{"id":4890,"date":"2010-03-23T08:43:19","date_gmt":"2010-03-23T07:43:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4890"},"modified":"2010-03-23T08:43:19","modified_gmt":"2010-03-23T07:43:19","slug":"hinweise-des-tages-1104","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4890","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Bankenabgabe kein Ersatz f&uuml;r Finanztransaktionssteuer; IWF verk&uuml;ndet das Ende einer &Auml;ra in der Finanzwirtschaft; H&uuml;rden f&uuml;r die Sanierung von Grossbanken; Deutsche K&uuml;ndigungsfristen versto&szlig;en gegen Diskriminierungsverbot; Zu den arbeitsmarktpolitischen Vorschl&auml;gen der SPD; Abzocke-Vorwurf gegen AWO Neum&uuml;nster; 5000 Pfund am Tag f&uuml;r Lobbyarbeit; CDU-Parteitag: Blo&szlig; nicht dr&uuml;ber reden; dreisteste Werbel&uuml;ge; Obama und sein langer Weg; Irland in roten Zahlen; Folter weit verbreitet; Google zieht sich aus China zur&uuml;ck; nationales Stipendienprogramm; Sat1 spielt B&uuml;rgerkrieg; Reisen muss ich wieder lohnen. (KR\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Bankenabgabe kein Ersatz f&uuml;r Finanztransaktionssteuer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">IWF verk&uuml;ndet das Ende einer &Auml;ra in der Finanzwirtschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">H&uuml;rden f&uuml;r die Sanierung von Grossbanken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">EuGH: Deutsche K&uuml;ndigungsfristen versto&szlig;en gegen Diskriminierungsverbot<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Zu den arbeitsmarktpolitischen Vorschl&auml;gen der SPD<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Abzocke-Vorwurf gegen AWO Neum&uuml;nster<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Viele Kritiker vermissen Kompetenz in Gesundheitskommission<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">5000 Pfund am Tag f&uuml;r Lobbyarbeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">CDU-Parteitag: Blo&szlig; nicht dr&uuml;ber reden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Die Wahl zur dreistesten Werbel&uuml;ge<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Obama und sein langer Weg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Gr&uuml;ne Insel in roten Zahlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Final destination Iran?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Folter weiter stark verbreitet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Google macht es richtig und zieht sich aus China zur&uuml;ck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Petition: Nationales Stipendienprogramm<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">&ldquo;Die Grenze&rdquo; &ndash; eine Verfassungsschutz-Seifenoper; Sat.1 spielt B&uuml;rgerkrieg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Zu guter Letzt: Westerwelle-Reisen &ndash; denn Reisen muss sich wieder lohnen<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=4890&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Attac: Bankenabgabe kein Ersatz f&uuml;r Finanztransaktionssteuer<\/strong><br>\nDie im Spitzengespr&auml;ch der Koalitionsfraktionen am Sonntagabend beschlossene Bankenabgabe st&ouml;&szlig;t beim globalisierungskritischen Netzwerk Attac auf Kritik. &ldquo;Bei dieser Abgabe handelt es nur um eine Konkursversicherung f&uuml;r Banken. Reguliert wird auf den Finanzm&auml;rkten dadurch gar nichts. Die Gesch&auml;fte k&ouml;nnen weiter laufen wie bisher&rdquo;, sagte Detlev von Larcher vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis.<br>\n&ldquo;Die Bankenabgabe kann eine Finanztransaktionssteuer auf keinen Fall ersetzen.&rdquo;<br>\nAttac forderte die Bundesregierung auf, sich f&uuml;r die umgehende Einf&uuml;hrung einer Finanztransaktionssteuer im Euro-Raum einzusetzen, statt mit der Diskussion &uuml;ber eine Bankenabgabe vom Kern des Problems abzulenken. Notwendig sei eine echte Regulierung der Finanzm&auml;rkte und die Umverteilung von Verm&ouml;gen weltweit. Anders als die Bankenabgabe sei die Finanztransaktionssteuer ein wichtiger erster Schritt in diese<br>\nRichtung: &ldquo;Die Finanztransaktionssteuer macht riskante, kurzfristige Spekulation unrentabel und stabilisiert so die Finanzm&auml;rkte. Und die Finanztransaktionssteuer generiert hunderte Milliarden Euro Einnahmen, die weltweit zur Bek&auml;mpfung der Krisenfolgen, von Armut und Klimawandel genutzt werden k&ouml;nnen&rdquo;, sagte Detlev von Larcher.