{"id":49254,"date":"2019-02-12T13:00:09","date_gmt":"2019-02-12T12:00:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=49254"},"modified":"2019-02-12T15:09:20","modified_gmt":"2019-02-12T14:09:20","slug":"alter-wein-in-neuen-schlaeuchen-die-heil-sche-respektrente-bei-plasberg-und-anderen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=49254","title":{"rendered":"Alter Wein in neuen Schl\u00e4uchen? Die Heil\u2018 sche Respektrente bei Plasberg und anderen"},"content":{"rendered":"<p>Bei <a href=\"https:\/\/www.ardmediathek.de\/ard\/player\/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLTllOTU0OTMwLTFlNDgtNGM4YS1hMDRjLTQzYjRjN2JkYTM3ZQ\/hart-aber-fair-wdr\">&bdquo;Hart aber fair&ldquo; am 11.2.<\/a> wies Frank Plasberg zu recht auf die vielen angek&uuml;ndigten und nie umgesetzten vergleichbaren Produkte der Gro&szlig;en Koalition hin, die Zuschussrente (2011, von der Leyen), die Lebensleistungsrente (2012), die solidarische Lebensleistungsrente (2013) und die gesetzliche Solidarrente (2016). Es verwundert daher nicht, wenn sich in Umfragen 61 % der Bev&ouml;lkerung f&uuml;r diese Art von Grundrente aussprechen. Auf die desastr&ouml;sen Umfragewerte der SPD wirkt sich dieser Zuspruch postwendend mit 2 % Plus aus. Nat&uuml;rlich hat Heil in der Plasberg-Runde solche Beweggr&uuml;nde weit von sich gewiesen. Daf&uuml;r wurde er nicht m&uuml;de, den Begriff &bdquo;flei&szlig;ige und hart arbeitende Menschen&ldquo; in seine Wortmeldungen einzubauen. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_107\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-49254-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190212_Die_Heilsche_Respektrente_bei_Plasberg_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190212_Die_Heilsche_Respektrente_bei_Plasberg_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190212_Die_Heilsche_Respektrente_bei_Plasberg_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190212_Die_Heilsche_Respektrente_bei_Plasberg_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=49254-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190212_Die_Heilsche_Respektrente_bei_Plasberg_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"190212_Die_Heilsche_Respektrente_bei_Plasberg_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Eine der Heil&lsquo; schen Respektrente vergleichbare Regelung gab es &uuml;brigens schon mal: <a href=\"https:\/\/www.ihre-vorsorge.de\/magazin\/lesen\/grundrente-vorschlag-erinnert-an-rente-nach-mindestentgeltpunkten.html\">die Rente nach Mindestentgeltpunkten<\/a><\/strong><\/p><p>Die alte Regelung, die sich lediglich auf niedrig entlohnte Beitragsjahre vor 1992 auswirkte, war jedoch eine, deren &bdquo;Last&ldquo; ausschlie&szlig;lich die Solidargemeinschaft der Rentenversicherten zu tragen hatte. Nach Heils Pl&auml;nen soll die neue Variante ein steuerfinanziertes Modell sein. Und anders als die Grundsicherung im Alter soll die Bed&uuml;rftigkeit nicht gepr&uuml;ft werden. Der Aufschrei von einschl&auml;giger Seite <a href=\"https:\/\/www.huffingtonpost.de\/entry\/illner-als-ziemiak-giesskannen-prinzip-der-grundrente-kritisiert-platzt-heil-der-kragen_de_5c5d2c9be4b0a502ca3429c\">war daher vorherzusehen<\/a>.  Auch der FDP-Mann bei Hart aber fair, Johannes Vogel, lehnte eine Grundrente ohne eine Form der Bed&uuml;rftigkeitspr&uuml;fung ab.<\/p><p>Dass eine zu niedrige Rente allerdings die Folge von zu niedrigen L&ouml;hnen ist, bemerkte die VdK-Chefin Verena Bentele( SPD). Sie prangerte den h&ouml;chsten Niedriglohnsektor Westeuropas an und verwies auf die M&ouml;glichkeit &uuml;ber h&ouml;here Unternehmensbesteuerung und Erbschaftssteuer mehr Einnahmen zu generieren. &Auml;hnlich hat das <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/altersversorgung-statt-respekt-rente-sollte-es-einen-pardon-zuschuss-geben\/23897024.html\">auch der Tagesspiegel formuliert<\/a>:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;..Wenn jemand ein Leben lang gearbeitet hat, und am Ende kommt eine Rente dabei raus, die nicht h&ouml;her ist als ein Existenzminimum, dann braucht es keine Rentenzuschussideen f&uuml;r das Ende dieser Karriere, dann stimmt etwas lange davor bereits mit den L&ouml;hnen nicht. Das ist das Problem.