{"id":49511,"date":"2019-02-23T11:45:52","date_gmt":"2019-02-23T10:45:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=49511"},"modified":"2019-02-23T15:49:03","modified_gmt":"2019-02-23T14:49:03","slug":"leserbriefe-zu-themen-und-artikeln-der-letzten-woche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=49511","title":{"rendered":"Leserbriefe zu Themen und Artikeln der letzten Woche"},"content":{"rendered":"<p>Nachfolgend ver&ouml;ffentlichen wir Leserbriefe zu einer bemerkenswerten Studie, zum Artikel &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=49304\">Man mische drei Denkfehler, r&uuml;hre kr&auml;ftig und heraus kommt ein j&auml;hrlicher Zuwanderungsbedarf von mehr als einer Viertelmillion<\/a>&ldquo;, zu Venezuela, und zur Rolle der kanadischen W&auml;lder im CO&sup2; Haushalt der Erde. Zusammengestellt von <strong>Moritz M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nZur Studie &uuml;ber die Landtagswahl in Bayern<\/p><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo liebes Team der Nachdenkseiten, <\/p><p>beim &Uuml;berfliegen der heutigen Tagesschau-Seite fiel mir ein <a href=\"http:\/\/faktenfinder.tagesschau.de\/inland\/bayern-wahlkampf-101.html\">Bericht des Faktenfinders<\/a> auf, der mir von Anfang an Bauchschmerzen bereitete. <\/p><p>Es geht dort um die angebliche Beeinflussung der Wahl in Bayern durch rechtsradikale Gruppen. Britische Forscher des sogenannten Institute for Strategic Dialogue wollen ein Netzwerk analysiert haben, welches gezielt die Wahlen in Bayern manipulieren will. Doch ein Satz in dem Artikel des faktenfinders sollte alle Alarmglocken losgehen lassen, dass an diesem Beitrag irgendwas faul ist. Die Studie des ISD (The Battle for Bavaria) soll bei der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz vorgestellt werden. Allein das ist schon sehr bemerkenswert, aber wenn man sich anschaut, <a href=\"https:\/\/www.isdglobal.org\/isdapproach\/board\/\">wer zum Stab des ISD geh&ouml;rt<\/a>, k&ouml;nnte man durchaus auf die Idee kommen, die Strategie hinter dem Papier ist eine andere als das was der Faktenfinder Patrick Gensing vorgibt:<\/p><ul>\n<li>Matthias D&ouml;pfner von Springer<\/li>\n<li>Karl Theodor zu Guttenberg <\/li>\n<li>Wolfgang Ischinger<\/li>\n<li>Roland Berger<\/li>\n<li>Charles Guthrie<\/li>\n<li>u.a.<\/li>\n<\/ul><p>Das sind Personen der F&uuml;hrungselite mit Verbindungen zum Milit&auml;r und zu den Geheimdiensten! Diese Personen sind mit Sicherheit nicht als neutral einzustufen, sondern im hohen Ma&szlig;e befangen. Und da stellt sich die Frage, welchem Zweck dient wirklich dieses Schreiben und somit der Beitrag des Faktenfinders. Soll der Fokus auf omin&ouml;se Rechtsradikale gelenkt werden, die nicht richtig greifbar sind, die, um eine Verschw&ouml;rungstheorie zu bem&uuml;hen, Verbindungen zu russischen Stellen hat?<\/p><p>Die ganze Geschichte mit diesem Netzwerk wird meines Erachtens mysteri&ouml;ser, wenn man sich vor Augen h&auml;lt, aus welchem Dunstkreis, aus welchem Personenkreis dieses Papier kommt. Aber all das wird beim Faktenfinder nicht thematisiert, was meiner Meinung nach f&uuml;r eine Manipulation spricht. <\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e<br>\nTorsten Miertsch <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Leserbriefe zu: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=49304\">Man mische drei Denkfehler, r&uuml;hre kr&auml;ftig und heraus kommt ein j&auml;hrlicher Zuwanderungsbedarf von mehr als einer Viertelmillion<\/a><\/strong><\/p><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>vielen Dank f&uuml;r ihren wieder einmal fundamentalen Einspruch gegen den herrschenden neoliberal-euphemistischen Neusprech vom &bdquo;Arbeitskr&auml;ftemangel&ldquo;. Ganz wichtig finde ich in dem Zusammenhang auch ihren Hinweis am Ende, wie sehr wir alle inzwischen durch die kapitalistische Gehirnw&auml;sche indoktriniert sind.<br>\nEs erinnert z.T. frappant an die Hexenjagden des sp&auml;ten Mittelalters, als die religi&ouml;se Indoktrination die Menschen in Massen dazu brachte, Frauen zu verbrennen, im kollektiven Wahn, es handele sich um Gef&auml;hrtinnen des Teufels. Und auch damals wurde dieses Brainwashing ja gezielt im Interesse einer herrschenden Klientel eingesetzt.<\/p><p>Ich glaube die letztlich entscheidende Frage ist und bleibt daher mehr denn je die Verteilungsfrage: die &bdquo;Arbeitgeber&ldquo; werden ihre Interessen weiterhin brutal verfolgen; sie werden versuchen, den Druck auf die L&ouml;hne so lange es geht durch Migration zu erh&ouml;hen, gleichzeitig werden sie vehement an Techniken forschen, die immer mehr menschliche Arbeitskraft ersetzbar machen. Und sie werden je nach Situation, billige, per Gesetz zur Arbeit gen&ouml;tigte, Menschen aus dem In- und Ausland einsetzen, oder aber Roboter und KI, sobald diese noch g&uuml;nstiger sind, als die niedrigsten, erpressbaren Arbeitskosten.