{"id":4896,"date":"2010-03-23T08:55:00","date_gmt":"2010-03-23T07:55:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4896"},"modified":"2014-11-10T18:13:31","modified_gmt":"2014-11-10T17:13:31","slug":"schavan-eindrucksvoller-beleg-fuer-die-bildungsrendite","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4896","title":{"rendered":"Schavan: &#8220;Eindrucksvoller Beleg f\u00fcr die Bildungsrendite&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>Eine neue Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft rechnet vor, dass Investitionen in ein Studium gut angelegtes Geld sind. Der Jubel der Bildungsministerin &uuml;ber die &bdquo;Bildungsrendite&ldquo; erscheint auf den ersten Blick wie eine Werbung f&uuml;r h&ouml;here Bildung. Schaut man jedoch genauer hin, so geht es nicht um Bildungswerbung, sondern darum die Privatisierung von Bildungskosten voranzutreiben. Insoweit handelt es sich bei der Studie um eine politische Auftragsarbeit. Wolfgang Lieb<br>\n<!--more--><br>\nZun&auml;chst ein Zitat aus der <a href=\"http:\/\/idw-online.de\/pages\/de\/news360026\">Pressemitteilung des Bundesbildungsministeriums<\/a>:<\/p><blockquote><p>&bdquo;<strong>Neue IW-Studie rechnet vor, wie gut das Geld im Studium angelegt ist<\/strong><\/p>\n<p>Bildung lohnt sich. Denn wer gut ausgebildet ist, verdient in der Regel deutlich mehr als jemand mit einem niedrigen Bildungsabschluss. Doch wie gro&szlig; sind die Unterschiede? Oder mit anderen Worten: Wie hoch ist die Bildungsrendite genau? Das haben &Ouml;konomen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Rahmen eines vom Bundesministerium f&uuml;r Bildung und Forschung (BMBF) gef&ouml;rderten Projekts <a href=\"http:\/\/www.iwkoeln.de\/Portals\/0\/PDF\/dokumente_andere\/2010\/studie_bildungsrenditen.pdf\">ausgerechnet [PDF &ndash; 1 MB]<\/a> &ndash; und ihre Studie &ldquo;Bildungsrenditen in Deutschland &ndash; Einflussfaktoren, politische Optionen und volkswirtschaftliche Effekte&rdquo; am Montag ver&ouml;ffentlicht. Der zentrale Befund der Autoren: Absolviert ein junger Mensch Abitur und Studium, statt eine unqualifizierte Arbeit anzunehmen, so bringt ihm das eine j&auml;hrliche Rendite von durchschnittlich 7,5 Prozent ein. Unter Bildungsrendite verstehen die Forscher dabei den Prozentsatz, mit dem sich das w&auml;hrend der Ausbildung entgangene Einkommen durch h&ouml;here Verdienste nach der Ausbildung verzinst. Mit steigender Bildung nehmen ferner die Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen, die sportliche Bet&auml;tigung, das ehrenamtliche Engagement und das Interesse an Politik zu &ndash; letztendlich auch die Lebenszufriedenheit und die Gesundheit. Und auch f&uuml;r den Staatshaushalt lohnt sich eine h&ouml;here Bildung, da etwa die Ausgaben f&uuml;r Hochschulen durch R&uuml;ckfl&uuml;sse in Form von Steuern und Sozialversicherungsbeitr&auml;gen deutlich &uuml;bertroffen werden.<\/p>\n<p>&ldquo;Diese Zahlen zeigen eindrucksvoll: Bildung zahlt sich aus. Investitionen in Bildung machen Wohlstand m&ouml;glich &ndash; f&uuml;r den Einzelnen und f&uuml;r die Gesellschaft. Mehr Bildungsgerechtigkeit f&uuml;r alle f&uuml;hrt auch zu mehr Wohlstand&rdquo;, kommentierte Bundesbildungsministerin Annette Schavan am Montag die Studie. &ldquo;Das ist ein deutliches Signal an alle Eltern: Investieren Sie in die Bildung Ihrer Kinder &ndash; von Anfang an und ein Leben lang. Es lohnt sich mit Sicherheit.