{"id":48917,"date":"2019-01-31T09:53:49","date_gmt":"2019-01-31T08:53:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48917"},"modified":"2019-01-31T11:26:49","modified_gmt":"2019-01-31T10:26:49","slug":"leserbriefe-zu-umwelt-und-verkehrspolitik-mit-stammtischparolen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48917","title":{"rendered":"Leserbriefe zu: Umwelt- und Verkehrspolitik mit Stammtischparolen"},"content":{"rendered":"<p>Zu den Beitr&auml;gen &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48684#h10\">Feinstaub: &Auml;rzte aus &Ouml;sterreich stellen sich gegen deutsche Kollegen<\/a>&rdquo; und &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48756\">Umwelt- und Verkehrspolitik mit Stammtischparolen<\/a>&rdquo; gab es einige dezidierte Lesermeinungen, die wir hier mit Ihnen teilen.  Dieses Thema scheint ein gewaltiges Minenfeld zu sein, nicht zuletzt wegen unentschlossener Umweltpolitik, Autoherstellerschummeleien und divergierenden, aber gleicherma&szlig;en berechtigten Interessen der &Ouml;ffentlichkeit. Bitte beachten Sie die Anmerkungen von Jens Berger. Zusammengestellt von <strong>Moritz M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr Berger,<\/p><p>Sie schreiben:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Anders als bei den Stickoxiden (wo es offenbar in der Tat wissenschaftlich begr&uuml;ndete Zweifel an den Grenzwerten gibt) scheinen die 104 von BILD und Co. gepushten deutschen Pneumologen hier in der Tat keine sonderlich &uuml;berzeugende Argumentation vorzubringen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>W&uuml;rden Sie dies bitte begr&uuml;nden und belegen, wenn sie solchen &ndash; mit Verlaub Unsinn -verbreiten?<\/p><p>Die Experten hierf&uuml;r sind Epidemologen, keine niedergelassenen Lungenfach&auml;rzte. Der DLF zitiert einen Schweizer Epidemologen folgenderma&szlig;en:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Dagegen sei aber sehr klar, dass Feinstaub, Stickoxide und Ozone gesundheitliche Auswirkungen auf die Bev&ouml;lkerung haben. Dabei gebe es keine Schwellenwerte: Je h&ouml;her die Konzentrationen der Stoffe in der Luft, desto st&auml;rker ausgepr&auml;gter seien auch die Folgen f&uuml;r die Gesundheit. Es gebe etwa 30.000 wissenschaftliche Arbeiten, die in den vergangenen 30 Jahren zu diesem Thema verfasst wurden. K&uuml;nzli sagte: &bdquo;Es gibt keinen Expertenstreit, es gibt h&ouml;chstens Laien wie Prof. K&ouml;hler (der die Initiative der deutschen Lungenfach&auml;rzte angesto&szlig;en hat, Anm. d. Red.), die ihre Meinung aus dem Bauch heraus kundtun. (&hellip;) Schuster, bleib bei deinen Leisten.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Grenzwerte sollten nicht erh&ouml;ht, sondern abgesenkt werden<\/p><p>K&uuml;nzli pl&auml;dierte im Deutschlandfunk f&uuml;r strengere Richtwerte. Die Stickoxid-Grenzwerte, die die EU vorschreibe, basieren demnach auf wissenschaftlichen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation. Die Feinstaubwerte dagegen m&uuml;ssten laut K&uuml;nzli deutlich versch&auml;rft werden und d&uuml;rften maximal halb so viel betragen, um Gesundheitsrisiken zu minimieren.&nbsp;<\/p><p>Die politische und gesellschaftliche Argumentation <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/wissenschaftler-ueber-grenzwert-debatte-initiative.1939.de.html?drn:news_id=969884\">nannte der Schweizer Gesundheitsexperte &bdquo;Populismus pur&ldquo;<\/a>. Wenn es um Expertisen gehe, solle man Experten fragen, und es gebe in Deutschland gen&uuml;gend hervorragende Forscherinnen und Forscher, die Auskunft geben k&ouml;nnten. &bdquo;Man hat eine Ebene der Irrationalit&auml;t erreicht, die ich nicht nachvollziehen kann&ldquo;, urteilte der stellvertretende Direktor des Schweizer Instituts f&uuml;r Tropenmedizin und &ouml;ffentliche Gesundheit in Basel.&ldquo;<\/p><p>Dass die NDS diesem populistischem Unsinn der Herren K&ouml;hler, Scheuer etc. hinterherlaufen, kann ich nicht nachvollziehen. Zumal in zig Artikeln zu dem Thema deutlich gemacht worden ist, dass die Grenzwerte f&uuml;r Stickoxide auch ein Indikator f&uuml;r andere Schadstoffe sind, die nicht alle gemessen werden. Was ist Ihre L&ouml;sung f&uuml;r eine Verbesserung der Gesundheits- und Lebensqualit&auml;t in den St&auml;dten? Mehr Autoverkehr?