{"id":50030,"date":"2019-03-11T09:30:15","date_gmt":"2019-03-11T08:30:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50030"},"modified":"2019-03-11T10:44:17","modified_gmt":"2019-03-11T09:44:17","slug":"leserbriefe-zu-den-deutschen-russland-korrespondenten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50030","title":{"rendered":"Leserbriefe zu den deutschen Russland-Korrespondenten"},"content":{"rendered":"<p>Der Artikel &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=49904\">H&auml;mische Gr&uuml;&szlig;e aus Moskau &ndash; Die Russland-Korrespondenten und ihr Werk<\/a>&ldquo; hat einige Leser zu interessanten Briefen motiviert. Dort wurde auch angeregt, neben den festen Korrespondenten in Russland die von dort berichtenden freien Journalisten in den Blick zu nehmen. Konkret fiel dabei ein Name &ndash; der soll hier mit den Leserbriefen nachgereicht werden. Zusammengestellt von <strong>Redaktion<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nKlaus Helge Donath lautet der Name, der mehrfach erw&auml;hnt wurde. Und tats&auml;chlich ist jener Journalist beachtenswert. Donath berichtet etwa f&uuml;r die &bdquo;taz&ldquo;, die &bdquo;Lausitzer Rundschau&ldquo; oder die &bdquo;Schw&auml;bische Zeitung&ldquo; aus Russland. Bereits einige &Uuml;berschriften aus j&uuml;ngerer Vergangenheit zeigen, dass in vielen Artikeln Donaths der eisige Wind der Konfrontation weht: &bdquo;Der Zar und die Jugend&ldquo; (&bdquo;<a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!5489314\/\">taz<\/a>&ldquo;), &bdquo;Die Angst ist wieder da. (&hellip;) Bis 2024 darf Wladimir Putin in Moskau nun weiter regieren&ldquo; (&bdquo;<a href=\"https:\/\/www.lr-online.de\/nachrichten\/meinungen\/die-angst-ist-wieder-da_aid-8008195\">Lausitzer Rundschau<\/a>&ldquo;), &bdquo;Putin verbreitet Fake News&ldquo; (&bdquo;<a href=\"https:\/\/www.schwaebische.de\/ueberregional\/politik_artikel,-putin-verbreitet-fake-news-_arid,11011688.html\">Schw&auml;bische Zeitung<\/a>&ldquo;), &bdquo;Putins Schatten&ldquo; (&bdquo;<a href=\"https:\/\/www.saechsische.de\/putins-schatten-3321677.html\">S&auml;chsische Zeitung<\/a>&ldquo;), &bdquo;Putin will den L&auml;ngsten&ldquo; (&bdquo;<a href=\"https:\/\/www.taz.de\/!5567342\/\">taz<\/a>&ldquo;). <\/p><p>Die Beauftragung Donaths, das Russlandbild der eigenen Zeitung ma&szlig;geblich zu pr&auml;gen, wirft auch ein Licht auf die Herausgeber und Redakteure der jeweiligen Bl&auml;tter. Hier folgen nun einige Leserbriefe <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=49904\">zum Artikel<\/a>. <strong>Tobias Riegel<\/strong>.<\/p><p><strong>Leserbrief 1<\/strong><\/p><p>Hallo herr riegel,<\/p><p>ihr heutiger bericht zur russland berichterstattung &ldquo;h&auml;mische gr&uuml;&szlig;e aus moskau&rdquo; und die aufz&auml;hlung von journalisten war &uuml;berf&auml;llig. Erg&auml;nzen m&ouml;chte ich noch den namen eines korresspontenden der f&uuml;r die taz und anderen zeitungen schreibt &rdquo; klaus helge donath&rdquo;. Ich kann nichts positives &uuml;ber seine berichte schreiben.<\/p><p>Bernhardt Faa&szlig;<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Leserbrief 2<\/strong><\/p><p>Hallo,<\/p><p>passend zu Ihrem hervorragenden Beitrag &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=49904\">H&auml;mische Gr&uuml;&szlig;e aus Moskau &ndash; Die Russland-Korrespondenten und ihr Werk<\/a>&ldquo;.<\/p><p>h&ouml;rte ich vor ein paar Wochen ein Interview mit WDR-Moskau-Korrespondent Hermann Krause, der nun wohl in den ARD-Ruhestand geht, aber Moskau nicht verl&auml;sst.