{"id":50139,"date":"2019-03-14T10:09:37","date_gmt":"2019-03-14T09:09:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50139"},"modified":"2019-04-11T14:27:41","modified_gmt":"2019-04-11T12:27:41","slug":"kosovo-1999-der-krieg-wurde-durch-propaganda-moeglich-gemacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50139","title":{"rendered":"Kosovo 1999: Der Krieg wurde durch Propaganda m\u00f6glich gemacht"},"content":{"rendered":"<p>Als vor 20 Jahren der NATO-Krieg gegen Jugoslawien begann, da war dem eine intensive mediale und politische Kampagne vorangegangen, um auf den v&ouml;lkerrechtswidrigen Angriff vorzubereiten. Damals verwendete Methoden der Kriegs-Propaganda werden teils heute noch f&uuml;r Manipulationen genutzt. Von <strong>Tobias Riegel<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Artikel ist auch als gestaltete, ausdruckbare PDF-Datei verf&uuml;gbar. Zum Herunterladen klicken Sie bitte auf das rote PDF-Symbol links neben dem Text. Weitere Artikel in dieser Form <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=54\">finden Sie hier<\/a>. Wir bitten Sie um Mithilfe bei der Weiterverbreitung.<\/em><\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6417\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-50139-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190314_Kosovo_Krieg_1999_wurde_durch_Propaganda_moeglich_gemacht_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190314_Kosovo_Krieg_1999_wurde_durch_Propaganda_moeglich_gemacht_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190314_Kosovo_Krieg_1999_wurde_durch_Propaganda_moeglich_gemacht_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190314_Kosovo_Krieg_1999_wurde_durch_Propaganda_moeglich_gemacht_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=50139-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190314_Kosovo_Krieg_1999_wurde_durch_Propaganda_moeglich_gemacht_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"190314_Kosovo_Krieg_1999_wurde_durch_Propaganda_moeglich_gemacht_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Als am 24. M&auml;rz 1999 die Bomben der NATO-Flugzeuge auf Serbien\/Rest-Jugoslawien niedergingen, war eine andere Schlacht bereits geschlagen worden: die gegen die realistische Darstellung des Konflikts um das Kosovo. Die Propaganda, die von zahlreichen deutschen Redakteuren und Politikern zur Verzerrung der Sicht auf Serbien, auf die &bdquo;Befreiungsarmee des Kosovo&ldquo; (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/U%C3%87K\">U&Ccedil;K<\/a>) und den serbischen Pr&auml;sidenten Slobodan Milo&scaron;evi&#263; aufgewendet wurde, kann als ein H&ouml;hepunkt der Manipulation durch Massenmedien bezeichnet werden. <\/p><p>Der Aufwand in der Propaganda verwundert nicht: Neben dem geopolitischen Ziel vieler NATO-Staaten, das wirtschaftlich und politisch widerspenstige Serbien zu disziplinieren, gab es ein innenpolitisches Ziel: das der &bdquo;Normalisierung&ldquo; von Kampfeins&auml;tzen der Bundeswehr. Dass der Krieg ums Kosovo als erster Kampfeinsatz der deutschen Armee seit der Gr&uuml;ndung 1955 eine Zeitenwende darstellte, betont auch Albrecht M&uuml;ller in seinem <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50118\">aktuellen Text<\/a>:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Bis dahin hatten wir die Bundeswehr zur Verteidigung. Seit dem 24. M&auml;rz 1999 haben wir die Bundeswehr vor allem zur milit&auml;rischen Intervention in anderen L&auml;ndern. Das ist ein gravierender Einschnitt.