{"id":4972,"date":"2010-03-29T08:48:10","date_gmt":"2010-03-29T07:48:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4972"},"modified":"2010-03-29T12:29:42","modified_gmt":"2010-03-29T11:29:42","slug":"hinweise-des-tages-1108","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4972","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: KfW wird Staatsgeld nicht los; Greenspan ist sich keiner Schuld bewusst; Lehman-L&uuml;ge; Goldman Sachs, die &bdquo;Bubble Machine&ldquo;; IKB zerfleddert; K&auml;mmerer im Casino; Wirtschaft lebt nicht vom Export allein; Altersvorsorge als Spekulationsgeld; ALDI billig; Spuren der Armut; die Mittelklasse irrt; Westerwelle, Demagogie mit falschen Zahlen; Leiharbeit; Neues von Hartz: Minipreneure; Bahn lebt mit Riss; Asse, Regierung vertuscht Wassereinbruch; Kleinkrieg gegen Pharmaindustrie; Meinungsmache f&uuml;r Afghanistan-Krieg; verloren in Afghanistan; Nestl&eacute;gate; die tote Hand der Kirche. (KR\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Kfw f&auml;hrt Rekordgewinn ein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">James Galbraith &uuml;ber Alan Greenspan&rsquo;s M&uuml;ll<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Werner R&uuml;gemer: Die Lehman-L&uuml;ge<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Goldman Sachs, die &ldquo;Bubble Machine&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Das Bankgeheimnis der IKB<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Bad Oeynhausen zockte um Zinsen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Thomas Fricke &ndash; Neues Exportmodell, leicht gemacht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Zu Frankreich irrt: Export bleibt unser Schl&uuml;ssel zum Erfolg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Altersvorsorge: Wer nicht spekuliert, verliert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Arbeitgeber ALDI: Gut oder nur billig?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Spuren der Armut<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">&ldquo;Die Mittelklasse irrt&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Westerwelle untermauert Hartz-IV-Debatte mit falschen Zahlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Leiharbeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Minipreneure<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Nochmals: Ulrike Herrmann: Die Steuerwampe<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Winfried Wolf: Wer mit dem Riss lebt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Atomlager Asse: Kohl-Regierung vertuschte Wassereinbruch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Kleinkrieg gegen Pharmaindustrie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Lobbyismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Warum der Extremismus-Vorwurf?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h22\">Afghanistan: Sustaining West European Support for the NATO-led Mission<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h23\">Gemischte Bilanz in Helmand<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h24\">Nestl&eacute;gate<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h25\">Die tote Hand der Kirche<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=4972&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Staatliche F&ouml;rderbank: Kfw f&auml;hrt Rekordgewinn ein<\/strong><br>\nBei der staatlichen F&ouml;rderbank Kfw ist 2009 nicht nur der Gewinn, sondern auch das F&ouml;rdervolumen so hoch wie nie. Schleppend sei jedoch die Nachfrage nach Unternehmenskrediten aus den staatlichen Konjunkturpaketen. Um einer Kreditklemme entgegenzuwirken, hat die Bundesregierung daf&uuml;r 40 Milliarden Euro bereitgestellt. Vergeben hat die Kfw davon lediglich 9,7 Milliarden. Vorstandschef Ulrich Schr&ouml;der machte daf&uuml;r vor allem die Vorsicht der Unternehmer verantwortlich: &ldquo;Eine Blitzumfrage im Dezember 2009 hat ergeben, dass 90 Prozent der Firmen Investitionsvorhaben gek&uuml;rzt oder gestrichen hatten.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2471274&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die vielbeschworene Kreditklemme erweist sich immer mehr als Ausrede einer versagenden Konjunktur- und Krisenpolitik und als vorgeschobenes Regulierungsverhinderungsargument der Banken.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>James Galbraith &uuml;ber Alan Greenspan&rsquo;s M&uuml;ll <\/strong><br>\nJames Galbraith analysiert in einem lesenswerten Beitrag (&bdquo;Oh Please&ldquo;) in Huffington Post den Bericht (&bdquo;The Crisis&ldquo;), den Alan Greenspan am vergangenen Freitag ver&ouml;ffentlicht hat, um sich gegen Kritik in Schutz zu nehmen. Prof. Galbraith schreibt, dass der ehem. Fed-Pr&auml;sident das Wort &bdquo;Verantwortung&ldquo; kein einziges Mal benutzt. Das Wort &bdquo;Schuld&ldquo; kommt drin auch nicht vor. Das Wort &bdquo;Fehler&ldquo; tritt einmal auf, aber mit Bezug auf Finanzunternehmen. Das Wort &bdquo;Fehlschlag&ldquo; erscheint 14-mal. Keines von ihnen ist aber selbstbezogen, betont Galbraith.<br>\nDas &bdquo;Ersparnisschwemme&ldquo;-Argument. Das Hauptproblem ist, wie Greenspan argumentiert, dass es wirklich keine Beweise f&uuml;r eine globale Ersparnisschwemme gibt.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/acemaxx-analytics-dispinar.blogspot.com\/2010\/03\/james-galbraith-uber-alan-greenspans.html%20\">ACEMAXX-Analytics<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.huffingtonpost.com\/james-k-galbraith\/oh-please_b_513372.html%20\">Huffington Post<\/a><br>\nQuelle 3: <a href=\"http:\/\/www.brookings.edu\/~\/media\/Files\/Programs\/ES\/BPEA\/2010_spring_bpea_papers\/spring2010_greenspan.pdf%20\">The Crisis von Alan Greenspan [PDF &ndash; 467 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Als Kritik zum &bdquo;Geldschwemme&ldquo;-Argument siehe auch Albrecht M&uuml;ller &ldquo;<a href=\"\/?p=3615\">Ist die Geldschwemme Ursache der Finanzmarktkrise?<\/a>&ldquo;. <\/em><\/p><\/li>\n<p><\/p>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Werner R&uuml;gemer: Die Lehman-L&uuml;ge<\/strong><br>\nLehman sei mit rund einer Billion (1000 Milliarden) US-Dollar bei anderen Banken und 16000 institutionellen Investoren verschuldet, lautete die Meldung, die von den Medien gern verbreitet wurde. Panikmache geh&ouml;rte zum Gesch&auml;ft. Die Katastrophe mu&szlig;te m&ouml;glichst gro&szlig; sein, und die Gl&auml;ubiger wollten Druck auf den Staat machen.<br>\nDer gerichtlich eingesetzte Insolvenzverwalter Bryan Marsal kam nach Sichtung der Gl&auml;ubigerforderungen jetzt zu einem ganz anderen Ergebnis: Die Gesamtverbindlichenkeiten von Lehman belaufen sich auf 200 bis maximal 240 Milliarden Dollar, also etwa ein F&uuml;nftel der urspr&uuml;nglich behaupteten Summe.<br>\nDer Insolvenzverwalter kommt zusammen mit dem gerichtlich bestellten Gutachter Anton Valukas (United States Bankruptcy Court Southern District of New York: In re Lehman Brothers Holdings Inc., Report) auch zu dem kaum &uuml;berraschenden Ergebnis, da&szlig; die Bankmanager hochrangige Mitt&auml;ter hatten. Die &raquo;renommierten&laquo; Wirtschaftspr&uuml;fer von Ernst &amp; Young haben Buchf&uuml;hrung und Bilanz bis zuletzt als ordentlich testiert, die &raquo;renommierte&laquo; Anwaltskanzlei Linklaters hat die in den Bankrott f&uuml;hrenden Transaktionen rechtlich abgesichert&hellip;<br>\nDie Zentrale des Konzerns in New York wird unter der Leitung des Insolvenzverwalters und mit gerichtlicher Begleitung neu aufgestellt. Marsal legt dem Insolvenzgericht zur Fortf&uuml;hrung des Unternehmens Reorganisationspl&auml;ne vor. Der Name Lehman verschwindet, die neue Bank soll ab 1. Mai 2010 &raquo;Lamco&laquo; hei&szlig;en, das ist die Abk&uuml;rzung f&uuml;r Legacy Asset Management Company. Lamco kann somit aus der Pleite ein neues Gesch&auml;ft machen und w&uuml;rde zum gr&ouml;&szlig;ten Verwalter toxischer Papiere. Gl&auml;ubiger wie die schweizerische Gro&szlig;bank UBS, die Footballmannschaft der New York Giants und die Abu Dhabi Investment Authority werden zu Miteigent&uuml;mern.