<\/p><p>Die Zusatzprofite aus diesem Prozess verbleiben ausschlie&szlig;lich in den Taschen der Kapitalisten, da sie diese ja auch stets kreativ dem staatlichen Zugriff durch Steuern entziehen. Vielen Menschen wird als letzte Zuflucht noch der Gang in die totale Selbstausbeutung als Schein- und Kleinstselbst&auml;ndige bleiben, v&ouml;llig ohne soziale Absicherung.<\/p><p>Einen Ausweg aus dieser Katastrophe weist Professor Bontrup in seinem Vortrag &ldquo;Lebendige Arbeit und Kapital &ndash; &uuml;ber die Abh&auml;ngigkeit beider Faktoren&ldquo; auf. Die Mitbestimmung der Arbeitnehmer muss endlich der des Kapitals gleichgestellt, ja eigentlich sogar &uuml;ber sie gestellt werden. Die arbeitenden Menschen m&uuml;ssen selbst &uuml;ber die Verteilung des von ihnen erwirtschafteten Wohlstands entscheiden. Der Anteil der Manager und Kapitalgeber muss auf ein angemessenes Ma&szlig; reduziert werden.<br>\nWenn sich dann Produktivit&auml;tsgewinne durch den Einsatz von Maschinen und KI ergeben, gelangen endlich alle in den Genuss der von Rifkin (und ja auch schon von Keynes in dn 20ern) prognostizierten Welt, in der die Roboter den Gro&szlig;teil der Arbeit &uuml;bernehmen &ndash; n&auml;mlich &uuml;ber Arbeitszeitverk&uuml;rzung bei vollem Lohnausgleich!<\/p><p>Jetzt ist es &bdquo;nur noch&ldquo; ihre Aufgabe als Publizist, die Menschen davon zu &uuml;berzeugen und sie im Widerstand und im Kampf um ihre Rechte zu unterst&uuml;tzen, bis diese Ziele erreicht sind.<\/p><p>Mit freundlichem Gru&szlig; aus Taufkirchen<\/p><p>Martin Sutor<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>Sie schreiben:<\/p><p>&hellip; daf&uuml;r schafft die Digitalisierung neue Jobs vor allem im Dienstleistungsbereich, die weitaus anspruchsvoller als die durch die Technik verdr&auml;ngten Jobs sind. Das ist unstrittig. &hellip;<\/p><p>Diese Feststellung m&ouml;chte ich etwas relativieren. Ich habe viele Jahre bei der Agentur f&uuml;r Arbeit gearbeitet und die Umstellung der Vermittlung von &bdquo;analog&ldquo; zu &bdquo;digital&ldquo; hautnah miterlebt. Wo fr&uuml;her die Vermittler (vor allem Quereinsteiger) monatelang geschult wurden (Gesetzliche Grundlagen, Gespr&auml;chsf&uuml;hrung, Arbeitsmarktstruktur &nbsp;etc.) und eine umfangreiche Abschlusspr&uuml;fung ablegen mussten, ist all dies seit der Digitalisierung nicht mehr notwendig. Man wird nur noch kurze Zeit in der Anwendung eines entsprechenden Programms geschult (was jeder normale Windows-Anwender problemlos bew&auml;ltigt) und schon hat man die notwendige Qualifikation. Auf diese Weise sind auch sachgrundlose Befristungen von relativ kurzer Dauer m&ouml;glich und selbst&auml;ndiges Denken und Urteilen sind nur noch als Anh&auml;ngsel des Programmes erforderlich. Das ist keine Erfindung von mir, sondern wurde bereits vor ca. 10 Jahren durch eine Untersuchung des IAB bem&auml;ngelt.<\/p><p>Digitalisierung im Dienstleistungssektor kann also auch zu einem Verlust von Qualifikation f&uuml;hren.<\/p><p>Mit freundlichem Gru&szlig;<br>\nE. S.<br>\n&#65279; <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr gesch&auml;tzte Nachdenkseiten-Macher\/innen,<\/p><p>dem Artikel von Jens Berger kann ich, insbesondere in seiner Schlussfolgerung, nur zustimmen: Reinste Propaganda f&uuml;r die Unternehmerverb&auml;nde, prominent verbreitet von Tagesschau, Heute und den &ldquo;grossen&rdquo; Zeitungen.<\/p><p>Allerdings finde ich 2-3 Sachen in diesem Zusammenhang noch wichtig:<\/p><ol>\n<li>Der Arbeitsmarkt ist eben kein &ldquo;normaler&rdquo; Markt (oder, wie Prof. Flassbeck immer sagt, &ldquo;kein Kartoffelmarkt&rdquo;), sondern ein hoch <strong>asymmetrisches<\/strong> Geschehen. W&auml;hrend die meisten Menschen eine Erwerbsarbeit ausf&uuml;hren <em>m&uuml;ssen<\/em>, um &uuml;berhaupt ein Auskommen zu haben, kann der Unternehmer eine (vor&uuml;bergehend oder auch langfristig) unbesetzte Stelle leicht verschmerzen &ndash; es senkt halt&rsquo; das Unternehmensergebnis etwas, m&ouml;glicherweise nur um Zehntel Promille. Der Arbeitnehmer aber befindet sich in dem, was Heinrich B&ouml;ll so treffend <strong>Erwerbsnotstand<\/strong> nannte. Und wenn keine andere Stelle (Gewerkschaften, der Staat) seinen Lohnforderungen Gewicht verleiht, dann muss er sinkende L&ouml;hne hinnehmen. <\/li>\n<li>Implizit akzeptiert Herr Berger die im Bertelsmann-Papier ja mit transportierte Grundidee, dass ein Unternehmen oder auch die Gesamtheit aller Unternehmen eines Staates einen <em><strong>Anspruch auf einen konstanten Umsatzbetrag<\/strong><\/em> oder gar einen konstant zunehmenden Umsatzbetrag habe &ndash; also plakativ &ldquo;<em>wenn VW in 2025 nicht mehr denselben Umsatz wie in 2018 macht, ist die Katastrphe da<\/em>&ldquo;.