{"id":49968,"date":"2019-03-08T09:40:15","date_gmt":"2019-03-08T08:40:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=49968"},"modified":"2026-01-27T11:31:45","modified_gmt":"2026-01-27T10:31:45","slug":"michael-lueders-zur-geostrategie-einem-moralischen-diskurs-wird-alles-weitere-untergeordnet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=49968","title":{"rendered":"Michael L\u00fcders zur Geostrategie: \u201eEinem moralischen Diskurs wird alles Weitere untergeordnet\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Wir haben es mit einer Feindbildbetrachtung zu tun, die &bdquo;politisch verst&auml;rkt&ldquo; wird. Das sagt der Nahost-Experte <strong><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37845\">Michael L&uuml;ders<\/a><\/strong> im NachDenkSeiten-Interview zum Krieg in Syrien. Menschen tendierten generell dazu, die Welt in &ldquo;Gut&rdquo; und &ldquo;B&ouml;se&rdquo; zu unterteilen, aber sowohl Politik als auch Medien reduzierten den Konflikt ebenfalls auf ein einfaches Feindbildschema. Eigene machtpolitische Interessen, die auch in der westlichen Politik zu finden seien, w&uuml;rden einer moralischen Erz&auml;hlung untergeordnet, nach der alles, was der Westen tue, sich lediglich an hohen moralischen Ma&szlig;st&auml;ben orientiere. Der Bestseller-Autor verweist auf einen Vorfall, der im Januar bekannt wurde, wonach der Nationale Sicherheitsberater der USA  einen Angriff unter falscher Flagge auf die US-Botschaft in Bagdad vorschlug, um so einen Vorwand f&uuml;r einen Krieg gegen den Iran zu schaffen &ndash; ein Vorschlag, dem die Milit&auml;rs aber nicht folgten. Ein Interview von <strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Herr L&uuml;ders, gleich zu Beginn Ihres Buches haben Sie ein Zitat von Willy Brandt angef&uuml;hrt: &ldquo;Frieden ist nicht alles. Aber ohne Frieden ist alles nichts.&rdquo; Diese Einsicht Willy Brandts ger&auml;t in der heutigen Politik zunehmend in Vergessenheit. <\/strong><br>\n<strong>Was f&uuml;hrt Sie zu dieser Beobachtung?<\/strong><\/p><p>Mein Eindruck ist, dass vor allem die Superm&auml;chte nicht mehr auf Augenh&ouml;he miteinander reden, sondern jede Partei versucht, der jeweils anderen den eigenen Willen aufzuzwingen. <\/p><p><strong>Haben Sie ein Beispiel? <\/strong><\/p><p>Da gibt es viele. Wir k&ouml;nnen das gerade sehr sch&ouml;n beobachten bei den Verhandlungen zwischen den USA und China um Importz&ouml;lle. Oder denken Sie an die internationalen Konflikte.<\/p><p><strong>Sie sprechen von Syrien? <\/strong><\/p><p>Im Syrienkonflikt, der im Wesentlichen ein Stellvertreterkrieg ist&hellip;<\/p><p><strong>&hellip;zwischen wem? <\/strong><\/p><p>Den USA und Russland. In diesem Konflikt geht es l&auml;ngst nicht mehr darum, Interessen zu benennen und einen Interessensausgleich zwischen den Parteien herbeizuf&uuml;hren, sondern die Superm&auml;chte versuchen, ihren eigenen Willen der anderen Seite aufzuzwingen. Und das ist gef&auml;hrlich, weil es an der Bereitschaft fehlt, sich auch einmal in die Perspektive des anderen zu versetzen und nach Kompromissen zu suchen. Die Devise ist eher &ldquo;The winner takes it all&rdquo;, und nicht so sehr die Suche nach dem Kompromiss.