{"id":48949,"date":"2019-02-01T10:57:42","date_gmt":"2019-02-01T09:57:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48949"},"modified":"2019-02-08T15:42:11","modified_gmt":"2019-02-08T14:42:11","slug":"ddr-daemonisierung-mit-grusel-maerchen-meinungsmache-mit-wahren-begebenheiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48949","title":{"rendered":"DDR-D\u00e4monisierung mit Grusel-M\u00e4rchen, Meinungsmache mit \u201ewahren Begebenheiten\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Eine aktuelle Debatte um den Film &bdquo;Das Leben der Anderen&ldquo;, den Schriftsteller Christoph Hein und den Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck wirft ein Licht auf potenzielle Manipulationen durch &bdquo;historische&ldquo; Filmstoffe:  Die &Uuml;berg&auml;nge zwischen Doku, Fiktion und Propaganda sind zunehmend flie&szlig;end. Von <strong>Tobias Riegel<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_4919\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-48949-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190201_DDR_Daemonisierung_mit_Grusel_Maerchen_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190201_DDR_Daemonisierung_mit_Grusel_Maerchen_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190201_DDR_Daemonisierung_mit_Grusel_Maerchen_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190201_DDR_Daemonisierung_mit_Grusel_Maerchen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=48949-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190201_DDR_Daemonisierung_mit_Grusel_Maerchen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"190201_DDR_Daemonisierung_mit_Grusel_Maerchen_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>&bdquo;Nein, &sbquo;Das Leben der Anderen&lsquo; beschreibt nicht die 80er Jahre in der DDR &ndash; der Film ist ein Gruselm&auml;rchen&ldquo;. Dieser k&uuml;rzlich ge&auml;u&szlig;erte Satz entlarvt in wohltuender Deutlichkeit sowohl <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Das_Leben_der_Anderen\">den Film von 2006<\/a>, als auch jene Medien, die den fragw&uuml;rdigen weltweiten Kassenschlager in den Stand einer realistischen DDR-Darstellung erhoben haben. Aufgeschrieben hat die kritischen Worte der Schriftsteller Christoph Hein in einem Artikel f&uuml;r die <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/donnersmarck-hein-das-leben-der-anderen-1.4300244\">&bdquo;S&uuml;ddeutsche Zeitung&ldquo;<\/a>.<\/p><p>In dem Beitrag geht Hein mit dem Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck hart ins Gericht. Nach seiner Darstellung hat Donnersmarck Heins Biografie verzerrt und als klischeehafte Basis f&uuml;r den im Film portr&auml;tierten &bdquo;typischen DDR-Dramatiker&ldquo; ausgebeutet: Alles, was Hein dem Regisseur in Interviews erz&auml;hlt habe, sei von diesem &bdquo;bunt durcheinandergemischt und dramatisch oder vielmehr sehr effektvoll melodramatisch neu zusammengesetzt worden&ldquo;. Anlass f&uuml;r Heins Artikel sind auch aktuelle Vorw&uuml;rfe, die der Maler Gerhard Richter gegen Donnersmarck wegen dessem neuen Film &bdquo;Werk ohne Autor&ldquo; richtet &ndash; der  Regisseur habe Richters Lebensgeschichte <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/kino\/donnersmarcks-werk-ohne-autor-verraet-gerhard-richter-16012645.html\">&bdquo;missbraucht und grob verzerrt&ldquo;<\/a>.