{"id":48995,"date":"2019-02-08T08:40:08","date_gmt":"2019-02-08T07:40:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48995"},"modified":"2019-02-15T13:19:26","modified_gmt":"2019-02-15T12:19:26","slug":"der-fall-hammarskjoeld-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48995","title":{"rendered":"Der Fall Hammarskj\u00f6ld (1\/3)"},"content":{"rendered":"<p>Am letzten Januarwochenende hatte beim Sundance Film Festival der Dokumentarfilm &ldquo;Cold Case Hammarskj&ouml;ld&rdquo; von Mads Br&uuml;gger und Andreas Rocksen Premiere. Die beiden Filmemacher recherchierten &uuml;ber den mysteri&ouml;sen Flugzeugabsturz, bei dem der UN-Generalsekret&auml;r Dag Hammarskj&ouml;ld 1961 in Afrika ums Leben kam. Dabei stie&szlig;en sie auf sensationelle Informationen, bei denen die geheime Miliz SAIMR eine wichtige Rolle spielt. Ihre Blutspur zieht sich durch den ganzen afrikanischen Kontinent. Der britische Guardian berichtet <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/world\/dag-hammarskjold\">in mehreren Artikeln<\/a> dar&uuml;ber, die wir hier in deutscher &Uuml;bersetzung von <strong>Josefa Zimmermann<\/strong> wiedergeben.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Veteran der Royal Air Force gibt zu, 1961 den UNO-Generalsekret&auml;r get&ouml;tet zu haben<\/strong><\/p><p><em>Dokumentarfilm &bdquo;Cold Case Hammarskj&ouml;ld&ldquo; wirft ein neues Licht auf den mysteri&ouml;sen Flugzeugabsturz, bei dem Dag Hammarskj&ouml;ld zu Tode kam.<\/em><\/p><p>&bdquo;Manchmal musst du Dinge tun, die du nicht tun willst.&ldquo; Es gibt neue Beweise, die einen Royal-Air-Force-Veteranen (RAF) mit dem Tod des UN-Generalsekret&auml;rs Dag Hammarskj&ouml;ld bei einem mysteri&ouml;sen Flugzeugabsturz 1961 im s&uuml;dlichen Afrika in Verbindung bringen. <\/p><p>Jan van Risseghem wurde bereits fr&uuml;her als m&ouml;glicher T&auml;ter genannt, es hie&szlig; aber, er sei ein belgischer Pilot. Der Observer hat nun aufgedeckt, dass er enge Beziehungen zu Gro&szlig;britannien hatte, zum Beispiel hatte er eine britische Mutter und eine britische Ehefrau, wurde bei der RAF ausgebildet und von Gro&szlig;britannien f&uuml;r seinen Dienst im Zweiten Weltkrieg ausgezeichnet.<\/p><p>Filmemacher, die im Rahmen der Produktion des Dokumentarfilmes &bdquo;Cold Case Hammarskj&ouml;ld&ldquo; &uuml;ber den Absturz von 1961 recherchierten, kamen mit einem Freund von van Risseghem in Kontakt, der behauptete, der Pilot habe gestanden, das UN-Flugzeug abgeschossen zu haben. Auch ein anderer Zeuge best&auml;tigt dies, ein Pilot, der eines der Alibis seines Kollegen in Frage stellte. <\/p><p>Van Risseghem, dessen Vater Belgier war, fl&uuml;chtete zu Beginn des Krieges aus dem besetzten Europa, um sich dem Widerstand in England anzuschlie&szlig;en. Er trainierte bei der RAF und flog Missionen &uuml;ber den von Nazis besetzten Gebieten. W&auml;hrend dieser Zeit traf er seine britische Frau und heiratete sie. Die Ehe hielt ein Leben lang. <\/p><p>Am Ende des Krieges kehrte das Ehepaar nach Belgien zur&uuml;ck. Doch 1961 war van Risseghem im Kongo und flog Eins&auml;tze f&uuml;r separatistische Rebellen, die die Unabh&auml;ngigkeit der abtr&uuml;nnigen Provinz Katanga erkl&auml;rt hatten. Dort, so die Dokumentation, wurde ihm befohlen, das Flugzeug abzuschie&szlig;en, in dem sich Hammarskj&ouml;ld befand, der nachts auf geheimer Mission als Vermittler bei Friedensverhandlungen unterwegs war. Die Premiere des Films findet beim diesj&auml;hrigen  Sundance Film Festival statt.