{"id":50388,"date":"2019-03-23T11:45:35","date_gmt":"2019-03-23T10:45:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50388"},"modified":"2022-04-01T11:46:07","modified_gmt":"2022-04-01T09:46:07","slug":"wenn-der-feind-weiss-dass-das-system-sich-in-prekaerem-zustand-befindet-wird-ihm-die-sabotage-leicht-gemacht-im-gespraech-mit-alejandro-gonzalez-12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50388","title":{"rendered":"Wenn der Feind wei\u00df, dass das System sich in prek\u00e4rem Zustand befindet, wird ihm die Sabotage leicht gemacht &#8211; im Gespr\u00e4ch mit Alejandro Gonz\u00e1lez (1\/2)"},"content":{"rendered":"<p>Nach dem gescheiterten &ldquo;humanit&auml;re-Hilfe&rdquo;-Man&ouml;ver der USA, ihrer ebenso fehlgeschlagenen Wette auf eine Spaltung der venezolanischen Streitkr&auml;fte und einem einw&ouml;chigen, katastrophalen <em>Blackout<\/em> mit landesweitem Stromausfall w&uuml;nschten sich Millionen gelittene Venezolaner, dass ihr Land zur Normalit&auml;t zur&uuml;ckkehrt &ndash; ein Zustand, dessen Schreibweise bereits in der Einleitung zu <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50175\">einem der j&uuml;ngsten Venezuela-Artikel<\/a> auf den NachDenkSeiten in Anf&uuml;hrungszeichen gesetzt wurde; derart nervenaufreibend ist die von der Imperialmacht USA gepr&auml;gte Anormalit&auml;t mit ihren Sanktionen, Konfiszierungen von Erd&ouml;lgesellschaften und Goldreserven, der Androhung eines milit&auml;rischen &Uuml;berfalls und Einsetzung der parallelen Marionetten-&rdquo;Regierung&rdquo; Juan Guaid&oacute;s. Eine kurze Einf&uuml;hrung zum Interview mit <strong>Alejandro L&oacute;pez Gonz&aacute;lez<\/strong>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50388#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>] von <strong>Frederico F&uuml;llgraf<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nAls Antwort auf den <em>Blackout<\/em> und zur &bdquo;Sicherung strategischer Dienste&rdquo; &ndash; wie Energie- und Wasserversorgung sowie Fernmeldewesen &ndash; befahl das Oberkommando der bolivarischen Streitkr&auml;fte Mitte M&auml;rz <a href=\"https:\/\/br.sputniknews.com\/americas\/2019031613505034-venezuela-lanca-exercicios-militares-grande-escala-foto\/\">die gr&ouml;&szlig;ten Milit&auml;rman&ouml;ver<\/a> in der j&uuml;ngsten Geschichte des Landes. Als einziges Land mit politischem und milit&auml;rischem Gewicht warnte Russland die US-Regierung bereits vor Monaten vor einer Invasion Venezuelas, k&ouml;nnte jedoch nach einer denkbaren Seeblockade vor der K&uuml;ste Venezuelas dem s&uuml;damerikanischen Verb&uuml;ndeten kaum zu Hilfe kommen; ein anzunehmender Grund, weshalb die Regierung  Wladimir Putin den Ernstfall in hartn&auml;ckigen <a href=\"https:\/\/www.eldesconcierto.cl\/2019\/03\/17\/crisis-en-venezuela-rusia-se-reunira-con-estados-unidos-para-impedir-una-intervencion-militar\/\">bilateralen Verhandlungen mit der Trump-Regierung<\/a> am 19. M&auml;rz in Rom abzuwenden versuchte.<\/p><p>Auch Pr&auml;sident Nicol&aacute;s Maduros Aufforderung vom 17. M&auml;rz zum <a href=\"https:\/\/m.elmostrador.cl\/noticias\/mundo\/2019\/03\/17\/maduro-pide-la-renuncia-a-todos-sus-ministros-para-reestructuracion-del-gobierno\/\">geschlossenen R&uuml;cktritt seiner Minister<\/a> war durchdrungen vom martialischen Unterton, als er die Kabinettsumbildung mit der Notwendigkeit einer &bdquo;Panzerung&rdquo; der Regierung begr&uuml;ndete. Keine Frage: Als sei es eine kalkulierte geopolitische Kompensation in dem Ma&szlig;e, wie die rechtsradikale US-Regierung Donald Trump sich aus der vorderen Front des  Aggressionskriegs gegen Syrien zur&uuml;ckzuziehen wagte, hat sie als neues geopolitisches Ziel umgekehrt Venezuela in den vergangenen zwei Jahren systematisch destabilisiert.<\/p><p>Andererseits deutet die venezolanische Wirtschafts- und Versorgungskrise auch darauf hin, dass das Hausgemachte beachtlichen Anteil an der anhaltenden Misere hat und Schwachstellen, wie beim Stromausfall, blo&szlig;gelegt hat, die nach dem Naturgesetz der Raubtiere den Appetit von Aggressoren erh&ouml;hen und wahrscheinlicher machen. Nach dem Tod Hugo Ch&aacute;vez&lsquo;, dem bolivarischen Neugr&uuml;nder des venezolanischen Nationalstaates, fanden Machtverschiebungen im regierenden <em>Chavismo<\/em> statt und es scheint eine Szenerie von Cliquenwirtschaft und Korruption Platz gegriffen zu haben, deren vereinzelten, jedoch machtvollen Akteure Eigenprivilegien vor Allgemeingut und Interesse gesetzt und damit die Misswirtschaft im Land eingeleitet haben. Zust&auml;nde, &uuml;ber die breite Teile des weltweiten progressiven Spektrums entweder nicht ausreichend informiert sind oder sich weigern, dar&uuml;ber nachzudenken.