{"id":50080,"date":"2019-03-12T08:11:41","date_gmt":"2019-03-12T07:11:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50080"},"modified":"2019-03-12T08:34:28","modified_gmt":"2019-03-12T07:34:28","slug":"hinweise-des-tages-3323","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50080","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50080#h01\">Sahra Wagenknecht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50080#h02\">Die Einseitigkeit des Westens ist nicht zu &uuml;bersehen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50080#h03\">Fall Skripal: Wenn Fakten zu &ldquo;Narrativen&rdquo; werden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50080#h04\">Italian PM Giuseppe Conte ignores US warnings and pushes for closer cooperation with China&rsquo;s belt and road plan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50080#h05\">Cyberangriff &ndash; das ist doch ein Witz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50080#h06\">Der Abschwung ist da<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50080#h07\">Zehn Manager trieben den Abstieg von Deutschlands Banken voran<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50080#h08\">Starke Zuwanderung unterminiert die Situation der Schw&auml;chsten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50080#h09\">Gegen die generelle Abschaffung&ldquo; von Hartz-IV-Sanktionen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50080#h10\">Linksliberale &Uuml;berheblichkeit geht mir auf die Nerven<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50080#h11\">Trump, Macron und die Armut des Liberalismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50080#h12\">Der Staat vernachl&auml;ssigt die Weiterbildung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50080#h13\">Der Zoll ist nicht gut aufgestellt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50080#h14\">Fukushima und die Folgen<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Sahra Wagenknecht<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Wagenknecht kandidiert nicht mehr als Fraktionsvorsitzende<\/strong><br>\nErst gab Sahra Wagenknecht bekannt, nicht mehr im Vorstand ihrer eigenen Sammlungsbewegung &bdquo;Aufstehen&ldquo; stehen zu wollen. Jetzt will sie auch nicht mehr f&uuml;r das Amt als Fraktionsvorsitzende der Linken kandidieren.<br>\nLinksfraktionschefin Sahra Wagenknecht will im Herbst nicht mehr als Fraktionsvorsitzende kandidieren. Ein Fraktionssprecher best&auml;tigte entsprechende Medienberichte. Die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland hatten zuerst davon berichtet. Wagenknecht ist seit 2015 gemeinsam mit Dietmar Bartsch Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Partei. Als Grund f&uuml;r ihren Verzicht gab die 49-J&auml;hrige gesundheitliche Gr&uuml;nde an.<br>\nZuletzt hatte Wagenknecht wegen einer nicht n&auml;her genannten Krankheit zwei Monate lang pausiert und deshalb auch beim Linken-Parteitag in Bonn gefehlt. In einem Brief an die Fraktionsspitze, der der Nachrichtenagentur AFP vorliegt, schrieb Wagenknecht jetzt: &bdquo;Inzwischen geht es mir wieder gut. Allerdings hat mir die lange Krankheit, deren Ausl&ouml;ser in erster Linie Stress und &Uuml;berlastung waren, Grenzen aufgezeigt, die ich in Zukunft nicht mehr &uuml;berschreiten m&ouml;chte&rdquo;. Auch nach dem Ende ihre Zeit als Fraktionschefin &bdquo;bleibe ich selbstverst&auml;ndlich politisch aktiv und werde mich weiterhin f&uuml;r meine &Uuml;berzeugungen und sozialen Ziele engagieren&ldquo;, schrieb sie weiter. &hellip;.<br>\nWagenknecht stand zuletzt wegen Alleing&auml;ngen in der Fl&uuml;chtlingspolitik in der Kritik der Linkspartei. In der Fraktion wurde sogar laut &uuml;ber einen Putsch nachgedacht &ndash; bis man sich im Januar wegen der anstehenden Landtagswahlen einen Burgfrieden aufzwang. Zwar hat Wagenknecht zuletzt viel von ihrer Sch&auml;rfe fr&uuml;herer Jahre abgelegt, sie tritt aber immer noch f&uuml;r eine &Uuml;berwindung des Kapitalismus in Deutschland ein. Sie zieht die Aufmerksamkeit eines Massenpublikums auf sich &ndash; in Talkshows ist sie gefragt. Im Bundestag ruft sie regelm&auml;&szlig;ig gereizte Reaktionen der anderen Parteien hervor.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/wagenknecht-kandidiert-nicht-mehr-als-linke-fraktionsvorsitzende-16083230.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Drehen wir die Uhren doch mal auf Oktober 2017 zur&uuml;ck. Damals lie&szlig; sich Parteichef Riexinger mit dem Satz &hellip;<\/em><\/p>\n<blockquote><p>\n&ldquo;Sahra ist leider nicht aufzuhalten als Fraktionsvorsitzende. Man kann sie nicht einfach abschie&szlig;en. Sahra muss gegangen werden und daran arbeiten wir. Wenn wir sie immer wieder abwatschen und sie merkt, sie kommt mit ihren Positionen nicht durch, wird sie sicher von alleine gehen.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<p><em>&hellip; zitieren. Nun hat <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40566\">das jahrelange Mobbing<\/a> zum ersehnten Erfolg gef&uuml;hrt. Operation gegl&uuml;ckt, Partei tot. Weder Riexinger noch seine nicht minder intrigante Co-Vorsitzende Katja Kipping d&uuml;rfen &uuml;brigens laut Parteistatut im n&auml;chsten Jahr noch einmal f&uuml;r den Parteivorsitz kandidieren. Man darf gespannt sein, wohin dann die Partei steuert. <\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unsers Lesers U.B.:<\/strong> Es ist wirklich zum Kotzen, wie ausgerechnet die Linkspartei und sonstige Linke, die sich angeblich f&uuml;r eine solidarische Gesellschaft einsetzen, mit einer verdienten Politikerin wie Sahra Wagenknecht umgehen. Vielleicht brauchen wir jetzt tats&auml;chlich eine neue linke Partei. Denn mit den Riexingers, Kippings oder Nahles&rsquo; und Scholzes ist wahrlich kein Staat zu machen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Chance f&uuml;r einen Neustart<\/strong><br>\nSahra Wagenknecht wird keine weitere Amtszeit als Fraktionsvorsitzende anstreben. Die Partei kann nun l&auml;ngst f&auml;llige Debatten f&uuml;hren.<br>\nKann das ein Zufall sein? Genau 20 Jahre nach dem R&uuml;cktritt ihres Ehemannes als Finanzminister und SPD-Vorsitzender k&uuml;ndigt Sahra Wagenknecht in der Linksfraktion an, sie werde bei der Neuwahl nicht mehr als Fraktionsvorsitzende kandidieren.