{"id":5011,"date":"2010-03-31T08:06:28","date_gmt":"2010-03-31T07:06:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5011"},"modified":"2010-03-31T08:06:28","modified_gmt":"2010-03-31T07:06:28","slug":"hinweise-des-tages-1110","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5011","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Finanznetzwerk; Landesbanken doch nicht die schlimmsten; Schattenm&auml;nner der Wirtschaft; Ltd.&amp;Co. fehlt Mitbestimmung; Gute Arbeit; Gewerkschaft in der Krise; zwei Mindestl&ouml;hne; Leiharbeit; europ&auml;ische Wirtschaftsregierung; Pharma-Dschungel; Selbstentmachtung bei der Bahn; noch mehr L&uuml;gen &uuml;ber Asse; das Schlechte sch&ouml;nreden; Kinderarbeit in Ghana; die neuen Herren von Venetien und Piemont; Todesstrafe; die Staatsm&auml;nnische; Volker Pispers Augenwischerei. (KR\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Finanzlobby &ndash; da kriegen wir die Krise!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Rettungsma&szlig;nahmen kamen &uuml;berwiegend Privatbanken zugute<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Die Schattenm&auml;nner der deutschen Wirtschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Ltd. &amp; Co. KG fehlt die Mitbestimmung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Gute Arbeit &ndash; geht das?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Gewerkschaften <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Arbeitsmarktforscher Bosch: &bdquo;Ich bin f&uuml;r zwei Mindestl&ouml;hne&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">DGB: Regierungsbericht verharmlost Probleme der Leiharbeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Preiskampf und Dumpingl&ouml;hne &ndash; Wie soll da Fortbildung funktionieren? <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Teure Maultaschen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Europ&auml;ische Wirtschaftsregierung und Koordinierung der Lohnpolitik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Der Pharma-Dschungel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Billigflieger Germanias Gr&ouml;&szlig;enwahn<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Deutsche Bahn: Ausverkaufsrat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Atomm&uuml;lllager Asse: Noch mehr L&uuml;gen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Lernen, das Schlechte sch&ouml;nzureden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Kinderarbeit in Ghana: Wo unser Computerm&uuml;ll landet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Italien: Die neuen Herren von Venetien und Piemont<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Todesstrafe gegen Opposition<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Die Staatsm&auml;nnische<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Zu guter Letzt: Volker Pispers: Augenwischen<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=5011&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Finanzlobby &ndash; da kriegen wir die Krise!<\/strong><br>\nErstaunlicherweise profitiert der Finanzsektor dennoch auch in der Krise. Milliarden flie&szlig;en in die Rettungen von Banken, w&auml;hrend die &ouml;ffentliche Verschuldung explodiert. Wie kann es sein, dass sich die Interessen der Finanzbranche auf Kosten der Allgemeinheit durchsetzen? Der Grund liegt auf der Hand, wird aber kaum diskutiert: Die Politik ist aufs Engste mit der Finanzwirtschaft verflochten, die sie eigentlich regulieren sollte.<br>\nDie offensichtlichste Form der Verflechtung sind die fliegenden Personalwechsel zwischen Politik, Aufsichtsbeh&ouml;rden und Banken. Gerade ist mit Andreas Dombret ein Investmentbanker in den Vorstand der Deutschen Bundesbank berufen worden. Sie wird in Zukunft die Hoheit &uuml;ber die deutsche Bankenaufsicht haben.<br>\nUmgekehrt heuerte die Deutsche Bank 2008 die obersten Bankenaufseher der Bank f&uuml;r Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) und der Bundesanstalt f&uuml;r Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) an. Axel Nawrath lie&szlig; die Dreht&uuml;r gleich um 360 Grad kreisen: Er wechselte vom Finanzministerium zur Deutschen B&ouml;rse und zur&uuml;ck.<br>\nBereits vor der Krise schrieb die Finanzwirtschaft an Gesetzen mit, die manch hochspekulatives Gesch&auml;ft erst erm&ouml;glichten: Eine Mitarbeiterin des Lobbyverbandes der Investmentbranche BVI hatte 2003 ihren eigenen Schreibtisch im Finanzministerium und half dort, Hedgefonds in Deutschland den Weg zu ebnen. Auch diverse Banken und die Deutsche B&ouml;rse liehen in den vergangenen Jahren Mitarbeiter an das Ministerium aus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2481930&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Rettungsma&szlig;nahmen kamen &uuml;berwiegend Privatbanken zugute<\/strong><br>\nUngef&auml;hr 80 Prozent der Rettungsbeihilfen des Bundes sind bisher an Privatbanken einschlie&szlig;lich der &rdquo;Hypo Real Estate&ldquo; und der Deutschen Industriebank (IKB) gegangen. Wie die Bundesregierung in ihrer Antwort (17\/1056) auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion (17\/762) weiter mitteilt, erhielten Landesbanken wie die BayernLB und die HSH 20 Prozent der Rettungsbeihilfen. Bei den Rekapitalisierungsma&szlig;nahmen betrug der Anteil der Privatbanken sogar 90 Prozent. 