<\/p><p>Darum geht es im folgenden zweiteiligen Interview mit Alejandro L&oacute;pez Gonz&aacute;lez, einem kompetenten venezolanischen Insider, der im ersten Teil die Ursachen des j&uuml;ngsten Strom-Blackouts und verschiedene Szenarien der Korruption analysiert. Im zweiten Teil &ndash; mit dem Titel <strong>&bdquo;Die regierende Sozialistische Partei sollte eine Neugr&uuml;ndung erw&auml;gen und danach an Neuwahlen teilnehmen&ldquo;<\/strong> &ndash; untersucht der politisch dem linken Fl&uuml;gel des Chavismo zuzuordnende junge Professor die Erfolge und Fehlschl&auml;ge in der Wirtschafts-, Industrie- und Versorgungspolitik von Ch&aacute;vez bis Maduro und &auml;u&szlig;ert sich &uuml;ber die Ausweisung des deutschen Botschafters, die R&uuml;ckkehr Juan Guaid&oacute;s und die kommenden Herausforderungen an den Chavismo.<\/p><p>Das Interview f&uuml;hrte <strong>Frederico F&uuml;llgraf<\/strong>.<\/p><p><strong>Lieber Alejandro Gonz&aacute;lez, zehn Tage lang war der Stromausfall in Venezuela eines der beherrschenden Themen in den internationalen Medien. Es gibt gegenseitige Beschuldigungen, von der Opposition gegen die Maduro-Regierung und umgekehrt. Es ist die Rede von &ldquo;Sabotage&rdquo; &ndash; w&auml;re das eine Verschw&ouml;rungstheorie oder haben wir es bereits mit der fortgeschrittenen Stufe des Cyberkriegs zu tun, in dem ein Land mit ein paar Computer-Tricks seinen Feind in die buchst&auml;bliche Finsternis st&uuml;rzt? Vor einigen Jahren haben Sie den Betriebszustand des elektrischen Systems in Venezuela &uuml;berwacht und festgestellt, dass dessen ordentlicher Betrieb mehrere Milliarden Euro erfordern w&uuml;rde. Wurden diese Investitionen nun von der Regierung Maduro get&auml;tigt oder nicht? Erkl&auml;ren Sie uns doch, was tats&auml;chlich in Venezuela los ist.<\/strong><\/p><p>Elektrotechnik und Stromversorgung in Venezuela sind seit einigen Jahren ein Thema, das nicht nur im Lande selbst, sondern internationale Resonanz fand, doch nie zuvor hatten wir solch einen &ldquo;Black-Out&rdquo; mit Totalausfall der Stromversorgung wie diesen, dem das Land seit dem 7. M&auml;rz ausgesetzt wurde. Man sollte wissen, dass das venezolanische Elektrizit&auml;tssystem derzeit vom amtierenden Minister f&uuml;r elektrische Energie militarisiert wurde, also in verschiedenen Bereichen wie Stromerzeugung, &Uuml;bertragung, Vertrieb und Vermarktung direkt oder indirekt von Milit&auml;rs &uuml;berwacht wird.<\/p><p>Daher ist es sehr schwierig, auf Daten zur&uuml;ckzugreifen, die uns einen gr&uuml;ndlichen Einblick in das System erlauben, weil relevante Informationen, die sich auf das elektrische System beziehen, als &ldquo;vertraulich&ldquo; behandelt werden. Aufgrund meiner Erfahrung kann ich Ihnen jedoch sagen, dass der Kollaps vom 7. M&auml;rz wahrscheinlich zum ersten Mal von au&szlig;en gesteuert wurde. Dies ist wiederum nur deshalb m&ouml;glich, weil, sofern bekannt, das Strom-Generierung- und Versorgungs-System sich zu diesem Zeitpunkt im schlechtesten Wartungszustand seiner j&uuml;ngeren Geschichte befindet. Jeder erkl&auml;rte Feind der Regierung Nicol&aacute;s Maduro k&ouml;nnte also mit minimalem Aufwand einen landesweiten Zusammenbruch der Stromversorgung provozieren.<\/p><p><strong>Wie soll man sich als Au&szlig;enstehender den Wartungszustand vorstellen?<\/strong><\/p><p>Um diesen Ausfall und seine Folgen zu verstehen, schlage ich vor, ein wenig die Struktur des venezolanischen Stromversorgungs-Systems zu beleuchten.<\/p><p>Das Herzst&uuml;ck dieses Systems ist das Wasserkraftwerk &ldquo;Sim&oacute;n Bol&iacute;var&rdquo; am Fluss Caron&iacute;, einem Hauptnebenfluss des Orinoco. Dieses Wasserkraftwerk wurde 1967 von der sozialdemokratischen Regierung Ra&uacute;l Leoni initiiert und 1986 von der sozialdemokratischen Regierung Jaime Lusinchi fertiggestellt. Mit &uuml;ber 10.000 MW (Megawatt) installierter Leistung galt es zum Zeitpunkt seiner Fertigstellung im Jahr 1986 als das gr&ouml;&szlig;te Wasserkraftwerk weltweit, derzeit d&uuml;rfte es das viertgr&ouml;&szlig;te Wasserkraftwerk der Welt sein.