{"id":50213,"date":"2019-03-18T09:44:31","date_gmt":"2019-03-18T08:44:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50213"},"modified":"2023-05-12T11:34:46","modified_gmt":"2023-05-12T09:34:46","slug":"die-digitalisierung-ist-ein-experiment-an-unseren-kindern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50213","title":{"rendered":"Die Digitalisierung ist ein Experiment an unseren Kindern"},"content":{"rendered":"<p>Der Digitalpakt ist mit dem Votum des Bundesrats vom 15. M&auml;rz beschlossene Sache, er soll voraussichtlich noch vor Ostern in Kraft treten. In seinem Rahmen sollen &uuml;ber einen Zeitraum von f&uuml;nf Jahren insgesamt 5,5 Milliarden Euro in die digitale Ausstattung der allgemeinbildenden Schulen investiert werden. F&uuml;r den P&auml;dagogen, Medienwissenschaftler und Buchautor <strong>Ralf Lankau<\/strong> von der Hochschule Offenburg hat das Projekt eine neoliberale Sto&szlig;richtung &ndash; mit dem Ziel der Privatisierung und Kommerzialisierung des Schulwesens sowie der Zurichtung von Kindern zu &bdquo;Funktions&auml;ffchen&ldquo;. Das Gespr&auml;ch f&uuml;hrte <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_9778\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-50213-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190318_Die_Digitalisierung_ist_ein_Experiment_an_unseren_Kindern_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190318_Die_Digitalisierung_ist_ein_Experiment_an_unseren_Kindern_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190318_Die_Digitalisierung_ist_ein_Experiment_an_unseren_Kindern_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190318_Die_Digitalisierung_ist_ein_Experiment_an_unseren_Kindern_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=50213-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190318_Die_Digitalisierung_ist_ein_Experiment_an_unseren_Kindern_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"190318_Die_Digitalisierung_ist_ein_Experiment_an_unseren_Kindern_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Herr Lankau, es gibt ein &bdquo;Forum Bildung Digitalisierung&ldquo;, das unter anderem von der Bertelsmann Stiftung, der Deutsche Telekom Stiftung, der Robert Bosch Stiftung sowie der Dieter Schwarz Stiftung getragen wird. Auf <a href=\"https:\/\/www.forumbd.de\/der-verein\">seiner Webseite<\/a> deklariert der &bdquo;gemeinn&uuml;tzige Verein&ldquo;, die Digitalisierung der Bildung biete &bdquo;vielf&auml;ltigen Mehrwert f&uuml;r das Lehren und Lernen. Sie kann unser Bildungssystem besser machen und positiv zu Bildungsgerechtigkeit und einer inklusiven Gesellschaft beitragen, in der jeder sein individuelles Potenzial besser entfalten kann.&ldquo; Das klingt ganz anders als das, was Sie sich vom durch Bund und L&auml;nder beschlossenen Digitalpakt erwarten: &bdquo;Die De-Humanisierung von Schulen&ldquo;. Was meinen Sie damit?<\/strong><\/p><p>In Ihrem Zitat ist ja fast das gesamte Phrasenkonfetti geb&uuml;ndelt, mit dem die IT-Wirtschaft und ihre Lobbyisten seit &uuml;ber 30 Jahren um sich werfen. Es sind die &uuml;blichen Standardspr&uuml;che, die seit 1984 &ndash; seit der Einf&uuml;hrung der Personal Computer in Schulen  &ndash; mantram&auml;&szlig;ig wiederholt werden. Nur die jeweils vermeintlich &bdquo;moderne und unbedingt f&uuml;r den Unterricht notwendige&ldquo; Technik &auml;ndert sich: vom PC zum Laptop, heute Tablets, demn&auml;chst sind es Virtual-Reality-Brillen, f&uuml;r die schon schulische Anwendungen entwickelt werden. Und immer sind die neuen Ger&auml;te angeblich zwingend f&uuml;r modernen Unterricht, w&uuml;rden die Motivation der Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler und den Lernerfolg erh&ouml;hen. Es ist ein st&auml;ndiges D&eacute;j&agrave;-vu.<\/p><p><strong>Fangen wir doch von ganz vorne an. Was hat der PC im Unterricht gebracht oder nicht gebracht, was heute das Tablet noch besser machen soll?