<br>\nOskar Lafontaine spaltete damals mit seinem R&uuml;ckzug das linke Lager, er wechselte die Partei, gr&uuml;ndete erst die Linkspartei und dann &bdquo;Aufstehen&ldquo; mit, die Wahlergebnisse der SPD haben sich seitdem halbiert. Droht der Linken mit dem R&uuml;ckzug Wagenknechts aus der F&uuml;hrungsebene ein &auml;hnliches Schicksal?<br>\nWenn die Linkspartei sich geschickt verh&auml;lt, dann nicht. Gut, in den vergangenen eineinhalb Jahren z&auml;hlte politische Klugheit nicht gerade zu den herausragenden Tugenden in den F&uuml;hrungsetagen der Partei. Im Dauerstreit zwischen dem Wagenknecht-Lager und den Unterst&uuml;tzerInnen der Parteispitze um das Thema Migrationspolitik hat sich die Partei monatelang aufgerieben.<br>\nWagenknecht, das muss man wohl sagen, hat diese Auseinandersetzung auf allen Ebenen verloren. Sie hat sich mit ihrer Position in der Migrationspolitik nicht durchsetzen k&ouml;nnen. Die Partei akzeptiert keine Das-Boot-ist-voll-Haltung, sie will die &bdquo;Offenen Grenzen f&uuml;r alle Menschen&ldquo; zumindest auf dem Papier. Im Europawahlprogramm findet sich der Passus, der ein halbes Jahr zuvor fast den Parteitag sprengte. Auch Wagenknechts Sammlungsbewegung hat sich als Flop erwiesen. Sie selbst hat sich am Wochenende bereits aus dem &bdquo;Aufstehen&ldquo;-Vorstand verabschiedet. [&hellip;]<br>\nDoch Triumph ist fehl am Platz. Wenn die Partei klug ist, dann gew&auml;hrt sie Wagenknecht einen gesichtswahrenden Abgang und l&auml;sst sie anschlie&szlig;end nicht in der politischen Versenkung verschwinden. Der R&uuml;ckzug aus der Spitze er&ouml;ffnet die Chance, jetzt l&auml;ngst f&auml;llige Debatten ohne machtpolitisches Taktieren zu f&uuml;hren &ndash; wie stellt sich die Linke Einwanderung und Integration vor, wie kann man die W&auml;hler im Osten mobilisieren?<br>\nDer Partei drohen bei drei Landtagswahlen Niederlagen. Um Schwung aufzunehmen und nach vorn zu kommen, sollte die Linke auch auf Wagenknecht als Publikumsliebling setzen. Noch ist sie das prominenteste Mitglied.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Kommentar-Sahra-Wagenknecht\/!5576442\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Anna Lehmann hat Wagenknecht immer wieder in Grund und Boden geschrieben, vor allem wegen ihrer Haltung in der Fl&uuml;chtlingsfrage. Nachdem ihr Ziel erreicht ist, pl&ouml;tzlich die 180-Grad-Wende: angesichts &ldquo;drohen[der] Niederlagen&rdquo; bei den Landtagswahlen im Osten soll &ldquo;Wagenknecht als Publikumsliebling&rdquo; doch bitte, bitte weiter mitmachen &ndash; ganz sch&ouml;n geschmeidig f&uuml;r eine Wagenknechthasserin. Und Lehmann stellt fest, da&szlig; DIE LINKE &ldquo;&bdquo;Offenen Grenzen f&uuml;r alle Menschen&ldquo; zumindest auf dem Papier&rdquo; will. Wie &ndash; war die Forderung gar nicht ernst gemeint, nur ein Hirngespinst, mit dem man u. a. Wagenknecht niedermachen wollte? Es sieht ganz so aus: &ldquo;wie stellt sich die Linke Einwanderung und Integration vor&rdquo;? Eine durchaus interessante Frage, die man aber beantworten muss, *bevor* man &ldquo;Offene Grenzen f&uuml;r alle Menschen&rdquo; fordert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Wagenknechts &ldquo;Aufstehen&rdquo;-R&uuml;ckzug: Viel H&auml;me &ndash; und ein bisschen Hoffnung<\/strong><br>\nMit Kritik und H&auml;me haben politische Gegner auf den R&uuml;ckzug Sahras Wagenknecht aus der Spitze der &ldquo;Aufstehen&rdquo;-Bewegung reagiert. &ldquo;Wagenknecht bleibt liegen. Will nicht mehr aufstehen. Die Arbeit sollen jetzt andere machen. Peinlich&rdquo;, twitterte der SPD-Politiker Johannes Kahrs.<br>\nVon einer &ldquo;guten Nachricht&rdquo; sprach sein Parteikollege Simon Vaut, SPD-Europakandidat aus Brandenburg. Wagenknecht sei mit ihrer Bewegung sang- und klanglos gescheitert: &ldquo;Ihr nationaler Sozialismus schadet.&rdquo; Rot-Rot-Gr&uuml;n sei nun &ldquo;wieder ein bisschen wahrscheinlicher geworden&rdquo;.<br>\nIch bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Twitter angezeigt werden.<br>\nDer CDU-Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke schrieb auf Twitter: &ldquo;&lsquo;Aufstehen&rsquo; ist schon wieder am Ende, der linke Traum bleibt wie zu erwarten eine blo&szlig;e Utopie.&rdquo;<br>\nAuch in den eigenen Reihen wurde Wagenknecht angegriffen. Dass die Bewegung scheitern werde, sei von Anfang an klar gewesen, schrieb Anke Domscheit-Berg, die f&uuml;r die Linkspartei im Bundestag sitzt, aber kein Parteimitglied ist. &ldquo;Man kann Bewegungen nicht von oben anordnen und nicht undemokratisch f&uuml;hren.&rdquo; Es habe Partei und Fraktion sehr belastet, dass Wagenknecht mit &ldquo;Aufstehen&rdquo; lange Zeit andere Priorit&auml;ten gehabt habe &ldquo;und inhaltliche Widerspr&uuml;che zu Fraktions- und Parteipositionen vertrat&rdquo;, kritisierte Domscheit-Berg.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/wagenknecht-203.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Es ist wieder einmal schier unglaublich was gerade SPD-Politiker hier absondern. Politiker der Partei, die f&uuml;r die fatale gesellschaftliche und soziale Entwicklung der vergangenen 15 Jahre inklusive des Aufstiegs der AfD die Hauptverantwortung tr&auml;gt.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu: SPD-Vize Stegner: Perspektive f&uuml;r Rot-Rot<\/strong><br>\nSahra Wagenknecht wird nicht mehr f&uuml;r das Amt als Chefin der Linksfraktion kandidieren. Ralf Stegner sieht darin Chancen.<br>\nSPD-Vize Ralf Stegner sieht nach einem R&uuml;ckzug von Sahra Wagenknecht m&ouml;gliche Chancen f&uuml;r neue B&uuml;ndnisse seiner Partei. &ldquo;Eine personelle Neuorientierung an der Spitze der Bundestagsfraktion der Linkspartei erleichtert es m&ouml;glicherweise, die Potenziale f&uuml;r eine progressive Regierungskoalition diesseits der Union auch zu realisieren&rdquo;, sagte Stegner.<br>\n&ldquo;Diese Option war mit Wagenknecht an der Spitze immer eher theoretischer Natur.&rdquo; Wagenknecht will im Herbst nicht erneut f&uuml;r das Amt kandidieren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/heute\/wagenknecht-rueckzug-spd-vize-stegner-sieht-chancen-100.html?fbclid=IwAR3BaE9qLD-1A2_A-PIF2iUg4JTc7X1EnbZZO9RxREz7cb63EZ8TaOaNMlw\">ZDF<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Das Gerede von Stegner ist wie immer unertr&auml;glich. Sahra Wagenknecht ist eine der wenigen Politikerinnen, die noch klar Position gegen den Neoliberalismus beziehen. Was versteht da Stegner unter einer &bdquo;progressiven Regierungskoalition&ldquo; ohne Sahra Wagenknecht? Ddass die Linke nun endlich auch im neoliberalen Lager angekommen ist?