{"id":48607,"date":"2019-01-22T08:30:52","date_gmt":"2019-01-22T07:30:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48607"},"modified":"2019-01-22T09:21:33","modified_gmt":"2019-01-22T08:21:33","slug":"hinweise-des-tages-3288","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48607","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48607#h01\">Vertrag von Aachen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48607#h02\">Konzerne zahlen zu wenig Steuern in der EU<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48607#h03\">Der Westen &amp; Russland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48607#h04\">Solidarit&auml;t mit der Rebellion der Gilets Jaunes gegen den Neoliberalismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48607#h05\">Reichtum<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48607#h06\">Armut<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48607#h07\">Landeverbot f&uuml;r iranische Airline<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48607#h08\">Selbsternannte Elite in Davos setzt weiter auf Quadratur des Kreises<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48607#h09\">Bedroht Italien die B&ouml;rsen?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48607#h10\">Ich bin immer wieder aufgestanden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48607#h11\">Diese Lobbyisten k&ouml;nnen jederzeit in den Bundestag<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48607#h12\">&bdquo;Ohne Massen keine Ver&auml;nderung&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48607#h13\">Digitalisierung und &Uuml;berwachung in China<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48607#h14\">Australien wird zum &Uuml;berwachungsstaat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48607#h15\">Der tiefe Staat des George H. W. Bush<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48607#h16\">Lesetipp: Jacobin &ndash; Die Anthologie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48607#h17\">So kann es nicht weitergehen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48607#h18\">Das Letzte &ndash; &bdquo;Maischberger&ldquo;: Christian Lindner greift Hartz-IV-Empf&auml;nger an: &bdquo;Geh zum Aldi, guck RTL II&ldquo;<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Vertrag von Aachen<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Was der &ldquo;Vertrag von Aachen&rdquo; verspricht<\/strong><br>\nEr galt als Motor der europ&auml;ischen Einigung: Jetzt wollen Kanzlerin Merkel und Frankreichs Pr&auml;sident Macron den &Eacute;lys&eacute;e-Vertrag in Aachen erg&auml;nzen. Was steht drin? [&hellip;]<br>\nAu&szlig;en-, Europa- und Verteidigungspolitik sollen fortan miteinander abgesprochen werden. Als konkrete Ergebnisse entstehen der deutsch-franz&ouml;sische Ministerrat, der das deutsch-franz&ouml;sische Jugendwerk gr&uuml;ndet. Au&szlig;erdem werden seither Austauschprogramme und St&auml;dtepartnerschaften, eine gemeinsame Hochschule und bilinguale Kinderg&auml;rten gef&ouml;rdert.<br>\n1988 wird der Vertrag unter Bundeskanzler Helmut Kohl und dem franz&ouml;sischen Pr&auml;sidenten Fran&ccedil;ois Mitterand erg&auml;nzt. Dabei werden ein gemeinsamer Finanz- und Wirtschaftsrat, ein Umwelt- und Kulturrat sowie ein Verteidigungs- und Sicherheitsrat gegr&uuml;ndet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/deutsch-franzoesische-freundschaft-der-vertrag-von-aachen-a-1249058.html\">SPON<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Den &bdquo;Vertrag von Aachen&ldquo; kann und muss man wesentlich kritischer als unsere Qualit&auml;tsmedien sehen &hellip;<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Trostpflaster f&uuml;r Macron<\/strong><br>\nNeuer deutsch-franz&ouml;sischer Freundschaftsvertrag bringt gemeinsamen Wirtschaftsraum im Sinne eines Kerneuropa erneut ins Gespr&auml;ch<br>\nWenn am morgigen Dienstag im Kr&ouml;nungssaal des Aachener Rathauses der neue deutsch-franz&ouml;sische Freundschaftsvertrag unterzeichnet wird, geht ein Wunsch von Emmanuel Macron in Erf&uuml;llung: Die &Uuml;bereinkunft in der Nachfolge des &Eacute;lys&eacute;e-Vertrags von 1963 geh&ouml;rte in seiner vielger&uuml;hmten Rede in der Sorbonne im September 2017 zu dem &raquo;Reformpaket&laquo;, mit dem er die EU wieder in Schwung bringen wollte.<br>\nAllerdings ist das neue Abkommen nur noch der k&auml;rgliche Rest des Gesamtpakets, nur ein Trostpflaster. Denn das Kernst&uuml;ck, die Vorschl&auml;ge f&uuml;r die Stabilisierung der Euro-Zone, ist inzwischen auf Merkel&rsquo;sches Ma&szlig; geschrumpft. Weder wird es einen Finanzminister f&uuml;r die Euro-Zone noch ein substantielles eigenes Budget noch ein Euro-Zonen-Parlament geben. Und auch die Vollendung der Bankenunion ist an stabilit&auml;tspolitische Bedingungen aus dem Katechismus der Bundesbank gekn&uuml;pft. Einmal als &raquo;Retter Europas&laquo; angetreten, muss sich Macron jetzt dem deutschen Auf-Sicht-Fahren anbequemen &ndash; und auch das nur auf dem Beifahrersitz.<br>\nDer neue Vertragstext, der jW vorliegt, kann niemanden vom Hocker rei&szlig;en. &raquo;Unambitioniert&laquo; schreibt dann auch prompt Le Monde. Neben viel Euro-Pathos und blumiger Freundschaftsrhetorik enthalten die 28 Artikel jede Menge Absichtserkl&auml;rungen, aber wenig Konkretes. Typisches Beispiel: Die Au&szlig;enpolitik soll enger abgestimmt werden, unter anderem in der UNO (Artikel 8), wo Berlin derzeit einen nicht st&auml;ndigen Sitz im Sicherheitsrat hat. Damit wird &uuml;bert&uuml;ncht, dass der deutsche Finanzminister Olaf Scholz (SPD) k&uuml;rzlich gefordert hatte, den st&auml;ndigen Sitz Frankreichs mit dem dazugeh&ouml;rigen Vetorecht mit Berlin zu teilen. Paris denkt aber nicht im Traum daran, ausgerechnet auf einem Gebiet, wo es den Deutschen noch &uuml;berlegen ist, was abzugeben. Das gleiche gilt f&uuml;r die franz&ouml;sischen Atomraketen &ndash; in Deutschland wird wieder ungeniert &uuml;ber &raquo;atomare Teilhabe&laquo; spekuliert.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/347576.eu-vertr%C3%A4ge-trostpflaster-f%C3%BCr-macron.html\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Nein zum Aachener Aufr&uuml;stungsvertrag<\/strong><br>\nAm 22. Januar 2019 wird im Kr&ouml;nungsaal des Aachener Rathauses der neue deutsch-franz&ouml;sische Freundschaftsvertrag in Erweiterung des &Eacute;lys&eacute;e-Vertrags von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem franz&ouml;sischen Staatspr&auml;sidenten Emmanuel Macron unterzeichnet. Der Vertrag von Aachen soll &ldquo;Begegnungen und den Austausch der B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger&rdquo; unterst&uuml;tzen und eine engere Abstimmung vor EU-Gipfeln auf den Weg bringen. Deutschland und Frankreich halten demnach &ldquo;vor gro&szlig;en europ&auml;ischen Treffen regelm&auml;&szlig;ig Konsultationen auf allen Ebenen ab und bem&uuml;hen sich so, gemeinsame Standpunkte herzustellen und gemeinsame &Auml;u&szlig;erungen der Ministerinnen und Minister herbeizuf&uuml;hren&rdquo;.<br>\nDagegen scheint nichts zu sprechen. Doch der Vertrag hat es in sich. Anders als der Vorl&auml;ufer, der &Eacute;lys&eacute;e-Vertrag von 1963, ist der Vertrag von Aachen im Wesentlichen ein binationaler Aufr&uuml;stungsvertrag. Denn das Kernst&uuml;ck des Vertragswerks sind die Aufr&uuml;stung im Rahmen einer gemeinsamen Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik und eine St&auml;rkung der jeweiligen R&uuml;stungsindustrie, insbesondere durch noch schwammigere R&uuml;stungsexportrichtlinien als die bisher geltenden. Und so liest sich denn der Vertragstext wie ein gemeinsamer Militarismus &agrave; la carte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Nein-zum-Aachener-Aufruestungsvertrag-4283180.html\">Sevim Dagdelen auf Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>Die deutsch-franz&ouml;sische Achse eiert<\/strong><br>\nAm 22. Januar 1963 schlossen Charles de Gaulle und Konrad Adenauer den Elys&eacute;e-Vertrag ab, der das Ende der Jahrhunderte alten &bdquo;Erbfeindschaft&ldquo; zwischen Frankreich und Deutschland symbolisierte. Auf den Tag genau 55 Jahre sp&auml;ter unterzeichnen Merkel und Macron diesen Dienstag in Aachen einen neuen Vertrag.