10 Prozent kamen der WestLB zugute.<br>\nWie es in der Antwort weiter hei&szlig;t, soll der Finanzsektor an den Kosten der Rettungsma&szlig;nahmen beteiligt werden. &bdquo;Wegen der Ausweichm&ouml;glichkeiten der Finanzmarktakteure auf andere Marktpl&auml;tze sollte eine L&ouml;sung international abgestimmt werden&ldquo;, schreibt die Bundesregierung. In Schweden sei bereits eine Sonderabgabe f&uuml;r Finanzinstitute mit der Bezeichnung &bdquo;Stabilit&auml;tsabgabe&ldquo; eingef&uuml;hrt worden, in den USA sei die Einf&uuml;hrung einer &bdquo;Verantwortungsabgabe&ldquo; geplant. Die Bundesregierung will ihrerseits Ma&szlig;nahmen ergreifen, &bdquo;die sich in den internationalen Kontext einpassen&ldquo;.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2010_03\/2010_097\/04.html\">Deutscher Bundestag<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btd\/17\/010\/1701056.pdf\">Antwort der Bundesregierung [PDF &ndash; 122 KB]<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Bei allen Forderungen nach konkreten Ma&szlig;nahmen verweist die Bundesregierung auf die internationale Ebene und verschiebt politisches Handeln damit auf den &bdquo;Sankt Nimmerleins-Tag&ldquo;. Bei allen konkreten Fragen, etwa inwieweit mit der Rettung der IKB Forderungen der Deutschen Bank gesichert wurden, beruft sich die Bundesregierung auf Verschwiegenheitspflichten.<br>\nIm &Uuml;brigen wird doch st&auml;ndig behauptet, die Landesbanken seien viel schlimmer als die privaten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Die Schattenm&auml;nner der deutschen Wirtschaft<\/strong><br>\nIn beinahe allen Machtk&auml;mpfen heimischer Unternehmen mischen PR-Profis mit. Im Hintergrund versuchen sie, die &Ouml;ffentlichkeit zu beeinflussen &ndash; mit teils fragw&uuml;rdigen Methoden. Ein Blick in eine verschlossene Szene.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/karriere-management\/management\/:agenda-die-schattenmaenner-der-deutschen-wirtschaft\/50094799.html?mode=print\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Ltd. &amp; Co. KG fehlt die Mitbestimmung<\/strong><br>\nVon 17 auf 37: Die Zahl der in Deutschland ans&auml;ssigen gr&ouml;&szlig;eren Unternehmen mit ausl&auml;ndischer Rechtsform w&auml;chst. Ihre Besch&auml;ftigten m&uuml;ssen bislang auf Mitbestimmungsrechte verzichten.<br>\nDie Rechtsprechung des Europ&auml;ischen Gerichtshofs er&ouml;ffnet Unternehmen die M&ouml;glichkeit, eine Rechtsform des europ&auml;ischen Auslands zu f&uuml;hren. F&uuml;r US-Unternehmen regelt ein deutsch-amerikanischer Freundschaftsvertrag aus den 50er-Jahren Entsprechendes. So ist der deutsche Zweig der franz&ouml;sischen Bank Cortal Consors Teil einer Soci&eacute;t&eacute; Anonyme (S.A.). Und die Berater der einflussreichen Consultantfirma McKinsey arbeiten auch in der deutschen Niederlassung unter dem Dach einer Incorporated.<br>\nEgal, welche Motive hinter der Wahl der Unternehmensform stehen: F&uuml;r die Besch&auml;ftigten bedeutet der rechtliche Sonderstatus weniger Partizipationsrechte. In der Praxis fallen Unternehmen in ausl&auml;ndischer Rechtsform aus dem deutschen Mitbestimmungsgesetz von 1976 heraus. W&auml;hrend in einer deutschen AG oder GmbH mit mehr als 2.000 Mitarbeitern die Arbeitnehmer die H&auml;lfte der Aufsichtsr&auml;te stellen, haben sie beispielsweise in einer Limited keinen Anspruch auf Repr&auml;sentanz. Auch das Drittelbeteiligungsgesetz f&uuml;r Unternehmen mit 500 bis 2.000 Besch&auml;ftigten greift nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/32014_103069.html\">B&ouml;ckler Impuls 05\/2010<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Gute Arbeit &ndash; geht das?<\/strong><br>\nAusgabe 02\/2010 mit Beitr&auml;gen u.a. von Friedhelm Hengsbach &bdquo;Gute Arbeit &ndash; nicht unter finanzkapitalistischen Verh&auml;ltnissen&ldquo;; Ottmar Schreiner &bdquo;Sozial ist, was gute Arbeit schafft&ldquo;; Klaus Pickshaus\/Hans-J&uuml;rgen Urban &bdquo;Gesundheit und Gute Arbeit als Krisenopfer&ldquo; etc.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.denk-doch-mal.de\/node\/251\">Denk-doch-mal.de<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Aus Politik und Zeitgeschichte: Gewerkschaften <\/strong><br>\nMit dem &Uuml;bergang vom wohlfahrtsstaatlichen Kapitalismus zum Finanzmarkt-Kapitalismus setzte ein Einflussverlust der Gewerkschaften ein. Die Aufl&ouml;sung der Industriearbeiterschaft wie auch die Globalisierung und Differenzierung der Arbeitswelten f&uuml;hrten zur Erosion der personellen, politischen und sozio&ouml;konomischen Grundlagen gewerkschaftlichen Handelns. Die Folge war nicht nur eine Abnahme ihrer Organisationsmacht und ein Bedeutungsverlust des Fl&auml;chentarifvertrags. Auch die Stellung der Gewerkschaften als korporatistische Funktionseliten und damit als Teil des Elitekanons der Industriegesellschaft erfuhr eine Schw&auml;chung.