{"id":50435,"date":"2019-03-26T10:30:54","date_gmt":"2019-03-26T09:30:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50435"},"modified":"2019-04-15T12:49:48","modified_gmt":"2019-04-15T10:49:48","slug":"der-kosovo-krieg-markiert-eine-gravierende-zaesur-am-24-maerz-waren-es-20-jahre-unsere-hauptmedien-schwiegen-oder-irritierten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50435","title":{"rendered":"Der Kosovo-Krieg markiert eine gravierende Z\u00e4sur. Am 24. M\u00e4rz waren es 20 Jahre. Unsere Hauptmedien schwiegen oder irritierten."},"content":{"rendered":"<p>Tagesschau und Tagesthemen verga&szlig;en das Thema. Auch ansonsten war das Medienecho ausgesprochen mager oder einseitig. Diese Sprachlosigkeit wird der Bedeutung dieses Krieges nicht gerecht: das war der erste milit&auml;rische Einsatz der Bundeswehr out of area; der Einsatz wurde ohne Mandat der UNO gef&uuml;hrt &ndash; <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ydLINQBOF1U\">wie der damalige Bundeskanzler Schr&ouml;der selbst sagt<\/a>: v&ouml;lkerrechtswidrig. Es war der Einstieg f&uuml;r weitere Milit&auml;reins&auml;tze des Westens und auch der Bundeswehr, f&uuml;r einen Bedeutungsgewinn der NATO und eine Schw&auml;chung der UNO. Nach zwei Beitr&auml;gen im Vorfeld des Jahrestages &ndash; hier <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50118\">NATO-Bomben auf Belgrad. Wer vor 20 Jahren wissen wollte, konnte wissen, was gespielt wird.<\/a> und hier <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50139\">Kosovo 1999: Der Krieg wurde durch Propaganda m&ouml;glich gemacht<\/a> &ndash; bringen die NachDenkSeiten heute einen Beitrag von <strong>Winfried Wolf<\/strong>. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nEs ist ein pers&ouml;nlicher Erlebnisbericht, verbunden mit diesen Einblicken in die irritierende Behandlung dieses Krieges.<\/p><p><strong>Tabubruch Kosovo-Krieg<\/strong><\/p><p>20 Jahre danach ein Besuch in Belgrad und ein R&uuml;ckblick auf die Debatten im Deutschen Bundestag 1998\/99. Von Winfried Wolf<\/p><p>Als Milomir Mari&#263;, Direktor des serbischen TV-Senders <em>&bdquo;<\/em>Happy&ldquo;, mich am 9. M&auml;rz zum Auftakt eines Gespr&auml;chs vor laufender Kamera fragt: &bdquo;Wie kam es, dass Sie zum Freund der Serben wurden?&ldquo;, antworte ich irritiert-vage mit &bdquo;Es ging mir in erster Linie um die Wahrheit, nicht prim&auml;r um Serbien.&ldquo; In Belgrad, vor dem Hintergrund, dass Deutschland in den letzten 105 Jahren zwei Mal (1914 bis 1918 und 1999) an einem Angriffskrieg auf Serbien beteiligt war und ein drittes Mal (1941-1945) einen solchen f&uuml;hrte, hat die Frage ihre Berechtigung. Selbst die Kenntnisse &uuml;ber den Ersten Weltkrieg, in dem mehr als ein Viertel der serbischen Bev&ouml;lkerung das Leben verlor, sind in Serbien bis heute weit verbreitet. Der kleine Verlag Prometei in Novi Sad, in dem das Buch von Klaus Gietinger und mir &bdquo;Der Seelentr&ouml;ster. Wie Christopher Clark die Deutschen von der Schuld am Ersten Weltkrieg erl&ouml;st&ldquo; in serbischer Sprache erschien, hat in den Jahren 2014 bis 2018 insgesamt 65 (in Worten: f&uuml;nfundsechzig) B&uuml;cher zu dem &bdquo;Gro&szlig;en Krieg&ldquo;, wie der Erste Weltkrieg in Serbien genannt wird, publiziert.