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>&bdquo;K&ouml;nig Slobo&ldquo; sollte &bdquo;in die Knie gezwungen&ldquo; werden<\/strong><\/p><p>Beispiel der Meinungsmache lieferte unter vielen anderen gro&szlig;en Medien der &bdquo;Spiegel&ldquo;. Im Zuge der Berichterstattung gegen Serbien und Milosevic gab es dort etwa <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-10209988.html\">Reportagen<\/a> aus dem &bdquo;Reich von K&ouml;nig Slobo&ldquo; &ndash; und dar&uuml;ber, wie <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-7959962.html\">laut &bdquo;Spiegel&ldquo;<\/a> dessen Schergen im Kosovo w&uuml;teten:  &bdquo;Die Serben zerst&ouml;ren systematisch albanische D&ouml;rfer, jeder zehnte Einwohner ist auf der Flucht. &Uuml;berlebende berichten von einem Massaker in Orahovac.&ldquo; Doch die Redakteure <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-7914800.html\">waren bald erleichtert<\/a>: &bdquo;Die Nato ist entschlossen, die Mordbrennerei im Kosovo notfalls mit Bomben auf serbische Stellungen zu stoppen.&ldquo; Der Nato-Chef habe einen &bdquo;klaren Plan: In drei Phasen will er den jugoslawischen Pr&auml;sidenten Milosevic in die Knie zwingen&ldquo;, <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/clark-drei-angriffs-stufen-gegen-jugoslawien-a-15151.html\">so der &bdquo;Spiegel&ldquo;<\/a>.<\/p><p>Dieser offenen Forderung nach Regime Change wollte damals die &ldquo;N&uuml;rnberger Zeitung&ldquo; auch sprachlich nicht nachstehen: &bdquo;Wichtig ist, da&szlig; den serbischen Streitkr&auml;ften bereits im ersten Anlauf das R&uuml;ckgrat gebrochen wird.&ldquo; Der &bdquo;M&uuml;nchner Merkur&ldquo; schiebt dem Pr&auml;sidenten selber den drohenden Nato-Angriff aufs eigene Land in die Schuhe: &bdquo;So paradox es klingt, Milosevic braucht den Krieg: Ein kampfloses Einlenken jenes Mannes, dessen gro&szlig;serbische Tr&auml;ume schon Berge von Leichen gefordert haben, h&auml;tte seine Macht in h&ouml;chste Gefahr gebracht.&ldquo;<\/p><p><strong>Medien ersetzen V&ouml;lkerrecht durch &bdquo;humanit&auml;re Intervention&ldquo;<\/strong><\/p><p>Die &ldquo;N&uuml;rnberger Nachrichten&ldquo; brachten 1999 die offizielle und mediale westliche Argumentation zum Bruch des V&ouml;lkerrechts und dessen Ersatz durch &bdquo;humanit&auml;re Interventionen&ldquo; auf den Punkt:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ob innerjugoslawisch oder nicht: Wer in seinem Machtbereich eine Politik der verbrannten Erde betreibt, wer Menschen zu Hunderttausenden in die Flucht jagt oder t&ouml;tet, wer &sbquo;Sondereinheiten&lsquo; in eine Schlacht schickt, die im Genozid enden kann, der hat jegliche Zur&uuml;ckhaltung oder Schonung verwirkt. Der Westen war von diesem Moment an aus humanit&auml;ren Gr&uuml;nden verpflichtet, etwas zu tun.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Dass der Westen im Kosovo nur Gutes im Sinn hatte, schrieb auch die &bdquo;Welt&ldquo;: &bdquo;Unter F&uuml;hrung der Amerikaner zeigt die Verteidigungsgemeinschaft, da&szlig; sie bereit ist, die Menschenrechte zu verteidigen.&ldquo; Der K&ouml;lner &ldquo;Express&rdquo; verkl&auml;rte die Perspektiven massiv: &bdquo;Und dann werden aus den Opfern und Verlierern doch noch Sieger und Gewinner. Sie bekommen Demokratie. Und vor allem endlich Frieden.&ldquo;<\/p><p><strong>Feindbildaufbau und Nazi-Bez&uuml;ge<\/strong><\/p><p>Dass etwa die Medien &bdquo;FAZ&ldquo;, &bdquo;S&uuml;ddeutsche Zeitung&ldquo;, &bdquo;Zeit&ldquo;, &bdquo;Spiege&ldquo;l und &bdquo;taz&ldquo; im Krisenjahr 1998 bis zum Kriegsbeginn 1999 sehr tendenzi&ouml;s f&uuml;r einen Kriegseintritt berichtet haben, hat der Zeithistoriker und Konfliktforscher Kurt Gritsch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33128\">auf den NachDenkSeiten analysiert<\/a>: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Auffallend war, dass alle f&uuml;nf untersuchten Zeitungen zu keinem Zeitpunkt deeskalierend berichtet haben, wie dies beispielsweise die <a href=\"http:\/\/www.friedenspaedagogik.de\/themen\/medien_gewalt_in_medien\/verhaltensgrundsaetze\/unesco_mediendeklaration\">UNESCO-Mediendeklaration<\/a> von 1978 verlangt, sondern stattdessen ein milit&auml;risches Eingreifen der NATO forderten. Dazu wurde offenbar sehr gezielt ein <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26380\">jugoslawisch-serbisches Feindbild<\/a> aufgebaut, indem man an das negative Jugoslawien-Bild aus dem &bdquo;Bosnien-Krieg&ldquo; ankn&uuml;pfte.