{"id":50175,"date":"2019-03-16T11:45:48","date_gmt":"2019-03-16T10:45:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50175"},"modified":"2019-03-18T07:35:07","modified_gmt":"2019-03-18T06:35:07","slug":"venezuela-die-intrige-der-deutschen-diplomatie-mit-der-extremen-rechten-chiles-und-ihr-schweigen-ueber-den-invasionsplan-einer-soeldnerarmee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50175","title":{"rendered":"Venezuela \u2013 Die Intrige der deutschen Diplomatie mit der extremen Rechten Chiles und ihr Schweigen \u00fcber den Invasionsplan einer S\u00f6ldnerarmee"},"content":{"rendered":"<p>Eine Woche nach dem Zusammenbruch des landesweiten Stromversorgungssystems kehrt Venezuela langsam zur &ldquo;Normalit&auml;t&rdquo; zur&uuml;ck. Mit dem Ausfall des Mobilfunk- und Festnetztelefons sowie des U-Bahn-Verkehrs in Caracas, der Lahmlegung des Bankensystems, des Fernmelde- und Transportwesens, der Krankenh&auml;user, Wasserversorgung und der dramatischen Beeintr&auml;chtigung der Routine der Bev&ouml;lkerung st&uuml;rzte der Zusammenbruch die Bundesstaaten T&aacute;chira (Westen), Monagas (S&uuml;den), Miranda, Carabobo, Aragua, Vargas und Lara (Norden), Barinas (Nordwesten) und Sucre (Nordosten) sowie die Hauptstadt Caracas in den vollst&auml;ndigen <em>Blackout<\/em>. Von <strong>Frederico F&uuml;llgraf<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n&Uuml;ber die Ursachen des nahezu kompletten Blackouts, der nach vorl&auml;ufigen Sch&auml;tzungen dem ohnehin geschundenen Land einen Zusatzschaden in H&ouml;he von umgerechnet 1,4 Milliarden Euro aufb&uuml;rdet, gibt es heftige Kontroversen. Sie werden in einem demn&auml;chst auf den NachDenkSeiten erscheinenden Interview mit dem venezolanischen Energie-Fachmann und ehemaligem Ingenieur des staatlichen Erd&ouml;lkonzerns PDVSA, Dr. Alejandro L. Gonz&aacute;lez, umfassend ausgeleuchtet.<\/p><p>W&auml;hrend Winston Cabas, Vorsitzender des venezolanischen Verbandes f&uuml;r elektrische, mechanische und verwandte Energien (Aviem) einen Brand in dem Umspannwerk &ldquo;Malena&rdquo; wegen mangelnder Wartung der &Uuml;bertragungsleitungen sowie die Explosion eines Transformators der Nebenstation Humboldt f&uuml;r den Stromausfall <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=GNuWIS0c1Z0\">verantwortlich machte<\/a>, bestanden die der Regierung Nicol&aacute;s Maduro nahestehenden Medien <em>Telesur<\/em> und <em>Misi&oacute;n Verdad<\/em> weiterhin auf der These eines von den USA angef&uuml;hrten Sabotage-Aktes.<\/p><p>Als mutma&szlig;licher Drahtzieher der angeblichen Sabotage wurde der rechtsradikale Kuba-Amerikaner und US-Senator Marco Rubio beschuldigt. Venezuelas Vizepr&auml;sident f&uuml;r Kommunikation, Kultur und Tourismus, Jorge Rodr&iacute;guez, berief sich mit <a href=\"https:\/\/www.telesurtv.net\/news\/apagon-venezuela-saboteo-eeuu-20190308-0019.html#_blank\">der Anschuldigung<\/a> auf Hinweise in Rubios Twitter-Posts, kurz nachdem die &bdquo;Aggression&ldquo; ausgef&uuml;hrt worden sei.