\n<p>Zur Illustrierung ein etwas schr&auml;ges Beispiel: Nehmen wir an, die deutsche Industrie w&auml;re im wesentlichen damit besch&auml;ftigt, den Bedarf der Deutschen an <em>Toastern<\/em> zu decken. Der Einfachheit halber nehmen wir weiter an, dass jeder Deutsche jedes Jahr einen neuen Toaster ben&ouml;tigt. Bei 80 Millionen Deutschen produzierte die deutsche Industrie also 80 Millionen Toaster pro Jahr und w&uuml;rde eine entsprechende Anzahl von Arbeitskr&auml;ften besch&auml;ftigen. Dann kommt pl&ouml;tzlich die &ldquo;demografische Katastrophe&rdquo;, und 10 Millionen Deutsche sind irgendwie &ldquo;weg&rdquo; (gestorben, nicht mehr nachgeboren, nach Thailand umgezogen&hellip;). Dann wird die Industrie nur noch 70 Millionen Toaster verkaufen k&ouml;nnen, und also entsprechend Arbeitskr&auml;fte entlassen m&uuml;ssen? In Wirklichkeit muss sie gar keinen entlassen, denn die Leute &ndash; das war ja die Pr&auml;misse &ndash; <em>sind ja schon weg<\/em>.<\/p>\n<p>Und auch f&uuml;r die Restbelegschaft der Toaster-Unternehmen &auml;ndert sich wenig, sie schrauben immer noch genauso viele Toaster pro Person zusammen und erhalten (oder sollten erhalten) den gleichen Lohn. Oder &ndash; jetzt wieder ernsthaft &ndash; das BIP pro Kopf &auml;ndert sich nicht.<\/p>\n<p>Es gibt aber nat&uuml;rlich Leute, die so ein Szenario f&uuml;rchten m&uuml;ssen. Die &ldquo;schrumpfende&rdquo; Fabrik bedeutet schrumpfenden Umsatz, schrumpfenden Profit und &ndash; da meist an die (absolute) Ertragslage gekoppelt &ndash; auch schrumpfende Managergeh&auml;lter. Also die Winterkorns und Henkels, die Piechs, Quandts und Klattens h&auml;tten Einbussen hinzunehmen. Das mag pers&ouml;nlich tragisch sein (leider fehlt mir das Einf&uuml;hlungsverm&ouml;gen, um etwa die Seelenlage von Frau Klatten auszuloten) &ndash; aber eine nationale Katastrophe, die staatlichen Eingriff erforderte, ist das nun einmal nicht. <\/p>\n<p>Im Gegenteil w&auml;re es nur die Umsetzung der Schumpeter&rsquo;schen Formel von der &ldquo;kreativen Zerst&ouml;rung&rdquo;: Wenn weniger Toaster, aber daf&uuml;r mehr St&uuml;tzstr&uuml;mpfe ben&ouml;tigt werden, dann setzt &ldquo;der Markt&rdquo; das eben im Extremfall mit der Pleite des Toasterproduzenten und der &ldquo;Hausse&rdquo; des Strumpfproduzenten um. <\/p>\n<p>Ii der realen Wirtschaft des 21. Jahrhunderts gibt es eh&rsquo; schon andere Ausgleichprozesse: Wenn in Wolfsburg nicht mehr gen&uuml;gend &ldquo;Golfs&rdquo; wegen &ldquo;Facharbeitermangel&rdquo; hergestellt werden k&ouml;nnten, so w&uuml;rde VW vermutlich die spanische Version des Golfs (den &ldquo;Leon&rdquo;) in den dortigen Werken erh&ouml;ht fertigen lassen. Was, wenn es dann wirklich zu Neueinstellungen f&uuml;hren w&uuml;rde, ja auch besser w&auml;re, als die spanischen Facharbeiter nach Deutschland &ldquo;abzusaugen&rdquo;.<\/p><\/li>\n<li>Da war zwar nicht Herrn Bergers Thema, geh&ouml;rt aber m.E. trotzdem dazu:\n<p>Es kommt doch auch darauf an, was da produziert wird. Im Jahre 1944 waren alle BMW-Fabriken bis zum Anschlag ausgelastet mit der Produktion von Flugmotoren (die, als technik-affiner kann ich das sagen, beeindruckend waren). Weil wir Deutschen so schrecklich stolz auf unsere damit ausger&uuml;steten Flugzeuge waren, haben wir sie &uuml;ber die Hauptst&auml;dte Europas fliegen lassen, und dabei haben sie gleich andere deutsche Qualit&auml;tsprodukte namens &ldquo;Bomben&rdquo; abgeworfen. Nur waren aber die Konkurrenz-Fabriken namens Bristol, Rolls-Royce, Wright und Lycoming nicht unt&auml;tig, und die Bomber der Allierten warfen zunehmend auf deutsche St&auml;dte ihre Bomben ab, mit den allzu bekannten Folgen. <\/p>\n<p>Obwohl doch 1944 unzweifelhaft Vollbesch&auml;ftigung herrschte und man sogar noch &ldquo;Fremdarbeiter&rdquo;, Kriegsgefangene und KZ-Sklaven rekrutieren musste, d&uuml;rften die meisten Deutschen mit der Lage, die dann 10 Jahre sp&auml;ter (1954) herrschte, doch zufriedener gewesen sein. In den BMW-Werken wurden nicht mehr Grossmotoren hergestellt, sondern man presste Kocht&ouml;pfe und versuchte sich an der Fertigung von Kleinstwagen &ndash; aber es fielen eben keine Bomben mehr, und man konnte sich zivilen &ldquo;Projekten&rdquo; wie Familiengr&uuml;ndung zuwenden.<\/p><\/li>\n<\/ol><p>Also: Lasst Krauss-Maffei-Wegmann wieder Lokomotiven statt Panzern bauen, l&ouml;st Airbus Defense auf etc.