{"id":48962,"date":"2019-02-02T11:45:47","date_gmt":"2019-02-02T10:45:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48962"},"modified":"2019-02-02T12:00:40","modified_gmt":"2019-02-02T11:00:40","slug":"die-anti-maduro-koalition-des-kuba-amerikaners-marco-rubio-und-der-countdown-in-caracas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48962","title":{"rendered":"Die Anti-Maduro-Koalition des Kuba-Amerikaners Marco Rubio und der Countdown in Caracas"},"content":{"rendered":"<p>Sicherheitsberater John Bolton und der ehemalige Hollywood-Produzent und gegenw&auml;rtige Finanzminister Steven Mnuchin beschlagnahmen Verm&ouml;genswerte der in den USA t&auml;tigen Citgo-Tochtergesellschaft der staatlichen venezolanischen &Ouml;lgesellschaft PDVSA in H&ouml;he von 7 Milliarden Dollar und kappen k&uuml;nftige PDVSA-Lieferungen an die USA, die dem venezolanischen Staat in den folgenden 12 Monaten einen zus&auml;tzlichen Schaden in H&ouml;he von 11 Milliarden Dollar aufb&uuml;rden. Das Zeitalter der britischen Seer&auml;uberei &bdquo;by appointment of Her Majesty, The Queen&ldquo; ausgenommen, darf der Anschlag als ein in der Weltgeschichte zuvor kaum registrierter Raub&uuml;berfall auf einen souver&auml;nen Staat bezeichnet werden. Von <strong>Frederico F&uuml;llgraf<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nParallel dazu wird in Washington der von Teilen der US-Medien <a href=\"https:\/\/www.democracynow.org\/2019\/1\/30\/allan_nairn_trump_s_venezuela_envoy\">als &bdquo;Kriegsverbrecher&rdquo; bezeichnete<\/a> Sicherheitsexperte Elliot Abrams zum Venezuela-Sonderbeauftragten der Regierung Donald Trump ernannt. Auf einer Pressekonferenz h&auml;lt Rechtsau&szlig;en John Bolton einen Notizblock mit dem orakelhaften Satz &bdquo;5.000 US-Soldaten in Kolumbien&ldquo; auff&auml;llig vor Journalisten zur Schau. Die kolumbianische Regierung will davon angeblich keine Ahnung haben, hat jedoch Tage zuvor einen General des US-Southern-Command empfangen, der zur &Uuml;berpr&uuml;fung der &bdquo;Grenzsicherung&ldquo; angereist ist.<\/p><p>Mit Ausnahme Italiens setzten am 26. Januar die EU-Regierungen Nicol&aacute;s Maduro ein 8-t&auml;giges &bdquo;Ultimatum&rdquo; f&uuml;r seinen R&uuml;cktritt und die Ausrufung &ldquo;freier Wahlen&rdquo;, die der gew&auml;hlte Pr&auml;sident nicht zu Unrecht als &bdquo;Frechheit&ldquo; zur&uuml;ckwies. In mit der Trump-Regierung einge&uuml;btem Skript, wie der nachstehende Text nachweist, k&uuml;ndigt &bdquo;Interimspr&auml;sident&ldquo; Juan Guaid&oacute; einen neuen Massenaufmarsch f&uuml;r den kommenden Samstag, den 2. Februar, &bdquo;zur Feier des ausgelaufenen Ultimatums der EU&rdquo; an, nominiert inzwischen ein Dutzend &bdquo;Botschafter&ldquo; und erkl&auml;rt, ein Milit&auml;rschlag gegen die Regierung Maduro sei <a href=\"https:\/\/mundo.sputniknews.com\/america-latina\/201901291085088775-crisis-en-venezuela\/\">nicht ausgeschlossen<\/a>.<\/p><p>Der vom linken Umfeld des Chavismo &ndash; darunter vom Ch&aacute;vez-Intimus und Mitbegr&uuml;nder des Fernsehsenders TeleSur, Aram Aharonian &ndash; wegen Inkompetenz, <a href=\"https:\/\/notibol.com\/nota\/1dx5n\/rearman-el-esquema-de-poder-en-medio-de-muchas-criticas-y-escasas-propuestas\">Cliquenwirtschaft<\/a>, mangelnder <a href=\"https:\/\/www.aporrea.org\/actualidad\/a273333.html\">Transparenz und Selbstkritik<\/a> scharf angegangene Pr&auml;sident reagiert mit der Mobilmachung der Streitkr&auml;fte. Hat der Westen sein &bdquo;s&uuml;damerikanisches Libyen&ldquo; oder Syrien ausgemacht?