<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Die Einseitigkeit des Westens ist nicht zu &uuml;bersehen<\/strong><br>\nHorst Teltschik, &uuml;ber lange Jahre au&szlig;enpolitischer Berater von Helmut Kohl, hat in einem Interview mit dem Spiegel die westliche Politik gegen&uuml;ber Russland scharf kritisiert. Der Westen habe Russland immer wieder zur&uuml;ckgesto&szlig;en und das russische Bed&uuml;rfnis nach Sicherheit nicht ernst genommen. Teltschik wirft dem Westen auch moralische &Uuml;berheblichkeit vor:\n<blockquote><p>\n&bdquo;Im Westen entr&uuml;stet man sich gern mit erhobenem Zeigefinger; die Medien schreiben Putin zum omnipotenten B&ouml;sewicht hoch, dem alles zuzutrauen sei. Die Einseitigkeit dabei ist nicht zu &uuml;bersehen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Einseitigkeit auch der deutschen &Ouml;ffentlichkeit versteht der Berater als Erbe des Kalten Krieges. Die Spuren der ideologischen Auseinandersetzung, der Kubakrise, der Berlinkrisen, des NATO-Doppelbeschlusses verschw&auml;nden nicht &uuml;ber Nacht.<br>\nTeltschik empfiehlt dem Westen mit Nachdruck einen konstruktiven Umgang mit Russland. Dabei k&ouml;nne man Wahrheiten unmissverst&auml;ndlich auf den Tisch legen, m&uuml;sse aber versuchen, die Motive des Gegen&uuml;bers zu verstehen:<\/p>\n<blockquote><p>\n&bdquo;Denken Sie an Willy Brandt. Bald nach der Niederschlagung des Prager Fr&uuml;hlings 1968 hat er den sowjetischen Vorschlag einer europ&auml;ischen Sicherheitskonferenz aufgegriffen. Er hat den Moskauer Vertrag verhandelt und ist auf der Krim mit Breschnew schwimmen gegangen. War Breschnew besser als Putin?&ldquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Kritische Worte findet Teltschik auch f&uuml;r Bundeskanzlerin Angela Merkel. Diese sei kein Mensch, der gern f&uuml;hrt. Als einziger westlicher Politiker mit direktem Zugang zum russischen Pr&auml;sidenten Wladimir Putin h&auml;tte sie &ldquo;viel mehr bewirken k&ouml;nnen, wenn sie gewollt h&auml;tte&rdquo;. An Merkels Stelle h&auml;tte jemand wie Kohl versucht, eine pers&ouml;nliche Beziehung zu Putin aufzubauen und sich dabei von Altkanzler Gerhard Schr&ouml;der unterst&uuml;tzen lassen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/deutsch.rt.com\/international\/85557-horst-teltschik-einseitigkeit-westens-ist\/\">RT Deustch<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Fall Skripal: Wenn Fakten zu &ldquo;Narrativen&rdquo; werden<\/strong><br>\nEinige Gedanken zu russischer und westlicher Propaganda, sowie einer zunehmenden Eintr&uuml;bung des Denkverm&ouml;gens in Wissenschaft und Medien<br>\nAm angesehenen Londoner King&rsquo;s College, einer der gr&ouml;&szlig;ten und &auml;ltesten Universit&auml;ten Gro&szlig;britanniens, wurde j&uuml;ngst eine 140 Seiten umfassende Studie zu &ldquo;gezielter Desinformation&rdquo; durch russische Staatsmedien ver&ouml;ffentlicht. Der Untersuchung zufolge machen RT und Sputnik &ldquo;Nachrichten zur Waffe&rdquo; und verbreiten insbesondere im Fall Skripal unz&auml;hlige, teils widerspr&uuml;chliche Narrative, also Erz&auml;hlungen.<br>\nTenor des Papiers: Die Russen wollen uns t&auml;uschen und verwirren. Der ARD Faktenfinder pr&auml;sentierte die Studie dem deutschen Publikum und schloss sich den britischen Analysen weitgehend an. Soweit nichts Neues.<br>\nDennoch birgt die Untersuchung Interessantes. Denn schaut man sich die 138 von den Forschern akribisch zusammengestellten russischen &ldquo;Narrative&rdquo; einmal im Einzelnen an &ndash; sie befinden sich etwas versteckt im &ldquo;Anhang 3&rdquo; des Papiers -, dann findet man dort unter anderem folgende Aussagen nummeriert aufgelistet:\n<ul>\n<li>Gro&szlig;britannien hat Russland &uuml;berst&uuml;rzt beschuldigt, ohne Fakten vorzulegen<\/li>\n<li>keine Beweise f&uuml;r Russlands Schuld<\/li>\n<li>einseitige westliche Medien befeuern die Spannungen<\/li>\n<li>britische Reaktionen sind illegal bzw. nicht ordentlichem Verfahren entsprechend<\/li>\n<li>britische Verwendung des Wortes &ldquo;wahrscheinlich&rdquo; bedeutet: kein Beweis<\/li>\n<li>Gro&szlig;britannien hindert russische Beh&ouml;rden illegal daran, eigene Staatsb&uuml;rger zu sehen<\/li>\n<li>Ausweisung der Diplomaten durch die USA verst&ouml;&szlig;t gegen internationales Recht<\/li>\n<li>USA wollen Gelegenheit nutzen, um europ&auml;ischen Gasmarkt zu &uuml;bernehmen<\/li>\n<li>Gro&szlig;britannien hat kein Interesse daran, Spannungen mit Russland abzubauen<\/li>\n<li>Russland verlangt Zugang zu Julia Skripal, den Gro&szlig;britannien verweigert<\/li>\n<li>Gro&szlig;britannien versteckt die Skripals<\/li>\n<li>Russland hat kein Motiv f&uuml;r die Vergiftung<\/li>\n<li>das verwendete Nowitschok k&ouml;nnte aus einem westlichen Land stammen<\/li>\n<li>Gro&szlig;britannien f&uuml;hrt einen Propagandakrieg<\/li>\n<li>Gro&szlig;britannien nutzt die Skripal-Vergiftung, um die Aufmerksamkeit von innenpolitischen Problemen abzulenken<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Fall-Skripal-Wenn-Fakten-zu-Narrativen-werden-4329377.html\">Paul Schreyer auf Telepolis<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Italian PM Giuseppe Conte ignores US warnings and pushes for closer cooperation with China&rsquo;s belt and road plan<\/strong>\n<ul>\n<li>US official says deal with Beijing could damage Italy&rsquo;s international standing<\/li>\n<li>Conte going down path forged by earlier Rome governments by giving Chinese companies more access to the port of Trieste and pushing energy sector collaboration<\/li>\n<\/ul>\n<p>Italian Prime Minister Giuseppe Conte has overruled the foreign ministry and joined right-wing Eurosceptics in his coalition cabinet in calling for closer cooperation with China&rsquo;s &ldquo;Belt and Road Initiative&rdquo;, sources told the South China Morning Post.<br>\nIn a move that Washington warned would damage Italy&rsquo;s standing with its neighbours, the Conte government is understood to be planning to give Chinese companies greater access to the port of Trieste &ndash; one of the region&rsquo;s busiest, with access to the Mediterranean &ndash; as well as further cooperation between the leading electricity providers of both countries.<br>\nWhite House National Security Council spokesman Garrett Marquis said the belt and road scheme was unlikely to help Italy economically and could significantly damage the country&rsquo;s international image.