<br>\nDie neue Bank zahlt auch schon wieder Boni, um Manager zu halten, die sich mit &raquo;toxischen&laquo; Papieren besonders gut auskennen.<br>\nMarsal h&auml;lt es f&uuml;r &raquo;h&ouml;chstwahrscheinlich, da&szlig; ein Fall Lehman sich wiederholen wird. Jedenfalls solange sich nichts Grundlegendes bei den Finanzaufsichten, Finanzinstituten und Unternehmen &auml;ndert.&laquo; Beispielsweise d&uuml;rfte das Unwesen mit den Kreditversicherungen nicht so weitergehen. Bleibt die Frage: Aber die Regierungen bem&uuml;hen sich doch um &raquo;Regulierungen&laquo;? &raquo;Das ist nur Show&laquo;, so Marsal. Der professionelle Insolvenz&shy;verwalter wei&szlig;: Kontrollierte Insolvenz oder n&auml;chste Krise.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/03-29\/029.php\">junge Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Dieter Wermuth: Goldman Sachs, die &ldquo;Bubble Machine&rdquo;<\/strong><br>\nWir haben es zu tun mit einer &ldquo;bedauerlichen L&uuml;cke im demokratischen Kapitalismus westlicher Pr&auml;gung, dessen zentrale Steuerungsparameter freie M&auml;rkte und freie Wahlen sind; niemand hatte je daran gedacht, dass organisierte Gier einer dezentralen Demokratie in finanziellen Angelegenheiten stets &uuml;berlegen ist&rdquo;, oder, um es in der Terminologie der &Ouml;konomen auszudr&uuml;cken, dass es im Finanzsektor regelm&auml;&szlig;ig und nicht nur zuf&auml;llig zu sogenannten externen Effekten zulasten Dritter kommt. Nur durch strenge Regeln und Auflagen k&ouml;nnen diese Effekte verhindert oder zumindest gemildert werden &ndash; am besten international abgestimmt&hellip;<br>\nIch hatte am 4. November einen Gastartikel in der B&ouml;rsen-Zeitung geschrieben, der sich mit der Frage besch&auml;ftigte, warum insbesondere die amerikanischen Banken so au&szlig;erordentlich profitabel sind, warum zeitweise etwa 40 Prozent aller Unternehmensgewinne in den USA auf den Finanzsektor entfielen (vgl. die beigef&uuml;gte Graphik), warum der Wettbewerb nicht funktionierte, und zu welchen Fehlallokationen volkswirtschaftlicher Ressourcen es dadurch kam. Es handelt sich um ein gravierendes und im Grunde strukturelles Marktversagen an einer zentralen Stelle der Volkswirtschaft. &ldquo;Die Banken m&uuml;ssen auf ihre Kernaufgaben zur&uuml;ckgestutzt werden und d&uuml;rfen nie mehr die Steuerzahler oder die Wirtschaftspolitik in Geiselhaft nehmen.&rdquo; Das ist allerdings leichter gesagt als getan. Leider gibt es immer wieder, und fast zwangsl&auml;ufig, die sogenannte regulatory capture, bei der die Aufseher und Gesetzgeber nach einer Weile auf einmal im Boot derjenigen sitzen, die sie beaufsichtigen sollen. Das passiert vor allem dann, wenn die Materie kompliziert ist &ndash; wie etwa bei derivativen Produkten.\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/files\/2010\/03\/FinProfitShares_1950-09Q3.gif\" alt=\"Gewinne\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2010\/03\/24\/goldman-sachs-die-bubble-machine_1591\">Zeit Online Herdentrieb<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Das Bankgeheimnis der IKB<\/strong><br>\nNach ihrer Fastpleite w&auml;hnt die &Ouml;ffentlichkeit die IKB in Sicherheit. Doch es regen sich Zweifel an der neuen Strategie. Deutschlands Spitzenbanker f&uuml;rchten, dass der Mittelstandsspezialist wieder zu einem Problem werden k&ouml;nnte.<br>\nSeit Herbst 2008 war es ruhiger um die IKB geworden. Da verkaufte die F&ouml;rderbank KfW das Sorgenkind nach der ersten Nothilfe an den US-Investor Lone Star &ndash; der Befreiungsschlag nach einem furchtbaren Jahr. Die IKB war abgest&uuml;rzt von einem soliden Institut zu einer verrufenen Zockerbude, von einer Bank f&uuml;r Mittelstandskredite zu Deutschlands Vorboten der Finanzkrise. Sie hatte als erstes deutsches Institut Milliardenausf&auml;lle bekannt geben m&uuml;ssen, nachdem sie sich am US-Hypothekenmarkt verspekuliert hatte.<br>\nHektisch schn&uuml;rten Bund und Bankwirtschaft Rettungspakete &uuml;ber 10 Mrd. Euro, Deutschlands oberster Finanzaufseher Jochen Sanio&nbsp; sprach von der schwersten Bankenkrise seit 1931. Nach der Notrettung schob die KfW die Tochter f&uuml;r 150 Mio. Euro plus einen sp&auml;teren kleinen Nachschlag an Lone Star weiter, behielt aber Restrisiken aus dem milliardenschweren Portfolio der IKB&hellip;<br>\nDie Texaner selbst d&uuml;rften bei dem Abenteuer auf ihre Kosten gekommen sein. Sie haben aus dem toxischen Portfolio der IKB noch die besseren Wertpapiere &uuml;bernommen, und diese haben sich inzwischen wahrscheinlich, wie der Markt, kr&auml;ftig erholt. Dass Lone Star viele der Papiere inzwischen mit Gewinn verkauft und den Kaufpreis f&uuml;r die IKB damit l&auml;ngst wieder hereingeholt hat, gilt in der Szene als sicher&hellip;<br>\nHelfen konnten die Texaner der IKB aber nur kurzfristig. Und so diskutieren Spitzenvertreter der deutschen Kreditwirtschaft bereits wieder Schreckensszenarien. &ldquo;Das Schlimmste w&auml;re, wenn Lone Star dem BdB die IKB irgendwann vor die T&uuml;r legt und sie ein Fall f&uuml;r den Einlagensicherungsfonds wird&rdquo;, sagt einer.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/finanzdienstleister\/:agenda-das-bankgeheimnis-der-ikb\/50093390.html%20\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> So l&auml;uft das Spiel: Zuerst wurde die Bank mit 10 Milliarden &uuml;berwiegend vom Bund gerettet und dann f&uuml;r 150 Millionen an Lone Star verschleudert; die &bdquo;Heuschrecke&ldquo; schlachtet sie aus und wirft die gefledderte Bank vermutlich dem Steuerzahler noch einmal vor die F&uuml;&szlig;e. Und das konnte gelingen, weil man aus ideologischen Gr&uuml;nden vor einer Verstaatlichung oder besser vor einer Insolvenz zur&uuml;ckschreckte. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Bad Oeynhausen zockte um Zinsen<\/strong><br>\nBei dem Versuch, die klammen Stadtfinanzen zwischen zu niedrigen Einnahmen, zu hohen Ausgaben und einem wachsenden Schuldenberg hindurch zu lavieren, liegen der taz f&uuml;r die nordrhein-westf&auml;lische Kleinstadt Bad Oeynhausen am S&uuml;drand des Wiehengebirges im Kreis Minden-L&uuml;bbecke hunderte Seiten interner Dokumente vor, die den Verdacht erh&auml;rten, dass die Kommune bei den Finanzen &uuml;ber Jahre hinweg verschleiert und dabei demokratische Spielregeln missachtet hat. Den Unterlagen zufolge hat die Stadt jahrelang in mehreren Bl&ouml;cken an die zwei Dutzend Devisen- und Swap-Gesch&auml;fte &uuml;ber die Landesbank WestLB abgeschlossen, die teilweise bis mindestens 2017 laufen.<br>\nDie Revisoren kritisieren in einem internen Bericht die Swaps als &ldquo;Wettgesch&auml;fte&rdquo; und einen Gro&szlig;teil davon als &ldquo;unzul&auml;ssige Spekulationsgesch&auml;fte&rdquo;.<br>\nDie m&ouml;glichen Verluste f&uuml;r die kleine Stadt mit weniger als 50.000 Einwohnern werden von Mitgliedern des Rates mittlerweile auf bis zu 7,8 Millionen Euro gesch&auml;tzt.<br>\nGemeindeordnungen und Runderlasse des Innenministeriums verbieten den Kommunen eigentlich riskante Finanztransaktionen. Trotzdem zockten und zocken nach Angaben des Bunds der Steuerzahler allein in Nordrhein-Westfalen mindestens 160 Kommunen auf den Finanzm&auml;rkten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/zukunft\/wirtschaft\/artikel\/1\/bad-oeynhausen-zockte-um-zinsen\/%20\">taz<br>\n<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die kleinen K&auml;mmerer im Casino.