<\/p><p>Das Drehbuch ist ein innoviertes Remake notorischer Regime-Changes und hat einen in der politischen Weltszene kaum bekannten, aber danach d&uuml;rstenden Autor: den Kuba-Amerikaner Marco Rubio.<\/p><p><strong>Das Trojanische Pferd<\/strong><\/p><p>Die Koalition lateinamerikanischer Regierungen, die sich zur &uuml;berst&uuml;rzten Anerkennung Juan Guaid&oacute;s als &bdquo;Interimspr&auml;sidenten&ldquo; Venezuelas den USA angeschlossen haben, wurde wochenlang mit Mitteln der Geheimdiplomatie geschmiedet. Die Hintergr&uuml;nde wurden Ende Januar von der US-amerikanischen Nachrichtenagentur Associated Press (AP) durch Gespr&auml;che mit anonymen, aber einschl&auml;gigen Quellen aus dem au&szlig;enpolitischen und Sicherheitsbereich der Regierung Donald Trump <a href=\"https:\/\/elcomercio.pe\/mundo\/venezuela\/venezuela-dialogo-secreto-permitio-proclamacion-juan-guaido-noticia-601305\">aufgehellt<\/a>.<\/p><p>Dazu geh&ouml;rten geheime Botschaften an Aktivisten der Opposition, die angeblich unter st&auml;ndiger &Uuml;berwachung stehen, sowie eine riskante Auslandsreise des seit Anfang Januar amtierenden Vorsitzenden der oppositionell beherrschten Nationalversammlung und selbsternannten &bdquo;Interimspr&auml;sidenten&ldquo;. Demnach &uuml;berschritt Guaid&oacute; Mitte Dezember insgeheim die Grenze Venezuelas nach Kolumbien, jedoch zun&auml;chst in Richtung Washington. Von dort kehrte er nach Kolumbien zur&uuml;ck, von wo er anschlie&szlig;end zu einer Geheimvisite nach Brasilien aufbrach.<\/p><p>Ziel seiner klandestinen Reiseaktivit&auml;t war die Absprache der oppositionellen Strategie mit den Regierungen Donald Trumps, Iv&aacute;n Duques (Kolumbien) und Jair Bolsonaros (Brasilien), die mit einem Aufruf zu Massendemonstrationen gegen Nicol&aacute;s Maduros zweiten Amtseid vom 10. Januar beginnen sollte, enth&uuml;llte der in Spanien exilierte, ehemalige B&uuml;rgermeister von Caracas, Antonio Ledezma. Einem weiteren anonym gebliebenen Oppositionsf&uuml;hrer zufolge habe Guaid&oacute; Venezuela auf dem Landweg nach Kolumbien verlassen, um nicht die Aufmerksamkeit der Einwanderungspolizei auf sich zu ziehen.<\/p><p>Die nicht nur in Fragen des Protagonismus und der Strategie gespaltene, sondern auch strengstens von der Regierung Nicol&aacute;s Maduro &uuml;berwachte und drangsalierte Opposition, deren einzelne F&uuml;hrer ins Exil fl&uuml;chteten und seit 2017 keine Koordinierungstreffen zustande gebracht hatten, erhielt nun Aufwind mit &bdquo;der Aushandlung eines Konsenses&ldquo;, hei&szlig;t es in <a href=\"https:\/\/www.infobae.com\/america\/venezuela\/2019\/01\/27\/como-fue-el-dialogo-secreto-con-el-que-se-gesto-la-coalicion-de-apoyo-internacional-a-juan-guaido-contra-el-regimen-de-nicolas-maduro\/\">dem Bericht<\/a>.<\/p><p>In langandauernden Sitzungen seien digitale Text&uuml;bermittlungsdienste benutzt und die geheime Kommunikation in der Opposition aktiviert worden, erz&auml;hlte ein Oppositionsf&uuml;hrer. Ein US-Beamter erkl&auml;rte, es seien auch &Uuml;berbringer geheimer Botschaften an den unter Hausarrest stehenden Begr&uuml;nder von Guaid&oacute;s Partei Voluntad Popular (&bdquo;Volkswille&ldquo;), Leopoldo L&oacute;pez, in Caracas eingesetzt worden.