<br>\nDie Idee zu einem Elys&eacute;e-Vertrag 2.0. stammt von Emmanuel Macron. Sie war Bestandteil seiner europapolitischen Reformvorschl&auml;ge, die er in seiner vielger&uuml;hmten Rede an der Sorbonne im September 2017 ank&uuml;ndigte. Er glaubte damals zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen zu k&ouml;nnen: die Eurozone wieder flott und gleichzeitig den Abstieg Frankreichs zum Juniorpartner der Deutschen mindestens wieder r&uuml;ckg&auml;ngig, wenn nicht gar France great again machen zu k&ouml;nnen. Der neue Freundschaftsvertrag war daf&uuml;r als zus&auml;tzliches Gleitmittel gedacht.<br>\nMit dem Versuch, die Eurozone wieder flott zu machen, ist Macron gescheitert. In erster Linie an der Bundesregierung. Das was von seinen Pl&auml;nen &uuml;brig blieb, wurde in der Erkl&auml;rung von Meseberg im Juni 2018 fixiert.[1] Statt eines Eurozonenbudgets in H&ouml;he von &bdquo;mehreren Prozentpunkten des BIP&ldquo; wie er es sich gew&uuml;nscht hatte, gibt es nur die Zusage, sich in den EU-Budgetverhandlungen f&uuml;r einen Sonderposten in unterer zweistelliger Milliardenh&ouml;he einzusetzen. Statt eines europ&auml;ischen W&auml;hrungsfonds wird der Krisenfonds ESM fest etabliert. Statt eines Eurozonen-Finanzminister und -parlaments gibt es &uuml;berhaupt nichts. Und selbst bei der Bankenunion, die auch zehn Jahre nach dem Crash noch immer nicht vollendet ist, steht Berlin auf der Bremse. (&hellip;)<br>\nDer alte Vertrag von 1963 war Symbol f&uuml;r eine historischen Wende: das Ende der Jahrhunderte alten &bdquo;Erbfeindschaft&ldquo; zwischen den beiden L&auml;ndern. Man muss das nicht verkl&auml;ren, es waren damals weniger hehre Gef&uuml;hle aus der Sph&auml;re zwischenmenschlicher Beziehungen, wie Vers&ouml;hnung und Freundschaft, sondern knallharte geopolitische Fakten &ndash; wie die totale Niederlage Deutschlands und der Kalte Krieg &ndash;, die die Rahmenbedingungen des Elys&eacute;e-Vertrags bildeten. Aber es war von historischer Tragweite. Der neue Vertrag ist Ausdruck f&uuml;r das, was heute in den deutsch-franz&ouml;sischen Beziehungen noch geht &ndash; n&auml;mlich sehr, sehr wenig.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2019\/01\/die-deutsch-franzoesische-achse-eiert\/\">Makroskop<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Konzerne zahlen zu wenig Steuern in der EU<\/strong>\n<ul>\n<li>In fast keinem EU-Land zahlen multinationale Konzerne den Steuersatz, der vorgeschrieben ist, fanden die europ&auml;ischen Gr&uuml;nen heraus.<\/li>\n<li>Der gesetzliche Steuersatz f&uuml;r Unternehmen liegt in Deutschland bei 30 Prozent, tats&auml;chlich zahlten die Konzerne nur 20 Prozent. In Luxemburg waren es sogar zwei statt 29 Prozent.<\/li>\n<li>Finanzminister Olaf Scholz lehnt eine Berichterstattungspflicht ab, bei der multinationale Konzerne angeben m&uuml;ssten, in welchem Land sie welchen Umsatz und Gewinn gemacht haben.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wenn ein gro&szlig;es Unternehmen pr&uuml;ft, wo es sich in Europa am besten niederlassen soll, ist ein Faktor besonders ausschlaggebend: die Steuerlast. Auf den ersten Blick ist die H&ouml;he der Abgaben ziemlich leicht herauszufinden. Denn in jedem Land gibt es staatlich festgesetzte Steuers&auml;tze. Doch gelten diese auch tats&auml;chlich? Die Gr&uuml;nen im Europ&auml;ischen Parlament sind der Frage nachgegangen und wollen die Ergebnisse ihrer Untersuchung an diesem Dienstag vorstellen. Der Bericht liegt der S&uuml;ddeutschen Zeitung vor &ndash; und das Fazit ist eindeutig: In keinem Land der Europ&auml;ischen Union &ndash; mit Ausnahme Bulgariens &ndash; stimmt der gesetzlich vorgeschriebene Steuersatz mit jenem &uuml;berein, den multinationale Konzerne im Durchschnitt tats&auml;chlich an den Fiskus abf&uuml;hren.<br>\nAm st&auml;rksten ist diese Abweichung in Luxemburg. Im Gro&szlig;herzogtum liegt der gesetzliche Steuersatz f&uuml;r Unternehmen bei 29 Prozent &ndash; so viel m&uuml;ssten die Firmen eigentlich bezahlen. Doch die Gr&uuml;nen kommen auf eine ganz andere Zahl: auf lediglich zwei Prozent. Auch in Ungarn, den Niederlanden und &Ouml;sterreich ist der Graben zwischen nominalem und effektivem Steuersatz gr&ouml;&szlig;er als im EU-Durchschnitt. Deutschland befindet sich im oberen Mittelfeld: Hierzulande lag die Abgabenlast in den Jahren 2011 bis 2015 bei 30 Prozent; der Untersuchung zufolge f&uuml;hrten Konzerne aber tats&auml;chlich nur 20 Prozent an den Fiskus ab.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/unternehmenssteuern-gruene-eu-1.4296481\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Der Westen &amp; Russland<\/strong><br>\nZur Begleitmusik des Kalten Krieges geh&ouml;rten auf westlicher Seite &uuml;ber die Jahrzehnte immer wieder auch Schreckensszenarien, in denen eine bis an die Z&auml;hne ger&uuml;stete Sowjetunion an der Spitze des Warschauer Paktes durch einen &Uuml;berfall auf die NATO &ndash; gern in Zentraleuropa, an der Nahtstelle der Systeme, also auf deutschem Boden &ndash; den Dritten Weltkrieg vom Zaune brach und ein milit&auml;risch unzureichend ger&uuml;steter Westen um sein &Uuml;berleben k&auml;mpfte. Als prominentes Beispiel ist manchem vielleicht noch &bdquo;The Third World War: The untold story&ldquo; des britischen Ex-Generals Sir John Hackett von 1982 in Erinnerung; deutscher Titel: &bdquo;Welt in Flammen. Der Dritte Weltkrieg: Schauplatz Europa&ldquo;.<br>\nEntsprechende Szenarien gingen in aller Regel von einer mehr oder weniger dramatischen konventionellen &Uuml;berlegenheit des Ostens aus, so dass der Vormarsch gegebenenfalls durch fr&uuml;hzeitigen massiven Einsatz taktischer Kernwaffen durch die NATO gestoppt werden sollte. [&hellip;]<br>\nSeither sind nicht nur der Warschauer Pakt und die einst als &uuml;berm&auml;chtig empfundene Sowjetarmee l&auml;ngst Geschichte, sondern es hat sich das milit&auml;rische Kr&auml;fteverh&auml;ltnis so grundlegend gewandelt, dass, wie Kristin Ven Bruusgaard von der Stanford University im Dezember 2018 in The National Interest lapidar vermerkte, eine konventionelle Auseinandersetzung zwischen Russland und den USA heute &bdquo;nicht fair sein wird, [&hellip;] sie (die Russen &ndash; W.S.) werden verlieren&ldquo;. Und zwar, so w&auml;re zu erg&auml;nzen, umso eher, wenn sich zus&auml;tzlich europ&auml;ische NATO-Staaten beteiligten. Wen dazu milit&auml;rische Zahlenangaben zu Streitkr&auml;ftest&auml;rken und unmittelbar einsetzbaren Best&auml;nden an Gro&szlig;waffensystemen interessieren, der kann unter anderem die aktuelle Ausgabe der &bdquo;Military Balance&ldquo; des Londoner International Institute for Strategic Studies (IISS) zu Rate ziehen. [&hellip;]<br>\nIm Dezember vergangenen Jahres steuerte der britische Denktank Human Security Center (HSC) ein Szenarium bei, dem zufolge es im Fr&uuml;hjahr 2024 &ndash; nach einer &bdquo;unsauberen Wahl von Putins gesalbtem Nachfolger&ldquo; &ndash; zu Protesten in Moskau kommen k&ouml;nnte, die sich trotz staatlicher Gewaltma&szlig;nahmen landesweit ausbreiten. Die herrschende Elite entscheidet daraufhin, dass ein &bdquo;kontrollierter Konflikt mit der NATO [&hellip;] die beste &ndash; oder eher die am wenigsten schlechte &ndash; Option&ldquo; sei, davon abzulenken. Im Visier: Estland, Lettland und Litauen. &bdquo;Wie in anderen vergleichbaren Konflikten wird der russische Angriff durch einer Serie von Anschl&auml;gen unter falscher Flagge gegen Moskaus Interessen ausgel&ouml;st werden.&ldquo;<br>\nSeri&ouml;se deutsche Medien greifen, um dem Publikum die russische Bedrohung plausibel zu machen, nicht zuletzt auf die Expertise ausgewiesener Fachleute zur&uuml;ck. In einem Interview in der Tagesspiegel-Ausgabe vom 6. Dezember war das Joachim Krause, &bdquo;Professor emeritus und Direktor des Institutes f&uuml;r Sicherheitspolitik an der Universit&auml;t Kiel&ldquo;, wie das Blatt mitzuteilen wusste.