&nbsp;<\/p><p>Ihnen, Herr Berger, ist offenbar die Gesundheit der Stadtbewohner v&ouml;llig egal, Hauptsache unbegrenzte freie Fahrt f&uuml;r alle Automobilisten, Schadstoffe. Als regelm&auml;&szlig;iger Radfahrer in einer Gro&szlig;stadt kann ich nur sagen: Es stinkt mir zum Himmel! Am besten sind noch die hochpreisigen Kfz, die hinten die Luft der anderen vergiften, vorne aber (energetisch aufwendig und Schadstoffe erzeugend) die Innenluft filtern. Tolle Position, die Sie da vertreten. Damit ist auch Ihre Position als Anwalt der &ouml;konomisch Schwachen h&ouml;chst fragw&uuml;rdig. Denn die Epidemologie kann sehr wohl zeigen, dass vor allem diese Gruppe deutlich &uuml;berproportional unter der Schadstoffbelastung durch Stickoxide (und Feinstaub, &hellip;) leidet. Es ist ein wenig halbseiden die Gr&uuml;nen f&uuml;r Halbherzigkeit bei Hartz IV zu kritisieren, aber Positionen zu vertreten oder zu beg&uuml;nstigen, die den Hartz IV-Empf&auml;ngern Lebensjahre nimmt.&nbsp;<\/p><p>[&hellip;] <a href=\"https:\/\/pneumologie.de\/fileadmin\/user_upload\/Aktuelles\/umweltmedizin--hygiene--arbeitsmedizin-band-23-nr-2-2018-.pdf\">Dieser Artikel<\/a> eignet sich wegen seiner K&uuml;rze und Verst&auml;ndlichkeit auch zum Verlinken und Weitergeben [&hellip;]<\/p><p>Freundliche Gr&uuml;&szlig;e<\/p><p><strong>Antwort Jens Berger &hellip;<\/strong><\/p><p><em>Lieber Leser,<\/em><\/p><p><em>da habe ich mich wohl ein wenig missverst&auml;ndlich ausgedr&uuml;ckt. Grenzwerte sind immer eine politische Entscheidung und ein Kompromiss zwischen unterschiedlichen Interessen. Bei der konkreten Debatte sind dies z.B. die Volksgesundheit und die Mobilit&auml;t der Pendler und Anwohner. Die Studien der Epidemiologen sind bei dieser Abw&auml;gung ein Faktor von vielen. Ich schreibe an keiner Stelle, dass keine validen Studien zur gesundheitlichen Gef&auml;hrdung durch Stickoxide g&auml;be. Im Gegenteil. Aber die Frage, ob die zur Zeit g&uuml;ltigen EU-Grenzwerte ein Niveau haben, bei dem die Prophylaxe in einem vern&uuml;nftigen Verh&auml;ltnis zu den Einschr&auml;nkungen der Mobilit&auml;t steht, die mit drohenden Fahrverboten verbunden sind, ist nicht so einfach zu beantworten und auch in der Wissenschaft umstritten. In den USA geht man &ndash; wie Sie ja sicher wissen &ndash; einen anderen Weg. Dort sind die Grenzwerte f&uuml;r Atemluftmessung etwas h&ouml;her, daf&uuml;r ist man aber bei der PKW- und LKW-Zulassung deutlich strenger, so dass &bdquo;Stickoxid-Schleudern&ldquo; erst gar nicht auf die Stra&szlig;e kommen. Zu den anderen von Ihnen genannten Punkten habe ich ja in meinem Artikel zum Papier der Lungen&auml;rzte deutlich Stellung bezogen.<\/em><\/p><p><em>Beste Gr&uuml;&szlig;e<\/em><br>\n<em>Jens Berger<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Berger,<\/p><p>in Ihrem Kommentar zu dem an sich ja schon interessanten und keineswegs gut zu durchschauenden Streit zwischen deutschen und &ouml;sterreichischen Pneumologen zur Feinstaubbelastung und ihren Folgen gehen Sie aus meiner Sicht etwas lax mit dem Thema Holzverbrennung in Einzelkaminen und Pelletanlagen um. Da ich seit rund 15 Jahren in dem Versuch, meinen &ouml;kologischen Fu&szlig;abdruck halbwegs ordentlich zu gestalten, recht &uuml;berzeugt eine Pelletanlage in meinem Dreifamilienhaus betreibe, ist mir Ihre Pauschalisierung zu einfach: gerade Pelletanlagen (jedenfalls die meine) werden st&auml;ndig und akribisch auf Feinstaubbelastung untersucht. W&auml;hrend der Wartungsingenieur j&auml;hrlich die verschiedensten Schadstoffe zu messen verpflichtet ist, tritt der Schornsteinfeger aller zwei Jahre, ebenfalls unter realen Betriebsbedingungen, also unter Volllast, zur Feinstaubmessung an und filtert viertelstundenlang Feinstaub in einen kleinen Mess-Filter-Beh&auml;lter. Alles &uuml;brigens nicht ganz billig, w&auml;hrend einige gut informierte Nachbarn von meinen Feinstaubemissionen raunen (sie lesen ja Presse!) und dabei die f&uuml;nfzehnte Zigarette des Tages in sich hinein rauchen &ndash; was etwa der Feinstaubemission meiner Heizung in einem Vierteljahr entspricht. Die hat &uuml;brigens, ganz im Unterschied zu Einzelkaminen f&uuml;r Scheitholz oder Braunkohle (!) oder Ihrem Auto, einen Wirkungsgrad bei Volllast von etwa 92 % (Ihr Auto hat maximal 40 %), ersetzt j&auml;hrlich die Verbrennung von rund 4.000l &Ouml;l und ist, dar&uuml;ber kann man allerdings trefflich streiten, fast CO2-neutral. Allerdings nur solange, wie nur eine kleine Minderheit damit umgeht und damit die Nachhaltigkeit des Holzverbrauchs nicht &uuml;berschritten wird.<\/p><p>Ich gebe au&szlig;erdem zu bedenken, wie verdammt hoch der aktuelle Schadstoffaussto&szlig; unserer &bdquo;Westlichen Demokratie&ldquo; doch ist. Kaum ein Ort auf der Welt, wo wir nichts anzubrennen versuchen: Libyen, Russland, Ukraine, Syrien, Venezuela&hellip;&hellip; Angesichts dieser schwelenden Feuer ist es letztlich fast egal, was ich daneben noch verbrenne. Wenn wir diese vielen, potentiell gro&szlig;en, Feuer auf der Welt nicht verhindern k&ouml;nnen, wird die Feinstaubbelastung meiner kleinen Verbrennungen daneben v&ouml;llig bedeutungslos sein.