<\/em><\/p><\/li>\n<p><\/p>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Thomas Fricke &ndash; Neues Exportmodell, leicht gemacht<\/strong><br>\nDeutschland war auch vor zehn Jahren schon eine tolle Exportnation, mit prima Maschinenbauern und Autos. Nur machten Exporte damals vertr&auml;gliche 30 Prozent der Wirtschaftsleistung aus &ndash; nicht fast 50 Prozent wie 2008. Und es gab noch keinen &Uuml;berschuss von fast 200 Mrd. Euro wie 2007. Da hat es nach 2000 einen Bruch gegeben, eine ganz neue Dimension einseitiger Exportabh&auml;ngigkeit. Gewagt ist die Entschuldigung, die sich Vertreter deutscher Wirtschaftspolitik ausgedacht haben: dass das nun mal in der Wirtschaft passiere und die Politik nichts daf&uuml;r k&ouml;nne. Wow. Seit sp&auml;testens 2001 ist hier kein Jahr vergangen, in dem Regierungen nicht eingegriffen und etwas beschlossen haben, was Kosten senkt, die preisliche Wettbewerbsf&auml;higkeit trotz beschleunigter Exportzuw&auml;chse noch mal steigert &ndash; und als Kehrseite Einkommen und Importkonkurrenz bremst: von der &Ouml;kosteuer im Tausch gegen sinkende Lohnnebenkosten bis zur Hartz-IV-Reform, die zu st&auml;rkerem Lohndruck f&uuml;hrte. Immer die gleiche Sto&szlig;richtung. Beim Mehrwertsteuercoup 2007 wurde eine Steuer erh&ouml;ht, die erstens 20 Mrd. Euro Kaufkraft zerst&ouml;rte und zweitens auch ausl&auml;ndische Importeure zahlen m&uuml;ssen &ndash; um damit, raten Sie mal, Lohnnebenkosten zu senken, was nur hiesige Unternehmen entlastet. Eine Art ordnungspolitisch korrekter Protektionismus. Ziemlich frech, jetzt zu tun, als habe sich das Gef&auml;lle von Export und Import einfach ergeben. &ndash; Es gibt eine Menge L&auml;nder, die viel exportieren &ndash; ohne Importimplosion. Das haben auch die Deutschen in guten Zeiten geschafft. Daf&uuml;r muss man die Strukturen der Wirtschaft nicht umkrempeln, den Export nicht abbauen. Man muss sich nur vom Dogma verabschieden, dass eine Wirtschaft vom Export allein leben kann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:kolumne-thomas-fricke-neues-exportmodell-leicht-gemacht\/50094365.html?mode=print\">FTD<br>\n<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Zu Frankreich irrt: Export bleibt unser Schl&uuml;ssel zum Erfolg<\/strong><br>\nDie j&uuml;ngsten Konjunkturdaten (ifo-Gesch&auml;ftsklima, Einkaufsmanagerindex) signalisieren: Die Erholung der deutschen Volkswirtschaft geht weiter, gewinnt an Breite und l&auml;uft unverdrossen &uuml;ber die Industrie. Alle Debatten dar&uuml;ber, ob das deutsche Modell mit starker exportorientierter Industrie obolet sei, waren freilich schon vorher fragw&uuml;rdig. (&hellip;) Und nur so kann auch eine St&auml;rkung des Konsums gelingen, indem n&auml;mlich die Besch&auml;ftigung nachhaltig steigt &ndash; wie im vergangenen Aufschwung &ndash; oder weitgehend stabil bleibt &ndash; wie in der Krise. Eigentlich m&uuml;sste die franz&ouml;sische Regierung das auch wissen, denn im Euroraum galt bisher: Stieg die Besch&auml;ftigung um 1 Prozent, so nahm der Konsum um 0,8 Prozent zu, stieg der Reallohn um 1 Prozent, so wuchs der Konsum nur um 0,2 Prozent. Also: Deutschland bleibt Industrieland. Es muss sich seiner Exportst&auml;rke nicht sch&auml;men.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.zdf.de\/zdfdasblog\/2010\/03\/frankreich-irrt-export-bleibt.html\">ZDF Kennzeichen D(igital)<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> &Uuml;ber den Autor dieses Beitrages schreibt das ZDF: &ldquo;Autor: Prof. Dr. Michael H&uuml;ther&rdquo;. Was das ZDF dabei seinen Lesern verschweigt: Michael H&uuml;ther ist Chef des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft. M&ouml;chte das den konservativen und neoliberalen Kreisen nahestehende ZDF mit Nennung lediglich der akademischen Titel den Eindruck erwecken, bei H&uuml;ther handele es sich um einen &ldquo;unabh&auml;ngigen Experten&rdquo;?<\/em><\/p>\n<p><em>Michael H&uuml;ther suggeriert in seinem Beitrag, die Alternative laute &ldquo;Deindustrialisierung oder Exportst&auml;rke&rdquo; &hellip; Es geht jedoch nicht um die &ldquo;Deindustialisierung&rdquo; Deutschlands, sondern um eine schrittweise Umsteuerung der extrem (und damit bedrohlich) exportabh&auml;ngigen deutschen Wirtschaft hin zu einer ausgewogeneren Wirtschaftsstruktur, die dem seit vielen Jahren schw&auml;chelnden Binnenmarkt ein gr&ouml;&szlig;eres Gewicht zugesteht. So zeigen die &ouml;konomisch sowie gesellschafts- und sozialpolitisch erfolgreichen skandinavischen Staaten eindrucksvoll, da&szlig; auch bei einer St&auml;rkung des zum binnenwirtschaftlichen Sektor geh&ouml;renden &ouml;ffentlichen Besch&auml;ftigungssektors (Bildung, Kinderbetreuung, Altenpflege, Gesundheitswesen) die Ziele einer hohen Besch&auml;ftigung, einer geringen Langzeitarbeitslosigkeit und einer qualitativ hochwertigen Versorgung der Bev&ouml;lkerung Hand in Hand gehen. Dies w&uuml;rde jedoch eine Abkehr von der auch vom Arbeitgeberlobbyisten H&uuml;ther vertretenen neoliberalen Ideologie erfordern.<br>\nDie Analyse des den Gewerkschaften nahestehenden Instituts f&uuml;r Makro&ouml;konomie und Konjunkturforschung (IMK) unter dem Titel &ldquo;Einseitige Exportorientierung belastet Wachstum &ndash; Frankreich besser als Deutschland&rdquo; zeigt, dass sich die franz&ouml;sische Wirtschaft seit der Einf&uuml;hrung des Euro im Jahre 1998 besser <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/p_imk_pb_1_2010.pdf\">entwickelt hat als die deutsche Wirtschaft [PDF &ndash; 104 KB]<\/a>.<br>\nDar&uuml;ber kann auch das von H&uuml;ther beschworene Bild von der angeblich hervorragenden Besch&auml;ftigungsentwicklung in Deutschland vor und nach dem Ausbruch der Wirtschaftskrise nicht hinwegt&auml;uschen. Denn neben zahlreichen statistischen Tricks wurde die Arbeitslosenstatistik insbesondere durch eine deutlich qualitative Verschlechterung der Arbeitsplatzqualit&auml;t aufgeh&uuml;bscht, z.B. durch die massive Umwandlung von sozialversicherungspflichtigen Vollarbeitspl&auml;tzen in 400-Euro-Jobs sowie in schlechtbezahlte Leiharbeitspl&auml;tze. Diese Verschlechterung der Arbeitsplatzqualit&auml;t hat sich auch w&auml;hrend der Wirtschaftskrise weiter fortgesetzt. Und wenn H&uuml;ther von einer &ldquo;weitgehend stabilen&rdquo; Besch&auml;ftigung w&auml;hrend der Wirtschaftskrise spricht, dann vergisst er zu erw&auml;hnen, dass die Verl&auml;ngerung des staatlich mitfinanzierten Kurzarbeitergeldes zu einer versteckten Arbeitslosigkeit gef&uuml;hrt hat.<br>\nH&uuml;ther schwelgt im steigenden Ifo-Gesch&auml;ftsklima- und im steigenden Einkaufsmanagerindex und leitet hieraus eine angebliche Rechfertigung f&uuml;r die unver&auml;nderte Exportfixierung der deutschen Wirtschaft ab. Er verschweigt jedoch, dass das deutsche Wirtschaftswachstum im Jahre 2009 im Vergleich zum europ&auml;ischen Durchschnitt deutlich st&auml;rker eingebrochen war und momentan auch in vielen anderen europ&auml;ischen Staaten die Klimaindizes (Ifo, Einkaufsmanager) ansteigen.<br>\nIn keiner Weise nachvollziehbar ist folgende Begr&uuml;ndung Michael H&uuml;thers f&uuml;r die extreme Exportlastigkeit der deutschen Wirtschaft: &ldquo;Eigentlich m&uuml;sste die franz&ouml;sische Regierung das auch wissen, denn im Euroraum galt bisher: Stieg die Besch&auml;ftigung um 1 Prozent, so nahm der Konsum um 0,8 Prozent zu, stieg der Reallohn um 1 Prozent, so wuchs der Konsum nur um 0,2 Prozent.&rdquo;<br>\nW&uuml;rde H&uuml;thers Behauptung zutreffen, dann h&auml;tte der Anstieg der deutschen Besch&auml;ftigung ab dem Jahre 2005 zu einem deutlichen Anstieg des privaten Konsums f&uuml;hren m&uuml;ssen. Dem ist jedoch nicht so. F&uuml;r den Zeitraum 2005 bis 2008 (dem letzten Jahr mit steigenden Besch&auml;ftigungszahlen) entwickelte sich der reale private Konsum in Deutschland wie folgt (siehe Tabelle 1 der IMK-Analyse):<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>2005 +0,3%<\/li>\n<li>2006 +1,3%<\/li>\n<li>2007 -0,3%<\/li>\n<li>2008 +0,4%<\/li>\n<\/ul>\n<p>In diesem Vierjahreszeitraum betrug der durchschnittliche Zuwachs des privaten Konsums in Deutschland somit lediglich +0,4 Prozent. Ein recht mageres Resultat in Anbetracht des von H&uuml;ther behaupteten positiven Einflusses der Besch&auml;ftigung. In Frankreich wuchs der private Konsum im Zeitraum 2005-2008 mit durchschnittlich +2,1 Prozent deutlich kr&auml;ftiger!<br>\nDiese unterschiedliche Entwicklung verwundert nicht: Auch in Frankreich zeigte die Besch&auml;ftigung im Zeitraum 2005-2008 eine positive Entwicklung (siehe IMK-Analyse, Abbildung 4). Dar&uuml;ber hinaus stiegen jedoch die realen Effektivl&ouml;hne in Frankreich in diesem Vierjahreszeitraum deutlich st&auml;rker als hierzulande (insbes. je Arbeitnehmer &mdash; siehe IMK-Analyse, Abbildung 5).