[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] An den &Uuml;berfall der Wehrmacht auf Belgrad &ndash; Hitler hatte mit der &bdquo;Weisung Nr. 25&ldquo; befohlen, Belgrad &bdquo;durch fortgesetzte Tag- und Nachtangriffe &hellip; zu zerst&ouml;ren&ldquo; &ndash; erinnert der &Uuml;bersetzer unseres Buchs und mein Begleiter w&auml;hrend der Tage in Belgrad, Milos Kazimirovic, mit dem Verweis, dass seine Gro&szlig;mutter im April 1941 Opfer der Brandbomben wurde und &bdquo;bei lebendigem Leib verbrannte&ldquo;.<\/p><p>Der dritte Krieg schlie&szlig;lich, dessen Beginn sich in diesen Tagen zum zwanzigsten Mal j&auml;hrt, ist f&uuml;r eine gro&szlig;e Mehrheit der serbischen Bev&ouml;lkerung schmerzhaft pr&auml;sent. Man wird an ihn erinnert in fast allen Gespr&auml;chen mit Serbinnen und Serben und bei vielen Fahrten und Wegen durch Novi Sad und Belgrad &ndash; beispielsweise in Serbiens Hauptstadt beim Blick in die aufgerissene Haush&auml;lfte des Geb&auml;udes von Radio Televizija Srbije (RTS), das durch einen Nato-Bombenangriff, der auch 16 Menschen das Leben kostete, zerst&ouml;rt wurde. <\/p><p><em>Blinder Fleck bei Wikipedia <\/em><\/p><p>Der Nato-Krieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien bzw. gegen &bdquo;Restjugoslawien&ldquo;, das zu diesem Zeitpunkt noch aus Serbien, Kosovo und Montenegro bestand, begann &ndash; so war gl&uuml;cklicherweise in den letzten Tagen noch in den Medien zu lesen &ndash; vor exakt zwanzig Jahren, am 24. M&auml;rz 1999.<\/p><p>Das sieht das Internet-Welt-Lexikon anders. Bei Wikipedia in der deutschen Fassung hei&szlig;t es, der Krieg habe am &bdquo;28. Februar 1998&ldquo; begonnen. Die englische Wikipedia-Fassung bevorzugt eine vage Formulierung f&uuml;r den Kriegsbeginn und definiert diesen auf &bdquo;late February 1998&ldquo;. In der franz&ouml;sischen Ausgabe von Wikipedia wiederum wird einerseits auch ein pr&auml;ziser Tag als Kriegsbeginn genannt, allerdings ein ganz anderer, n&auml;mlich &bdquo;<a href=\"https:\/\/fr.wikipedia.org\/wiki\/6_mars\">6 mars<\/a> <a href=\"https:\/\/fr.wikipedia.org\/wiki\/1998\">1998<\/a>.&ldquo;[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]<\/p><p>In allen drei Wikipedia-Fassungen wird also von einem Krieg, von dem es gemeinhin hei&szlig;t, er habe am 24. M&auml;rz 1999 begonnen und dann 78 Tage und bis zum 10. Juni 1999 gedauert, davon ausgegangen, dieser habe sich &uuml;ber mehr als 15 Monate hinweg gezogen. Und w&auml;hrend in der deutschen Wikipedia-Fassung in diesem Krieg als &bdquo;Konfliktparteien (!) die Befreiungsarmee des Kosovo (UCK), die jugoslawische Armee und serbische Ordnungskr&auml;fte sowie Nato-Streitkr&auml;fte unter F&uuml;hrung der USA&ldquo; aufgef&uuml;hrt werden, ist die Darstellung in der englischen Ausgabe von Wikipedia nochmals verzerrter. Danach wurde der Krieg zwischen der jugoslawischen Armee und der UCK ausgefochten, wobei letztere &bdquo;Luftunterst&uuml;tzung durch die NATO und Unterst&uuml;tzung am Boden durch die Armee Albaniens erhalten&ldquo; h&auml;tten.[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] Die NATO, die als entscheidende Kriegspartei zu sehen ist, wird hier in einer Nebenrolle gesehen &ndash; auf der gleichen Ebene wie die Armee Albaniens, die in den meisten Berichten &uuml;ber den Kosovo-Krieg erst gar nicht auftaucht.