&rdquo; Diesen Aspekt hat die Studie ebenfalls ber&uuml;cksichtigt. Hintergrund: Akademiker und beruflich Qualifizierte verdienen im Berufsleben mehr als Ungelernte und sind zudem seltener arbeitslos als gering Qualifizierte.<\/p>\n<p>Die Studie zeigt auch, wie Bildungs- und Familienpolitik die Bildungsrendite noch weiter steigern k&ouml;nnen. So kann der Staat zum Beispiel die Voraussetzungen daf&uuml;r erleichtern, &uuml;berhaupt ein Studium beginnen zu k&ouml;nnen. Die Autoren nennen in diesem Zusammenhang Stipendien, BAf&ouml;G und Kredite. Studiengeb&uuml;hren in H&ouml;he von 500 Euro pro Semester erh&ouml;hen die Bildungsrendite, sofern die Einnahmen ausschlie&szlig;lich f&uuml;r bessere Studienbedingungen verwendet werden. Vorteilhaft f&uuml;r die Bildungsrendite ist es auch, wenn Absolventen einer Berufsausbildung die M&ouml;glichkeit bekommen, auch ohne Abitur zu studieren, oder wenn bessere Betreuungsm&ouml;glichkeiten f&uuml;r Kinder bestehen.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>So bejubelt also die Bundesbildungsministerin in einer Pressemitteilung die von ihr in Auftrag gegebene Studie beim arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW).<\/p><p>Das IW hat mehrere Berechnungsmethoden angewandt:<\/p><ul>\n<li>Nach der Mincer-Einkommensfunktionen auf der Basis des Sozio&ouml;konomischen Panels (SOEP) ergebe sich f&uuml;r jedes weitere Bildungsjahr eine Bildungsrendite von 9,9 (West) bzw. 9,6 Prozent (Ost).<\/li>\n<li>Aus der Berechnung  mittels der sog. &bdquo;Lohnpr&auml;mie&ldquo;, also den durchschnittlichen Lohnabstand zwischen verschiedenen Qualifikationsgruppen, weise ein Hochschulabsolvent einen im Durchschnitt 78 Prozent h&ouml;heren Bruttostundenlohn auf als eine Person, die keinen Abschluss der Sekundarstufe II (Abitur oder beruflicher Abschluss) erreicht hat. (Warum muss man eigentlich gerade die h&ouml;chste Qualifikation mit der niedrigsten vergleichen? WL)<\/li>\n<li>Die Bildungsrenditen von M&auml;nnern und Frauen wiesen nur geringe Unterschiede auf. Insgesamt seien die Lohnpr&auml;mien von Migranten mit einem akademischen Abschluss deutlich niedriger als bei Nicht-Migranten.<\/li>\n<li>Zwischen den F&auml;chern gebe es erhebliche Unterschiede bei den Lohnpr&auml;mien. So seien die Lohnpr&auml;mien von Berufen im Rechtswesen und Berufen der Unternehmensleitung sehr hoch.<br>\nAuch MINT-Akademiker (also mathematisch-naturwissenschaftliche Absolventen) h&auml;tten eine sehr hohe Lohnpr&auml;mie und verdienten pro Stunde etwa 91Prozent mehr als eine Person ohne abgeschlossene Berufsausbildung und mehr als der durchschnittliche Akademiker (Lohnpr&auml;mie: 78 Prozent).