<br>\nDeutschland weist europaweit mittlerweile den h&ouml;chsten prozentualen Anteil der im Niedriglohnsektor besch&auml;ftigen Arbeitnehmer auf. Bei einer Fortsetzung der lohndumpingbasierten extremen Exportfixierung der deutschen Wirtschaft drohen den Staaten der Eurozone ein fl&auml;chendeckendes Lohndumping, eine deflation&auml;re Entwicklung und somit erhebliche Wachstums- und Besch&auml;ftigungseinbu&szlig;en.\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Altersvorsorge: Wer nicht spekuliert, verliert <\/strong><br>\nSeit Einf&uuml;hrung der Riester-Rente verfestigt sich in den K&ouml;pfen der Anleger der Irrglaube, der Staat schenke ihnen etwas, damit sie im Alter nicht verarmen. Die Rentenanbieter nutzen das schamlos aus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/finanzen\/altersvorsorge-wer-nicht-spekuliert-verliert-425839\/print\/\">Wirtschaftswoche<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Martin Betzwieser:<\/strong> Wer regelm&auml;&szlig;ig Nachdenkseiten liest, wei&szlig; da noch besser Bescheid. Aber immerhin, die Wirtschaftswoche ist ja nicht gerade ein sozialistisches Kampfblatt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Arbeitgeber ALDI: Gut oder nur billig?<\/strong><br>\nDer Konzern ALDI NORD pflegt das Image vom guten und fairen Arbeitgeber, der seine Mitarbeiter &uuml;bertariflich bezahlt. Doch wie sieht der Alltag aus? MONITOR hat monatelang hinter den Kullisen des Discounters recherchiert. Die Autoren trafen auf Mitarbeiter, die sich um unz&auml;hlige unbezahlte &Uuml;berstunden betrogen f&uuml;hlen. Nur Einzelf&auml;lle oder ein System ALDI?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/tv\/monitor\/sendungen\/2010\/0325\/aldi.php5\">ARD Monitor<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Spuren der Armut &ndash; Mangel in der Kindheit beeinflusst das Erwachsenendasein<\/strong><br>\n2007 lebten in den USA 4,3 Millionen Kinder in Armut. F&uuml;r andere Industriestaaten gibt es vergleichbare Zahlen, f&uuml;r Entwicklungs- und Schwellenl&auml;ndern wesentlich h&ouml;here. US-Forscher haben jetzt in Langzeitstudien untersucht, welche Folgen die Armut f&uuml;r das sp&auml;tere Leben hat. Ihre Ergebnisse stellen sie im Fachblatt &ldquo;Child Development vor.<br>\nEs gibt zunehmend Beweise, dass eine Armut im Kindesalter sp&auml;ter beim Erwachsenen f&uuml;r gesundheitliche Einschr&auml;nkungen verantwortlich ist. Diese Defizite dr&uuml;cken sich unter anderem in einer erh&ouml;hten k&ouml;rperlichen Reaktion auf Stresshormone aus, zudem es gibt Ver&auml;nderungen in der Gehirnentwicklung. All das zusammen genommen verhindert eine optimale Entwicklung eines Kindes, nur weil es in einer sozial benachteiligten Umgebung aufw&auml;chst.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/forschak\/1151925\/\">DLF<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>&ldquo;Die Mittelklasse irrt&rdquo;<\/strong><br>\nJe ungleicher eine reiche Gesellschaft, desto gr&ouml;&szlig;er ihre sozialen Probleme: Der britische Sozialforscher Richard Wilkinson &uuml;ber die Frage, warum der wachsende Abstand zwischen Arm und Reich schlecht f&uuml;r alle ist<br>\nDie Statistiken sind da ganz eindeutig. Je gr&ouml;&szlig;er die Unterschiede zwischen Arm und Reich, umso gr&ouml;&szlig;er sind auch die sozialen Probleme. Ob es um Kriminalit&auml;t, Gewalt, Drogenmissbrauch, Schwangerschaften im Kindesalter, um schlechte Gesundheit, Fettleibigkeit, den Bildungsstand oder die Lebenserwartung geht: &Uuml;berall zeigt sich, dass &raquo;ungleiche&laquo; Staaten wesentlich schlechter dastehen. Und zwar nicht nur ein bisschen schlechter. Anders ausgedr&uuml;ckt: In den westlichen Industrienationen, in denen der Unterschied zwischen Arm und Reich weniger ausgepr&auml;gt ist, gibt es bis zu sechsmal weniger Morde. Und bis zu zehnmal weniger Menschen sitzen im Gef&auml;ngnis.<br>\nWir haben Dutzende Studien ausgewertet, sie sprechen alle dieselbe Sprache: Massive Ungleichheit macht eine Gesellschaft ganz generell dysfunktionaler. Ohne Ausnahme.<br>\nDer amerikanische Nobelpreistr&auml;ger Paul Krugman jedenfalls ist wie ich der Meinung, dass f&uuml;r die wachsende Ungleichheit die Politik ganz entscheidend verantwortlich ist. Schlie&szlig;lich waren die ersten Nachkriegsjahrzehnte in allen westlichen Industrienationen von wachsender Gleichheit gepr&auml;gt. Die Wende kam erst mit der Liberalisierungspolitik von Ronald Reagan und Margaret Thatcher in den achtziger Jahren. Und nach der Wiedervereinigung ist Deutschland mehr oder weniger demselben Modell gefolgt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2010\/13\/Wohlstand-Interview-Richard-Wilkinson%20\">Zeit Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Westerwelle untermauert Hartz-IV-Debatte mit falschen Zahlen<\/strong><br>\nFDP-Chef Guido Westerwelle ist nach einem Zeitungsbericht zu Beginn seiner Hartz-IV-Debatte im Februar von falschen Voraussetzungen ausgegangen. Wie die &bdquo;Leipziger Volkszeitung&rdquo; berichtete, stimmt Westerwelles damals angef&uuml;hrte These nicht, nach der eine berufst&auml;tige verheiratete Kellnerin mit zwei Kindern 109 Euro weniger zur Verf&uuml;gung habe als eine vergleichbare Hartz-IV-Familie.<br>\nDer CDU-Staatssekret&auml;r im Bundesarbeitsministerium, Ralf Brauksiepe, habe schriftlich eine Berechnungsanfrage der arbeitsmarktpolitischen Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Jutta Krellmann, beantwortet, berichtete die Zeitung. Demnach hat die berufst&auml;tige Kellnerin bei regul&auml;rer Inanspruchnahme von Wohngeld und Kinderzuschlag monatlich 456 Euro mehr zur Verf&uuml;gung als ein vergleichbares erwerbsloses Paar.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/news\/article6959188\/Westerwelle-untermauert-Hartz-IV-Debatte-mit-falschen-Zahlen.html\">Die Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Dass Westerwelle seine Hetze mit falschen Zahlen betrieb, das konnten NachDenkSeiten-Leserinnen und &ndash;Leser schon vor Wochen <a href=\"http:\/\/www.arbeitnehmerkammer.de\/sozialpolitik\/dukumente\/2010\/2010-02-15%20Westerwelle.pdf\">nachlesen [PDF &ndash; 178 KB]<\/a>.<br>\nErg&auml;nzende Anmerkung Orlando Pascheit: Da versucht doch Staatsministerin Cornelia Pieper (FDP), aus Guido Westerwelle einen &ldquo;klugen Kopf&rdquo; zu machen. Die FDP-Pressestelle erkl&auml;rte, dass Westerwelle die Zahlen zur Situation der Kellnerin der Bild vom 8. Februar entnommen habe. Die Bild-Zeitung wiederum bezieht sich auf eine Tabelle in der FAZ vom Samstag, 6. Februar. Siehe dazu wiederum <a href=\"http:\/\/www.bildblog.de\/16128\/wie-sich-alle-mit-hartz-iv-verrechnen\/\">Wie sich alle mit Hartz IV verrechnen<\/a>.<br>\nSiehe insgesamt dazu: <a href=\"\/?p=4558\">Gehirnw&auml;sche<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Leiharbeit<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Br&uuml;cke wohin?