<\/strong><\/p><p>Mal anders gefragt: Wem hat der Einsatz von PCs in Schulen denn etwas gebracht, au&szlig;er den Hard- und Softwareanbietern? Und IT-Dienstleister haben die Ger&auml;te und Netzwerke konfiguriert, wenn das nicht ein Lehrer oder eine Lehrerin &bdquo;nebenbei&ldquo; erledigt hat. Dazu hat es Microsoft geschafft, dass Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler in etlichen Schulen in Office-Programmen geschult wurden. Was aber Tablets heute besser machen sollen, ist mir ein echtes R&auml;tsel. Das sind ja keine ernsthaften Werkzeuge wie ein Laptop oder ein PC, die man mit entsprechender Hard- und Software nach den eigenen Anforderungen konfiguriert. Tablets sind vom technischen Konzept und der Bedienphilosophie her Unterhaltungselektronik f&uuml;r Erwachsene, wie es Apple-Gr&uuml;nder Steve Jobs mal formulierte. Sie sind daf&uuml;r konzipiert, dass man sich &bdquo;mal schnell online informieren&ldquo; oder medial mit Videos, Serien und Spielen sedieren lassen kann. Sinnvoll arbeiten kann man damit nicht. Die Arbeitsfl&auml;che ist viel zu begrenzt und das Arbeiten damit nicht ergonomisch, weder auf dem Tisch noch auf dem Scho&szlig;. Es fehlen Eingabeger&auml;te wie Tastatur, Maus oder Joystick. Sinnvollerweise trennt man daher Medienkonsum und Unterhaltung vom Arbeiten, auch durch den Einsatz entsprechender Ger&auml;te. Das sollte auch in Schulen so konzipiert werden.<\/p><p><strong>Das klingt so, als k&ouml;nnten Sie zumindest dem Einsatz von PCs oder Laptops im Unterricht durchaus etwas abgewinnen &hellip; <\/strong><\/p><p>Ja klar, Digitaltechnik ist ein m&auml;chtiges und hilfreiches Werkzeug, wenn man wei&szlig;, was man damit macht und sich seine Umgebung so einrichtet, dass man selbst die Hoheit &uuml;ber die Daten und Anwendungen hat. Daher pl&auml;diere ich ja daf&uuml;r, dass alle angehenden Lehrerinnen und Lehrer eine intensive Schulung im Einsatz aller m&ouml;glichen Unterrichtsmedien bekommen, analogen wie digitalen. Nur dann k&ouml;nnen sie selbst entscheiden, in welchem Kontext ein Tafelbild oder ein &Uuml;bungsblatt in ihrem Unterricht sinnvoll ist und wann und wof&uuml;r genau eine App oder &Uuml;bung am PC eingesetzt wird. Die Pr&auml;misse lautet aber immer: Lehrkr&auml;fte entscheiden &uuml;ber den Medieneinsatz. Da kann kein Rektor oder Kultusminister hineinreden. Das ist durch die Methodenfreiheit von Unterricht und Lehre &uuml;brigens im Grundgesetz verankert. <\/p><p><strong>Und Sie glauben, auf dem Weg des Digitalpakts, in dessen Rahmen man die Schulen fl&auml;chendeckend mit IT-Technologie ausstatten m&ouml;chte, wird dieser Grundsatz ausgehebelt?<\/strong><\/p><p>Die Grundfrage jeder p&auml;dagogischen Arbeit lautet: Was soll genau gelernt und verstanden werden? Die begleitenden Fragen sind: In welcher Schulform unterrichte ich, in welcher Altersstufe, welches Fach? Was sind meine konkreten Fachinhalte und wie k&ouml;nnen mich Medien dabei unterst&uuml;tzen? Das hei&szlig;t: Wir m&uuml;ssen den Einsatz von Medien vom Unterrichtsziel und der konkreten sozialen Umgebung her denken und nicht von der Medientechnik her, wie dies zum Beispiel das Bundesbildungsministerium 2016 mit dem Spr&uuml;chlein propagierte: &bdquo;Einmaleins und ABC &ndash; nur noch mit PC.&ldquo; So naiv technikgl&auml;ubig und gegen jeden p&auml;dagogischen Sachverstand argumentiert ja nicht einmal der Branchenverband Bitkom, der das klar formulierte Ziel hat, Kinder m&ouml;glichst fr&uuml;h an IT heranzuf&uuml;hren. <\/p><p>Deshalb: Ja, das entsprechende Lebensalter als Vorbedingung f&uuml;r logisches und technisches Verst&auml;ndnis vorausgesetzt, k&ouml;nnen bestimmte Anwendungen am PC oder Laptop erg&auml;nzend zum Pr&auml;senzunterricht, f&uuml;r Gruppenarbeit oder Selbstlernphasen eingesetzt werden. Daf&uuml;r muss aber eine zweite Bedingung erf&uuml;llt sein: Es werden keine Daten von Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;lern gespeichert und zu Lernprofilen transformiert. Das Sammeln personenbezogener Daten aber ist die notwendige Bedingung f&uuml;r die in der ersten Frage zitierte Phrase des &bdquo;individualisierten&ldquo; Lernens. Individuelle Angebote kann eine Software nur berechnen, wenn personalisierte Daten erhoben werden und das System wei&szlig;, wer vor dem Display sitzt. Damit erweist sich die ganze Pseudodiskussion um die angeblich notwendige Digitalisierung f&uuml;r zeitgem&auml;&szlig;en Unterricht als Ablenkungsman&ouml;ver vom eigentlichen Ziel: Sch&uuml;lerdaten zu erheben f&uuml;r das, was euphemistisch &bdquo;datengest&uuml;tzte Schulentwicklung&ldquo; hei&szlig;t, im Kern aber Big Data an Schulen ist.