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/das-blaettchen.de\/2019\/01\/der-westen-russland-%E2%80%93-zum-diskurs-46909.html\">Das Bl&auml;ttchen<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Das Institut f&uuml;r Sicherheitspolitik der Universit&auml;t Kiel (ISPK) sollte unseren Lesern inzwischen ein Begriff sein (<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48281\">Integrity Initiative &ndash; NATO-Propaganda auch in Deutschland<\/a>).<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Solidarit&auml;t mit der Rebellion der Gilets Jaunes gegen den Neoliberalismus<\/strong><br>\n1.Die Gelbwesten-Bewegung geh&ouml;rt zu den bedeutendsten sozialen Bewegungen in Europa seit der Jahrhundertwende. Sie umfasst mehrere Hunderttausend Aktive und hat die Sympathie einer gro&szlig;en Mehrheit der Bev&ouml;lkerung in Frankreich. Sie f&auml;llt deutlich aus dem Rahmen der bekannten Protestbewegungen von Gewerkschaften und linken Organisationen gegen die neoliberale Politik, Kampagnen zivilgesellschaftlicher Organisationen, oder auch von Bewegungen wie Occupy oder Nuit Debout.<br>\n2.Die Gilets Jaunes haben ihren Ursprung unter den Verlierern der neoliberalen Globalisierung, die sich vom etablierten politischen System nicht mehr repr&auml;sentiert sehen. Viele Gelbwesten hatten bisher noch nie an Protesten teilgenommen. Initiiert wurde die Bewegung von unorganisierten Einzelpersonen, die sich politisch weder als rechts noch links verorten und sich explizit von Gewerkschaften und politischen Parteien &ndash; auch der Linken &ndash; distanzieren. Sie lehnen feste Strukturen und Repr&auml;sentanten der Gesamtbewegung ab. Bisher ist nicht erkennbar, dass organisierte Kerne oder bestimmte Str&ouml;mungen die Hegemonie bes&auml;&szlig;en.<br>\n3.Dennoch ist klar sichtbar, dass die konsensf&auml;higen Forderungen sich gegen die neoliberalen Reformen Macrons richten. Es handelt sich in der Substanz also um eine anti-neoliberale Revolte. Objektiv besteht eine Konvergenz der sozialen Forderungen der Gelbwesten mit den Positionen linker Gewerkschaften und Parteien. Die Regierung hat daher konsequenterweise sozialpolitische Zugest&auml;ndnisse in der H&ouml;he von 10,3 Mrd. Euro gemacht. Auch wenn dies der Bewegung den Wind aus den Segeln nehmen soll, ist es auch ein Erfolg, wie er so schnell und so umfangreich keiner anderen Bewegung in letzter Zeit gelungen ist. Der Protest geht dennoch weiter.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.attac.de\/fileadmin\/user_upload\/Kampagnen\/Europa\/Downloads\/Attac_DE-Projektgruppe_Europa_-_Solidarita__t_mit_Gelbwesten_18jan2019.pdf\">attac<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Reichtum<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Superreiche gewinnen 2,5 Milliarden Dollar pro Tag, die H&auml;lfte der Weltbev&ouml;lkerung wird &auml;rmer<\/strong><br>\nMilliard&auml;r*innen werden reicher und reicher: Im vergangenen Jahr ist ihr Verm&ouml;gen um 900 Milliarden US-Dollar gewachsen &ndash; im Durchschnitt sind das 2,5 Milliarden US-Dollar t&auml;glich. Gleichzeitig wissen &auml;rmere Familien oft nicht, wie sie Schulb&uuml;cher und Medikamente bezahlen sollen.<br>\nJeff Bezos, Gr&uuml;nder von Amazon und reichster Mann der Welt, besitzt 112 Milliarden US-Dollar. Nur ein Prozent seines Verm&ouml;gens entspricht dem kompletten Gesundheits-Budget &Auml;thiopiens &ndash; ein Land, in dem 105 Millionen Menschen leben.<br>\nWie die krasse Anh&auml;ufung von Verm&ouml;gen der Superreichen mit dem fehlenden Geld f&uuml;r &ouml;ffentliche Bildung, Gesundheit und soziale Sicherung zusammenh&auml;ngt &ndash; und warum darunter insbesondere Frauen und M&auml;dchen leiden &ndash; zeigt der neue Oxfam-Bericht &bdquo;Public Good or Private Wealth&ldquo;.<br>\nSo hat sich in den zehn Jahren seit der Finanzkrise die Zahl der Milliard&auml;r*innen weltweit nahezu verdoppelt. Gleichzeitig k&ouml;nnen sich immer weniger Menschen aus extremer Armut befreien: Das Tempo, in dem extreme Armut abnimmt, hat sich seit 2013 halbiert. In Teilen Afrikas steigt die extreme Armut sogar wieder an. &hellip;<br>\nDas Unfassbare dabei: Konzerne wie VW und Superreiche erhalten von Regierungen sogar noch dicke Steuergeschenke. In reichen L&auml;ndern sind beispielsweise zwischen 1970 und 2013 die Spitzensteuers&auml;tze auf Einkommen gefallen &ndash; von durchschnittlich 62 auf 38 Prozent. In einigen L&auml;ndern, darunter Gro&szlig;britannien und Brasilien, m&uuml;ssen die &auml;rmsten zehn Prozent der Bev&ouml;lkerung einen h&ouml;heren Anteil ihres Einkommens f&uuml;r Steuern aufwenden auf als die reichsten zehn Prozent.<br>\nEs ist ein Skandal, dass sich Konzerne und Superreiche weiterhin um ihren gerechten Steuerbeitrag dr&uuml;cken. Dieses Geld fehlt, um in &ouml;ffentliche Bildungs- und Gesundheitssysteme zu investieren &ndash; in L&auml;ndern wie Vietnam und &Auml;thiopien, aber auch in Europa.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.oxfam.de\/presse\/pressemitteilungen\/2019-01-21-superreiche-gewinnen-25-milliarden-dollar-pro-tag-haelfte\">Oxfam<\/a><\/li>\n<li><strong>Clan-Kriminalit&auml;t w&auml;chst<\/strong><br>\nDie Bundesrepublik z&auml;hlt zu den Industrienationen, in denen die Ungleichheit am gr&ouml;&szlig;ten ist. Das reichste eine Prozent der Kapitalisten verf&uuml;gt hierzulande &uuml;ber soviel Verm&ouml;gen wie die &auml;rmsten 87 Prozent der Lohnabh&auml;ngigen. Das geht aus einem Bericht zur sozialen Ungleichheit der Organisation Oxfam hervor.<br>\nIm vergangenen Jahr konnten die Multimilliard&auml;re in der BRD f&ouml;rmlich im Schampus baden, denn laut Bericht ist es ihnen gelungen, ihren Reichtum um 20 Prozent zu steigern. Geschmiert liefen ihre Gesch&auml;fte dank der freundlichen Hilfe der Bundesregierung. Beim Amtsantritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) 2005 hatten die Hochverm&ouml;genden in Deutschland Bargeld, Einlagen, Wertpapiere und Forderungen an Versicherungen im Wert von rund vier Billionen Euro angeh&auml;uft. 14 Jahre sp&auml;ter hat es die Bundesregierung geschafft, das Geldverm&ouml;gen der &raquo;privaten Haushalte&laquo; auf mehr als sechs Billionen Euro zu steigern &ndash; das Bruttoinlandsprodukt der BRD umfasste 2018 lediglich 3,3 Billionen Euro. M&ouml;glich wurde das deshalb, weil Deutschland das Eldorado f&uuml;r Kapitalisten ist. Das Erbe von Konzernchefs wird auf Minderj&auml;hrige &uuml;bertragen, um den Besitz am Fiskus vorbeizuschleusen. Eine Verm&ouml;genssteuer wird seit 1997 nicht mehr erhoben. &hellip;<br>\nDie Bosse und Spekulanten haben diese Summen nicht erarbeitet. Sie bedienten sich am &ouml;ffentlichen Eigentum, raubten den von der arbeitenden Bev&ouml;lkerung geschaffenen Mehrwert. Die Einkommen und Verm&ouml;gen der &auml;rmeren H&auml;lfte der Weltbev&ouml;lkerung sind im vergangenen Jahr um elf Prozent gesunken. 3,4 Milliarden Menschen h&auml;tten pro Tag maximal 5,50 Dollar zur Verf&uuml;gung. Vielen von ihnen drohe etwa bei Krankheit der Fall in die extreme Armut, weil sie Behandlungen oder Medikamente nicht bezahlen k&ouml;nnten. Insgesamt lebten 736 Millionen Menschen in extremer Armut und m&uuml;ssten mit weniger als 1,90 Dollar t&auml;glich versuchen zu &uuml;berleben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/347538.neoliberalismus-clan-kriminalit%C3%A4t-w%C3%A4chst.html\">junge welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Rechnet Oxfam die Armen zu arm?<\/strong><br>\nRegelm&auml;&szlig;ig berichten Medien ausf&uuml;hrlich &uuml;ber Oxfam-Berichte, die eine wachsende Kluft zwischen Arm und Reich beklagen. Doch die Berechnungen werden auch deutlich kritisiert. Sind die Vorw&uuml;rfe gegen Oxfam berechtigt?