<\/p>\n<p><strong>Rentenh&ouml;he hat mit L&ouml;hnen zu tun &ndash; und der Niedriglohn mit der SPD<\/strong><\/p>\n<p>An dem gro&szlig;en Niedriglohnsektor in Deutschland ist die SPD nicht ganz schuldlos. Ein Minister mit ihrem Parteibuch darf 100 zus&auml;tzliche Euro als Kompensation daher durchaus anbieten. Er sollte sie aber anders nennen. <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/matthies-meint-gesetze-gibst-du-respekt-alter\/23892710.html\">Wie w&auml;re es mit &ldquo;Pardon-Zuschuss&rdquo;?<\/a> Das tr&auml;fe den Kern des Problems, w&auml;re semantisch nicht zweifelhaft und f&uuml;r die Empf&auml;nger auch nicht ehrenr&uuml;hrig.<\/p>\n<p>Wenn einer sich entschuldigt daf&uuml;r, dass er einem Ungemach bereitet hat, stellt das eine Art Gleichheit her &ndash; das kann man annehmen. Wenn einer einem Ungemach bereitet und am Ende, wenn man dessen ungeachtet zurande gekommen ist, &ldquo;Respekt&rdquo; sagt, ist das etwas anderes. Das Verh&auml;ltnis bleibt ungleich, der Ungemachschaffer bleibt oben. Er verteilt und gew&auml;hrt den Respekt. &ldquo;Mangelnder Respekt&rdquo;, schreibt der US-Soziologe Richard Sennett, &ldquo;mag zwar weniger aggressiv erscheinen als eine direkte Beleidigung, kann aber ebenso verletzend sein&rdquo;.\n<\/p><\/blockquote><p>Eine bitterb&ouml;se Auseinandersetzung mit den Pl&auml;nen Heils leistet sich <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1110550.spd-und-rente-respekt.html%20\">das Neue Deutschland<\/a><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;&hellip;Das Konzept funktioniert so: Wer mindestens 35 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt hat, soll im Alter eine garantierte Rente bekommen, die 100 Euro &uuml;ber der Grundsicherung liegt. Wer also jeden Morgen brav aufsteht und flei&szlig;ig Pakete ausf&auml;hrt, dem bleiben sp&auml;ter monatlich satte 509 Euro, die er nach Gutd&uuml;nken verprassen kann. Mehr Respekt hat es in Deutschland lange nicht gegeben!<\/p>\n<p>Die Idee ist toll und d&uuml;rfte auf dem Arbeitsweg ein L&auml;cheln auf die Gesichter aller Schlachthofmitarbeiter zaubern. Wie man das Ganze finanziert, ist allerdings noch nicht ganz klar. Fest steht bisher nur, dass andere verdiente Rentenbeitragszahler nicht schlechter gestellt werden sollen.<\/p>\n<p>Doch so sehr die SPD die 100 Euro den wirklich flei&szlig;igen Menschen (und nur denen und nicht den faulen S&auml;cken, die 34,5 Jahre gearbeitet haben!) auch g&ouml;nnt: Missbrauch soll vermieden werden! Bundesarbeitsminister Hubertus Heil betont gerne, dass die Respekt-Rente nur jenen gezahlt werden soll, die wirklich &raquo;bed&uuml;rftig&laquo; sind. Deshalb sollen Einkommen und Verm&ouml;gen auch streng angerechnet werden. So soll vermieden werden, dass sich Respekt-Pension&auml;re durch das Austragen von Aldi-Werbeprospekten eine goldene Nase verdienen oder ehemalige G&ouml;rlitzer Friseurinnen ihre Grundrente von ihrem vom unversteuerten Trinkgeld finanzierten mallorquinischen Anwesen aus verprassen&hellip;&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Die Frage nach der Gerechtigkeit dieses Modells <a href=\"https:\/\/www.bdv-blog.de\/kleinleins-klartext\/respektrente-respektbeschaeftigung-.html\">beantwortet Axel Kleinlein vom Bund der Versicherten<\/a> wie folgt:<\/strong><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Das Problem ist aber, dass mit der Respektrente ausgeblendet wird, was der eigentliche Hauptmotor der Altersvorsorge sein sollte. Altersvorsorge sollte n&auml;mlich auf einem vern&uuml;nftigen Erwerbseinkommen und den daraus erworbenen regul&auml;ren Rentenanspr&uuml;chen beruhen. Man kann noch so viel &uuml;ber Rentenzusch&uuml;sse, F&ouml;rderung der privaten Altersvorsorge und St&auml;rkung der betrieblichen Altersvorsorge diskutieren, wie man will. Es bleibt dabei: Die gesetzliche Rente aus dem eigenen Erwerbseinkommen ist f&uuml;r die meisten die mit Abstand wichtigste Altersvorsorge.