<br>\nDie von Bundesfinanzminister Wolfgang Sch&auml;uble vorgestellte Bankenabgabe verhindere dagegen weder k&uuml;nftige Krisen, noch beteilige sie die Banken an den Krisenkosten, die den B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern aufgehalst werden. Der diskutierten Summe f&uuml;r die Bankenabgabe von einer Milliarde Euro pro Jahr stehen 80 Milliarden Euro gegen&uuml;ber, die der Staat derzeit ausgibt, um die Krisenfolgen abzumildern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.pressrelations.de\/new\/standard\/result_main.cfm?r=404494&amp;sid=&amp;aktion=jour_pm&amp;quelle=0&amp;n_firmanr_=109361&amp;pfach=1&amp;detail=1&amp;sektor=pm&amp;popup_vorschau=0\">attac<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Das Ende einer &Auml;ra in der Finanzwirtschaft<\/strong><br>\nIn der Wirtschafts- und Finanzwelt finden selten Revolutionen statt, und sie werden oft erst r&uuml;ckblickend erkannt. Doch was am 19. Februar geschah, kann man getrost als das Ende einer &Auml;ra in der globalen Finanzwirtschaft bezeichnen. An diesem Tag ver&ouml;ffentlichte der Internationale W&auml;hrungsfonds eine programmatische Mitteilung, die seine langj&auml;hrige Position zu Kapitalverkehrskontrollen umkehrte. Steuern und andere Einschr&auml;nkungen f&uuml;r Kapitalzufl&uuml;sse, schrieben die IWF-&Ouml;konomen, k&ouml;nnen hilfreich sein, und sie stellen ein &bdquo;legitimes Mittel&ldquo; im Instrumentarium der politischen Entscheidungstr&auml;ger dar.<br>\nMit seinem Bericht hat der Fonds wohl den gesunden Menschenverstand wiederentdeckt, der ihm merkw&uuml;rdigerweise zwei Jahrzehnte lang abhandengekommen war. Darin hei&szlig;t es: &bdquo;Die Logik legt nahe, dass entsprechend gestaltete Kontrollen von Kapitalzufl&uuml;ssen&ldquo; andere Strategien &bdquo;sinnvoll erg&auml;nzen k&ouml;nnten&ldquo;. Noch im November letzten Jahres hatte der gesch&auml;ftsf&uuml;hrende Direktor Dominique Strauss-Kahn Brasiliens Bem&uuml;hungen, gegen Zufl&uuml;sse von spekulativem &bdquo;hei&szlig;em Geld&ldquo; anzuk&auml;mpfen, kritisiert und gesagt, er w&uuml;rde solche Kontrollen nicht &bdquo;als Standardrezept&ldquo; empfehlen.<br>\nSomit stellt die Mitteilung vom Februar einen &uuml;berw&auml;ltigenden Umschwung dar &ndash; n&auml;her kann eine Institution einem Widerruf nicht kommen, ohne zu sagen: &bdquo;Tut uns leid, wir haben versagt.&ldquo;<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/commentary\/rodrik41\/German\">Project Syndicate<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.imf.org\/external\/pubs\/ft\/spn\/2010\/spn1004.pdf\">IMF STAFF POSITION NOTE [PDF &ndash; 950 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>H&uuml;rden f&uuml;r die Sanierung von Grossbanken<\/strong><br>\nInternationale Gremien arbeiten seit vielen Jahren an einer Antwort &ndash; seit dem Ausbruch der j&uuml;ngsten Finanzkrise mit mehr Nachdruck, aber noch nicht unbedingt mit viel mehr Erfolg. Der in dieser Woche publizierte Bericht des Basler Ausschusses f&uuml;r Bankaufsicht, dem Aufsichtsgremien von rund zwei Dutzend wichtiger Finanzpl&auml;tze angeh&ouml;ren, hinterl&auml;sst jedenfalls einen eher zwiesp&auml;ltigen Eindruck. Der Bericht macht deutlich, dass eine globale &Uuml;bereinkunft &uuml;ber die einheitliche Abwicklung von Grossbankenkonkursen auf absehbare Zeit unrealistisch erscheint. Grund: Wenn es um Kontrolle und Kostenverteilung bei Sanierungen globaler Banken geht, weicht die Sonntagsschulrhetorik bez&uuml;glich &laquo;globaler Koordination&raquo; rasch kalten nationalen Interessen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/aktuell\/huerden_fuer_die_sanierung_von_grossbanken_1.5254034.html?printview=true\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Das Verschieben von Regelungen auf die internationale Ebene ist gleichbedeutend mit dem Schieben auf die lange Bank. Da kann man dann &ndash; wie Kanzlerin Merkel trefflich vorf&uuml;hrt &ndash; &ouml;ffentlich popul&auml;re Forderungen und Drohungen aussprechen, um hinter verschlossenen T&uuml;ren wieder alles zu blockieren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>EuGH: Deutsche K&uuml;ndigungsfristen versto&szlig;en gegen Diskriminierungsverbot<\/strong><br>\nDie mit gro&szlig;er Spannung erwartete Entscheidung des EuGH in der Rechtssache K&uuml;c&uuml;kdeveci (Urteil vom 19.1.2010, C-555\/07) liegt nunmehr vor. Der EuGH entschied &ndash; wie von vielen erwartet &ndash; gegen die deutsche Regelung. Den Pr&uuml;fungsma&szlig;stab bilde &ldquo;der jede Diskriminierung wegen des Alters verbietende allgemeine Grundsatz des Unionsrechts, wie er in der Richtlinie 2000\/78\/EG konkretisiert ist&rdquo;. Der EuGH sieht in der Regelung des &sect; 622 Abs. 2 S. 2 BGB eine Ungleichbehandlung, die auf dem Kriterium des Alters beruht. Eine Rechtfertigung dieser Ungleichbehandlung lehnen die EU-Richter ab.