<br>\nEs gilt, die Rolle der Gewerkschaften, ihr Selbstverst&auml;ndnis und ihre Organisationsprozesse neu zu denken. Die Dynamik in den innergewerkschaftlichen Diskussionen um eine Revitalisierung deutet an, dass sie sich dieser gesellschaftlichen Herausforderung stellen und die Debatten um eine Demokratisierung der Wirtschaft und damit der Gesellschaft insgesamt wieder mitbestimmen wollen. Inhalt (u.a.):\n<ul>\n<li>Niedergang oder Comeback der Gewerkschaften &ndash; Essay (Hans-J&uuml;rgen Urban) <\/li>\n<li>Zukunft der Sozialpartnerschaft in Deutschland &ndash; Essay (Rainer Huke)<\/li>\n<li>Arbeitsbeziehungen und gewerkschaftliche Organisation im Wandel (Klaus Tenfelde)<\/li>\n<li>Krise und strategische Neuorientierung der Gewerkschaften (Ulrich Brinkmann \/ Oliver Nachtwey)<\/li>\n<li>Die Gewerkschaften im F&uuml;nf-Parteien-System der Bundesrepublik (Anne Seibring)<\/li>\n<li>Perspektiven des gewerkschaftlichen Kerngesch&auml;fts: Zur Reichweite der Tarifpolitik in Europa (Thorsten Schulten)<\/li>\n<li>Gewerkschaften zwischen struktureller Europ&auml;isierung und sozialpolitischer Stagnation (J&uuml;rgen Mittag)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.bpb.de\/publikationen\/N9RQZW,0,Gewerkschaften.html\">Bundeszentrale f&uuml;r politische Bildung, Aus Politik und Zeitgeschichte 13-14\/2010<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Arbeitsmarktforscher Bosch: &bdquo;Ich bin f&uuml;r zwei Mindestl&ouml;hne&ldquo;<\/strong><br>\nZun&auml;chst eher unbemerkt hat sich seit Mitte der 90er Jahre ein Niedriglohnsektor entwickelt, der eigentlich erst um 2004 durch die Wissenschaft entdeckt worden ist. Im Unterschied zu anderen westeurop&auml;ischen L&auml;ndern ist bei uns der Niedriglohnsektor explosionsartig gewachsen, ohne dass wir bisher ein Ende sehen k&ouml;nnen. In anderen L&auml;ndern hingegen ziehen die Lohnsysteme Bremsen ein. Der Niedriglohnsektor etwa in den Niederlanden, Frankreich oder D&auml;nemark stabilisiert sich auf sehr niedrigem Niveau.<br>\n75 Prozent der gering Bezahlten sind gut qualifizierte Besch&auml;ftigte. Das unterscheidet den Niedriglohnsektor in Deutschland auch von dem anderer L&auml;nder, weil wir eine sehr gut qualifizierte Erwerbsbev&ouml;lkerung haben&hellip;<br>\nIn den meisten Niedriglohnbereichen haben wir &uuml;berhaupt keine Tarife, die ins Rutschen gebracht werden k&ouml;nnen&hellip;<br>\nEin Problem k&ouml;nnte in der Tat dort bestehen, wo die Gewerkschaften sehr gut organisiert sind. Ich bin deshalb auch ein Anh&auml;nger von zwei Mindestl&ouml;hnen, wie das die Franzosen, die Belgier, die Niederl&auml;nder, die Italiener und auch die Spanier machen. N&auml;mlich einen gesetzlichen Mindestlohn als untere Auffanglinie und zus&auml;tzlich eine Allgemeinverbindlichkeit von Tarifvertr&auml;gen. Das hei&szlig;t, wenn man in Bereichen mit guten Tarifvertr&auml;gen arbeitet, muss man auch nach diesen bezahlt werden. So kann das Abrutschen verhindert werden&hellip;<br>\n<strong>Wir brauchen dazu einen Mindestlohn, damit wir nicht mit &ouml;ffentlichen Mitteln, &uuml;ber Hartz-IV-Gelder, die Niedrigl&ouml;hne auch noch subventionieren. Wir stecken etwa 9,3 Milliarden Euro j&auml;hrlich in solche Subventionen der schlechtesten Unternehmen in Deutschland.<\/strong> Zudem muss die Leiharbeit neu gestaltet werden. Leiharbeiter m&uuml;ssen die gleiche Entlohnung bekommen wie normale Besch&auml;ftigte. Das ist eigentlich &uuml;blich in anderen L&auml;ndern. Vor allem muss in der Arbeitsmarktpolitik wieder viel mehr Wert auf eine zweite Chance gelegt werden, auf eine l&auml;ngerfristige Qualifizierung mit echtem Abschluss. Insbesondere, weil wir in den n&auml;chsten Jahren Fachkr&auml;ftemangel haben werden. Die Umschulungen in einen Beruf mit einem Abschluss sind praktisch abgeschafft worden. Arbeitsmarktpolitik darf nicht nur Druck aus&uuml;ben, sondern muss auch mehr Chancen bieten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.badische-zeitung.de\/wirtschaft-3\/ich-bin-fuer-zwei-mindestloehne\">Badische Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>DGB: Regierungsbericht verharmlost Probleme der Leiharbeit<\/strong><br>\nAm 13.01.2010 hat die Bundesregierung mit halbj&auml;hrlicher Versp&auml;tung den 11. Bericht &uuml;ber Erfahrungen mit der Arbeitnehmer&uuml;berlassung beschlossen, am Freitag (26.03.2010) wurde er im Bundestag debattiert. &hellip;Dieser 11. Bericht der Bundesregierung thematisiert die sozialen und besch&auml;ftigungspolitischen Probleme der Leiharbeit nur v&ouml;llig unzureichend und blendet wichtige Fakten ganz oder weitgehend aus.