<br>\nDie Organisation Oxfam errechnet jedes Jahr p&uuml;nktlich zum Weltwirtschaftsforum in Davos, wie viele Super-Milliard&auml;re es gibt, &uuml;ber wie viel Verm&ouml;gen sie verf&uuml;gen und vergleicht diese Zahlen mit dem Besitz und Einkommen der &auml;rmeren H&auml;lfte der Weltbev&ouml;lkerung. Der Report sorgt auch f&uuml;r Widerspruch. Ein Faktencheck zentraler Kritikpunkte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/faktenfinder.tagesschau.de\/hintergrund\/oxfam-faktencheck-101.html\">tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Wieder einmal liefert der Tagesschau &bdquo;Faktenfinder&ldquo; anstatt aufzukl&auml;ren &ndash; was auch nie dessen Intention war &ndash; den Deutungsrahmen im Sinne der herrschenden Oligarchie. Da sich zunehmende soziale Polarisierung nicht mehr leugnen l&auml;sst wird einfach versucht den &Uuml;berbringer der schlechten Nachricht als unglaubw&uuml;rdig hinzustellen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> So langsam macht der Faktenfinder dem Postillon Konkurrenz &hellip;<\/em><\/p>\n<p><strong>26 flei&szlig;igste Menschen genauso reich wie 3,8 Milliarden faulste Menschen zusammen<\/strong><br>\n[&hellip;] &ldquo;Diese 26 Menschen sind so flei&szlig;ig, dass jeder von ihnen pro Tag in etwa 146 Millionen mal soviel leistet wie ein Mensch aus der fauleren H&auml;lfte der Weltbev&ouml;lkerung&rdquo;, erkl&auml;rt ein Sprecher der Organisation. &ldquo;Das ist eine beeindruckende Leistung, f&uuml;r die diese 26 v&ouml;llig zu Recht f&uuml;rstlich entlohnt werden.&rdquo; Ein normaler Mensch k&ouml;nne sich gar nicht vorstellen, was es hei&szlig;t, Tag f&uuml;r Tag so hart zu arbeiten.<br>\nNeueste Daten deuten zudem darauf hin, dass sich die Kluft zwischen faul und flei&szlig;ig immer weiter vergr&ouml;&szlig;ert. &ldquo;Ob es daran liegt, dass die wenigen Flei&szlig;igen immer flei&szlig;iger oder die Milliarden Faulen immer fauler werden, ist noch nicht abschlie&szlig;end gekl&auml;rt&rdquo;, so der Sprecher.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.der-postillon.com\/2019\/01\/reichtum-armut.html\">Der Postillon<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Armut<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Arme haben freie Wahl: Hamsterrad oder Hungerstrafe<\/strong><br>\nMit leistungslosen Einkommen hat die politische Klasse in Deutschland kein Problem. Diese betrugen laut Sachverst&auml;ndigenrat der Deutschen Wirtschaft bereits vor zehn Jahren mehr als eine halbe Billion Euro pro Jahr &ndash; Tendenz steigend. Mehr als ein Drittel jedes Kaufpreises einer jeden Ware geht f&uuml;r die Dividenden, Pachten und Zinsen der Reichen drauf. Mit gro&szlig;z&uuml;gigen Auftr&auml;gen f&uuml;r R&uuml;stungs- und Luxusprojekte wirft die Politik ihrer Klientel die Moneten in den Rachen. Der D&uuml;sseldorfer R&uuml;stungskonzern Rheinmetall etwa kassiert j&auml;hrlich sieben- bis achtstellige Summen f&uuml;r den Betrieb des Gefechts&uuml;bungszentrums Altmark in Sachsen-Anhalt, inklusive der Kriegs&uuml;bungsstadt &bdquo;Schn&ouml;ggersburg&ldquo;. Milliardengr&auml;ber wie Stuttgart 21 und die Endlos-Flughafen-Baustelle BER lassen gr&uuml;&szlig;en. Bei Cum-ex-Gesch&auml;ften sieht die Politik weg. Milliarden sickern j&auml;hrlich in einen monstr&ouml;sen &Uuml;berwachungsapparat und in Subventionst&ouml;pfe der Gro&szlig;konzerne. &hellip;<br>\nIn Karlsruhe verhandelten die Verfassungsrichter eine Beschlussvorlage des Sozialgerichts Gotha. Nach dessen Ansicht versto&szlig;en Hartz-IV-Sanktionen gegen die Grundrechte auf Menschenw&uuml;rde, k&ouml;rperliche Unversehrtheit und freie Berufswahl. Wie die Bundesregierung hatten die Karlsruher Richter in zwei Urteilen 2010 und 2014 die Hartz-IV-S&auml;tze als physisches und soziokulturelles Existenzminimum definiert.<br>\nJedes Kind wei&szlig;: Ein Existenzminimum ist das mindeste, was ein Mensch zum Leben braucht. Denn er muss essen, trinken und sich vor der K&auml;lte sch&uuml;tzen k&ouml;nnen. Daf&uuml;r braucht er Geld. Jedem inhaftierten Schwerverbrecher stehen in Deutschland diese Grundbed&uuml;rfnisse zu.<br>\nF&uuml;r Hartz-IV-Bezieher und &uuml;brigens auch Asylbewerber gilt das nicht. Beiden Gruppen kann der Staat dieses Minimum k&uuml;rzen, Asylbewerbern sogar dauerhaft um gut ein Drittel, Hartz-IV-Beziehern f&uuml;r drei Monate um 30, 60 oder gar 100 Prozent, einschlie&szlig;lich Miete. Unter 25j&auml;hrigen wird schon beim ersten &bdquo;Vergehen&ldquo; der Regelsatz komplett gestrichen, beim zweiten auch die Wohnkosten. Daf&uuml;r gen&uuml;gt es, wenn sie zu wenige Bewerbungen nachweisen k&ouml;nnen, ein Stellenangebot, ein Praktikum oder eine Ma&szlig;nahme ablehnen oder schlicht den wohnortnahen Bereich verlassen, ohne sich beim Jobcenter oder Ausl&auml;nderamt abzumelden. &hellip;<br>\n2017 verh&auml;ngten Jobcenter laut Bundesagentur f&uuml;r Arbeit allein 953.000 Sanktionen gegen 420.000 Hartz-IV-Bezieher. Betroffen war damit jeder zehnte &bdquo;erwerbsf&auml;hige Hilfebed&uuml;rftige&ldquo;, und dies teils doppelt und dreifach. Im Schnitt erhielt jeder Sanktionierte 2,3 solcher Strafen, das entspricht einer K&uuml;rzungsdauer von sieben Monaten. Zehntausende darunter sanktionierten die &Auml;mter auf null.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/kenfm.de\/tagesdosis-21-1-2019-arme-haben-freie-wahl-hamsterrad-oder-hungerstrafe\/\">KenFM<\/a><\/li>\n<li><strong>Und wieder ein bedauerlicher Einzelfall im Jobcenter Wuppertal<\/strong><br>\nWir thematisieren den n&auml;chsten Fall aus der Reihe &bdquo;bedauerliche Einzelf&auml;lle&rdquo; des Jobcenter Wuppertal: eine junge Frau, alleinerziehend mit zwei kleineren Kindern, schwanger, zieht mit ihrem Freund und Kindesvater des ungeborenen Kindes zusammen.<br>\nDie beiden werden, entgegen der gesetzlichen Vorschriften, sofort zu einer Bedarfsgemeinschaft erkl&auml;rt, die Frau bekommt dadurch nur die Regelbedarfsstufe 2, also 382 &euro;, statt 424 &euro; und der Mehrbedarfszuschlag f&uuml;r Alleinerziehung in H&ouml;he von 152,64 &euro; f&auml;llt weg. Insgesamt werden hier monatlich 194,64 &euro; unterschlagen.<br>\nDas Gesetz schreibt aber vor, dass sie erst dann in einer Bedarfsgemeinschaft leben, wenn die Partner l&auml;nger als ein Jahr oder mit einem gemeinsamen Kind zusammenleben (&sect; 7 Abs. 3a SGB II). Dies ist aber erst mit der Geburt des Kindes, voraussichtlich im April 2019, erf&uuml;llt.<br>\nDer Freund der Frau ist italienischer Staatsb&uuml;rger, er war bis zum 07.11.2018 sozialversicherungspflichtig besch&auml;ftigt und besitzt daher die Arbeitnehmereigenschaft, somit hat er f&uuml;r mindestens 6 Monate einen SGB II Anspruch.<br>\nDas Jobcenter ignoriert die Rechtslage, verneint jeden Anspruch von ihm und zahlt in der Folge keine Leistungen aus. Aber das ist noch nicht alles, als absolute Kr&ouml;nung wird direkt noch f&uuml;r alle Personen gar keine Miete und Heizung mehr bezahlt. (&hellip;)<br>\nSelbst wenn der Anspruch des Kindsvaters noch ungekl&auml;rt ist, h&auml;tten mindestens f&uuml;r die Frau und ihre Kinder kopfanteilig Miete, Heizkosten und auch die f&auml;llige Kaution gezahlt werden m&uuml;ssen. Die Miete betr&auml;gt derzeit 500 &euro;, die Kaution 1.000 &euro;, davon h&auml;tten mindestens &frac34; gezahlt werden m&uuml;ssen, also 375 &euro; und 750 &euro;. Der Anspruch auf Leistungen der Frau ist n&auml;mlich nicht ungekl&auml;rt. (&hellip;)<br>\nDas Verhalten des Jobcenters ist schon vors&auml;tzlicher Rechtsbruch, geteilt und bef&uuml;rwortet durch Herrn Lenz. Es scheint ihm einerlei zu sein, ob eine schwangere Frau mit kleinen Kindern obdachlos wird, ob sie krankenversichert ist (die Krankenversicherung wurde auch &uuml;ber Monate mal eingestellt) und dass die Frau und ihr Freund hunderte von Euro im Monat zu wenig haben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.njuuz.de\/beitrag46350.html\">njuuz<\/a><\/li>\n<li><strong>Wer arm ist, stirbt 10 Jahre fr&uuml;her &ndash; und zahlt die Pensionen der Gutverdiener<\/strong><br>\nWer lange in Armut lebt, stirbt 10 Jahre fr&uuml;her. Das hat eine Untersuchung der Statistik Austria ergeben. Weltweit geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander &ndash; und damit auch die Lebenserwartung. F&uuml;r die Pensionen hei&szlig;t das: Menschen mit niedrigen Einkommen finanzieren letztlich die Pensionen f&uuml;r Menschen mit hohem Einkommen. Die Statistik Austria hat die Auswirkungen von Armut auf die Lebenserwartung der &Ouml;sterreicher untersucht. Sie f&uuml;hrte eine Sonderauswertung der EU-Sozialstudie SILC durch. Ergebnis: Dauerhaft arme Menschen sterben zehn Jahre fr&uuml;her als der Rest der Bev&ouml;lkerung. Noch gr&ouml;&szlig;er ist der Unterschied bei Obdachlosen.