<\/p><p>Die Internet-Plattform <em>Misi&oacute;n Verdad<\/em> <a href=\"http:\/\/misionverdad.com\/La-Guerra-en-Venezuela\/venezuela-bajo-ataque#_blank\">bezeichnete den Stromausfall<\/a> als einen &bdquo;verdeckten Angriff auf das Gravitationszentrum des venezolanischen Elektrizit&auml;tssystems&ldquo;, der &bdquo;die wirtschaftliche Krise und die sozialen Unruhen versch&auml;rfen, das Narrativ von der &acute;humanit&auml;ren Krise&acute; sowie des &acute;gescheiterten Staats&acute; wieder aufw&auml;rmen und die verkr&uuml;ppelte, angebliche F&uuml;hrung Juan Guaid&oacute;s reaktivieren sollte.&ldquo;<\/p><p>Im Chor mit den genannten Medien k&uuml;ndigte Pr&auml;sident Nicol&aacute;s Maduro seinerseits in einer <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/PeriodicoElCiudadano\/videos\/978254985896865\/#_blank\">Ansprache vom 13.M&auml;rz<\/a> die Einsetzung einer Sonderkommission an, die Einzelheiten eines mutma&szlig;lichen Cyberangriffs gegen das elektrische System Venezuelas untersuchen solle, nachdem Beweise vorl&auml;gen, dass der Angriff aus den US-amerikanischen St&auml;dten Houston und Chicago gesteuert wurde.<\/p><p><strong>Botschafter Krieners unversch&auml;mte Intervention<\/strong><\/p><p>Die Spatzen zwitschern es von den D&auml;chern, dass die sofortige Politisierung des Blackouts durch die USA einen neuen Versuch signalisiert, nach dem gescheiterten &ldquo;humanit&auml;re-Hilfe&rdquo;-Man&ouml;ver vom 23. Februar in C&uacute;cuta den Regime Change in Venezuela auf Biegen und Brechen durchzusetzen. Wenngleich mit empfindlichem Dissens unter lateinamerikanischen Staaten &ndash; einzelnen Mitgliedern der Lima-Gruppe, Mexikos, Boliviens, der Karibischen Gemeinschaft (Caricom) und der Gemeinschaft der lateinamerikanischen und karibischen Staaten (Celac) &ndash; gegen einen bewaffneten Einmarsch in Venezuela, gelang der Regierung Donald Trump, die Mehrheit der EU-Regierungen und der Lima-Gruppe auf den Sturz Nicol&aacute;s Maduros einzuschw&ouml;ren.<\/p><p>Mit ihrer &ldquo;F&uuml;gsamkeit&rdquo; gegen&uuml;ber Washington hat sich die deutsche Bundesregierung allerdings damit auf einen zugleich erb&auml;rmlichen wie katastrophalen Kurs eingelassen. Dieser nahm Mitte 2018 in der engen Zusammenarbeit des sozialdemokratischen Au&szlig;enministers Heiko Maas mit seinem ultrarechten chilenischen Kollegen, Roberto Ampuero, erste Konturen an und gipfelte vor wenigen Tagen in der Ausweisung des deutschen Venezuela-Botschafters Daniel Kriener. Nicht nur erlaubte sich das deutsche AA eine haneb&uuml;chene Einmischung in die inneren Angelegenheiten Venezuelas, sondern stieg auf den Fake-News-Zug der USA mit der verbreiteten L&uuml;ge, die Maduro-Regierung habe Lkws jenes <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2019\/03\/10\/world\/americas\/venezuela-aid-fire-video.html\">&bdquo;humanit&auml;re-Hilfe&ldquo;-Konvois der USA in Brand gesteckt<\/a>.