<br>\nSo wird im Regierungsbericht zu diesem Kapitel lediglich darauf hingewiesen, dass mit der Deregulierung des A&Uuml;G &bdquo;zus&auml;tzliche dauerhafte Arbeitspl&auml;tze geschaffen und insoweit Arbeitslosigkeit abgebaut werden (sollte)&ldquo;. (S. 65)<br>\nIm IAB-Bericht wird differenziert nach der vorherigen Arbeitsmarktn&auml;he der Leiharbeitskr&auml;fte hierzu ausgef&uuml;hrt: &bdquo;Knapp 12 Prozent der vorher regul&auml;r Besch&auml;ftigten ist nach der Leiharbeit weder regul&auml;r noch in der Arbeitnehmer&uuml;berlassung besch&auml;ftigt und mehr als die H&auml;lfte des (untersuchten) 180-Tages-Zeitraumes arbeitslos gemeldet.&ldquo; (S. 84) Bez&uuml;glich des Br&uuml;ckeneffektes f&uuml;r eher Langzeitarbeitslose schreibt das IAB, dass &bdquo;fast jeder Vierte (24 Prozent) sich auch nach dem Zwischenstopp in der Arbeitnehmer&uuml;berlassung in der Arbeitslosigkeit wieder (findet).&ldquo; (S. 85) Eine regul&auml;re Besch&auml;ftigung zu finden, gelingt nach zwei Jahren nur etwa 8 Prozent der Arbeitslosen&hellip;<br>\nDer Wegfall der H&ouml;chst&uuml;berlassungsdauer hat zu vermehrten Gr&uuml;ndungen von so genannten reinen Personalf&uuml;hrungsgesellschaften gro&szlig;er Firmen gef&uuml;hrt&hellip;Zweck dieser Gesellschaften ist die Senkung von Personalkosten durch die Anwendung von Zeitarbeitstarifvertr&auml;gen&hellip;<br>\nMit der Aufhebung des sog. Synchronisationsverbots werden von Verleihbetrieben M&ouml;glichkeiten des Teilzeit- und Befristungsgesetzes hinsichtlich &bdquo;versteckter&ldquo; einsatzbezogener Befristungen voll ausgesch&ouml;pft. Das Arbeitgeberrisiko der befristeten Verleih- bzw. Einsatzm&ouml;glichkeiten wird auch durch wiederholte unbefristete Einstellungen\/K&uuml;ndigungen oder zum Teil auch mit (nicht zul&auml;ssigen) Befristungen auf den Zeitarbeiternehmer abgew&auml;lzt.&ldquo; (S. 17)&hellip;<br>\nJede achte Leiharbeitskraft mit sozialversichertem Job muss bereits Hartz IV beziehen.<br>\nDas durchschnittliche sozialversicherungspflichtige Monatsentgelt von Helfern in der Zeitarbeit lag rund 45 % unter dem von Helfern in anderen Branchen. Auch bei qualifizierten T&auml;tigkeiten, wie z. B. Organisations-, Verwaltungs- und B&uuml;roberufen, lag die monatliche Entgeltl&uuml;cke bei rund 35 %.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++97338336-3b23-11df-4677-00188b4dc422\/@@index.html\">DGB Arbeitsmarkt aktuell 04\/2010<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Preiskampf und Dumpingl&ouml;hne &ndash; Wie soll da Fortbildung funktionieren?<\/strong><br>\nFortbildungsma&szlig;nahmen gelten als entscheidendes Mittel zur Qualifizierung von Arbeitslosen. report M&Uuml;NCHEN-Recherchen zeigen: Zahllose Ausbilder sind selbst in prek&auml;ren Arbeitsverh&auml;ltnissen oder werden mit Niedrigl&ouml;hnen abgespeist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.br-online.de\/das-erste\/report-muenchen\/report-arbeitslose-fortbildung-ID1269865375156.xml\">Das Erste, report M&uuml;nchen<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers V.W.:<\/strong> Nat&uuml;rlich k&ouml;nnen diese &ldquo;prek&auml;ren&rdquo; L&ouml;hne der BA angelastet werden, wenn, wie in dem TV-Betrag ausgef&uuml;hrt, der Angebotspreis das alles entscheidende Kriterium f&uuml;r die Auftragserteilung ist. Ist im Prinzip genau dasselbe Problem wie bei der Vergabe &ouml;ffentlicher Bauauftr&auml;ge und auch absolut keine Ausnahme, sondern eher die Regel.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Teure Maultaschen<\/strong><br>\nOb ein Pfandbon &uuml;ber 1,50 Euro, ob eine Frikadelle vom B&uuml;fett oder eben f&uuml;nf Maultaschen aus den Essensresten eines Seniorenheims, in jedem Fall wurden langj&auml;hrige Arbeitnehmer fristlos gek&uuml;ndigt und die Gerichte sahen dies als rechtm&auml;&szlig;ig an. Bis nun das Landesarbeitsgericht Freiburg den Fall der Maultaschen in zweiter Instanz verhandelte und den Parteien einen Vergleich vorschlug. Die Frau und ihr Arbeitgeber einigten sich am Dienstag darauf, dass die 58-J&auml;hrige eine ordentliche K&uuml;ndigung zum Jahresende 2009 sowie 25.000 Euro Sozialabfindung erh&auml;lt. F&uuml;r die Monate zwischen der fristlosen und der ordentlichen K&uuml;ndigung erh&auml;lt sie zudem r&uuml;ckwirkend Lohnfortzahlung oder 17.500 Euro. Damit wurde ein Urteil der ersten Instanz aufgehoben. Der Richter sagte, der Diebstahl der Maultaschen sei zwar unbestritten. Aber &ldquo;die Kl&auml;gerin hat dem Unternehmen dadurch keinen wirtschaftlichen Schaden zugef&uuml;gt&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2483811&amp;em_loc=2091&amp;em_ref=\/top_news\/&amp;em_ivw=fr_wirtop\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Warum das Essen eines f&uuml;r den M&uuml;ll vorgesehenen Essensrests eine Form von Diebstahl darstellt, entzieht allerdings sich immer noch meinem Verst&auml;ndnis. Und das nicht nur angesichts der Tatsache, dass eine Steuerhinterziehung in H&ouml;he von einer halben Milliarde, wie unl&auml;ngst berichtet, ohne Konsequenzen bleibt. Nur weil der Betreffende wegen diverser Steuerdaten-CDs Schiss bekommen hat und sich selbst anzeigte.