<\/p><p>Die venezolanische Stromnachfrage bel&auml;uft sich derzeit auf rund 18.000 MW, womit die Rolle dieser Anlage als Kernst&uuml;ck des nationalen Elektrizit&auml;tssystems deutlich wird. Die &uuml;brigen Anlagen werden thermoelektrisch betrieben und sind &uuml;ber das gesamte Staatsgebiet verteilt. Doch besonders relevant sind die Anlagen des Thermoelektrischen Kombinats General Rafael Urdaneta im entfernten Westen des Bundesstaats Zulia.<\/p><p>Der Fluss Caroni und der Guri-Stausee befinden sich wiederum im Bundesstaat Bolivar im &auml;u&szlig;ersten S&uuml;den Venezuelas, weit entfernt von den gro&szlig;en Ballungszentren Caracas und Maracaibo. Daher bildet eine Fern&uuml;bertragungsleitung von 765 KV (Kilovolt) das Fundament des elektrischen Systems. Sie durchquert einen gro&szlig;en Teil Venezuelas und von ihren Trassen f&uuml;hren Nebenleitungen f&uuml;r die Speisung der umliegenden Gebiete. Die Hauptleitung m&uuml;ndet in Landesmitte, nahe der Hauptstadt. Von dort aus werden mehrere Hochspannungsleitungen nach Caracas und Maracaibo abgeleitet.<\/p><p>Andererseits verf&uuml;gt Venezuela auch &uuml;ber eine beachtliche thermoelektrische Stromleistung, die ebenso &uuml;ber das gesamte Staatsgebiet verteilt ist und deren Ausstattung theoretisch ausreicht, um die Nachfrage &ndash; ganz oder teilweise, je nach dem Bundesstaat, auf den wir uns beziehen &ndash; im Falle einer Panne am Wasserkraftwerk &ldquo;Sim&oacute;n Bol&iacute;var&rdquo; sicherzustellen.<\/p><p>Der j&uuml;ngste Ausfall im &ldquo;Sim&oacute;n-Bol&iacute;var&rdquo;-Wasserkraftwerk best&auml;tigt jedoch geradezu das, was wir seit mehreren Jahren anprangern: Die thermoelektrischen Anlagen befinden sich aufgrund mangelnder Wartung und miserablem Managements in sehr schlechtem Zustand. Verantwortlich daf&uuml;r sind das staatliche Energieversorgungsunternehmen (EVU) Corpoelec und das Ministerium f&uuml;r elektrische Energie als &Uuml;berwachungsorgan der Elektrizit&auml;ts-Dienstleistungsqualit&auml;t Venezuelas.<\/p><p>Das Besorgniserregende ist, dass von 2006 bis 2013 rund 38 Milliarden Dollar in das venezolanische Stromversorgungssystem investiert wurden. Diese Investition konzentrierte sich haupts&auml;chlich auf thermoelektrische Anlagen und dezentrale Stromerzeugung. Turbogasanlagen f&uuml;r offene und kombinierte Schaltkreise wurden vor allem vom deutschen Hersteller Siemens landesweit errichtet. Aufgrund meiner Berufserfahrung kann ich Ihnen sagen, dass heute mehr als 90 Prozent dieser Anlagen au&szlig;er Betrieb sind. Die Ursachen sind vielf&auml;ltig und reichen von Korruption bis zu unzureichenden Kraftstoff-Spezifizierungen.<\/p><p>Die Zentralregierung hat mit der absoluten Kontrolle &uuml;ber alle regionalen &ndash; &ouml;ffentlichen, aber regionalen, nicht bundesweiten &ndash; Elektrizit&auml;tsunternehmen im Jahr 2010 ein einzigartiges Muster von thermoelektrischen Stromerzeugungsanlagen eingef&uuml;hrt, das sich weitgehend auf Siemens-Turbinen konzentriert, die noch nie zuvor verwendet wurden. In einem Land, in dem bislang amerikanische General-Electric-Turbinen dominierten, offenbarten die Siemens-Turbinen geringe Anpassungsf&auml;higkeit an die Wetterbedingungen und den Kraftstoff in Venezuela. Beachtliche 450-MW-Projekte, wie die mit Siemens-Turbinen ausgestattete Termozulia-II- und -III-Anlagen im Bundesstaat Zulia, wurden niemals komplett fertiggestellt, jedoch vorzeitig ins Netz geschaltet, bevor &uuml;berhaupt die optimalen Betriebsbedingungen gegeben waren.<\/p><p>Dies wurde getan, weil die stets vom sogenannten &ldquo;Obersten Elektrischen Befehlskommando&rdquo; militarisierte Zentralverwaltung des Energie-Ministeriums unm&ouml;gliche Anlaufzeiten verlangte oder weil die von der Korruption &ldquo;angenagten&rdquo; Haushalte nicht mehr zur Finanzierung der Sicherheits- und Notsysteme der Maschinen ausreichten. Es fand nie eine &Uuml;bertragung von technologischem oder technischem Wissen an die Betreiber der Maschinen in den venezolanischen Kraftwerken statt, die nur die General-Electric-Modelle kannten; was nicht verwundern sollte, denn ihre Schulung und Ausbildung war mangelhaft und unvollst&auml;ndig.