{"id":49938,"date":"2019-03-07T08:33:26","date_gmt":"2019-03-07T07:33:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=49938"},"modified":"2019-03-07T10:47:18","modified_gmt":"2019-03-07T09:47:18","slug":"leserbriefe-zu-kampagne-gegen-antisemitismus-wird-vermutlich-antisemitismus-staerken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=49938","title":{"rendered":"Leserbriefe zu Kampagne gegen Antisemitismus wird vermutlich Antisemitismus st\u00e4rken"},"content":{"rendered":"<p>Das Thema &bdquo;Antisemitismus&ldquo; und dessen missbr&auml;uchliche Instrumentalisierung zur Unterdr&uuml;ckung missliebiger Meinungen und Informationen zur israelischen Politik polarisiert. So ist es auch nicht &uuml;berraschend, dass wir zu unserem Artikel &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=49684\">Kampagne gegen Antisemitismus wird vermutlich Antisemitismus st&auml;rken<\/a>&ldquo; neben zahlreichen zustimmenden auch einige kritische Lesermails bekommen haben. Auch wenn die Redaktion einige Punkte vollkommen anders sieht als die Autoren dieser Briefe, wollen wir an dieser Stelle auch diese Schreiben ver&ouml;ffentlichen; auch um die Dynamik der Debatte ein wenig transparenter zu machen.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Redaktion,<\/p><p>Danke f&uuml;r diesen Artikel. Aber ich habe ein paar kritische Anmerkungen: <\/p><p>I. man kann &ldquo;die Juden&rdquo; nicht nur als die gl&auml;ubigen Anh&auml;nger der j&uuml;dischen Religion definieren. Es gibt unz&auml;hlige ungl&auml;ubige &ndash; gar atheistische &ndash; Juden, die sich deshalb als Juden definieren, weil sie wissen, dass sie von ihrer nicht-j&uuml;dischen Umwelt als solche definiert werden, oder dass zumindest ihre Vorfahren so definiert und allzu oft verfolgt wurden. &ldquo;Jude&rdquo; zu sein, hei&szlig;t dann, sich der Tatsache zu stellen, einer historischen Schicksalsgemeinschaft zuzugeh&ouml;ren. Der j&uuml;dische Marxist Abraham Leon hat die Juden deshalb als eine &ldquo;Volksklasse&rdquo; bezeichnet, weil sie &ndash; jedenfalls im &ldquo;christlichen Abendland&rdquo; &ndash; ihr fortdauernde Existenz der Kombination von sozialem Stand\/sozialer Funktion (Handel, Bankierswesen, Wucher) und religi&ouml;ser sowie (teilweise) ethnischer Zugeh&ouml;rigkeit verdankte.<\/p><p>II. Die auch von f&uuml;hrenden imperialistischen Staaten gelenkte Kampagne der Gleichsetzung von &ldquo;Antizionismus&rdquo; und &ldquo;Antisemitismus&rdquo; ist einerseits in ihrer geopolitischen Zielrichtung (Unterst&uuml;tzung Israels als imperialistische Vormacht im erd&ouml;lreichen Nahen Osten) allzu durchsichtig, andererseits aber strukturell selbst antisemitisch. Wieso ist sie &ldquo;antisemitisch&rdquo;? a) der Zionismus ist eine politische Richtung unter Juden. Die Gleichsetzung einer politischen Meinung mit der Zugeh&ouml;rigkeit zu einer &ldquo;Ethnie&rdquo; ist im Kern rassistisch, b) das auf die Dauer ohnehin nicht durchzusetzende Verbot, die mit dem Zionismus notwendigerweise einhergehende Unterdr&uuml;ckung der nicht-j&uuml;dischen Pal&auml;stinenser zu beklagen und zu verurteilen, tr&auml;gt dazu bei, diese nicht etwa nur den dem Zionismus anh&auml;ngenden Juden vorzuwerfen, sondern durch die erw&auml;hnte Identifiezierung von &ldquo;Antizionismus&rdquo; und &ldquo;Antisemitismus&rdquo; &ldquo;die&rdquo; Juden f&uuml;r ein Unrecht verantwortlich zu machen. Sie dient also als Basis eines allgemeinen &ldquo;Judenhasses&rdquo;.