<\/strong><br>\nDer Deutsche Gewerkschaftsbund wirft der Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) eine Verharmlosung der Leiharbeit-Zust&auml;nde vor. So tauchten die Warnungen und kritischen Anmerkungen der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA) nicht auf. Auch fehle eine Auswertung der amtlichen Arbeitsmarktstatistik. Zudem ignoriere das Ministerium wichtige Forschungsergebnisse, die auf gravierende Fehlentwicklungen hinwiesen. Einseitig und unzureichend seien die Erkenntnisse des IAB eingegangen, das f&uuml;r die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA) die Leiharbeit untersucht. Beispielsweise folgere das IAB aus seinen Forschungen, &ldquo;dass Zeitarbeit f&uuml;r Arbeitslose eher als Br&uuml;cke in die Zeitarbeit und nur sehr beschr&auml;nkt in die regul&auml;re Besch&auml;ftigung dient&rdquo;. Von der Leyen hatte dagegen bei der Vorstellung des Regierungsberichts erkl&auml;rt: &ldquo;Zeitarbeit baut Br&uuml;cken in den Arbeitsmarkt&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2471296&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a>\n<\/li>\n<p><strong>Dazu:<\/strong><\/p>\n<li><strong>Keine Reform der Leiharbeit<\/strong><br>\nEine Reform der Leiharbeit wird es mit der Bundesregierung nicht geben. Die CDU lehnte am Freitag einen von der SPD in den Bundestag eingebrachten Antrag zur Einf&uuml;hrung eines gesetzlichen Mindestlohnes ab. Der Parlamentarische Staatssekret&auml;r im Bundesarbeitsministerium Ralf Brauksiepe (CDU) verwahrte sich bei einer Debatte zu dem Thema gegen den Vorwurf, da&szlig; es in der Zeitarbeitsbranche Niedrigl&ouml;hne gebe. Nur wenige dort Besch&auml;ftigte verdienten so wenig, da&szlig; sie mit staatlichen Leistungen aufstocken m&uuml;&szlig;ten, sagte er. Der SPD-Antrag weist dagegen darauf hin, da&szlig; alle tariflichen Einstiegsl&ouml;hne f&uuml;r Leiharbeiter im Niedriglohnbereich l&auml;gen. Jeder achte Besch&auml;ftigte der Branche sei heute auf staatliche Unterst&uuml;tzung angewiesen, hei&szlig;t es weiter. Die Partei Die Linke forderte, da&szlig; Leiharbeiter lediglich drei Monate in einem Betrieb eingesetzt werden d&uuml;rften, um Auftragsspitzen abzudecken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/03-27\/063.php?print=1\">junge Welt<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Minipreneure <\/strong><br>\nChancen f&uuml;r arbeitslose Frauen und M&auml;nner, die ihr Leben neu gestalten wollen. Das neue Konzept von Hartz.<br>\nQuelle: <a href=\"\/upload\/pdf\/minipreneure_gesamtkonzept.pdf\">Minipreneure Zentrum [PDF &ndash; 1,9 MB]<\/a>\n<p><strong>Siehe dazu eine Kritik:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Minipreneure: Chance f&uuml;r Arbeitslose oder die wunderbare Geldvermehrung f&uuml;r die Erfinder?<\/strong><br>\nSo soll also das Lohnniveau noch weiter gedr&uuml;ckt werden. Selbstst&auml;ndige Subunternehmer sollen Spitzenzeiten abfedern und die Gemeinschaft wird weiter unterh&ouml;hlt. Es sollen keine Arbeitspl&auml;tze geschaffen werden, sondern es soll lediglich im Rahmen der erlaubten Zuverdienstm&ouml;glichkeiten daf&uuml;r gesorgt werden, dass m&ouml;glichst viele Arbeitslose dem Handwerker zur Hand gehen, aber keinerlei Sozialabgaben f&auml;llig werden. Das bestehende System soll weiter ausgebaut werden, der Staat wird weiter ausbluten, die Arbeitslosen bleiben arbeitslos (bis auf ein paar Wochen im Jahr), und die L&ouml;hne der Abh&auml;ngig-Besch&auml;ftigten sinken weiter. Es wird lediglich daf&uuml;r gesorgt, dass kein Arbeitsf&auml;higer dem System entkommt, und sichergestellt, dass die &ouml;rtlichen Netzwerke auch wirklich alle Arbeitslosen mit solchen Kurzzeitbesch&auml;ftigungen erfassen, um sie anschliessend wieder fallen zu lassen. Wo da die Perspektive sein soll, woher ein Betroffener Hoffnung auf Besserung der pers&ouml;nlichen Situation sch&ouml;pfen soll, entzieht sich absolut meinem Verst&auml;ndnis.<br>\nEs kann nur jedem von der Teilnahme an diesem Projekt abgeraten werden. Es wird den erwerbslosen Menschen nicht helfen und es wird die Gesamtsituation nicht verbessern &ndash; es wird alles nur noch schlimmer machen. Keine F&ouml;rdermittel f&uuml;r dieses offensichtliche Betrugsprojekt, das darauf abzielt, den neoliberalen Gedanken der marktradikalen Evolution und Auslese zu unterst&uuml;tzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/2228\/minipreneure-chance-fur-arbeitslose-oder-die-wunderbare-geldvermehrung-fur-die-erfinder%20\">Spiegelfechter<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wir bezweifeln allerdings, dass das bedingungslose Grundeinkommen ein realistisches Gegenmodell ist.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Nochmals: Ulrike Herrmann: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2010%2F03%2F26%2Fa0106&amp;cHash=d45684fe58%20\">Die Steuerwampe<\/a><\/strong><br>\nUnser Leser W.M. schickte uns dazu folgende Anmerkung:<br>\nDer Begriff &ldquo;Mittelstand&rdquo; wird ja gerne benutzt, weil er so sch&ouml;n undefiniert ist. Wer m&ouml;chte sich nicht zur Mitte zugeh&ouml;rig f&uuml;hlen, und f&uuml;hlt sich dann angesprochen, wenn Steuersenkungen f&uuml;r den Mittelstand gefordert werden. Die Entt&auml;uschung folgt allerdings mit gro&szlig;er Wahrscheinlichkeit, weil f&uuml;r eine soooo gro&szlig;e Mitte kann die Steuer gar nicht sp&uuml;rbar gesenkt werden. Diese gro&szlig;e Mitte braucht man nur f&uuml;r die Wahl, die Wohltaten konzentriert man dann doch lieber auf kleinere Bev&ouml;lkerungsteile.<br>\n<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Einkommensteuertarif\">In Wikipedia<\/a> kann man sich den Verlauf des Einkommensteuertarifs in zwei Grafiken ansehen. Danach befindet sich der &ldquo;Bauch&rdquo;, der eigentlich ein Knick ist, bei ca. 13.000,- &euro; zu versteuerndem Jahreseinkommen. Sind die Steuerzahler in diesem Einkommensbereich die Zielgruppe der FDP?<br>\n<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mittelstand\">Laut Wikipedia<\/a> bilden nach quantitativen Kriterien den Mittelstand &ldquo;Unternehmen mit 10 bis 500 Mitarbeitern und maximal 50 Millionen Euro Umsatz&rdquo;. (Es gibt auch andere Definitionen.) Inhaber solcher Unternehmen geh&ouml;ren sicher nicht zu den Leuten, deren Einkommen sich um die 13.000 &euro; bewegt. Zumindest nicht dann, wenn sie ihr Einkommen ordnungsgem&auml;&szlig; versteuern.<br>\nEs gibt aber noch <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mittelschicht\">eine andere Definition bei Wikipedia<\/a>:<br>\n&ldquo;Bezogen auf einen Einpersonenhaushalt definiert das Deutsche Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung (DIW) statistisch als &bdquo;Mittelschicht&ldquo; die Bev&ouml;lkerungsgruppe mit einem Netto&auml;quivalenzeinkommen zwischen 70 und 150 Prozent des Medians der privaten Haushaltsrealeinkommen. Im Jahre 2006 lag dieser Einkommensmedian in Deutschland knapp &uuml;ber 16.000 Euro.&rdquo;<br>\nDiese &ldquo;Mittelschicht&rdquo; ist also die Bev&ouml;lkerungsgruppe, die mit dem falschen Begriff &ldquo;Mittelstandsbauch&rdquo; angesprochen werden soll. Sie ist ja auch am meisten davon betroffen. Allerdings glaube ich den Verfechtern von Steuersenkungen nicht, dass sie diese Schicht auch wirklich sp&uuml;rbar bedienen wollen, zumal der Haushalt das gar nicht hergibt.<br>\nWer unterscheidet schon so genau zwischen Mittelstand und Mittelschicht, zumal es keine allgemeinverbindliche Definition daf&uuml;r gibt. Und diese Ungenauigkeit kann man wunderbar benutzen, um die W&auml;hler hinters Licht zu f&uuml;hren.<br>\nRes&uuml;mee: Wenn ein Politiker von Mittelstand redet, ist nicht die Masse der W&auml;hler gemeint. Leider wissen das viele W&auml;hler nicht, und die Politiker werden sich h&uuml;ten, f&uuml;r Klarheit zu sorgen.<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Winfried Wolf: Wer mit dem Riss lebt<\/strong><br>\nIm Verkehrsausschuss des Bundestags sprach Ulrich Homburg, Vorstand bei DB Mobility Logistics, wo der Personen- und G&uuml;terverkehr der Deutschen Bahn geb&uuml;ndelt wird, Klartext: &bdquo;Im Eisenbahnbetrieb muss (&hellip;) jedes Bauteil im Bereich R&auml;der und Achsen grunds&auml;tzlich dauerfest sein. Was wir im Augenblick tun, ist letztlich, dass wir bei Bauteilen, die nachgewiesenerma&szlig;en nicht dauerfest sind, quasi mit einer Hilfsl&ouml;sung diese (so) in Betrieb halten, dass die Sicherheit gew&auml;hrleistet ist (&hellip;) Wir m&uuml;ssen heute feststellen, dass wir beim ICE und auch beim ICE-T Achsen haben, die, wenn man sie heute berechnet, nicht dauerfest sind.&ldquo;<br>\nDie allgemeine Ursache f&uuml;r die Misere besteht im Folgenden: Der Bereich Eisenbahnbau und Eisenbahnbetrieb war ein Dreivierteljahrhundert lang (1825 bis 1900) &uuml;berwiegend privatkapitalistisch organisiert &ndash; hinsichtlich der Sicherheit und Effizienz oft mit katastrophalen Ergebnissen. Er war dann knapp ein Jahrhundert lang (1900-1995) weitgehend von &ouml;ffentlichem Eigentum bestimmt &ndash; hinsichtlich der Sicherheit und der Effizienz meist mit guten Ergebnissen. Seit Mitte der 1990er Jahre wird dieser Bereich erneut unter privatkapitalistisches Regime gestellt. Kurz: Es ist die nun erneut vorherrschende Orientierung auf Kurzzeitprofite, die die katastrophalen Folgen zeitigt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.linksnet.de\/de\/artikel\/25405\">linksnet<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Atomlager Asse: Kohl-Regierung vertuschte Wassereinbruch<\/strong><br>\nJahrelang hat die schwarz-gelbe Bundesregierung unter Helmut Kohl nach SPIEGEL-Informationen den Wassereinbruch im Atomm&uuml;ll-Endlager Asse vertuscht. So sollte die Kernenergie in Deutschland gesichert werden. Nach SPIEGEL-Informationen erbrachten interne Untersuchungen von zwei Wissenschaftlern aber sp&auml;testens 1995 den Beweis, dass die Fl&uuml;ssigkeit von au&szlig;en in das Bergwerk eindringt.