<\/p><p>Wie absurd diese Darstellung ist, zeigt bereits die Tatsache, dass es &ndash; hier in der deutschen Fassung von Wikipedia &ndash; hei&szlig;t: &bdquo;Anlass [f&uuml;r den Krieg; M.K.] war die Nichtunterzeichnung des Vertrags von Rambouillet durch den serbischen Pr&auml;sidenten Slobodan Milosovic.&ldquo; In einer tabellarischen Randnotiz in derselben Wikipedia-Ausgabe wird sogar explizit als &bdquo;casus belli&ldquo;, also als Kriegsgrund, genannt: die &bdquo;Nichtunterzeichnung des Vertrags von Rambouillet durch die BR Jugoslawien&ldquo;. Da nun die Verhandlungen &uuml;ber einen Vertrag zwischen Belgrad und der UCK in Rambouillet &ndash; einem Schloss in der N&auml;he von Paris &ndash; erst am 6. Februar 1999 <em>begannen<\/em> und da in allen Wikipedia-Fassungen zum Kosovo-Krieg das Nichtzustandekommen dieses Vertrags als &bdquo;Anlass&ldquo; f&uuml;r den Krieg angef&uuml;hrt wird, ist ein Kriegsbeginn ein knappes Jahr fr&uuml;her schlechterdings unm&ouml;glich. Wobei es nun durchaus vorstellbar ist, dass die Verantwortlichen f&uuml;r das hoch volatile Wikipedia-Lexikon in Zukunft neue Anpassungen vornehmen werden, sodass derlei krasse Ungereimtheiten nivelliert werden.<\/p><p>Die weitreichenden Geschichtsf&auml;lschungen bei Wikipedia seien hier ausf&uuml;hrlich dargestellt, weil im Kosovo-Krieg die medialen Manipulationen &ndash; den Begriff &bdquo;fake news&ldquo; gab es noch nicht und US-Pr&auml;sident Bill Clinton, der eigentliche Kriegsherr, hatte ein deutlich positiveres Image als der aktuelle Hauptmieter im Wei&szlig;en Haus zu Washington &ndash; auf ausgesprochen hohem Niveau stattfanden. Und weil sie symptomatisch daf&uuml;r sind, wie mit diesem Krieg auch insofern Geschichte geschrieben wurde, als bereits die Grundlagen einer seri&ouml;sen Geschichtsschreibung (wie Kriegsbeginn, Kriegsdauer und exakte Nennung der Kriegsgegner) entsorgt werden.<\/p><p><strong>Kosovo-Krieg und &bdquo;new world order&rdquo;<\/strong><\/p><p>Der Kosovo-Krieg gewinnt seine Bedeutung vor dem Hintergrund des Zusammenbruchs der Sowjetunion 1990\/91 und der neuen Rolle, die seither die USA spielen. Als damals noch gr&ouml;&szlig;te Wirtschaftsmacht und als damals (und heute) mit Abstand st&auml;rkste Milit&auml;rmacht formulierte US-Pr&auml;sident George Bush senior 1990 den Satz: &bdquo;We create a new world order&ldquo;. Mit diesem Slogan zur Schaffung einer &bdquo;neuen Weltordnung&ldquo; unter US-Vorherrschaft startete er den Golfkrieg 1990. Sein Nachfolger im Amt, US-Pr&auml;sident William (&bdquo;Bill&ldquo;) Clinton, setzte diese Politik nahtlos fort. Bush (senior) und Clinton war dabei gemein, dass man nunmehr weder R&uuml;cksicht nehmen m&uuml;sse auf die Sowjetunion respektive Russland noch auf die UNO. W&auml;hrend der Republikaner Bush sich beim Golfkrieg 1990 noch um eine UN-Resolution, die diesen Krieg teilweise abdeckte, bem&uuml;ht hatte, war dies f&uuml;r den Demokraten Bill Clinton 1999 erst gar kein Thema. Der Kosovo-Krieg wurde nicht nur ohne UN-Mandat gef&uuml;hrt; es wurde erst gar nicht ein Versuch unternommen, ein solches UN-Mandat beizuholen. Legal, illegal, kollateral &ndash; der Kosovo-Krieg wurde von vornherein und bewusst bei Verletzung geltender Normen gef&uuml;hrt. Der &ouml;sterreichische Historiker Hannes Hofbauer schrieb: &bdquo;Der nicht erkl&auml;rte Krieg gegen Jugoslawien war eine jeder Rechtsgrundlage entbehrende Aggression. Gebrochen wurden das V&ouml;lkerrecht, die UN-Charta, die NATO-Statuten und vielerlei nationale Verfassungen, insbesondere auch das deutsche Grundgesetz.