<\/p><p>Au&szlig;erdem verschweigt das AA bis zum heutigen Datum, dass hinter den Kulissen des medialen C&uacute;cuta-Zirkus eine venezolanisch-kolumbianische S&ouml;ldnerarmee unter dem Kommando des in Kolumbien exilierten venezolanischen Generals Cliver Alcal&aacute; die &bdquo;Sicherung&rdquo; des Konvois zum bewaffneten Einfall auf venezolanisches Territorium und den Beginn eines Krieges nutzen wollte. Der Plan, der angeblich in letzter Minute von den Streitkr&auml;ften Kolumbiens abgeblasen wurde, ist zum Pech der &bdquo;Verschw&ouml;rungstheorie&ldquo;-Kritiker bitterer, <a href=\"https:\/\/www.bloomberg.com\/news\/articles\/2019-03-06\/heavily-armed-soldiers-aborted-plan-to-enter-venezuela-by-force\">von der New Yorker Agentur Bloomberg recherchierter<\/a> Ernst, dessen detaillierte Darstellung einen Sonderbeitrag verdient.<\/p><p>Unter diesen Vorzeichen wurde die von Maas als &bdquo;unverst&auml;ndlich&ldquo; bezeichnete Ausweisung Krieners auf Seiten der venezolanischen Regierung verst&auml;ndlicherweise anders gesehen. Bereits am 19. Februar &ndash; vier Tage vor der geplanten Anfahrt des Konvois auf die kolumbianisch-venezolanische Grenze in C&uacute;cuta &ndash; hatte Botschafter Kriener vor dem Sitz der venezolanischen Nationalversammlung im <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6U_8BmS0f04\">Interview mit einheimischen, insbesondere Guaid&oacute;-sympathisierenden Medien<\/a> erkl&auml;rt, &bdquo;Nicol&aacute;s Maduro fehlt nicht nur aus politischen Gr&uuml;nden die notwendige demokratische Legitimit&auml;t, er leugnet auch die humanit&auml;re Situation, die Venezuela durchmacht, was die Situation selbst verschlechterte.&ldquo;<\/p><p>Stellen sich doch die Leserinnen und Leser den umgekehrten Fall vor, der venezolanische Botschafter in Berlin gibt ARD und BILD ein Interview, in dem er Bundeskanzlerin Angela Merkel die &bdquo;notwendige demokratische Legitimit&auml;t&ldquo; abspricht &ndash; ein undenkbarer diplomatischer Zwischenfall mit begleitendem Medienskandal.<\/p><p>Doch damit nicht genug.<\/p><p><strong>Die R&uuml;ckkehr Guaid&oacute;s oder: die Geheimb&uuml;ndelei der SPD mit chilenischem Rechtsau&szlig;en<\/strong><\/p><p>Am darauffolgenden 5. M&auml;rz hatte Kriener mit Diplomaten aus 13 L&auml;ndern &ndash; angef&uuml;hrt von Deutschland und Chile, gefolgt von Argentinien, Brasilien, Kanada, Peru, Ecuador, den USA, Spanien, Frankreich, den Niederlanden, Portugal und Rum&auml;nien &ndash; den selbsternannten venezolanischen &bdquo;&Uuml;bergangspr&auml;sidenten&rdquo; Juan Guaid&oacute; bei dessen R&uuml;ckkehr nach Venezuela auf dem Flughafen von Caracas begr&uuml;&szlig;t. Damit sollte verhindert werden, dass Guaid&oacute;, wie von der Regierung angek&uuml;ndigt, bei seiner R&uuml;ckkehr festgenommen wird.<\/p><p>Wie <a href=\"https:\/\/ellibero.cl\/actualidad\/la-sorpresiva-operacion-diplomatica-internacional-para-resguardar-el-regreso-de-guaido-a-venezuela\/#_blank\">chilenische Medien berichteten<\/a>, operierte Chiles Au&szlig;enminister Roberto Ampuero als <em>Keyperson<\/em> des Empfangs im Luftfahrtterminal. W&auml;hrend der euphorischen Begr&uuml;&szlig;ung Guaid&oacute;s, der vom venezolanischen Geheimdienst SEBIN unbel&auml;stigt in die Empfangshalle trat, tippte Ampuero in <a href=\"https:\/\/twitter.com\/robertoampuero\/status\/1102605517984272384\">sein Twitter-Profil<\/a>:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Volle Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die R&uuml;ckkehr Juan Guaid&oacute;s. In den vergangenen Tagen haben wir zusammen mit meinem deutschen Kollegen Heiko Maas dahin gewirkt, dass Botschafter und diplomatische Vertreter aus Lateinamerika und Europa ihn am Flughafen empfangen w&uuml;rden. Ein Zeichen unserer Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die Demokraten in Venezuela.