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jurablogs.com\/de\/eugh-deutsche-kuendigungsfristen-verstossen-diskrimierungsverbot\">JuraBlogs.com<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Zu den arbeitsmarktpolitischen Vorschl&auml;gen der SPD<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Engelen-Kefer: Die Korrekturen der Sozialdemokraten greifen zu kurz<\/strong><br>\nSo ist bei der Schaffung gemeinn&uuml;tziger Arbeitspl&auml;tze f&uuml;r Langzeitarbeitslose die Abkehr von den ausufernden 1-Euro-Jobs unabdingbar. Solange nicht klar geregelt ist, dass gemeinn&uuml;tzige T&auml;tigkeiten nur mit tariflichen oder orts&uuml;blichen L&ouml;hnen sowie sozialer Sicherung gef&ouml;rdert werden, bleibt dem Missbrauch, der mit 1-Euro-Jobs getrieben wird, weiterhin T&uuml;r und Tor ge&ouml;ffnet. Diese Verst&auml;rkung der Hartz-IV-Spirale nach unten f&uuml;r viele Langzeitarbeitslose muss abgestellt werden.<br>\nUnverst&auml;ndlich ist, dass die entw&uuml;rdigenden Regelungen zur Zumutbarkeit der von Langzeitarbeitslosen anzunehmenden T&auml;tigkeiten nicht in die Korrekturen einbezogen wurden.<br>\nEs reicht nicht aus, wenn in dem Programm der SPD zu Recht die Forderung des DGB nach Einf&uuml;hrung eines gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro unterst&uuml;tzt wird. Die schwarz-gelbe Regierungskoalition hat bereits sonnenklar gemacht, dass sie hierzu in keinem Fall bereit sein wird.<br>\nV&ouml;llig unverst&auml;ndlich ist, wie &ldquo;Fairness auf dem Arbeitsmarkt&rdquo; mit 400- Euro-Jobs m&ouml;glich sein soll. Die Hartz-Gesetze haben zu einer Explosion der Minijobs auf inzwischen 7 Millionen gef&uuml;hrt, zwei Drittel davon f&uuml;r Frauen. Diejenigen, die erst einmal darin gefangen sind, kommen nicht mehr heraus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/debatte\/kommentar\/artikel\/1\/hartz-iv-rolle-rueckwaerts\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>IG Metall zu den arbeitsmarktpolitischen Vorschl&auml;gen der SPD: Schritte in die richtige Richtung &ndash; aber keine Abkehr von Hartz IV<\/strong><br>\nUnter dem Titel &bdquo;Fairness auf dem Arbeitsmarkt&ldquo; hat das Pr&auml;sidium der SPD ein Diskussions-Papier mit Vorschl&auml;gen zur Arbeitsmarktpolitik vorgelegt (Anlage 1). Das vom SPDPr&auml;sidium beschlossene Papier soll eine Debatte einl&auml;uten. Ein endg&uuml;ltiger Beschluss steht f&uuml;r den SPD-Parteitag im September an.<br>\nIn dem Papier werden eine Reihe begr&uuml;&szlig;enswerter Korrekturen der bisherigen Arbeitsmarktpolitik der SPD vorgeschlagen: So wird ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro und eine Verl&auml;ngerung des Arbeitslosengeldes I sowie die Ausweitung der Mitbestimmung gefordert.<br>\nZudem wird das Anliegen formuliert, gegen die massive Ausbreitung von Dumping-L&ouml;hnen vorzugehen. Wer aber Niedrig- und Armutsl&ouml;hne eind&auml;mmen will, darf von Hartz IV nicht schweigen. Denn Hartz IV hat ma&szlig;geblich zu Niedrigl&ouml;hnen, Lohnspreizung und zur weiteren Flexibilisierung des Arbeitsmarkts beigetragen. Eine Abkehr von Hartz IV ist in dem Papier &ndash; auch nach eigenem Bekunden des SPD-Vorsitzenden Gabriel &ndash; nicht angelegt. Das Papier enth&auml;lt weder Forderungen zur Erh&ouml;hung der Regels&auml;tze noch nach verbesserten Zumutbarkeitsregelungen. Zudem h&auml;lt es keine deutliche Abkehr von 1-Euro-Jobs.<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/100323_Hinweise_IGM_Stellungnahme_zum_SPD_Papier.pdf\">IG Metall [PDF &ndash; 29 KB]<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Abzocke-Vorwurf gegen AWO Neum&uuml;nster<\/strong><br>\nDie aktuelle Diskussion um Hartz IV erregt zurzeit die Gem&uuml;ter. Viele Arbeitslose wollen arbeiten, anstatt nur in den Tag hineinzuleben. Daher sind Ein-Euro-Jobs f&uuml;r viele attraktiv. Sie k&ouml;nnen arbeiten und vor allem haben sie die Hoffnung, in einen regul&auml;ren Job hineinzurutschen. Eine Frau aus Neum&uuml;nster bekam einen Ein-Euro Job &ndash; doch dann stellte sich heraus, dass die Arbeiterwohlfahrt, die sie besch&auml;ftigte, Geld mit ihr verdient hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/schleswig-holstein\/awo130.html\">NDR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Das &bdquo;Regiegeld&ldquo; f&uuml;r die Ein-Euro-Jobber ist inzwischen f&uuml;r viele Kommunen, karitative Einrichtungen und auch Wirtschaftsunternehmen zu einer sprudelnden Einnahmequelle geworden. Dass zus&auml;tzlich noch der Lohn abgesch&ouml;pft wird, d&uuml;rfte kein Einzelfall sein. Da kann man sich ausmalen, was passieren w&uuml;rde, wenn ein sog. &bdquo;sozialer Arbeitsmarkt&ldquo; eingef&uuml;hrt w&uuml;rde.