&ldquo;[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]<\/p><p>Es ging bei diesem Krieg nicht, wie auch heute im R&uuml;ckblick oft behauptet, um eine &bdquo;Weiterentwicklung des V&ouml;lkerrechts&ldquo;. Nein, es ging darum, das V&ouml;lkerrecht zu entsorgen, auf sp&auml;tere Kriege vorzubereiten und das pure &bdquo;Recht&ldquo; des St&auml;rkeren zu proklamieren und zu praktizieren. Das wurde kaum irgendwo deutlicher als bei den sogenannten Verhandlungen in Rambouillet. Diese Verhandlungen fanden zu einem Zeitpunkt statt, als sich die Lage im Kosovo erheblich beruhigt hatte und als hunderttausende Fl&uuml;chtlinge in ihre ehemaligen Siedlungsgebiete zur&uuml;ckgekehrt waren. Rund 1400 Beobachter der OSZE waren in der Provinz Kosovo stationiert worden; 15.000 Mann der serbischen Sonderpolizei hatten sich im Oktober 1998 aus dem Kosovo zur&uuml;ckgezogen. Die OSZE bzw. der Westen lie&szlig;en damit jedoch zu, dass die UCK &ndash; sie wurde bis Mitte 1998 selbst vom US-Geheimdienst korrekt als &bdquo;Terrororganisation&ldquo; bezeichnet &ndash; in breitem Umfang faktisch die Macht im Kosovo &uuml;bernahm &ndash; und zwar mit milit&auml;rischen Mitteln. Das las sich in der Tageszeitung <em>Die Welt<\/em> vom 22. Januar 1999 wie folgt: &bdquo;Die Rebellen sind fast &uuml;berall dorthin zur&uuml;ckgekehrt, wo sie im Sommer [1998] waren. [&hellip;] Ferner haben sie neue Waffen herangeschafft, moderne Panzersch&uuml;tzengewehre, deren Kugeln zur Not auch mittlere Panzerungen durchschlagen k&ouml;nnen.&ldquo;<\/p><p>In dieser Situation kam es am 16. Januar 1999 in dem D&ouml;rfchen Ra&#269;ak, mitten im Kosovo, zu dem, was als &bdquo;Massaker&ldquo;, begangen durch serbische Einheiten, ausgegeben wurde. Darauf wird noch einzugehen sein. Im Gefolge dieses sogenannten Massakers wurden im franz&ouml;sischen Rambouillet &bdquo;Friedensverhandlungen&ldquo; gef&uuml;hrt. Die Details zu Rambouillet &ndash; wer hier welche F&auml;den spann; wie die UCK-Verhandler ausgetauscht wurden, wie der lange Zeit per internationalem Haftbefehl gesuchte Hashim Tha&ccedil;i, der von Belgrad beschuldigt wurde, konkrete Polizistenmorde begangen zu haben, an die Spitze der UCK-Delegation gestellt wurde &ndash; seien hier ausgeklammert. Festzuhalten ist hier nur, was der Westen der serbischen Seite in ultimativer Form zur Unterschrift vorlegte. Belgrad sollte akzeptieren, dass die Provinz Kosovo einen &bdquo;Internationalen Verwalter&ldquo; erh&auml;lt, dass dort 28.000 Mann Nato-Soldaten stationiert werden, dass in drei Jahren ein Referendum in Kosovo &uuml;ber eine m&ouml;gliche Lostrennung von Serbien stattfinden sollte, dass die UCK faktisch als Polizeigewalt im Kosovo agieren w&uuml;rde &hellip; und dann vor allem, dass sich &bdquo;NATO-Personal [&hellip;] innerhalb der gesamten Bundesrepublik [Jugoslawien] einschlie&szlig;lich ihres Luftraums und ihrer Territorialgew&auml;sser frei und ungehindert bewegen k&ouml;nnen&ldquo; m&uuml;sse. Damit w&auml;re ganz Serbien und Montenegro zu einem Aufmarschgebiet der NATO geworden.