<\/p><p><strong>Womit wir dann da w&auml;ren, was Sie De-Humanisierung nennen?<\/strong><\/p><p>Ja. Wir k&ouml;nnen in allen Bildungseinrichtungen den Paradigmenwechsel von der p&auml;dagogischen und am Menschen orientierten &ndash; und eben nicht messbaren &ndash; Arbeit zur kleinteiligen Leistungsvermessung und Kennzahlenfixierung beobachten. Dahinter stehen neoliberale Konzepte, die soziale Einrichtungen wie Schulen, Krankenh&auml;user, Pflegeheime nicht nur privatisieren und kommerzialisieren wollen, sondern auch an abstrakten Kennzahlen ausrichten. Die Begriffe daf&uuml;r sind Bildungs-Controlling und Qualit&auml;tsmanagement oder Total Quality Management. Die Methoden werden aus der produzierenden Industrie &uuml;bernommen. Das Ergebnis ist eine Verbetriebswirtschaftlichung der sozialen Einrichtungen. <\/p><p><strong>Das mutet verschw&ouml;rerisch an, auf alle F&auml;lle ist davon &ouml;ffentlich nicht die Rede. Wollen Sie sagen, dahinter steht ein politischer Wille, ein konkreter Plan, betrieben durch Regierungen und Parteien?<\/strong><\/p><p>Durchaus. Nehmen wir als Beispiel die baden-w&uuml;rttembergische Schulpolitik. Das Land hatte bei der letzten Schulleistungsstudie des Instituts zur Qualit&auml;tsentwicklung im Bildungswesen in den Grundschulf&auml;chern Deutsch und Mathematik erschreckend schlecht abgeschnitten und war von den vorderen Pl&auml;tzen ins Mittelfeld abgerutscht. Was will die Regierung unternehmen? Sie will sich vom Konzept &bdquo;Schreiben nach Geh&ouml;r&ldquo; abwenden, zentrale Klassenarbeiten einf&uuml;hren und einen klar angeleiteten Unterricht etablieren &ndash; alles sinnvolle Ans&auml;tze. <\/p><p>Eine Vorgabe ist aber auch der &Uuml;bergang von der p&auml;dagogischen zur &bdquo;datengest&uuml;tzten Schule&ldquo;, wof&uuml;r eigens zwei neue Institute gegr&uuml;ndet wurden: das Zentrum f&uuml;r Schulqualit&auml;t und Lehrerbildung und das Institut f&uuml;r Bildungsanalysen. Deren Aufgabe ist das sogenannte Bildungsmonitoring. Daf&uuml;r m&uuml;ssen im Rahmen regelm&auml;&szlig;iger Lernstandserhebungen und Schulleistungsvergleiche m&ouml;glichst viele Daten gesammelt werden. Man ist also dabei, eine regelrechte Testindustrie aufzubauen, eine Datensammel-Infrastruktur auf Basis des gezielten Einsatzes digitaler Ger&auml;te mit permanentem R&uuml;ckkanal f&uuml;r Nutzerdaten. Das &uuml;bergeordnete Ziel ist die standardisierte &bdquo;Produktion&ldquo; von abpr&uuml;fbaren Lernleistungen und das Paradigma des kybernetischen &bdquo;Messens, Steuerns, Regelns&ldquo;, ein Konzept also, das schon in den 1960er und -70er Jahren als kybernetische P&auml;dagogik entworfen wurde. <\/p><p><strong>Mit dem Unterschied, dass das damals noch unter Science-Fiction lief &hellip;<\/strong><\/p><p>Die &bdquo;Zukunft&ldquo; ist in vollem Gange. Hamburg setzt schon seit sieben Jahren auf landeseigene, j&auml;hrliche Tests, entwickelt durch das Institut f&uuml;r Bildungsmonitoring und Qualit&auml;tsentwicklung. Die Ergebnisse werden an Schulleitungen, Fachlehrer, Tutoren, Klassenlehrer, Schulaufsicht, Eltern und Sch&uuml;ler weitergegeben. Auf Basis der Daten sollen Konzepte und Methoden zur Steigerung des Lernniveaus entwickelt werden, die nach zw&ouml;lf Monaten wieder per Test abgepr&uuml;ft werden. Hamburgs Schulsenator Ties Rabe spricht vom &bdquo;Prinzip der freundlichen Belagerung&ldquo;. Weitere Merkmale dieser Verbetriebswirtschaftlichung sind die St&auml;rkung der Schulleitungen, unsinnige Leistungsvereinbarungen, f&uuml;r die irgendwelche Parameter wie die Anzahl der betreuten Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler als Basis dient, die Rekrutierung von &bdquo;p&auml;dagogischem Personal&ldquo; statt Lehrkr&auml;ften und letztlich die Kontrolle und Steuerung der Lehrenden wie der Lernenden als &uuml;bergeordnetes Ziel. <\/p><p><strong>Was bedeutet das f&uuml;r die Institution Schule, f&uuml;r die Lehrenden und Lernenden, f&uuml;r die P&auml;dagogik, wenn dieser Weg wirklich beschritten wird?