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Umgekehrt bedankte sich Guaid&oacute; sp&auml;ter bei Botschafter Daniel Kriener mit einem Tweet und dem vielsagenden Satz: &bdquo;Wir wissen doch, wer hier der einzige Unerw&uuml;nschte ist&rdquo;. Keinen Funken weiser, <a href=\"https:\/\/twitter.com\/HeikoMaas\/status\/1103357380962799621\">twitterte nun AA-Chef Heiko Maas<\/a> zur&uuml;ck:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;&hellip; Unsere Unterst&uuml;tzung f&uuml;r Guaid&oacute; ist ungebrochen. Botschafter Kriener leistet in Caracas, gerade in den letzten Tagen, hervorragende Arbeit&rdquo;.\n<\/p><\/blockquote><p>Die chilenische Internet-Zeitung <em>Libero<\/em> ging der Beziehung Maas-Ampuero auf den Grund und berichtete, dass der chilenische Au&szlig;enminister mit seinem Kollegen Heiko Maas einen &bdquo;sehr flie&szlig;enden Dialog&ldquo; gef&uuml;hrt hatte, insbesondere &uuml;ber die Ausarbeitung einer gemeinsamen Position Lateinamerikas, des Vereinigten K&ouml;nigreichs und der Europ&auml;ischen Union (EU) gegen&uuml;ber Venezuela.<\/p><p>Die EU hatte auf dem <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=49242#_blank\">Venezuela-Dialog-Treffen<\/a> von Ende Januar 2019 in Uruguay eine Kontaktgruppe aufgestellt, um mit der Aufforderung zu &bdquo;freien Wahlen&ldquo; einen &bdquo;friedlichen&rdquo; und &bdquo;demokratischen&rdquo; Ausgang der Krise auszuhandeln. Doch nicht alle L&auml;nder des Blocks waren bereit, Guaid&oacute; als &bdquo;amtierenden Pr&auml;sidenten&ldquo; anzuerkennen. Also hatten Maas und Ampuero daran gearbeitet, die Gemeinsamkeiten der Kontaktgruppe und der Lima-Gruppe als Motor einer neuen Anti-Maduro- und Pro-Guaid&oacute;-Offensive zu nutzen.<\/p><p>Allerdings stehen Maas und Ampuero seit Mitte 2018 in enger, stiller Kooperation. Zur Ausfeilung ihrer Anti-Maduro-Strategie sa&szlig;en sie zum ersten Mal am 18. Juli 2018 zusammen, als der Chilene am II. Treffen der EU-Minister mit Regierungsvertretern der Celac teilnahm und Maas seinen Kollegen festlich mit einer Dokumentensammlung &uuml;ber die deutsche Schule von Valpara&iacute;so empfing, an der Ampuero einst seine Lehrjahre begonnen hatte.<\/p><p>Bei diesem Treffen wurde nicht nur &uuml;ber Colonia Dignidad, die Zusammenarbeit in Energiefragen, die Ausbildung und die Verhandlungen zur Modernisierung des strategischen Assoziierungsabkommens von 2004 zwischen Chile und der Europ&auml;ischen Union gesprochen. Das Thema Venezuela stand im Mittelpunkt. &bdquo;Die Entwicklung in Venezuela macht uns sehr viel Sorgen. So kann es nicht weitergehen. Man ist beeindruckt, dass Chile viele Fl&uuml;chtlinge aus Venezuela aufgenommen hat. Chiles Rolle in der Lima-Gruppe, die sich f&uuml;r Frieden und Demokratie in Venezuela einsetzt, ist auch besonders wertvoll &ldquo;, lobte der deutsche Au&szlig;enminister.