<\/p><p>Wenige, als &bdquo;gem&auml;&szlig;igt&ldquo; geltende Fraktionen sollen es vorgezogen haben, bedachtsamer vorzugehen, weil sie bef&uuml;rchteten, resolute Aktionen w&auml;ren erneut zum Scheitern verurteilt. Im Endeffekt sei dies das erste Mal seit mindestens f&uuml;nf Jahren, dass das gesamte Spektrum der Opposition seine F&auml;higkeit zur Sammlungsbewegung unter Beweis gestellt habe, kommentierte ein hochrangiger kanadischer Beamter.<\/p><p>Die Entscheidung der in der Lima-Gruppe konvergierenden, konservativen lateinamerikanischen Regierungen, Nicol&aacute;s Maduro direkt zu konfrontieren und Juan Guaid&oacute; anzuerkennen, sei allerdings nur dank des starken R&uuml;ckenwindes der Regierung Donald Trump m&ouml;glich gewesen, dem sich mindestens zwei demokratische Senatoren, wie Bob Men&eacute;ndez und Dick Durbin, anschlossen.<\/p><p>&bdquo;Keine leichte Aufgabe!&ldquo;, hei&szlig;t es aus den Reihen der Verschw&ouml;rer, von denen die Mehrheit wegen der &bdquo;Milit&auml;reins&auml;tze&ldquo; &ndash; man lese: F&ouml;rderung von Staatsstreichen und Milit&auml;rdiktaturen w&auml;hrend des Kalten Krieges &ndash; Misstrauen gegen&uuml;ber den USA hegten. Der eigentliche Auftakt zum Sturz Maduros reiche jedoch zur&uuml;ck in den August 2017, als Trump auf seinem Golfplatz in New Jersey drohte, die &bdquo;milit&auml;rische Option&rdquo; zur &bdquo;Beilegung der venezolanischen Krise&ldquo; sei auf dem Tisch.<\/p><p>Wie die NachDenkSeiten <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39680\">damals berichteten<\/a>, musste sich US-Vizepr&auml;sident Mike Pence nach Trumps verbalem Muskelakt mit einer Eilvisite in vier lateinamerikanische L&auml;nder um eine Gl&auml;ttung der Wogen bem&uuml;hen. In- und ausl&auml;ndische Beobachter warfen der US-Regierung vor, die wenige Tage zuvor, am 9. August, in Lima verabschiedete Erkl&auml;rung von 17 lateinamerikanischen Regierungen &ndash; die der Regierung Nicol&aacute;s Maduro den &bdquo;Bruch der demokratischen Grundordnung&rdquo; bescheinigten &ndash; zu gef&auml;hrden und Maduro politisch in die H&auml;nde zu spielen.<\/p><p>Jedoch bereits im September 2017 hielt Trump vor der UN-Generalversammlung eine scharfe Rede gegen Maduro und beratschlagte mit Vertretern lateinamerikanischer Regierungen die Option einer milit&auml;rischen Invasion. Diese Regierungen h&auml;tten anschlie&szlig;end erkannt, dass &bdquo;sie in den USA einen Pr&auml;sidenten haben, der bereit ist, sich einer Krise zu stellen&ldquo;, die vorangegangene Regierungen aufgrund ihres begrenzten Einflusses auf die nationale Sicherheit der USA heruntergespielt hatten.<\/p><p>&bdquo;In jedem Gespr&auml;ch, das Trump mit lateinamerikanischen Regierungsvertretern gef&uuml;hrt hat, erw&auml;hnte er Venezuela, was viel Umdenken in Bewegung gesetzt hat&rdquo;, erkl&auml;rte in einem offenen Gespr&auml;ch mit AP, Fernando Cutz, ein eingeb&uuml;rgerter Brasilianer, CEO des Lobbyunternehmens Cohen Group, unter Trump weiter arbeitender, ehemaliger nationaler Sicherheitsberater der Regierung Barack Obama, und &ndash; so wie Abrams &ndash; Mitglied der Israel-Lobby in den USA.