<\/p><p><strong>Was meinen Sie, woher kommt denn diese Einstellung, diese Grundhaltung? Wir haben &uuml;ber das Zitat von Willy Brandt gesprochen, Stichwort: Ostpolitik. Damals hatte man eine ganz andere Grundhaltung. Politiker haben versucht, sich in ihr Gegen&uuml;ber hineinzuversetzen und haben an Kompromissen gefeilt. Diese neue Grundhaltung, die jetzt offensichtlich die Weltpolitik dominiert, woher kommt die denn, was sind da die Antriebe? Was ist Ihre Einsch&auml;tzung?<\/strong><\/p><p>Die Welt hat sich nat&uuml;rlich sehr ver&auml;ndert, verglichen mit der Zeit der Ostpolitik, der Zeit des kalten Krieges. Im Jahr 1989 ist bekanntlich die Berliner Mauer gefallen und danach wurden die USA f&uuml;r lange Zeit die einzige global dominierende Weltmacht. Die USA konnten ihre politischen Vorstellungen nahezu ungest&ouml;rt weltweit durchsetzen. Denn Russland war geschw&auml;cht nach dem Zerfall der Sowjetunion. Und China noch nicht so weit, um die Politik des US-Regiments herauszufordern. Diese internationale Konstellation hat sich insoweit ver&auml;ndert, als in den 2000er Jahren Russland wie auch China immer selbstbewusster angefangen haben, ihre eigenen Interessen wahrzunehmen. Gleichzeitig haben die USA den wirtschaftlichen und politischen Niedergang zu verzeichnen, der ausgel&ouml;st wurde sowohl durch die enormen Kosten des Irak-Krieges 2003 wie auch durch die Finanz- und Bankenkrise 2008. Und die USA sind dann, aus der Vogelperspektive betrachtet, eine Weltmacht, die heute eben nicht mehr allein in der Lage ist, ihre Interessen weltweit durchzusetzen, sondern sie muss ihre Interessen abgleichen mit denen Russlands und Chinas.<\/p><p><strong>Wie beschreiben Sie das Agieren der USA? <\/strong><\/p><p>Anstatt den Kompromiss zu suchen oder nach Verhandlungen zu streben, betreiben die USA eher eine Politik der imperativen, ultimativen Ansage. Sie wollen den anderen Akteuren auf dem politischen Feld sagen, was sie zu tun und zu lassen haben. <\/p><p><strong>Womit wir wieder bei den Importz&ouml;llen w&auml;ren? <\/strong><\/p><p>Absolut, aber man kann das auch sehen mit Blick auf die Art und Weise, wie man Russland Interventionen in der Ukraine und Syrien vorwirft. Die eigenen milit&auml;rischen Interventionen, die ja vor allem die USA seit 2001 in verschiedenen L&auml;ndern des Nahen und Mittleren Ostens durchgef&uuml;hrt haben, werden nat&uuml;rlich &uuml;berhaupt nicht thematisiert, geschweige denn selbstkritisch betrachtet. <\/p><p><strong>Russland und China waren bisher aber eher defensiv, oder? <\/strong><\/p><p>Und genau das macht mir Sorgen. Hier liegt eine Gefahr, der sich viele Menschen vielleicht gar nicht so bewusst sind. <\/p><p><strong>Warum das? <\/strong><\/p><p>Was ist, wenn sich diese Haltung &auml;ndert, wenn die Russen, wenn die Chinesen anfangen,  mit demselben Selbstbewusstsein, mit derselben fast schon aggressiv anmutenden Selbstbehauptung ihre politischen Interessen durchzusetzen wie die USA? Ich denke daran, dass die Chinesen im S&uuml;dchinesischen Meer, wo sie ganz klar ihre Duftmarken setzen und nicht akzeptieren, dass andere M&auml;chte ebenfalls dort an Kraft, an Einfluss gewinnen.<br>\nKurzum, die Welt ist un&uuml;bersichtlicher geworden, weil wir mehrere miteinander rivalisierende Machtzentren haben. Das k&ouml;nnen Staaten sein, aber auch supranationale wirtschaftliche Akteure, transnationale Unternehmungen, wie zum Beispiel Google oder Amazon, die mehr Umsatz erzielen als das Bruttosozialprodukt so mancher europ&auml;ischer Mittelmacht betr&auml;gt.