<br>\nChinese President Xi Jinping is expected to visit Italy from March 22-24, during which time Rome and Beijing would look to agree a framework deal.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.scmp.com\/news\/china\/diplomacy\/article\/3001150\/italian-pm-giuseppe-conte-ignores-us-warnings-and-pushes\">SCMP<\/a><\/p>\n<p><strong>dazu: Marco Polo is back in China &ndash; again<\/strong><br>\nAll roads seem to lead to Rome as Italy expresses its love for China&rsquo;s Belt and Road Initiative<br>\nPresident Xi Jinping is due to arrive in Italy for an official visit on March 22. The top theme of discussion will be the New Silk Road, or the Belt and Road Initiative (BRI).<br>\nA day earlier, in Brussels, the EU is to debate a common strategy related to Chinese investments in Europe.<br>\nA substantial part of the EU is already linked de facto with BRI. That includes Greece, Portugal, 11 EU nations belonging to the 16+1 group of China plus Central and Eastern Europe and, for all practical purposes, Italy. [&hellip;]<br>\nWashington can build no case lecturing Italians that a BRI link undermines the US side in the trade war &ndash; considering that some sort of Xi-Trump deal may be imminent anyway. Brussels for its part is already deeply divided, especially because of France.<br>\nGerman business knows that China is the present and future market of choice; besides, one of the top terminals of the New Silk Road is Duisburg, in the Ruhr valley. [&hellip;]<br>\nEssentially, it&rsquo;s all about Italy &ndash; the number three European nation on naval trade &ndash; configured as the top southern European terminal for BRI; the entry door for connectivity routes from east and south while also serving, in a cost-effective manner, scores of destinations west and north.<br>\nAbsolutely key in the project is the current revamping of the port of Venice &ndash; channeling supply lines from China via the Mediterranean towards Austria, Germany, Switzerland, Slovenia and Hungary. Venice is being configured as an alternative superport to Rotterdam and Hamburg &ndash; which are also BRI-linked. I called it the Battle of the Superports.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.asiatimes.com\/2019\/03\/article\/marco-polo-is-back-in-china-again\/\">Pepe Escobar in der Asia Times<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Eine spannende Debatte, die seltsamerweise in den deutschen Medien komplett ignoriert wird.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Die &raquo;Neue Seidenstra&szlig;e&laquo;<\/strong><br>\nF&uuml;r eine Billion Dollar baut Volksrepublik China seine Handelswege nach Europa aus. Mit dem Megaprojekt verfolgt Beijing drei konkrete Ziele.<br>\nDer ehemalige stellvertretende Direktor der chinesischen Steuerbeh&ouml;rde Xu Shanda legte dem Handelsministerium 2009 einen Vorschlag mit dem Titel &raquo;Der chinesische Marshallplan&laquo; vor. Bei diesem Plan handelte es sich um die &raquo;Belt and Road Initiative&laquo; (BRI) oder auch, in Anlehnung an den historischen Handelsweg, die &raquo;neue Seidenstra&szlig;e&laquo;. Mit dem Namen, den Xu Shanda dem Plan gegeben hat, sollte das wirkliche Ausma&szlig; der BRI ersichtlich werden. Genau wie das Bretton-Woods-System oder eben auch der Marshallplan die Vormachtstellung der USA sicherte und die Basis f&uuml;r den Welthandel und die Wechselkurse schaffte, ist die BRI Chinas Plan, um Asien, Afrika und Europa wirtschaftlich an sich zu binden.<br>\nMit der BRI versucht die Volksrepublik, seine Handelswege nach Europa und Afrika auszubauen. Die Grundidee des Projekts ist simpel: schnellere Handelswege und Wachstum durch Infrastrukturinvestitionen, allerdings nicht nur im eigenen Land. Die neue Seidenstra&szlig;e soll ein interkontinentales Handels- und Infrastrukturnetz sein, das auf dem Gebiet der historischen Seidenstra&szlig;e 64 L&auml;nder Asiens, Afrikas und Europas, 62 Prozent der Weltbev&ouml;lkerung und 35 Prozent der Weltwirtschaft auf dem Land- und Seeweg verbindet.<br>\nBeijing m&ouml;chte mit der BRI &Uuml;berkapazit&auml;ten im eigenen Land abbauen. Das bedeutet: Chinas Wirtschaft ist inzwischen viel zu gro&szlig;, um nur durch die Nachfrage im eigenen Land ausgelastet zu sein. Sie braucht Auftr&auml;ge von au&szlig;en. Au&szlig;erdem m&ouml;chte die Regierung in Beijing eine regionale, aber auch globalen F&uuml;hrungsrolle einnehmen und instabile Nachbarstaaten, aber auch eigene Unruheprovinzen wie die Region Xinjiang befrieden.<br>\nMit diesem Jahrhundertprojekt schl&auml;gt China also gleich drei Fliegen mit einer Klappe. Praktisch, aber nicht besonders billig, da der Preis eine Billion Dollar &uuml;bersteigt. Daher wurde eigens f&uuml;r die neue Seidenstra&szlig;e der Seidenstra&szlig;en-Fonds und die Asiatische Infrastrukturinvestmentbank (AIIB) ins Leben gerufen, eine neu gegr&uuml;ndete Entwicklungsbank. &Uuml;ber diese Institute werden dann Kredite zu sehr niedrigen Zinsen an L&auml;nder vergeben, die &uuml;berhaupt keine Chance h&auml;tten, sich unter diesen Bedingungen Geld an den Kapitalm&auml;rkten zu leihen und es in die Infrastruktur ihres Landes zu investieren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/350716.handel-die-neue-seidenstra%C3%9Fe.html\">junge Welt<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Cyberangriff &ndash; das ist doch ein Witz<\/strong><br>\nVenezuelas selbsternannter &Uuml;bergangspr&auml;sident Juan Guaid&oacute; macht Fehler der Regierung f&uuml;r die Krise und den Stromausfall im Land verantwortlich. Die Regierung spreche zwar von einem Hackerangriff als Ursache, eine technische Analyse gebe es aber nicht, sagte Guaid&oacute; im Deutschlandfunk.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/juan-guaido-im-exklusiv-interview-cyberangriff-das-ist-doch.694.de.html?dram:article_id=443222\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Der &ouml;ffentlich-rechtliche Deutschlandfunk macht sich mit einem &bdquo;Exklusivinterview&ldquo; zum Sprachrohr des Putschisten Juan Guaid&oacute; und offenbart sich als transatlantischer Propagandasender.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Der Abschwung ist da<\/strong><br>\nSchlechte Produktionszahlen aus der Industrie setzen der deutschen Wirtschaft zu. Sorgenkind bleibt ausgerechnet die Autobranche. Darf schon von einer Krise gesprochen werden?