<\/p><p>L.A.Heinrich<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>&hellip; Guter Artikel mit wichtigen Aspekten&hellip; Ich sehe es noch etwas schlimmer: Der politische Missbrauch des Begriffs (nebenbei f&uuml;r seinerseits rassistische Aktivit&auml;ten; meine Mutter glaubt alle Pal&auml;stinenser seien Terroristen; das ist es ja zumindest lange gewesen, was den Menschen in die K&ouml;pfe geh&auml;mmert wurde) ist eine in meinen Augen absolut verachtenswerte Verh&ouml;hnung der Opfer. Es ist Verachtung und Missbrauch der Opfer, insbesondere der NS-Diktatur, wenn man den Tod so vieler Menschen derart unterirdisch f&uuml;r politische Zwecke missbraucht.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Nachdenkseiten, <\/p><p>anstatt in der Sache Gelbwesten\/Finkelstein weniger offensiv zu titeln: &ldquo;Unvorsichtiger rechter Philosoph riskiert Gesundheit auf linker Demo&rdquo;, benutzten die Qualit&auml;tsmedien nat&uuml;rlich wieder ihre altbew&auml;hrten Antisemitismus-Satzbausteine. <\/p><p>Ich finde dieses allgegenw&auml;rtige Vorgehen sehr durchschaubar, sehe mich als jemand, der sehr gut zwischen (zuf&auml;lliger) Religionszugeh&ouml;rigkeit und faktischer Agitation auf dem Finanzmarkt durch alle Beteiligten unterscheiden kann (und dem es herzlich egal ist, wie der Agitator seinen Sch&ouml;pfer nennt), und frage mich, bei wem die Keule eigentlich noch in der beabsichtigten Weise wirkt. Den echten Antisemiten d&uuml;rfte sie jedenfalls relativ egal sein. <\/p><p>Die meisten Menschen, die ich kenne, ziehen bei der Bewertung der Worte und Taten ihres Gegen&uuml;bers keine Linien zu Religionen. Ob es nun ein Christ, ein Moslem oder ein Jude ist, der sich daneben benimmt &ndash; da&szlig; er die Einfl&uuml;sterungen zu seinen Handlungen von irgendeinem Pantheon bekommt, nehmen allenfalls noch einige wenige Fundamentalisten ernsthaft an. <\/p><p>Damit blieben sowohl rassistische als auch konfessionelle Motivationen vom Begriff Antisemitismus unber&uuml;hrt &ndash; einzig seine politisch motivierte Fehlbenutzung macht in den Augen derer noch Sinn, die ihn st&auml;ndig und f&uuml;r alles verwenden, das ihnen nicht pa&szlig;t. Da&szlig; sie sich dabei sehr schnell in Widerspr&uuml;che verwickeln, scheint ihnen nicht weiter aufzufallen. Soweit ich wei&szlig;, sind auch Pal&auml;stinenser Semiten, und die Rechnung P&auml;lastineserfreund = Judenfeind = Antisemit aufzustellen zeugt dann schon von besonderer Wirrk&ouml;pfigkeit. <\/p><p>Viel besser zu Gesicht st&uuml;nde den Kampagnenbetreibern die Aufkl&auml;rung dar&uuml;ber, was und wer Semiten sind, und wie rein menschliches Tun rein menschliche Probleme verursacht. Etwas mehr N&uuml;chternheit, von vielen Multiplikatoren (wie den Mainstream-Medien) in die Welt getragen, k&ouml;nnte vielleicht schon dazu beitragen, diese unendlich fruchtlosen religionsbezogenen Zuweisungen unwirksam zu machen und den Fokus auf Realit&auml;ten zu richten &ndash; aber politischer Sprech m&ouml;chte das ja bekanntlich nur selten erreichen. <\/p><p>Ich f&uuml;r meinen Teil geh&ouml;re wahrscheinlich mittlerweile zu der Gruppe von Menschen, die Sie in Ihrem Artikel umrei&szlig;en: Alleine die Verwendung des Begriffes Antisemitismus weckt bei mir gro&szlig;e Zweifel an den Intentionen und\/oder am Geisteszustand desjenigen, der ihn verwendet. Liegt