<\/p>\n<p>Aber diese gro&szlig;e Bedeutung der aus eigener Arbeit erworbenen Anspr&uuml;che aus der &bdquo;Gesetzlichen&ldquo; wird durch die Respektrente verw&auml;ssert. Bei der kommt es n&auml;mlich auf einmal nicht mehr darauf an, was man selbst (und der Arbeitgeber) in das System eingezahlt hat. Da ist es nur noch wichtig, dass man die Kriterien f&uuml;r die Respektrente erf&uuml;llt, um das Steuergeschenk zu bekommen. Es w&auml;re aber respektabler, wenn man die Rente aus eigener Kraft erarbeitet h&auml;tte und nicht auf Steuergeschenke angewiesen w&auml;re.<\/p>\n<p>Richtig schwierig wird es, wenn man bei der Frage des &bdquo;Respekts&ldquo; auch dazwischen unterscheiden will, aus welcher Art der Besch&auml;ftigung diese Respektrente resultiert. Zum Beispiel folgende Betrachtung: Da arbeitet jemand &uuml;ber lange Zeit in einer kleinen Teilzeitbesch&auml;ftigung, weil er oder sie in einer gl&uuml;cklichen Beziehung lebt und der Ehegatte oder die -gattin richtig viel verdient und f&uuml;r das Alter keine Sorgen bestehen. Braucht es da eine Respektrente? Wenn demgegen&uuml;ber jemand nur deswegen in Teilzeit arbeitet, weil diese Person sich um Angeh&ouml;rige k&uuml;mmern muss und es einfach zeitlich nicht schafft, mehr zu arbeiten, dann w&auml;re hier die Forderung nach einer Respektrente leichter nachzuvollziehen. Mit dem Gedanken im Hinterkopf m&uuml;sste man also bei der &bdquo;Respektrente&ldquo; auch schauen, ob sie aus einer T&auml;tigkeit resultiert, die der haupts&auml;chliche Wirtschaftserwerb im Leben war.<\/p>\n<p>Es m&uuml;sste also darum gehen auch so etwas wie &bdquo;Respektbesch&auml;ftigungen&ldquo; zu definieren, aus denen ein Anspruch auf eine Respektrente ableitbar w&auml;re. Das ist ein politisch ziemlich schwieriges Unterfangen. Wom&ouml;glich kann man das aber sogar meistern.<\/p>\n<p><strong>Respektrente als Schlupfloch<\/strong><\/p>\n<p>Es muss dann aber aufgepasst werden, dass mit der Respektrente nicht ein Schlupfwinkel geschaffen wird, mit dem Politik und knausrige Arbeitgeber so tun k&ouml;nnten, als h&auml;tten auch Geringverdienerinnen und Geringverdiener die M&ouml;glichkeit, eine &bdquo;respektable Rente&ldquo; zu erreichen, ohne dass das Einkommen eigentlich hoch genug daf&uuml;r w&auml;re. Auf Kosten der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler w&uuml;rde dann die Rente k&uuml;nstlich hochgerechnet. Wer davon profitiert? Zum Beispiel eben die Arbeitgeber, die ansonsten mehr zahlen m&uuml;ssten oder annehmbarere Jobs anbieten m&uuml;ssten. Wer verliert? Die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, die tiefer in die Tasche greifen m&uuml;ssen.<\/p>\n<p>Die Respektrente w&auml;re aus diesem Blickwinkel dann mittelbar eine Subvention f&uuml;r Arbeitgeber im Niedriglohn- und Teilzeitsektor. M&uuml;ssen die sich doch dann keine Gedanken mehr machen, ob ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sp&auml;ter eine akzeptable Rente bekommen &ndash; die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler &uuml;bernehmen das ja dann bei der Respektrente. Die Arbeitgeber werden aus der Pflicht genommen, &uuml;ber angemessene Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine angemessene Altersvorsorge zu erm&ouml;glichen. Und die Politik bekommt mit der Respektrente ein Feigenblatt, auf das sie verweisen k&ouml;nnen, wenn es um die Vorsorge im Niedriglohnbereich geht.