<\/p><p>Ich war v&ouml;llig &uuml;berrascht, wie (relativ) positiv Krause &uuml;ber sein Gastland und seine Menschen sprach. Ich kenne Krauses Berichterstattung schon sehr lange, da ich t&auml;glich unser &ouml;ffentlich&ndash;rechtliches Inforadio h&ouml;re. Das was er hier sagt, hat er nie so in die Praxis umgesetzt. Stets hatte er einen &bdquo;unabh&auml;ngigen&ldquo; russischen Kronzeugen bei der Hand, der nun suggerierte, wie unzufrieden das russische Volk doch mit seinem Pr&auml;siden sei und wie schlecht es um das Land steht. Positives und sei es nur die Sch&ouml;nheit des Landes, die Freundlichkeit und Offenheit der Menschen, das positive Deutschlandbild dieser, kam so gut wie nie vor, ich kann mich nicht daran erinnern. All das aber vermittelt er nun pl&ouml;tzlich. Verst&auml;ndnis oder auch nur eine neutrale Einsch&auml;tzung, Einordung oder nur pure Berichterstattung &uuml;ber die Sichtweise der Russen, deren Medien und Regierung wurde stets negativ und &auml;u&szlig;erst kritisch dargestellt, nie ein Funken von Verst&auml;ndnis der anderen Seite. Nun pl&ouml;tzlich moniert er gerade diese Schr&auml;glage der westlichen Medien gegen&uuml;ber Russland. Entweder ist es Altersmilde geworden oder hat Kreide gefressen, interessant ist es allemal, was er in diesem Interview so von sich gibt, was man ihn getrost abnimmt. Die offene Frage und der Vorwurf an den Gespr&auml;chspartner bleibt aber, warum er dies nicht &uuml;ber all die Jahre so praktiziert hat, was er jetzt selbstkritisch anmerkt. Deshalb bleiben ein schaler Nachgeschmack und eine gesunde Skepsis, ob der Mann wirklich ehrlich ist.<br>\n&nbsp;<br>\nMit freundliche Gr&uuml;&szlig;en.<br>\nJ. Gerke<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Leserbrief 3<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte NDS-Macher,<\/p><p>zu Beginn herzlichen Dank f&uuml;r Ihre Arbeit. Dies zu schreiben ist mir ein Bed&uuml;rfnis!<\/p><p>Ich lese seit l&auml;ngerem ihre Beitr&auml;ge mit gro&szlig;em Interesse, weil mir hier so viele zus&auml;tzliche Informationen geboten werden, mit dessen Hilfe es mir besser gelingt, mir eigene Gedanken zu den allt&auml;glichen Meldungen meiner Tageszeitung, des &ouml;ffentlich-rechtlichen und des privaten Rundfunks und Fernsehens zu machen.<\/p><p>Ich bin in der DDR der 70er und 80er aufgewachsen. Meine Eltern waren beide SED-Mitglieder in leitenden Positionen. Aber sie haben uns (3) Kinder dazu erzogen, immer kritisch zu denken und erst dann zu reden und zu handeln. Allabendliches Ritual war 19:30 Die aktuelle Kamera und gleich anschlie&szlig;end 20:00 Die Tagesschau zu sehen. Der Spruch: &ldquo;Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte!&rdquo; hat sich mir deshalb eingebrannt.<\/p><p>Das die &ldquo;Erfolgs&rdquo;meldungen des DDR-Fernsehens nicht alle stimmen konnten war uns klar &ndash; aber auch wenn Sie die Tagesschau der 80er (im Vergleich zu heute sicher nicht zu unrecht) gelobt haben &ndash; auch dort wurde ein einseitiges Bild vermittelt. Es standen sich ja zwei Systeme gegen&uuml;ber!<br>\n&nbsp;<br>\nVor allem nach der Jahrtausendwende empfand ich bei Medienkonsum immer &ouml;fter das Gef&uuml;hl, wieder nur die Sicht\/Wahrheit einer Seite vermittelt zu bekommen. Seit ich die NDS gefunden habe, kann ich meinen inneren Kompass wieder besser justieren.<br>\n&nbsp;<br>\nIn ihrem Artikel zu den Russland-Korrespondenten habe ich den Namen Klaus-Helge Donath vermisst. Er schreibt als Korrespondent u.a. f&uuml;r die S&auml;chsische Zeitung. Alle seine Berichte, egal zu welchem Thema, enthalten absch&auml;tzige Wertungen zu Putin und zu den Verh&auml;ltnissen in Russland allgemein. Wirklich informiert wird man nicht. Herr Donath hat offensichtlich eine Meinung zu und &uuml;ber Russland und verbreitet diese Meinung &ndash; was seinem Denken widerspricht wird weggelassen oder angezweifelt, was es best&auml;tigt wird hervorgehoben. Genau dies wird ihn wohl auch zum Russland-Korrespondenten bef&auml;higt haben!?<br>\n&nbsp;<br>\nLeider werden die Verantwortlichen ihre Haltung nicht &auml;ndern, auch wenn sie wissen, dass die Mehrheit in Frieden und Verst&auml;ndigung nicht nur mit Russland leben will. Wer Waffen bauen und verkaufen will, braucht (mindestens) ein Feindbild!<br>\n&nbsp;<br>\nMachen SIe trotzdem weiter, wie bisher!<br>\nMfG D. H&ouml;fler<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Leserbrief 4<\/strong><\/p><p>Wie Spekulationen zu vermeintlichen Tatsachen werden<\/p><p>Stephan Hebel, Journalist und Buchautor, schrieb im Januar dieses Jahres in der Frankfurter Rundschau: &ldquo;Wie bei keiner anderen Branche h&auml;ngt die Glaubw&uuml;rdigkeit der Medien vom Funktionieren ihrer Selbstkontrolle ab. Der Journalismus ist darauf angewiesen, beweisen zu k&ouml;nnen, dass er seri&ouml;s arbeitet.