das vielleicht doch am inflation&auml;ren, PR-m&auml;&szlig;igen, rein politischen Gebrauch dieses Reizwortes? &Auml;hnlich geht es mir schlie&szlig;lich auch z.B. mit den Begriffen &ldquo;Leistung aus Leidenschaft&rdquo;, &ldquo;Der Letzte macht das Licht aus&rdquo; und &ldquo;Geiz ist geil&rdquo;. <\/p><p>Ich kann es einfach nicht mehr h&ouml;ren. <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nJohannes Bichler <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<br>\nsehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>die Ansicht, die Sie in Ihrem Artikel beschreiben, vertrete ich schon seit Jahren. Die &Auml;ngstlichkeit, Tatsachen beim Namen zu nennen, ist in der deutschen Politik von unterster Ebene an zu beobachten. Wir hatten vor sieben Jahren in M&uuml;lheim an der Ruhr einen Arbeitskreis gebildet, der weitgehend unpolitische Kontakte zu Institutionen (Schulen, UN-Krankenhaus, Zoo, Kindergarten) der pal&auml;stinensischen Stadt Qalqilia aufbauen wollte.<\/p><p>Nicht nur die Stadtverwaltung M&uuml;lheims, sonder auch alle politischen Fraktionen, au&szlig;er Die Linke verweigerten jegliche Unterst&uuml;tzung. Man hatte Angst, die Politiker unserer israelischen Partnerstadt Klar Saba zu ver&auml;rgern. Klar Saba und Qalqilia sind unmittelbare Nachbarst&auml;dte, nur durch eine Mauer getrennt.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nHeiner Schmitz<\/p><p><strong>Anlage: Brief an Herrn Schuster, Zentralrat der Juden, von gestern<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Dr. Schuster,<\/p><p>ja l&auml;nger ich dar&uuml;ber nachdenke, um so schwerer f&auml;llt es mir zu glauben, dass Sie nicht ganz genau wissen, was Sie mit derartigen Briefen, wie z.B. an den Oberb&uuml;rgermeister von G&ouml;ttingen bez&uuml;glich der diesj&auml;hrigen Friedenspreisverleihung bewirken. Und wenn Sie es tats&auml;chlich bewirken wollten, muss Ihnen klar sein, dass Sie damit eine Spaltung unserer deutschen Gesellschaft vorantreiben.<\/p><p>Was ist in unserer Gesellschaft heute zu beobachten: Die Menschen, die die Vorkommnisse und die Politik in Israel  kritisch verfolgen, nehmen auf der einen Seite deutlich zu und sind sehr schnell als vermeintliche Antisemiten gebrandmarkt. Auf der anderen Seite l&auml;sst sich ein stark ausgef&uuml;hrter Druck von offizieller j&uuml;discher Seite oder auch von mit Israel uneingeschr&auml;nkt sympathisierenden Gruppierungen, wie z.B. die sogenannten &ldquo;Antideutschen&ldquo;, feststellen. Auch wenn man die meisten unserer Politiker h&ouml;rt, muss man den Eindruck gewinnen, dass diese Damen und Herren unter einem Druck stehen, der aber nicht offen ausgetragen wird. Nicht anders ist f&uuml;r mich zu erkl&auml;ren, dass nicht sehr deutlich die t&auml;glichen Menschenrechtsverletzungen durch den Staat Israel benannt werden, denn genau das hat man uns von Kindheit an gesagt: Als Deutsche haben wir eine besondere Verantwortung dem Staate Israel gegen&uuml;ber. Und das hei&szlig;t nach meinem Verst&auml;ndnis auch, dass man genau beobachtet, was sich in diesem Staat tut, dem man in besonderer Weise verpflichtet ist.