<\/p><p><strong>Wer ist Roberto Ampuero?<\/strong><\/p><p>&bdquo;Es scheint eine psychische Krankheit, geradezu eine Besessenheit der Regierung Sebasti&aacute;n Pi&ntilde;eras &ndash; insbesondere des Au&szlig;enministers Roberto Ampueros &ndash; zu sein, seine Vorg&auml;ngerin und gegenw&auml;rtige Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen f&uuml;r Menschenrechte, Michelle Bachelet&ldquo;, anzugreifen, kommentierte die <a href=\"https:\/\/www.eldesconcierto.cl\/2019\/02\/10\/redes-el-peor-canciller-de-la-historia-redes-destrozan-labor-de-roberto-ampuero-y-critican-obsesion-excesiva-con-bachelet\/#_blank\">chilenische Internet-Zeitung <em>El Desconcierto<\/em><\/a> mit dem Titel: &bdquo;Der schlechteste Au&szlig;enminister in der Geschichte Chiles&ldquo;.<\/p><p>Die Publikation bezog sich auf ein Tweet Ampueros, in dem er mit dem Satz &bdquo;Nicht nur die Regierung von Pr&auml;sident Pi&ntilde;era, sondern die gesamte Region ist nicht zufrieden mit deiner Arbeit&ldquo;, sich &ouml;ffentlich &uuml;ber das Schweigen Bachelets &uuml;ber angebliche Menschenrechtsverletzungen in Venezuela beschwerte. &Uuml;ber die brutalen Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien und Brasilien, bei denen seit Ende 2017 mehrere hundert Aktivisten &ndash; darunter zahlreiche Indianer, Schwarze und Frauen &ndash; erschossen wurden, kein Wort. Auch nicht von Au&szlig;enminister Heiko Maas.<\/p><p>Doch so wie Donald Trump und Jair Bolsonaro verbringt Ampuero t&auml;glich Stunden mit der Absetzung von Tweets und macht sich damit nicht nur l&auml;cherlich, sondern riskiert seine moralische Kreditw&uuml;rdigkeit. Seine nach entsprechendem Skandal nachtr&auml;glich gel&ouml;schten Tweets zeigten, dass der Minister ungepr&uuml;fte Fake News weiterleitete, wie zum Beispiel die haneb&uuml;chene Unterstellung, Alejandro Guillier, Pi&ntilde;eras Rival bei den Pr&auml;sidentschaftswahlen von Ende 2017, wurde von Nicol&aacute;s Maduro heimlich unterst&uuml;tzt.<\/p><p>Die Ironie im Lebenslauf des eitlen Ampuero &ndash; Autor eines Dutzend mittelm&auml;&szlig;iger, von der chilenischen Literatur-Kritik verschm&auml;hter Romane &ndash; ist, dass der ehemalige Kommunist neben tausenden chilenischen Pinochet-Gegnern, wie der Sozialistin und k&uuml;nftigen Staatspr&auml;sidentin Michelle Bachelet und ihrer Mutter, in den 1970-er und 1980-er Jahren vom Exil in der DDR und Kuba profitierte, besch&uuml;tzende Gastgeberl&auml;nder, die er als sp&auml;terer Konvertit zum radikalen Neoliberalismus in seinem Erinnerungs-Roman (&bdquo;Detr&aacute;s del Muro&ldquo; &ndash; Hinter der Mauer) mit giftiger Feder in Schutt und Asche legte.