<\/p><p>Tut mir leid, dass ich beim Thema Feinstaub und Pellets vielleicht ein wenig zu munter geworden bin. Die Nachdenkseiten, nicht zuletzt Ihre Beitr&auml;ge, sind mir ein so wichtiger t&auml;glicher Begleiter, dass ich eine kleine inhaltliche Entgleisung dieser Art auch einfach h&auml;tte ignorieren k&ouml;nnen. Wollte ich aber nicht.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,<br>\nRalf Weber<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Versuchen sie einmal, mit einem statistischen Wert eine Entsch&auml;digung f&uuml;r einen Gesundheitsschaden (z.B. als Atomkraftwerksanwohner) zu erzielen. Man wird ihnen sagen, dass dies rein gar nichts belegt. Wenn man einen Grenzwert von 40 &micro;g\/m&sup3; festlegt, weil sonst Gesundheitsgefahren drohen und sogar noch sagt, er w&auml;re eigentlich zu hoch, wie kann es dann sein, dass in B&uuml;ros 60 &micro;g\/m&sup3; und an Industriearbeitspl&auml;tzen 950 &micro;g\/m&sup3; erlaubt sind. W&auml;re das dann nicht schon vors&auml;tzliche K&ouml;rperverletzung? Wenn ich als Industriearbeiter klagen w&uuml;rde, ist die Chance, damit durchzukommen, gleich null. Eine Klage gegen einen Flughafen wegen Feinstaub und L&auml;rm ist genauso aussichtslos. Was aber geht, ist, wenn die Politik sagen kann, dass es am B&uuml;rger selbst liegt. Wenn der ein neues Auto, Heizung, W&auml;rmeisolierung usw. kaufen muss, schafft das Arbeitspl&auml;tze und Profit. Die Politik hat keinerlei Problem, in das Eigentum der B&uuml;rger einzugreifen, wenn aber die Industrie eine Frist von 20 Jahren bekommt, m&uuml;ssen Entsch&auml;digungen gezahlt werden. Politik im Interesse der B&uuml;rger ist einfach nicht m&ouml;glich. Keynes hat erkannt, dass sich der Kapitalismus mit seinem Profitstreben selbst die Schlinge um den Hals legt. Er war der Meinung, der Staat m&uuml;sse regelnd eingreifen. Hier sitzen aber nur noch schwarze Nullen.<\/p><p>MfG<br>\nAndreas Teichmann<\/p><p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Dieses Argument ist ja h&auml;ufig zu h&ouml;ren. Aber warum sollte man mit den eindeutig zu hohen Grenzwerten f&uuml;r Industriearbeitspl&auml;tze die Grenzwerte f&uuml;r Atemluft im &ouml;ffentlichen Raum in Frage stellen? W&auml;re dies nicht umgekehrt ein Grund, die Industriegrenzwerte einmal zu hinterfragen?<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>zum Artikel: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48756\">Umwelt- und Verkehrspolitik mit Stammtischparolen<\/a><\/p><p>Es freut mich, dass sich unsere Meinungen ja scheinbar angen&auml;hert haben (oder zumindest dem, was ich mit meiner Video-(Nicht)emphfelung ausdr&uuml;cken wollte, n&auml;hergekommen sind.)<\/p><p>&ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48346#h02\">Das Diesel-Desaster<\/a>&rdquo;<\/p><p>Hr. Dr. K&ouml;hler, der ja im Diesel Desaster ausf&uuml;hrlich zu Wort kommt, hat ja auch beim dem genannten Appell der Lungen&auml;rzte mitgewirkt.<\/p><p>Dieser  wurde nat&uuml;rlich benutzt (zumindest von Bild, Welt), um die Automobilindustrie von allen Fehlern reinzuwaschen, denn nur die b&ouml;sen Grenzwerte sind ja am Ungemach der deutschen Dieselfahrer schuld! Diese Diskussion habe ich &ldquo;vorausgesehen&rdquo; (naja), und wollte auf die verk&uuml;rtze Argumenation im Beitrag &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48346#h02\">Das Diesel Desaster<\/a>&rdquo; hinweisen.<\/p><p>Nix f&uuml;r ungut, Sie sehen halt, das Thema besch&auml;ftigt mich. <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nAlexander Henseler<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Damen und Herren,<\/p><p>mit gro&szlig;er Entt&auml;uschung musste ich den Artikel &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48756\">Umwelt- und Verkehrspolitik mit Stammtischparolen<\/a>&ldquo; zur Kenntnis nehmen. Was Jens Berger hier abliefert, grenzt ebenfalls an Propaganda, gest&uuml;tzt ausgerechnet auf Mainstreammedien, die sonst in den Nachdenkseiten zu recht heftig kritisiert werden. Herrn Berger geht es ersichtlich darum, Prof. Dr. K&ouml;hler mit Methoden fertig zu machen, die man sonst nur in den Mainstreammedien findet. Allein schon die Behauptung, dass praktizierende Lungen&auml;rzte nicht kompetent seien, die Gefahren durch Feinstaub zu beurteilen, wenn sie nicht in der Forschung arbeiten