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Viele Kritiker vermissen Kompetenz in Gesundheitskommission<\/strong><br>\n&ldquo;Da ist ein Schrumpfkabinett am Wirken. Wenn man wirklich etwas &auml;ndern will, muss man sich mit Fachleuten zusammensetzen. Bei allem Respekt vor den Bundesministern &ndash; in der Kommission sitzt kein einziger Experte vom Fach&rdquo;, sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur dpa. Damit spricht sie nicht wenigen Kritikern, vor allem aus Fachkreisen der gesetzlichen Krankenversicherung, aus der Seele. Der Kommission, die am 17.3.2010 erstmals zusammengekommen war, geh&ouml;ren sieben Bundesminister an. Wohl keines der Mitglieder der Expertenkommission d&uuml;rfte bislang mit dem Wesen und der Funktionsweise der gesetzlichen Krankenversicherung in Ber&uuml;hrung gekommen sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.haufe.de\/SID161.e3hio0unn5s\/sozialversicherung\/newsDetails?newsID=1269243264.06&amp;d_start:int=3&amp;topic=Leistungsrecht&amp;topicView=Leistungsrecht&amp;\">Haufe online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>5000 Pfund am Tag f&uuml;r Lobbyarbeit<\/strong><br>\nEine verdeckte Recherche wenige Wochen vor Wahl enth&uuml;llt, dass mehrere Politiker der regierenden Labour-Partei k&auml;uflich sind Im Mittelpunkt steht der fr&uuml;here Labour-Verkehrsminister Stephen Byers. Er sei &bdquo;wie ein Taxi, das man mieten kann&ldquo;, sagte er vor laufender Kamera gegen&uuml;ber einem Reporter, der sich als Gesch&auml;ftsmann ausgegeben hatte. Wie viel das kostet? &bdquo;Normalerweise zwischen 3000 und 5000 Pfund am Tag&ldquo;, sagt Byers in dem am Montag ausgestrahlten Programm des Senders Channel 4. Journalisten von &bdquo;Sunday Times&ldquo; und Channel 4 gaben sich bei ihrer Recherche als amerikanische Lobbyisten aus. Nur die Tory-Politikerin Julie Kirkbride wurde argw&ouml;hnisch. Auch den ehemaligen Labour-Ministern Geoff Hoon und Patricia Hewitt wird vorgeworfen, sie seien gegen Geld bereit, Einfluss auszu&uuml;ben. Byers br&uuml;stete sich vor der Kamera, ein Abkommen von Verkehrsminister Lord Adonis mit dem Zugbetreiber National Express beeinflusst zu haben, bei dem es um hunderte Millionen Pfund ging. Bei Wirtschaftsminister Lord Mandelson will er sich erfolgreich f&uuml;r eine Lebensmitteletikettierung eingesetzt haben, die dem Supermarktgiganten Tesco gefiel. Die Minister und die Firmen bestreiten diese Darstellung. Byers sagt, er habe nur angeben wollen, und strengte eine Untersuchung des Ethikausschusses des Unterhauses gegen sich an &ndash; um Forderungen der Oppositionsparteien zuvorzukommen. &ndash; Vermutlich am 6. Mai findet die Unterhauswahl statt. Wie sich das alles auswirkt, ist Wahlforschern ein R&auml;tsel. Wird die notorisch geringe Wahlbeteiligung noch weiter fallen? Oder werden Briten die Wahllokale st&uuml;rmen, um ihrer Wut Luft zu machen &ndash; durch Proteststimmen f&uuml;r Splitterparteien?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/art771,3064117?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Und es stellt sich die bange Frage: Wie w&auml;re eine solche verdeckte Recherche hierzulande ausgefallen?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>CDU-Parteitag: Blo&szlig; nicht dr&uuml;ber reden<\/strong><br>\nAuf der Tagesordnung steht &ldquo;Aussprache zur Rede der Vorsitzenden&rdquo;. Und tats&auml;chlich: &ldquo;Wir haben bereits zwei Wortmeldungen&rdquo;, k&uuml;ndigt CDU-Generalsekret&auml;r Hermann Gr&ouml;he an. Leider m&ouml;chte einer der beiden Anw&auml;rter dann aber doch nicht ans Mikrofon, und weitere Debatten-Interessenten gibt es nicht. Einerseits kommt die Konzentration auf den nordrhein-westf&auml;lischen Landesf&uuml;rsten der Inszenierung der Veranstaltung durchaus entgegen, die vor allem den Parteifreunden an Rhein und Ruhr R&uuml;ckenwind f&uuml;r die Landtagswahl verschaffen soll. Andererseits wundert man sich schon, dass Merkels Vortrag &ndash; anders als bei der Sitzung des Bundesausschusses vor f&uuml;nf Monaten &ndash; so gar keine Reaktion hervorruft. Auch Gr&ouml;he ist zun&auml;chst irritiert, bevor ihm ein sch&ouml;ner Abschluss einf&auml;llt: &ldquo;Lassen wir nicht dr&uuml;ber reden. Machen wir es einfach!&rdquo; Das ist gut gesagt. Blo&szlig; wei&szlig; man nicht so ganz genau, was er damit meint. Der CDU-Vorsitzenden ist es n&auml;mlich wie schon in der Haushaltsdebatte des Bundestages erneut gegl&uuml;ckt, stolze 36 Minuten zu reden, ohne die desolate Lage der Koalition einmal zu erw&auml;hnen und deren k&uuml;nftige Vorhaben auch nur anzudeuten. &ldquo;Wir sagen es Euch nicht deshalb nicht, weil wir es nicht sagen wollen, sondern weil wir noch gar nicht wissen, wo wir Ende 2010 mit der wirtschaftlichen Situation stehen&rdquo;, hat Merkel gesagt. R&uuml;ttgers matte Rede wird durch einige schrille Passagen unterbrochen, die aber auch keine Begeisterung ausl&ouml;sen. Allzu deutlich lassen R&uuml;ttgers &uuml;bersteuerte Attacken auf die SPD, die &ldquo;unser sch&ouml;nes Land&rdquo; zu ihrem &ldquo;Fu&szlig;abtreter&rdquo; machen wolle und deren Vorsitzender Sigmar Gabriel &ldquo;hemmungslos, prinzipienlos und charakterlos&rdquo; sei, die Nervosit&auml;t beim Redner ahnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2454240&amp;em_loc=1231&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_polstart\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Das