<br>\nIn &Ouml;sterreich sind 1,5 Millionen Menschen von Armut oder sozialer Ausgrenzung gef&auml;hrdet. Das hei&szlig;t, sie haben ein Einkommen unter 1.238 Euro (bei Einzelpersonen) oder k&ouml;nnen notwendige Grundbed&uuml;rfnisse nicht erf&uuml;llen. Und das reduziert die Lebenserwartung.<br>\nWer in manifester Armut lebt, also seine Wohnung nicht ordentlich heizen kann oder kein Geld f&uuml;r unerwartete Reparaturen hat, lebt deutlich k&uuml;rzer. In Zahlen gegossen, bedeutet das: Frauen, die davon betroffen sind, sterben um 4 Jahre fr&uuml;her als andere &ndash; bei M&auml;nnern sind es 11 Jahre. Muss man Jahre lang so leben, versch&auml;rft sich die Situation nochmals. Die Lebenserwartung sinkt bei Frauen dann um 9 und bei M&auml;nnern um 12 Jahre. &hellip;<br>\nDie Unterschiede bei der Lebenserwartung wirken sich auch auf die Pensionen aus. Weil kleine Pensionisten im Durchschnitt deutlich k&uuml;rzer eine Pension beziehen als die reichsten 10 Prozent, steigen kleine Einkommen systematisch schlechter aus.<br>\nRechnet man noch ein, dass etliche Bezieher kleiner Einkommen ihren Pensionsantritt mit 65 gar nicht mehr erleben, ist der Umverteilungseffekt nach oben noch drastischer. Die Beitragsrendite wird mit steigendem Einkommen gr&ouml;&szlig;er. Das haben Forscher f&uuml;r Deutschland errechnet &ndash; &auml;hnlich Schl&uuml;sse k&ouml;nnen auch auf &Ouml;sterreich gezogen werden.<br>\nDie Forscher empfehlen daher, die ungleiche Lebenserwartung bei zuk&uuml;nftigen Pensionsreformen unbedingt zu ber&uuml;cksichtigen. Gerade wenn die Einkommensverteilung ungleicher wird, versch&auml;rfen sich die Schieflagen im Pensionssystem noch mehr.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/kontrast.at\/armut-lebenserwartung-pensionen\/\">Kontrast.at<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Landeverbot f&uuml;r iranische Airline<\/strong><br>\nDie Fluggesellschaft Mahan Air darf ab sofort nicht mehr nach Deutschland fliegen. Das hatte sich die US-Regierung gew&uuml;nscht.<br>\nDie Bundesregierung verh&auml;ngt neue Sanktionen gegen den Iran. Sie hat der iranischen Fluggesellschaft Mahan Air mit sofortiger Wirkung den Betrieb in Deutschland untersagt. Dies sei &bdquo;zur Wahrung der au&szlig;en- und sicherheitspolitischen Interessen&ldquo; Deutschlands unverz&uuml;glich erforderlich, sagte ein Sprecher des Ausw&auml;rtigen Amtes am Montag. [&hellip;]<br>\nDie US-Regierung begr&uuml;&szlig;te die Entscheidung. &bdquo;Die Fluggesellschaft transportiert Waffen und K&auml;mpfer in den Nahen Osten und unterst&uuml;tzt damit die destruktiven Ambitionen des iranischen Regimes in der Region&ldquo;, twitterte US-Au&szlig;enminister Mike Pompeo. Die Reaktionen der deutschen Opposition fielen gemischt aus. &bdquo;Mich stimmt skeptisch, dass Deutschland hier offenbar ohne Einigkeit in der EU zu erzielen US-Sanktionen folgt&ldquo;, sagte der Linkspartei-Au&szlig;enpolitiker Stefan Liebich der taz. &bdquo;Eine gemeinsame europ&auml;ische Au&szlig;enpolitik sieht anders aus.&ldquo; Man m&uuml;sse nicht mit der iranischen Politik sympathisieren, um das f&uuml;r einen Irrweg zu halten.<br>\nOmid Nouripour, au&szlig;enpolitischer Sprecher der Gr&uuml;nen-Fraktion, sagte der taz, es sei &bdquo;korrekt&ldquo;, Mahan Air zu belangen. Die Fluggesellschaft generiere mit der zivilen Luftfahrt Geld f&uuml;r die Aktivit&auml;ten der Revolutionsgarden in der Region. &bdquo;Diesen Geldhahn zuzudrehen ist richtig und darf nicht mit der US-Forderung nach dem Ende des Atomabkommens vermischt werden.&ldquo;<br>\nOb die deutsche Sanktion die Verhandlungen &uuml;ber das Atomabkommen beeinflusst, ist offen. Von iranischer Seite gab es zun&auml;chst keine Reaktion.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Bundesregierung-zu-Iran-Sanktionen\/!5563867\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Das ist eine sehr interessante Meldung. Es ist noch gar nicht lange her, da klagte die Bundesregierung wegen <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/iran-sanktionen-machtlos-gegen-trump-bundesregierung-kann-deutschen-firmen-kaum-helfen\/23274372.html?ticket=ST-1195988-MeZiQMqh7SsjbaF65LqD-ap2\">&bdquo;Trumps Iran-Sanktionen&ldquo;<\/a>, gegen die man deutsche Firmen besch&uuml;tzen wolle. Was von solchen Schw&uuml;ren zu halten ist, zeigt das aktuelle Fallbeispiel. Noch immer liest die Bundesregierung dem &bdquo;gro&szlig;en Bruder&ldquo; aus Washington jeden Wunsch von den Lippen ab.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Selbsternannte Elite in Davos setzt weiter auf Quadratur des Kreises<\/strong><br>\nDie selbst ernannte Elite, die sich ab Dienstag beim sogenannten Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos versammelt, hat keine L&ouml;sungen f&uuml;r die von ihr verursachten globalen Probleme zu bieten. Das zeigen erneut die vorab ver&ouml;ffentlichten Berichte des WEF (Global Risk Report und Global Competitiveness Report).<br>\n&ldquo;Klimawandel, Cyberattacken und geopolitische Auseinandersetzungen werden als globale Gefahren benannt, und die Autoren beklagen, dass statt gemeinsamer Gefahrenabwehr egoistischer Nationalismus im Vordergrund steht. So weit, so richtig. Doch bei den L&ouml;sungsvorschl&auml;gen wird es absurd. Wieder richten sollen es Konkurrenz und Wirtschaftswachstum, also jene Prinzipien, die uns die Suppe erst eingebrockt haben&rdquo;, sagt Alfred Eibl vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis.<br>\nMehr als ein halbes Jahrhundert nach der Gr&uuml;ndung des Club of Rome weiterhin auf &ldquo;unendliches Wachstum in einer endlichen Welt&rdquo; zu setzen, wird den aktuellen Herausforderungen nicht gerecht. Stattdessen ist es h&ouml;chste Zeit, konkrete Schritte zu einer nachhaltigen &Ouml;konomie zu diskutieren.<br>\n&ldquo;Wenn wir ein stabiles &Ouml;kosystem als unsere nat&uuml;rliche Lebensgrundlage erhalten und zu einer Gesellschaft werden wollen, in der Gemeinwohl und pers&ouml;nliche Entfaltung sich gegenseitig bedingen, f&uuml;hrt an einer sozial-&ouml;kologischen Transformation unserer Wirtschaftsweise kein Weg vorbei. Dar&uuml;ber m&uuml;ssen wir sprechen&rdquo;, fordert Alfred Eibl.<br>\nDabei geht es nicht um die eine gro&szlig;e L&ouml;sung, sondern um eine breite Umgestaltungsaufgabe. Der Erhalt der nat&uuml;rlichen Lebensgrundlagen, soziale Bed&uuml;rfnisse und ihre Finanzierung sind in Einklang zu bringen. Notwendig daf&uuml;r ist eine breite gesellschaftliche Debatte.<br>\nAchim Heier, ebenfalls aktiv im Attac-Koordinierungskreis: &ldquo;Wenn jemand den Anspruch erhebt, die Zukunft gestalten zu wollen, muss er sich an dieser gro&szlig;en Transformationsaufgabe mit L&ouml;sungsvorschl&auml;gen beteiligen. Dass sich das WEF sich dieser Aufgabe nicht stellt, zeigt, dass von Davos kein Beitrag zur L&ouml;sung der globalen Probleme zu erwarten ist.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.attac.de\/startseite\/detailansicht\/news\/selbsternannte-elite-in-davos-setzt-weiter-auf-quadratur-des-kreises\/\">attac.de<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Bedroht Italien die B&ouml;rsen?