<\/p><p><strong>Unterhaltsame Anti-DDR-Propaganda<\/strong><\/p><p>&bdquo;Das Leben der Anderen&ldquo; ist kurzweilige Unterhaltung auf hohem schauspielerischen Niveau &ndash; aber er ist auch rei&szlig;erisch, klischeehaft und historisch an zahlreichen Stellen ungenau. Dennoch wurde er durch die zahllosen hymnischen Kritiken zur realistischen DDR-Darstellung verkl&auml;rt. Durch diesen medialen Chor wurde auch die seit 2006 artikulierte Kritik &uuml;bert&ouml;nt und der Film entwickelte sich nahezu ungebremst zu einer bis heute h&ouml;chst wirkungsvollen DDR-D&auml;monisierung. <\/p><p>Es ist gut, dass Hein dem endlich etwas entgegensetzt. Er sch&auml;tzt allerdings auch seinen Wirkungsgrad realistisch ein:<\/p><p>&bdquo;Der Film wurde ein Welterfolg. Es ist aussichtslos f&uuml;r mich, meine Lebensgeschichte dagegensetzen zu wollen. Ich werde meine Erinnerungen dem Kino anpassen m&uuml;ssen.&ldquo; Diese Resignation teilt Hein mutma&szlig;lich mit zahlreichen DDR-B&uuml;rgern.<\/p><p><strong>Medien: &bdquo;Realistisches DDR-Bild&ldquo;<\/strong><\/p><p>Aber man muss Hein leider Recht geben: Gegen die gro&szlig;e Medien-Koalition, die dem Film eine historisch-politische Authentizit&auml;t bescheinigte, war und ist kaum anzukommen: Die <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/print-wams\/article138605\/Der-Freund-auf-meinem-Dach.html\">&bdquo;Welt&ldquo; schw&auml;rmte<\/a>, Donnersmarck treffe den Tonfall des DDR-Lebens, als h&auml;tte er es miterlebt. Die &bdquo;S&uuml;ddeutsche Zeitung&ldquo; unterstellte dem formal bemerkenswerten Film, dass die Sch&ouml;nheit der Bilder stets &bdquo;der Wahrheitsfindung&ldquo; diene. Der katholische &bdquo;Filmdienst&ldquo; lobte das Werk, f&uuml;r eine &bdquo;pr&auml;zise Darstellung der Milieus&ldquo;: Die DDR erscheine &bdquo;erschreckend authentisch&ldquo;. Die <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2006\/13\/Leben_der_anderen\">&bdquo;Zeit&ldquo;<\/a> konnte den &bdquo;bisher besten Nachwende-Film &uuml;ber die DDR&ldquo; gar nicht genug loben: &bdquo;&sbquo;Das Leben der Anderen&lsquo; ist politischer als &sbquo;Sonnenallee&lsquo;, philosophischer als &sbquo;Good Bye, Lenin!&lsquo;, sarkastischer als &sbquo;Berlin is in Germany&lsquo; &ndash; eine Kinonovelle, die deprimierende Einsichten in die Herrschaftsmechanismen der Diktatur gew&auml;hrt.&ldquo; <\/p><p>Der Film wurde Sch&uuml;lern als realistische Beschreibung der DDR in der 80er Jahren serviert und sowohl das <a href=\"https:\/\/www.goethe.de\/resources\/files\/pdf72\/Das_Leben_der_Anderen.pdf\">Goethe-Institut<\/a> als auch die <a href=\"https:\/\/www.google.com\/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=1&amp;ved=2ahUKEwj46eOk-ZngAhXJhrQKHar0BBgQFjAAegQIBhAC&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.bpb.de%2Fsystem%2Ffiles%2Fpdf%2FNSUEAK.pdf&amp;usg=AOvVaw2WJ2-1rzVYOkmUqQNuFJhq\">Bundeszentrale f&uuml;r Politische Bildung<\/a> widmen dem Film eigene, wohlwollende Materialien: &bdquo;Eindringlich und dramatisch akzentuiert versucht &bdquo;Das Leben der Anderen&ldquo; eine Zustandsbeschreibung der Kulturszene der 1980er-Jahre in einem repressiven Staat.