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;ssen<br>\np.schulz<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Nachdenkseiten,<\/p><p>ich beziehe mich auf den Artikel: &ldquo;Man mische drei Denkfehler, r&uuml;hre kr&auml;ftig und heraus kommt ein j&auml;hrlicher Zuwanderungsbedarf von mehr als einer Viertelmillion&rdquo;<\/p><p>Vorweg: Die Nachdenkseiten widmen sich mit konstant hoher Qualit&auml;t den Theman &ldquo;Fachkr&auml;ftemangel&rdquo;,&nbsp; &ldquo;Digitalisierung&rdquo; und &ldquo;demografischer Wandel&rdquo;. Im publizistischen Bereich hat sich hier wohl niemand so verdient gemacht wie ihr. Vielen Dank! Jens Berger geh&ouml;rte auch beim o.g. Artikel zu einer viel zu kleinen Schar Journalisten, die sich tats&auml;chlich mit den Pr&auml;missen dieser l&auml;cherlichen Studie befasst hat. <\/p><p>Trotzdem hat sich hier ein popul&auml;rer Denkfehler eingeschlichen: Die Behauptung, die Digitalisierung bedrohe nur &ldquo;einfache T&auml;tigkeiten&rdquo; und die &ldquo;eher anspruchslosen Jobs&rdquo; (im Original leider fett gedruckt!) ist nicht haltbar. Der Denkfehler steht auch im Widerspruch zur sp&auml;teren -richtigen!- Aussage, wonach Unternehmer logischerweise zuerst versuchen, teure T&auml;tigkeiten weg zu rationalisieren.<\/p><p>Bei der Rationalisierung ist es gleichg&uuml;ltig, ob eine T&auml;tigkeit einfach, anspruchslos oder stupide ist. Was z&auml;hlt ist, was sie kostet und was es kostet, die T&auml;tigkeit zu ersetzen. Zum Beleg reicht ein Blick in die Vergangenheit. Noch vor 150 Jahren hatte jedes gr&ouml;&szlig;ere Dorf einen Schmied. Dieser musste &uuml;ber das Wissen und die F&auml;higkeit verf&uuml;gen, einen Gro&szlig;teil der metallenen Gebrauchsg&uuml;ter des t&auml;glichen Bedarfs herstellen oder reparieren zu k&ouml;nnen. Diese Menschen mussten &uuml;ber ein immenses Fachwissen verf&uuml;gen. Heute gibt es keine kommerziellen Dorfschmiede mehr. Dasselbe gilt zB f&uuml;r K&uuml;fner oder Wagner. <\/p><p>Ein gr&ouml;&szlig;erer Teil der Arbeitspl&auml;tze, die in den n&auml;chsten 20 Jahren wegfallen werden, werden aller Wahrscheinlichkeit nach B&uuml;ro-Arbeitspl&auml;tze sein. Die betroffenen Angestellten &uuml;ben nach ihrer Selbstwahrnehmung keine anspruchslosen T&auml;tigkeiten aus, sind aber durch immer bessere, selbst lernende Programme zu ersetzen. Bei fortschreitender KI verbleiben letztlich immer weniger Berufe, die nicht durch Programme und angeschlossene Automatisierung ersetzt werden k&ouml;nnen. <a href=\"https:\/\/news.sap.com\/germany\/2018\/06\/einkauf-2025\/\">Ein Beispiel<\/a>.<\/p><p>Auch der Ausdruck <\/p><p>Ich schreibe das nicht aus Pendanterie, sondern weil ich meine, dass der Mythos der Ersetzung &ldquo;einfacher T&auml;tigkeiten&rdquo; von interessierter Seite genau so absichtsvoll verbreitet wird wie der vom &ldquo;Facharbeitermangel&rdquo;. Das Framing der &ldquo;einfachen T&auml;tigkeiten&rdquo; erinnert an Arbeiter, die an Flie&szlig;b&auml;ndern den ganzen Tag die selben drei Bewegungen machen. Dieses Vorstellung beruhigt. Zum einen scheint die Rationalisierung solcher Arbeitspl&auml;tze f&uuml;r die Betroffenen eher wie eine Befreiung von allzu stupider Arbeit. Zum anderen wei&szlig; der geneigte Bildungsb&uuml;rger, dass er selbst nicht von solchen Rationalisierungen betroffen sein wird. <\/p><p>Solche Industriearbeitspl&auml;tze wie sie in diesem Framing transportiert werden gibt es aber in entwickelten L&auml;ndern nicht mehr. Die heutige Produktion ist bereits weitgehend automatisiert, die Einsparm&ouml;glichkeiten sind &uuml;berschaubar. Das Bild, das sich die meisten von Rationalisierung machen, beruht noch auf der letzten Rationalisierungswelle: Der Industrie 3.0. <\/p><p>Da sich die meisten Menschen selbst f&uuml;r sehr qualifiziert halten, wirkt die Vorstellung einer Rationalisierung weniger qualifizierter T&auml;tigkeiten f&uuml;r diese Menschen auch nicht bedrohlich. Sie werden so eingelullt. Denn wie beim angeblichen &ldquo;Facharbeitermangel&rdquo; geht es auch hier um Verteilungsfragen: Wird die Bev&ouml;lkerung an den Gewinnen aus Produktivit&auml;tssteigerungen beteiligt, oder nicht. <\/p><p>Den Hinweis, das Bildungssystem solle f&uuml;r die digitale Arbeitswelt &ldquo;fit&rdquo; machen empfinde ich da ebenfalls als nicht hilfreich. Man macht sich nicht mal eben &ldquo;fit&rdquo; f&uuml;r die Digitalisierung. Was soll das bedeuten? Die Masse der Menschen hat nicht mal eine vage Vorstellung davon, was Digitalisierung f&uuml;r sie bedeutet. Die meinen, seien &ldquo;fit&rdquo; wenn sie Twitter oder Excel bedienen k&ouml;nnen. Das ist Arge-Sprech, der dem sonst hohen Qualit&auml;tsanspruch der Nachdenkseiten nicht gerecht wird. <\/p><p>Berger scheint selbstverst&auml;ndlich von Jobs auszugehen, &ldquo;die in einer digitalisierten Welt entstehen&rdquo;: &ldquo;daf&uuml;r schafft die Digitalisierung neue Jobs vor allem im Dienstleistungsbereich. Das ist unstrittig&rdquo;. Das ist nicht unstrittig, sondern eine steile These. Was sollen das f&uuml;r Jobs sein? Soll jeder Schulabg&auml;nger Programmierer werden? Auch im Dienstleistungsbereich werden viele Jobs wegfallen, zB Fernkraftfahrer. <\/p><p>Die Nachdenkseiten sind doch sonst -richtigerweise!