w&uuml;rden, ist haarstr&auml;ubend. Wenn Sickoxide eine tats&auml;chlich so gro&szlig;e Gefahr darstellen w&uuml;rden, wie behauptet, dann h&auml;tten gerade diese Spezialisten entsprechende Krankheiten auch in ihrer Praxis wahrgenommen. F&uuml;r eine zutreffende Diagnose und Therapie muss selbstverst&auml;ndlich auch die Ursache der jeweiligen Krankheit gekl&auml;rt werden. Deshalb schreibt Prof. K&ouml;hler: &bdquo;Wenn nun aber die Luftverschmutzung so gef&auml;hrlich w&auml;re, so m&uuml;sste sie ein typisches Vergiftungsmuster verursachen, wie es f&uuml;r jedes Gift mehr oder weniger typisch ist. Das v&ouml;llige Fehlen dieses Musters spricht gegen eine Gef&auml;hrdung und f&uuml;r St&ouml;rfaktoren. Zudem gibt es &uuml;berhaupt keine plausiblen pathophysiologischen Hypothesen, wie die Luftverschmutzung diese vielen unterschiedlichsten Erkrankungen verursachen soll.&ldquo;<\/p><p>Herr Berger h&auml;tte zumindest anerkennen sollen, dass es schon seit Jahren wissenschaftlichen Streit zwischen Lungen&auml;rzten und Epidemiologen gibt. L&auml;ngst nicht alle Lungen&auml;rzte, die den von der EU beschlossenen Grenzwerten skeptisch gegen&uuml;ber stehen, haben sich im Papier ge&auml;u&szlig;ert. Gerade weil sie bef&uuml;rchten, in der Luft zerrissen zu werden.<\/p><p>Nicht nur die Autokonzerne haben eine Lobby in Berlin, sondern auch die erneuerbaren Energien. Diese sind vielleicht sogar noch besser vernetzt und k&ouml;nnen auf die Hilfe von Umweltorganisationen zur&uuml;ckgreifen, die sich ebenfalls der Mittel von Manipulation und Meinungsmache bedienen. Gerade wenn man die von <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong> aufgef&uuml;hrte <strong>Methoden der Manipulation<\/strong> auf die entsprechenden Berichterstattungen etwa zu Dieselabgasen anwendet, wird man schnell f&uuml;ndig. Da laufen ebenfalls ganz massive Beeinflussungskampagnen ab. Auch der gute Zweck, den Klimawandel zu bek&auml;mpfen, heiligt nicht alle Mittel. Werden solche Manipulationen erst mal allgemein bekannt, erreichen sie in der breiten Bev&ouml;lkerung das Gegenteil dessen, was sie erreichen sollen und werden die Bev&ouml;lkerung gegen den Klimaschutz aufbringen.<\/p><p>Im Interesse der Bev&ouml;lkerung, etwa derjenigen, die sich einen Diesel gekauft haben, ist das alles ganz sicher nicht. Ich habe fast den Eindruck, dass man sich mit aller Gewalt auch eine deutsche Gelbwestenbewegung heranz&uuml;chten will, die nach Lage der Dinge bei weitem nicht so weit links stehen d&uuml;rfte wie die franz&ouml;sische.<\/p><p>Ich bitte deshalb, folgende Artikelserie von 2017 genau zu studieren. Sie stammt zwar erkennbar aus einer tr&uuml;ben Quelle im Umkreis von Klimawandelleugnern, die ich nat&uuml;rlich nicht unterst&uuml;tze, aber ich denke, die mitgeteilten Tatsachen <a href=\"http:\/\/www.science-skeptical.de\/politik\/dieselabgase-die-lueckenmedien-im-glashaus-1\/0015993\/\">sprechen f&uuml;r sich selbst<\/a>.<\/p><p>viele Gr&uuml;&szlig;e<br>\nJan M&uuml;ller<\/p><p><strong>Antwort Jens Berger &hellip;<\/strong><\/p><p><em>Lieber Herr M&uuml;ller,<\/em><\/p><p><em>offenbar haben Sie wichtige Passagen des Artikels bei Ihrem Leserbrief nicht bedacht. Ich spreche &ldquo;Lungen&auml;rzten&rdquo; doch um Himmels Willen nicht die Kompetenz ab, &uuml;ber derlei Erkrankungen zu urteilen. Im Gegenteil. Ich verlinke ja ausdr&uuml;cklich das Positionspapier des Verbandes der Lungen&auml;rzte und erw&auml;hne auch die &ouml;sterreichischen und Schweizer Lungen&auml;rzte, die sich klar gegen das besagte Papier gestellt haben. Dieses Beispiel passt &uuml;brigens sehr gut. Herr K&ouml;hler (Initiator des Papiers) sagt ja sinngem&auml;&szlig;, er und seine Kollegen haben noch nie einen Patienten gehabt, der an Stickoxiden oder Feinstaub verstorben sei. Das ist es, was ich als Stammtisch bezeichne. Er wird n&auml;mlich auch noch nie einen Patienten gehabt haben, der an Zigarettenrauch verstorben ist. Man stirbt z.B. an Lungenkrebs und COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung), die beide durch Rauchen ausgel&ouml;st werden k&ouml;nnen. COPD kann aber auch &ndash; und das ist wissenschaftlich eigentlich unumstritten &ndash; durch Umwelteinfl&uuml;sse und Luftverschmutzung ausgel&ouml;st. Nat&uuml;rlich wei&szlig; weder der Patient noch der behandelnde Lungenarzt, welcher im Einzelfall der Ausl&ouml;ser war. Aber das gilt f&uuml;r den Lungenkrebs und den Tabakgenuss ganz genau so. Der Wirkmechanismus ist aber in beiden F&auml;llen bekannt. Wenn Herr K&ouml;hler das unterschl&auml;gt, agiert er m.E. unlauter. Und da muss man sich schon die Frage der Manipulation stellen.