&rdquo; Dieser Erkenntnis kann man zustimmen.<\/p><p>Problematisch und widerspr&uuml;chlich wird es f&uuml;r den Journalismus dann, wenn strittige oder ungekl&auml;rte Sachverhalte zu unumst&ouml;&szlig;lichen Fakten erkl&auml;rt werden. In der selben Ausgabe und mehreren Dutzend weiteren Zeitungen vom 05.01.2019, die vom Redaktionsnetzwerk Deutschland mit Artikeln versorgt werden, ist ein solcher Vorgang nachzulesen.<\/p><p>Zum Thema Cyberattacke auf deutsche Politiker und andere in der &Ouml;ffentlichkeit stehende Personen war folgende Tatsachenbehauptung &uuml;ber einen fr&uuml;heren Cyberangriff auf das Regierungsnetz zu lesen: &ldquo;Damals hatte die russische Hackergruppe &lsquo;Fancy Bear&rsquo; das deutsche Parlament &uuml;ber viele Monate ausspioniert und 16 Gigabyte an Daten erbeutet.&rdquo; Das Problem dieser Tatsachenbehauptung ist: Niemand hat dies damals abschlie&szlig;end festgestellt bzw. bewiesen. Ein Gerichtsurteil gibt es schon gar nicht. Es gab Vermutungen, die von Politikern und Medienleuten mit Verweis auf &ldquo;Hinweise von Sicherheitsexperten&rdquo; in die &Ouml;ffentlichkeit getragen wurden. Der Verfassungsschutz unter dem damaligen Chef Maa&szlig;en sah &ldquo;Anhaltspunkte f&uuml;r eine russische staatliche Steuerung&rdquo;. Das ist alles nicht sehr &uuml;berzeugend, nicht so stichhaltig, als dass daraus eine Gewissheit hergeleitet und in einem Artikel als Tatsache behandelt werden k&ouml;nnte.<\/p><p>Die Bundestagsfraktion der Linken hatte wegen des vermeintlichen russischen Hackerangriffs eine Kleine Anfrage eingebracht. Die Bundesregierung beantwortete in der Drucksache 18\/11106 vom 8. Februar 2017 viele Teilfragen im Zusammenhang mit den angeblichen russischen Cyberattacken nicht und begr&uuml;ndete dies mit dem &ldquo;Staatswohl&rdquo;. Denn durch die Ver&ouml;ffentlichung der gewonnenen Erkenntnisse w&uuml;rde &ldquo;die Funktionsf&auml;higkeit der Sicherheitsbeh&ouml;rden beeintr&auml;chtigt&rdquo;. Dazu schreibt die Linksfraktion im selben Papier: &ldquo;Die Antworten der Bundesregierung auf die Kleinen Anfragen der Fraktion Die Linke zeigen, dass die bislang vorgetragenen Vorw&uuml;rfe zu angeblichen Cyberangriffen der russischen Regierung einer &Uuml;berpr&uuml;fung nicht standhalten&hellip;&rdquo;.<\/p><p>Alles dies h&auml;tte der Journalist des Redaktionsnetzwerkes Deutschland redlich verarbeiten m&uuml;ssen als er seine Tatsachenbehauptung in die Welt setzte. Aber auch die Bundesregierung dr&uuml;ckte sich mit fadenscheinigen Argumenten oder Verschweigen um eine klare Stellungnahme. Der Glaubw&uuml;rdigkeit und der Seriosit&auml;t wurden damit kein guter Dienst erwiesen. <\/p><p>Rudi Brenzinger<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Artikel &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=49904\">H&auml;mische Gr&uuml;&szlig;e aus Moskau &ndash; Die Russland-Korrespondenten und ihr Werk<\/a>&ldquo; hat einige Leser zu interessanten Briefen motiviert. Dort wurde auch angeregt, neben den festen Korrespondenten in Russland die von dort berichtenden freien Journalisten in den Blick zu nehmen. Konkret fiel dabei ein Name &ndash; der soll hier mit den Leserbriefen nachgereicht werden.<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50030\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[103,41,183],"tags":[2012,2600,2301,259],"class_list":["post-50030","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leserbriefe","category-medienanalyse","category-medienkritik","tag-cyberkriminalitaet","tag-donath-klaus-helge","tag-konfrontationspolitik","tag-russland"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/50030","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=50030"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/50030\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":50033,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/50030\/revisions\/50033"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=50030"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=50030"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=50030"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}