- der Nachfrageorientierten &Ouml;konomie verschrieben. Man kann nicht einerseits von einem Jobwunder im Dienstleistungsbereich ausgehen und gleichzeitig die Verteilungsfrage ausklammern. F&uuml;r wen sollen denn all die Menschen Dienstleistungen erbringen? F&uuml;r die Arbeitslosen, deren Jobs gerade weggefallen sind? Wird von der Politik nicht gegengesteuert, wird es bei der Digitalisierung nur wenige Gewinner geben. Diese wenigen Gewinner werden keine gewaltige Nachfrage nach Dienstleistungen schaffen. Wie meine selige Oma gerne sagte: Auch ein reicher Mensch isst nur einmal Abendbrot. <\/p><p>Ich hoffe ich konnte zum Nachdenken anregen. Der zweite und dritte Teil des Artikels waren von gewohnt hoher Qualit&auml;t. <\/p><p>Liebe Gr&uuml;&szlig;e<\/p><p>Martin Wolterstorff<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Leserbriefe zu Venezuela<\/strong><\/p><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Warum Washington seit Jahren Regime-Change in Venezuela betreibt:&nbsp;<\/p><p>Das Land besitzt die gr&ouml;&szlig;ten Erd&ouml;l- und die achtgr&ouml;&szlig;ten Erdgasreserven des Planeten. Die jetzige, demokratisch gew&auml;hlte Regierung in Caracas will diesen immensen Reichtum selbst verwalten und dem eigenen Volk zugute kommen lassen. Venezuela verfolgt eine eigenst&auml;ndige Au&szlig;enpolitik und ist nicht Washington h&ouml;rig. Venezuela will eine multipolare Weltordnung. Es m&ouml;chte Gesundheit, Bildung und Kultur f&uuml;r die gesamte Bev&ouml;lkerung und nicht nur f&uuml;r die Oberschicht. Venezuela hat den Mut, offen den US-Imperialismus zu kritisieren. Das sind die wahren Gr&uuml;nde der US-gef&uuml;hrten Umsturzversuche.&nbsp;<\/p><p>Die USA betrachten ganz Lateinamerika, inklusive seiner Bodensch&auml;tze und M&auml;rkte, als ihren gottgegebenen Hinterhof, den sie nach Gusto ausbeuten und verwalten d&uuml;rfen &ndash; siehe die schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts formulierte Monroe-Doktrin.&nbsp;<\/p><p>Wer sich ihr entgegenstellt, muss entfernt werden!&nbsp;<\/p><p>Claudio Coladangelo<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Die Tagesschau selbst bringt inzwischen einige Richtigstellungen, dass z.B. der Grenz&uuml;bergang noch nie offen war. Selbst das Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes wird erw&auml;hnt oder dass Bilder, die anti Maduro Demonstrationen belegen sollen, von 2016 sind. Das verr&uuml;ckte ist, man setzt es als Link in aktuelle Artikel, der aktuelle Artikel ist dann aber genauso tendenzi&ouml;s, wie der, f&uuml;r den es eine richtig stellende Erg&auml;nzung gibt. Allerdings muss man eine Ver&auml;nderung in der Vorgehensweise feststellen. Man berichtet nicht mehr von Gewalt gegen Demonstranten. Es wir jetzt behauptet, die Gewalt habe abgenommen, seit dem sich Guaido zum &Uuml;bergangspr&auml;sidenten erkl&auml;rt hat. Die Zur&uuml;ckhaltung der Polizei wird mit einer &Uuml;bergangsstimmung erkl&auml;rt. Der Leser soll es als Verdienst Guaidos ansehen. Statt der Berichte von Polizeigewalt gegen Demonstranten, wird jetzt behauptet, es g&auml;be in den Armenvierteln Hinrichtungen zur Einsch&uuml;chterung. Wenn ich aber lese, dass sich f&uuml;nf Polizisten ganz dicht um zwei Opfer auf einer Ladefl&auml;che eines Pickups stellen und sie dann mit Kopfsch&uuml;ssen hinrichten, habe ich da meine Zweifel. Wenn jemand mit Kopfschuss hingerichtet wird, w&uuml;rde ich mich ganz sicher nicht dahinter stellen. Auch die Aussage, das Opfer h&auml;tte gefleht, ihn nicht zu erschie&szlig;en, weil er Familienvater sei, kling nach emotionaler Aufladung via Brutkastenl&uuml;ge. Bei der Tagesschau gibt es dieses Zitat:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Die Vereinigten Staaten sind bekannt f&uuml;r ihre Interventionen. Und h&auml;ufig ist das schief gegangen in der Geschichte. Aber dieses Mal geht es um etwas anderes: Die USA handeln nicht allein. Das ist eine multilaterale Anstrengung &ndash; mit Staaten aus der Region und anderen.