{"id":500,"date":"2005-03-24T18:18:39","date_gmt":"2005-03-24T16:18:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=500"},"modified":"2016-03-17T08:16:30","modified_gmt":"2016-03-17T07:16:30","slug":"strategiewechsel-der-meinungsfuhrenden-reformer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=500","title":{"rendered":"Strategiewechsel der meinungsf\u00fchrenden Reformer"},"content":{"rendered":"<p>In den letzten Tagen zeichnet sich ein Strategiewechsel bei einigen herausragenden Reformern ab: Um den Jahreswechsel setzten sie noch auf den Erfolg der propagierten Reformen und lobten Gerhard Schr&ouml;der f&uuml;r dessen Standhaftigkeit. Jetzt wird Rot-Gr&uuml;n als gescheitert dargestellt. So dreht man es hin, um nicht zugeben zu m&uuml;ssen, dass die Reformpolitik keine Erfolge gehabt hat. Nicht Rot-Gr&uuml;n als Idee eines Paktes von sozialem und &ouml;kologischem Engagement ist gescheitert; gescheitert ist die Reformagenda und die darin sichtbare Anpassung von Rot-Gr&uuml;n ans konservative Lager.<br>\n<!--more--><br>\nErinnern Sie sich? &ldquo;Der Auferstandene&rdquo;, schrieb der Stern im Oktober &uuml;ber eine Geschichte. Und im Vorspann: &ldquo;Rasante Trendwende in der deutschen Politik: Gerhard Schr&ouml;der, vor Monaten noch schier hoffnungslos verloren, ist wieder da &ndash; und wie! Der Wackel-Regent wird zum National-Kanzler.&rdquo; Das schrieb der &bdquo;gro&szlig;e Stratege&ldquo; des Stern, Hans-Ulrich J&ouml;rges. &ndash; Am 27.12.2004 meinte der Spiegel: &ldquo;2004 hat Gerhard Schr&ouml;der seine Rolle gefunden, Angela Merkel ihre verloren. Der Kanzler zeigte sich standhaft, die Oppositionsf&uuml;hrerin musste Federn lassen.&rdquo; (Immerhin merkte der Spiegel damals schon an, dass die Reformen noch nicht greifen.) &ndash; &ldquo;Der Kanzler macht seine Sache gut&rdquo;, schrieb Herbert Kremp in der BZ vom 5.1.2005. &ndash; Im Februar und bis kurz vor den Wahlen in Schleswig-Holstein wurde dann in mehreren Medien davon berichtet, die SPD habe bei Umfragen aufgeholt, die Wechselstimmung gehe zur&uuml;ck, Rot-Gr&uuml;n liege wieder in Front. Als dann mit dem Anstieg der Arbeitslosigkeit auf &uuml;ber 5 Millionen und mit der Wahl in Schleswig-Holstein sowohl die Erfolglosigkeit der Reformpolitik dokumentiert war als auch die bitteren Folgen f&uuml;r die Wahlchancen von Gr&uuml;n und vor allem von Rot sichtbar wurden, begannen die medialen Meinungsf&uuml;hrer umzuschalten. In der jetzigen Woche kamen die Medien gleich reihenweise mit der Botschaft, Rot-Gr&uuml;n sei gescheitert &ndash; meinungsf&uuml;hrend einmal mehr der SPIEGEL mit seiner Titelgeschichte &bdquo;Der lange Abschied von Rot-Gr&uuml;n&ldquo;. &ndash; Wieso Rot-Gr&uuml;n? Die Reformpolitik ist gescheitert, und von diesem Scheitern werden SPD und Gr&uuml;ne mit nach unten gezogen.<br>\nJetzt wird die gro&szlig;e Koalition als Modell propagiert. Dies geschieht mit der damit verbundenen Behauptung, die Reformen seien wegen der gegenseitigen Blockade der gro&szlig;en Parteien in Bundestag und Bundesrat erfolglos. Dazu passt, dass als Strohhalm die F&ouml;deralismus-Reform-Debatte wieder aufgenommen wird. <\/p><p>Dies alles ist ein gigantischer Versuch, die Behauptung, wir br&auml;uchten Strukturreformen, um aus der Wirtschaftskrise herauszukommen, &uuml;ber ihre Widerlegung durch die Wirklichkeit hinweg zu retten. Interessant ist noch, dass beim Versuch, Rot-Gr&uuml;n als gescheitertes Modell darzustellen, vermehrt begonnen wird, die umweltpolitischen Ans&auml;tze, die mit Rot-Gr&uuml;n verbunden waren, zu kritisieren und f&uuml;r die wirtschaftlichen Schwierigkeiten verantwortlich zumachen. Beispielhaft geschieht das in einem Interview des Spiegel mit dem nordrhein-westf&auml;lischen Ministerpr&auml;sidenten Steinbr&uuml;ck.\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den letzten Tagen zeichnet sich ein Strategiewechsel bei einigen herausragenden Reformern ab: Um den Jahreswechsel setzten sie noch auf den Erfolg der propagierten Reformen und lobten Gerhard Schr&ouml;der f&uuml;r dessen Standhaftigkeit. Jetzt wird Rot-Gr&uuml;n als gescheitert dargestellt. 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