<\/li>\n<li>Die Renditekennzahlen unter Einbeziehung der entgangenen Einkommen ergeben eine j&auml;hrliche Ertragsrate (interne Rendite) f&uuml;r einen berufsbildenden Ausbildungsgang von 10,2 und f&uuml;r eine hochschulische Ausbildung von 7,5 Prozent. Die h&ouml;heren Renditen f&uuml;r die berufliche Ausbildung k&ouml;nnten damit erkl&auml;rt werden, dass f&uuml;r eine berufliche Ausbildung weniger Opportunit&auml;tskosten anfielen als f&uuml;r eine Hochschulausbildung, da eine Berufsausbildung in einer k&uuml;rzeren Zeit absolviert und au&szlig;erdem zumindest im Rahmen einer betrieblichen Ausbildung ein Lehrlingsgehalt bezogen werden k&ouml;nne. Der Kapitalwert (Verm&ouml;gensgewinn zum Zeitpunkt der Investition), dem bei Bildungsentscheidungen eine zentrale Rolle zukomme, sei bei der akademischen Bildung (66.800 Euro) ungef&auml;hr dreimal so hoch wie bei der beruflichen Bildung (23.700 Euro). Gemessen im Alter von 65 Jahren betrage der Verm&ouml;gensendwert bei der akademischen Ausbildung bei einem Zinssatz von 4 Prozent rund 456.500 Euro, bei der beruflichen Ausbildung 162.300 Euro. Daher f&uuml;hre die Entscheidung f&uuml;r eine akademische Ausbildung zu h&ouml;heren Verm&ouml;gen als die Entscheidung f&uuml;r eine Berufsausbildung. Beide Ausbildungsg&auml;nge seien jedoch verglichen mit alternativen Anlageformen attraktive Ausbildungswege.<\/li>\n<\/ul><p>In der Studie werden auch die gesamtwirtschaftlichen Effekte staatlicher Bildungsinvestitionen dargestellt.<br>\nDurch Senkung der Abbruchswahrscheinlichkeit und k&uuml;rzeren Ausbildungsdauern, durch Anreize zur Fort- und Weiterbildung, durch eine Erh&ouml;hung der Durchl&auml;ssigkeit im Bildungssystem oder durch Kinderbetreuungsangebote k&ouml;nnten auch hohe gesamtwirtschaftliche Effekte erzielt werden.<br>\nInvestitionen des Staates in Ma&szlig;nahmen, die zu einer Erh&ouml;hung der privaten Bildungsrendite f&uuml;hrten, ergeben folglich auch &uuml;ber die steigende Produktivit&auml;t und Wertsch&ouml;pfung erh&ouml;hte Steuerzahlungen und Sozialversicherungsbeitr&auml;ge.<\/p><ul>\n<li>Pro Studierenden, der seine Hochschulreife im dualen System erworben hab, betrage der Kapitalwert zwischen 20.600 und 77.000 Euro. Bei 30.000 Studierenden insgesamt ergebe sich damit ein Verm&ouml;gensgewinn beim Staat von 0,6 bis 2,3 Milliarden Euro. Die fiskalische Rendite betrage zwischen 5,6 und 9,1 Prozent.<\/li>\n<li>Pro zus&auml;tzlichen von der KITA bis zur Ganztagsgrundschule betreutem Kind entstehe im Basisszenario ein Kapitalwert zwischen 6.800 und 26.400 Euro. Bei 137.500 zus&auml;tzlichen Pl&auml;tzen (35-Prozent-Ziel) ergebe sich damit ein Verm&ouml;gensgewinn beim Staat von 0,45 bis 3,6 Milliarden Euro.<\/li>\n<li>Pro zus&auml;tzlicher Aufstiegsfortbildung ergebe sich ein Kapitalwert zwischen 31.400 und 51.800 Euro. Bei 30.000 zus&auml;tzlichen Aufstiegsfortbildungen ergibt sich damit ein Verm&ouml;gensgewinn beim Staat von 0,9 bis 1,6 Milliarden Euro.<\/li>\n<\/ul><p>Schlie&szlig;lich empfiehlt die Studie &ndash; <a href=\"http:\/\/www.manager-magazin.de\/unternehmen\/artikel\/0,2828,672497,00.html\">der Linie des Instituts der deutschen Wirtschaft entsprechend<\/a> &ndash;  &bdquo;sozialvertr&auml;gliche&ldquo; Studiengeb&uuml;hren einzuf&uuml;hren. (Siehe dazu: <a href=\"?p=248\">Kann es &uuml;berhaupt &bdquo;sozialvertr&auml;gliche&ldquo; Studiengeb&uuml;hren geben?