<br>\nDamit war klar, dass die M&uuml;llkippe abzusaufen droht. Als einer der Experten seine Kenntnisse 1996 in einer Habilitationsschrift ver&ouml;ffentlichen wollte, verlangten Mitarbeiter des staatlichen Betreibers und des Bundesforschungsministeriums aber, alle Hinweise auf die Asse zu &ldquo;&uuml;berarbeiten&rdquo;.<br>\nWelche Rolle der damals zust&auml;ndige Bundesforschungsminister J&uuml;rgen R&uuml;ttgers bei den Vorg&auml;ngen spielte, soll nun der Asse-Untersuchungsausschuss im nieders&auml;chsischen Landtag kl&auml;ren. Sylvia Kotting-Uhl, atompolitische Sprecherin der Gr&uuml;nen-Bundestagsfraktion: &ldquo;Offensichtlich tr&auml;gt R&uuml;ttgers f&uuml;r die Vertuschung des gr&ouml;&szlig;ten Umweltskandals in Europa Verantwortung.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/technik\/0,1518,685990,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Kleinkrieg gegen Pharmaindustrie<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>R&ouml;slers Scheinsieg<\/strong><br>\nSchon heute gibt es eine Institution, die den Zusatznutzen und die Wirksamkeit neuer Arzneien wissenschaftlich feststellen soll: das Institut f&uuml;r Qualit&auml;t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Die K&ouml;lner Einrichtung hat R&ouml;sler erst vor Kurzem geschw&auml;cht: durch den Sturz von dessen renommiertem Chef. Das Institut f&uuml;hrte einen Kleinkrieg gegen Pharmaunternehmen, um sie zur Herausgabe aller Studienergebnisse zu bewegen. Die Konzerne haben nat&uuml;rlich ein Interesse daran, nur ihnen genehme Ergebnisse zu ver&ouml;ffentlichen. Und nun will R&ouml;sler allen Ernstes festschreiben, dass auf Grundlage ebendieser Daten die Wirksamkeit einer Arznei beurteilt werden soll. Das ist ungef&auml;hr so, als &uuml;berlie&szlig;e die Stiftung Warentest Unternehmen das Testen ihrer Produkte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2010%2F03%2F27%2Fa0077&amp;cHash=aba80b71a5\">taz<\/a>\n<\/li>\n<p><strong>Dazu:<\/strong><\/p>\n<li><strong>FDP scheint endlich in der Realit&auml;t angekommen<\/strong><br>\n Wichtiger noch als der aufkommende Realit&auml;tssinn in Sachen Steuersenkung d&uuml;rfte f&uuml;r die Partei das Arzneimittelsparpaket sein, das Gesundheitsminister Philipp R&ouml;sler vorgelegt hat. Auch wenn der Vorschlag inhaltlich keine Revolution ist, so bietet er politstrategisch die Chance, sich vom Image der Klientelpartei zu befreien. Schon die Reaktionen der Pharmaindustrie zeigen, dass R&ouml;sler dabei auf dem richtigen Weg ist. &ldquo;Gift f&uuml;r den Standort Deutschland&rdquo;, sch&auml;umte der Verband Forschender Arzneimittelhersteller und malte bereits d&uuml;stere Untergangsszenarien an die Wand. Die FDP kann &uuml;ber so viel Gegenwehr nur froh sein. So festigt sich der &ouml;ffentliche Eindruck, R&ouml;sler lege sich mit einer m&auml;chtigen Lobbygruppe an &ndash; genau das hat die als M&ouml;venpick-Partei gescholtene FDP gebraucht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:fdp-scheint-endlich-in-der-realitaet-angekommen\/50094371.html?mode=print\">FTD<br>\n<\/a><\/li>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Nachdem die FDP gemerkt hat, dass ihre Stammw&auml;hlerschaft vielleicht doch etwas zu klein ist, versucht sie bei anderen W&auml;hlergruppen zu punkten und die Presse hilft ihr dabei. R&ouml;slers eigene Vorschl&auml;ge zur Eind&auml;mmung der Arzneimittelkosten sind ein Witz. Erst die CDU hat hier die notwendige Sch&auml;rfe in das Spiel gebracht. Nach R&ouml;sler sollten die Pharmaunternehmen den Nutzen f&uuml;r jedes neue Medikament nachweisen. Das nennt man, den Bock zum G&auml;rtner machen. Preisstopp und Zwangsrabatte werden auf Dr&auml;ngen der Union aufgenommen.<\/em>\n<\/p><\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Lobbyismus<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Immer erst die Industrie fragen<\/strong><br>\nEine Allianz von Gro&szlig;unternehmen und Wirtschaftsverb&auml;nden setzte in den 90er Jahren durch, dass europ&auml;ische Gesetze vorab auf ihre &ouml;konomischen Kosten untersucht und dabei vor allem die betroffenen Branchen geh&ouml;rt werden sollten. Publik wurde die verdeckte Lobbykampagne durch eine britische Studie, die im Januar erschien. Das Forscherteam um Katherine Smith von der Universit&auml;t Bath st&uuml;tzte sich bei seinen Recherchen auf interne Dokumente der Tabakindustrie, die im Zuge von Schadensersatzprozessen in den USA an die &Ouml;ffentlichkeit kamen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2010\/03\/immer-erst-die-industrie-fragen\/\">LobbyControl<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Lobby-Skandal in britischer Labour-Partei weitet sich aus<\/strong><br>\nWenige Wochen vor der britischen Parlamentswahl weitet sich der Lobby-Skandal um die regierende Labour-Partei aus. Auch Ex-Verteidigungsminister Adam Ingram und der fr&uuml;here Sportminister sollen politische Einflussnahme gegen Bares angeboten haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.donaukurier.de\/nachrichten\/politik\/Grossbritannien-Wahlen-Parlament-Korruption-Lobby-Skandal-in-britischer-Labour-Partei-weitet-sich-aus;art154676,2261476%20\">Donaukurier<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Komisch, dass eine solche Praxis von Ex-Ministern oder auch h&ouml;herrangigen Ex-Beamten nur in Gro&szlig;britannien als Skandal gilt. Das ist doch bei uns ganz &uuml;bliche und massenhafte Praxis. Es ist doch auch in Deutschland ganz &uuml;blich geworden, dass ausgeschieden Minister oder Staatssekret&auml;re oder auch prominente oder weniger prominente Parlamentarier noch ihrer politischen Karriere als &bdquo;Berater&ldquo; t&auml;tig wurden oder auch ganz offiziell zur Pflege der Kontakte zur Politik in Vorstandsposten &uuml;bernommen wurden, zuletzt etwa Althaus bei Magna, Fischer als RWE-Berater f&uuml;r das Gaspipeline-Projekt Nabucco oder Schr&ouml;der f&uuml;r Gazprom oder Clement bei Citigroup oder Issing bei Goldman Sachs oder oder oder&hellip; (siehe etwa nur Florian Gerster, Theo Waigel, Rudolf Scharping oder Volker R&uuml;he im <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/finanzdienstleister\/:bilderserie-prominente-im-dienste-von-private-equity\/215024.html\">Dienste von Private Equity<\/a> ). Sie alle bieten doch nichts anderes als politische Einflussnahme gegen Bares an. Sie arbeiten doch alle mit dem &bdquo;Kapital&ldquo;, dass sie Zugang (und sei es nur die Telefonnummer) zu politisch Verantwortlichen haben. Die Honorare pro Beratungstag in H&ouml;he von 1.500 bis 3.000 Euro sind durchaus nicht ungew&ouml;hnlich.<br>\nEhemalige Spitzenpolitiker\/innen sind f&uuml;r Unternehmen als Lobbyisten, Berater oder Mitglieder im Vorstand oder Aufsichtsrat deshalb so beliebt, weil sie zwei unbezahlbare Ressourcen mitbringen: erstens detaillierte Kenntnisse &uuml;ber interne Abl&auml;ufe in politischen Prozessen und zweitens noch warme Kontakte zu politischen Entscheidungstr&auml;gern. Damit sichern sich die Unternehmen einen besonderen Zugang zur Politik, der sie gegen&uuml;ber anderen Interessen privilegiert.<br>\nDieser besondere Zugang zur Politik steht nur bestimmten, ohnehin starken Interessengruppen offen, denn f&uuml;r ehemalige Spitzenpolitiker\/innen attraktive Jobs k&ouml;nnen nur finanzstarke und profilierte Akteure anbieten &ndash; dies sind in der Regel gro&szlig;e Unternehmen oder Wirtschaftsverb&auml;nde. Die bestehenden Machtstrukturen werden so verfestigt und verst&auml;rkt.