<\/p><p>Ich bin Jahrgang 40 und habe gl&uuml;cklicherweise den Krieg nicht als Schreckensvision erlebt. Erst in der Schule wurde uns deutlich vor Augen gef&uuml;hrt, welches unendliche Leid nicht nur der Krieg sondern auch die Verbrechen des Nationalsozialismus &uuml;ber die Menschen gebracht hat. Die schreckliche Dimension des Holocaust war f&uuml;r mich als Kind nicht zu begreifen. Auch nicht, nachdem wir als zw&ouml;lfj&auml;hrige Kinder mit der gesamten Schule weder vorbereitet noch nachbehandelt gezwungen wurden, uns den Film &uuml;ber die Befreiung Auschwitz anzusehen und weinend das Kino verlie&szlig;en. Auch bei meinen Eltern bekam ich keine Antwort auf meine Fragen. Was wir aber beigebracht bekamen, ob wir es wollten oder nicht, war, dass die Juden, die dieser Todesmaschinerie gl&uuml;cklicherweise entkommen waren, einen Staat gegr&uuml;ndet haben, dem wir aufgrund unserer schrecklichen Geschichte im besonderen Ma&szlig;e verpflichtet sind. Als junger Mensch, auch wenn mich selbst mit dieser schrecklichen Geschichte nichts verband, konnte ich das nur gut hei&szlig;en. Bewundernd und v&ouml;llig kritiklos habe ich die Entwicklung in den Medien verfolgt, ohne mich mit der Geschichte Israels intensiver zu befassen. <\/p><p>Das hat sich aber in den vergangenen 25 Jahren ge&auml;ndert und meine ca. 15 Aufenthalte in Israel und Pal&auml;stina haben mir sehr deutlich vor Augen gef&uuml;hrt, dass die immer wieder betonte besondere Verantwortung nicht so weit gehen darf, kritiklos das Geschehen in Israel hinzunehmen. Die j&uuml;ngere Geschichte hat gezeigt, dass die Verantwortlichen in Israel mehrheitlich irgendwelcher Kritik gegen&uuml;ber immun sind und hierzulande B&uuml;rger wie Sie sofort die &ldquo;geschichtliche Karte&ldquo; ziehen. Derartiger Argumentation ist zugegebenerma&szlig;en nicht leicht zu begegnen, aber wir sollten nicht unseren gesunden Verstand verlieren und Dinge, die offensichtlich sind, auch bei ihrem Namen nennen d&uuml;rfen. Mit Vehemenz wenden Sie sich gegen BDS. Bei BDS geht es um Produkte, die von israelischen Unternehmen im besetzten Pal&auml;stina erwirtschaftet werden. BDS richtet sich nicht gegen Juden und das wissen Sie so gut wie ich. BDS richtet sich gegen eine Kolonial- und Besatzungspolitik Israels. BDS ist eine pal&auml;stinensische Initiative, der sich Menschen in aller Welt anschlie&szlig;en, weil sie merken, dass die israelische Regierung die Rechte der Pal&auml;stinenser nicht respektiert und dass jegliche verbale Kritik von au&szlig;en ungeh&ouml;rt bleibt. Nichts anderes treibt u.a. auch die &ldquo;J&uuml;dische Stimme&ldquo; an, die ich wegen ihres klaren Bekenntnisses zu Humanit&auml;t und Frieden bewundere. Ich habe seitens des Zentralrats der Juden noch nie einen Aufruf zu einem gerechten und fairen Frieden zwischen Israelis und Pal&auml;stinensern geh&ouml;rt. Vielleicht ist es genau das, was viele Menschen so irritiert. Hierzu passt sicher sehr gut der Artikel in der F.A.Z. vom 27. 02. 2019. Ich bin froh, dass es hier und in Israel j&uuml;dische Menschen gibt, die f&uuml;r ein Rechtsempfinden und humanistisches Handeln eintreten, ohne dass ein friedliches Miteinander nicht m&ouml;glich ist.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nProf. Heiner Schmitz<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebes Nachdenkseiten-Team,<\/p><p>Andreas Zumach hat in seinem Vortrag an der LMU M&uuml;nchen am 07.11.2018 darauf hingewiesen, wie problematisch die Gleichsetzung aktueller Konflikte mit den Nazi-Verbrechen sind. In Eurem ansonsten lesenswerten Beitrag von 01.03.2019 <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=49684\">Kampagne gegen Antisemitismus wird vermutlich Antisemitismus&nbsp;st&auml;rken<\/a> bedient auch Ihr Euch dieser Gleichsetzung, indem Ihr schreibt: &nbsp;&bdquo;Dieser Kampf gegen die angeblichen Antisemiten, die sich um das pal&auml;stinensische Volk k&uuml;mmern, ist ein Kampf der Starken gegen die Schw&auml;cheren. So wie die Nazis mit den Juden umgegangen sind.