<\/p><p><strong>Der Begriff &ldquo;Machtpolitik&rdquo; kommt in Ihrem Buch fast ein Dutzend Mal vor. In den Medien scheint mir diese Ebene der Machtpolitik ganz oft ausgeblendet oder zumindest sehr einseitig dargestellt &ndash; wenn sie &uuml;berhaupt thematisiert wird.  Wie sehen Sie das: Beleuchten Medien in ihrer Berichterstattung diese Macht-Ebenen nicht intensiv genug? <\/strong><\/p><p>In der Politik wie auch in den Medien gibt es die Neigung,  weniger &uuml;ber Interessen und &uuml;ber machtpolitische Konstellationen zu reden als vielmehr zu betonen, dass das eigene Handeln werteorientiert sei, dass insbesondere westliche Politik in erster Linie bestrebt sei, weltweit Demokratie, Freiheit und Menschenrechte durchzusetzen. Es ist also ein moralisch hoch angesetzter Anspruch, ein hoher moralischer Ma&szlig;stab, den man an sich selbst anlegt. Einem moralischen Diskurs wird eigentlich alles Weitere untergeordnet.<\/p><p><strong>Was hei&szlig;t das? Wenn man selbst zu den &bdquo;Guten&ldquo; geh&ouml;rt, muss man nicht &uuml;ber Macht reden? <\/strong><\/p><p>So kann man es sagen. Ein gutes Beispiel daf&uuml;r ist der Konflikt in der Ukraine, aber auch in Syrien.<\/p><p><strong>Sie sprachen bereits von Stellvertreterkriegen.<\/strong><\/p><p>Die Europ&auml;ische Union ist hier eher in der Rolle des Juniorpartners der USA unterwegs. Im Falle Syriens  haben wir eine sehr schlechte Erz&auml;hlung gehabt mit Blick auf den dortigen Krieg: b&ouml;se ist das Assad-Regime, b&ouml;se sind alle, die das Assad-Regime unterst&uuml;tzen, insbesondere Russland und der Iran. Gut hingegen sind diejenigen, die dem Freiheitsbegehren der syrischen Bev&ouml;lkerung zum Ausdruck verhelfen &ndash; das sind die westlichen Staaten, die gewisserma&szlig;en der Zivilgesellschaft zum Durchbruch zu verhelfen suchen und bem&uuml;ht sind, demokratische Verh&auml;ltnisse dort zu schaffen. <\/p><p><strong>Das klingt doch gut. <\/strong><\/p><p>Ja, das h&ouml;rt sich sehr edelm&uuml;tig an, hat aber mit der Realit&auml;t doch sehr wenig zu tun.<br>\nDie Kriegsakteure in Syrien wurden und werden sehr stark von au&szlig;en gelenkt. Die meisten Aufst&auml;ndischen oder &bdquo;Rebellen&ldquo; sind dschihadistischen Gruppen zuzuordnen, allen voran Al-Qaida und dem &bdquo;Islamischen Staat&ldquo;, die zun&auml;chst vom Irak aus den Krieg nach Syrien hineingetragen haben &ndash; mit Wissen, Billigung und aktiver milit&auml;rischer wie finanzieller Unterst&uuml;tzung des Westens, der Golfstaaten und der T&uuml;rkei.<\/p><p><strong>Und der Stellvertreterkrieg &hellip;<\/strong><\/p><p>&hellip;hat stattgefunden zwischen verschiedenen Staaten, also den  USA und Russland, aber auch Israel und Iran, Saudi-Arabien und Iran. Und diese Konstellationen wurden in der Regel von den Medien nicht benannt. Man hat mit Blick auf das Assad-Regime betont, dass es Unterst&uuml;tzung aus Russland und dem Iran erh&auml;lt, aber dass zum Beispiel die aufst&auml;ndischen Dschihadisten Waffen und Geld aus den genannten L&auml;ndern beziehen, das war nur am Rande  ein Thema.<\/p><p><strong>Es geht doch schon in der Sprache los. Man spricht von &bdquo;Rebellen&ldquo;, von einer &bdquo;Opposition&ldquo;, von einer &bdquo;freien syrischen Armee&ldquo;. Hier wird schon Realit&auml;t geformt, die nicht unbedingt der realen Wirklichkeit  entspricht.