<\/p><p>Auch Kanada habe eine f&uuml;hrende Rolle gespielt, gab ein kanadischer Beamter zu, der wie seine ausl&auml;ndischen Kollegen ebenfalls um Diskretion bat. So habe die von ukrainischen Emigranten abstammende und in den 2014-er rechtsradikalen Aufstand in Kiew involvierte Au&szlig;enministerin <a href=\"https:\/\/www.strategic-culture.org\/news\/2017\/01\/23\/chrystia-freeland-kiev-minister-foreign-affairs-ottawa.html\">Chrystia Freeland<\/a> in der Nacht vor dem Amtsantritt Maduros mit Guaid&oacute; gesprochen und ihm, zur offenen Herausforderung des Erstgenannten, die Unterst&uuml;tzung der kanadischen Regierung angeboten.<\/p><p>Schlie&szlig;lich seien Kolumbien und Peru, insbesondere jedoch Brasilien <a href=\"https:\/\/www.apnews.com\/d548c6a958ee4a1fb8479b242ddb82fd\">eine Schl&uuml;sselrolle zugefallen<\/a> und auf diese Weise kam es zum 4. Januar 2019. An diesem Tag, wenige Stunden bevor Juan Guaid&oacute; die Pr&auml;sidentschaft der venezolanischen Nationalversammlung &uuml;bertragen wurde, erkl&auml;rten die 13 Au&szlig;enminister der Lima-Gruppe, Maduros zweite Amtszeit werde von ihnen nicht anerkannt.<\/p><p>Welcher &bdquo;hochrangige US-Beamte&ldquo; jedoch Brasiliens neuen, rechtsextremen Pr&auml;sidenten Jair Bolsonaro l&auml;ngst vor seiner Wahl in das Anti-Maduro-B&uuml;ndnis zw&auml;ngte, dar&uuml;ber schwieg sich Associated Press aus. Es war der Kuba-Amerikaner und republikanische Senator f&uuml;r den Bundesstaat Florida, Marco Rubio, von dem der mexikanische Journalist Luis Alberto Rodr&iacute;guez mit Anspielung auf einschl&auml;gige Quellen und Beweise bereits im <a href=\"https:\/\/www.excelsior.com.mx\/blog\/buitres-de-la-ciudad\/el-hombre-de-trump-para-gobernar-brasil\/1257390\">August 2018 behauptete<\/a>, er habe Bolsonaros politischen Aufstieg von den USA aus gesteuert und finanziert.<\/p><p><strong>Marco Rubio: Skript-Autor und &bdquo;Chief-Ouster&ldquo; der Trump-Regierung<\/strong><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Fahre nun fort, und singe des h&ouml;lzernen Rosses Erfindung, Welches Epeios baute mit Hilfe der Pallas Athene, Und zum Betrug in die Burg einf&uuml;hrte der edle Odysseus&ldquo;, hei&szlig;t es im 8. Gesang, Vers 493 ff., von Homers Odyssee.\n<\/p><\/blockquote><p>Marco Rubio f&uuml;hlt sich seit mehreren Jahren unbestrittenerma&szlig;en zum Odysseus des Regime Change in Venezuela berufen. Und das wegen einer krankhaften Zwangsvorstellung: Als Sohn kubanischer Emigranten sieht Rubio sich selbst als fanatische Inkarnation des <em>Anti-Castrismus<\/em>. Wie jedoch die <a href=\"https:\/\/www.washingtonpost.com\/politics\/marco-rubios-compelling-family-story-embellishes-facts-documents-show\/2011\/10\/20\/gIQAaVHD1L_story.html\">Washington Post vom 20. Oktober 2011<\/a> ermittelte, baute der 47-j&auml;hrige Politiker seine Karriere auf einer Lebensl&uuml;ge auf.<\/p><p>W&auml;hrend seines Aufstiegs zur politischen Prominenz wiederholte Rubio h&auml;ufig eine Version seiner Familiengeschichte, die in S&uuml;dflorida besondere Resonanz fand. Er sei der &bdquo;Sohn der Verbannten&ldquo;, predigte er wiederholt seinem Publikum. Seine Eltern h&auml;tten ihre &bdquo;geliebte Insel&ldquo; nach dem &bdquo;&Uuml;berfall&ldquo; Fidel Castros auf die Regierungsmacht in Kuba fluchtartig verlassen m&uuml;ssen.