<\/p><p>Im Jahr 2017 ver&ouml;ffentlichte ich einen Artikel in &ldquo;Cuadernos Latinoamericanos&rdquo; &ndash; der wissenschaftlichen Zeitschrift der Universit&auml;t von Zulia (Venezuela) &ndash; in dem ich darauf hinwies, dass der Niedergang des thermoelektrischen Stromerzeugungssystems den Beh&ouml;rden des venezolanischen Ministeriums f&uuml;r elektrische Energie seit 2012 bekannt war. Auf der Grundlage meiner eigenen Recherchen fand ich zum Beispiel heraus, dass das Stromangebot des thermoelektrischen Komplexes von Zulia &ndash; das wichtigste thermoelektrische Anlagensystem in Venezuela &ndash; nach 2012 von 67,7 Prozent auf 46 Prozent abgest&uuml;rzt war, ohne dass das Energieministerium rechtzeitig Korrekturma&szlig;nahmen ergriffen h&auml;tte.<\/p><p>Dieser Zustand spitzte sich aber weiter zu, sodass 2018 die Unverf&uuml;gbarkeit die alarmierende 90-Prozent-Marke erreichte, wie ich es am vergangenen 12. September in einem Forum in Maracaibo bekanntgemacht habe. Das hei&szlig;t, seit dem Tod von Hugo Ch&aacute;vez im Jahr 2013 wurde das elektrische Stromversorgungssystem vollst&auml;ndig im Stich gelassen, was den freien Fall der Anlagen-Verf&uuml;gbarkeit vor den Augen der Elektrizit&auml;tsbeh&ouml;rden einleitete.<\/p><p>Diese Fakten sind den Beh&ouml;rden selbstverst&auml;ndlich bekannt, die nichts gegen diesen Absturz unternommen haben. Der damit erreichte, alarmierende Wartungszustand erkl&auml;rt also, dass eine Panne im Guri-Kraftwerk ausreichte, um den landesweiten Blackout auszul&ouml;sen. Und dies deshalb, weil es keine thermoelektrische Versorgungs-Sicherheit im Land gibt. Damit befinden wir uns in einem &auml;hnlichen, eventuell noch dramatischeren Zustand als 1986.<\/p><p>Da der Einsatz jener &ldquo;neuen&rdquo; Maschinen, die von der Regierung Hugo Ch&aacute;vez installiert wurden, bereits im Fr&uuml;hstadium von Misserfolgen gekennzeichnet war, fiel der milit&auml;rischen F&uuml;hrung des Elektrizit&auml;tssektors nichts anderes ein, als die Arbeiter der thermoelektrischen Kraftwerke f&uuml;r Sabotage verantwortlich zu machen, sodass zwischen 2012 und 2015 das Auftreten der Nachrichtendienste in den Stromwerken zur Alltagserscheinung geh&ouml;rte. Der Druck des bolivarischen Geheimdienstes SEBIN auf die Betriebsleiter &ndash; sehr f&auml;hige und erfahrene Ingenieure &ndash; stieg auf ein unertr&auml;gliches Ma&szlig; an und viele von ihnen begannen mit der politisch motivierten Migration.<\/p><p>Auch wenn die Zentralregierung unsere technischen Berichte stets ignorierte und letztendlich erkl&auml;rte, dass die aufgetretenen Pannen auf interne Sabotage zur&uuml;ckzuf&uuml;hren sei, kann ich Ihnen nach meiner Erfahrung in den Elektrizit&auml;tswerken zu dieser Zeit versichern, keinen Fall beobachtet zu haben, der auf Sabotage der Werksangestellten hindeutete. Dieser Zustand f&uuml;hrte zu zunehmender Verunsicherung der Angestellten, die ihr politisches Einvernehmen mit der Zentralregierung und dem Milit&auml;rkommando des Elektrizit&auml;tsministeriums schrittweise aufgaben. Ich kann Ihnen aus eigener Beobachtung F&auml;lle best&auml;tigen, in denen dem technischen Personal aus thermoelektrischen Anlagen mutma&szlig;liche Sabotageakte unterstellt wurden; Vorw&uuml;rfe, denen jedoch technisch keineswegs stichhaltige, betr&uuml;gerische Berichte des SEBIN zugrunde lagen.<\/p><p>Es gab da zum Beispiel den ber&uuml;hmten Fall in &ldquo;Planta Centro&rdquo;, der gr&ouml;&szlig;ten thermoelektrischen Anlage des Landes, derem Betriebsleiter auch Sabotage vorgeworfen wurde. Und dies, obwohl unser technisches Gutachten die vernachl&auml;ssigte Wartung der Schmiersysteme der Anlage als eindeutigen Grund f&uuml;r die Panne angezeigt hatte. Der vertrauliche Bericht des SEBIN enthielt zahlreiche technische Unstimmigkeiten und verfolgte umgekehrt das Ziel, die Betreiber zu belasten. Dies haben wir damals bei der zust&auml;ndigen Staatsanw&auml;ltin, Dr. Katherine Harrington, zur Sprache gebracht, die aber ungeachtet der irreleitenden Geheimdienst-Berichte die Ermittlungen fortgesetzt hat, deren einzelne Ergebnisse ich nicht kenne, weil ich mich au&szlig;er Landes befinde.