<br>\nDurch die M&ouml;glichkeit, nach dem Ausscheiden aus der Politik direkt in einen lukrativen Job bei einem Unternehmen oder einer Lobby-Agentur zu wechseln, besteht f&uuml;r Politiker\/innen der Anreiz, schon w&auml;hrend ihrer politischen T&auml;tigkeit ihre sp&auml;teren Jobchancen zu optimieren. Entscheidungen zum Vorteil bestimmter Unternehmen sind dabei die direkteste Form der Beg&uuml;nstigung.<br>\nIch wei&szlig;, wovon ich spreche. Nach meinem Ausscheiden als Staatssekret&auml;r wurde mir auch angeboten, in eine Beratungsfirma einzusteigen. Wie funktioniert eine solche Beratung? Wenn Minister oder h&ouml;herrangige Beamte aus ihrem Amt ausscheiden, kennen sie eine Vielzahl von Entscheidungstr&auml;gern pers&ouml;nlich, sie haben deren Telefonnummern und werden im Regelfall auch durchgestellt. Es ist den zu beratenden Firmen schon Geld wert, wenn f&uuml;r ihr Anliegen ein Gespr&auml;chskontakt vermittelt wird. Der Kontakt muss noch nicht einmal auf h&ouml;chster Ebene stattfinden, es reicht ein pers&ouml;nlicher Vortrag beim zust&auml;ndigen Beamten in einem Ministerium oder einer Beh&ouml;rde. Dadurch erhalten diese Firmen einen Vorteil gegen&uuml;ber ihren Mitwettbewerbern, die ihr Anliegen auf dem &bdquo;Dienstweg&ldquo; vorbringen m&uuml;ssen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Die Normalit&auml;t der K&auml;uflichkeit<\/strong><br>\nIn England wird aufgrund der H&auml;ufigkeit der Skandale um bestechliche und sich bereichernde Parlamentarier zunehmen konsterniert auf solche Vorf&auml;lle reagiert. Und auch hierzulande hat l&auml;ngst eine Gew&ouml;hnung an den allt&auml;glichen Lobbyismus stattgefunden. Wahrgenommen und &ouml;ffentlich ausgeschlachtet werden dabei nur die dreistesten Ausw&uuml;chse: Horrende Parteispenden aus der Privatwirtschaft werden zum Problem, wenn sich diese wirklich allzu offensichtlich auf die politische Agenda der bedachten Parteien auswirken (wie bei der M&ouml;venpick-Partei FDP). Das Verkaufen von Gespr&auml;chen oder Fotos mit Ministerpr&auml;sidenten und Ministern (wie j&uuml;ngst u.a. bei der R&uuml;ttgers-CDU) wird kritisiert, weil es derart &ouml;ffentlich vonstatten geht. Zu Recht Skandale sind auch das Ausnutzen von dienstlich gesammelten Bonusmeilen f&uuml;r private Zwecke, die Inanspruchnahme von Fahrtdiensten im Privaturlaub oder das Profitieren bei der Vergabe von Wirtschaftsauftr&auml;gen aufgrund der eigenen Stellung. &Ouml;ffentlich problematisiert werden diese Erscheinungen erst dann, wenn der Zusammenhang zwischen dem politischen Handeln einerseits und den Interessen der Spender andererseits zu offensichtlich wird oder wenn eine direkte private Vorteilsnahme eines Politikers publik wird&hellip;<br>\nJedoch sind die genannten Beispiele nur die offensichtlichen Spitzen eines tiefer liegenden Problems. Nur weil die grundlegend enge Kooperation, Verflechtung und Beratung der etablierten Parteien mit der Privatwirtschaft allgemein hingenommen, oder gar als n&uuml;tzlich angesehen wird, sind derartige Praktiken, die nur selten ihren Weg an die &Ouml;ffentlichkeit finden, &uuml;berhaupt erst m&ouml;glich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bleib-passiv.de\/beitraege\/manipulatives\/160-die-normalitaet-der-kaeuflichkeit.html\">bleib passiv<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Bundestag scheut h&auml;rtere Korruptionsregeln<\/strong><br>\nBeamte werden f&uuml;r Bestechlichkeit hart bestraft. Doch wenn es um sie selbst geht, sind deutsche Politiker gro&szlig;z&uuml;gig. Seit sieben Jahren verweigert der Bundestag die Unterschrift unter die Anti-Korruptions-Konvention. Sogar viele Entwicklungsl&auml;nder haben inzwischen strengere Vorschriften.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article6951734\/Bundestag-scheut-haertere-Korruptionsregeln.html\">Die Welt<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Warum der Extremismus-Vorwurf?<\/strong><br>\nR&uuml;diger Sagel &uuml;ber seinen Antrag gegen die &raquo;extremistische&laquo; NRW-FDP. Sagel sitzt als einziger Abgeordneter f&uuml;r die LINKE im nordrhein-westf&auml;lischen Landtag: &bdquo;Die FDP hat mehrere verfassungswidrige Gesetze im Landtag auf den Weg gebracht, darunter eine h&ouml;here Stimmh&uuml;rde bei Kommunalwahlen und die Zusammenlegung von Europa- und Kommunalwahl. Beide Gesetze wurden vom NRW-Verfassungsgerichtshof gekippt. FDP-Innenminister Ingo Wolf hat ma&szlig;geblich die Regelung zur Online-Durchsuchung privater Computer zu verantworten. Die wurde vom Bundesverfassungsgericht als grundgesetzwidrig eingestuft. Nicht zuletzt diffamiert die FDP in Person des Herrn Westerwelle sieben Millionen Hartz-IV-Empf&auml;nger, Stichwort &raquo;sp&auml;tr&ouml;mische Dekadenz&laquo;.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/168024.warum-der-extremismus-vorwurf.html\">ND<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Afghanistan: Sustaining West European Support for the NATO &ndash; led Mission &ndash; Why Counting on Apathy Might Not Be Enough<\/strong><br>\nFefe &uuml;ber ein Memo der &ldquo;think outside the box&rdquo;-Einheit der CIAzur Frage, wie man verhindern kann, dass die gewaltige Unzufriedenheit der Bev&ouml;lkerung in Europa mit dem Afghanistankrieg zu einem R&uuml;ckzug aus der ISAF-Mission f&uuml;hrt.<br>\nDas Papier zitiert als Haupt-Pro-Faktor f&uuml;r weitere Milit&auml;rpr&auml;senz die &ldquo;&ouml;ffentliche Apathie&rdquo;, die den Regierungen erlaubt, die W&auml;hler zu ignorieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.fefe.de\/?ts=b5522080\">Fefes Blog<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Ich finde das nicht gerade sensationell, weil ich ohnehin davon ausgehe, dass die USA alle noch halbwegs legalen M&ouml;glichkeiten nutzen, um die &ouml;ffentliche Meinung zu beeinflussen. Aber das ist hier bei uns doch auch nicht anders, man denke nur an Scharpings Hufeisenplan-L&uuml;ge.<br>\nInteressant finde ich nur, wie offen und mit welcher Abgebr&uuml;htheit die verschiedenen M&ouml;glichkeiten der Manipulation diskutiert werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h23\"><\/a><strong>Gemischte Bilanz in Helmand<\/strong><br>\nDie Grossoffensive der Nato in der afghanischen Provinz Helmand zeitigt Erfolge. Einige Orte konnten zur&uuml;ckerobert werden. Doch die Taliban terrorisieren die Bev&ouml;lkerung aus dem Untergrund weiter. Die neue Strategie &laquo;take, hold and build&raquo; des Oberkommandierenden der internationalen Truppen, Stanley McCrystal, sieht vor, dass zur&uuml;ckeroberte Gebiete &uuml;ber l&auml;ngere Zeit hinweg gehalten und wirtschaftlich entwickelt werden sollen, um die lokale Bev&ouml;lkerung auf Regierungsseite zu ziehen. N&auml;chtliche Erst&uuml;rmungen von H&auml;usern, die extrem unpopul&auml;r sind, wurden in den letzten Wochen zur&uuml;ckgefahren. Das hat die Beziehung zwischen den &laquo;ausl&auml;ndischen Besetzern&raquo; und der paschtunischen Bev&ouml;lkerung eindeutig verbessert. Doch die Ressourcen sind begrenzt, und die Nato ist kaum auf eine langfristige Pr&auml;senz in S&uuml;dafghanistan vorbereitet. In den n&auml;chsten Monaten sollen die ausl&auml;ndischen Truppen zwar von 120 000 auf 150 000 Mann aufgestockt werden. Doch dies wird kaum reichen, um Helmand fl&auml;chendeckend zu kontrollieren und wiederaufzubauen. Ganz abgesehen davon, dass sich die Taliban im Falle einer Verst&auml;rkung der Offensive in Helmand in andere Provinzen verschieben werden und dort in der Folge ebenfalls mehr Truppen ben&ouml;tigt werden. Ein Vertreter des amerikanischen Geheimdienstes CIA &auml;usserte sich gegen&uuml;ber Journalisten j&uuml;ngst kritisch &uuml;ber die Erfolgsaussichten der Offensiven. Die internationalen Truppen k&ouml;nnten zwar einige taktische Siege in Helmand und Kandahar erringen, doch das werde insgesamt wenig bringen, meinte er warnend. Um Afghanistan zu befrieden, seien eine landesweite Strategie und zehnmal mehr Soldaten n&ouml;tig.