&ldquo;<\/p><p><strong>Die Kritiker das Films hatten und haben keine Chance<\/strong><\/p><p>Treffende Analysen des Films wurden von den kritiklosen Beitr&auml;gen zugesch&uuml;ttet &ndash; etwa die der <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!457531\/\">&bdquo;taz&ldquo;, die urteilte<\/a> , der Film scheitere an billigen Klischees. &bdquo;Das leben der Anderen&ldquo; erhebe den Anspruch historischer Wahrhaftigkeit, leiste sich aber Ungenauigkeiten. Der gezeigte Hochstalinismus treffe f&uuml;r die DDR um 1985 nicht zu. Fazit: &bdquo;Es sind diese Vermischungen von behaupteter Geschichtsschreibung und ungehemmter Kolportage, die &sbquo;Das Leben der Anderen&lsquo; letztlich scheitern lassen.&ldquo;<\/p><p>Mit seinem aktuellen Versuch, den Film als die unterhaltsame, aber verf&auml;lschende Fiktion zu beschreiben, die er ist, tritt Hein sowohl den fundamentalistischen DDR-Gegnern als auch den medialen Unterst&uuml;tzern von &bdquo;Das Leben der Anderen&ldquo; auf die F&uuml;&szlig;e. Einigen Journalisten ist ihr damaliges kritikloses Wohlwollen inzwischen mutma&szlig;lich peinlich. Entsprechend harsch wollte etwa Andreas Platthaus Hein <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/kino\/christoph-hein-greift-donnersmarck-an-16012665.html\">in der &bdquo;FAZ&ldquo; zurechtweisen<\/a>, was aber nicht recht gelingen wollte. In dem Artikel wird auf allerhand Formalien hingewiesen, um Hein Falschaussagen zu unterstellen und um zu &bdquo;beweisen&ldquo;, dass der Film gar nicht auf den Gespr&auml;chen mit Hein beruhe. Auf den &bdquo;gravierenden&ldquo; Vorwurf, eine von Hein angesprochene Stelle befinde sich im Abspann und nicht im Vorspann, hat Hein inzwischen entsprechend trocken <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/christoph-hein-florian-henckel-von-donnersmarck-das-leben-der-anderen-vorspann-1.4307866\">reagiert<\/a>: &ldquo;In dieser ,Kernfrage&rsquo; will ich nach einem Jahrzehnt gern einen Irrtum einr&auml;umen&rdquo;. Das Unbehagen im Zusammenhang mit dem Film aber&nbsp;bleibe, so Hein.<\/p><p><strong>Einerseits &bdquo;authentisch&ldquo; &ndash; andererseits &bdquo;Fiktion mit k&uuml;nstlerischer Freiheit&ldquo;<\/strong><\/p><p>Bei der Beurteilung des Films als reales DDR-Bild wird stets eine Hintert&uuml;r offen gehalten: Wenn konkrete historische Falschdarstellungen moniert werden, betonen die Journalisten und der Regisseur pl&ouml;tzlich den &bdquo;fiktionalen Charakter&ldquo; und die k&uuml;nstlerische Freiheit der &bdquo;authentischen&ldquo; Geschichte. Zus&auml;tzlich wird Kritik abgewehrt, indem genaue Analysen der realen DDR-Zust&auml;nde als &bdquo;zynisch&ldquo; und &bdquo;verharmlosend&ldquo; diffamiert werden. <\/p><p>&bdquo;Das Leben der Anderen&rdquo; hat aber durch die mediale Erh&ouml;hung den Stand der reinen Fiktion lange verlassen.  Und wenn es reine Fiktion ist, dann darf man den Film auch als propagandistisches M&auml;rchen bezeichnen. Im Falle &bdquo;Das Leben der Anderen&ldquo; konnte man ein &auml;hnliches Ph&auml;nomen wie bereits bei den Genres Western und Kriegsfilm feststellen:  Geschickt gemachte Fiktion entwickelte sich durch fehlendes mediales Hinterfragen zur Hyperrealit&auml;t.<\/p><p>Die FAZ spricht in diesem Zusammenhang einen interessanten Punkt an: &bdquo;Und nebenbei offenbart seine (Heins) Anekdote zum &sbquo;Leben der Anderen&lsquo; ein Fiktionsverst&auml;ndnis, das f&uuml;r einen Romancier in der Tat als Offenbarungseid gewertet werden muss.&ldquo; &bdquo;Das Leben der Anderen&ldquo; sei ein Spielfilm, der nicht f&uuml;r sich in Anspruch nehme, nach einer wahren Geschichte gearbeitet zu sein: &ldquo;Er ist eine qua Gattung ausgewiesene Fiktion.