<\/p><p>Eine Durchsicht der Einb&uuml;rgerungspapiere und anderer amtlicher Unterlagen zeigte jedoch, dass das Narrativ des Florida-Republikaners die Fakten ausschm&uuml;ckte und frisierte. Aus den Dokumenten gehe vielmehr hervor, dass Rubios Eltern mehr als zweieinhalb Jahre vor dem Sturz der Batista-Diktatur durch Castros Truppen zum Neujahrstag 1959 in die USA einwanderten und zum st&auml;ndigen Aufenthalt zugelassen wurden.<\/p><p>W&auml;hrend der internen Wahlen der Republikaner trat Rubio 2016 als siegreicher Pr&auml;sidentschaftskandidat in Minnesota, Puerto Rico und im Distrikt Columbia auf, wurde aber aussichtslos von Donald Trump geschlagen. Seine Wahl zum Senator sechs Jahre zuvor verdankte er seiner Rolle als Lieblingskandidat der Tea-Party-Bewegung und gilt &ndash; wie die <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/interactive\/2017\/10\/04\/opinion\/thoughts-prayers-nra-funding-senators.html\"><em>New York Times<\/em> vom 4. Oktober 2017<\/a> nachwies &ndash; als einer der Senatoren, der mit 3,3 Millionen US-Dollar Spenden das meiste Geld von der National Rifle Association (NRA) erhalten hat; im &Uuml;brigen und wohl kaum zuf&auml;llig die gleiche NRA, deren assoziierte Waffenhersteller nach dem Amtseid des rechtsextremen Jair Bolsonaro Investitionen in Brasilien ank&uuml;ndigten.<\/p><p>Auf den Punkt gebracht: &bdquo;Es war Mr. Rubio, der Mr. Trump bereits in den fr&uuml;hen Tagen seiner Pr&auml;sidentschaft die Verdorbenheit der Regierung Nicol&aacute;s Maduro und die Notwendigkeit einer amerikanischen Initiative ins Ohr fl&uuml;sterte&ldquo;, &hellip; und es war Rubio mit Vizepr&auml;sident Mike Pence und anderen, die den Pr&auml;sidenten dazu aufforderten, einen (venezolanischen) Oppositionsf&uuml;hrer zu unterst&uuml;tzen, der versuche, se&ntilde;or Maduro abzusetzen&ldquo;, wusste die <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2019\/01\/26\/world\/americas\/marco-rubio-venezuela.html\"><em>New York Times<\/em> zu berichten<\/a>.<\/p><p>Da der Sturz des &bdquo;Castrismus&rdquo; sich f&uuml;r die USA seit mehr als 60 Jahren als aussichtsloses Unterfangen herausstellte, der auch als Ausblick keine Zukunft hat, verschrieb sich Rubio offenbar dem &bdquo;Sturz des Chavismus&rdquo; in Venezuela als einer Art &ldquo;Trieb-Ersatz&rdquo;. So habe der Kuba-Amerikaner seit Donald Trumps Wahl hart und unerbittlich daran gearbeitet, das Vertrauen des Pr&auml;sidenten in der Venezuela-Debatte zu gewinnen. Genauer: Mit abgestimmter M&uuml;he habe er Trump zum Engagement &bdquo;erzogen&rdquo; und sich selbst als virtuellen Staatssekret&auml;r f&uuml;r Lateinamerika pr&auml;sentiert.<\/p><p>Er lie&szlig; kaum einen Monat nach Trumps Amtsantritt vergehen, um die Aufmerksamkeit des Pr&auml;sidenten auf Venezuela zu lenken. Im Februar 2017 half Rubio zusammen mit Pence, den venezolanischen Fernsehstar und politische Aktivistin Lilian Tintori ins Oval Office zu Trump zu f&uuml;hren. Dort berichtete Tintori dem Pr&auml;sidenten von ihrem Ehemann, dem unter Hausarrest stehenden Aktivisten Leopoldo L&oacute;pez. Trump twitterte sp&auml;ter ein Gruppenfoto von sich mit Frau Tintori, Rubio und Pence. In dem Tweet forderte er Venezuela auf, Leopoldo L&oacute;pez sofort freizulassen.