{"id":49169,"date":"2019-02-09T11:45:21","date_gmt":"2019-02-09T10:45:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=49169"},"modified":"2019-02-11T08:35:32","modified_gmt":"2019-02-11T07:35:32","slug":"der-fall-hammarskjoeld-23","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=49169","title":{"rendered":"Der Fall Hammarskj\u00f6ld 2\/3"},"content":{"rendered":"<p><strong>Staatsstreich und Mord &ndash; die dunklen Machenschaften einer geheimen S&ouml;ldnertruppe im Apartheidsstaat.<\/strong> Am letzten Januarwochenende hatte beim Sundance Film Festival der Dokumentarfilm &ldquo;Cold Case Hammerskj&ouml;ld&rdquo; von Mads Br&uuml;gger und Andreas Rocksen Premiere. Die beiden Filmemacher recherchierten &uuml;ber den mysteri&ouml;sen Flugzeugabsturz, bei dem der UN-Generalsekret&auml;r Dag Hammarskj&ouml;ld 1961 in Afrika ums Leben kam. Dabei stie&szlig;en sie auf sensationelle Informationen, bei denen die geheime Miliz SAIMR eine wichtige Rolle spielt. Ihre Blutspur zieht sich durch den ganzen afrikanischen Kontinent. Der britische Guardian berichtet in mehreren Artikeln dar&uuml;ber. Von <strong>Emma Graham-Harrison<\/strong>, <strong>Andreas Rocksen<\/strong> und <strong>Mads Br&uuml;gger<\/strong>. <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/world\/2019\/jan\/20\/south-africa-weird-sinister-apartheid-mercenary-saimr-keith-maxwell\">Aus dem Englischen<\/a> von <strong>Josefa Zimmermann<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<em>Lesen Sie dazu auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48995\">den ersten Teil<\/a> der Hammarskj&ouml;ld-Trilogie.<\/em><\/p><p>Wie Insider behaupten, geht der Mord an einem UN-Generalsekret&auml;r auf das Konto einer geheimen Miliz in S&uuml;dafrika, deren Todesspur sich &uuml;ber den ganzen Kontinent zieht.<\/p><p>Keith Maxwell, der selbsternannte Commodore des South African Institute of Maritime Research (SAIMR), trug zu besonderen Anl&auml;ssen gerne die grellbunte Admiralsuniform des 18. Jahrhunderts mit Dreispitz, Messingkn&ouml;pfen und Buschmesser. Von der Truppe wurde erwartet, dass sie in leuchtend wei&szlig;er Marineuniform erschien. <\/p><p>Sie trafen sich in gehobenen Restaurants oder in der Abgeschiedenheit des Marinest&uuml;tzpunkts &bdquo;Wemmer Pan&ldquo; im S&uuml;den des Zentrums von Johannesburg. Sie gaben sich den Anschein von exzentrischen Hobbyforschern. Maxwell sprach &uuml;ber die Urspr&uuml;nge der Truppe als Vereinigung von Schatzsuchern in der Napoleonischen Zeit und erkl&auml;rte Au&szlig;enstehenden, dass sie sich immer noch auf das Erkunden der Tiefsee konzentrierten. <\/p><p>Aber der Schein trog. Unter dem bizarren &Auml;u&szlig;eren versteckte sich die Uniform kampferprobter S&ouml;ldner, von denen behauptet wurde, dass sie eng mit dem Apartheitsstaat verbunden waren und ihre Dienste auf dem ganzen Kontinent anboten.<\/p><p>&bdquo;Es waren geheime Operationen. Wir waren in Putsche verwickelt und haben ganze L&auml;nder f&uuml;r andere F&uuml;hrer &uuml;bernommen&rdquo;, sagte Alexander Jones, der &uuml;ber seine Jahre als Geheimdienstoffizier in der Truppe berichtete. Die SAIMR-F&uuml;hrer bezeichneten sich damals als &bdquo;antikommunistisch&rdquo;, aber die Truppe war durch und durch rassistisch, erkl&auml;rte er weiter. &bdquo;Wir versuchten, die wei&szlig;e Vorherrschaft auf dem afrikanischen Kontinent zu sichern.