&ldquo;<\/p><p><strong>Manipulationen mit &bdquo;historischen Stoffen&ldquo; &ndash; auch bei Netflix<\/strong><\/p><p>Das Ph&auml;nomen einer medial ins angeblich Reale erhobenen Fiktion lenkt den Blick auf die zahlreichen Mischformen der historischen Betrachtungen in Filmen: Die Kontur zwischen Fiktion und &bdquo;Dokumentation&ldquo; verschwimmt zusehends. Das ist vor allem bei sogenannten Dokudramen der Fall: TV-Serien, die auf &bdquo;wahren Begebenheiten&ldquo; beruhen, etwa die Netflix-Produktionen &bdquo;Narcos&ldquo;, &bdquo;O.J. Simpson&ldquo; oder &bdquo;The Assasination Of Gianni Versace&ldquo;. <\/p><p>Diese &bdquo;Dokus&ldquo; werden mit Fiktionen aufgepeppt und politisch aufgeladen. F&uuml;r dieses Verfahren blenden die Produzenten vor den Filmen mittlerweile standardm&auml;&szlig;ig diesen Freifahrtschein f&uuml;r Manipulationen ein: &bdquo;Nach wahren Begebenheiten. Einige Szenen, Namen, Charaktere, Vorf&auml;lle und Orte sind aus dramaturgischen Gr&uuml;nden fiktiv.&ldquo; Es sind dann aber gerade die fiktiven Szenen und Dialoge, in denen eine politische Tendenz gelegt wird. Etwa in der Serie &bdquo;Narcos&ldquo; zum US-Drogenkrieg wird dieses Stilmittel exzessiv genutzt, um die historisch schwer belasteten DEA-Beamten in &bdquo;privaten&ldquo; (historisch nicht belegten) Szenen als ums &bdquo;Gute&ldquo; bem&uuml;hte Agenten zu zeichnen. <\/p><p>Diese Filme nach angeblich wahren Begebenheiten sind prinzipiell v&ouml;llig anders gelagert als &bdquo;Das Leben der Anderen&ldquo;, dessen Fiktionalit&auml;t bei Bedarf(!) sogar betont wird. Aber die F&auml;lle h&auml;ngen doch zusammen, da beide Varianten ein gro&szlig;es Potenzial f&uuml;r Kultur- und Geschichts-Propaganda bieten. Im Fall &bdquo;Das Leben der Anderen&ldquo; wird eine Fiktion medial so lange als real dargestellt, bis Unstimmigkeiten zur Klassifizierung als Fiktion zwingen. Anschlie&szlig;end wird wieder zur Aussage von der &bdquo;realistischen Darstellung&ldquo; zur&uuml;ckgekehrt. Im Fall &bdquo;Narcos&ldquo; wiederum werden angeblich &bdquo;wahre&ldquo; Doku-Dramen durch (kleingeredete) fiktive Elemente f&uuml;r Propaganda missbraucht. <\/p><p><strong>Dreiste historisch-politische Propaganda<\/strong><\/p><p>Zwei besonders dreiste Beispiele f&uuml;r Propaganda mit angeblich wahren Begebenheiten ist der Anti-Wikileaks-Film <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/837504.wer-hat-hier-blut-an-den-haenden.html\">&raquo;Inside Wikileaks&laquo;<\/a> von Bill Condon oder das <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/film\/2009\/feb\/25\/u-571-reel-history\">Machwerk &bdquo;U-571&Prime;<\/a>, in dem Hollywood das Erbeuten der Enigma-Code-Maschine der US-Armee und nicht den Briten zuschl&auml;gt. Die Liste &auml;hnlich gelagerter Filme lie&szlig;e sich lange fortsetzen. Auch ist die <a href=\"https:\/\/deutsch.rt.com\/nordamerika\/67183-militaerisch-kultureller-komplex-wie-das-pentagon-hollywood-infiltriert\/\">Kollaboration zwischen US-Armee und Hollywood<\/a> l&auml;ngst kein Geheimnis mehr. <\/p><p><strong>&bdquo;Westdeutsche Fantasie&ldquo; dominiert DDR-Geschichtsschreibung<\/strong><\/p><p>Hein wird aktuell auch in Schutz genommen &ndash; vielleicht ist das Anzeichen f&uuml;r einen langsamen Paradigmenwechsel? So verteidigt ihn sein ehemaliger Lektor Thorsten Ahrend, und in diesem <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/vorwurf-des-ddr-relativismus-ex-lektor-verteidigt.1270.de.html?dram:article_id=439714\">Gespr&auml;ch