<\/p><p>&bdquo;F&uuml;r Washington und andere Administrationen in der Region passt Ampuero bestens in Pi&ntilde;eras Au&szlig;enpolitik, die darauf abzielt, die bolivarianische Regierung in Venezuela zu st&uuml;rzen, Evo Morales in Bolivien zu konfrontieren, Kuba zu kritisieren und die Beziehungen zu rechten und rechtsextremen F&uuml;hrern wie Mauricio Macri (Argentinien), Jair Bolsonaro (Brasilien) und Iv&aacute;n Duque (Kolumbien) auszubauen&ldquo;, kommentierte die Wochenzeitung <a href=\"http:\/\/www.elsiglo.cl\/2018\/12\/13\/roberto-ampuero-el-secretario\/#_blank\"><em>El Siglo<\/em><\/a> und versetzte Ampuero einen empfindlichen Sto&szlig; der Abscheu: &bdquo;In Washington k&ouml;nnte man ruhig feststellen, dass die Au&szlig;enpolitik in Wirklichkeit von Pi&ntilde;era und einem harten Kern ausgetragen wird, dass aber Ampuero dabei gerade mal die Rolle einer Marionette des La-Moneda-Palasts zuf&auml;llt; ohne viel Eigenverdienst und Autonomie.&ldquo;<\/p><p>Mitte 2018 leistete sich Ampuero als Nebenfigur einen <a href=\"https:\/\/www.latercera.com\/politica\/noticia\/ampuero-converso-museo-la-mala-memoria\/280938\/\">schweren moralischen Verriss<\/a> in der chilenischen &Ouml;ffentlichkeit, als sein zum Kulturminister ernannter Freund Mauricio Rojas die Exponate im chilenischen Museum f&uuml;r das Ged&auml;chtnis an die Menschenrechtsverbrechen &ndash; kurz als &bdquo;Museo de la Memoria&ldquo; bekannt &ndash; als &bdquo;Montage&ldquo;, also als F&auml;lschung, bezeichnete. Rojas &uuml;berlebte sein Amt keine zehn Tage und trat unter tausendfachem, w&uuml;tendem Protest der &Ouml;ffentlichkeit zur&uuml;ck.<\/p><p>Ampuero erwischte es in der Nebenrolle, als die Medien sein mit Rojas geschriebenes Buch &bdquo;Dialogo de Conversos&ldquo; (Dialog der Konvertiten) wieder ausgruben, in dem der amtierende Au&szlig;enminister tats&auml;chlich geschrieben hat &ndash; Zitat:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Das Museum sollte &hellip; die ganze Geschichte erz&auml;hlen, in der die eine Seite f&uuml;r Hass und Spaltung, und die anderen f&uuml;r Unterdr&uuml;ckung, Folter und Mord verantwortlich waren. Solange dies nicht der Fall ist, wird es f&uuml;r mich weiterhin das <em>Museum der schlechten Erinnerung<\/em> sein.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Mit der &bdquo;einen Seite&ldquo; schob der ehemalige, reum&uuml;tige Kommunist der Regierung Salvador Allende &bdquo;Hass und Spaltung&ldquo; in die Schuhe und stellte die perverse Forderung auf, im Museums-Narrativ sollten die wegen brutalen Menschenrechtsverbrechen verurteilten Milit&auml;rs ebenfalls ihren Platz als Opfer erhalten.<\/p><p>&bdquo;Anders als sein Vorg&auml;nger Alfredo Moreno, der die Forderungen der Angeh&ouml;rigen der Opfer von Colonia Dignidad unterst&uuml;tzte, hat Ampuero ein absolutes Schweigen, eine Art schuldbewusstes Schweigen an den Tag gelegt&ldquo;, erkl&auml;rte Mariela Santana, Anw&auml;ltin der chilenischen Dignidad-Opferverb&auml;nde im Gespr&auml;ch mit den NachDenkSeiten. Im Klartext: Seit Anfang 2018 l&auml;sst Ampuero kaltbl&uuml;tig die chilenischen Opfer-Angeh&ouml;rigen bei ihren Forderungen gegen&uuml;ber der deutschen Bundesregierung im Regen stehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Woche nach dem Zusammenbruch des landesweiten Stromversorgungssystems kehrt Venezuela langsam zur &ldquo;Normalit&auml;t&rdquo; zur&uuml;ck. 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