&rdquo;<\/p><p>Zu den spektakul&auml;rsten Behauptungen des Anf&uuml;hrers geh&ouml;rte, dass die Truppe bei dem mysteri&ouml;sen Flugzeugabsturz ihre H&auml;nde im Spiel hatte, der 1961 den UN-Generalsekret&auml;r Dag Hammarskj&ouml;ld und 15 weiteren Personen das Leben kostete. In der vergangenen Woche ver&ouml;ffentlichte der Observer Beweise f&uuml;r eine Verwicklung des ehemaligen Royal-Air-Force-Piloten Jan van Risseghem in diese Trag&ouml;die. Nun beleuchten neue Dokumente und Augenzeugenberichte die angebliche Rolle von SAIMR, die in Geheimpapieren und eigenen Rekrutierungskampagnen f&uuml;r diesen Absturz die Verantwortung &uuml;bernimmt. <\/p><p>Es ist nicht klar, ob van Risseghem Verbindung zu der Truppe hatte. Er hatte einem Freund gegen&uuml;ber behauptet, das Flugzeug abgeschossen zu haben, ohne zu wissen, dass Hammarskj&ouml;ld an Bord war. Das Kommando dazu h&auml;tte auch von einem Mittelsmann kommen k&ouml;nnen. <\/p><p>Aber Jones war sicher, dass SAIMR die endg&uuml;ltige Verantwortung f&uuml;r die Ermordung des UN-Chefs f&uuml;r sich beanspruchen wollte. Fotos von der Absturzstelle und den Tr&uuml;mmern, umstanden von angeblichen Mitgliedern der Truppe, waren Teil einer Pr&auml;sentation f&uuml;r potenzielle Mitglieder, als er vor drei Jahrzehnten der Truppe beitrat. <\/p><p>&bdquo;Sie hatten uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht informiert, dass es sich um Hammarskj&ouml;ld handelte, nur, dass sie einen hochrangigen politischen Gegner aus dem Weg ger&auml;umt hatten&ldquo;, sagte Jones den Filmemachern, die &uuml;ber den Absturz recherchierten.<\/p><p>Maxwell selbst behauptete offenbar auch in einer handschriftlichen Notiz, die bei der Familie einer Veteranin gelandet war, dass SAIMR das Flugzeug zum Absturz gebracht hatte. Hammarskj&ouml;ld starb inmitten des postkolonialen Wettlaufs um Afrikas Ressourcen. Als Verfechter der Entkolonialisierung schuf er sich m&auml;chtige Feinde mit seiner Unterst&uuml;tzung der neuen unabh&auml;ngigen Staaten und der Opposition gegen die Herrschaft der wei&szlig;en Minderheit.<\/p><p>Mit seinem letzten Flug war er auf dem Weg zu einem geheimen Treffen im Kongo, um dort als Vermittler bei Friedensverhandlungen nach der k&uuml;rzlich vollzogenen Unabh&auml;ngigkeit aufzutreten. Das Land stand kurz vor dem Zusammenbruch, nachdem die Provinz Katanga ihre Unabh&auml;ngigkeit erkl&auml;rt hatte. Die Provinz war der Schl&uuml;ssel zum nationalen Wohlstand, weil sie die meisten Mineralvorkommen des Landes besa&szlig;. Westliche Bergbau-Interessengruppen unterst&uuml;tzten die Rebellen.<\/p><p>Jones behauptete, er habe sich vor drei Jahrzehnten auf eine Anzeige von SAIMR in einer s&uuml;dafrikanischen Zeitung beworben und mehrere Jahre dort gedient. Er beschloss, an die &Ouml;ffentlichkeit zu gehen, weil er das Gef&uuml;hl hatte, dass er die Geschichte zu einem Abschluss bringen muss und junge S&uuml;dafrikaner die Wahrheit wissen sollten.<\/p><p>&bdquo;SAIMR war bereit, um jeden Preis alles zu unterdr&uuml;cken, was sich der Manipulation durch die Wei&szlig;en auf dem afrikanischen Kontinent widersetzte&ldquo;, sagte Jones. &bdquo;Und dagegen machte sich Dag Hammarskj&ouml;ld stark. Er wollte, dass jedes Land den eigenen Bewohnern geh&ouml;rt. Er wurde ermordet, weil er wollte, dass die Welt anders wird f&uuml;r die Menschen dieses Landes. Er wurde get&ouml;tet, weil er die Art des Umgangs der Welt mit Afrika, auch in finanzieller Hinsicht, &auml;ndern wollte und das war eine Bedrohung.