<\/strong><br>\n&ldquo;Eine dumpfe Angst liegt &uuml;ber dem Aktienmarkt. Eine neue Finanzkrise scheint zu lauern. Diesmal sind die verschuldeten Staaten ins Visier geraten. Ist die Furcht begr&uuml;ndet? &ldquo;Staaten, die in ihrer eigenen W&auml;hrung verschuldet sind, k&ouml;nnen gar nicht pleitegehen. Sie k&ouml;nnen ihre W&auml;hrung ja selbst drucken. Selbst das h&ouml;chst verschuldete Japan kann Yen in beliebiger H&ouml;he bereitstellen um seine Gl&auml;ubiger zu befriedigen. Anders sieht es bei L&auml;ndern aus, die nicht in ihrer eigenen W&auml;hrung verschuldet sind, wie etwa die T&uuml;rkei oder Argentinien. Diese L&auml;nder sind aber zu klein um die Finanzm&auml;rkte aus den Angeln zu heben. Selbst das in Euro verschuldete Europa der Euro-L&auml;nder inklusive Italien kann nicht pleitegehen. Mario Draghi kann so viel Euro drucken, wie er m&ouml;chte, es sei denn wir wollen, dass Italien in den Bankrott getrieben wird<br>\nDie prim&auml;re Funktion der Notenbank eines Landes besteht darin die Funktionsf&auml;higkeit des Staates aufrechtzuerhalten. Ger&auml;t ein Land in Zahlungsschwierigkeiten und kann sich kein Geld mehr am Markt leihen, muss die eigene Notenbank einspringen und Liquidit&auml;t bereitstellen, damit der Staat die Sicherheit und die Versorgung der B&uuml;rger aufrechterhalten und die Renten zahlen kann. &ldquo;Diese Funktion muss die EZB auch gegen&uuml;ber Italien wahrnehmen. Die Euro Krise des Jahres 2012 war exakt in der Sekunde zu Ende als Mario Draghi die Worte &ldquo;Whatever it takes&rdquo; fand und damit implizit die italienischen Schulden garantierte. &hellip;<br>\nDer deutsche Steuerzahler w&uuml;rde damit f&uuml;r die italienische Ausgabenfreudigkeit haften. &ldquo;Doch diese Bedenken kann man auch zerstreuen. Staatsschulden werden nicht zur&uuml;ckgezahlt, genauso wenig wie Bargeld zur&uuml;ckgezahlt wird. Die Forderungen der EZB an Italien k&ouml;nnen in den n&auml;chsten 100 Jahren in der Bilanz verbleiben. Genauso wie der irische Staat w&auml;hrend der Finanzkrise eine 40-j&auml;hrige Staatsanleihe emittiert hat, die die Bank of Ireland in ihre Bilanz genommen hat und mit deren Erl&ouml;s die irischen Banken gerettet wurden. Jedes Geld ist die Verbindlichkeit eines anderen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deraktionaer.de\/aktie\/bedroht-italien-die-boersen--430880.htm\">Der Aktion&auml;r<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.Z.:<\/strong> Beim B&ouml;rsenmagazin wei&szlig; man genau, bei wem man sich zu bedanken hat. Dar&uuml;ber hinaus liefert der Beitrag eine blitzsaubere Analyse zur Funktionsweise von Notenbanken. Daran k&ouml;nnen sich einige der sogenannten Qualit&auml;tsmedien durchaus ein Beispiel nehmen. &ldquo;Staatsschulden werden nie zur&uuml;ckgezahlt&hellip; .&rdquo; Stimmt! Es w&auml;re noch anzuf&uuml;gen, dass die globalen Staatsschulden ihre saldenmechanische Entsprechung in Geldforderungen des globalen Privatsektors finden. Da die privaten Wirtschaftssubjekte in ihrer Gesamtheit &uuml;ber Generationen hinweg ihren Forderungsbestand vererben und ausbauen, mithin dauerhaft manifestieren, ist es eine saldenmechanische Gewissheit, dass der verbleibende Komplement&auml;rsektor, also die &ouml;ffentlichen Wirtschaftssubjekte in ihrer Gesamtheit (der VGR-Sektor &ldquo;Ausland&rdquo; entf&auml;llt ja auf globaler Ebene), den entsprechenden Bestand an Verbindlichkeiten ebenfalls dauerhaft ausbauen und tragen. Wer immer also den &ouml;ffentlichen Sektor entschulden m&ouml;chte, sollte sich bewusst sein, dass dieses Vorgehen im Erfolgsfall ein entsprechendes Entsparen des privaten Sektors erzwingt. Dies w&auml;re mit Blick auf die enorme Verm&ouml;genskonzentration sogenannter &ldquo;Ultra High Net Worth Individuals&rdquo; auch dringend n&ouml;tig. Allerdings beziehen sich die zeitgen&ouml;ssischen &ouml;ffentlichen Sparanstrengungen kaum auf die hinreichende Besteuerung von Superreichen, Globalkonzernen und Erbdynastien sondern auf &ldquo;alternativlose&rdquo; Ausgabenk&uuml;rzungen zu Lasten der Habenichtse, also auf jenen Teil des Privatsektors, der ohnehin kaum spiegelbildliches, gegen Staatsschulden zu k&uuml;rzendes Privatverm&ouml;gen auszuweisen hat. Dass diese saldenmechanisch untauglichen Sparversuche scheitern m&uuml;ssen, ist offensichtlich geworden.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Ich bin immer wieder aufgestanden<\/strong><br>\nUnsere Reporterin Alexa Hennings begleitete seit Jahren den Langzeitarbeitslosen und ehrenamtlichen Fu&szlig;balltrainer Andreas Steinhoff. Er war einer jener Menschen, &uuml;ber deren Leben sonst kaum kaum berichtet wird. Nun ist er gestorben &ndash; ein Nachruf.<br>\nSo kannte man Andreas Steinhoff in Parchim: Ein hagerer, mittelgro&szlig;er Mann Im blauen Trainingsanzug mit der Aufschrift &bdquo;Parchimer Fu&szlig;ballklub&ldquo;, inmitten von Kindern auf dem Rasen.<br>\nZwei Nachwuchsmannschaften trainierte er selbst, f&uuml;r elf war er verantwortlich als Jugendchef seines Vereins. Dazu war Andreas Steinhoff noch Staffelleiter des Kreisfu&szlig;ballverbandes. Alles ehrenamtlich. Ohne einen Cent daf&uuml;r zu bekommen. Der Sportplatz liegt in einem sozialen Brennpunkt der Stadt. Die meisten Kinder und Jugendlichen kommen aus schwierigen Verh&auml;ltnissen. Andreas Steinhoff war einst selbst ein Heimkind, und so versuchte er, Kinder durch den Sport, die gemeinsame Anstrengung und die gemeinsame Freude Halt zu geben. So wie ihm der Sport sein Leben lang Halt gegeben hatte.<br>\n&bdquo;Wenn ich keinen Sport h&auml;tte jetzt in meiner Situation, dann w&uuml;rd&rsquo;s mich nicht mehr geben. Das steht fest. Ich hab echt jeden Morgen zu tun um zu sagen: Junge, jetzt gehst du wieder raus, motiviert. Und das 365 Tage im Jahr. Weil, das ist die Verantwortung, die man noch hat f&uuml;r den Jugendbereich, f&uuml;r die Mannschaften, f&uuml;r den Kreisfu&szlig;ballverband. Das zieht mich wieder hoch.&ldquo;<br>\nAndreas Steinhoff geh&ouml;rte zu jenen Menschen, die jahrelang von Hartz IV leben mussten. Er wusste aus eigener Erfahrung, was das bedeutet &ndash; f&uuml;r den K&ouml;rper und f&uuml;r die Seele.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/zum-tod-des-fussballtrainers-andreas-steinhoff-ich-bin.966.de.html?dram:article_id=438748\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Diese Lobbyisten k&ouml;nnen jederzeit in den Bundestag<\/strong><br>\nDank eines Hausausweises haben 778 Lobbyisten einen weitgehend ungehinderten Zugang zu den Abgeordnetenb&uuml;ros. Dies zeigt eine Liste, die die Bundestagsverwaltung auf Antrag von abgeordnetenwatch.de herausgegeben hat. Auffallend: Vor allem in der Immobilienwirtschaft gab es vergangenes Jahr ein gro&szlig;es Interesse an den Zugangskarten. Wer sind die Lobbyisten, die &uuml;ber einen Hausausweis zum Bundestag verf&uuml;gen? Ver&ouml;ffentlicht von Sabrina Winter am 14.01.2019 &ndash; 11:35 Lobbyismus &amp; Transparenz Wer einen Hausausweis f&uuml;r den Deutschen Bundestag hat, dem stehen die T&uuml;ren zu den Parlamentsgeb&auml;uden offen: Kurz die Zugangskarte an der Pforte zeigen, und schon wird man durchgewinkt. 778 Interessenvertreterinnen und -vertreter haben derzeit einen weitgehend unbegrenzten Zugang zum Bundestag &ndash; zu den Abgeordnetenb&uuml;ros genauso wie zu den Fraktionsr&auml;umen und dem Bundestagsrestaurant. Das geht aus einer &Uuml;bersicht hervor, die die Bundestagsverwaltung auf Antrag von abgeordnetenwatch.de nach dem Informationsfreiheitsgesetz herausgegeben hat.<br>\nIn der Liste werden insgesamt 500 Verb&auml;nde, Vereine und sonstige Organisationen aufgef&uuml;hrt, unter anderem: der Bundesverband deutscher Banken, der u.a. die Interessen von Commerzbank, Deutscher Bank und UBS vertritt (zwei Hausausweise), der Bundesverband der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie, hinter dem u.a. die R&uuml;stungsunternehmen Heckler &amp; Koch oder Krauss-Maffei Wegmann stehen (zwei Hausausweise), die Umweltorganisation Greenpeace (zwei Hausausweise), der Mineral&ouml;lwirtschaftsverband, der im Auftrag von BP, Esso und Shell Lobbyarbeit betreibt (zwei Ausweise), der Deutscher Zigarettenverband, der u.a. von Reemtsma und British American Tobacco (Lucky Strike, HB) finanziert wird (ein Hausausweis), das Deutsche Rote Kreuz (zwei Hausausweise).