<\/p><p>Apropos L&oacute;pez: Was selbst gelittenen Beobachtern nicht in den Kopf will, ist das R&auml;tsel, wieso die von dem rechtsradikalen Agitator &ndash; der 2014 zum gewaltsamen Sturz der Regierung aufrief und sich am Tod von mindestens vier Zivilisten schuldig machte &ndash; gegr&uuml;ndete Partei &bdquo;Volkswille&ldquo; &uuml;berhaupt und immer noch Mitglied der Sozialistischen Internationale ist, wie der Webseite der Organisation <a href=\"http:\/\/www.socialistinternational.org\/viewArticle.cfm?ArticleID=2326\">zu entnehmen ist<\/a>. Erkl&auml;rt dieser absurde Umstand etwa Au&szlig;enminister Heiko Maas&lsquo; irregeleitete und &uuml;berst&uuml;rzte Amtshandlung, Nicol&aacute;s Maduros sofortige Absetzung und Juan Guaid&oacute;s &bdquo;Pr&auml;sidentschaft&ldquo; <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/ausland\/politik-ausland\/aussenminister-maas-fordert-venezuela-diktator-maduro-muss-weg-59754668.bild.html\">einzufordern<\/a>?<\/p><p>Doch zur&uuml;ck zum geistigen Vater des Umsturzplans. Nach Auskunft Rubios habe er mindestens einmal im Monat mit Trump &uuml;ber Venezuela gesprochen. Vizepr&auml;sident Pence habe das Thema seit langem &auml;hnlich beurteilt und beide schmiedeten ein B&uuml;ndnis mit Au&szlig;enminister Mike Pompeo und dem nationalen Sicherheitsberater John R. Bolton.<\/p><p>Auch will er die Ernennung &bdquo;einer weiteren kubanisch-amerikanischen politischen Pers&ouml;nlichkeit aus Florida&ldquo;, n&auml;mlich des ebenfalls rechtsradikalen Mauricio Claver-Carone, als leitenden Direktor f&uuml;r Angelegenheiten der westlichen Hemisph&auml;re im Nationalen Sicherheitsrat vermittelt und damit den st&auml;hlernen Kreis der Maduro-Feinde im Kabinett Donald Trump geschlossen haben, der Ende Januar mit der Ernennung Elliot Abrams zum Venezuela-Sonderbeauftragten erg&auml;nzt wurde.<\/p><p>Auf Juan Guaid&oacute; angesprochen, gibt Rubio vage Antworten. Er k&ouml;nne sich nicht erinnern, wie oft er mit dem jungen Venezolaner gesprochen oder sich mit ihm getroffen habe. &bdquo;Vor anderthalb Jahren w&auml;re er kein Name gewesen, von dem Sie geh&ouml;rt h&auml;tten&ldquo;, erkl&auml;rt er die Wette auf den &bdquo;Zufallsl&auml;ufer&ldquo; auf dem geopolitischen Schachbrett der US-Regierung.<\/p><p>Allerdings hier ein relevanter Hinweis auf eine bedrohliche, heimt&uuml;ckische Szenerie: Rubio hat auch die Regierung zum Plan der sogenannten &bdquo;humanit&auml;ren Hilfe&ldquo; gedr&auml;ngt, die Au&szlig;enminister Pompeo im Werte von l&auml;cherlichen 20 Millionen Dollar f&uuml;r Nahrungsmittel und medizinische Hilfe offiziell angek&uuml;ndigt hat. Sollte die Regierung Maduro die aus Kolumbien anrollende Hilfe nicht &uuml;ber die Grenze lassen wollen, k&ouml;nnte die Abweisung als Vorwand f&uuml;r einen bewaffneten US-&Uuml;berfall auf Venezuela benutzt werden.<\/p><p>Die &bdquo;Mission&rdquo; ist gleichwohl nicht frei von Eitelkeit. Rubio nutzt gern jede Fernsehkamera in Reichweite, um Nicol&aacute;s Maduro herauszufordern und sich selbst in Szene zu setzen. So zuletzt in einem <a href=\"https:\/\/www.realclearpolitics.com\/video\/2019\/01\/25\/rubio_if_something_happens_to_venezuela_interim_president_will_be_significant_consequences_maduro.html\">Interview vom 25. Januar<\/a> geschehen, in dem er den gew&auml;hlten venezolanischen Pr&auml;sidenten mit Kriegsvokabular an die Wand stellte:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Er hat sich eine Schlacht ausgesucht, die er nicht gewinnen kann. Es ist nur eine Frage der Zeit. Das Einzige, was wir nicht wissen, ist, wie lange es dauern wird &ndash; und ob es friedlich oder blutig sein wird&rdquo;.