<\/p><p>Zusammenfassend darf man also sagen, dass das Stromversorgungssystem Venezuelas leider in j&uuml;ngster Zeit schweren Strapazen ausgesetzt wurde. Zwei Dinge k&ouml;nnen geschehen sein: Erstens: Sabotage ist deshalb nicht auszuschlie&szlig;en, weil Nicol&aacute;s Maduros Gegner wissen, dass sich das System in prek&auml;rem Zustand befindet und es sehr schwierig sein w&uuml;rde, seinen Betrieb in wenigen Stunden wiederherzustellen. Zweitens: Es k&ouml;nnte eine Panne aufgetreten sein, wie es in jedem Wasserkraftwerk oder jeder &Uuml;bertragungsleitung passieren kann.<\/p><p>Das Chaos, das alle Venezolaner erlitten haben, k&ouml;nnte in diesem Fall wegen der vielseitigen Schwachstellen des elektrischen Systems ausgel&ouml;st worden sein. Das zu belegen, wird jedoch sehr schwierig sein, da die Geheimdienste und die &Uuml;berwachung durch das Oberkommando des Milit&auml;rs mit dem Stromversorgungssystem verflochten sind. Als Fazit muss ich allerdings sagen, dass jedes System, auch das venezolanische, diesen Fehler unter normalen Umst&auml;nden in k&uuml;rzester Zeit erlitten h&auml;tte; sei es durch Sabotage oder durch reinen Zufall.<\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190323-Venezuela-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><br>\nBild:  Reynaldo Riobueno\/shutterstock.com<\/p><p><strong>Unglaubliche, problematische Zust&auml;nde, die fortschrittlicher Politik nicht unbedingt zutr&auml;glich sind.<\/strong><\/p><p><strong>Wir leiten &uuml;ber zum Thema Wirtschaftskrise, die in hohem Ma&szlig;e offenbar aus den skandal&ouml;sen US-amerikanischen Sanktionen resultiert. Fangen wir an mit den Fragen des Redakteurs der NachDenkSeiten, Jens Berger, der vor Jahren bereits <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25215\">kritische Anmerkungen<\/a> zu den wirtschaftlichen Problemen Venezuelas geschrieben hat. K&ouml;nnen Sie Misswirtschaft in der Staatsverwaltung und Korruption in der Regierung von Nicol&aacute;s Maduro beobachten? Wenn Ja, wer w&auml;re der Hauptverantwortliche f&uuml;r die Krise: die Sanktionen oder die Maduro-Regierung?<\/strong><\/p><p>Schauen Sie, in Venezuela gab es bereits seit der Regierung Hugo Ch&aacute;vez Anzeichen von Korruption, selbstverst&auml;ndlich auch vor und w&auml;hrend der sozialdemokratischen und christlich-sozialen Regierungen, die sich in Venezuela von 1958 bis 1998 an der Macht abwechselten. Es ist jedoch offensichtlich, dass in den letzten Monaten der Regierung Hugo Ch&aacute;vez, als sich sein Gesundheitszustand verschlechterte, eine Reihe politischer Bewegungen und Verschiebungen in der Machtstruktur ereignete, die das Ausma&szlig; der Korruption in der &ouml;ffentlichen Verwaltung erh&ouml;hte. Unter Nicol&aacute;s Maduro werden in der Zwischenzeit Beamte, die auf Befehl von Hugo Ch&aacute;vez wegen angeblicher Korruption aus der Regierung entlassen worden waren, wieder in die &ouml;ffentliche Verwaltung zur&uuml;ckgeholt.<\/p><p>Dies ist beispielsweise der Fall Jesse Chac&oacute;ns, der von Maduro nach dem Tod von Ch&aacute;vez zum Minister f&uuml;r Energie ernannt wurde. Der Grund f&uuml;r die Entlassung Chac&oacute;ns durch Ch&aacute;vez waren Zweifel an seiner Reputation, weil dessen Bruder Arn&eacute; Chac&oacute;n in obskure Devisengesch&auml;fte mit vorteilhaften Wechselkursen involviert war. Jesse und Arn&eacute; Chac&oacute;n waren jedoch seit dem 1992-er Aufstand stets enge Verb&uuml;ndete von Hugo Ch&aacute;vez und bekleideten verschiedene Posten in seiner sp&auml;teren Regierung.<\/p><p>Arn&eacute; Chac&oacute;n wurde 2001 zum Direktor der staatlichen Banfoandes-Bank ernannt. Ein Jahr sp&auml;ter &uuml;bernahm er die Leitung von KINO, der &ouml;ffentlichen Lotterie in T&aacute;chira, und stieg wenige Monate sp&auml;ter als Investor in private Bankgesch&auml;fte ein. Im Jahr 2009 war Arn&eacute; bereits Inhaber mehrerer privater Banken in Venezuela und erkl&auml;rte, er besitze eine Milliarde Dollar in Bargeld; also gen&uuml;gend, um weitere Banken zu kaufen. Sodann platzte ein beachtlicher Korruptionsskandal in Venezuela, bei dem alles darauf hindeutete, dass Jesse Chac&oacute;n zumindest &uuml;ber die Umtriebe seines Bruders Arn&eacute;, der 2010 inhaftiert wurde, Bescheid wusste und deshalb aus der Regierung Ch&aacute;vez ausscheiden musste.