\/2019\/country-chapters\/venezuela\">L&auml;nderbericht<\/a> zeichnet ein Bild des Horrors, ohne mit einem Wort auf den militanten Charakter der &bdquo;Opposition&ldquo; einzugehen (etwa von Leopoldo L&oacute;pez ) oder den Wirtschaftskrieg gegen das Land zu thematisieren: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Im Mai gewann Pr&auml;sident Nicol&aacute;s Maduro die Pr&auml;sidentschaftswahlen gegen eine Opposition, die durch jahrelange Unterdr&uuml;ckung der Regierung (&hellip;) stark geschw&auml;cht wurde. (&hellip;) Die Regierung unterdr&uuml;ckt den Dissens durch oft gewaltt&auml;tige Razzien gegen Stra&szlig;enproteste, inhaftiert Gegner und verfolgt Zivilisten vor Milit&auml;rgerichten. (&hellip;) Zum Zeitpunkt des Schreibens verb&uuml;&szlig;te der Oppositionsf&uuml;hrer Leopoldo L&oacute;pez trotz fehlender glaubw&uuml;rdiger Beweise gegen ihn w&auml;hrend einer Demonstration in Caracas im Februar 2014 eine 13-j&auml;hrige Haftstrafe wegen Anstiftung zur Gewalt. (&hellip;) Seit mehr als einem Jahrzehnt hat die Regierung ihre Macht zur Regulierung der Medien erweitert und missbraucht und aggressiv daran gearbeitet, die Zahl der abweichenden Medien zu reduzieren.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Eine &bdquo;Nachrichtenagentur&ldquo; f&uuml;r &bdquo;Menschenrechte&ldquo;<\/strong><\/p><p>In &bdquo;Autokraten&ldquo; wie Nicol&aacute;s Maduro oder Wladimir Putin sieht HRW die tats&auml;chliche Gefahr f&uuml;r die Menschenrechte &ndash; und nicht zuerst in den westlichen Milit&auml;rmaschinen und Handelsabkommen. Das gibt HRW die Gelegenheit, (Zweck-)Optimismus <a href=\"https:\/\/www.hrw.org\/de\/news\/2019\/01\/17\/world-report-2019-angriffe-der-autokraten-auf-menschenrechte-stossen-auf-gegenwehr\">zu verbreiten<\/a>:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Den Menschenrechtsverletzungen von Autokraten wird zunehmend Widerstand entgegengesetzt, so Human Rights Watch heute anl&auml;sslich der Ver&ouml;ffentlichung des World Report 2019. Innerhalb der Europ&auml;ischen Union, bei den Vereinten Nationen und in der ganzen Welt dr&auml;ngen neue Staatenb&uuml;ndnisse, h&auml;ufig mit Unterst&uuml;tzung durch B&uuml;rgerrechtsgruppen und Protestbewegungen, menschenrechtsfeindliche Populisten zur&uuml;ck.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Zwar h&auml;lt sich das Medienecho auf den Bericht in Grenzen, aber langfristig wird damit Politik gemacht werden: Die Urteile des HRW sind nun &bdquo;zitierbar&ldquo; und k&ouml;nnen bei Bedarf gegen Konkurrenten eigesetzt werden, so wie die <a href=\"https:\/\/deutsch.rt.com\/international\/69029-reporter-ohne-grenzen-jahrliche-rangliste\/\">problematische &bdquo;Rangliste&ldquo; der Reporter Ohne Grenzen<\/a>. HRW wirken insofern &auml;hnlich wie Nachrichtenagenturen: Sie werden (bei Bedarf) in zahlreichen Medien identisch und ungepr&uuml;ft wiedergegeben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Organisation Human Rights Watch (HRW) hat ihren j&auml;hrlichen &bdquo;Weltbericht&ldquo; vorgestellt. Darin nutzt HRW die Menschenrechte f&uuml;r Meinungsmache gegen Konkurrenten des Westens und misst mit zweierlei Ma&szlig;. Von <strong>Tobias Riegel<\/strong>.<\/p>\n<p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,20,171,11,161],"tags":[1041,895,2102,1409,2555,304,2071,2455,305,2065,915,259,1553,2556,1556,1333,2360,340],"class_list":["post-48529","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-audio-podcast","category-landerberichte","category-militaereinsaetzekriege","category-strategien-der-meinungsmache","category-wertedebatte","tag-amnesty-international","tag-freihandel","tag-geostrategie","tag-gifteinsatz","tag-human-rights-watch","tag-kriegsverbrechen","tag-maduro-nicolas","tag-mccain-john","tag-menschenrechte","tag-ngo","tag-putin-wladimir","tag-russland","tag-syrien","tag-unterwanderung","tag-usa","tag-venezuela","tag-zivile-opfer","tag-zuwanderung"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/48529","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=48529"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/48529\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48577,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/48529\/revisions\/48577"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=48529"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=48529"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=48529"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}