&ldquo;<\/p><p>Jones wurde von den Machern des neuen Dokumentarfilms &bdquo;Cold Case Hammarskj&ouml;ld&ldquo;, die &uuml;ber SAIMR recherchierten, aufgesp&uuml;rt aufgrund von Dokumenten, die vor zwei Jahrzehnten der s&uuml;dafrikanischen Wahrheits- und Vers&ouml;hnungskommission vom Geheimdienst des Landes ausgeh&auml;ndigt worden waren. Bei einer Pressekonferenz wurden sie vom Vorsitzenden der Kommission, Erzbischof Desmond Tutu, der &Ouml;ffentlichkeit pr&auml;sentiert. Sie legten detailliert dar, wie SAIMR den Absturz in Abstimmung mit britischen und US-amerikanischen Geheimdiensten geplant hatte. Ermittler waren jedoch nie in der Lage, die Papiere zu &uuml;berpr&uuml;fen, weil sie bald darauf wieder in die Archive zur&uuml;ckgebracht wurden und die s&uuml;dafrikanischen Beh&ouml;rden nicht willens oder in der Lage waren, die Originale anzufordern. Die Vereinten Nationen, die ihre Ermittlungen &uuml;ber Hammarskj&ouml;lds Tod wieder aufgenommen haben, kritisierten S&uuml;dafrika wegen mangelnder Bereitschaft zur Kooperation bei der Suche nach den Dossiers.<\/p><p>Die Ermittler hatten nur acht Dokumente zur Verf&uuml;gung, und zwar als qualitativ schlechte Fotokopien, und es stellte sich seit Jahren die Frage, ob SAIMR &uuml;berhaupt existierte. Das britische Ausw&auml;rtige Amt suggerierte, die Papiere seien F&auml;lschungen, die von sowjetischen Agenten im Rahmen einer Desinformationskampagne platziert worden seien, und f&uuml;gte hinzu, dass britische Spione &bdquo;nicht herumlaufen, um Leute umzulegen&rdquo;. S&uuml;dafrika war in der zweiten H&auml;lfte des letzten Jahrhunderts bekannt daf&uuml;r, dass man dort S&ouml;ldner rekrutierte, um sie bei Staatsstreichen und Konflikten in ganz Afrika zum Einsatz zu bringen, vom Kongo und Sierra Leone bis Angola und Mosambik. Im Laufe der Jahre wurden mehr und mehr Beweise f&uuml;r die Existenz von SAIMR als reale, gef&auml;hrliche Truppe entdeckt.<\/p><p>Der investigative Journalist de Wet Potgieter interviewte Maxwell f&uuml;r einen Artikel in den 1990er Jahren. Er machte das einzige bekannte Foto des Commodore und legte eine geheime Sammlung von Maxwells Papieren an.  Diese Papiere umfassten einen Teil seiner Autobiografie und Listen von Personen, die an bestimmten Operationen beteiligt waren, und sie dienten den Filmemachern dazu, weitere ehemalige Mitglieder aufzusp&uuml;ren. Sie nahmen zu Dutzenden von ihnen telefonischen Kontakt auf, aber nur zwei waren bereit, mit ihnen zu sprechen.<\/p><p>Clive Jansen van Vuuren sagte, er habe zwei oder drei Monate in der Truppe trainiert und er glaubte, dass sie Verbindungen zu Sicherheitskr&auml;ften hatte. &bdquo;Ich wei&szlig;, dass es Verbindungen zum s&uuml;dafrikanischen Geheimdienst gab, aber wir erfuhren keine Einzelheiten&rdquo;, sagte er. Er hatte ein Dokument aufbewahrt, das ihn als Unteroffizier ausweist und dasselbe bizarre Emblem wie alle anderen SAIMR-Papiere tr&auml;gt &ndash; die Gallionsfigur des britischen Schiffes Cutty Sark. Aber er sagte, er habe nie an Operationen teilgenommen. <\/p><p>Jones behauptet, &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum eine wichtige Position innegehabt zu haben und bezeichnet die Truppe als m&auml;chtige Miliz. &bdquo;SAIMR war keine Mickey-Mouse-Organisation. Wir waren nicht nur eine Gruppe von Jungs, die sich am Wochenende trafen und beschlossen, ein paar milit&auml;rische &Uuml;bungen oder so ein Zeug zu machen. Das war ein lebendiger, atmender Organismus&ldquo;, sagte er.