&ldquo; Das ist Schwachsinn, und bei genauerer Pr&uuml;fung wird Euch das hoffentlich auch bewusst werden.<\/p><p>Mit besten Gr&uuml;&szlig;en,<br>\nBernd Fischer &ndash; Bildhauer und Keramiker<\/p><p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Man sollte aber auch vorsichtig mit dem Begriff &bdquo;Gleichsetzung&ldquo; sein. Wenn wir historische Metaphern bem&uuml;hen, um einen aktuellen Vorgang zu kritisieren, setzen wir damit die beiden Dinge doch nicht gleich. Dass es ganz gewaltige qualitative Unterschiede zwischen der Unterdr&uuml;ckung der Pal&auml;stinenser durch die Israelis in der Gegenwart und der Unterdr&uuml;ckung und Vernichtung der Juden durch die Deutschen in der Vergangenheit gibt, kann doch kein ernstzunehmender Mensch bestreiten. Und hier eine &bdquo;Gleichsetzung&ldquo; zu unterstellen, ist boshaft und wohl auch eine weitere Methode, um Kritik an Israel zu unterdr&uuml;cken. <\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Redaktion,<\/p><p>Der Bericht zeigt sehr genau, was ich schon seit Jahren denke und beklage und mich verzweifeln l&auml;sst. &Auml;hnlich verh&auml;lt es sich mit den sogenannten Verschw&ouml;rungstheorien. Wenn man wie ich tats&auml;chlich mit der Aufkl&auml;rung &uuml;ber Antisemitismus und Verschw&ouml;rungstheorien befasst ist, kann die Geduld schon auf eine riesige Belastungsprobe gestellt werden und man muss mit seinen Nerven haushalten. Ich teile Ihre Einsch&auml;tzung und bin f&uuml;r weitere Tipps und Infos sehr dankbar<\/p><p>Achim Maser<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrtes NDS-Team,&nbsp;<\/p><p>wenn man sehr viel in eine bestimmte Ecke schiebt, wird man in dieser Ecke logischerweise bald viel vorfinden.<br>\nDie besonders beliebten und miteinander verwandten Ecken, in die das System missliebige, aber gerechtfertigte Kritik gern pauschal abschiebt hei&szlig;en &ldquo;rechtsoffene Querfront&rdquo; und &ldquo;Antisemismus&rdquo;.<\/p><p>Wenn Kritik am System zunehmend als &ldquo;rechts&rdquo; und damit b&ouml;se gilt, wenden sich viele Linke von ihr ab und betrachten das System als das kleinere &Uuml;bel.<\/p><p>Das ist genau der gewollte Effekt. Er spaltet die Linken und l&auml;hmt wichtige Widerstandsbewegungen, wie die Friedensbewegung, er blockiert die demokratische Auseinandersetzung mit allen Themen, welche die Regierung unbedingt durchziehen will.<\/p><p>Die irrationale Panik, man k&ouml;nnte antisemitisch oder sonst irgendwie rechts sein bzw. derart in Verruf geraten, ist sehr neurotisch und h&auml;lt die Menschen davon ab, &uuml;berhaupt mit ihrem eigenen Denken zu pr&uuml;fen, ob der Vorwurf stimmt.<\/p><p>Wenn dazu noch verbreitet wird, man d&uuml;rfe mit &ldquo;Rechten&rdquo; nicht reden, wird die Angst vor Isolation bei kritischen Denkern noch st&auml;rker. Und parallel ihre Wut auf diejenigen, die ihnen dieses Etikett verpassen.<\/p><p>Die meisten Menschen&nbsp; sind keine Einsiedler. Je mehr sie&nbsp; von linken und &uuml;berhaupt demokratischen Kr&auml;ften ge&auml;chtet und tabuisiert werden, desto mehr werden sie sich nach rechts wenden.