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Wie sehr diese Meinungsmache vor und w&auml;hrend des Krieges mit Bez&uuml;gen zum Nationalsozialismus betrieben worden war, stellte 1999 <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!1290171\/\">Velten Sch&auml;fer fest<\/a>: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ob Saddam oder Slobodan, Adolf Hitler ist immer dort, wo der Westen hinbombt. Das Thema Kosovo wird in Begriffen beschrieben, die mit dem Nationalsozialismus verkn&uuml;pft sind: V&ouml;lkermord, Deportation, Konzentrationslager. Im Februar erinnerte der Verteidigungsminister deutsche Soldaten in der Gedenkst&auml;tte Auschwitz an die besondere deutsche Verantwortung in aller Welt. Im Bundestag werden Kriegsgegner als Wei&szlig;w&auml;scher des Faschismus bezeichnet. Der Au&szlig;enminister setzt &sbquo;Serben&lsquo; und &sbquo;SS&rsquo; in eins.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Enttarnte Propaganda: &bdquo;Massaker von Racak&ldquo;, &bdquo;KZ in Pristina&ldquo;<\/strong><\/p><p>Die beiden zentralen Schauergeschichten &uuml;ber &bdquo;Milo&scaron;evics Serbien&ldquo; sind, neben vielen anderen, mittlerweile enttarnt. Zum einen das angebliche &bdquo;Massaker von Racak&ldquo; von Januar 1999, bei dem etwa 40 erschossene Menschen aufgefunden worden waren und das von vielen Medien und Politikern massiv f&uuml;r den NATO-Krieg instrumentalisiert worden war.  Selbst der &bdquo;Spiegel&ldquo; musste schon bald <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/kosovo-krieg-keine-beweise-fuer-massaker-von-racak-a-112775.html\">einr&auml;umen<\/a>, dass es f&uuml;r die westliche Version der Geschichte &bdquo;keine Beweise&ldquo; gebe. Vor dem Krieg <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-8541473.html\">hie&szlig; es dort<\/a> noch: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Nach dem Massaker an Albanern im Dorf Racak ist die Nato zum Eingreifen bereit. (&hellip;) In die weltweite Emp&ouml;rung und diplomatischen Proteste mischte sich bei Amerikanern und Europ&auml;ern die Furcht, wiederum tatenloser Zeuge von Barbareien zu werden, wie sie das geschundene Bosnien qualvoll durchlitt.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Eine andere zentrale Geschichte der Kriegsverteidiger handelte von einem &bdquo;KZ&ldquo; im Fu&szlig;ballstadion von Pristina, wo laut damaligem Verteidigungsminister Rudolf Scharping zehntausende Gefangene eingepfercht gewesen sein sollten &ndash; und es nicht waren. Das belegt auch die WDR-Dokumentation &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ZtkQYRlXMNU\">Es begann mit einer L&uuml;ge<\/a>&ldquo;.<\/p><p><strong>Rambouillet: Unterwerfung oder Zerst&ouml;rung<\/strong><\/p><p>Die westliche &bdquo;Diplomatie&ldquo; m&uuml;ndete im Falle des Kosovokriegs in die Verhandlungen von Rambouillet zwischen NATO-Staaten, Kosovo-Albanern, Russland und Serbien kurz vor den Milit&auml;rschl&auml;gen. Doch wurde in dem franz&ouml;sischen Schloss tats&auml;chlich ersthaft verhandelt?  