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Europ&auml;ische Wirtschaftsregierung und Koordinierung der Lohnpolitik &ndash; Krise der Eurozone verlangt Strukturreformen<\/strong>\n<ul>\n<li>Die Griechenlandkrise des Euro hat eine l&auml;ngst f&auml;llige Debatte &uuml;ber die Strukturm&auml;ngel der europ&auml;ischen Wirtschaftspolitik und die Ungleichgewichte im innereurop&auml;ischen Handel ausgel&ouml;st. Es ist an der Zeit, die Defizite der WWU-Konstruktion des Maastrichter Vertrages zu heilen.<\/li>\n<li>Die Eurozone braucht eine Europ&auml;ische Wirtschaftsregierung mit einer Europ&auml;isierung der Haushaltskompetenz, um eine effektive Fiskalpolitik betreiben zu k&ouml;nnen und eine &Uuml;berschuldung der Mitgliedstaaten grunds&auml;tzlich verhindern zu k&ouml;nnen.<\/li>\n<li>Die Eurozone braucht eine europ&auml;ische Koordinierung der nationalen Lohnpolitiken, um eine Verzerrung der Wettbewerbsverh&auml;ltnisse und gro&szlig;e Ungleichgewichte im innereurop&auml;ischen Handel mit einseitigen Gewinnern und Verlierern vermeiden zu k&ouml;nnen. Zu diesem Zweck ist dar&uuml;ber hinaus auch eine Koordinierung der europ&auml;ischen Sozial- und Steuerpolitiken erforderlich.<\/li>\n<li>Durch mehr Kooperation zwischen der EU und Griechenland h&auml;tte die Zuspitzung der Griechenlandkrise vermieden werden k&ouml;nnen. Jetzt wird dem Land eine &uuml;berharte Austerit&auml;tspolitik abverlangt, die weder aus &ouml;konomischen noch aus sozialen Gr&uuml;nden sinnvoll.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/id\/ipa\/07108.pdf\">Friedrich-Ebert-Stiftung Internationale Politikanalyse [PDF &ndash; 130 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Der Pharma-Dschungel<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Rabatt-Handel<\/strong><br>\nSeit 2007 aber verf&uuml;gten die Kassen &uuml;ber ein &bdquo;marktwirtschaftliches Instrument&ldquo;. Es tr&auml;gt den Namen Rabattvertr&auml;ge und bedeutet, dass die Kassen nun bei sogenannten Nachahmerpr&auml;paraten auf Biegen und Brechen verhandeln. Am Ende erhalten ihre Versicherten nur noch die wirkstoffgleiche Arznei des jeweils g&uuml;nstigsten Herstellers. Dieses &bdquo;Erfolgsmodell&ldquo; werde allein dem AOK-System bis Ende 2010 eine Milliarde Euro gespart haben, sagte Hermann am Dienstag in Berlin. Wer daran etwas &auml;ndern wolle, lege &bdquo;die Axt&ldquo; an ein &uuml;ber die Ma&szlig;en wirksames Kostensteuerungsmittel. Den 24 Millionen AOK-Versicherten blieben dadurch f&uuml;rs erste Zusatzbeitr&auml;ge erspart. Adressat der Warnung ist die schwarz- gelbe Koalition, die in ihren &bdquo;Eckpunkten&ldquo; zur Arzneimittelversorgung angek&uuml;ndigt hat, die Rabattvertr&auml;ge mit Blick auf die nicht zum Zuge kommenden Firmen hin ein wenig auszuh&ouml;hlen. So sollen gesetzlich Versicherte k&uuml;nftig auch wieder nichtrabattierte Arznei erhalten, sofern sie daf&uuml;r einen Aufpreis zahlen. Diese M&ouml;glichkeit verunsichere nicht nur die Patienten, kritisierte Hermann. Man ermuntere damit auch die Hersteller, statt auf niedrigere Preise lieber &bdquo;wieder auf die Beeinflussung der Apotheker zu setzen&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/art771,3071151?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><strong>Dubiose Nebent&auml;tigkeit: Pillen vom Arzt<\/strong><br>\nDer Arzt soll heilen und nicht verkaufen &ndash; so sagt es die Berufsordnung. Dabei geht es nicht zuletzt um Vertrauen. Denn kein Patient soll bef&uuml;rchten m&uuml;ssen, seine Diagnose bekomme er nur, damit der Arzt ihm anschlie&szlig;end die dazu passenden Pillen verkaufen kann. Derartige Gesch&auml;fte sind den Medizinern deshalb gesetzlich untersagt.<br>\nDoch immer mehr findige &Auml;rzte umgehen dieses Gebot.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www3.ndr.de\/sendungen\/markt\/archiv\/pflege_gesundheit_ernaehrung\/medikamente126.html\">NDR<\/a><\/li>\n<li><strong>Pharma-Lobby droht R&ouml;sler mit Job-Kahlschlag<\/strong><br>\nGesundheitsminister Philipp R&ouml;sler hat die Pharmaindustrie mit seinem Sparplan in helle Aufregung versetzt: Der FDP-Politiker will den Konzernen bis zu zwei Milliarden Euro pro Jahr abringen, unter anderem mit Zwangsrabatten f&uuml;r Arzneimittel. Nun holt die Branche zum Gegenschlag aus &ndash; und droht unverhohlen mit Arbeitsplatzabbau.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article6943474\/Pharma-Lobby-droht-Roesler-mit-Job-Kahlschlag.html\">Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Martin Betzwieser:<\/strong> Das war eigentlich nicht anders zu erwarten. Und damit d&uuml;rfte das Thema erledigt sein. Aber den Versuch war es wert, um von den negativen Reaktionen auf die Pl&auml;ne zum Einheitsbeitrag abzulenken. Und es scheint zu wirken; von den gesetzlichen Krankenkassen bekam der Minister Applaus.