mit dem &bdquo;Deutschlandfunk&ldquo;<\/a> werden auch endlich die richtigen Fragen gestellt: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Im vergangenen Jahr wurde ja viel geredet &uuml;ber die Ostdeutschen, auch &uuml;ber die Anerkennung von ostdeutschen Biografien und Lebenserfahrungen. Geht es darum im Prinzip auch hier (&hellip;)? Ein ostdeutscher Christoph Hein erinnert sich an sein Leben in der DDR, er spricht &uuml;ber einen Film, der sich mit dieser Zeit, seiner Lebenszeit, besch&auml;ftigt, und dann haben wir einen westdeutschen Journalisten, eben Andreas Platthaus, der erkl&auml;rt Christoph Hein, du erinnerst dich falsch, und dass du dich falsch erinnerst, das macht dich politisch verd&auml;chtig.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Und auch die <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2019\/06\/christoph-hein-schriftsteller-film-ddr-denunziation-leben-der-anderen\">&bdquo;Zeit&ldquo;<\/a> wendet sich gegen die &bdquo;Denunziation&ldquo; Christoph Heins:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Vielleicht hat nicht mehr jeder in Erinnerung, dass Hein zu jenen Schriftstellern in der DDR geh&ouml;rte, die sich der Diktatur mit einem Mut entgegenstemmten wie nur ganz wenige. Auf dem 10. Schriftstellerkongress der DDR mit einer <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/1987\/50\/die-zensur-ist-ueberlebt-nutzlos-paradox-menschen-und-volksfeindlich-ungesetzlich-und-strafbar\">aufsehenerregenden Rede<\/a> die Abschaffung der Zensur zu verlangen, daf&uuml;r brauchte man mehr R&uuml;ckgrat, als die westdeutsche Fantasie heute hergibt.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Zahlreiche Beispiele &ndash; etwa dieser Beitrag &uuml;ber <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/demokratieverstaendnis-die-neue-rechte-und-die-erinnerung.1148.de.html?dram:article_id=439802\">&bdquo;ostdeutsches Demokratieverst&auml;ndnis&ldquo; im Deutschlandfunk<\/a> vom Donnerstag &ndash; belegen, dass diese &bdquo;westdeutsche Fantasie&ldquo; die DDR-Geschichtsschreibung noch immer in destruktiver Weise dominiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine aktuelle Debatte um den Film &bdquo;Das Leben der Anderen&ldquo;, den Schriftsteller Christoph Hein und den Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck wirft ein Licht auf potenzielle Manipulationen durch &bdquo;historische&ldquo; Filmstoffe: Die &Uuml;berg&auml;nge zwischen Doku, Fiktion und Propaganda sind zunehmend flie&szlig;end. Von <strong>Tobias Riegel<\/strong>.<\/p>\n<p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,917,11],"tags":[277,2367,2578],"class_list":["post-48949","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-audio-podcast","category-kultur-und-kulturpolitik","category-strategien-der-meinungsmache","tag-ddr","tag-filmindustrie","tag-hein-christoph"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/48949","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=48949"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/48949\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48982,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/48949\/revisions\/48982"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=48949"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=48949"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=48949"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}