Oder wurde vielmehr nach einem gefl&uuml;gelten Wort aus dem Gangster-Milieu verfahren: n&auml;mlich nach jenem von &bdquo;dem Angebot, das man nicht ablehnen kann&ldquo;? In Rambouillet haben die westlichen Gegner Serbiens diesen Satz mutma&szlig;lich ins Gegenteil verkehrt: Sie haben ein Angebot unterbreitet, das &bdquo;kein Serbe mit Schulbildung&ldquo; h&auml;tte unterschreiben k&ouml;nnen, wie Rudolf Augstein sp&auml;ter schrieb: <\/p><p>So sollte Serbien zustimmen, dass NATO-Truppen sowohl im Kosovo als auch in der restlichen Bundesrepublik Jugoslawien stationiert sind, sich frei bewegen d&uuml;rfen, dabei weitgehend durch Immunit&auml;t gesch&uuml;tzt sind und die jugoslawische Infrastruktur nutzen d&uuml;rfen. Sollten diese unm&ouml;glichen Bedingungen nicht erf&uuml;llt werden, drohe der Bombenkrieg. Hier wurde einem souver&auml;nen Staat die unm&ouml;gliche und brutale Wahl zwischen totaler Unterwerfung oder totaler Zerst&ouml;rung aufgezwungen.  <\/p><p>Interessante Innen- und Gegenansichten zur Entwicklung vor dem Krieg liefert der deutsche Brigadegeneral Heinz Loquai a.D. etwa <a href=\"http:\/\/www.ag-friedensforschung.de\/themen\/NATO-Krieg\/loquai.html\">in diesem Interview<\/a>. <\/p><p><strong>Die &bdquo;gerechten Militanten&ldquo; von der U&Ccedil;K<\/strong><\/p><p>Den Charakter der damals von Medien und Politik zur unterdr&uuml;ckten und gerechtfertigten &bdquo;Opposition&ldquo; erkl&auml;rten U&Ccedil;K <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Heil-Zerst%C3%B6rung-Nationale-Beispiel-Jugoslawiens\/dp\/3830517246\">beschreibt<\/a> etwa Carl Pol&oacute;nyi. Demnach ging die U&Ccedil;K ab 1996 zum bewaffneten Kampf &uuml;ber. Mit Attentaten zum Beispiel auf ein serbisches Fl&uuml;chtlingsheim oder auf serbische Caf&eacute;s habe sie nach dem Muster terroristischer Organisationen durch Gewalttaten unter der Zivilbev&ouml;lkerung Schrecken verbreitet. Im deutschen Verfassungsschutzbericht 1998 wurde die U&Ccedil;K als in &bdquo;ihrer Heimat terroristisch operierend&ldquo; eingestuft. <\/p><p>Dass im Falle der U&Ccedil;K deutsche Medien militante Separatisten indirekt verteidigt haben, ist eine Parallele in der Meinungsmache zu zahlreichen anderen Regime-Change-Unternehmen der j&uuml;ngeren Vergangenheit &ndash; auch wenn die Konflikte selber sich untereinander stark unterscheiden. Zu diesen Parallelen in der Propaganda z&auml;hlt auch die Verurteilung von staatlichen Reaktionen auf Militanz als &bdquo;diktatorisch&ldquo;. Die Motivation der U&Ccedil;K beschrieb 1999 in diesem Zusammenhang und anl&auml;sslich der irref&uuml;hrenden Nazi-Analogien in der Kriegspropaganda Velten Sch&auml;fer <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!1290171\/\">in der &bdquo;taz&ldquo;<\/a>:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die Opfer der Nazis haben sich nie in einer separatistischen Guerilla organisiert, den Staat in Frage gestellt und sich zu diesem Zweck mit dem st&auml;rksten Milit&auml;rapparat der Welt verb&uuml;ndet.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Kosovokrieg: Katastrophe f&uuml;r die Menschen und das V&ouml;lkerrecht<\/strong><\/p><p>Die Folgen des Kosovokriegs f&uuml;r die Bev&ouml;lkerung waren katastrophal: tausende Tote, hunderttausende Fl&uuml;chtlinge, hunderte zerst&ouml;rter Ortschaften, eine ausradierte Infrastruktur &ndash; und ein ein &bdquo;unabh&auml;ngiger&ldquo; Staat, &uuml;ber den die &bdquo;taz&ldquo; schon 2000 schrieb, dass auf dem Gebiet des Kosovo ein &bdquo;ethnifiziertes, quasi-koloniales Protektorat&ldquo; entstanden sei, nahezu 350 000 Menschen, darunter Roma, seien vertrieben worden, die Diskriminierung von Nichtalbanern sei systematisch.  <\/p><p>&Uuml;ber den konkreten Fall des Kosovo hinaus wurde durch den Krieg und die vorangegangene und begleitende Kampagne das Rechtsempfinden der B&uuml;rger dauerhaft gesch&auml;digt: So wurde zur Kriegsvorbereitung 1999 das V&ouml;lkerrecht von Redakteuren und Politikern offen f&uuml;r nichtig erkl&auml;rt und durch das Konstrukt &bdquo;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Humanit%C3%A4re_Intervention\">humanit&auml;re Intervention<\/a>&ldquo; ersetzt. Die NATO griff Serbien schlie&szlig;lich ohne <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/UN-Mandat\">UN-Mandat<\/a> an. W&auml;hrend des Krieges wurden zudem Chemiewerke bombardiert und illegale Munitionen eingesetzt.<\/p><p>Ramponiert wurde im Zuge der Kriegsvorbereitung auch der Ruf der UNO. Deren Generalsekret&auml;r Kofi Annan kommentierte die v&ouml;lkerrechtswidrige Entscheidung, den Krieg zu f&uuml;hren, folgenderma&szlig;en: &bdquo;Es ist in der Tat tragisch, dass die Diplomatie versagt hat. Aber es gibt Zeiten, in denen die Anwendung von Gewalt f&uuml;r die Bem&uuml;hungen um den Frieden legitim sein k&ouml;nnte.&ldquo; So klingt jedenfalls kein konsequenter Streiter f&uuml;r das V&ouml;lkerrecht. <\/p><p><strong>Bundestag stimmt Angriffskrieg zu<\/strong><\/p><p>Die Meinungsmache vor den Bombardierungen war erfolgreich: Trotz des illegalen Angriffscharakters des Kosovokrieges stimmte der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bundestag\">Bundestag<\/a> einer Beteiligung am 16. Oktober 1998 zu. Ihre Zustimmung verweigert haben unter anderem Oskar Lafontaine, Gregor Gysi, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und  Willy Wimmer. Auf die wiederum besonders destruktiven Rollen der Politiker Rudolf Scharping, Gerhard Schr&ouml;der und Joschka Fischer geht Albrecht M&uuml;ller <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50118\">hier<\/a> noch n&auml;her ein.<\/p><p>Titelbild: Northfoto \/ Shutterstock<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als vor 20 Jahren der NATO-Krieg gegen Jugoslawien begann, da war dem eine intensive mediale und politische Kampagne vorangegangen, um auf den v&ouml;lkerrechtswidrigen Angriff vorzubereiten. Damals verwendete Methoden der Kriegs-Propaganda werden teils heute noch f&uuml;r Manipulationen genutzt. Von <strong>Tobias Riegel<\/strong>.<\/p>\n<p><em>Dieser Artikel ist auch als gestaltete, ausdruckbare PDF-Datei verf&uuml;gbar. Zum Herunterladen klicken Sie bitte auf das<\/em><\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50139\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":50140,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,212,54,123,183,171],"tags":[358,1542,2175,462,1544,432,1611,416,466,1418,1210,1203,2203,420,460,590,639,1703,328,457],"class_list":["post-50139","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-gedenktagejahrestage","category-gestaltete-pdf","category-kampagnentarnworteneusprech","category-medienkritik","category-militaereinsaetzekriege","tag-bundeswehr","tag-faz","tag-interventionspolitik","tag-jugoslawien","tag-kampagnenjournalismus","tag-kosovo","tag-kriegsluegen","tag-nationalsozialismus","tag-nato","tag-regime-change","tag-scharping-rudolf","tag-separatismus","tag-serbien","tag-spiegel","tag-sz","tag-taz","tag-uno","tag-voelkerrecht","tag-welt","tag-zeit"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/shutterstock_92031455.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/50139","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=50139"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/50139\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":50905,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/50139\/revisions\/50905"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/50140"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=50139"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=50139"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=50139"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}