<\/a>)<\/p><p>Begr&uuml;ndung: <\/p><ul>\n<li>F&uuml;hrten die Studiengeb&uuml;hren zu einer besseren Qualit&auml;t der Hochschulausbildung, so k&ouml;nnten auch Studierende aus dem Ausland f&uuml;r ein Studium gewonnen werden.<\/li>\n<li>Hohe Studiengeb&uuml;hren plus ein ausgebautes Studienfinanzierungsmodell mit Krediten h&auml;tten gegen&uuml;ber einem staatlichen vollfinanzierten Modell mit h&ouml;heren Steuern den Vorteil, dass der Studierende auch dann eine R&uuml;ckzahlung an das in die Hochschulausbildung investierende Land vornehmen m&uuml;sse, wenn der Hochschulabsolvent in einem anderen Land Steuern zahle.<\/li>\n<li>Bei gegebener Lohnpr&auml;mie bestehe in Staaten ohne Geb&uuml;hren und mit hohen Steuern ein Abwanderungsanreiz nach dem Studium in Volkswirtschaften mit niedrigen Steuern und hohen Studiengeb&uuml;hren.<\/li>\n<li>Ein Absolvent aus einem Land mit hohen Geb&uuml;hren und niedrigen Steuern habe bei einem ausgebauten Studienfinanzierungsmodell einen Schuldenstand aus den Krediten zu begleichen.<br>\nEine Auswanderung in ein Land mit hohen Steuern (aber ohne Studiengeb&uuml;hren) sei f&uuml;r diesen Absolventen nicht attraktiv.<\/li>\n<\/ul><p>Es sind also keinerlei soziale Gr&uuml;nde oder Argumente der Verbesserung der Chancengleichheit, die das IW f&uuml;r Studiengeb&uuml;hren pl&auml;dieren lassen, sondern rein Vermarktungs- und finanzpolitische An- oder Abwerbungsaspekte. Bildung wird also rein unter &ouml;konomischen Verwertungsinteressen betrachtet.<\/p><p><strong>Kritische Anmerkung:<\/strong><\/p><p>Das Bundesbildungsministerium und das Institut der deutschen Wirtschaft haben mit dieser Studie keineswegs das an f&uuml;r sich begr&uuml;&szlig;enswerte Ziel, daf&uuml;r zu werben, dass sich &bdquo;Bildung lohnt&ldquo;, sie f&ouml;rdern damit vielmehr, den Leitgedanken, dass Bildung vor allem eine private Investition in das pers&ouml;nliche &bdquo;Humankapital&ldquo; ist und dass die als privatn&uuml;tzig verengte Ausbildung dann eben auch ihren &bdquo;Preis&ldquo; kosten darf. Das ist das klassische &bdquo;&ouml;konomistische&ldquo; Paradigma der Studiengeb&uuml;hrenbef&uuml;rworter. (&bdquo;Humankapital&ldquo; wurde &uuml;brigens 2004 zum &bdquo;Unwort des Jahres&ldquo; gew&auml;hlt.)<\/p><p>Eine m&ouml;glichst hohe wissenschaftliche Qualifizierung eines m&ouml;glichst gro&szlig;en Teils der Arbeitsbev&ouml;lkerung wird &ndash; anders als in den 1960er und 1970er Jahren &ndash;  nicht mehr &uuml;berwiegend als Fundament f&uuml;r die technologische Innovation und Leistungsf&auml;higkeit der Volkswirtschaft und als Element des wissenschaftlichen Fortschritts und der demokratischen Teilhabe und der kulturellen Entwicklung der Gesellschaft verstanden, sondern als eine private Investition in das pers&ouml;nliche &bdquo;Humankapital&ldquo;, die zuk&uuml;nftig durch eine h&ouml;heres berufliches Einkommen eine private &bdquo;Bildungsrendite&ldquo;, einen h&ouml;heren &bdquo;return on investment&ldquo; abwirft.<\/p><p>Bis in die 1990er Jahre bestand ein gesellschaftlicher Konsens, Bildung als &bdquo;B&uuml;rgerrecht&ldquo; (Ralf Dahrendorf) und als gemeinn&uuml;tziges &bdquo;Kollektivgut&ldquo; zu betrachten. Danach machte sich ein Denken breit, wonach Bildung <a href=\"?p=2405\">eine private Investition in das pers&ouml;nliche &bdquo;Humankapital&ldquo; sei<\/a>. <\/p><p>Schavan und dem IW geht es bei dieser Studie nicht vornehmlich um Bildungswerbung, sondern darum die Privatisierung von Bildungskosten voranzutreiben. Insoweit handelt es sich um eine politische Auftragsarbeit.