<\/p><p>Es war klar, dass die serbische Seite das nicht unterschreiben konnte. Und dies war auch das Ziel. Es sollte keine serbische Unterschrift, es sollte Krieg geben. <\/p><p><strong>Die Art der Bombardierung<\/strong><\/p><p>Es folgte an 78 Tagen ein intensives Bombardement durch NATO-Flugzeuge. Beteiligt waren 1000 Kampfflugzeuge der Luftstreitkr&auml;fte unter anderem der USA, Gro&szlig;britanniens, Deutschlands, Italiens, Spaniens und der T&uuml;rkei. Es gab 35.000 Lufteins&auml;tze. 6500 Zivilisten und 500 jugoslawische Soldaten fanden den Tod. 200 Fabriken wurden dem Erdboden gleichgemacht. Raffinerien wurden in Brand geschossen. 33 Br&uuml;cken, ein gro&szlig;er Teil des Stra&szlig;ennetzes und der Infrastruktur der Eisenbahn wurden zerst&ouml;rt. Hunderte D&ouml;rfer wurden in Brand gesteckt. In fast allen St&auml;dten Jugoslawiens wurden Regierungsgeb&auml;ude, Rath&auml;user, Kirchen, Kl&ouml;ster, Krankenh&auml;user, Schulen, Universit&auml;ten, Kinderg&auml;rten, Sportanlagen, Museen, Gedenkst&auml;tten, ja sogar Friedh&ouml;fe bombardiert und oft in Schutt und Asche gelegt.[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>] Der NATO gingen buchst&auml;blich die Ziele aus bzw. sie mussten mehrmals neu definiert und damit immer mehr rein zivile Ziele ins Visier der Bomber genommen werden. Dabei legte die NATO Wert auf die Feststellung, jedem einzelnen Angriffsziel &bdquo;politisch zugestimmt&ldquo; zu haben. <\/p><p>Einige der im Krieg eingesetzten Waffen d&uuml;rften &uuml;berhaupt erstmals oder erstmals in gro&szlig;em Umfang eingesetzt worden sein. Der Krieg als <em>showroom<\/em>, als Gro&szlig;versuch. Das gilt auch f&uuml;r den Einsatz von <em>Graphit-Bomben<\/em>. Es handelt sich um Bomben, die Graphit-F&auml;den ausstreuen und damit zu Kurzschl&uuml;ssen im Hochspannungsnetz und in Umspannstationen usw. f&uuml;hren. Mit dem Einsatz dieser Bomben konnte die Elektrizit&auml;tsversorgung ganzer Gebiete oder von Wohnvierteln f&uuml;r l&auml;ngere Zeit ausgeschaltet werden. Dar&uuml;ber wurde auch in Deutschland berichtet. So konnte man am 23. Mai in der <em>S&uuml;ddeutschen Zeitung<\/em> lesen: &bdquo;Kein Licht, kein Wasser, keine Stra&szlig;enbahn [&hellip;] Luftangriffe der NATO auf die Stromversorgungssysteme Serbiens haben zu Beginn des dritten Monats der Bombardierung Jugoslawiens die St&auml;dte Belgrad, Novi Sad und Nis und einen gro&szlig;en Teil des Landes in Katastrophenstimmung versetzt.&ldquo; Ohne Zweifel handelte es sich hier um Ma&szlig;nahmen, die v&ouml;lkerrechtswidrig gezielt gegen die Zivilbev&ouml;lkerung gerichtet waren. Die fatalen Folgen beispielsweise in Krankenh&auml;usern sind naheliegend.<\/p><p>Das Vorgehen der NATO im Jugoslawien-Krieg 1999 war einerseits beispiellos und andererseits <em>beispielgebend<\/em>. Sieben Jahre sp&auml;ter diente die NATO-Aggression der Regierung in Tel Aviv als Muster f&uuml;r das Vorgehen im Libanon-Krieg, der am 12. Juni 2006 begann. Der israelische Premierminister Ehud Olmert rechtfertigte die katastrophalen Auswirkungen der israelischen Luftangriffe auf den Libanon mit den folgenden Worten: &bdquo;Die europ&auml;ischen L&auml;nder haben den Kosovo angegriffen und dabei 10.000 Zivilisten umgebracht. [&hellip;] Ich sage ja nicht, dass es falsch war, im Kosovo zu intervenieren. Aber bitte: Erz&auml;hlt uns nicht, wie man mit Zivilisten umgeht.