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Was ist diesmal anders? Nichts!!! Anders w&auml;re es, wenn statt Zur&uuml;ckhaltung und Unterst&uuml;tzung endlich mal ein Widerstand zu Stande k&auml;me. Wenn Venezuela den USA in die H&auml;nde f&auml;llt, wird es f&uuml;r Kuba schwer, sich zu behaupten. Jetzt, wo das Wettr&uuml;sten wieder beginnt und Polen sich schon bereit erkl&auml;rt hat, bei sich Atomraketen zu stationieren, ist Kuba f&uuml;r den Frieden wichtig. Im kalten Krieg hat man sich auf die Abschreckungstheorie gest&uuml;tzt, um den Krieg zu verhindern. So pervers das auch sein mag, aber wenn Russland nicht die M&ouml;glichkeit hat gleich zu ziehen, in dem die M&ouml;glichkeit besteht, Atomraketen auf Kuba zu stationieren, wird es wahrscheinlich zur atomaren Aufr&uuml;stung in Polen kommen. Hier geht es aber nicht mehr um den Kampf der Systeme, sondern um die Weltherrschaft. Es sind auch nicht die Russen, die dem Amerikaner ihre Vormachtstellung streitig machen, sondern die Chinesen. Je weiter die Chinesen sich milit&auml;risch und wirtschaftlich entwickeln um so mehr m&uuml;ssen andere, wie Venezuela, darunter leiden. Die Chinesen kaufen sich mit Geld aus ihrem Export in die Wirtschaft der Welt ein, die Amerikaner nehmen Petrodollar, die CIA und das Milit&auml;r. Wenn es nicht bald eine st&auml;rkere Friedensbewegung gibt als je zu vor, wird es zu einem Kampf um die Vormachtstellung mit milit&auml;rischen Mitteln kommen. Wirtschaftlich haben die USA bereits verloren. Der Dollar ist das einzige, womit sie sich im Moment noch behaupten k&ouml;nnen. Mit konventionellen Mitteln k&ouml;nnen sie, weder gegen Russland noch gegen China und gegen beide gleich gar nicht, gewinnen. Daraus l&auml;sst sich schlussfolgern, dass der atomare Erstschlag die einzige M&ouml;glichkeit ist, Weltmacht zu bleiben. Was die USA &uuml;berhaupt nicht vertragen k&ouml;nnen, ist ein Handel von &Ouml;l in anderen W&auml;hrungen oder freie Energie, die von &Ouml;l unabh&auml;ngig macht. Das beschleunigt den Zerfall ihres Imperiums. Das wichtigste, warum eine Friedensbewegung aber unbedingt notwendig ist, ist der Frieden in der Familie. Ich kenne es zwar nur aus Erz&auml;hlungen, aber w&auml;hrend der Nazizeit ging ein tiefer Riss durch die meisten Familien. Das ist heute wieder so. Ob Fl&uuml;chtlingspolitik, Brexit, Drohnenkrieg, Sparpolitik, Krankenversicherung und wer wei&szlig; was sonst noch. Die Familien sind in vielen L&auml;ndern durch die Politik gespalten. Dabei haben doch alle ein gemeinsames Ziel, Frieden. Im Streit wird man ihn aber nie erreichen. Dialog ist die einzige M&ouml;glichkeit, auch in Venezuela. Bis jetzt blieben die USA weitgehend von den Folgen ihrer Politik verschont. Der Vietnamkrieg bildet hier die Ausnahme. Jetzt kehren die Folgen aber nach Amerika zur&uuml;ck und dabei meine ich nicht nur den Terrorismus. Nachdem man an vielen Orten der Welt bei der Rohstoffgewinnung ungestraft die Umwelt verseucht hat, ist jetzt ein Umweltbewusstsein entstanden. Jetzt wird verst&auml;rkt mit Fracking der Boden im eigen Land vergiftet und das, obwohl es unwirtschaftlich ist. K&auml;me das Fracking-Gas aus Russland, w&uuml;rde man es als &bdquo;Blut&ldquo;-Gas bezeichnen.<\/p><p>Wenn eine Regierung irrational handelt, ist es Zeit, sich eine neue zu w&auml;hlen. <\/p><p>T.A.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><br>\nSehr geehrte Redaktion,<\/p><p>habe nur eine kleine Information &uuml;ber Venezuela, was mir aufgefallen ist. <\/p><p>Bei Recherchen &uuml;ber den &bdquo;Neuen M&ouml;chtegern-Pr&auml;sidenten&ldquo; in diesem Land Juan Guaid&oacute;, musste ich feststellen das auf Wikipedia die Informationen &uuml;ber die Jahre 2009-2019 komplett fehlen. Das ist schon irgendwie seltsam. Wobei diese Plattform nicht gerade als neutral oder objektiv zu bezeichnen ist, kann doch hin und wieder einiges heraus gelesen werden. Es passt aber in das Gesamtbild des Kandidaten Guaid&oacute;. Ebenso die Informationen &uuml;ber Leopoldo L&oacute;pez zeigen die seit vielen Jahren aufgebaute Verbindungen dieser zwei Herren. Die Verbindungen des Marco Rubio zu Cuba und Venezuela und dem neuen &bdquo;Kandidaten&ldquo; zeigen das US-Krebsgeschw&uuml;r, das sich &uuml;ber die ganze Welt ausbreitet und bereits ausgebreitet hat.<\/p><p>Der Redaktion und den Machern der NachDenkSeiten m&ouml;chte ich noch f&uuml;r die t&auml;glichen Informationen danken. Es ist immer wieder erfrischend die NachDenkSeiten zu lesen und zu h&ouml;ren.<\/p><p>Da ist nur zu hoffen das wir auch in Zukunft noch etwas Demokratie erleben d&uuml;rfen.<\/p><p>Mit demokratischem Gru&szlig;<br>\nHans-J&uuml;rgen Heyne<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Leserbriefe zum <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=49416#h18\">CO&sup2; Aussto&szlig; der W&auml;lder in Kanada<\/a> und die Berichterstattung dar&uuml;ber.