<br>\nDie Wachstumsaussichten tr&uuml;ben sich weiter ein: Deutsche Industrieunternehmen drosselten zu Jahresbeginn ihre Produktion. Wie das Statistische Bundesamt am Montag bekannt gab, wurde kalender- und saisonbereinigt im Vergleich zum Dezember 0,8 Prozent weniger produziert. Auch die Exporte traten im Vergleich zum Dezember auf der Stelle. Damit verdichten sich die Anzeichen, dass sich die deutsche Wirtschaft im Abw&auml;rtstrend befindet.<br>\nSchon am Freitag hatten die Statistiker aus Wiesbaden mit minus 2,6 Prozent sp&uuml;rbar r&uuml;ckl&auml;ufige Auftragseing&auml;nge in der Industrie vermeldet. Auch wenn die Produktions- und Auftragszahlen f&uuml;r Dezember nachtr&auml;glich nach oben revidiert wurden, f&auml;llt der Einbruch st&auml;rker aus als von Markt und &Ouml;konomen erwartet.<br>\nSorgenkind der deutschen Wirtschaft bleibt die Autoindustrie. Nachdem sich die Produktionszahlen zum Jahresende nach monatelangen Zulassungsproblemen rund um das neue Abgasmessverfahren WLTP wieder stabilisiert hatten, fiel die Fahrzeugproduktion im Januar um nahezu 9 Prozent. Das k&ouml;nne nicht allein auf Streiks und Werksferien zur&uuml;ckgef&uuml;hrt werden, wie es sie etwa bei Audi gab, sagt Claus Michelsen, Konjunkturforscher am Deutschen Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung (DIW), im Gespr&auml;ch mit FAZ.NET. Die Produktionszahlen nennt er &bdquo;entt&auml;uschend&ldquo;. Vor allem die Abk&uuml;hlung der Weltwirtschaft setze der deutschen Wirtschaft zu, der exportorientierte Automobilindustrie ganz besonders. [&hellip;]<br>\n&Ouml;konomen nehmen die schwachen Konjunkturzahlen derzeit als Anlass, ihre Prognosen kr&auml;ftig nach unten zu korrigieren. Die Industriel&auml;ndervereinigung OECD erwartet f&uuml;r Deutschland in diesem Jahr statt urspr&uuml;nglich 1,6 nur noch 0,7 Prozent Wachstum, und das Leibniz-Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung in Halle hat am Freitag bekanntgegeben, nur noch mit einem halben Prozent zu rechnen. Noch ist offen, ob die Bundesregierung ihre Erwartung von einem Prozent nicht ebenfalls revidieren muss. Krisengerede w&auml;re dennoch verfr&uuml;ht, ist sich das Gros der Forscher einig. Es gebe zwar eine &bdquo;insgesamt auf Abk&uuml;hlung gestimmte Grundtendenz&rdquo;, sagt Stefan Kooths vom Kieler Institut f&uuml;r Weltwirtschaft. Von einer Rezession sei man aber &bdquo;noch meilenweit entfernt&ldquo;. Allen voran das Baugewerbe habe pralle Auftragsb&uuml;cher und profitiere von weiter steigenden Baupreisen.<br>\nAuch Claus Michelsen vom Deutschen Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung (DIW) betont, dass die Produktionszahlen f&uuml;r Februar, die f&uuml;r die Autoindustrie schon vorliegen, Mut machten. Auch wenn die Zeiten der Hochkonjunktur vorbei seien, spr&auml;che noch wenig f&uuml;r eine Rezession. Der Konsum im Inland brumme weiter, so auch der Arbeitsmarkt in Deutschland, betont Michelsen und verweist auf die Schaffung von 79.000 sozialversicherungspflichtigen Stellen im Januar. &bdquo;Von einer Krise kann noch keine Rede sein&ldquo;, so Michelsen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/deutsche-konjunktur-der-abschwung-ist-da-16082760.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Oh&hellip; das b&ouml;se R-Wort kommt immerhin zweimal im Text vor, &ldquo;[v]on einer Rezession sei man aber &bdquo;noch meilenweit entfernt&rdquo;. So so. Im November 2018 waren wir noch bei einer <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/konjunktur-wirtschaftsweise-senken-wachstumsprognose-deutlich-a-1237175.html\">Prognose von 1,6 Prozent<\/a>, und seitdem geht es fast im Monatstakt abw&auml;rts. Im Januar 2019 <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/konjunktur-bundesregierung-rechnet-mit-deutlicher-wachstumsdelle-a-1249841.html\">1,0 Prozent<\/a>, sechs Wochen sp&auml;ter <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/konjunktur-regierung-rechnet-mit-noch-weniger-wachstum-a-1257258.html\">nur noch 0,7 Prozent<\/a>. Wenn die Wachstumsprognosen weiter in dem Tempo fallen, sind wird im Mai eine Rezession prognostiziert werden. Und will die Bundesregierung dann weiter die H&auml;nde in den Scho&szlig; legen, &ldquo;den Marktkr&auml;ften vertrauen&rdquo; und weiter einseitig auf die Nachfrage aus dem Ausland durch zunehmende Verschuldung (Export&uuml;berschuss) setzen?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Zehn Manager trieben den Abstieg von Deutschlands Banken voran<\/strong><br>\nMillionenboni, Schrottgesch&auml;fte, Geldgier: Seit fast 20 Jahren sind die Banken in Deutschland im Niedergang. Vor allem zehn Manager haben ihren Abstieg ma&szlig;geblich vorangetrieben &ndash; oder zumindest nicht zu verhindern gewusst.<br>\nJosef Ackermann ist der wohl umstrittenste Banker der j&uuml;ngeren Vergangenheit hierzulande. Unter dem Schweizer erklomm die Deutsche Bank im internationalen Kapitalmarktgesch&auml;ft ungeahnte H&ouml;hen. Um diesen Erfolg zu erreichen, ging das Geldhaus allerdings sehr riskante Gesch&auml;fte ein, deren Auswirkungen es bis heute belasten. Ackermann hat die Investmentbanker seines Hauses nach Belieben schalten und walten lassen. Das Ergebnis ist bekannt: Die Deutsche Bank ist nur noch ein Schatten ihrer selbst und muss seit Jahren Problembew&auml;ltigung betreiben.<br>\nDie WestLB galt als die &bdquo;Macht am Rhein&ldquo; &ndash; finanzstark und einflussreich. Sie war zeitweise das gr&ouml;&szlig;te deutsche Kreditinstitut. Doch durch riskante Auslandsgesch&auml;fte geriet die Landesbank in die Krise. Ex-Deutsche-Bank-Vorstand Thomas Fischer sollte es richten. Tats&auml;chlich gelang es ihm, die Bank zun&auml;chst in ruhigeres Fahrwasser zu f&uuml;hren. Doch dann rissen dubiose Aktienspekulationen ein neues Milliardenloch. Fischer musste 2007 seinen Platz r&auml;umen &ndash; mit einer Abfindung von 3,9 Millionen Euro. 2008 musste die Bank mit Finanzspritzen von Bund und Land aufgefangen werden und wurde zerschlagen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/finanzen\/article190026749\/Banken-Zehn-Manager-haben-den-Abstieg-der-Kreditinstitute-vorangetrieben.html?fbclid=IwAR2z_BOk6XVHOC2KHYNT5rUFFeK_1C2v1Tupdl5OI5IPagi80Z3u9a9u8I4\">WELT<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Starke Zuwanderung unterminiert die Situation der Schw&auml;chsten<\/strong><br>\nEr ist Vordenker der linken &bdquo;Aufstehen&ldquo;-Bewegung &ndash; und Bef&uuml;rworter des Nationalstaates. Im Interview sagt Andreas N&ouml;lke, warum er einen &bdquo;europ&auml;ischen Superstaat&ldquo; ablehnt und irregul&auml;re Migration als Problem sieht.