<\/em><\/p><p><em>Beste Gr&uuml;&szlig;e<\/em><br>\n<em>Jens Berger<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>leider besch&auml;ftigen Sie sich nicht mit der &ldquo;Studie&rdquo;, welche die WHO und letztlich auch die &ldquo;Umwelthilfe&rdquo; heranzieht zu diesen absurden Grenzwerten.&nbsp; Diese Studie ist keineswegs wissenschaftlich zu nennen, sie basiert auf d&uuml;rftigen Daten und wissenschaftlichen Kriterien nicht standhalten k&ouml;nnenden schludrigen Folgerungen.<\/p><p>Ja, wir leben in einer &ldquo;postfaktischen&rdquo; Zeit und ja, man kann, gerade in Bereichen, in denen es selten eindeutige Schuldzuschreibungen geben kann(!), Eindeutigkeit vorspiegeln, die es jedoch gar nicht gibt. Wenn eine Studie &ndash; ich verfasste selbst etliche &ndash; eine Folge postuliert, hei&szlig;t das noch lange nicht, dass die Studie recht hat! Sie d&uuml;rften selbst wissen, dass unz&auml;hlige Studien Unsinn verbreiteten. <\/p><p>Hierher geh&ouml;rt der wissenschaftliche Diskurs, und hier, in den Medien, auch von Ihnen, geh&ouml;rt dies genau so dargestellt. Hierher geh&ouml;rt nicht die eindeutige Stellungnahme eines Laien zugunsten dieser einen Stellungnahme, die selbst nicht einmal die Position einer tats&auml;chlichen umfassenden wissenschaftlichen Studie beansprucht, und das k&ouml;nnte sie auch nicht. In ihr sind keine auf wissenschaftlicher Forschung beruhende Grenzwerte festgelegt, sondern nur Vermutungen, die jedoch expressis verbis sogleich quasi als willk&uuml;rliche Werte beschrieben werden!<\/p><p>Ein weiterer Punkt ist die Unbedingtheit, mit der das bekannte Narrativ verbreitet wird, und das unter Verh&ouml;hnung der &auml;lteren, wissenschaftlich ausgebildeten Praktiker, der unterbesch&auml;ftigten &ldquo;&auml;ltere[n] Vertreter der Zunft&rdquo;! Und Sie schreiben von einer &ldquo;wissenschaftlichen Community&rdquo;, der diese &Auml;lteren sich entgegenstellen. Das klingt durchaus nach Missfelder, Ludewick, Dittrich! Wobei weder ich (kein Mediziner) noch Kollegen\/Freunde in und aus medizinischen Fakult&auml;ten eine solche Community kennen. Au&szlig;erdem stellt sich die Frage, insbesondere nachdem der Zeitpunkt des Todes immer weiter hinausgeschoben wird, ob diese vorsorgliche &auml;ngstliche Haltung sinnvoll ist und rechtfertigt, dass Werte in Milliardenh&ouml;he zerst&ouml;rt und auch Existenzen aufs Spiel gesetzt werden bzw. durchaus vernichtet werden. Strukturen m&uuml;ssen wachsen, ausprobiert, entwickelt werden, hier werden sie zerst&ouml;rt.<\/p><p>Dies ist in dieser postfaktischen Zeit der Narrative, des unbedingt herzustellenden gemeinsamen Glaubensbekenntnisses(!) ein absurdes Treiben, das leider auf jeder Ebene und in jeder Hinsicht beobachtet werden muss.<\/p><p>Komisch auch, es wird nicht gefordert und daran gearbeitet, dass der in diesem Land herrschende sehr starke Verkehr absehbar ausged&uuml;nnt werden kann durch eine Politik, durch die viele Individualfahrten obsolet werden! Aber es wird effektiv zerst&ouml;rt, ohne dass Neues in akzeptabler Form vorhanden w&auml;re, und das unter zwanghaftem Hinweis auf die Gesundheit, wobei ich selbst z. B. in einer sehr viel schmutzigeren Zeit aufgewachsen bin! <\/p><p>Dieses Treiben erinnert peinlich an eine kindische Naivit&auml;t, die nur ein Ziel und einen Weg kennt, welche die Folgen, das gesamte Bezugsgeflecht, nicht zur Kenntnis nimmt, wenn eine radikale Ver&auml;nderung gewachsener Dinge und Strukturen jetzt sofort gefordert und in die Wege geleitet wird. Seltsam, dass ausschlie&szlig;lich dieses Land verbreitet einer sinnlosen Radikalit&auml;t, mal wieder mit &ldquo;koste es, was es wolle&rdquo;, anh&auml;ngt.<\/p><p>Mit freundlichem Gru&szlig;<br>\nDr. Wiedersich<\/p><p><strong>Antwort Jens Berger &hellip;<\/strong><\/p><p><em>Lieber Dr. Wiedersich,<\/em><\/p><p><em>ich wei&szlig; nicht so Recht, welche &bdquo;Studie&ldquo; der WHO Sie da meinen. Allein im letzten Jahrzehnt wurden <a href=\"https:\/\/pneumologie.de\/fileadmin\/user_upload\/DGP_Luftschadstoffe_Positionspapier_20181127.pdf\">weltweit tausende Studien<\/a> zu diesem Thema durchgef&uuml;hrt. Die Ergebnisse sind unumstritten. Umstritten ist lediglich, was man mit diesen Ergebnisse politisch macht.<\/em><\/p><p><em>Beste Gr&uuml;&szlig;e<\/em><br>\n<em>Jens Berger<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>An Redaktion NachDenkSeiten<\/p><p><strong>&ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48756\">Umwelt- und Verkehrspolitik mit Stammtischparolen<\/a>&rdquo; von Jens Berger, 28.01.2019<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Redaktion der NachDenkSeiten,<\/p><p>ich m&ouml;chte auf <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Der-Streit-um-die-Grenzwerte-4288529.html\">einen Kommentar von Franz Alt auf Telepolis hinweisen<\/a>.