<\/strong><\/p><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo zusammen,<\/p><p>der Beitrag der Tagesschau ist tats&auml;chlich von keiner Sachkenntnis getr&uuml;bt, weil keiner mehr die 5 Minuten Zeit, um die einfachsten Grundrechenarten anzuwenden:<\/p><ol type=\"I\">Der Wald ist ein CO2 &ndash; Speicher, der sich im langj&auml;hrigen Mittel, wenn man ihn unber&uuml;hrt l&auml;sst und wenn es nicht zu starken klimatischen Ver&auml;nderungen kommt, in einem statischen, stabilen Zustand befindet, d.h. er erzeugt kein CO2 und gibt kein CO2 aber:\n<li>Brennt Wald ab, so wird das in den ehemaligen B&auml;umen gespeicherte CO2 an die Luft abgegeben.<\/li>\n<li>Nun zu den Zahlen der Tagesschau (welche &uuml;brigens meinen Recherchen nach falsch sind, aber keinen Nebenkriegsschauplatz, wenn schon die Zahlen der Tagesschau im Zusammenhang Schwachsinn sein m&uuml;ssen): <strong>Trotzdem: Allein 2016 hat Kanadas Wald theoretisch 152 Megatonnen CO2 gespeichert. Enorme Waldbr&auml;nde in dem Jahr und ein massiver K&auml;ferbefall, der B&auml;ume absterben lie&szlig;, hat aus dem Wald als CO2-Speicher in dem Jahr aber tats&auml;chlich in der Bilanz einen Treibhausgasproduzenten von 92 Megatonnen CO2 gemacht.<\/strong> <\/li>\n<li>Es sind also 92\/152*100 Prozent Wald mehr verbrannt als aufgeforstet wurde: das sind etwas mehr als 60% der kanadischen Waldfl&auml;che von 226 Mio Hektar, also etwa 136 Millionen Hektar. Da 136 Millionen Hektar immer so schwer vorstellbar ist, ist es vielleicht einfacher, sich klarzumachen, dass dieses in etwa der vierfachen Fl&auml;che der Bundesrepublik entspricht.<\/li>\n<li>Mich wundert, dass zwar &uuml;ber Waldbr&auml;nde in Kalifornien berichtet wurde, wo ja bis zu 10.000 ha Wald in Flammen standen inkl. der Finca von Herr Gottschalk, wir von den viel katastrophaleren Waldbr&auml;nden (10.000 mal schlimmer)&nbsp;in Kanada hier nur ganz indirekt erfahren ;-)<\/li>\n<\/ol><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nMichael Verner<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Nachdenkseiten, <\/p><p>ich bin etwas ratlos aufgrund des Kommentars einer Leserin bez&uuml;glich obengenannten Artikels. Warum ist dieser Artikel Schwachsinn? Ich bin keine Biologin oder Waldforscherin, aber ich glaube gelesen zu haben, dass ein Urwald, der eigentlich eine CO2 Senke sein sollte, CO2 produziert, wenn er nicht mehr gesund ist. Waldbr&auml;nde geh&ouml;ren dazu und andere Vorg&auml;nge, nicht aber gesunde Verrottung durch Bodenpilze etc. Und das CO2 wird wieder aufgebraucht, wenn nach den Waldbr&auml;nden wieder Wald nachw&auml;chst. Das dauert aber erstmal. <\/p><p>Alte B&auml;ume sind ebenfalls gute CO2 Speicher , auch wenn sie kaum noch wachsen. Wenn also die CO2 Bilanz des Walde schlecht ist, heisst das meiner Meinung nach, dass er nicht mehr gesund ist und das sollte doch wohl in der CO2 Bilanz auftauchen. <\/p><p>Im &Uuml;brigen m&uuml;sste es doch internationale Richtlinien daf&uuml;r geben.<\/p><p>Die ARD h&auml;tte das alles vielleicht noch genauer und differenzierter darstellen k&ouml;nnen, aber ob der Artikel grunds&auml;tzlich so falsch ist, da bin ich mir nicht sicher. <\/p><p>Ich werde mich noch genauer informieren, aber wenn diese Leserin diesen Bericht so schrecklich findet, so h&auml;tte sie es auch begr&uuml;nden m&uuml;ssen. Die Kommentare auf ARD Tagesschau bringen auch nicht viel Licht in das Dunkel und sind nicht besonders qualifiziert. <\/p><p><strong>Nachtrag:<\/strong><\/p><p>Habe gerade noch einmal nachgelesen, was in dem Buch &bdquo; Endspiel&ldquo; steht &uuml;ber die Regenw&auml;lder des &nbsp;Amazonasgebietes und ich bin mir eigentlich sicher, dass das auch auf die n&ouml;rdlichen W&auml;lder &uuml;bertragen werden kann.<\/p><p>Kanadas W&auml;lder werden teilweise r&uuml;cksichtslos abgeholzt und dadurch entsteht ein gesch&auml;digter Wald, die B&ouml;den , die eigentlich viel Kohlendioxid speichern k&ouml;nnten, werden trocken und anf&auml;llig f&uuml;r Waldbr&auml;nde etc. <\/p><p>Kanada kann sicher nicht alle Waldbr&auml;nde verhindern, doch H&auml;ufigkeit und Ausma&szlig; k&ouml;nnten sehr wohl beeinflu&szlig;t werden durch eine nachhaltige&nbsp; Waldwirtschaft. Durch die Sch&auml;digung der W&auml;lder und der B&ouml;den werden diese wertvollen Kohlendioxidsenken zu Kohlendioxidproduzenten.