<\/strong><\/p><p>Es muss einem klar sein: Kennzahlengesteuerte Schulen &auml;ndern sich in ihrem Charakter und Selbstverst&auml;ndnis. Sie arbeiten auf Testergebnisse hin wie b&ouml;rsennotierte Unternehmen auf die Quartalszahlen. Man etabliert ein Regime der Kennzahlen durch permanente Kontrolle, kleinteilige Tests, Rankings, sinnlose Wettbewerbe und die Entsolidarisierung innerhalb der Kollegien sowie der Sch&uuml;lerschaft. Wer soziale Einrichtungen nach Kriterien des Qualit&auml;tsmanagements ausrichtet, zerst&ouml;rt daher das Soziale dieser Einrichtungen. Aber das ist ja genau die &bdquo;hidden agenda&ldquo; neoliberaler Konzepte. Sozial vereinzelte und untereinander in permanentem Wettbewerb stehende Individuen solidarisieren sich nicht und sind so leichter manipulier- und steuerbar. <\/p><p><strong>Wo bleibt bei all dem der P&auml;dagoge?<\/strong><\/p><p>Die Bildungsforscherin Sigrid Hartong von der Hamburger Helmut Schmidt Universit&auml;t hat die Entwicklung unter dem Titel &bdquo;Wir brauchen Daten, noch mehr Daten, bessere Daten&ldquo; kritisch beleuchtet. Unter anderem verweist sie auf die Entstehung neuer Arbeitspl&auml;tze f&uuml;r Testmanager, f&uuml;r Qualit&auml;tsmanager zur Standardisierung der Tests, f&uuml;r Data-Stewards, die die objektive Eingabe der Daten &uuml;berwachen, oder f&uuml;r Error-Management-Experten. Dorthin flie&szlig;en schon heute die Ressourcen statt in Stellen f&uuml;r neue Lehrer, Sozialarbeiter oder  Schulpsychologen. Die p&auml;dagogische Arbeit im Klassenzimmer ger&auml;t damit nat&uuml;rlich noch st&auml;rker ins Hintertreffen. <\/p><p><strong>Zur&uuml;ck zum Digitalpakt Schule, der am Freitag mit dem Votum des Bundesrats endg&uuml;ltig besiegelt wurde. Sie behaupten also, der eigentliche Zweck des Projekts ist die Vermessung und &ndash; weitergedacht &ndash; die Verwertung von Kindern mit Blick auf ihre sp&auml;tere &bdquo;Employability&ldquo;, also N&uuml;tzlichkeit f&uuml;r den Arbeitsmarkt?<\/strong><\/p><p>Es geht um zwei Aspekte. Das eine ist die zunehmende Amerikanisierung der Bildungseinrichtung, also Privatisierung und Kommerzialisierung. Daf&uuml;r steht der Begriff Bildungsmarkt, der nach den neoliberalen und marktradikalen Parametern umgestaltet und bespielt wird. Das zweite ist die &bdquo;Zurichtung von Humankapital&ldquo; mit validierten Kompetenzen nach der Humankapitaltheorie, etwa nach Gary Becker, wonach Bildung nur eine Ressource ist, die nach Kosten-Nutzen-Kalk&uuml;l eingeplant wird. Nach dieser Logik ist der Mensch nicht als Person, sondern nur anhand seiner Arbeitskraft und Leistung relevant. Und wie bei allen Produktionsparametern braucht man m&ouml;glichst exakte Angaben &uuml;ber Leistungs- und Belastungsf&auml;higkeit, vorhandene und mithin erlernbare Kompetenzen, aber auch Informationen &uuml;ber psychometrische Aspekte wie Frustrationstoleranz oder Stressresistenz. Daher werden bei diesen Tests eben nicht nur bestimmte Fertigkeiten abgepr&uuml;ft, sondern auch Aspekte der Pers&ouml;nlichkeit bis hin zur Vermessung von Emotionen. Das klingt absurd und ist inhuman, aber exemplarisch nachzulesen bei Bill Gates: &bdquo;In Zukunft werden wir Benutzer wie Computer behandeln: beide sind programmierbar.&ldquo; <\/p><p><strong>Also auch Kinder?