nennt man Angststarre. Bei Angst und Unbehagen in eine Angststarre zu verfallen, ist <a href=\"http:\/\/www.presstext.com\/news\/050621017\/angststarre-ist-evolutionaer-bedingt\/\">laut Forschungsergebnissen<\/a> auf fr&uuml;here Zeiten zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, als ein stilles Ausharren auch gleichzeitig eine Lebensversicherung war. Denn durch diese Reaktion blieb man von einem m&ouml;glichen Angreifer unbemerkt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Die Wahl zur dreistesten Werbel&uuml;ge<\/strong><br>\nfoodwatch verleiht zum zweiten Mal den &bdquo;Goldenen Windbeutel&ldquo; f&uuml;r die dreisteste Werbel&uuml;ge. Eine prominente Jury hat aus den elf Produkten, die seit dem Goldenen Windbeutel 2009 auf abgespeist.de vorgestellt wurden, f&uuml;nf nominiert. Jetzt entscheiden Sie, wer die unr&uuml;hmliche Troph&auml;e &uuml;berreicht bekommt!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.abgespeist.de\/der_goldene_windbeutel_2010\/\">foodwatch<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Obama und sein langer Weg<\/strong><br>\nNach langem Streit beschlie&szlig;t das Repr&auml;sentantenhaus die Gesundheitsreform. Ein Sieg f&uuml;r Pr&auml;sident Barack Obama. Alles andere w&auml;re einer Katastrophe f&uuml;r ihn gleichgekommen. Politisch brauchte er den Erfolg. Sonst h&auml;tten er und seine Partei, die Demokraten, wenig vorzuweisen, wenn im Herbst der Kongress neu gew&auml;hlt wird. Wie sehr die Reform den Demokraten bei den W&auml;hlern indes wirklich helfen wird, ist keineswegs ausgemacht. Zu erbittert wurde die Diskussion gef&uuml;hrt, als dass sich die aufgew&uuml;hlten Gem&uuml;ter schnell wieder beruhigen lie&szlig;en. Noch lehnt eine Mehrheit der Bev&ouml;lkerung die Reform ab. Der Pr&auml;sident hofft, dass die Amerikaner die Vorz&uuml;ge der Reform erkennen werden, nun da sie eingef&uuml;hrt wird. Dabei ist die Reform von der Sache her zwingend geboten. Es ist ein Skandal, dass ein Sechstel aller Menschen in den Vereinigten Staaten ohne Krankenversicherung auskommen muss. Das bedeutet nur allzu oft, dass sie erst zum Arzt gehen, wenn es zu sp&auml;t ist. Oder aber, dass Krankenkassen sich Patienten einfach entledigen, deren Behandlung ihnen zu teuer wird. Mit beiden Missst&auml;nden r&auml;umt diese Reform auf. Und wenn die Berechnungen stimmen, wird sie auch die Kosten des ausufernden amerikanischen Gesundheitswesen eind&auml;mmen.<br>\nDie Republikaner werden versuchen, sie im Wahlkampf auszuschlachten. Konservative Gouverneure wollen gegen die Reform klagen und deren Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit &uuml;berpr&uuml;fen lassen. Obama darf indes die kommenden Wochen und Monate nicht darauf verwenden, die richtige und so wichtige Reform zu verteidigen. Er wird seinen Kritikern nur mit einem den Wind aus den Segeln nehmen k&ouml;nnen: Wenn er sich ohne Wenn und Aber erkennbar auf die Ankurbelung der US-Wirtschaft und die Schaffung neuer Arbeitspl&auml;tze konzentriert. Wenn ihm das gelingt, kann er hoffen, dass irgendwann die Mehrheit der Amerikaner die Notwendigkeit der Reform einsieht. Aber nur dann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/423\/506592\/text\/print.html\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wahrscheinlich k&ouml;nnen wir gar nicht ermessen, was Barack Obama gelungen ist. Zumal wir Deutsche gerade auf dem umgekehrten Weg sind. Statt in diesen schwierigen Zeiten Solidarit&auml;t zu st&uuml;tzen, betreibt Schwarz\/Gelb Klientelpolitik, indem durch die Kopfpauschale Wohlhabende entlastet werden und Gesundheitsbeitr&auml;ge von den L&ouml;hnen zugunsten der Unternehmer entkoppelt werden. W&auml;hrend die US-Demokraten partikularen Interessen eine Abfuhr erteilt haben, und das in einem Land, das kaum wie ein anderes der Vorstellung anh&auml;ngt, dass jeder seines eigenes Gl&uuml;ckes Schmied sei, fallen wir auf Rattenf&auml;nger herein, die den Egoismus einer saturierten Klasse als Eigenverantwortung verkaufen. Obama hat jenseits aller Debatten um den Krieg in Afghanistan, der andauernden Krise im Nahen Osten ein globales Zeichen gesetzt, die USA ist keine Ellenbogengesellschaft. &ndash; Und Obama l&auml;sst nicht locker, konzentriert sich bereits auf das zentrale aktuelle Problem: die Arbeitslosigkeit.<\/em><\/p>\n<p><em>Aber:<\/em><\/p>\n<p><strong>N&auml;chste H&uuml;rde f&uuml;r Obamas Gesundheitsreform steht bevor<\/strong><br>\nNach dem Triumph am Wochenende steht Obamas Gesundheitsreform bereits die n&auml;chste H&uuml;rde bevor. Bis zu den Zwischenwahlen im November muss Obama den W&auml;hlern in den USA seine Gesundheitsreform n&auml;herbringen. Sollten die USA Obama die Gesundheitsreform nicht abkaufen, st&uuml;nd den Demokraten eine katastrophale Wahl bevor.