<\/p><p>Franz Alt schreibt:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Der Experte K&ouml;hler verstieg sich zu einem verr&auml;terischen Vergleich: Die angebliche Ungef&auml;hrlichkeit von Feinstaub und Stickoxiden sei vergleichbar mit der Ungef&auml;hrlichkeit des Rauchens. K&ouml;hler: Junge Raucher fallen doch auch nicht nach einem halben Jahr tot um.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Es ist unfassbar dumm und dreist &ndash; Lobbyismus pur. Demn&auml;chst wird wohl die Sch&auml;dlichkeit des Rauchens in Frage gestellt.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nRalf B&ouml;hm<br>\nBerlin<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger, <\/p><p>in diesem Artikel verhalten Sie sich genau so, wie Sie es sonst den Vertretern der &ldquo;politisch korrekten&rdquo; Presse vorwerfen. Sie hetzen gegen die &Auml;rzte: &ldquo;..Stammtischniveau&hellip;d&uuml;nnes Posotionspapier&hellip;Populismus &hellip;gegen die Interessen der B&uuml;rger&hellip;etc.&rdquo; <\/p><p>Wie begr&uuml;nden Sie, die &ldquo;Interessen der B&uuml;rger&rdquo; zu kennen? Also aller B&uuml;rger? Mit welcher Arroganz ma&szlig;en Sie sich an alle B&uuml;rger vertreten zu wollen? Auch die, die in gutem Glauben in den letzten Jahren Dieselfahrzeuge gekauft haben und jetzt gezwungen werden sollen diese zu verschrotten? Auch die, die wegen der hohen Mieten in den St&auml;dten auf dem Land leben und gezwungen sind mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, weil es kaum &ouml;ffentliche Verkehrsmittel gibt? Nein &ndash; die garantiert nicht. <\/p><p>Wenn Sie jemandes Interessen vertreten, dann sind es die, die sich die hohen Mieten in den St&auml;dten leisten k&ouml;nnen, die als &ldquo;Hipster&rdquo; in den entsprechenden Stadtvierteln, aus denen die &ldquo;Normalb&uuml;rger&rdquo; schon l&auml;ngst ausquartiert wurden (Gentrifizierung), in ihrer eigenen Filterblase leben, und die der Autokonzerne, die dank der Antidieselkampagne satte Gewinne durch den erzwungenen Kauf von Elektromobilen erwarten. <\/p><p>Es ist nat&uuml;rlich sehr bequem, einfach Argumente mit pers&ouml;nlichen Angriffen auf die Vertreter anderer Meinungen zu bek&auml;mpfen &ndash; genau dies aber ist der Grund, warum sich die Anf&uuml;hrer der Antidieselkampagne unglaubw&uuml;rdig machen. Denn die sachlichen Argument widerlegen sie ja nicht! Stattdessen primitives Gehetze auf Spiegelniveau, und das hier! <\/p><p>Ich bin von den Nachdenkseiten anderes gewohnt. <\/p><p>Hochachtungsvoll<br>\nG. Nesemann <\/p><p><strong>Antwort Jens Berger &hellip;<\/strong><\/p><p><em>Lieber Herr Nesemann,<\/em><\/p><p><em>ich frage mich, wo Sie in meinen zahlreichen Artikeln zum Thema ein einziges Mal gelesen haben wollen, dass ich die derzeitige Praxis der Fahrverbote unterst&uuml;tze? Das genaue Gegenteil ist der Fall. Es ist halt nur so, dass Politik und Automobilhersteller alle Alternativen ausschlagen und die Frage der Grenzwerte auf Teufel komm raus zu einer Richtungsentscheidung zu machen, bei der die B&uuml;rger nur verlieren k&ouml;nnen &ndash; entweder sie verlieren durch Fahrverbote Mobilit&auml;t oder sie m&uuml;ssen durch Senkung\/Aussetzung der Grenzwerte Gesundheitssch&auml;den hinnehmen. Lassen Sie sich um Himmels Willen durch &bdquo;interessierte Kreise&ldquo; nicht ins Bockshorn jagen. Fahrverbote sind keine zwingende Folge von einer Anerkennung der wissenschaftlichen Methoden der Gesundheitswissenschaften. Und wer Fahrverbote abwenden will, sollte daher auch keinen Kleinkrieg gegen die Wissenschaft f&uuml;hren. Leider provozieren Politiker wie Andreas Scheuer und Medien wie BILD und Co. genau das.