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Germanias Gr&ouml;&szlig;enwahn<\/strong><br>\nDie Billigfluggesellschaft rechtfertigt die Zerschlagung gewerkschaftlicher Strukturen. Fristlose K&uuml;ndigung f&uuml;r sechs Piloten nach Wahl in Tarifkommission. Vereinigung Cockpit: &raquo;Grober Angriff auf Koalitionsfreiheit&laquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/03-31\/033.php?print=1\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Deutsche Bahn: Ausverkaufsrat<\/strong><br>\nDie Bundesregierung verzichtet auf die Mehrheit der ihr zustehenden Mandate im Bahn-Aufsichtsrat. Die werden von Privatindustriellen eingenommen. Von den zehn Mandaten, die der Kapitalseite im Aufsichtsrat zustehen, entfallen nur vier Mandate auf Personen, die &ndash; so auch die offizielle Leserart &ndash; als &raquo;Vertreter des Bundes&laquo; gelten. Sechs Aufsichtsratsmandate wurden an Lobbyisten spezifischer Unternehmen vergeben. Schlie&szlig;lich gibt es den neuen Aufsichtsratsvorsitzenden Utz-Hellmuth Felcht. Der Vorsitzende ist in parit&auml;tisch besetzten Aufsichtsr&auml;ten&ndash; wie im Fall der Bahn &ndash; der entscheidende Mann, da er in strittigen F&auml;llen &uuml;ber zwei Stimmen verf&uuml;gt. Im Hauptjob ist Felcht Managing Director der Private Equity Gesellschaft One Equity Partners (OEP), einer Tochter von JP Morgan, der zweitgr&ouml;&szlig;ten US-Bank. Bundesverkehrsminister Ramsauer betonte (S&uuml;ddeutsche Zeitung vom 11. M&auml;rz), Felcht sei &raquo;ein exzellenter Kenner des B&ouml;rsengeschehens&laquo;, was in Hinblick auf den nach wie vor &raquo;politisch gew&uuml;nschten B&ouml;rsengang mittel- und langfristig wichtig&laquo; sei.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/03-31\/048.php?print=1\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Atomm&uuml;lllager Asse: Noch mehr L&uuml;gen<\/strong><br>\nDer Exbetreiber hat Informationen &uuml;ber Zufl&uuml;sse in das Bergwerk Asse unterdr&uuml;ckt. Auch das Bundesforschungsministerium unter R&uuml;ttgers soll am Vertuschen beteiligt gewesen sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/zukunft\/umwelt\/artikel\/1\/noch-mehr-luegen\/\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Lernen, das Schlechte sch&ouml;nzureden<\/strong><br>\nAm Bodensee soll eine Professur f&uuml;r &raquo;Reformkommunikation&laquo; eingerichtet werden<br>\nReformkommunikation, das ist, was das wissenschaftliche Ordnungsgef&uuml;ge anbelangt, ungef&auml;hr so, als wenn man innerhalb der Veterin&auml;rmedizin noch eine Professur f&uuml;r das Schweineschlachten ansiedelt. Und das, was bei der &raquo;Reformkommunikation&laquo; geschlachtet werden soll, ist der m&uuml;ndige B&uuml;rger. Denn wie man ihm das Fell &uuml;ber die Ohren zieht und er dabei noch immer meint, das sei zu seinem Besten, das ist der Gegenstand der &raquo;Reformkommunikation&laquo;.<br>\nWer genauer wissen will, was es mit diesem Begriff auf sich hat, der kann sich zum Beispiel in einem &raquo;Diskussionspapier&laquo; der als &auml;u&szlig;erst reformfreudig bekannten Bertelsmann-Stiftung mit dem Titel: &raquo;Politische Reformkommunikation. Ver&auml;nderungsprozesse &uuml;berzeugend vermitteln&laquo;, informieren. Dort konstatiert man zun&auml;chst den Ist-Zustand und der f&auml;llt f&uuml;r die Politiker nicht besonders schmeichelhaft aus: Eine Mehrheit der B&uuml;rger ist unzufrieden mit dem Funktionieren der Demokratie, das Vertrauen in die Regierung schwindet.<br>\nSchlechte Noten also f&uuml;r die herrschende politische Klasse. Wo so das Volk gegen ihre Volksvertreter grummelt, sieht die &raquo;Reformkommunikation&laquo; ihre Stunde gekommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/167883.lernen-das-schlechte-schoenzureden.html\">Neues Deutschland<\/a>\n<p><em>Dazu noch einmal zu Erinnerung:<\/em><\/p>\n<p><strong>OECD: Die politische Machbarkeit von staatlichen Sparma&szlig;nahmen<\/strong><br>\nAfter this description of risky measures, we can now recommend many measures which cause no political difficulty. To reduce the fiscal deficit, very substantial cuts in public investment or the trimming of operating expenditure involve no political risk. If operating expenditure is trimmed, the quantity of service should not be reduced, even if the quality has to suffer. For example, operating credits for schools or universities may be reduced, but it would be dangerous to restrict the number of students. Families will react violently if children are refused admission, but not to a gradual reduction in the quality of the education given, and the school can progressively and for particular purposes obtain a contribution from the families, or eliminate a given activity.<br>\n(&ldquo;Wenn Betriebsmittel beschnitten werden, sollte die Quantit&auml;t der Dienstleistung nicht verringert werden, selbst wenn die Qualit&auml;t leiden muss.&nbsp;Zum Beispiel k&ouml;nnen Betriebsmittel f&uuml;r Schulen oder Universit&auml;ten verringert werden, aber es w&auml;re gef&auml;hrlich, die Zahl der Studenten zu reduzieren. Familien werden heftig reagieren, wenn die Aufnahme der Kinder abgelehnt wird &ndash; aber nicht bei einer schrittweisen Reduzierung der Qualit&auml;t der gegebenen Ausbildung, und die Schule kann f&uuml;r bestimmte Zwecke nach und nach einen Beitrag erhalten.