<\/p>\n<p>Es gibt nur einen Weg f&uuml;r eine echte Respektrente<\/p>\n<p>Es gibt nur einen Weg f&uuml;r eine echte Respektrente, n&auml;mlich den, dass sich die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger ihre Respektrente aus ihrer Erwerbsarbeit selbst verdienen. Dazu bedarf es aber dann auch angemessener Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse. F&uuml;r die Altersvorsorge sind Respektbesch&auml;ftigungen wichtiger als Respektrenten.<\/p>\n<p>Was in dieser Diskussion wieder offenbar wird: Nur wer genug verdient, erwirbt genug Rentenanspr&uuml;che und hat auch Geld &uuml;brig f&uuml;r private Vorsorge. Wer f&uuml;r produktive Arbeitsverh&auml;ltnisse sorgt, in denen dann auch genug verdient wird, der betreibt eine richtige Politik in Sachen Altersvorsorge. Damit das gelingt, m&uuml;ssen dann Arbeitszeiten und Lohn zueinander passen. Es braucht dann eben geeigneter Respektbesch&auml;ftigungen.<\/p>\n<p>PS: Gerade f&uuml;r diejenigen, die eher wenig verdienen, ist eine Erh&ouml;hung der Einkommen die beste F&ouml;rderung der Altersvorsorge. Wer die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler f&uuml;r eine Respektrente zahlen lassen will, der muss hinterfragen, ob der aktuelle Mindestlohn denn auch ein &bdquo;Respektlohn&ldquo; ist.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Der Einwand mit den Respektl&ouml;hnen ist sehr gerechtfertigt und muss Folgen f&uuml;r k&uuml;nftige Aktivit&auml;ten haben, weil sich bei den aktuellen &Uuml;berlegungen &ndash; wie so oft &ndash; die Arbeitgeber elegant aus der Aff&auml;re ziehen k&ouml;nnen. Respekt f&uuml;r die von Heil st&auml;ndig zitierten &bdquo;flei&szlig;igen Menschen&ldquo; kann man n&auml;mlich bereits w&auml;hrend der Berufst&auml;tigkeit und dort sehr viel nachhaltiger in Form ausk&ouml;mmlicher L&ouml;hne ausdr&uuml;cken und muss den gew&auml;hrten Respekt, den man dann schnell als Almosen empfinden kann, nicht auf das Alter verschieben.<\/p><p>Aber was ist mit den Menschen, denen in der Vergangenheit eben diese Respektl&ouml;hne verwehrt worden sind? <\/p><p>In Kenntnis vieler Frauen-Erwerbsbiografien  und in Kenntnis der segensreichen Wirkung der f&uuml;r Beitragszeiten vor 1992 geltenden Regelung der &bdquo;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mindestentgeltpunkte_bei_geringem_Arbeitsentgelt\">Rente nach Mindestentgeltpunkten<\/a>&ldquo; sollte man sich daher f&uuml;r Heils Idee aussprechen. <\/p><p><strong>Aber: sie w&auml;re ein &bdquo;Geschenk&ldquo; f&uuml;r nur einen Teil der Rentner.<\/strong> Sie lie&szlig;e die Erwerbsminderungsrentner, die weit &uuml;berwiegend in Altersarmut landen, au&szlig;en vor, sie lie&szlig;e au&szlig;erdem die Rentner au&szlig;en vor, die aufgrund des abgesenkten Rentenniveaus und trotz Verdiensten oberhalb des Mindestlohnes, ebenfalls in der Altersarmut landen werden. Und sie w&uuml;rde viele von langer Arbeitslosigkeit gebeutelten Ost-Rentnerinnen und -Rentner au&szlig;en vor lassen, weil Zeiten der Arbeitslosigkeit bei den erforderlichen 35 Jahren nicht ber&uuml;cksichtigt werden.<\/p><p><strong>Die ausf&uuml;hrliche Auseinandersetzung Reiner Heyses mit <a href=\"http:\/\/www.seniorenaufstand.de\/grundrente-ein-trippelschritt-in-die-richtige-richtung\/\">Hubertus Heils Vorsto&szlig;<\/a> lohnt sich zu lesen. Sein bitteres Fazit lautet:<\/strong><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Vorprogrammiert ist vor allem eines: die Heil&acute;sche Grundrente wird nicht kommen. Sie wird so wenig kommen wie die Lebensleistungsrente von Andrea Nahles in der letzten Legislaturperiode, die in der Substanz sogar deutlich schlechter war. Der Koalitionspartner wird weiter blockieren. Vor allem der Verzicht auf die Bed&uuml;rftigkeitspr&uuml;fung werden CDU\/CSU in keinem Fall mittragen. Im Koalitionsvertrag steht Bed&uuml;rftigkeitspr&uuml;fung und damit basta! <\/p>\n<p>Aber das wei&szlig; Hubertus Heil doch auch. Warum dann doch dieser Vorsto&szlig;? Soll das der Lackmus-Test f&uuml;r die Gro&szlig;e Koalition werden? Die Sollbruchstelle, von Heil und der SPD gesetzt?