<\/em><\/p><p><em>Beste Gr&uuml;&szlig;e<\/em><br>\n<em>Jens Berger<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger, <\/p><p>aus meiner Sicht geht es aktuell weniger um Populismus als vielmehr Lobbyismus. Es war schon erstaunlich, dass die deutschen Automobilkonzerne so lange gebraucht haben, bis gegen die Grenzwerte intrigiert worden ist. Ob bezahlt oder nur ermutigt ist dabei ohne Belang. Es kommt nicht von ungef&auml;hr, dass einer der Unterzeichner, jetzt Lehrstuhlinhaber am KIT f&uuml;r Kolbenmaschinen, noch vor wenigen Jahren Motorenentwickler beim Daimler gewesen ist und vielfach mit merkw&uuml;rdige Kommentaren zum Diesel auf sich aufmerksam gemacht hat. <\/p><p>Das Ganze nachdem des Volkes Meinung erst mal auf die Gerichte und die DUH umgelenkt worden war, nur um die betr&uuml;gerischen Konzerne und deren Aktion&auml;re wegen dieser &bdquo;Affaire&ldquo; vor Schadenersatz zu sch&uuml;tzen und zwar von CDU\/CSU im Gleichklang mit der SPD. Das Rezept ist einfach und sp&auml;testens seit der gro&szlig;en Zuckerl&uuml;ge erprobt: es reicht, mit welchen Argumenten auch immer, f&uuml;r Unsicherheit zu sorgen. Die wirtschaftsfreundlichen Mainstreammedien werden diese Einw&auml;nde gen&uuml;sslich aufgreifen. Nach eben diesem Konzept gibt es in den USA vielfach ja auch keine Klimakatastrophe, belegt von vielen &bdquo;Wissenschaftlern&ldquo;.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nVolker R&uuml;dinger<\/p><p>PS: &bdquo;Die gro&szlig;e Zuckerl&uuml;ge&ldquo; auf YouTube<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger, <\/p><p>gestatten Sie mir zu Ihrem Artikel einige Bemerkungen und Fragen. Es gibt zu jedem Thema Menschen die sich dazu &auml;ussern. Manche haben Ahnung vom Thema, manche nicht und manche versuchen bewusst andere f&uuml;r dumm zu verkaufen. Journalisten und Fernsehmoderatoren geh&ouml;ren aus meiner Sicht mit wenigen Ausnahmen zu den beiden letzten Gruppen. Sie geh&ouml;ren f&uuml;r mich nicht zu den Schwaflern und Relotiuslern. <\/p><p>Warum Sie in Ihrem Artikel mit den Lungen&auml;rzten schwerpunkm&auml;ssig ad hominem gehen entzieht sich meiner Kenntnis, aber bei so etwas werde ich immer hellh&ouml;rig, da es meistens an echten Argumenten und Fakten fehlt. <\/p><p>Da ich mich mit dem Thema auch schon etwas l&auml;nger befasse, nun mein Wissenstand und die Fragen, welche Journalisten eigentlich stellen k&ouml;nnten.<\/p><p>In dem von Ihnen erw&auml;hnten und empfohlenen Papier wird bei NOX auch die EU-Richtlinie von 40 &mu;g\/m&sup3; erw&auml;hnt. <\/p><ol>\n<li>Warum und auf Grund welcher harten Fakten wurde der Wert so gesetzt und welche Erkenntnisse von &Auml;rzten waren da ber&uuml;cksichtigt? Das ist die zentrale Frage. Die Arbeitsplatzverordnungen (s.u.) in D und CH sind vermutlich auch nicht von Idioten gemacht worden. <\/li>\n<li>Warum messen wir so verkehrsnah wie m&ouml;glich obwohl dies nicht so bestimmt wurde bzw man das eigentlich so nicht machen soll? Also z.B. direkt an einer vielbefahrenen Kreuzung oder direkt neben einer Bushaltestelle? <\/li>\n<li>Warum ist das in anderen EU St&auml;dten kein Problem? Messen die vielleicht mit dem richtigen Abstand zu Verkehr?<\/li>\n<li>Warum darf ich am Arbeitsplatz 8 Stunden einen Grenzwert von &uuml;ber 900 haben und in der Schweiz von 6000?<\/li>\n<li>Warum macht mein Adventskranz mehr NOX als am ach so gef&auml;hrlichen Neckartor in Stuttgart gemessen wird? Da muss ich die Autoindustrie echt loben und die Kerzenhersteller anklagen. Ich habe &uuml;brigens einen offenen Kamin und lebe noch.<\/li>\n<li>Was ist mit Menschen welche mit Gasbrenner, Gasherd, Gasgrill, Schweissbrenner, Baugasheizer etc arbeiten m&uuml;ssen? Warum sind die nicht schon lange tot? Von den Rauchern wollen wir mal gar nicht reden.<\/li>\n<li>Kennen Sie, im Gegensatz zu mir, auch nur einen der hunderttausende NOX Toten? Ich habe einen Freund mit COPD und der lebt schon immer in einem Kurort.<\/li>\n<li>Ist CO2 gut oder schlecht? Fragen sie mal die Pflanzen, je mehr die bekommen desto mehr wachsen die und machen u.a. auch noch O2. Wenn sie die 40 &mu;g\/m&sup3; mal in Prozent umrechnen kommt &uuml;brigens eine ganz erstaunlich kleine Zahl heraus ;-)<\/li>\n<\/ol><p>Herr Berger, vielleicht hatten Sie nur einen schlechten Tag oder folgen bei dem Thema unfreiwillig dem Mainstream, aber vielleicht denken Sie nochmal &uuml;ber Ihren Artikel nach. <\/p><p>Ich lese Ihre Artikel gerne und schaue mir auch gerne Die Anstalt an, auch wenn diese sich bei dem Thema nicht mit Ruhm bekleckert hat.<br>\n&nbsp;<br>\nEs gr&uuml;&szlig;t hochachtungsvoll<br>\nPeter Sauter<br>\nStuttgart<\/p><p><strong>Antwort Jens Berger &hellip;<\/strong><\/p><p><em>Lieber Herr Sauter,<\/em><\/p><p><em>hier haben wir ein gro&szlig;es Problem. Sie schreiben ja selbst, dass Sie &bdquo;informiert&ldquo; sind. Haben Sie sich denn mal beispielsweise das Positionspapier der Deutschen Gesellschaft f&uuml;r Pneumologie, das ich im Artikel verlinkt habe, angeschaut? Darin wird zumindest versucht, das Basiswissen zu vermitteln, das bei der Debatte unerl&auml;sslich ist. Ich versuche dennoch kurz und knapp auf Ihre Fragen zu antworten &hellip;<\/em><\/p><ol>\n<li><em>Beschlossen wurde der Grenzwert von der EU. Dem lagen damals zahlreiche Metastudien