&ldquo;)<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/100331_OECD_POLICY_BRIEF_No13.pdf\">OECD [PDF &ndash; 131 KB]<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> An diesen inzwischen aus dem Netz entfernten offiziellen Ratschlag der OECD (aus dem Jahr 1996), wie man am reibungslosesten staatliche Sparprogramm umsetzen kann, sollte man sich immer erinnern. Er erleichtert das Verst&auml;ndnis f&uuml;r die Strategie der Neoliberalen nicht nur im Bildungswesen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Kinderarbeit in Ghana: Wo unser Computerm&uuml;ll landet<\/strong><br>\nClap-Chef-Fotograf Alexander von Speti ist gerade f&uuml;r eine Fotoreportage nach Ghana gereist. Er hat dort beeindruckende, &ndash; bedr&uuml;ckende &ndash; Bilder gesammelt. Computerm&uuml;ll landet in unserer Wegwerfgesellschaft in der Regel auf dem Sonderm&uuml;ll. Alexander von Spreti zeichnet nun am Beispiel Ghana den Weg nach, was mit unseren Alt-Rechnern geschieht. Die Rechner werden allesamt ausgeschlachtet, das wertvolle und begehrte Kupfer gesammelt und anschlie&szlig;end zusammen mit Autoreifen verbrannt, damit das Kupfer von der Plastikummantelung getrennt werden kann.<br>\nDie Arbeit wird dabei ausschlie&szlig;lich von Kindern und Jugendlichen verrichtet, die Gesundheit ruiniert, von den Folgen f&uuml;r die Natur und somit den Menschen, die nicht mittelbar vom Ausschlachten des Computerm&uuml;lls leben, ganz zu schweigen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fixmbr.de\/wo-unser-computermuell-landet\/\">F!XMBR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Italien: Die neuen Herren von Venetien und Piemont<\/strong><br>\nItaliens Regionalwahlen waren ein Triumphzug f&uuml;r die Lega Nord &ndash; sie stellt nun in zwei der reichsten Landesteile die Regionalpr&auml;sidenten. Luca Zaia lehrt jetzt sogar Berlusconi das F&uuml;rchten und machte die Lega zur st&auml;rksten Partei &ndash; mit fast zehn Prozent Vorsprung vor dessen &ldquo;Volk der Freiheit&rdquo; (PdL). W&auml;hrend in anderen Regionen noch gez&auml;hlt wurde, knallten in Venetien die Sektkorken. Mehr als 60 Prozent hatten Zaia ihre Stimme gegeben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2486285&amp;em_loc=1231&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_polstart\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Und wieder stellt sich bei Italien die Frage, warum reagiert das Land so anders als z.B. in Frankreich. Warum ist die Linke Italiens keine Alternative zu Berlusconi? Leider bietet die Zersplitterung der Linken auch keine ausreichende Erkl&auml;rung. So hart das ist, der Sieg in den Regionalwahlen geh&ouml;rt den Rechten, der extremen Rechtem um Umberto Bossi, der Lega Nord. Viele Arbeiter im Fiatland rund um Turin, im Piemont, sowie in der Lombardei mit der Wirtschaftsmetropole Mailand sind auf die chauvinistischen Spr&uuml;che von Bossi hereingefallen: Die &Uuml;berfremdung Italiens, die Alimentierung des gefr&auml;&szlig;igen S&uuml;dens usw. Etliche m&ouml;gen von Berlusconi entt&auml;uscht sein, die geringere Wahlbeteiligung und die Stimmverluste von Berlusconis Partei Volk der Freiheit (PDL) sprechen daf&uuml;r, aber profitiert hat nicht die Linke, sondern die extreme Rechte. Insofern liegt Italien dann doch wieder im europ&auml;ischen Trend, dem Erstarken der Rechten.<br>\nWohin kann man als politisch korrekter Italienfahrer in diesem Sommer seinen Urlaub verbringen? Wer nicht die Regionen mit seiner Abwesenheit bestrafen m&ouml;chte, kann sich hier &uuml;ber das politische Spektrum in seinen Lieblingsorten <a href=\"http:\/\/www.corriere.it\/Speciali\/Politica\/2010\/elezioni10\/SEAS\/amministrative\/regionali\/20100328000000_5_ZONA_1.shtml\">informieren<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Todesstrafe gegen Opposition<\/strong><br>\nDie Zahl ist atemberaubend. Im Jahr 2009 sind nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International weltweit 714 Gefangene hingerichtet worden. Im Vorjahr f&uuml;hrte Amnesty noch 2390 Hingerichtete in seiner Statistik. Doch ganz so sensationell war der Erfolg dann doch nicht. Denn die Organisation nahm kurzerhand die Hinrichtungen in China aus der Statistik. Oliver Hendrich von Amnesty International wirft der chinesischen Regierung vor, die Zahl der Hinrichtungen &bdquo;wie ein Staatsgeheimnis&ldquo; zu behandeln. Die &ouml;ffentlich zug&auml;nglichen Informationen dar&uuml;ber in China &bdquo;erfassen nicht das wahre Ausma&szlig;&ldquo;, sagt er. Amnesty International sch&auml;tzt allerdings, dass in China jedes Jahr tausende Menschen hingerichtet und ebenfalls tausende zum Tode verurteilt werden. Zudem w&uuml;rden in China auch Oppositionelle hingerichtet, &bdquo;um sie zum Schweigen zu bringen&ldquo;, hei&szlig;t es im aktuellen Bericht zum Stand der Todesstrafe weltweit.