<\/p><p>Man sollte sollte sich daher bewusst sein, dass im rechten und antisemitischen Eckchen, mit dem wir tunlichst nicht reden sollen,&nbsp; also zwangsl&auml;ufig nicht nur tats&auml;chliche Rechte sitzen, sondern bald alle von der Mainstream-Politik abgeschobenen &ldquo;Schmuddelkinder&rdquo;.<\/p><p>Und wenn die dann irgendwann aufbegehren schreit der Mainstream umso lauter von der &ldquo;rechten Gefahr&rdquo;, die er selbst geschaffen hat.&nbsp;<\/p><p>Es geht darum, dass&nbsp; k&uuml;nftig&nbsp; jeglicher Zweifel, jegliche Kritik am System und seinen Vorhaben als &ldquo;rechts&rdquo; gelten soll und so verboten werden kann.<\/p><p>Damit die Drohung optimal wirkt, muss nat&uuml;rlich das historische Schuldgef&uuml;hl&nbsp;unbedingt gepflegt werden.<br>\nNoch bis in die zuk&uuml;nftigen Generationen hinein.<br>\nAber wird das k&uuml;nftiges&nbsp; Leid verhindern?&nbsp;<br>\nNein, ganz im Gegenteil.<\/p><p>mfG Hella-Maria Schier  <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr M&uuml;ller, hallo Herr Berger,<br>\n&nbsp;<br>\nSie schreiben, dass Menschen, die sich f&uuml;r die Pal&auml;stinenser einsetzen, &ldquo;bek&auml;mpft, behindert und beschimpft werden.&rdquo; Dies sei &ldquo;ein Kampf der Starken gegen die Schw&auml;cheren.&rdquo; Es handelt sich aber bei der Antisemitismus-Debatte um eine politische Kampagne und nicht um einen Existenzkampf. Keine Seite der Kontrahenten hat um Leib und Leben zu f&uuml;rchten.<br>\n&nbsp;<br>\nUnd dann behaupten Sie: &ldquo;So wie die Nazis mit den Juden umgegangen sind.&rdquo;<br>\n&nbsp;<br>\nMenschen, die Pal&auml;stinenser-Unterst&uuml;tzern Antisemitismus vorwerfen und sie deshalb &ldquo;bek&auml;mpfen, behindern..&rdquo;&nbsp; sind die St&auml;rkeren, also Nazis? Bereit zur pysischen Vernichtung ihrer Gegner?<\/p><p>Und die Schw&auml;cheren erleben diesen &ldquo;Umgang&rdquo; auf dieselbe Weise wie die Juden?<\/p><p>Wurden diese&nbsp; &ldquo;bek&auml;mpft, behindert und beschimpft&rdquo;?&nbsp; Oder ist man mit ihnen nicht anders &ldquo;umgegangen&rdquo;?<\/p><p>Wird man in Deutschland nie m&uuml;de, die Ungeheuerlichkeit der Verbrechen dieses Volkes zu relativieren, zu verharmlosen und dadurch zu leugnen?<\/p><p>Die Nazis sind nicht &ldquo;umgegangen&rdquo; mit Juden, sie haben sie vernichtet! Sechs Millionen Menschen!<\/p><p>Ihre Gleichsetzung verbietet sich und ist emp&ouml;rend!<br>\n&nbsp;<br>\nM. Luby<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Freunde,<\/p><p>Ich m&ouml;chte Ihnen herzlich f&uuml;r den Beitrag &laquo; Kampagne gegen Antisemitismus wird vermutlich Antisemitismus st&auml;rken &raquo; danken.  Nicht nur ist der Beitrag inhaltsreich und sachlich, sondern zeigt mit gro&szlig;er Klarheit wohin die Hetze gegen Israeliskritik f&uuml;hren wird.<\/p><p>Dar&uuml;ber hinaus muss ich gestehen, dass Zionisten, von Herzl aufw&auml;rts, den Antisemitismus eigentlich mochten. Zwischen A. und Zionismus besteht n&auml;mlich ein symbiotisches Verh&auml;ltnis. Das habe ich in meinem 18ten Lebensjahr gelernt, und zwar als ich in der j&uuml;dischen Jugendbewegung Haschomer Hatzair Mitglied war. Damals kannt ich nicht die Tagesb&uuml;cher von Dr. Th. Herzl, der diese Symbiotik erkannte. Damit m&ouml;chte ich nicht behaupten die Zionisten h&auml;tten zum Holocaust geholfen. Es ist eher, dass die Zionisten eine leichte antisemitische Einstellung gerne m&ouml;gen, weil damit die Juden sich nicht assiimilieren und eventuell nach Israel auswandern.