<\/p><p>Seltsamerweise jedoch, als sich Hugo Ch&aacute;vez in der Genesungsphase befand, wurde Arn&eacute; Chac&oacute;n unter strenger Bewachung am 29. Dezember 2012 freigelassen. Monate sp&auml;ter, nach dem Tod von Ch&aacute;vez, wird sein Bruder Jesse von Nicol&aacute;s Maduro wieder in die Regierung geholt und zum neuen Minister f&uuml;r elektrische Energie ernannt. Das war sehr merkw&uuml;rdig, wenn man bedenkt, dass er wegen Zweifeln an seinem Ruf aus Ch&aacute;vez&lsquo; Regierung ausgeschlossen worden war. Diese Ernennung erfolgte bezeichnenderweise 2013, also in dem Jahr, in dem das Debakel &uuml;ber das venezolanische Elektrosystem erstmals &ouml;ffentlich gemacht wird.<\/p><p>Ein weiterer, merkw&uuml;rdiger Fall ist der des jetzigen Vorsitzenden des Obersten Gerichtshofs, Maikel Moreno. Moreno bet&auml;tigte sich 2003 als Verteidiger von angeklagten Mitgliedern der Regierungspartei. Seitdem und dank seiner engen Freundschaft mit Cilia Flores, der Ehefrau Nicol&aacute;s Maduros &ndash; einer vormaligen Generalstaatsanw&auml;ltin (2015) und Pr&auml;sidentin der Nationalversammlung (2006-2011) von Venezuela &ndash; machte Maikel Moreno Karriere als Richter in Caracas.<\/p><p>Wegen &bdquo;schwerwiegender und unentschuldbarer Vergehen&rdquo; wurde Moreno jedoch 2007 von seinem Richteramt enthoben. Ihm wurde vorgeworfen, die Freilassung von zwei ohne stichhaltige Beweise wegen Drogenkonsum angeklagten Personen rechtswidrig beg&uuml;nstigt zu haben. Au&szlig;erdem soll er in ein Netzwerk zur Erpressung der Gerichte involviert gewesen sein. Kurzum, Herrn Morenos Ehre war zumindest von zweifelhafter Natur. Trotzdem wird er 2015 von Nicol&aacute;s Maduro zum Pr&auml;sidenten des Obersten Gerichtshofs (TSJ) nominiert. Die Nominierung wird von der Nationalversammlung gebilligt, die damals von der regierenden Sozialistischen Partei (PSUV) als Mehrheit dominiert wurde.<\/p><p>Die Kontrolle des TSJ durch Moreno war ausschlaggebend f&uuml;r die Behinderung von Gerichtsverfahren bei Korruptionsanklagen gegen Beamte der derzeitigen Regierung. &Uuml;ber diesen Fall hat sich Gabriela Ram&iacute;rez &ndash; ehemalige &ouml;ffentliche Pflichtverteidigerin w&auml;hrend der sp&auml;ten Regierungszeit von Hugo Ch&aacute;vez &ndash; ausgesprochen. Wegen der erw&auml;hnten Hintergr&uuml;nde bezeichnete sie die Ernennung Morenos als unverst&auml;ndlich und illegal. Auch die venezolanisch-amerikanische Journalistin (Anm. F. F.: und Russia-Today-Kommentatorin) Eva Gollinger hat ausf&uuml;hrlich dar&uuml;ber berichtet.<\/p><p>Ich k&ouml;nnte jedoch auch den Fall Carlos Erick Malpica Flores &ndash; Schatzmeister des Bundes und von Petr&oacute;leos de Venezuela (PDVSA) &ndash; nennen, der 2013, wenige Wochen nach dem Tod von Hugo Ch&aacute;vez, von Nicol&aacute;s Maduro f&uuml;r diese Posten ernannt wurde. Dieser Mann ist ein Neffe von Frau Cilia Flores. Nach seiner Amts&uuml;bernahme im Jahr 2013 meldete er in Panama 16 verschiedene Firmen auf Namen von Familienangeh&ouml;rigen an. Als Maduro als Ch&aacute;vez&lsquo; Au&szlig;enminister amtierte, war Malpica Flores bereits zehn Jahre auf verschiedenen administrativen und finanzpolitischen Posten f&uuml;r seine Tante Cilia und seinen Onkel Nicol&aacute;s t&auml;tig gewesen.<\/p><p>Diese drei F&auml;lle sind jedoch nur Einzelbeispiele f&uuml;r einen umfassenden Kontext, der viele Menschen &uuml;berraschen k&ouml;nnte, die keinen genauen Einblick in die venezolanischen Hintergr&uuml;nde haben.<\/p><p>In den letzten Regierungs-Monaten von Hugo Ch&aacute;vez brach unter einer Vielzahl hoher Regierungsbeamter die Panik aus. Sie bef&uuml;rchteten, dass Maduro die Wahlen gegen Henrique Capriles im Jahr 2013 verlieren k&ouml;nnte, f&uuml;hlten sich also im Voraus bereits von m&ouml;glichen Entlassungen bedroht und erwogen die Flucht ins Ausland. Massive Pl&uuml;nderungen der &ouml;ffentlichen Kassen fanden statt und n&ouml;tigten die damalige Pr&auml;sidentin der Zentralbank Venezuelas, Edmee Betancourt, zur &ouml;ffentlichen Erkl&auml;rung, dass im Jahr 2012 Fremdw&auml;hrungszuweisungen zu Vorzugskonditionen in der Gr&ouml;&szlig;enordnung von 59 Milliarden Dollar verfolgt wurden.