<\/p><p>Zum Zeitpunkt des &Uuml;ngl&uuml;cks war nicht klar, ob der Absturz, bei dem alle 15 Personen, die mit dem Generalsekret&auml;r an Bord waren, get&ouml;tet wurden, ein Sabotageakt oder ein tragischer Unfall war. Mehr als ein halbes Jahrhundert sp&auml;ter untersuchen die Vereinten Nationen immer noch, was am 18. September 1961 geschehen war. Als jedoch die Nachricht von Hammarskj&ouml;lds Tod erschien, war der RAF-Veteran unter den Verd&auml;chtigen. Er wurde vom US-amerikanischen Botschafter im Kongo als m&ouml;glicher T&auml;ter benannt und zwar direkt an Hammarskj&ouml;lds Todestag in einem geheimen Telegramm, das erst k&uuml;rzlich freigegeben wurde. <\/p><p>Van Risseghem schien Jahrzehnte lang einen Beweis daf&uuml;r zu besitzen, dass er in Hammarskj&ouml;lds Todesnacht nicht in der Region geflogen war. Die Maschine mit Hammarskj&ouml;ld an Bord, die Albertina, st&uuml;rzte au&szlig;erhalb von Ndola in Sambia, damals Nord-Rhodesien, ab.<\/p><p>Die Flugprotokolle &ndash; genaue Aufzeichnungen dar&uuml;ber, wo und wann er flog &ndash; scheinen zu zeigen, dass van Risseghem den gr&ouml;&szlig;ten Teil des Monats nicht geflogen war und erst am 20. September wieder in Dienst gestellt wurde. Roger Bracco, ein anderer S&ouml;ldner, der f&uuml;r Katanga flog, sagte den Filmemachern jedoch, dass die Logb&uuml;cher seines Kollegen voller offensichtlicher F&auml;lschungen waren. <\/p><p>Er glaubte nicht, dass van Risseghem Hammarskj&ouml;ld abgeschossen hatte. Als er in einem Interview in dem Film gefragt wird, ob er das Logbuch f&uuml;r eine F&auml;lschung halte, antwortet er: &bdquo;Das w&uuml;rde ich so nicht sagen, aber&hellip; ich habe nicht erkannt, welche Story da drinsteckt.&ldquo; Nachdem er das Logbuch durchgebl&auml;ttert hatte, warf er van Risseghem direkt vor, es gef&auml;lscht zu haben. &ldquo;Das ist eine F&auml;lschung&rdquo;, sagt Bracco unverbl&uuml;mt &uuml;ber ein Flugziel und f&uuml;gt hinzu, dass manche Namen auf der Liste der Kopiloten falsch sind. <\/p><p>Ein Freund meldete sich ebenfalls und behauptete, dass van Risseghem ihm weniger als ein Jahrzehnt nach Hammarskj&ouml;lds Tod gesagt h&auml;tte, er habe das Flugzeug abgeschossen. Pierre Coppens lernte van Risseghem 1965 kennen, als er f&uuml;r ein Fallschirm-Trainingszentrum in Belgien flog. In mehreren Gespr&auml;chen behauptete er, der Pilot habe detailliert beschrieben, wie er verschiedene technische Herausforderungen &uuml;berwinden musste, um das Flugzeug abzuschie&szlig;en. Er habe aber nicht gewusst, wer sich darin befand. <\/p><p>&bdquo;Er wusste es nicht&rdquo;, sagte Coppens, &ldquo;Er sagte: &lsquo;Ich f&uuml;hrte eine Mission durch.&rsquo; Und das war alles. Dann musste ich zur&uuml;ckgehen, um mein Leben zu retten.&ldquo;<\/p><p>Van Risseghem starb im Jahr 2007. &Uuml;berlebende Angeh&ouml;rige, darunter auch seine Witwe und seine Nichte, geben an, dass er nicht an irgendwelchen Angriffen beteiligt war. Seine Witwe erz&auml;hlte dem Observer, dass er in Rhodesien &uuml;ber den Kauf eines Flugzeugs f&uuml;r kongolesische Rebellen verhandelte, und die Logb&uuml;cher beweisen, dass er zu dieser Zeit nicht f&uuml;r Katanga flog.<\/p><p>Van Risseghem wurde nie direkt von den Beh&ouml;rden oder von Journalisten &uuml;ber Hammarskj&ouml;lds Tod befragt. Es ist jedoch klar, dass er die Nachrichten genau verfolgte. In einem Interview mit dem Flughistoriker Leif Hellstr&ouml;m aus den 1990er Jahren kommt er wiederholt auf den Absturz und die Details der offiziellen Untersuchung zu sprechen. Er betont, dass er sich zu der Zeit nicht im s&uuml;dlichen Afrika befand, und bezeichnet die Idee eines Angriffs auf das Flugzeug als &bdquo;M&auml;rchen&ldquo;.<\/p><p><em>von Emma Graham-Madison, Andreas Rocksen und Mads Br&uuml;gger<\/em><\/p><p>Titelbild: Conny Odengrund\/Wikimedia\/CC BY-SA 3.0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am letzten Januarwochenende hatte beim Sundance Film Festival der Dokumentarfilm &ldquo;Cold Case Hammarskj&ouml;ld&rdquo; von Mads Br&uuml;gger und Andreas Rocksen Premiere. Die beiden Filmemacher recherchierten &uuml;ber den mysteri&ouml;sen Flugzeugabsturz, bei dem der UN-Generalsekret&auml;r Dag Hammarskj&ouml;ld 1961 in Afrika ums Leben kam. 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