<br>\nWELT: Herr N&ouml;lke, Sie machen sich als linker Frankfurter Politikprofessor f&uuml;r den Nationalstaat stark. Warum das denn?<br>\nAndreas N&ouml;lke: Das ist tats&auml;chlich f&uuml;r Linke etwas ungew&ouml;hnlich, mehrheitlich wollen sie den Nationalstaat &uuml;berwinden. Ich will das mittelfristig nicht, weil wichtige Funktionen sich im Moment am besten auf Ebene des Nationalstaats realisieren lassen. Die Demokratie, der Sozialstaat und der Rechtsstaat funktionieren im Nationalstaat besser als in der EU. Insofern halte ich Bestrebungen innerhalb der Linken, zu einem europ&auml;ischen Superstaat und dann zum Weltstaat zu gelangen, f&uuml;r nicht angemessen.<br>\nWELT: Sie sch&auml;tzen also die Funktionen des Nationalstaats &ndash; aber aus anderen Gr&uuml;nden als die Rechten?<br>\nN&ouml;lke: In der Tat gibt es unterschiedliche Motivationen, den Nationalstaat hochzuhalten. Mir geht es nicht um die &Uuml;berh&ouml;hung der deutschen Kultur. Aber der Nationalstaat hat als Sozialstaat die Mittel zur Verbesserung der Lage der Benachteiligten, und er ist die weiterhin wichtigste Instanz zum Schutz von deren Freiheit und Sicherheit.  &hellip;.<br>\nWELT: Unter den vier Grundfreiheiten ist ja vor allem die unbegrenzte Arbeitnehmerfreiz&uuml;gigkeit in der EU umstritten. Ist dieses Recht auf Mobilit&auml;t f&uuml;r Europ&auml;er sowie die Akzeptanz irregul&auml;rer Migration nicht links?<br>\nN&ouml;lke: Aus meiner Sicht: Nein. Mir als Linkem geht es in erster Linie um den Schutz der Arbeitnehmer. Und starke Zuwanderung unterminiert vor allem die Arbeitsmarktsituation der Schw&auml;chsten in unserer Gesellschaft. Weil insbesondere irregul&auml;re Migration Menschen mit niedrigem Qualifikationsniveau zu uns bringt, was die Konkurrenz in diesem Bereich des Arbeitsmarktes erh&ouml;ht. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass solche Zufl&uuml;sse von Arbeitnehmern auf das niedrigqualifizierte Segment problematische Auswirkungen haben. Volkswirtschaftlich betrachtet kann Migration aber auch positive Auswirkungen haben.<br>\nWELT: Auf welche Studien beziehen Sie sich?<br>\nN&ouml;lke: Es wurde etwa nach der starken Zuwanderung aus Kuba in den Gro&szlig;raum Miami im Rahmen der Mariel-Bootskrise 1980 insgesamt eine Belebung der Wirtschaft festgestellt, aber eine Absenkung des Lohnniveaus von Menschen mit formal niedriger Qualifikation um bis zu einem Drittel beobachtet. Eine weitere Studie lieferte nach der &Ouml;ffnung &Ouml;sterreichs f&uuml;r Osteurop&auml;er im Jahr 2011 ein &auml;hnliches Bild: F&uuml;r das Bruttoinlandsprodukt gut, f&uuml;r die Geringqualifizierten katastrophal.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article190080801\/Andreas-Noelke-Starke-Zuwanderung-unterminiert-Situation-der-Schwaechsten.html\">Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Gegen die generelle Abschaffung&ldquo; von Hartz-IV-Sanktionen<\/strong><br>\nHerr Sch&auml;fer-G&uuml;mbel, was halten Sie von dem Slogan: Leistung muss sich lohnen?<br>\nIch halte viel davon. Leistungsgerechtigkeit ist ein wichtiger Teil der Akzeptanz f&uuml;r den Sozialstaat.<br>\nWas sollen Hunderttausende Niedrigl&ouml;hner von diesem Slogan halten, die von ihrer Arbeit nicht leben k&ouml;nnen?<br>\nUm sie geht es mir. F&uuml;r mich ist niemand Leistungstr&auml;ger, nur weil er h&ouml;chste Verm&ouml;gen besitzt. F&uuml;r mich sind vor allem Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Alleinerziehende oder kleine Selbstst&auml;ndige wichtige Leistungstr&auml;ger unserer Gesellschaft. Sie arbeiten hart und k&ouml;nnen keinen Reichtum nach Hause bringen. Deren Lebensleistung muss besser gesch&uuml;tzt werden.<br>\nHartz-IV-Beziehern drohen harte Sanktionen, wenn sie Arbeiten ablehnen, Termine verpassen oder Qualifizierungen abbrechen. Darf es &uuml;berhaupt Abz&uuml;ge vom Existenzminimum geben?<br>\nWir haben eine klare Entscheidung getroffen, dass die Sondersanktionen f&uuml;r junge Menschen unter 25 Jahren fallen sollen. Au&szlig;erdem soll niemand mehr Angst vor Obdachlosigkeit haben. Dennoch bleibt es bei den Mitwirkungspflichten. Funktionierende Solidarit&auml;t braucht die Hilfe der Vielen und das Engagement des Einzelnen.<br>\nJede dritte Klage gegen Sanktionen ist erfolgreich. Offenbar hakt es beim Sanktionsregime.<br>\nUnd es fehlt an einer einheitlichen Umsetzung, das ist das n&auml;chste Problem.<br>\nW&auml;re es da nicht konsequent, Sanktionen ganz abzuschaffen, um dem Anspruch der SPD gerecht zu werden, Hartz IV &bdquo;hinter sich zu lassen&ldquo;?<br>\nEs existiert da ein grundlegendes Missverst&auml;ndnis. Die Mitwirkungspflicht gab es schon in der Sozialhilfe und der Arbeitslosenhilfe. Das ist nicht grunds&auml;tzlich neu. Die Akzeptanz eines starken Sozialstaats braucht die Mitwirkung, deshalb bin ich gegen die generelle Abschaffung. Das hat auch damit zu tun, dass ich selber in Gie&szlig;en im Sozialdezernat gearbeitet habe. Ich erlebe, dass der ganz gro&szlig;e Teil der Menschen nichts sehnlicher w&uuml;nscht als ohne staatliche Unterst&uuml;tzung auszukommen. Es gibt aber auch das Gegenteil. Und solchen Leuten muss man sagen, dass das nicht akzeptiert wird. Andernfalls wird die Basis f&uuml;r ein solidarisches System geschw&auml;cht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/politik\/thorsten-schaefer-guembel-akk-sich-festlegungen-verrannt-11833154.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers A.L.T.:<\/strong>  Der strahlende Sieger der Landtagswahl 2018, der ja nach eigenen Angaben alles richtig gemacht hatte, spricht im Interview von &ldquo;Mitwirkungspflichten&rdquo;, die es angeblich schon bei der fr&uuml;heren Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe gegeben habe. Allerdings verwischt hier TSG bewusst die Ebenen zwischen den &sect;&sect; 60-62 und 65 des SGB I sowie dem umfassenden Hartz IV-Sanktionsregime. Die weiteren Ausf&uuml;hrungen sind pure Heuchelei.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ein weiteres Dokument daf&uuml;r, warum die SPD in den Wahlprognosen da ist wo sie ist.