<\/p><p>Davon wurden mindestens 20 Milliarden Dollar in bar und in Aktenkoffern an Phantomunternehmen angeliefert. Neben zahlreichen anderen illegalen Praktiken handelt es sich bei diesem Korruptionsmechanismus um die Nutzung von Vorzugs-Wechselkursen f&uuml;r den Erwerb von Fremdw&auml;hrungen zu privaten Zwecken und den anschlie&szlig;enden Wiederverkauf, zumeist von US-Dollar, auf Schwarzm&auml;rkten.<\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190323-Venezuela-02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><br>\nBild:  luis arismendi\/shutterstock.com<\/p><p>Das hei&szlig;t, in den letzten Monaten im Leben von Hugo Ch&aacute;vez und seiner Administration fand eine offensichtliche Machtverschiebung in der Regierungsstruktur statt. Die Panik brach deshalb aus, weil einzelne hohe Funktion&auml;re sich schwerer Korruption schuldig gemacht hatten. Die bis dahin regierende politische Gruppe wird durch eine andere, viel pragmatischere, allerdings auch ehrlose Gruppe ersetzt. Traditionelle Mitglieder des Parteivorstands der PSUV werden aus der Partei ausgeschlossen, weil sie sich &uuml;ber die zunehmende Korruption beschwert haben; so zum Beispiel der ehemalige Bildungsminister Hector Navarro D&iacute;az und die ehemalige Umweltministerin Ana Elisa Osorio. Edmee Betancourt, damalige Pr&auml;sidentin der Zentralbank, wird ebenfalls wenige Tage nach ihrer Klage &uuml;ber jene 20 Milliarden Dollar entlassen.<\/p><p>Die Wirtschaftssanktionen beginnen im Jahr 2015 und sind zun&auml;chst nichts, was die Realwirtschaft von Venezuela negativ beeinflusst. Das setzte erst sp&auml;ter ein. Zun&auml;chst wurden die Sanktionen gegen Beamte verh&auml;ngt, wie zum Beispiel Frau Katherine Harrington, die ich bei der Verfolgung von Elektrofachkr&auml;ften erw&auml;hnt habe.<\/p><p>Ich denke, der gr&ouml;&szlig;te Schaden wurde durch die Korruption einer &auml;u&szlig;erst zynischen und pragmatischen politischen Gruppe verursacht, die mit der Regierung von Hugo Ch&aacute;vez im Streben nach absoluter Macht zusammengewachsen war und mit Nicol&aacute;s Maduro mehr Macht erlangt hat. <\/p><p>Andererseits beschr&auml;nkt sich der von der Verfassunggebenden Versammlung best&auml;tigte neue Generalstaatsanwalt Venezuelas &ndash; der vollst&auml;ndig von der neuen, also von Nicol&aacute;s Maduro und Diosdado Cabello kontrollierten PSUV-F&uuml;hrung kontrolliert wird &ndash; auf die ausschlie&szlig;liche Verfolgung von Korruptions-Angeklagten aus der Regierungszeit von Hugo Ch&aacute;vez, also einer bestimmten politischen Fraktion der PSUV, die beim Einzug Nicol&aacute;s Maduros in das Pr&auml;sidentenamt von der Macht defenestriert wurde. Dazu geh&ouml;rt Ch&aacute;vez&lsquo; ehemaliger Energie-Minister und ehemaliger CEO von PDVSA, Rafael Ramirez Carre&ntilde;o.<\/p><p>Heute wird PDVSA von einem Milit&auml;r, n&auml;mlich General Manuel Quevedo, geleitet. Andererseits wissen nur wenige Menschen, dass die Regierung Nicol&aacute;s Maduro parallel zum PDVSA-Konzern eine staatliche &Ouml;lgesellschaft unter Kontrolle und zum ausschlie&szlig;lichen Nutzen der Milit&auml;rs gegr&uuml;ndet hat. Etwas, dass wir in der venezolanischen Geschichte bisher nicht kannten und was aus meiner Sicht ernsthafte moralische Folgen haben wird.<\/p><p><strong>Meinen Sie die &ldquo;Compa&ntilde;&iacute;a An&oacute;nima Militar de Industrias Mineras, Petrol&iacute;feras Y de Gas&rdquo; &ndash; Milit&auml;rische Aktiengesellschaft der Bergbau-, Erd&ouml;l- und Gas-Unternehmen (CAMIMPEG)?<\/strong><\/p><p>Genau die meine ich.<\/p><p>Zusammenfassend sind die Korruption in der &ouml;ffentlichen Verwaltung, die Unterschlagungen aus &ouml;ffentlichen Guthaben mit betr&uuml;gerischen Devisengesch&auml;ften und das politische Sektierertum der Gruppe, die sich mit Nicol&aacute;s Maduro die Macht teilt, aus meiner Sicht die Hauptursachen f&uuml;r den volkswirtschaftlichen Ruin im Lande. Diese Gruppe hat einen wichtigen Sektor des Chavismo von der Macht ausgeschlossen und st&uuml;tzt sich heute haupts&auml;chlich auf milit&auml;rische, und nicht auf zivile, beziehungsweise aufs Wichtigste, n&auml;mlich auf <em>politische Loyalit&auml;ten<\/em>.