<br>\nMit dem Verlust der Senatorenwahl in Massachusetts und einer Reihe aus dem Kongress ausscheidender Parteifreunde haben die Demokraten bereits schwer gelitten. Und die Zeit scheint reif daf&uuml;r, dass das Wahlvolk der Regierungspartei einen Denkzettel verpasst: Die W&auml;hler sind sauer. Sie hassen Washington. Sie m&ouml;gen Amtsinhaber nicht. Am meisten Sorgen machen ihnen die Wirtschaftslage und die Arbeitslosigkeit von beinahe zehn Prozent. Und sie sind geteilter Meinung dar&uuml;ber, ob Obamas Gesundheitsreform gut ist f&uuml;r ein Land mit enormem Haushaltsdefizit und wachsendem Schuldenberg.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/politik\/weitere-meldungen\/usa-naechste-huerde-fuer-obamas-gesundheitsreform-steht-bevor_aid_491952.html\">Focus<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Gr&uuml;ne Insel in roten Zahlen<\/strong><br>\nIrlands Verschuldung hat sich innerhalb von vier Jahren vervierfacht, das Wachstum brach um &uuml;ber 7 Prozent ein. Die Regierung k&uuml;rzt nun beim Geld f&uuml;r Kinder, Arbeitslose und Beamten. Die Europ&auml;ische Kommission prognostiziert, dass sich die irische Staatsverschuldung, die 2007 noch 25,1 Prozent des BIP betrug, bis 2011 auf 96 Prozent beinahe vervierfachen wird. Das w&auml;re exakt der Stand von 1990, als der Boom langsam Fahrt aufnahm.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=wu&amp;dig=2010%2F03%2F22%2Fa0136&amp;cHash=cb613e81f6\">TAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Auch wer die Nachhaltigkeit des irischen Wunders bezweifelt hat, registriert mit Best&uuml;rzung, dass Irland sich wieder dem Zustand n&auml;hert, der vor Beginn des Booms herrschte. Seinerzeit hatte Irland den Dumpingwettbewerb der Steuersysteme in Europa gewonnen. Mit einem K&ouml;rperschaftsteuersatz von nur 10 Prozent und weiteren Anreizen (kostenlosen Grundst&uuml;cken, Planungsfreiheiten und damals noch billigen Arbeitskr&auml;ften) wurden in den 90er Jahren zahlreiche ausl&auml;ndische Investoren angelockt, etwa die H&auml;lfte kamen aus den USA. Als englischsprachiges Mitglied der EU und sicherer Kandidat f&uuml;r die W&auml;hrungsunion bot Irland nichteurop&auml;ischen Firmen einen idealen Br&uuml;ckenkopf zum europ&auml;ischen Binnenmarkt. Hinzu kam, dass der europ&auml;ische Steuerzahler in den besten Zeiten mit etwa 7% des BIP den irischen Staat entlastete, damit dieser u.a. in Dublin mit rund 800 Finanzeinrichtungen eine klassische Steueroase einrichtete, welche von international operierenden Unternehmen genutzt werden. Zusammen mit IBM, Intel, Hewlett-Packard, Apple, Dell, Lufthansa, diversen Callcenter u.a. sorgten sie f&uuml;r Wachstum, Jobs und Konsum &ndash; und f&uuml;r eine beispiellose Immobilienblase, die nun geplatzt ist und die irischen Banken in den Abgrund gerissen hat. IBM, Apple, Hewlett-Packard, Dell und andere Unternehmen reduzierten in der Krise ihre Belegschaften, wenn sie nicht gar in Richtung Osteuropa weiter zogen. Die meisten dieser ausl&auml;ndischen Unternehmen waren und sind kaum in der irischen Volkswirtschaft verankert, nicht auf sie angewiesen und deshalb hoch volatil. &ndash; Das irische Wunder wird sich nicht wiederholen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Final destination Iran?<\/strong><br>\nHundreds of powerful US &ldquo;bunker-buster&rdquo; bombs are being shipped from California to the British island of Diego Garcia in the Indian Ocean in preparation for a possible attack on Iran.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heraldscotland.com\/news\/world-news\/final-destination-iran-1.1013151\">heraldscotland.com<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Folter weiter stark verbreitet<\/strong><br>\nDer Sonderberichterstatter &uuml;ber Folter, Manfred Nowak, hat dem Uno-Menschenrechtsrat seinen Bericht nach f&uuml;nf Jahren der Nachforschungen &uuml;ber staatliche Tortur und Misshandlungen vorgelegt. Er spricht von einem weltweiten Missstand; Folter werde in vielen L&auml;ndern und im grossen Stil angewendet. Unter den 147 Unterzeichnerstaaten der Anti-Folter-Konvention h&auml;tten nur sehr wenige deren Empfehlungen wirksam durchgesetzt. In der &laquo;Mehrzahl der Staaten&raquo; sei Folter weit verbreitet, und viele Gesellschaften praktizierten Folter als t&auml;gliche Routine zur Bek&auml;mpfung von gew&ouml;hnlichen Straftaten sowie des Terrorismus oder anderer politischer Verbrechen. Die Haftbedingungen in den meisten L&auml;ndern seien zudem schlecht und m&uuml;ssten vielfach als grausam, unmenschlich oder erniedrigend beschrieben werden. Aus dem Bericht spricht einer, der mit den eigenartigen Auswirkungen der Folter bestens vertraut ist, etwa wenn er in eine indonesische Polizeistation mitten in eine Foltersitzung hineinplatzt und das Opfer, das sichtbare Schlagspuren im Gesicht tr&auml;gt und mit Handschellen an einen Stuhl gefesselt ist, schreckensbleich beteuert, es sei hier zu einem reinen Freundschaftsbesuch bei dem Polizeibeamten.