<\/p>\n<p>Das w&auml;re zu begr&uuml;&szlig;en. Zu bef&uuml;rchten ist aber, dass es sich eher um ein Scheinprojekt handelt, mit dem W&auml;hlerstimmen eingefangen werden sollen.<\/p>\n<p>W&uuml;rden Hubertus Heil und die SPD sich ehrlich machen, w&uuml;rden sie an politischen Mehrheiten arbeiten mit denen die Agenda 2010-Politik &bdquo;hinter sich gelassen&ldquo; werden kann. Dann k&ouml;nnte man auch bei der Rente die richtigen Reformschritte angehen:<\/p>\n<ul>\n<li>Armutsfeste Mindestrenten in einer H&ouml;he &uuml;ber der Armutsgef&auml;hrdungsschwelle (derzeit 1.100&euro;).<\/li>\n<li>Ausk&ouml;mmliche, lebensstandardsichernde Renten allein durch die gesetzliche Rentenversicherung.<\/li>\n<li>Erwerbst&auml;tigenversicherung, in die alle Erwerbst&auml;tigen gleicherma&szlig;en rentenversichert werden.&ldquo;<\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote><p>Rezepte hierf&uuml;r haben auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45936\">die Nachdenkseiten<\/a> und andere bereits mehrfach geliefert (Siehe <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33024\">hier<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37732\">hier<\/a>).<\/p><p>Ich wage jedoch die Vorhersage, dass die Respekt- oder Grundrente ohnehin nicht kommen wird. Wegen des Koalitionsfriedens oder der von Finanzminister Scholz angek&uuml;ndigten Haushaltsl&uuml;cke und\/oder wegen der heiligen &bdquo;schwarzen Null&ldquo;. Vor sinkenden Umfragewerten wird dieser viel zu sp&auml;te und vollkommen unzureichende Vorsto&szlig; die SPD ohnehin nur kurzzeitig bewahren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei <a href=\"https:\/\/www.ardmediathek.de\/ard\/player\/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLTllOTU0OTMwLTFlNDgtNGM4YS1hMDRjLTQzYjRjN2JkYTM3ZQ\/hart-aber-fair-wdr\">&bdquo;Hart aber fair&ldquo; am 11.2.<\/a> wies Frank Plasberg zu recht auf die vielen angek&uuml;ndigten und nie umgesetzten vergleichbaren Produkte der Gro&szlig;en Koalition hin, die Zuschussrente (2011, von der Leyen), die Lebensleistungsrente (2012), die solidarische Lebensleistungsrente (2013) und die gesetzliche Solidarrente (2016). Es verwundert daher nicht, wenn sich in Umfragen 61 % der Bev&ouml;lkerung<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=49254\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[141,107,39,146],"tags":[635,2583,1260,2270,904,1253,2165,2584,2078,288,1895,1381,1376],"class_list":["post-49254","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-arbeitsmarkt-und-arbeitsmarktpolitik","category-audio-podcast","category-rente","category-soziale-gerechtigkeit","tag-altersarmut","tag-bentele-verena","tag-groko","tag-grundrente","tag-grv","tag-heil-hubertus","tag-heyse-reiner","tag-kleinlein-axel","tag-mindestrente","tag-prekaere-beschaeftigung","tag-schwarze-null","tag-solidarrente","tag-zuschussrente"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/49254","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=49254"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/49254\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":49261,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/49254\/revisions\/49261"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=49254"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=49254"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=49254"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}