&ldquo;[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]<\/p><p><strong>Uranmunition &ndash; die Aktualit&auml;t der Kriegsfolgen<\/strong><\/p><p>Besonders fatal war und ist der Einsatz von Uran-Munition. Die NATO hatte nach dem Krieg eingestanden, 30.000 Geschosse mit abgereichertem Uran (depleted Uranium, DU) abgefeuert zu haben. Belgrad nannte 50.000 Geschosse. Das entspricht zwischen 10 und 15 Tonnen Uran. 2018 lebte die Debatte &uuml;ber die Folgen des Einsatzes der uranhaltigen Munition neu auf. Die serbische Tageszeitung <em>Politika<\/em> berichtete am 8. November 2018 (und zuvor bereits am 23. M&auml;rz 2012) &uuml;ber das Thema. In Gebieten, in denen nachweislich solche DU-Geschosse eingesetzt wurden, war in den letzten Jahren eine massiv erh&ouml;hte Rate an Krebserkrankungen festgestellt worden.[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>] Der US-Boschafter in Belgrad, Kyle Scott, l&ouml;ste mit seiner Behauptung, der Anstieg der Krebsf&auml;lle in Serbien habe nichts mit den Uran-Geschossen zu tun und sei vielmehr eine Folge &bdquo;des ungesunden Lebensstils vieler Serben und der r&uuml;ckst&auml;ndigen medizinischen Versorgung im Land&ldquo; Emp&ouml;rung aus. <\/p><p>Uran-Munition war von der NATO bereits 1995 in Bosnien (und hier in der Gegend von Pale) eingesetzt worden. Vor allem aber wurden solche Geschosse im gro&szlig;en Umfang im Irak-Krieg 1990 verschossen &ndash; also just zum Auftakt der &bdquo;new world order-&ldquo; Strategie der US-Regierung. Und im Gefolge des Irak-Kriegs 1990 bilanzierte Ramsey Clark, ehemaliger Justizminister der USA: &bdquo;Die Wirkungen der Uran-Mantelgranaten waren durchaus bekannt. Testgel&auml;nde f&uuml;r diese Waffen in Minnesota und New Mexico blieben st&auml;ndig radioaktiv [&hellip;] Wissenschaftler aus Saudi-Arabien berichteten [nach dem Irak-Krieg; M.K.] &uuml;ber einen Anstieg der Radioaktivit&auml;t entlang der Nordgrenze des Landes. Dem Bericht der [britischen Atomenergiebeh&ouml;rde] UKAEA zufolge verursachen 40 Tonnen radioaktiver Tr&uuml;mmer in der W&uuml;ste m&ouml;glicherweise bis zu 500.000 Todesf&auml;lle. Uran-238 beh&auml;lt seine Radioaktivit&auml;t &uuml;ber Jahrmillionen. Demnach d&uuml;rfen ganze Regionen im Irak und Kuweit f&uuml;r immer t&ouml;dlich und unbewohnbar bleiben.&ldquo;[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>]<\/p><p><strong>Deutschland und der Krieg<\/strong><\/p><p>Was mich in den Tagen in Belgrad besonders betroffen machte, ist die Erkenntnis, dass die eigene Erinnerung an diesen Krieg, den ich 1999 als Bundestagsabgeordneter der PDS durchaus einigerma&szlig;en konkret erlebte, bereits wieder erheblich verblichen ist. Dass mir erst in den Gespr&auml;chen vor Ort in Belgrad und dann, zur&uuml;ck in Deutschland, beim Aufarbeiten des Erlebten, beim Neu-Lesen von B&uuml;chern und Reden zum Krieg, auch eigenen, und bei der Aktivierung meines Archivs wieder deutlich