\n<\/p><\/blockquote><p>In dem Interview umriss er vier m&ouml;gliche Ausgangs-Szenarien f&uuml;r die von den USA provozierte Venezuela-Krise: Nicol&aacute;s Maduro k&ouml;nnte sich an seine Macht klammern; er k&ouml;nnte zu einem Putsch gezwungen werden, w&uuml;rde dennoch von einem &bdquo;zivilen F&uuml;hrer&ldquo; ersetzt werden; oder er k&ouml;nnte vom Milit&auml;r entmachtet werden, das sich selbst zur neuen Regierung erkl&auml;rt. Als vierte Alternative nannte Rubio den von ihm, ergo von Trump zur Wette erhobenen Ausgang: ein Volksaufstand unter F&uuml;hrung Juan Guaid&oacute;s, der radikale Ver&auml;nderungen erzwingt.<\/p><p>&bdquo;Das Interesse der USA spiegelt sich nur in einem dieser Ergebnisse wider&rdquo;, erkl&auml;rte der rechtsradikale Senator mit sibyllinischen Worten. Doch dann im Klartext, damit kein Zweifel am erw&uuml;nschten Spiegelbild bestehe: Falls dem venezolanischen Interims-Pr&auml;sidenten etwas zusto&szlig;en w&uuml;rde, werde das auch &bdquo;signifikante Konsequenzen&ldquo; haben.<\/p><p>Titelbild: Andrew Cline\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sicherheitsberater John Bolton und der ehemalige Hollywood-Produzent und gegenw&auml;rtige Finanzminister Steven Mnuchin beschlagnahmen Verm&ouml;genswerte der in den USA t&auml;tigen Citgo-Tochtergesellschaft der staatlichen venezolanischen &Ouml;lgesellschaft PDVSA in H&ouml;he von 7 Milliarden Dollar und kappen k&uuml;nftige PDVSA-Lieferungen an die USA, die dem venezolanischen Staat in den folgenden 12 Monaten einen zus&auml;tzlichen Schaden in H&ouml;he von 11 Milliarden<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48962\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":48965,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,198,126,20],"tags":[2573,282,2454,2315,2004,1334,2565,2222,2175,1200,2160,1368,458,2071,2263,1995,2333,603,906,1418,1850,729,1800,1556,1333],"class_list":["post-48962","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-einzelne-politiker-personen-der-zeitgeschichte","category-erosion-der-demokratie","category-landerberichte","tag-abrams-elliott","tag-buergerproteste","tag-bolsonaro-jair","tag-bolton-john","tag-castro-fidel","tag-erdoel","tag-guaido-juan","tag-humanitaere-hilfe","tag-interventionspolitik","tag-kanada","tag-kolumbien","tag-kuba","tag-maas-heiko","tag-maduro-nicolas","tag-neuwahl","tag-pence-mike","tag-pompeo-mike","tag-ruecktritt","tag-ruestungsindustrie","tag-regime-change","tag-rubio-marco","tag-tea-party","tag-trump-donald","tag-usa","tag-venezuela"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/shutterstock_273362126.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/48962","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=48962"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/48962\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48981,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/48962\/revisions\/48981"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/48965"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=48962"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=48962"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=48962"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}