<\/strong><\/p><p>Wirklichkeit ist nat&uuml;rlich immer ein komplexes Gebilde. Und nat&uuml;rlich neigen Menschen dazu, Komplexit&auml;ten vereinfachen zu wollen. Man ist geneigt als Mensch, die Welt in Gut und B&ouml;se zu unterteilen oder Konflikte zu personalisieren, um sich Figuren zu schaffen, mit denen man sich entweder identifiziert oder die man grunds&auml;tzlich ablehnt. Das ist Teil der menschlichen Natur, aber diese Feindbildbetrachtung wird nat&uuml;rlich zus&auml;tzlich politisch verst&auml;rkt. Das Problem ist, dass dieses nicht dazu beitr&auml;gt, analytische Zusammenh&auml;nge herzustellen, sondern eher auf einer emotionalen Ebene das Gef&uuml;hl zu vermitteln: &ldquo;Wir stehen auf dieser richtigen Seite der Guten&rdquo;.<\/p><p><strong>Welche Gefahren ergeben sich Ihrer Meinung nach aus der Situation, die sich gerade im Nahen Osten darstellt? <\/strong><\/p><p>Wir haben eine ganz klar antiiranische Front in der Weltpolitik: Die USA, Israel und Saudi-Arabien wollen einen Sturz des Regimes im Iran herbeif&uuml;hren. Die Frage ist: Wie kann man dieses Ziel erreichen? Im Augenblick setzen die Amerikaner darauf, dass man das Regime destabilisieren kann mithilfe von Wirtschaftssanktionen und mithilfe von Aufstandsf&ouml;rderung, indem Anschl&auml;ge durchgef&uuml;hrt werden vor allem in Gebieten, in denen religi&ouml;se Minderheiten stark sind. So hatten wir unl&auml;ngst einen Anschlag auf iranische Revolutionsgardisten mit 24 Toten. Das war das Ergebnis einer Infiltration von sunnitischen  Extremisten aus Pakistan, die diesen Anschlag im Osten Irans durchgef&uuml;hrt haben. Und die Iraner werfen den USA und insbesondere den Saudis vor, dass sie von Pakistan aus Anschl&auml;ge vorbereiten. Die Gefahr besteht darin, dass diese Konfrontationspolitik irgendwann einmal dazu f&uuml;hren k&ouml;nnte, dass es zu einer milit&auml;rischen Auseinandersetzung mit dem Iran kommt.<\/p><p>Der scheidende israelische Generalstabchef Eizenkot sagte in einem Interview, dass die Israelis in den letzten Jahren tausende Angriffe &ndash; wohlgemerkt tausende! &ndash; gef&uuml;hrt h&auml;tten auf iranische Stellung in Syrien. Nun stellen Sie sich einmal vor, die Iraner h&auml;tten jedes Mal zur&uuml;ckgeschossen. Dann h&auml;tten wir l&auml;ngst ein massives milit&auml;risches Engagement, eine Kriegssituation in der Region. Bislang haben sich die Iraner zur&uuml;ckgehalten, aber die iranische F&uuml;hrung hat klar gesagt: &ldquo;Wir schie&szlig;en k&uuml;nftig zur&uuml;ck&rdquo;.  <\/p><p><strong>Sie sprachen gerade von &bdquo;Aufstandsf&ouml;rderung&ldquo; und von Anschl&auml;gen. <\/strong><\/p><p>Ende Januar berichtete das &bdquo;Wall Street Journal&ldquo;, dass der nationale Sicherheitsberater John Bolton im September vorigen Jahres das Pentagon beauftragt habe, einen Vorwand zu schaffen f&uuml;r einen Angriff auf den Iran. Er schlug vor, einen Granatenbeschuss der US-Botschaft in Bagdad im vorigen September, deren Urheber unbekannt sind, zum Vorwand zu nehmen f&uuml;r einen Angriff auf den Iran.