<\/p><p>Er wurde beim Geheimdienst eingestellt, nachdem er in einer &auml;hnlichen Position bei den s&uuml;dafrikanischen Streitkr&auml;ften gearbeitet hatte, und er nahm an mehreren Operationen teil. &bdquo;Ich war definitiv an der vordersten Front: operative Front, Hand-to-Hand-Front, Kampffront, Einsatzleitung, wenn Sie es so nennen wollen.&ldquo; Auf die Frage der Filmemacher, ob er Menschen get&ouml;tet hat, antwortete er mit Ja.<\/p><p>Jones sagt, er habe SAIMR kurz vor dem Aufkommen des Mehrheitsregimes verlassen und alle Beweise seiner Mitgliedschaft vernichtet. Maxwell befehligte SAIMR w&auml;hrend der gesamten Dienstzeit von Jones &ndash; ein seltsamer Charakter, charismatisch und eigenwillig. Er trug immer die wei&szlig;e Marineuniform, es sei denn, er zog die Admiralsuniform an, erinnern sich van Vuuren, Jones und Potgieter. Au&szlig;erdem war er extrem gef&auml;hrlich. &bdquo;Wenn er Sie nicht mochte oder wenn Sie eine Bedrohung darstellten, hatte er kein Problem, Sie zu eliminieren,&ldquo; sagte Jones.<\/p><p>Die Neigung, sich auffallend zu kleiden, wurde Maxwell auch von dem Arzt Claude Newbury best&auml;tigt, der ihn im Zusammenhang mit einer Anti-Abtreibungs-Kampagne kennengelernt hatte. Er erz&auml;hlte den Filmemachern, dass Maxwell ihn &uuml;berredet hatte, bei SAIMR mitzumachen. Er beschrieb die Organisation als Gruppe, deren zentrales Anliegen die Jagd nach verlorenen Sch&auml;tzen war. Bei einem privaten Abendessen gab es &bdquo;so etwas wie eine Zeremonie&ldquo;. Er war gekleidet wie ein Admiral der britischen Marine vor 250 Jahren, mit Dreispitz, Buschmesser und einer Marineuniform mit vielen Kn&ouml;pfen. Er best&auml;tigte auch, dass Maxwell an Gewalttaten in S&uuml;dafrika beteiligt war. <\/p><p>Au&szlig;erdem hatte er einen Arzt, der Abtreibungen durchgef&uuml;hrt hatte, gezwungen, das Land zu verlassen: &bdquo;Ich ging hinunter und besuchte diesen niederl&auml;ndischen Abtreibungsbef&uuml;rworter und sagte zu ihm: Sie sind hier nicht willkommen. Das T&ouml;ten von Babys ist ein inakzeptabler Zeitvertreib und um Ihrer Gesundheit Willen rate ich Ihnen dringend, in die Niederlande zur&uuml;ckzukehren &ndash; was der Kerl anscheinend auch tat.&rdquo;<br>\nTienie Groenewald, der ehemalige Chef des s&uuml;dafrikanischen Milit&auml;rgeheimdienstes, kam in einigen von Maxwells Dokumenten vor. In einem Interview, das vor seinem Tod im Jahr 2015 aufgezeichnet wurde, behauptete er, noch nie von SAIMR geh&ouml;rt zu haben, aber er erinnerte sich an ein Treffen mit dem Commodore.<\/p><p>Er beschrieb Maxwell als einen Geheimdienstmann, der vermutlich Verbindungen zu ausl&auml;ndischen Spionen hatte, die ihn in der Endphase der Apartheid treffen wollten, um &uuml;ber einen bewaffneten Aufstand zur Verhinderung einer Demokratie zu diskutieren. Maxwell bot sowohl M&auml;nner als auch Waffen an und behauptete, &bdquo;er h&auml;tte die Ressourcen, um Gewalt anzuwenden und auch Waffen zu liefern, usw. usw.&ldquo;.<br>\nObwohl Groenewald behauptete, er h&auml;tte das Angebot abgelehnt, beschrieb er Maxwell als glaubw&uuml;rdigen Anf&uuml;hrer einer S&ouml;ldnertruppe. &bdquo;Er erschien als eine Autorit&auml;tsperson&hellip; und hatte offensichtlich einen Geheimdiensthintergrund,&ldquo; berichtete er den Filmemachern. &bdquo;Ich kann es nicht beweisen, aber ich bin &uuml;berzeugt, dass er vom MI6 finanziert und gef&uuml;hrt wurde.