zugrunde, die sich auf rund 70.000 Einzelstudien beziehen. Grenzwerte f&uuml;r andere Bereiche werden von anderen Gremien erstellt, die unter Umst&auml;nden andere Abw&auml;gungen vornehmen. Nur weil der Grenzwert z.B. am Arbeitsplatz h&ouml;her ist, hei&szlig;t dies nicht, dass dieser oder jener Grenzwert nun besser oder schlechter w&auml;re. Die Empfehlungen der Epidemiologen sind jedenfalls noch geringere Grenzwerte, aber solche Grenzwerte sind stets ein Kompromiss, der auch die Grenzen des sinnvoll Machbaren beinhalten muss. Von daher ist eine Debatte f&uuml;r die Grenzwerte in der EU ja auch sinnvoll &ndash; sie sollte dann aber auch auf Basis von seri&ouml;sen Zahlen und Argumenten erfolgen. Das ist bei der momentanen Debatte in Deutschland nicht der Fall.<\/em><\/li>\n<li><em>Das ist eine gute Frage, die aber nichts mit dem von mir kritisierten Papier der 107 Lungen&auml;rzte zu tun hat.<\/em><\/li>\n<li><em>siehe 2.<\/em><\/li>\n<li><em>Gegenfrage: Warum darf ich in Deutschland mit dem Fahrrad mit 1,4 Promille Blutalkohol am Strassenverkehr teilnehmen, w&auml;hrend in Tschechien eine generelle 0,0 Promille-Grenze existiert? Welcher Wert ist &bdquo;besser&ldquo;, welcher &bdquo;richtig&ldquo;? Sie sehen &ndash; solche Vergleich f&uuml;hren zu nichts.<\/em><\/li>\n<li><em>Lieber Herr Sauter, das ist genau das Stammtischniveau, das ich &ndash; zugegebenerma&szlig;en polemisch &ndash; kritisiere. Sitzen Sie den ganzen Tag lang 365 Tage im Jahr vor ihrem Adventskranz? Grenzwerte f&uuml;r die Atemluft werden auf Basis lebenslanger Immissionen aufgestellt und hier gilt der Grundsatz des Vorsorgeprinzips, das sich am schw&auml;chsten Glied der Kette orientiert. Lungenkranke &auml;ltere Menschen haben hier nun einmal andere Risiken als gesunde junge Menschen. Vergleichen Sie das ruhig mit Geschwindigkeitsbegrenzungen. Ein ge&uuml;bter Rallyefahrer wird eine enge Kurve mit einem guten Auto bei Regenwetter mit z.B. 110 km\/h durchfahren k&ouml;nnen, w&auml;hrend der F&uuml;hrerscheinanf&auml;nger im alten Polo mit 70 km\/h in einen Baum rast &hellip; daher gilt an dieser Gefahrenstelle dann eine Geschwindigkeitsbegrenzung von z.B. 60 km\/h. Nebenbei: Ob Sie auf einer geraden Autobahn auch 300 km\/h fahren k&ouml;nnen, spielt f&uuml;r die Begrenzung in der Kurve gar keine Rolle &hellip; das eine ist der Adventskranz, das andere die Atemluft in Wohngebieten.<\/em><\/li>\n<li><em>Sehen Sie, das sind die Folgen der Manipulationen, die ich ankreide. Niemand f&auml;llt tot um, wenn die NOx-Konzentration nun zu hoch ist. Hier geht es um die Wahrscheinlichkeit, bestimmte Erkrankungen zu bekommen, die auch zum Tode f&uuml;hren k&ouml;nnen. Bei der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung gibt es beispielsweise einen sehr klaren Zusammenhang mit bestimmten Schadstoffkonzentrationen in der Atemluft. <\/em><\/li>\n<li><em>Und mein Gro&szlig;vater ist an Lungenkrebs gestorben, obgleich er nie geraucht hat. Aber welche Erkenntnis bringen uns diese Einzelfallbeispiele? Die Epidemiologie sagt ganz eindeutig, dass Feinstaub und Stickoxide zu COPD f&uuml;hren k&ouml;nnen. Genau so wie die Inhaltsstoffe einer Zigarette zu COPD oder Lungenkrebs f&uuml;hren k&ouml;nnen. Nun werde ich auch mal polemisch: Ich kenne auch niemanden, der an Zigarettenrauch gestorben ist &hellip; die sterben alle an Krebs, Schlaganfall oder Herzinfarkt. Das ist ungef&auml;hr das Niveau, auf dem sich ein Prof. K&ouml;hler bewegt.<\/em><\/li>\n<li><em>Schon wieder Polemik. Ist Wasser gut oder schlecht? Wie kommt es dann, dass der Mensch auch an einer Wasserintoxikation sterben kann? Und zu Ihrer Prozentrechnung: Dann k&ouml;nnen Sie auch ohne Probleme ein zehnmillionstel Gramm Botox zu sich nehmen &ndash; das ist ja nur eine sehr kleine Zahl. In diesem Sinne &hellip;<\/em><\/li>\n<\/ol><p><em>Beste Gr&uuml;&szlig;e<\/em><br>\n<em>Jens Berger<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu den Beitr&auml;gen &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48684#h10\">Feinstaub: &Auml;rzte aus &Ouml;sterreich stellen sich gegen deutsche Kollegen<\/a>&rdquo; und &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48756\">Umwelt- und Verkehrspolitik mit Stammtischparolen<\/a>&rdquo; gab es einige dezidierte Lesermeinungen, die wir hier mit Ihnen teilen. Dieses Thema scheint ein gewaltiges Minenfeld zu sein, nicht zuletzt wegen unentschlossener Umweltpolitik, Autoherstellerschummeleien und divergierenden, aber gleicherma&szlig;en berechtigten Interessen der &Ouml;ffentlichkeit. 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