<\/strong><\/p><p>Man muss das im Kontext von Kita, Schule und Hochschulen konsequent zu Ende denken. Kinder und Jugendliche werden programmiert wie Maschinen und Programmierer beziehungsweise deren Auftraggeber entscheiden, was sie lernen sollen. Das hat dann rein gar nichts mehr mit der Vorstellung einer allgemeinbildenden Schule zu tun, die das Ziel verfolgt, junge Menschen zu Selbst&auml;ndigkeit und Eigenverantwortlichkeit zu f&uuml;hren, sie neugierig und wissbegierig zu machen, damit sie sich aus eigenem Antrieb mit Themen besch&auml;ftigen. Man denke nur an die Kids, wie sie an den Tablets konzentriert und mit voller Aufmerksamkeit genau das machen, was ihnen die Apps vorgeben, um zu begreifen, dass die sogenannte &bdquo;Digitalisierung von Schule und Unterricht&ldquo; ganz sicher nicht das ist, was Eltern und P&auml;dagogen wollen. Denn sie wollen eben nicht, dass ihr Kind ein Funktions&auml;ffchen an der digitalen Leine wird, angelehnt an Eva Hellers Begriff &bdquo;Konsum&auml;ffchen&ldquo;, das durch Werbung nach den Pr&auml;missen der Werbepsychologie gesteuert wird. <\/p><p><strong>Es f&auml;llt schwer, sich vorzustellen, dass Politiker und Regierende, wie etwa die fr&uuml;here Bundesbildungsministerin Johanna Wanka, die den Digitalpakt politisch angesto&szlig;en hatte, derlei Pl&auml;ne im Schilde f&uuml;hren. Wer hat bei all dem die F&auml;den in der Hand? Wer sind die Profiteure?<\/strong><\/p><p>Wer die Profiteure sind, l&auml;sst sich im Netz nachlesen: Vertreter der Global Education Industries, die die weltweiten Bildungsm&auml;rkte mit ihren Produkten und Dienstleistungen bespielen und &uuml;ber ihre Lobbyorganisationen und Denkfabriken gezielt Einfluss auf die  Politik nehmen. Zum Beispiel stellt Bertelsmann &uuml;ber sich fest, &bdquo;dem Segment Bildung kommt im Rahmen der Wachstumsstrategie (&hellip;) eine besondere Bedeutung zu. Es wird in den kommenden Jahren &ndash; neben den klassischen Bereichen Medien und Dienstleistungen &ndash; zu einer dritten tragenden S&auml;ule eines internationalen und wachstumsstarken Konzern-Portfolios ausgebaut.&ldquo; Weiter hei&szlig;t es, dass &bdquo;Bildung auch online in guter Qualit&auml;t ausgeliefert werden&ldquo; k&ouml;nne, sprich als Produkt, das kostenpflichtig an entsprechend konditionierte Konsumenten ausgeliefert wird. Dabei ist Bildung nie ein Produkt, sondern immer das Ergebnis von individuellen Bildungsprozessen. Aber es geht den Anbietern um M&auml;rkte, nicht um Menschen.<\/p><p><strong>Politiker m&uuml;ssen der Propaganda der IT-Branche aber doch nicht zwangsl&auml;ufig auf den Leim gehen.<\/strong><\/p><p>Tja, aber sie tun es nun mal. Bei Frau Wanka als promovierter Mathematikerin, Professorin und ehemaliger Hochschulrektorin setze ich voraus, dass sie die Strukturen kennt und aktiv unterst&uuml;tzt hat, auch das Zusammenspiel von IT- und Wirtschaftsverb&auml;nden und der Politik. Und eines war ihr mit Sicherheit klar: Wer politisch Karriere machen will, muss pro digital sein, unabh&auml;ngig vom tats&auml;chlichen Nutzen. <\/p><p>Oder nehmen wir den gr&uuml;nen Ministerpr&auml;sidenten, der seit seiner Pilgerreise ins Silicon Valley das Hohelied des Digitalen singt, obwohl er es als ehemaliger Gymnasiallehrer besser wissen m&uuml;sste. Jetzt liest man &uuml;ber Baden-W&uuml;rttembergs Digitalisierungsoffensive im Bildungsbereich aber, man m&uuml;sse &bdquo;f&uuml;r jede Lebensphase Antworten auf die Fragen der Digitalisierung haben &ndash; f&uuml;r die ganz Kleinen &uuml;ber die Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler und Studierenden mit ihren Lehrkr&auml;ften und Lehrenden, die Azubis, die Besch&auml;ftigten bis hin zu den Senioren&ldquo;. F&uuml;r jedes Lebensalter und alle erdenklichen Aufgaben gibt es scheinbar digitale L&ouml;sungen. Es ist ein absurdes Theater.<\/p><p><strong>Nur wer f&uuml;hrt Regie dabei und wie l&auml;uft das ab?<\/strong><\/p><p>Das Muster ist immer dasselbe: Sogenannte gemeinn&uuml;tzige Stiftungen wie die von Bertelsmann, der Telekom oder Vodafone publizieren &ouml;ffentlichkeitswirksam Studien, die einen vermeintlichen Handlungsbedarf belegen, wodurch dann politischer Handlungsdruck erzeugt wird. Die Nutznie&szlig;er, etwa beim Digitalpakt, sind dann Konzerne wie die Telekom, die das WLAN f&uuml;r die Schulen einrichtet, oder die Bertelsmann AG, die die passenden Lehrmittel liefert. <\/p><p>Wer das Sagen hat in Berlin, wurde zuletzt im November daran ersichtlich, wo das Bundeskabinett seine Digitalklausur abhielt: Im Hasso-Plattner-Institut f&uuml;r Digital Engineering, das ist eine privat von SAP-Mitbegr&uuml;nder Hasso Plattner finanzierte Einrichtung der Uni Potsdam. Wer die F&auml;den in der Hand