<br>\nAls wichtigste Abhilfe nennt Nowak die Abschaffung &laquo;des umfassenden Klimas der Straflosigkeit&raquo; f&uuml;r die Folterknechte &laquo;in fast allen besuchten L&auml;ndern&raquo;. Er erinnert daran, dass Folter kraft der entsprechenden Konvention v&ouml;llig &ndash; und ohne m&ouml;gliche Einschr&auml;nkungen f&uuml;r besondere Situationen &ndash; verboten ist. Deshalb w&auml;ren alle Beamten, Gef&auml;ngnisw&auml;rter, -&auml;rzte und Justizvertreter von Amtes wegen verpflichtet, jeden Fall von Folter anzuzeigen, damit eine Untersuchung und die Bestrafung der Urheber in Gang kommen. Das Gegenteil ist nach Nowak fast &uuml;berall die traurige Realit&auml;t. Ein weiteres Gegenmittel ist die Nichtzul&auml;ssigkeit von unter Folter erpressten Gest&auml;ndnissen vor Gericht, weil damit eine der wesentlichen Motivationen f&uuml;r die Misshandlung, das Erzwingen eines raschen Gest&auml;ndnisses, hinf&auml;llig w&uuml;rde. Zum Rest geh&ouml;rte dann der unabdingbare Zugang der Untersuchungsh&auml;ftlinge zu Richtern, zu Anw&auml;lten, forensischen &Auml;rzten und anderem Beistand. Schliesslich unterstreicht Nowak, dass eine intensive Betreuung der Folteropfer f&uuml;r lange Zeit unabdingbar sei, weil die Misshandlungen tiefe physische und seelische Narben hinterliessen.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/international\/folter_weiter_stark_verbreitet_1.5253979.html?printview=true\">NZZ<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www2.ohchr.org\/english\/bodies\/hrcouncil\/docs\/13session\/A-HRC-13-39.pdf\">United Nations [PDF &ndash; 135 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wann immer man solche Berichte liest, wird geradezu schmerzhaft zu klar, welch ungeheure Diskrepanz zwischen den Anspr&uuml;chen einer verbindlichen Menschenrechtsgesetzgebung und der Realit&auml;t besteht. Wie sehr der politische Wille fehlt, die Menschenrechte ernst zu nehmen. Wir haben mit der WTO ein Welthandelsregime installieren k&ouml;nnen, dem sich fast alle Staaten unterwerfen und sind so unf&auml;hig, auch nur die gr&ouml;bsten Menschrechtsverletzungen zu sanktionieren. Aus Menschen sind H&auml;ndler geworden. Die Heilsbotschaft hei&szlig;t: Die &ldquo;unsichtbare Hand&rdquo; des Marktes regelt alles, bis hin zur schlimmsten Ungerechtigkeit. Man muss sie nur konsequent walten lassen. &ndash; Das h&auml;tte sich Adam Smith nicht tr&auml;umen lassen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Google macht es richtig und zieht sich aus China zur&uuml;ck<\/strong><br>\nDie chinesische Regierung bek&auml;mpft den Internetkonzern Google zu Unrecht als Instrument der US-Politik. Das Unternehmen reagiert klug und zieht sich aus Protest gegen die Zensur aus China zur&uuml;ck.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.weltwoche.ch\/ausgaben\/2010-11\/artikel-2010-11-google-macht-es-richtig.html\">Weltwoche<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Petition: Nationales Stipendienprogramm<\/strong><br>\nDer Koalitionsvertrag von CDU\/CSU und FDP sieht vor, zehn Prozent der Studierenden mit einem einkommensunabh&auml;ngigen &bdquo;nationalen Stipendium&ldquo; von 300 Euro monatlich zu f&ouml;rdern sowie analog das B&uuml;chergeld f&uuml;r die StipendiatInnen der Begabtenf&ouml;rderungswerke auf 300 Euro anzuheben.<br>\nWir begr&uuml;&szlig;en ausdr&uuml;cklich den erkl&auml;rten Willen der Bundesregierung, die Begabten- und Bildungsf&ouml;rderung in Deutschland zu st&auml;rken. Gleichzeitig halten wir die bisher bekannt gewordenen Pl&auml;ne vor dem Hintergrund der bestehenden Bildungsungerechtigkeit in Deutschland f&uuml;r unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig und den Umst&auml;nden unangemessen, da sie nicht zu einem Abbau der vorhandenen Schieflage f&uuml;hren.<br>\nWir setzen uns daher f&uuml;r eine moderatere Erh&ouml;hung des B&uuml;chergeldes ein. Au&szlig;erdem sprechen wir uns daf&uuml;r aus, das &bdquo;nationale Stipendienprogramm&ldquo; im Einklang mit dem Begabungsbegriffs des BMBF, der &uuml;ber das reine Leistungskriterium hinausgeht, so auszugestalten, dass die soziale Selektion in unserem Bildungssystem weder gefestigt noch versch&auml;rft wird.<br>\nBegr&uuml;ndung: \n<ol>\n<li>Die Verk&uuml;rzung des Begabungsbegriffs auf die fachliche Leistung klammert individuelle Faktoren wie lebenslaufbedingte H&uuml;rden, gesellschaftliches Engagement oder Verantwortungsbereitschaft aus. Verbindliche Vorgaben zur Gestaltung der Auswahlarbeit an den Hochschulen, die einer sozialen und fachlichen Verengung des Spektrums der Gef&ouml;rderten entgegen wirken, liegen bisher nicht vor.