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Linksliberale &Uuml;berheblichkeit geht mir auf die Nerven<\/strong><br>\nDer deutsche Philosoph Nils Heisterhagen empfiehlt der Sozialdemokratie in Wirtschaftsfragen einen Linkskurs und in der Migrationspolitik einen Schwenk nach rechts Die Sozialdemokratie ist europaweit auf der Sinnsuche. Sie eilt von einer Wahlniederlage zur n&auml;chsten und wird von Fl&uuml;gelk&auml;mpfen gel&auml;hmt. In Deutschland hat der junge SPD-Parteitheoretiker Nils Heisterhagen mit seinen Thesen &uuml;ber den politischen Snobismus der Linken f&uuml;r heftige Debatten gesorgt. Auf Einladung des Bruno-Kreisky-Forums war Heisterhagen in Wien, um &uuml;ber sein Buch Die liberale Illusion. Warum wir einen linken Realismus brauchen (Dietz-Verlag, 2018) zu diskutieren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/derstandard.at\/2000097675822\/Linksliberale-Ueberheblichkeit-geht-mir-auf-die-Nerven?fbclid=IwAR2EXADzF88vFsYzchdpD_jJZ_bv2AXhwxpHXm6B-QZANl73ZtFgIbvXuM0\">derStandard.at<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Trump, Macron und die Armut des Liberalismus<\/strong><br>\nLiberale k&uuml;mmern sich wenig um soziale Ungleichheit. Das kostet sie das Vertrauen der W&auml;hler*innen &ndash; &uuml;berall in der westlichen Welt &ndash; und hilft Populisten wie Donald Trump.<br>\nKein westlicher Liberaler w&uuml;rde der Feststellung widersprechen, dass die Wahl Donald Trumps ein Desaster f&uuml;r die amerikanische Gesellschaft darstellte, w&auml;hrend die Wahl Emmanuel Macrons einen Triumph f&uuml;r die franz&ouml;sische Gesellschaft markierte. Tats&auml;chlich k&ouml;nnte das Gegenteil der Fall sein, so ketzerisch das auch klingen mag.<br>\nDie erste Frage, die es zu stellen gilt, lautet, warum die Menschen in den Stra&szlig;en von Paris gewaltt&auml;tig protestieren, nicht aber in Washington, DC. Ich war pers&ouml;nlich Zeuge dieser Proteste in Paris und der Geruch von Tr&auml;nengas auf den Champs-&Eacute;lys&eacute;es erinnerte mich an die ethnischen Unruhen, die ich in Singapur 1964 miterlebte. Und warum protestieren die Gelbwesten? Anfangs zumindest, weil viele nicht den Eindruck hatten, dass sich Macron um ihre Notlage k&uuml;mmerte oder ihre Situation verstand.<br>\nMacron versucht, vern&uuml;nftige makro&ouml;konomische Reformen umzusetzen. Mit der vorgeschlagenen Anhebung der Steuern auf Dieselkraftstoff h&auml;tte man das Haushaltsdefizit Frankreichs verringert und die Kohlendioxidemissionen gesenkt. Macrons Hoffnung bestand darin, dass eine st&auml;rkere fiskalische Position des Landes das Vertrauen und die Investitionen in die franz&ouml;sische Wirtschaft gest&auml;rkt h&auml;tte, so dass die unteren 50 Prozent der Gesellschaft letztendlich davon profitieren. Doch um kurzfristige schmerzliche Einschnitte zugunsten langfristiger Vorteile hinzunehmen, m&uuml;ssen die Menschen ihrem politischen Repr&auml;sentanten vertrauen. Doch Macron hat das Vertrauen gro&szlig;er Teile der unteren 50 Prozent verloren.<br>\nIm Gegensatz dazu konnte sich Trump das Vertrauen der unteren H&auml;lfte der amerikanischen Gesellschaft erhalten, zumindest des wei&szlig;en Anteils dieser Gesellschaftsschicht. Auf den ersten Blick scheint das seltsam und paradox: der Milliard&auml;r Trump ist gesellschaftlich weiter von den unteren 50 Prozent entfernt als es Macron als Angeh&ouml;riger der Mittelschicht ist. Aber wenn Trump das liberale und konservative Establishment der USA angreift, gilt das als &Auml;u&szlig;erung des Zorns der weniger Wohlhabenden auf eine Elite, die deren Notlage ignoriert. Trumps Wahl k&ouml;nnte daher auf die unteren 50 Prozent kathartische Wirkung gehabt haben, was auch die fehlenden Stra&szlig;enproteste in Washington oder anderen Gro&szlig;st&auml;dten Amerikas erkl&auml;ren w&uuml;rde. [&hellip;]<br>\nUnbestreitbares Faktum ist, dass westliche Liberale sowohl in der Theorie als auch in der Praxis das erste Prinzip &uuml;ber das zweite stellten und der Freiheit des Einzelnen Priorit&auml;t einr&auml;umten, w&auml;hrend sie sich um die Ungleichheit weit weniger k&uuml;mmerten. Solange Wahlen stattfinden und die Menschen frei und gleichberechtigt w&auml;hlen k&ouml;nnen, so ihre Ansicht, sei dies eine ausreichende Voraussetzung f&uuml;r soziale Stabilit&auml;t. Daraus folgt, dass der Grund f&uuml;r wirtschaftliches Scheitern nicht in sozialen Bedingungen, sondern in pers&ouml;nlicher Inkompetenz zu suchen ist.<br>\nDoch als China im Jahr 2001 der Welthandelsorganisation beitrat, herrschte kein Zweifel, dass in den Industriel&auml;ndern eine &ldquo;sch&ouml;pferische Zerst&ouml;rung&rdquo; mit Jobverlusten f&uuml;r Millionen Menschen folgen w&uuml;rde. Die Eliten in diesen &Ouml;konomien &ndash; ob in den USA, Frankreich oder anderswo &ndash; trugen die Verantwortung, Menschen, die ihren Arbeitsplatz verloren hatten, zu helfen. Diese Hilfe blieb jedoch aus.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/gegenblende.dgb.de\/-\/CjV\">Gegenblende<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Der Staat vernachl&auml;ssigt die Weiterbildung<\/strong><br>\nEine Bertelsmann-Studie zeigt: Seit der Hartz-IV-Reform Anfang der 2000er-Jahre hat sich der Staat immer st&auml;rker aus der Finanzierung von Weiterbildung zur&uuml;ckgezogen. Nun m&uuml;sse wegen der Digitalisierung gegengesteuert werden, sagte Martin Noack, Mitautor der Studie, im Dlf.<br>\nGebert: Sie teilen in der Studie ein in drei Kategorien, wer solch eine Weiterbildung finanzieren kann: Einmal wir selbst als Arbeitnehmer, dann der Betrieb und zum Schluss der Staat &ndash; und der, sagen Sie, hat in den letzten Jahren immer mehr gegeizt.<br>\nNoack: Genau so ist es. Wir haben einen starken Abfall um 43 Prozent in den &ouml;ffentlichen Bildungsfinanzierungen zu verzeichnen zwischen 1995 und 2015, und der geht ma&szlig;geblich zum Beispiel zur&uuml;ck auf die zur&uuml;ckgegangene F&ouml;rderung durch die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit.<br>\nGebert: Das hei&szlig;t also, in den 90er-Jahren war es noch ganz anders, da war der Staat viel involviert in die Finanzierung der Weiterbildung. Haben Sie eine Vermutung, warum die &ouml;ffentliche Hand sich da weiter aus diesem Feld zur&uuml;ckgezogen hat?<br>\nNoack: Nun ja, Anfang der 90er-Jahre hat man nat&uuml;rlich sehr stark gef&ouml;rdert, weil wir noch die Nachwendephase hatten, dort waren viele Qualifizierungsbedarfe einfach da. Und dann kam Ende der 90er-, Anfang der 2000er-Jahre die Hartz-IV-Reform, und in diesem Rahmen hat man dann auch ganz neu aufgestellt die Arbeit der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit und hat in dem Rahmen auch die Weiterbildungsf&ouml;rderung stark eingestampft. Man hatte damals den Eindruck, dass viel am Markt vorbei gef&ouml;rdert wurde, und hat dann die Bildungsgutscheine eingef&uuml;hrt, um dann st&auml;rker marktorientiert Weiterbildung zu f&ouml;rdern. Das hat aber ganz bestimmte Benachteiligte produziert, und die leiden quasi heute noch darunter.