hat und wer sich an F&auml;den f&uuml;hren l&auml;sst, wer offiziell etwas anst&ouml;&szlig;t und wer den Ansto&szlig; im Hintergrund initiiert, aus welchem Grund und vor allem, zu wessen Nutzen, ist eine offene Frage. Und je nachdem, wie die Antwort ausf&auml;llt, bekommt man schnell Kontakt zu den Rechtsabteilungen der jeweiligen Interessenvertreter. Ich durfte das selbst erleben. <\/p><p><strong>Viele Kinder&auml;rzte, P&auml;dagogen, Neurowissenschaftler und Lernpsychologen bezweifeln die Tauglichkeit digitaler Medien als Lern- und Lehrwerkzeug oder warnen sogar vor gravierenden Folgen f&uuml;r die Kindesentwicklung. Da fragt man sich, was die Verfechter der Digitalisierung an Argumenten aufzubieten haben. Gibt es seri&ouml;se Studien, die die Bedenken der Kritiker entkr&auml;ften?<\/strong><\/p><p>Praktisch s&auml;mtliche Untersuchungen zum Thema kommen zu dem Schluss, dass sich kein Mehrwert durch den Einsatz von IT im Unterricht gegen&uuml;ber analogen Lernformen belegen l&auml;sst. Schon die ber&uuml;hmte Metaanalyse &bdquo;Visible Learning&ldquo; des neuseel&auml;ndischen P&auml;dagogen John Hattie hat gezeigt, dass Rechner und Software in Schulen nichts bringen. Eine PISA-Sonderauswertung der OECD-Studie &bdquo;Students, Computers and Learning&ldquo; ergab, dass Investitionen in die IT-Ausstattung keine nennenswerten Verbesserungen der Sch&uuml;lerleistungen in Lesekompetenz, Mathematik oder Naturwissenschaften erbrachten. Selbst in der Telekom-Studie &bdquo;Schule digital&ldquo; steht: &bdquo;Die verst&auml;rkte Nutzung digitaler Medien f&uuml;hrt offensichtlich nicht per se zu besseren Sch&uuml;lerleistungen. Vielmehr kommt es auf die Lehrperson an.&ldquo; <\/p><p>Andreas Schleicher, OECD-Direktor f&uuml;r Bildung, formulierte es einmal so: &bdquo;Wir m&uuml;ssen es als Realit&auml;t betrachten, dass Technologie in unseren Schulen mehr schadet als n&uuml;tzt.&ldquo; In dieselbe Richtung gehen die BLIKK-Studie des Berufsverbands der Kinder- und Jugend&auml;rzte sowie die Metastudien der Psychologin Jean Twenge aus den USA. Sie meint, Kinder w&auml;ren nie ungl&uuml;cklicher gewesen als heute, und die Soziologin Sherry Turkle sagt, Digitaltechnik mache uns immer einsamer. <\/p><p><strong>Wie kann es angehen, dass all das in der &Ouml;ffentlichkeit komplett unterbelichtet bleibt?<\/strong><\/p><p>Dringt einmal etwas davon durch, werden die Urheber als Alarmisten abgestempelt, als Technikver&auml;chter oder Ewiggestrige. In Deutschland hat der Psychiater Manfred Spitzer die Studienlage zusammengetragen und publiziert, zuletzt in den B&uuml;chern &bdquo;Cyberkrank&ldquo; und &bdquo;Smartphone-Epidemie&ldquo;. Er wird daf&uuml;r massiv angegriffen und auch pers&ouml;nlich denunziert. Aber die Gegner sollten zumindest die Studien zur Kenntnis nehmen, auf die er sich bezieht. Belegt sind zum Beispiel die Hemmung der Sprachentwicklung, Vereinsamung und soziale Isolation, Verlust der F&auml;higkeit zur Empathie, Aufmerksamkeitsst&ouml;rungen, gezielt adressiertes Suchtverhalten, Stress, Kopfschmerzen, Schlafst&ouml;rungen. H&auml;ngen M&uuml;tter pausenlos am Smartphone, kommen fr&uuml;hkindliche Bindungsst&ouml;rungen dazu. Und dann sind da noch Ph&auml;nomene wie Cybermobbing, Cybergrooming oder Sexting, also Angriffe auf die Integrit&auml;t der Pers&ouml;nlichkeit junger Menschen, Angriffe, die im Netz eine ganz andere Reichweite haben als im realen Leben und die Betroffenen ein Leben lang verfolgen, weil das Internet nicht vergisst. <\/p><p>Es ist wie bei den Kampagnen der Tabakindustrie. Verkauft wird der &bdquo;Geschmack von Freiheit und Abenteuer&ldquo;, also ein Lebensgef&uuml;hl, dementiert werden die Fakten und die bekannten Folgen. Damit konnten Philip Morris und Co. 40 Jahre lang Milliardengewinne einstreichen, bevor endlich die Tabakwerbung verboten wurde. So arbeitet die Werbewirtschaft bis heute, wenn auch nicht mehr f&uuml;r die Tabak-, sondern die Digital- und Telekommunikationswirtschaft, Stichwort 5G.