<\/li>\n<li>Die Struktur des deutschen Bildungssystems beg&uuml;nstigt Kinder aus bildungsnahen und einkommensstarken Familien; gleiches gilt f&uuml;r die F&ouml;rderung der Begabtenf&ouml;rderwerke, die zumeist Studierenden mit einem entsprechenden Hintergrund zugute kommt (HIS-Bericht 4\/2009). Ein einseitiger Ausbau der Begabtenf&ouml;rderung w&uuml;rde diesen Trend versch&auml;rfen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.petitiononline.com\/stip\/petition.html\">Petition Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung des Stipendiat\/innen-Rats der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung:<\/strong> Es handelt sich bei den neuen Strukturen der Studienf&ouml;rderung um ein weiteres Element im Prozess der staatlichen Elitisierung des Bildungswesens, um einen weiteren massiven Selektionsprozess, mit dem sich das B&uuml;rgertum den Umverteilungsprozess von unten nach oben sichern m&ouml;chte.<br>\nWir sprechen uns entschieden dagegen aus und fordern kritische, freie und demokratische Bildung f&uuml;r Alle, unabh&auml;ngig von Staatsb&uuml;rgerschaft und sozialer Herkunft!<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>&ldquo;Die Grenze&rdquo; &ndash; eine Verfassungsschutz-Seifenoper; Sat.1 spielt B&uuml;rgerkrieg<\/strong><br>\nIst Katja Riemann wom&ouml;glich die bessere Angela Merkel? Zumindest spielt die ehemalige, allerdings eher schmalbr&uuml;stige Diva-Darstellerin der Neunziger nun in Roland Suso Richters Sat.1-Zweiteiler&ldquo;Die Grenze&ldquo;, der am Montag und Dienstag um jeweils 20.15 Uhr ausgestrahlt wird, die Bundeskanzlerin. Schaut dabei aus eben wie die Merkel und wei&szlig;, soweit das in dieser zutiefst undankbaren Rolle &uuml;berhaupt m&ouml;glich ist, zu gefallen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/bin\/tp\/issue\/r4\/dl-artikel2.cgi?artikelnr=32252&amp;mode=print\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Eigentlich w&auml;re dieses Machwerk weder aus filmischen noch aus inhaltlichen noch aus (abgesehen von zwei, drei Ausnahmen) schauspielerisch auch nur eine Silbe wert, wenn:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>der Film nicht mit der Abspaltung von Mecklenburg-Vorpommern als sozialistische Volksrepublik unter linker Herrschaft enden w&uuml;rde<\/em><\/li>\n<li><em>die sozialistische Volksrepublik nicht als hoch verschuldetes sozialistisches Paradies einen Einreisestop in die dortigen Sozialsysteme verhindern und eine Grenze aufbauen w&uuml;rde.<\/em><\/li>\n<li><em>nicht bei Bundeskanzlerin Katja Riemann (!!!) er Pr&auml;sident der Arbeitgeberverb&auml;nde in einer Sitzung auftreten und vom Niedriglohnparadies Mecklenburg-Vorpommern vor der eigenen Haust&uuml;r schw&auml;rmen d&uuml;rfte, in das dann die teuren deutschen Arbeitspl&auml;tze ausgelagert werden k&ouml;nnten.<\/em><\/li>\n<li><em>angebliche Nachrichtenszenen (u.A. Original-Stra&szlig;enschlachten vom G8-Gipfel in Rostock \/ Heiligendamm) auf einem fiktiven Nachrichtenkanal laufen w&uuml;rden und nicht mit Einblendungen und Mikrofonen und wahrscheinlich auch Moderatoren des echten Nachrichtensenders N24<\/em><\/li>\n<li><em>nicht ein TV-Duell zwischen dem rechten und dem linken Spitzenkandidaten laufen w&uuml;rde, dort nicht Polit-Plaudertasche Sabine Christiansen als Polit-Plaudertasche Sabine Christiansen auftreten w&uuml;rde und sich bis in alle Ewigkeiten als Journalistin disqualifizieren w&uuml;rde<\/em><\/li>\n<li><em>der Quatsch nicht wenige Wochen vor einer bedeutenden Landtagswahl laufen w&uuml;rde.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a>Zu guter Letzt: <strong>Westerwelle-Reisen &ndash; denn Reisen muss sich wieder lohnen<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch_popup?v=NURVCtJgKVg\">YouTube<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Bankenabgabe kein Ersatz f&uuml;r Finanztransaktionssteuer; IWF verk&uuml;ndet das Ende einer &Auml;ra in der Finanzwirtschaft; H&uuml;rden f&uuml;r die Sanierung von Grossbanken; Deutsche K&uuml;ndigungsfristen versto&szlig;en gegen Diskriminierungsverbot; Zu den arbeitsmarktpolitischen Vorschl&auml;gen der SPD; Abzocke-Vorwurf gegen AWO Neum&uuml;nster; 5000 Pfund am Tag f&uuml;r Lobbyarbeit; CDU-Parteitag: Blo&szlig; nicht dr&uuml;ber reden; dreisteste Werbel&uuml;ge; Obama<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4890\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4890","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4890","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4890"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4890\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4895,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4890\/revisions\/4895"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4890"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4890"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4890"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}