<\/p><p>Auch aus diesen Gr&uuml;nden bin ich Ihnen sehr dankbar. Als Jude f&uuml;r die Pal&auml;stinenser sich einzusetzen, sollte doch eine Selbstverst&auml;ndlichkeit sein. <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,<\/p><p>Elias Davidsson<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller, sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>Sie haben vollkommen Recht. Aus der Physik kennen wir die Gesetzm&auml;&szlig;igkeit Aktion = Reaktion.<\/p><p>Und es wird noch schlimmer. Kennen Sie <a href=\"https:\/\/anendtoantisemitism.univie.ac.at\/fileadmin\/user_upload\/p_anendtoantisemitism\/PDF\/Catalogue_FINAL_webversion_short.pdf\">dieses Dokument<\/a>?<\/p><p>Nach der Lekt&uuml;re wundert man sich nicht mehr, dass so viele Menschen an Fakes, wie Protokolle der Weisen von Zion, immer noch glauben. Dieses Dokument scheint aber kein Fake zu sein. Seine Verfasser glauben offensichtlich (Seite 28) dass sie &uuml;ber genug Macht verf&uuml;gen, um Recht, Finanzen und sogar VERFASSUNGEN unabh&auml;ngigen(?) Staaten zu &auml;ndern!<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nRobert Waterski  <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>11. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Damen und Herren<br>\nich habe ihren aktuellen Artikel zu den neuerlichen Kampganen gelesen, in denen Kritik an der Regierung oder dem Staat Israel mit Antisemitismus gleichgesetzt werden.<\/p><p>Wir haben zu der Propaganda der sog. Antideutschen dazu vor kurzem eine Brosch&uuml;re ver&ouml;ffentlicht, gerade zur Amadeu-Stifung der Link dazu ist <a href=\"https:\/\/www.mlpd.de\/2018\/kw41\/antideutsche-links-blinken-scharf-rechts-abbiegen-1\">hier<\/a>.<br>\n&nbsp;<br>\nVielleicht bringt sie auch das weiter.<\/p><p>Mit herzlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nIhr Peter Weispfenning<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>12. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Albrecht M&uuml;ller, lieber Jens Berger, <\/p><p>vielen Dank f&uuml;r Ihren ausgezeichneten Artikel, den ich mit gro&szlig;em Interesse gelesen habe. <\/p><p>Leider habe ich selbst die Erfahrung gemacht, dass die seit einigen Jahren laufende Antisemitismuskampagne nicht nur vermutlich den Antisemitismus st&auml;rken wird, wie Sie schreiben, sondern auch schon in den letzten Jahren bis heute der Friedensbewegung erheblichen Schaden zuf&uuml;gt hat. <\/p><p>Besonders bedauerlich ist, dass auch die Partei &ldquo;Die Linke&rdquo; (PDL) hier mitmacht, wie ich es in Kiel selbst miterlebt habe. <\/p><p>Mit den besten Gr&uuml;ssen<br>\nKlaus-Dieter Kolenda <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden Emailadressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Thema &bdquo;Antisemitismus&ldquo; und dessen missbr&auml;uchliche Instrumentalisierung zur Unterdr&uuml;ckung missliebiger Meinungen und Informationen zur israelischen Politik polarisiert. So ist es auch nicht &uuml;berraschend, dass wir zu unserem Artikel &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=49684\">Kampagne gegen Antisemitismus wird vermutlich Antisemitismus st&auml;rken<\/a>&ldquo; neben zahlreichen zustimmenden auch einige kritische Lesermails bekommen haben. 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