<\/p><p><strong>Wo sind eigentlich die vielbeschworenen p&auml;dagogischen Konzepte, die den Einsatz  digitaler Medien im Unterricht begleiten sollen und von denen sich Bildungsverb&auml;nde und Gewerkschaften versprechen, dass damit ein verantwortungsvoller und vernunftgeleiteter Einsatz digitaler Medien zum Wohle der Sch&uuml;ler gew&auml;hrleistet werde?<\/strong><\/p><p>Nun ja, die werden nach fast 40 Jahren IT in Schulen immer noch gesucht oder m&uuml;ssen jetzt, um am Digitalpakt partizipieren zu k&ouml;nnen, aus dem Stand entwickelt werden. Das hei&szlig;t konkret: Geld f&uuml;r Hardware, Infrastruktur und IT-Dienstleistungen ist da, Konzepte nicht. Das zeigt einmal mehr, wo die Priorit&auml;ten liegen. Wer die Schulen wirklich unterst&uuml;tzen wollte, w&uuml;rde anders vorgehen. Deutschlands Bildungseinrichtungen sind massiv unterfinanziert, Experten beziffern den Investitionsstau auf 35 Milliarden Euro. Es herrscht ein gewaltiger Lehrermangel, der sich noch versch&auml;rfen wird. Die Schulen m&uuml;ssen endlich besser ausgestattet werden, aber nicht mittels Knebelvertrag zur Zwangsdigitalisierung. Warum &uuml;berl&auml;sst man es nicht den Schulen vor Ort, zu entscheiden, wof&uuml;r sie das Geld ausgeben? Das w&auml;ren dann nicht unbedingt WLAN-Router und Tablets, sondern vielleicht B&uuml;cher, Sportger&auml;te oder Musikinstrumente, alles Dinge, die um ein Vielfaches nachhaltiger genutzt werden k&ouml;nnen als digitale Ger&auml;te, die nach zwei Jahren kostenpflichtig als Elektroschrott entsorgt werden m&uuml;ssen.<\/p><p><strong>Die Bef&uuml;rworter der digitalen Schule verweisen gerne auf Vorbilder im Ausland, etwa auf Staaten wie Holland, Australien oder Singapur. Was wissen Sie &uuml;ber diese F&auml;lle?<\/strong><\/p><p>Es wird ein gro&szlig;er Bohei um Vorzeigeprojekte gemacht, aber die Schulsysteme sind nicht wirklich vergleichbar oder sind einer anderen Tradition verpflichtet. Zum Beispiel steht in vielen asiatischen L&auml;ndern der Leistungsgedanke im Vordergrund. Die Schulen sind dort eher Drillanstalten als Lebensraum, mit Ganztagsschule und zus&auml;tzlicher Nachhilfe und enormem Druck von klein auf. Wollen wir das? <\/p><p>In Holland hat ein gesch&auml;ftst&uuml;chtiger Mensch Steve-Jobs-Schulen aufgemacht und klassensatzweise iPads, Server und Softwarelizenzen verkauft. Die Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler hat man mit all der Technik mehr oder weniger sich selbst &uuml;berlassen. Diese Schulen wurden im vergangenen Jahr geschlossen, weil die minimalen Leistungsanforderungen der achten Klasse nicht erreicht wurden. In Australien wurden in den 1990er Jahren ganze Klassen mit speziell konfigurierten Laptops ausgestattet, die man auch zu Hause, aber nur f&uuml;r schulische Zwecke nutzen sollte. Findige Kids haben sie gehackt, Computerspiele gespielt und f&uuml;r andere Netzanwendungen genutzt. Die Laptops wurden dann wieder eingesammelt. <\/p><p>In S&uuml;dkorea besitzen praktisch alle Heranwachsenden ein Smartphone und 95 Prozent sind kurzsichtig. Inzwischen wurden Gesetze zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor exzessiver Mediennutzung erlassen und auch an den Schulen ist man wieder zu analogen Lernformen zur&uuml;ckgekehrt. Wenn man &uuml;berhaupt etwas von solchen Dingen bei uns h&ouml;rt, dann immer mit dem Hinweis, dass wir in Deutschland es eben besser machen m&uuml;ssten. Dabei w&auml;re es am besten, es einfach bleiben zu lassen. <\/p><p><strong>Daf&uuml;r d&uuml;rfte es jetzt zu sp&auml;t sein &hellip;<\/strong><\/p><p>Man wei&szlig; ja nie. Die holl&auml;ndischen Steve-Jobs-Schulen haben sich auch binnen weniger Jahre unm&ouml;glich gemacht und bisher ist noch jedes IT-Ger&auml;t im Schuleinsatz irgendwann in der Ecke eingestaubt. Aber klar, die Lage ist ernst. Die &ldquo;New York Times&ldquo; hat vor einem halben Jahr einen Beitrag mit dem Titel &bdquo;The Gap between rich and poor kids&ldquo; gebracht. Danach w&uuml;rden die Reichen dazu &uuml;bergehen, Bildschirme in den privaten Schulen zu verbieten, w&auml;hrend es andererseits staatliche Digitalkinderg&auml;rten gebe. Immer mehr Kinder aus &auml;rmeren und Mittelstandsfamilien werden demnach an Bildschirmen aufgezogen. Dagegen