&ldquo;<\/p><p>&ldquo;Groenewald, der als Luftwaffen-Attach&eacute; bei der s&uuml;dafrikanischen Botschaft in London t&auml;tig war, f&uuml;gte hinzu: &bdquo;Wenn man dreieinhalb Jahre in Gro&szlig;britannien lebt, lernt man einige Leute kennen, die im Geheimdienstmilieu t&auml;tig waren. Und bestimmte Namen, die in unseren Gespr&auml;chen vorkamen, waren ihm vertraut. &rdquo;<\/p><p>Maxwell starb im Jahr 2006, aber ein erschreckender Bericht &uuml;ber sein Leben und &uuml;ber SAIMR geriet in die H&auml;nde von Verwandten einer ehemaligen Rekrutin, die den Filmemachern dar&uuml;ber berichteten. Die Handschrift stimmt mit anderen von Maxwell geschriebenen Dokumenten &uuml;berein und ihre Echtheit wurde von Jones best&auml;tigt. Maxwell hatte bereits 1990 einige Dutzend Seiten mit seinen Memoiren an Potgieter &uuml;bergeben, die auch in der neuen Dokumentensammlung enthalten waren, dazu &uuml;ber 100 Seiten neues Material.<\/p><p>Einige Kapitel &uuml;ber SAIMR enthielten Episoden, die er m&ouml;glicherweise nicht selbst miterlebt hatte &ndash; nach eigenen Angaben trat er erst 1964 der Truppe bei. Einige Namen und Details wurden ge&auml;ndert. Dennoch sind die Episoden sehr lebendig beschrieben, quasi aus der Sicht eines Augenzeugen.<\/p><p>Und sie enthalten Informationen &uuml;ber die angebliche Verschw&ouml;rung, die Hammarskj&ouml;ld zum Verh&auml;ngnis werden sollte &ndash; der Bericht stimmt mit dem Plan &uuml;berein, der auch in den von Tutu ver&ouml;ffentlichten Dokumenten zu finden ist. &bdquo;Diese Operation muss als Unfall oder Herzinfarkt inszeniert werden&rdquo;, instruierte damals der Commodore sein Team, &bdquo;ohne dass ein Pathologe seine Finger im Spiel hat und Dag und seine Kollegen zu M&auml;rtyrern macht&rdquo;. Er fordert das Team dazu auf, drei umsetzbare Pl&auml;ne zu entwickeln, um den UNO-Chef auszuschalten.<\/p><p>Maxwell berichtet nichts N&auml;heres &uuml;ber diese Pl&auml;ne, aber er beschreibt, wie ein Techniker, der in L&egrave;opoldville (heute Kinshasa) mit Herzklopfen eine Bombe in der Radmulde von Hammarskj&ouml;lds Flugzeug montierte, entt&auml;uscht beobachtete, wie das Flugzeug abhob, ohne dass die Bombe explodierte. <\/p><p>Die Memoiren berichten dann von den Planern der SAIMR-Truppe, die sp&auml;ter am Abend zusammen am Tisch sa&szlig;en, entt&auml;uscht &uuml;ber das Scheitern des Anschlages. Laut Papieren der Wahrheits- und Vers&ouml;hnungskommission schickte SAIMR danach einen &bdquo;Eagle&ldquo; los, um Hammarskj&ouml;ld ins Visier zu nehmen. <\/p><p>In Maxwells Bericht hei&szlig;t es, dass es an die T&uuml;r klopfte, gerade als der Commodore die Leute angewiesen hatte, sich etwas auszuruhen. &bdquo;Ein Leutnant trat ein, salutierte und reichte dem Commodore einen Zettel. &lsquo;Was ist das? Oh, mein Gott, es hat funktioniert&rsquo;.&ldquo;<\/p><p>Titelbild: Cold Case Hammarskj&ouml;ld<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Staatsstreich und Mord &ndash; die dunklen Machenschaften einer geheimen S&ouml;ldnertruppe im Apartheidsstaat.<\/strong> Am letzten Januarwochenende hatte beim Sundance Film Festival der Dokumentarfilm &ldquo;Cold Case Hammerskj&ouml;ld&rdquo; von Mads Br&uuml;gger und Andreas Rocksen Premiere. 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