<\/p><p>Ich habe keinen Zweifel, dass die Korruption im Verwaltungsbereich w&auml;hrend der Regierung von Nicol&aacute;s Maduro exponentiell angestiegen ist und leider als Hauptursache der nationalen Wirtschaftskrise beim Namen genannt werden muss.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] Dr. <strong>Alejandro L&oacute;pez Gonz&aacute;lez<\/strong> arbeitete 12 Jahre lang in der venezolanischen Energiewirtschaft, zu Beginn bei Petr&oacute;leos de Venezuela (PDVSA) in S&uuml;dafrika und danach im Ministerium f&uuml;r elektrische Energie.<\/p><p>Erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit standen im Mittelpunkt von Gonz&aacute;lez&lsquo; Interesse, der im Rahmen des vom damaligen Pr&auml;sidenten Hugo Ch&aacute;vez gef&ouml;rderten Programms &ldquo;Mission Science&rdquo; als Stipendiat des venezolanischen Ministeriums f&uuml;r Wissenschaft und Technologie nach Spanien &uuml;bersiedelte, wo er von 2008 bis 2011 ein Aufbaustudium &uuml;ber F&ouml;rderung und Entwicklung Erneuerbarer Energien in Venezuela fortsetzte.<\/p><p>Danach kehrte er in sein Heimatland zur&uuml;ck und war im Ministerium f&uuml;r elektrische Energie f&uuml;r die technische &Uuml;berwachung von Energieprojekten auf nationaler Ebene zust&auml;ndig, die ihn in den venezolanischen Westen (Zulia, Falc&oacute;n, Lara und Trujillo) &ndash; die produktivste Gegend der einheimischen Erd&ouml;lindustrie, mit dem gr&ouml;&szlig;ten Bev&ouml;lkerungsanteil Venezuelas &ndash; f&uuml;hrten.<\/p><p>Aufgrund un&uuml;berbr&uuml;ckbarer Differenzen verlie&szlig; er 2016 das Ministerium und zog zum zweiten Mal nach Spanien; diesmal als Doktorand nach Barcelona. Derzeit als au&szlig;erordentlicher Professor an der Polytechnischen Universit&auml;t von Katalonien (UPC) in den Fachbereichen Elektrotechnik und Luftfahrttechnik angestellt, bet&auml;tigt sich Gonz&aacute;lez jedoch auch als kompetenter Autor nicht nur von Fachzeitschriften wie Energy, Energy Policy und Renewable and Sustainable Energy Reviews, sondern seit &uuml;ber 10 Jahren auch als Autor politischer Analysen und Streitschriften in den weltweit bekannten, linken Internet-Publikationen <a href=\"http:\/\/www.rebelion.org\/mostrar.php?tipo=5&amp;id=Alejandro%20L%F3pez%20Gonz%E1lez&amp;inicio=0#_blank\">Rebeli&oacute;n<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.aporrea.org\/autores\/alejandro.lopez.gonzalez\">Aporrea<\/a> und neuerdings in <a href=\"https:\/\/soberaniavenezuela.org\/author\/aelopezgonzalez\/#_blank\">seinem eigenen Blog<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem gescheiterten &ldquo;humanit&auml;re-Hilfe&rdquo;-Man&ouml;ver der USA, ihrer ebenso fehlgeschlagenen Wette auf eine Spaltung der venezolanischen Streitkr&auml;fte und einem einw&ouml;chigen, katastrophalen <em>Blackout<\/em> mit landesweitem Stromausfall w&uuml;nschten sich Millionen gelittene Venezolaner, dass ihr Land zur Normalit&auml;t zur&uuml;ckkehrt &ndash; ein Zustand, dessen Schreibweise bereits in der Einleitung zu <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50175\">einem der j&uuml;ngsten Venezuela-Artikel<\/a> auf den NachDenkSeiten in Anf&uuml;hrungszeichen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50388\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[162,209,20,127],"tags":[1795,2012,1754,901,930,2071,259,1556,1333,1019],"class_list":["post-50388","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-energiepolitik","category-interviews","category-landerberichte","category-lobbyismus-und-politische-korruption","tag-chavez-hugo","tag-cyberkriminalitaet","tag-energieversorgung","tag-geheimdienste","tag-justiz","tag-maduro-nicolas","tag-russland","tag-usa","tag-venezuela","tag-wirtschaftssanktionen"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/50388","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=50388"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/50388\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":82531,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/50388\/revisions\/82531"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=50388"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=50388"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=50388"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}