<\/p><p>Die Zusammenh&auml;nge sind sehr komplex und k&ouml;nnen in einem ARD tagesschau Beitrag sicher nicht vollst&auml;ndig dargestellt werden. Mein eigenes Wissen ist sehr bruchst&uuml;ckhaft, aber meiner Meinung nach rechnet sich da Kanada wahrscheinlich wirklich was sch&ouml;n. Ob ein Journalist aus N. Y. einen kritischen Artikel dar&uuml;ber schreiben darf oder soll, dar&uuml;ber will ich nicht urteilen, aber man sollte doch die Kirche im Dorf lassen. <\/p><p>Was die amerikanische Bildung anbetrifft: es ist tragisch genug, dass die Menschen in den Staaten vom Fernsehen verdummt werden, aber die haben teilweise 2 oder 3 Jobs und dass dann am Abend nicht mehr als Fernsehen und Essen drin ist, dass verstehe ich ehrlich gesagt gut und so viel besser sind die Deutschen inzwischen auch nicht mehr. <\/p><p>Das nur am Rande. <\/p><p>Ich hoffe, ich liege mit diesem Beitrag nicht v&ouml;llig daneben, wenn ja, w&uuml;rde ich mich &uuml;ber eine Richtigstellung freuen. <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,<br>\nMaria McCray<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>11. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Nachdenkseiten-Redaktion<\/p><p>nein, dieser Artikel ist keinesfalls &ldquo;<em>wissenschaftlich der pure Schwachsinn<\/em>&ldquo;. ARD-Schwarte hat aus einem CBC-Bericht abgeschrieben, <a href=\"https:\/\/www.cbc.ca\/news\/canada\/calgary\/canada-forests-carbon-sink-or-source-1.5011490\">den man hier lesen kann<\/a> und dieser Bericht bezieht sich auf eine Studie der staatlichen Umweltbeh&ouml;rde <em>Natural Ressources Canada<\/em> der <a href=\"https:\/\/www.nrcan.gc.ca\/forests\/report\/disturbance\/16552\">hier zu finden ist<\/a>.<\/p><p>Der Inhalt der Studie, die anscheinend durch kompetente Wissenschaftler erstellt worden ist, ist f&uuml;r naturwissenschaftlich gebildete Menschen durchaus plausibel: die W&auml;lder der Erde binden riesige Mengen an Kohlenstoff in Form von organischen Molek&uuml;len, die sich bei Waldbr&auml;nden und auch beim Verfaulen wieder in das CO2 verwandeln, aus dem sie beim Wachstum der B&auml;ume entstanden sind.<\/p><p>Damit ist in der Tat ein ernstes Problem angesprochen: wenn der Klimawandel nicht nur mehr Waldbr&auml;nde, sondern auch ein zunehmendes Baumsterben durch Krankheiten und Sch&auml;dlingsbefall zur Folge hat (<a href=\"https:\/\/www.cbc.ca\/radio\/day6\/episode-413-canada-s-forests-at-risk-the-politics-of-rage-canada-s-spookiest-places-eden-robinson-and-more-1.4878598\/drunken-trees-and-browning-forests-why-a-canadian-government-scientist-is-sounding-the-alarm-1.4878622\">dazu hier ein Bericht<\/a>), dann kann die CO2-Bilanz der W&auml;lder, die wir uns heute als CO2-Senken vorstellen, positiv werden. Dadurch setzt ein positiver R&uuml;ckkopplungseffekt ein, der wiederum die Klimaerw&auml;rmung verst&auml;rkt&hellip;<\/p><p>So sehr ich selbst der ARD ebenfalls misstraue: manchmal findet auch ein blindes Huhn ein Korn und, das sollte doch die vorherrschende Tugend bei den Nachdenkseiten sein: nachdenken und recherchieren zahlt sich aus.<\/p><p>Ich gr&uuml;&szlig;e sie vielmals<br>\nRainer Fischbach<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachfolgend ver&ouml;ffentlichen wir Leserbriefe zu einer bemerkenswerten Studie, zum Artikel &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=49304\">Man mische drei Denkfehler, r&uuml;hre kr&auml;ftig und heraus kommt ein j&auml;hrlicher Zuwanderungsbedarf von mehr als einer Viertelmillion<\/a>&ldquo;, zu Venezuela, und zur Rolle der kanadischen W&auml;lder im CO&sup2; Haushalt der Erde. Zusammengestellt von <strong>Moritz M&uuml;ller<\/strong>.<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[141,169,103,179,11,190],"tags":[803,379,2380,2094,1334,877,2080,2565,1426,2252,1418,259,451,1556,1333,291,340],"class_list":["post-49511","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-arbeitsmarkt-und-arbeitsmarktpolitik","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-leserbriefe","category-schadstoffe","category-strategien-der-meinungsmache","category-wahlen","tag-bayern","tag-china","tag-dienstleistungen","tag-digitalisierung","tag-erdoel","tag-erdgas","tag-faktenfinder","tag-guaido-juan","tag-hegemonie","tag-klassenkampf","tag-regime-change","tag-russland","tag-tagesschau","tag-usa","tag-venezuela","tag-verteilungsgerechtigkeit","tag-zuwanderung"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/49511","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=49511"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/49511\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":49514,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/49511\/revisions\/49514"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=49511"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=49511"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=49511"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}