<\/p><p>Auf der makro&ouml;konomischen Ebene kann man aus der Humankapitaltheorie durchaus gute Argumente f&uuml;r mehr staatliche Bildungsinvestitionen ableiten. Bildung als &ouml;konomischer Faktor galt als wichtige Triebkraft f&uuml;r die Bildungsexpansion der 1960er und 1970er Jahre. Die Ermittlung von Bildungsrenditen hatte zusammen mit der &bdquo;Humankapitaltheorie&ldquo; aber seit Mitte der 1990er Jahre vor allem die politische Funktion die Forderung nach st&auml;rkerer &bdquo;Eigenverantwortung&ldquo; auf den Bildungsbereich zu legitimieren. Das Prinzip &bdquo;jeder ist seine Gl&uuml;ckes Schmied&ldquo; wurde so auch auf den Bildungsbereich &uuml;bertragen. Es war dann nur folgerichtig, dass f&uuml;r den individuellen Nutzen auch privat bezahlt werden muss. <\/p><blockquote><p>&bdquo;Bildungsentscheidungen aufgrund von sozialer Herkunft, Interesse oder Unsicherheit spielen in diesem Modell genauso wenig eine Rolle wie eine Ver&auml;nderung der Arbeitswelt oder der gesellschaftliche Nutzen von Bildung. Die Annahmen der neoliberalen Verengung des Humankapitalansatzes auf die Bildungsrendite sind aus der Perspektive der empirischen Bildungsforschung schlicht und ergreifend als grober Unfug zu betrachten. Denn sicher spielt das m&ouml;gliche Einkommen eine gewisse Rolle bei der Entscheidung f&uuml;r oder auch gegen die weitere Bildungsbeteiligung, dieser Aspekt wird allerdings von sozialstrukturellen und biografischen Einflussfaktoren in erheblicher Weise &uuml;berlagert. Somit ist ein Versuch der Legitimation von Studiengeb&uuml;hren &uuml;ber die (mikro&ouml;konomische) Humankapitaltheorie zwar theoretisch m&ouml;glich, aber nur unter weitgehender Ausblendung der urspr&uuml;nglichen Erkenntnisse der (makro&ouml;konomischen) Wachstumstheorie in Bezug auf den &uuml;berindividuellen Effekt von Bildungsprozessen. Die Unterstellung einer reinen Orientierung am individuellen &ouml;konomischen Nutzen von Bildungsprozessen bedeutet also nicht nur eine vollst&auml;ndige Ignoranz der bestehenden Unsicherheit hinsichtlich zuk&uuml;nftiger Wandlungsprozesse in Wirtschaft und Gesellschaft, sondern auch eine zwar theoretisch denkbare, aber empirisch unplausible, Herausl&ouml;sung des Individuums aus seinem sozialen Kontext.&ldquo; (Ulf Banscherus, <a href=\"http:\/\/www.studis-online.de\/HoPo\/Bildungsstreik\/humankapital.php?seite=2\">www.studis-online.de<\/a>).<\/p><\/blockquote><p>&Uuml;ber den Zusammenhang des Humankapitalansatzes und der Umdefinition von Bildung in einen funktionales und pragmatisches &bdquo;Kompetenz&ldquo;-Begriff, siehe noch <a href=\"http:\/\/www.linksnet.de\/de\/artikel\/25340\">&bdquo;Kompetenzen als Humankapital&ldquo;<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine neue Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft rechnet vor, dass Investitionen in ein Studium gut angelegtes Geld sind. 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