<br>\nHausausweisliste wurden erst &ouml;ffentlich, als abgeordnetenwatch.de klagte Dass die Hausausweisliste nun &ouml;ffentlich ist, ist keine Selbstverst&auml;ndlichkeit. Lange hatte der Bundestag eine &Uuml;bersicht aller zugangsberechtigten Lobbyisten unter Verschluss gehalten, bis abgeordnetenwatch.de gegen die Geheimhaltung klagte und 2015 recht bekam. In der Folge wurden die Zugangsregeln versch&auml;rft und die Zahl der Hausausweise drastisch verringert.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.abgeordnetenwatch.de\/blog\/2019-01-14\/neue-hausausweisliste-diese-lobbyisten-koennen-jederzeit-den-bundestag?fbclid=IwAR0iX6uNAkySGLhEenkNtQGOvMI47ADGb9TsOH3PBSWZoXf0yRjtCd9ifac\">Lobbycontrol<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>&bdquo;Ohne Massen keine Ver&auml;nderung&ldquo;<\/strong><br>\nPolitische Aufm&auml;rsche, Klassenk&auml;mpfe, Flie&szlig;bandarbeit &ndash; ist die Massengesellschaft nicht eine Welt von gestern? Keineswegs, meinen die Philosophen Gunter Gebauer und Sven R&uuml;cker. Sie setzen auf die Macht der neuen Massen.<br>\nEin Mensch in der Masse &ndash; wer m&ouml;chte das schon sein? &bdquo;Masse&ldquo;, das klingt nach Durchschnitt, Mainstream, Langeweile, nach einem genormten Leben in l&auml;ngst vergangenen Zeiten: Vor hundert Jahren k&auml;mpften politische Massenbewegungen von links und rechts um die Vorherrschaft auf den Stra&szlig;en. Fast ebenso weit weg erscheint heute die &Auml;ra der dunklen Einbauschr&auml;nke, exakten Rasenkanten und m&auml;chtigen Volksparteien, die den Zeitgeist der BRD bestimmten, w&auml;hrend im Osten des Landes jeder Gemeinschaftsgeist propagandistisch &uuml;berh&ouml;ht wurde.<br>\nHaben wir all das im Namen des Individualismus nicht l&auml;ngst hinter uns gelassen? &bdquo;Ich glaube, dass Massen nie wirklich weg waren&ldquo;, sagt Sven R&uuml;cker im Gespr&auml;ch mit Deutschlandfunk Kultur: &bdquo;Sie haben nur die B&uuml;hnen gewechselt.&ldquo; Massenaufm&auml;rsche der Popkultur wie die &bdquo;Love Parade&ldquo; versteht R&uuml;cker als &bdquo;selbstgen&uuml;gsame hedonistische Massen&ldquo;, die sich seit den 1990er Jahren &bdquo;um ihrer selbst willen&ldquo; versammelten und einen &bdquo;Nullpunkt der politischen Bewegungen&ldquo; markierten.<br>\nSeit der Wende zum 21. Jahrhundert beobachtet R&uuml;cker jedoch eine R&uuml;ckkehr politischer Massen: Bewegungen wie &bdquo;Occupy Wallstreet&ldquo;, der Arabische Fr&uuml;hling oder die sogenannten Gelbwesten, die aktuell in Frankreich gegen die Sozialpolitik der Regierung protestieren.<br>\nR&uuml;cker: &bdquo;Das sind f&uuml;hrerlose Massen, die keinen Sprecher haben, der f&uuml;r die gesamte Masse spricht, den man adressieren k&ouml;nnte auch von der Seite der etablierten politischen Parteien. Das ist ein Beispiel f&uuml;r die &bdquo;Masse der Einzelnen&ldquo;, es ist aber auch ein Beispiel f&uuml;r eine Masse, die sich wieder relativ offensiv als Klasse manifestiert.&ldquo;<br>\nNeue politisierte Massen dieser Art folgen aus R&uuml;ckers Sicht anderen Regeln, als sie die klassischen  Massen-Theorien beschrieben haben. Psychologen wie Gustave Le Bon und Sigmund Freud verglichen das Massenerlebnis mit einer Hypnose. Ein derartiges Machtgef&auml;lle zwischen F&uuml;hrer und Verf&uuml;hrten finde man in heutigen Massen nicht, meint R&uuml;cker. Auch die traditionelle Deutung, derzufolge die Masse alles Individuelle einebne und sogar zu zerst&ouml;ren drohe, m&uuml;sse deutlich relativiert werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/philosoph-sven-ruecker-ueber-die-macht-der-vielen-ohne.2162.de.html?dram:article_id=438754\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Digitalisierung und &Uuml;berwachung in China<\/strong><br>\nParteichef Xi Jinping betreibt in China mit digitalen Mitteln die R&uuml;ckkehr zum Totalitarismus, kritisiert der Sinologe Kai Strittmatter. Terror und Gewalt sind inzwischen Mittel von gestern &ndash; heute geht es vor allem um den Einfluss auf das Denken der Menschen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/digitalisierung-und-ueberwachung-in-china-auf-dem-weg-zum.1008.de.html?dram:article_id=438851\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Australien wird zum &Uuml;berwachungsstaat<\/strong><br>\nWhatsapp-Nachrichten, die entschl&uuml;sselt werden, Journalisten, denen langj&auml;hrige Haftstrafen drohen, wenn sie das Ansehen Australiens sch&auml;digen: Canberra nutzt die Angst vor Terrorismus, um die Freiheit von B&uuml;rgern und Medien zu beschneiden. &hellip;<br>\nAuch australische Journalisten stehen inzwischen mit einem Fuss im Gef&auml;ngnis, selbst wenn sie ihre Arbeit professionell und gewissenhaft erledigen. Laut der Aktivistengruppe Get up droht Reportern mit den neuen Gesetzen lebensl&auml;ngliche Haft, wenn sie Informationen ver&ouml;ffentlichen, die in den Augen der Regierung die nationale Sicherheit sch&auml;digen.<br>\nDieser Tatbestand gelte bereits, wenn ein Drittland &laquo;den Glauben und das Vertrauen in Australien&raquo; verliere, so das Fachmagazin Sydney Criminal Lawyers (SCL). Das k&ouml;nne &uuml;ber die Publikation von Nachrichten geschehen, gibt der Generalstaatsanwalt zu bedenken. Laut Get up drohe Journalisten beispielsweise Gef&auml;ngnis, wenn sie &uuml;ber die anhaltenden Menschenrechtsverletzungen in von Australien betriebenen Internierungslagern f&uuml;r Fl&uuml;chtlinge berichteten.<br>\nBesonders besorgniserregend ist, dass das Gesetz die Definition von &laquo;nationaler Sicherheit&raquo; auf Wirtschaftsg&uuml;ter und Handel ausweitet. &laquo;Es ist nun ein Vergehen, &uuml;ber irgendetwas zu berichten, das dem Ruf Australiens international schaden k&ouml;nnte &ndash; politisch oder wirtschaftlich&raquo;, so SCL. Ein Reporter, der einen Beitrag &uuml;ber das unter Korallenbleiche leidende Grosse Barrier-Riff schreibt, macht sich theoretisch strafbar, weil er potenziell den wirtschaftlich wichtigen Tourismus gef&auml;hrdet. Journalisten drohten auch dann Strafen, wenn ihnen Informanten klassifiziertes Material zuspielten und sie es dann auf seine Richtigkeit pr&uuml;ften, so der bekannte Justizkommentator Richard Ackland.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/australien-wird-zum-ueberwachungsstaat-ld.1449388?mktcid=nled&amp;mktcval=102&amp;kid=_2019-1-9\">NZZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Der tiefe Staat des George H. W. Bush<\/strong><br>\nReagans Vizepr&auml;sident betrieb einen Schattengeheimdienst<br>\nEinen Monat nach dem Tod des 41. Pr&auml;sidenten der USA wartet der legend&auml;re Investigativjournalist Seymour Hersh mit brisanten Enth&uuml;llungen &uuml;ber George Herbert Walker Bush auf. Hersh, der 1970 mit dem Pulitzerpreis bedacht wurde, war einst in der Watergate-Aff&auml;re ma&szlig;geblich an der Demontage von Richard Nixon beteiligt und macht seither US-Pr&auml;sidenten das Leben schwer.<br>\nWie Hersh nunmehr von &uuml;berwiegend nicht genannten Quellen zugetragen wurde, installierte Bush als Vizepr&auml;sident pragmatisch einen Schattengeheimdienst, der diskret nasse Sachen wie politischen Mord erledigte. Mit seinem verborgenen Netzwerk hinterging Bush seinen Pr&auml;sidenten, die CIA und das Pentagon &ndash; sowie jegliche Kontrolle.<br>\nSchattengeheimdienste<br>\nSchattengeheimdienste haben in den USA eine gewisse Tradition. Bereits der allererste US-Geheimdienst Secret Service, der im 19. Jahrhundert offiziell nur dem Schutz der W&auml;hrung diente, hatte die geheime Prim&auml;rfunktion, Komplotte gegen den Pr&auml;sidenten aufzudecken. Das &ldquo;Secret Team&rdquo; der CIA, das in den 1960er Jahren unter der Leitung von William King Harvey schmutzige Operationen wie politischen Mord und Staatsstreiche ausf&uuml;hrte, war innerhalb der CIA keine offiziell verfasste Organisation, sondern agierte wie ein Geheimbund.