<\/p><p><strong>Eine altbekannte Taktik: False flag bzw. ein Angriff unter falscher Flagge. <\/strong><\/p><p>Diese Anschl&auml;ge w&auml;ren dem Iran zugeschrieben worden, obwohl die Hintergr&uuml;nde des Beschusses, der keinen Schaden angerichtet hat, unbekannt sind. Doch das Pentagon hat sich diesem Ansinnen verweigert. Die Milit&auml;rs sind erstaunlicherweise h&auml;ufig viel rationaler und besser informiert. Und sie wissen, dass ein Krieg mit dem Iran kein Honigschlecken w&auml;re und die gesamte Region in Brand setzten w&uuml;rde, und sie haben also sich dieser Weisung nicht gebeugt.<\/p><p><strong>Das Fabrizieren von Kriegsgr&uuml;nden scheint zum Standardrepertoire einer, um etwas Neusprech zu gebrauchen, &bdquo;robusteren Au&szlig;enpolitik&ldquo; zu geh&ouml;ren.<\/strong><\/p><p>So jedenfalls hat es John Bolton versucht und es ist auch bezeichnend, dass ihm dies nicht die Karriere gekostet hat. Nach wie vor ist er in Amt und W&uuml;rden und hochangesehen. Aber auch wenn der Vorschlag nicht umgesetzt wurde, noch immer betreiben die USA die Politik des Regime Change in Sachen Iran &ndash; mit allen Folgen, die sich daraus ergeben. <\/p><p><strong>Welche Folgen sind das? <\/strong><\/p><p>Die Wirtschaftssanktionen f&uuml;hren zu einer Verarmung der iranischen Bev&ouml;lkerung und vor allem zu einer Zerst&ouml;rung der Mittelschicht, des sozialen Tr&auml;gers gesellschaftlichen Wandels. Die Schicht, die ohnehin am meisten westlich orientiert ist und einen Wandel weg von der Islamischen Revolution w&uuml;nscht &ndash; ausgerechnet sie wird ins Visier genommen und geschw&auml;cht. Das st&auml;rkt perspektivisch nicht die Pragmatiker.<\/p><p><strong>Was m&uuml;sste von deutscher Seite getan werden? Wie ordnen Sie denn das Verhalten von politischer Seite in Deutschland ein?<\/strong><\/p><p>Berlin, Paris, London sowie die EU wollen das Abkommen beibehalten. Dazu ist es aber erforderlich, dass die Handelsbeziehungen mit dem Iran beibehalten werden &ndash; auch gegen die scharfe Kritik der USA.  Nun haben sich Deutschland, Frankreich und Gro&szlig;britannien darauf verst&auml;ndigt, eine Institution einzurichten, mit Sitz in Paris, die den Handel mit dem Iran abwickeln soll. Aber es ist ausdr&uuml;cklich festgehalten worden, dass es dabei um humanit&auml;re Ma&szlig;nahmen geht. Es sollen also Produkte aus dem humanit&auml;ren Bereich, insbesondere Lebensmittel und medizinische Versorgung weiterhin gew&auml;hrt werden. Dar&uuml;ber hinaus ist nicht die Rede davon, den Handel mit dem Iran zu intensivieren oder etwa Exportb&uuml;rgschaften zu geben. Es ist ein Beispiel daf&uuml;r, dass die Europ&auml;er gro&szlig;e Schwierigkeiten damit haben, sich von den USA abzugrenzen und selbst dort, wo ureigene Interessen betroffen sind, sie aufgrund der anma&szlig;enden Haltung der USA nicht bereit sind, klar zu sagen: &bdquo;Das ist die rote Linie, bis hierher und nicht weiter!&ldquo; Man passt sich letztlich an und folgt nach wie vor den Regieanweisungen aus Washington.<\/p><p><em>Lesetipp: L&uuml;ders, Michael: Armageddon im Orient: Wie die Saudi-Connection den Iran ins Visier nimmt. C.H. Beck. 265 Seiten. 14,95 Euro.<\/em><\/p><p>Titelbild: HR<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir haben es mit einer Feindbildbetrachtung zu tun, die &bdquo;politisch verst&auml;rkt&ldquo; wird. Das sagt der Nahost-Experte <strong><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37845\">Michael L&uuml;ders<\/a><\/strong> im NachDenkSeiten-Interview zum Krieg in Syrien. 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