<br>\nDiesen Vorwurf macht Amnesty International nicht nur China sondern auch dem Iran und dem Sudan. Der Iran steht hinter China mit mindestens 388 Hinrichtungen an der Spitze der neuen Statistik. Davon fanden mindestens 112 in den acht Wochen nach der umstrittenen Pr&auml;sidentschaftswahl statt, hei&szlig;t es in dem Jahresbericht. &Uuml;ber die Zahl der Todesurteile gab es dagegen keine gesicherten Informationen. Im Iran sind 2009 auch f&uuml;nf Jugendliche hingerichtet worden.<br>\nIn den USA sind weitere 52 Gefangene mit der Giftspritze oder dem elektrischen Stuhl exekutiert worden. Im vergangenen Jahr wurden dort wiederum 106 Menschen zum Tode verurteilt. Die meisten Hinrichtungen fanden mit 24 erneut im Bundesstaat Texas statt. Allerdings gibt es selbst in den USA Bewegung. Vor einem guten Jahr hat Nebraska die Todesstrafe abgeschafft, 2007 ist sie in New Jersey aus dem Strafrecht gestrichen worden. Amnesty-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin Monika L&uuml;ke sieht einen Trend weg von der Todesstrafe. Immerhin haben 95 Staaten der Welt die Todesstrafe komplett abgeschafft, neun Staaten sehen sie nur noch f&uuml;r au&szlig;ergew&ouml;hnlich schwere Straftaten wie etwa Kriegsverbrechen vor. Weitere 35 Staaten haben die Todesstrafe zwar noch in ihren Gesetzb&uuml;chern stehen, wenden sie aber nicht mehr an. 58 Staaten halten weiter an der Todesstrafe fest.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/art771,3071093?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.amnesty.de\/2010\/3\/29\/todesstrafenstatistik-fuer-das-jahr-2009?destination=startseite\">Amnesty<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Dass die USA immer noch in der Liste der Staaten aufgef&uuml;hrt wird, die die Todesstrafe beibehalten haben und anwenden, muss denjenigen verst&ouml;ren, der an eine Form von westlicher Wertegemeinschaft glaubt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Die Staatsm&auml;nnische<\/strong><br>\nInnenpolitisch mit dr&ouml;gem Blick, verd&ouml;st in Stellungnahmen, h&auml;ufig benebelt in der Debatte, bl&uuml;ht Angela Merkel immer dann auf, wenn sie die deutschen Grenzen &uuml;berwunden hat. Das hei&szlig;t, sie bl&uuml;ht nicht unbedingt selbst auf: sie wird bl&uuml;hend gemacht. Auf internationalem Parkett wird aus der innenpolitischen Schlaftablette mit Pagenschnitt, eine stahlharte, unbarmherzige Staatsfrau, die unerbitterlich ihren &uuml;berstaatlichen Nimbus als iron lady speist. Man macht sie zur Retterin von Klimakonferenzen, zur europ&auml;ischen Wohlstandswahrerin, zur unnachgiebigen Nein-Sagerin, zum defensor fidei des wirtschaftlichen Europa &ndash; das Schlafpulver mit Richtlinienkompetenz, es wird verbr&auml;mt, wird umgeschrieben und mit passenden Bildern unterstrichen. Im Inlande vor M&uuml;digkeit nuschelnd, liest sie im Ausland mit erhobener Stimme Leviten, deutelt mit dem Finger, putzt herunter, bleibt entschieden und strikt, weicht kaum einen Zentimeter zur&uuml;ck. Eine aufgehende, energische Person, die in dieser Weise innerhalb Deutschlands unbekannt ist. (&hellip;) Eine Ikonographie entsteht, in der Merkel zur eisernen Kanzlerin gemei&szlig;elt wird. Dabei ist jene Merkel, deren Sch&auml;del auf dem Rumpf des ollen Bismarck montiert ist, nur der Gipfel der Geschmacklosigkeit. Was anhand der Montage unabweisbar wird, findet sich auch in den meisten Fotos, die die internationale Merkel abbilden. Die mater patriae, erhaben und voll Einsatzwille f&uuml;r die Interessen ihres Volkes &ndash; das ist die Ikonologie einer innenpolitischen Nachtw&auml;chterin, die au&szlig;erhalb der Grenzen aufgeweckter wirken soll, als sie es je war.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.com\/2010\/03\/facie-prima.html\">ad sinistram<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Volker Pispers: Augenwischen (30.03.10)<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/radio\/wdr2\/westzeit\/detail.phtml?id=493439\">WDR<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Finanznetzwerk; Landesbanken doch nicht die schlimmsten; Schattenm&auml;nner der Wirtschaft; Ltd.&amp;Co. fehlt Mitbestimmung; Gute Arbeit; Gewerkschaft in der Krise; zwei Mindestl&ouml;hne; Leiharbeit; europ&auml;ische Wirtschaftsregierung; Pharma-Dschungel; Selbstentmachtung bei der Bahn; noch mehr L&uuml;gen &uuml;ber Asse; das Schlechte sch&ouml;nreden; Kinderarbeit in Ghana; die neuen Herren von Venetien und Piemont; Todesstrafe; die Staatsm&auml;nnische;<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5011\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-5011","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5011","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5011"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5011\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5014,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5011\/revisions\/5014"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5011"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5011"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5011"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}