greife die Elite des Silicon Valley auf Holzspielzeug und den Luxus der menschlichen Interaktion zur&uuml;ck. Google, Apple und Facebook wissen also ganz genau, was sie anrichten. <\/p><p>Sieht so also die Zukunft aus? Der Status der Eltern entscheidet dar&uuml;ber, ob Kinder von Menschen unterrichtet werden oder von Algorithmen? Damit sind wir wieder bei der De-Humanisierung, allerdings nicht mehr als Fiktion, sondern als Realit&auml;t, zun&auml;chst noch in den USA und in der Drillvariante in Teilen Asiens. Deutschland ist noch nicht ganz so weit, aber wenn IT-Verb&auml;nde und Wirtschaftslobbyisten &uuml;ber Investitionen in Schulen bestimmen, werden diese Szenarien auch bei uns Wirklichkeit. Chris Anderson, fr&uuml;herer Chefredakteur des &bdquo;Wired&ldquo;-Magazins, hat die Vorg&auml;nge sehr treffend in der New York Times formuliert: &bdquo;Technologie ist ein riesiges soziales Experiment an Kindern.&ldquo; <\/p><p>Titelbild: Kiselev Andrey Valerevich \/ Shutterstock<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Zur Person:<\/strong> <strong>Ralf Lankau<\/strong>, Jahrgang 1961, ist Professor f&uuml;r Mediengestaltung und Medientheorie an der Hochschule Offenburg. Er leitet dort die grafik.werkstatt an der Fakult&auml;t Medien und Informationswesen, forscht zu Experimenteller Medienproduktion in Kunst, Lehre und Wissenschaft und publiziert zu Design, Kommunikationswissenschaft und (Medien-) P&auml;dagogik. Lankau betreibt das Projekt &bdquo;futur iii &ndash; digitaltechnik zwischen freiheitsversprechen und total&uuml;berwachung&ldquo; (futur-iii.de) und ist Mitinitiator des &bdquo;B&uuml;ndnisses f&uuml;r humane Bildung &ndash; aufwach(s)en mit digitalen Medien&ldquo; (<a href=\"http:\/\/www.aufwach-s-en.de\">aufwach-s-en.de<\/a>). Von Lankau erschien 2017 im Beltz-Verlag: &bdquo;Kein Mensch lernt digital: &Uuml;ber den sinnvollen Einsatz neuer Medien im Unterricht&ldquo;. Mitte April erscheint von Paula Bleckmann und Lankau (Hrsg): &bdquo;Digitale Medien und Unterricht: Eine Kontroverse&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Digitalpakt ist mit dem Votum des Bundesrats vom 15. M&auml;rz beschlossene Sache, er soll voraussichtlich noch vor Ostern in Kraft treten. In seinem Rahmen sollen &uuml;ber einen Zeitraum von f&uuml;nf Jahren insgesamt 5,5 Milliarden Euro in die digitale Ausstattung der allgemeinbildenden Schulen investiert werden. F&uuml;r den P&auml;dagogen, Medienwissenschaftler und Buchautor <strong>Ralf Lankau<\/strong> von der<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50213\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":50214,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,151,209,127,11],"tags":[699,232,2097,1091,850,2094,442,1759,2052,866,3384,1602,1378,2406,1983,1625,262,508,1386],"class_list":["post-50213","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-bildungspolitik","category-interviews","category-lobbyismus-und-politische-korruption","category-strategien-der-meinungsmache","tag-australien","tag-bertelsmann","tag-big-data","tag-bildungsmonitor","tag-datenschutz","tag-digitalisierung","tag-eigenverantwortung","tag-entsolidarisierung","tag-investitionen","tag-konkurrenzdenken","tag-lankau-ralf","tag-nuetzlichkeitsrassismus","tag-niederlande","tag-sap","tag-suedkorea","tag-stiftungen","tag-telekom","tag-wirtschaft-in-der-schule","tag-wissenschaftlich-technischer-fortschritt"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/190318-Lankau_Wurzbacher.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/50213","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=50213"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/50213\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":97602,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/50213\/revisions\/97602"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/50214"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=50213"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=50213"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=50213"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}