<br>\nGeheimdienst-Direktor Allen Dulles kontrollierte die von ihm aufgebaute CIA auch nach seiner Entlassung von seinem Privathaus aus heimlich weiter. Dulles&rsquo; Vertrauter James Jesus Angleton betrieb sogar &ldquo;eine CIA innerhalb der CIA&rdquo;, um diese zu kontrollieren. Auch Richard Nixon, der den &ldquo;Clowns aus Langley&rdquo; misstraute, rekrutierte Ex-CIA-Leute f&uuml;r seinen inoffiziellen Privatgeheimdienst, die &ldquo;Klempner&rdquo;, die etwa f&uuml;r ihn das Watergate-Hotel verwanzen sollten. Einer seiner Klempner plante sogar die Vergiftung des l&auml;stigen US-Journalisten Jack Anderson.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Der-tiefe-Staat-des-George-H-W-Bush-4282782.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Lesetipp: Jacobin &ndash; Die Anthologie<\/strong><br>\nSeit 2010 mischt Jacobin als Sprachrohr der neuen amerikanischen Linken die intellektuelle Szene in den USA auf. In dem Magazin treten junge Autorinnen und Autoren offen f&uuml;r den Sozialismus ein, und das im Land des Hyperkapitalismus. Mit polemischen Artikeln entwickelte sich Jacobin schnell zu einem einflussreichen Ideengeber f&uuml;r Occupy Wall Street und die Bewegung um Bernie Sanders. Inzwischen erscheint die Zeitschrift in einer Auflage von 30.000 Exemplaren, online erreicht sie jeden Monat rund eine Million Leser.<br>\n<a href=\"https:\/\/jacobinmag.com\/\">Die Webseite des Magazins<\/a><br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.suhrkamp.de\/buecher\/jacobin-_7391.html\">Suhrkamp<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Hier sei den potentiellen Lesern besonders das Interview mit dem amerikanischen Literaturtheoretiker Walter Benn Michaels aus dem Band ans Herz gelegt, der ebenso mit der Identit&auml;ts- und Diversit&auml;tspolitik der Linksliberalen abrechnet (siehe auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48489\">&bdquo;Warum Moralisieren der Linken nicht weiterhilft&ldquo;<\/a>). Er verdeutlicht dies an der Forderung nach &bdquo;offenen Grenzen&ldquo;, die Weltoffenheit und das Eintreten f&uuml;r kulturelle Vielfalt demonstrieren soll, aber ebenso ganz im Interesse der neoliberalen Eliten nach grenzlosem Austausch von Waren, Kapital und Arbeitskraft liegt. Wie sich die Einwanderungspolitik im Sinne &ouml;konomischer Pr&auml;missen ver&auml;ndert hat zeigt Michaels am Beispiel der US-Einwanderungsquoten f&uuml;r Inder, die in den zwanziger Jahren, als vornehmlich ethnische Auswahlkriterien galten, bei 100 Personen &ndash; pro Jahr &ndash; lag. Heute w&uuml;rde eine derartige Beschr&auml;nkung ein Proteststurm hervorrufen, nicht nur bei Linksliberalen sondern gerade auch bei den amerikanischen Technologie- und Softwarekonzernen f&uuml;r die indische Computerspezialisten und Programmierer begehrte Arbeitskr&auml;fte sind &ndash; die dann aber bei starker Migration wiederum in Indien selbst fehlen k&ouml;nnen. Aber so ist der Neoliberalismus ganz selbstverst&auml;ndlich f&uuml;r &bdquo;offene Grenzen&ldquo; und erscheint nach au&szlig;en politisch progressiv.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>So kann es nicht weitergehen<\/strong><br>\nDer Brexit, Donald Trump, der Angriff auf den AfD-Politiker Magnitz: Unseren Kolumnisten macht es w&uuml;tend, auf welche Weise viele Medien &uuml;ber solche Themen berichten. Denn sie lassen sich instrumentalisieren.<br>\nDer Brexit tobt, Trump w&uuml;tet, die AfD opferposiert.<br>\nDass die redaktionellen Medien immer noch nicht merken, dass sie instrumentalisiert werden &ndash; oder es nicht merken wollen, oder es merken und richtig finden. Jeden verdammten Tag aufs Neue.<br>\nWie wenig kann man sich der Folgen des eigenen Handelns bewusst sein? Es ist zum Heulen, nein, zum Ausflippen. Es wird offenbar kaum Reflexion betrieben im massenmedialen Alltagsbetrieb, und wenn doch, bleibt es bisher wirkungslos.<br>\nDaher hier nochmal, w&uuml;tend, aber l&auml;ngst mit dem Beigeschmack der resignativen Verzweiflung:<br>\nDer Aufstieg der autorit&auml;ren Kr&auml;fte weltweit w&auml;re ohne Medien nicht m&ouml;glich gewesen, und zwar sowohl sozialer wie redaktioneller Medien. Die Verantwortung f&uuml;r eine weitere St&auml;rkung der Rechten, Rechtsextremen, Autorit&auml;ren liegt zum guten Teil bei ebendiesen Medien. (&hellip;)<br>\nLangsam, so ganz langsam k&ouml;nnten die werten redaktionellen Qualit&auml;tsmedien vielleicht mal im 21. Jahrhundert ankommen und begreifen, wie die &Ouml;konomie der Aufmerksamkeit funktioniert, wie sie instrumentalisiert werden und was sie dagegen tun k&ouml;nnen. Nein: tun m&uuml;ssen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/web\/verantwortung-des-journalismus-schluss-mit-business-as-usual-a-1248317.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Das ist mal wieder typisch: Herr Lobo fordert, dass die &bdquo;Qualit&auml;tsmedien, bitte aufwachen&ldquo; m&ouml;gen. Aber mit keinem Wort erw&auml;hnt er den &bdquo;Spiegel&ldquo; und &bdquo;SPON&ldquo;. Sind sie etwa kein Instrument der politischen und &ouml;konomischen Eliten?<\/em><\/p>\n<p><em>Und was soll der Hinweis auf Russlands Pr&auml;sident Putin, der sich &bdquo;mit nicht geringer Wahrscheinlichkeit&ldquo; eine &bdquo;Marionette&ldquo; Trump halte? Wo sind die Beweise?<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Was zahlt Sascha Lobo SPON eigentlich, um dort seien Texte unterzubringen?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Das Letzte &ndash; &bdquo;Maischberger&ldquo;: Christian Lindner greift Hartz-IV-Empf&auml;nger an: &bdquo;Geh zum Aldi, guck RTL II&ldquo;<\/strong><br>\nDas Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe verhandelt momentan &uuml;ber Sanktionen gegen Hartz-IV-Empf&auml;nger und FDP-Chef Christian Lindner hat zu dem Thema eine besonders starke Meinung. Auch bei &bdquo;Maischberger&ldquo; in der ARD ging es am Mittwoch um die Frage: Wie hart darf der Sozialstaat sein?<br>\nChristian Lindner von der FDP steigt in die Diskussion ein. Christian Lindner findet, sein Politik-Kollege hat teilweise recht. &bdquo;Wir fordern schon seit Jahren, Leistung zu belohnen.&ldquo; Wer neben Hartz IV einen Minijob habe, solle das Geld auch behalten k&ouml;nnen. Seine Haltung fasste Christian Lindner so zusammen: &bdquo;Man kann den Leuten nicht einfach sagen: &lsquo;Du bekommst hier 1.000 Euro &uuml;berwiesen, wir lassen dich in Ruhe, setz dich auf die Couch, geh zum Aldi, guck RTL II.&ldquo; &hellip;<br>\nAber, so Christian Lindner: &bdquo;Solidarit&auml;t haben wir mit Bed&uuml;rftigen, aber es ist keine Einbahnstra&szlig;e. Deshalb ist jeder dazu gehalten, sich um Arbeit und Bildung zu bem&uuml;hen. Und wer angebotene Arbeit oder Bildungsm&ouml;glichkeiten nicht in Anspruch nimmt, hat es ja anscheinend nicht n&ouml;tig.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.derwesten.de\/panorama\/christian-lindner-maischberger-zdf-hartz-iv-id216227469.html\">Der Westen<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Wieder einmal ein schlagendes Beispiel f&uuml;r die typische, zynische Menschenverachtung der Neoliberalen, wie &ouml;ffentlich Stimmung gegen eine Menschengruppe gemacht wird, und dass dies offenbar v&ouml;llig legitim erscheint, aber dann wird auf der anderen Seite eine &bdquo;zunehmende Kaltherzigkeit und Aggressivit&auml;t&ldquo; beklagt. Es symptomatisch f&uuml;r das nachfolgende Interview wie auch f&uuml;r die zugeh&ouml;rige &ouml;ffentliche Debatte, dass hier nicht ein einziges Mal der Begriff des Neoliberalismus auftaucht. <\/em><\/p>\n<p><strong>&ldquo;Wir leben in Zeiten einer gewissen Verrohung&rdquo;<\/strong><br>\n Die FAZ-Journalistin Melanie M&uuml;hl macht eine zunehmende Kaltherzigkeit und Aggressivit&auml;t aus. Zuerst in Worten, dann in Taten, etwa in Angriffen auf Politiker. In ihrem neuen Buch pl&auml;diert sie f&uuml;r Gef&uuml;hl mit Verstand.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/empathie-wir-leben-in-zeiten-einer-gewissen-verrohung.886.de.html?dram:article_id=438657\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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