<br>\nSchaden k&ouml;nnte der Offensive l&auml;ngerfristig vor allem die Korruption lokaler Regierungsvertreter. Zur neuen amerikanischen Politik geh&ouml;rt auch die Devise, dass man mit guter Regierungsf&uuml;hrung und Entwicklung die Herzen und K&ouml;pfe der Afghanen gewinnen m&uuml;sse. In den Provinzen herrschen aber vielerorts immer noch die alten, durch und durch korrupten und kriminellen Machttr&auml;ger, die der Bev&ouml;lkerung wenig Vertrauen einfl&ouml;ssen. So hat der Gouverneur von Helmand mit Abdul Zahir vor kurzem eine h&ouml;chst fragw&uuml;rdige Figur zum neuen Distriktchef von Marja ernannt. Noch schlimmer ist die Lage in Kandahar, wo der Bruder von Pr&auml;sident Karzai, Ahmed Wali Karzai, das Zepter schwingt. Der Vorsitzende des Provinzrates ist nicht nur korrupt, sondern auch im grossen Stil in den Drogenhandel verwickelt. Solch unglaubw&uuml;rdige Figuren auf Regierungsseite verschaffen den Taliban nur Zulauf und k&ouml;nnten der Demokratie in Afghanistan am Ende das R&uuml;ckgrat brechen und die Offensive im S&uuml;den zum Scheitern bringen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/hintergrund\/dossiers\/konflikt_am_hindukusch_dossier\/aktuelle_berichterstattung\/gemischte_bilanz_in_helmand_1.5275538.html?printview=true\">NZZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h24\"><\/a><strong>Nestl&eacute;gate<\/strong><br>\nDrei Spioninnen infiltrierten &uuml;ber Monaten hinweg linke und autonome Gruppen in der Westschweiz. &ldquo;Nestl&eacute;gate&rdquo; wird der Spitzelskandal in der Presse genannt, da der Nahrungsmittelmulti Nestl&eacute; den Auftrag erteilt hatte. Ausgef&uuml;hrt hat ihn die Sicherheitsfirma Securitas. &ldquo;Es ging darum, Pressekampagnen und Aktionen zu antizipieren &hellip; Wir lernten so auch, mit welchen anderen Gruppen Attac kooperierte &hellip; Es ging darum, materielle wie auch immaterielle Sch&auml;den zu verhindern&rdquo;, sagte der ehemalige Nestl&eacute;-Kommunikationschef Fran&ccedil;ois-Xavier Perroud.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.linksnet.de\/de\/artikel\/25396\">linksnet<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Auch wenn der Fall auf einen Zivilproze&szlig; hinausl&auml;uft, in dem es um die Verletzung von Pers&ouml;nlichkeitsrechten geht, verweist er auf eine f&uuml;r uns kaum begreifliche Dimension, wenn man liest, dass eine Spionin sich insbesondere f&uuml;r Aktivit&auml;ten der kolumbianischen Gewerkschaft Sinaltrainal interessierte. Gem&auml;ss Amnesty International sind in Kolumbien in den letzten zwanzig Jahren 2000 GewerkschafterInnen ermordet worden, darunter auch 22 Mitglieder Gewerkschaft Sinaltrainal. Luciano Enrique Romeros Leiche wurde im September 2005 gefunden &ndash; gefesselt, mit Folterspuren und vierzig Messerstichen &uuml;bers&auml;t. Er hatte sich vor allem mit Nestl&eacute;s Praktiken in Kolumbien besch&auml;ftigt. Freddy Sepulveda, der in der Nestl&eacute;-Fabrik von Bugalagrande arbeitet und Leitungsmitglied der Gewerkschaft Sinaltrainal ist, meinte dazu: &laquo;Wir k&ouml;nnen nicht sagen, dass es eine direkte Verantwortung Nestl&eacute;s an der Ermordung von Romero gibt. <a href=\"http:\/\/www.woz.ch\/artikel\/print_17547.html\">Aber sie haben sicher davon profitiert<\/a>&raquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h25\"><\/a><strong>Die tote Hand der Kirche<\/strong><br>\nDie nahezu einzigartige Stellung der katholischen Kirche in Irland erlaubte die Perfektion eines globalen Systems der Vertuschung. Der Hirtenbrief Papst Benedikts XVI. an die irischen Katholiken hat nicht nur in Irland Unmut ausgel&ouml;st. Der Versuch, den klerikalen Missbrauch in Irland und seine systematische Vertuschung als singul&auml;re Abirrung darzustellen, wird durch die Tatsachen nicht gest&uuml;tzt. Er dient vielmehr dem Selbstschutz des Vatikans. Greifbar wurde die Gedankenwelt des irischen Episkopats in den Aussagen des damaligen Erzbischofs von Dublin, Desmond Connell, vor dem Untersuchungsausschuss &uuml;ber die Vertuschung in der Di&ouml;zese Dublin (Murphy-Kommission). Der eklatanten L&uuml;ge &uuml;berf&uuml;hrt, berief sich Connell auf das jesuitisch-kasuistische Konzept des geheimen Vorbehalts (mentalis restrictio): Solange der Sprechende w&auml;hrend des L&uuml;gens stumme Fussnoten &uuml;ber den wahren Sachverhalt anfertigt, l&uuml;gt er nicht wirklich. &ndash; Angesichts dieses flexiblen Umgangs mit dem klerikalen Gewissen und der vernichtenden Schelte des Papstes f&uuml;r die irische Kirche (er k&uuml;ndigte eine apostolische Visitation an) ist in Irland eine neuartige Debatte &uuml;ber die verbleibenden Funktionen der Kirche in der Gesellschaft entbrannt. Immerhin kontrolliert die Kirche 92 Prozent aller Primarschulen, s&auml;mtliche Lehrerseminare und weite Teile des Gesundheitssektors.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/kultur\/aktuell\/die_tote_hand_der_kirche_1.5302577.html?printview=true\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der &Auml;rger und die Emp&ouml;rung &uuml;ber das Verhalten der katholischen Kirche ist l&auml;ngst einer nicht so leicht fassbaren Trauer gewichen. Trotz meiner gewachsenen Distanz zur katholischen Kirche war die Grundeinstellung wohl immer noch von einem gewissen Grundvertrauen als wohlmeinende Institution gepr&auml;gt. Irgendwie konnte ich anscheinend mit ihrer politischen Unentschlossenheit gegen&uuml;ber den Geknechteten und Entrechteten dieser Welt, der immer weniger werdenden Spiritualit&auml;t der Geistlichkeit zurechtkommen. Klar war auch, dass eine gewisse Differenz zwischen Priesteramt und dem s&uuml;ndigen Menschen in diesem Amt besteht. Aber dass die Kirche als Ganzes nicht wahrnehmen konnte, wollte, wie sehr dieses Amt durch die Vergewaltigung der ihm anvertrauten Seelen durch den fehlenden Menschen im Amt beschmutzt wurde, wie sehr die die N&auml;chstenliebe hohnspottende Ignoranz der Gesamtkirche gegen&uuml;ber den Opfern den Opfermythos dieser Religion in Frage stellt, zeigt wie marode die Basis der Kirche geworden ist. Ihre Amtstr&auml;ger lavieren herum, wie x-beliebige Politiker, die bei einem Fehltritt erwischt wurden. Es hilft nichts, auch wenn man wei&szlig;, dass Missbrauch in der Kirche statistisch nicht mehr oder gar weniger ins Gewicht f&auml;llt als in der &uuml;brigen Gesellschaft, der Verrat am gl&auml;ubigen Menschen findet durch das Ausbleiben eines t&auml;tigen &ldquo;mea culpa&rdquo; der Gesamtkirche und ihres Oberhaupts statt, jenseits der Frage inwiefern einzelne etwas gewusst haben oder nicht. Es geht nicht mehr um die Kritik an einzelnen Priestern und Bisch&ouml;fen, sondern um die dieser Kirche anscheinend immanente Unterdr&uuml;ckung unangenehmer Wahrheiten, um die Bereitschaft zu Vertuschung und die damit verbundene K&auml;lte gegen&uuml;ber den Opfern. Der Glaube an Jesus Christus sollte der Kirche nicht nur die St&auml;rke zum Kampf gegen ihre Feinde sondern auch den Mut geben, dem ewigen Feind in sich selbst zu begegnen.<br>\n<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: KfW wird Staatsgeld nicht los; Greenspan ist sich keiner Schuld bewusst; Lehman-L&uuml;ge; Goldman Sachs, die &bdquo;Bubble Machine&ldquo;; IKB zerfleddert; K&auml;mmerer im Casino; Wirtschaft lebt nicht vom Export allein; Altersvorsorge als Spekulationsgeld; ALDI billig; Spuren der Armut; die Mittelklasse irrt; Westerwelle, Demagogie mit falschen Zahlen; Leiharbeit; Neues von Hartz: Minipreneure;<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4972\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4972","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4972","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4972"}],"version-history":[{"count":22,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4972\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4994,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4972\/revisions\/4994"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4972"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4972"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4972"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}