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/studie-zur-erwachsenenbildung-der-staat-vernachlaessigt-die.680.de.html?dram:article_id=443303\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers A.L.:<\/strong> Bertelsmann stand Pate f&uuml;r die Agenda 2010. Nun l&auml;&szlig;t die &ndash; warum auch &ndash; gemeinn&uuml;tzige Stiftung eine Studie von ihr bezahlter Wissenschaftler &uuml;ber die Folgen ihrer Patenschaft in der &Ouml;ffentlichkeit verbreiten. Die Chim&auml;re der Digitalisierung dient dazu das eigene Verschulden in der j&uuml;ngsten Vergangenheit, in der Gegenwart zu beklagen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Der Zoll ist nicht gut aufgestellt<\/strong><br>\nIm Kampf gegen die Unterwanderung des Mindestlohns etwa von Paketzustellern fordert der Arbeitsmarktforscher Gerhard Bosch wieder mehr Einsatz des Zolls. Dieser arbeite nicht effizient, kontrolliere h&auml;ufig nur nach Papierlage, sagte Bosch im Dlf. Die Unternehmen m&uuml;ssten aber einen Kontrolldruck sp&uuml;ren. (&hellip;)<br>\nBosch: Ich bin mit der Forderung nach mehr Personal sehr vorsichtig geworden. Wir f&uuml;hren gerade bei uns am Institut eine Untersuchung &uuml;ber die Kontrollen durch, und das Ergebnis ist total ern&uuml;chternd, weil der Zoll eigentlich &uuml;berhaupt nicht gut aufgestellt ist. Eine Beh&ouml;rde, die 2014 eine Organisationsreform hatte, damals unter dem Finanzminister Sch&auml;uble, und man wird den Eindruck nicht los, dass auf diese Weise die CDU\/CSU, die den Mindestlohn ja niemals wollte, bei der Kontrolle auch nachsichtig sein wollte und den Unternehmen ein Signal geben wollte, eigentlich m&uuml;sst ihr keine Angst haben vor den Kontrollen. Was ist passiert? Erstmals sind die Kontrollen ganz stark zur&uuml;ckgefahren worden, von &uuml;ber 60.000 auf 40.000, jetzt sind sie wieder bei 50.000 im Jahr angelangt. Und dann ist vor allem der Au&szlig;endienst beim Zoll ist abgeschafft worden. Also, die Kontrollen drau&szlig;en, man kontrolliert h&auml;ufig nur nach Papierlage. Das kommt bei einem Teil der Besch&auml;ftigten ganz gut an, weil man eben das Wochenende frei hat und keine Schichtdienste mehr macht, aber der Zoll ist nicht effizient aufgestellt. Und vor allem arbeiten da mehrere Fahndungsabteilungen v&ouml;llig nebeneinander her. Und die Gewerkschaft der Polizei hat zurecht gesagt, man muss da erst mal die Organisation in Ordnung bringen, die sozusagen 2014 ineffektiver geworden ist, bevor man da mehr Personal hineinsteckt. (&hellip;)<br>\nBosch: Meine Idee ist eigentlich, die Selbstheilungskr&auml;fte wieder zu st&auml;rken, und das muss aber auch angenommen werden. Wenn ich zum Beispiel nach Schweden oder D&auml;nemark gehe, dann haben Sie in der Wirtschaft erheblich weniger B&uuml;rokratie, es gibt dort gar keine Kontrollen in dem Ausma&szlig;e wie bei uns, durch einen Zoll, weil eben die Sozialpartner gesagt haben, wir nehmen das in die eigene Hand, wir sind stark genug, wir setzen eigene Mindestgrenzen und sorgen auch daf&uuml;r, dass das kontrolliert wird. Und &uuml;brigens stehen die Unternehmer alle dahinter, weil die sagen, okay, wenn ich wei&szlig;, dass mein Konkurrent sich an die gleichen Bedingungen halten will, dann n&uuml;tzt mir das auch und dann kann ich auch ordentlich bezahlen. Und das ist in Deutschland eben nicht der Fall. (&hellip;)<br>\nIch glaube, wir m&uuml;ssen leider schon bei den Kontrollen auch ansetzen. Wir brauchen eine richtige Kontrolldichte und einen Kontrolldruck, damit auch Unternehmen sehen, dass sich das nicht lohnt, was sie machen, und dass sie damit auch Risiken eingehen. Und wenn das passiert, dann werden sie vielleicht auch &uuml;berlegen, dann regeln wir das Ganze doch anders, wir nehmen das selber in die Hand.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/mindestlohn-kontrolle-der-zoll-ist-nicht-gut-aufgestellt.694.de.html?dram:article_id=443161\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Naja, auf &ldquo;Selbstheilungskr&auml;fte&rdquo; zu setzen, k&ouml;nnte naiv erscheinen. Aber interessant ist der Hinweis von Herrn Bosch, dass mit einer &ldquo;Reform&rdquo; aus dem Jahr 2014 der Au&szlig;endienst des Zolls abgeschafft worden ist. Kontrollen also lediglich auf dem Papier stattfinden. Was hatte sich insbesondere Bundesfinanzminister Sch&auml;uble dabei gedacht &ndash; etwa, dass alle Mitwirkenden ehrliche Kaufleute sind? Es k&ouml;nnte der Eindruck entstehen, dass durch so eine &Auml;nderung der Handlungs-\/Vorgehensweisen beim Zoll implizit zum Missbrauch aufgerufen werden sollte. Und das ausgerechnet durch den Staat. Unglaublich.<\/em><\/p>\n<p><em>Zu bef&uuml;rchten ist, dass auch andere Bereiche lediglich nach Aktenlage entscheiden, obwohl pers&ouml;nliche Kontrollen angebracht sein k&ouml;nnten.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Fukushima und die Folgen<\/strong><br>\nDer Atomunfall in Japan vor genau acht Jahren hat nicht nur eine Kernschmelze und eine radioaktive Wolke verursacht. Die Welle, die Fukushima in den K&ouml;pfen von Politikern und Verbrauchern ausgel&ouml;st hat, stellte die Energiepolitik in Deutschland komplett auf den Kopf &ndash; mit noch immer ungewissem Ausgang.<br>\nAm 11. M&auml;rz 2011 kam es im japanischen Atomkraftwerk Fukushima zum Super-Gau. Seither laufen dort die Aufr&auml;um- und Sicherungsarbeiten. Deren Abschluss wird erst nach 2050 erwartet. Der Betreiber Tepco pr&auml;sentierte nach zahlreichen R&uuml;ckschl&auml;gen in den vergangenen Jahren k&uuml;rzlich eine Erfolgsmeldung: Die Bedingungen, unter denen die Tausenden Arbeiter in der Atomruine schuften m&uuml;ssen, h&auml;tten sich deutlich verbessert.<br>\nWegen der radioaktiven Strahlung, die bei Kernschmelzen in drei der sechs Reaktoren austrat, mussten damals rund 160.000 Anwohner fliehen. Mehr als 30.000 von ihnen k&ouml;nnen heute noch immer nicht in ihre Heimatorte zur&uuml;ck. Es war die schlimmste Atomkatastrophe seit Tschernobyl 1986. &hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/boerse\/fukushima-jahrestag-103.html\">Tagesschau<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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