wurde, welch ein <em>Tabu-Bruch<\/em> dieser Krieg f&uuml;r das damals jung vereinte Deutschland darstellte. Und wie infam-erfolgreich dieser war. Dass bis zu zwei Drittel der deutschen Bev&ouml;lkerung Bundeswehreins&auml;tze im Ausland wie denjenigen in Afghanistan ablehnt, ist f&uuml;r neunzig Prozent der Bundestagsabgeordneten, die immer wieder aufs Neue f&uuml;r diese Auslandseins&auml;tze stimmen, kein Anlass zur kritischen Reflexion. Die ma&szlig;geblichen Mitglieder von CDU, CSU, FDP, SPD und Gr&uuml;nen, die den Kosovo-Krieg und die deutsche Beteiligung an diesem Krieg unterst&uuml;tzt haben, empfinden ein Leben mit einem offenkundig dauerhaften Verfassungsbruch als unproblematisch. Die Artikel 25 und 26 des Grundgesetzes lauten: &bdquo;Die allgemeinen Regeln des V&ouml;lkerrechts sind Bestandteil des Bundesrechtes. Sie gehen den Gesetzen vor und erzeugen Rechte und Pflichten unmittelbar f&uuml;r die Bewohner des Bundesgebietes.&ldquo; Und: &bdquo;Handlungen, die geeignet sind, [&hellip;] das friedliche Zusammenleben der V&ouml;lker zu st&ouml;ren, insbesondere die F&uuml;hrung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig.&ldquo; Der Nato-Krieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien, der am 24. M&auml;rz 1999 begann und an dem sich ab diesem Datum 78 Tage lang deutsche Soldaten und deutsche Tornado-Kampfflugzeuge beteiligten, war ein Angriffskrieg. Er erfolgte ohne UN-Mandat und bei eindeutigem Bruch des V&ouml;lkerrechts. Altkanzler Helmut Schmidt hatte entsprechend argumentiert und den Krieg verurteilt. Oskar Lafontaine hatte am 1. Mai 1999 &ndash; er war am 11. M&auml;rz 1999 von seinen Funktionen als Finanzminister und SPD-Parteivorsitzender zur&uuml;ckgetreten &ndash; in einer Rede im Saarbr&uuml;cker Deutsch-Franz&ouml;sischen Garten festgestellt: &bdquo;Ich bin fest davon &uuml;berzeugt, dass wir nicht weiterkommen, wenn wir eine Volksgruppe [die Serben; W.W.] d&auml;monisieren. [&hellip;] So kann man nicht zu Frieden kommen.&ldquo;[<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>] (Nachtr&auml;gliche Anmerkung vom 15. April: die Artikel des Grundgesetzes waren urspr&uuml;nglich nicht ganz korrekt zitiert. Wir haben inzwischen korrigiert.)<\/p><p><strong>Die PDS und der Kosovo-Krieg<\/strong><\/p><p>Die PDS war nach den Bundestagswahlen vom September 1998 erstmals als Fraktion mit insgesamt 36 Abgeordneten vertreten. Die PDS-MdBs hatten bereits im Oktober 1998 im Bundestag ihre Zustimmung zur &bdquo;Activation Order&ldquo;, mit der der NATO freie Hand zu einem Angriff auf die BR Jugoslawien gegeben wurde, geschlossen verweigert. Bei dieser Antikriegshaltung blieb es auch w&auml;hrend des Kosovo-Kriegs. Sie stand dabei allerdings unter einem immensen Druck, da alle anderen Bundestagsparteien so gut wie einhellig f&uuml;r den Krieg stimmten bzw. diesen unterst&uuml;tzten. Als die beschriebenen Ereignisse in Racak stattfanden, nahm auch die PDS-Fraktion die Darstellung der US-Regierung und der NATO umgehend f&uuml;r bare M&uuml;nze und gab entsprechende Erkl&auml;rungen ab, in denen von einem &bdquo;Massaker&ldquo;, das &bdquo;die jugoslawische Regierung zu verantworten&ldquo; habe, die Rede war. Auch ein dramatischer Appell des jugoslawischen Botschafters in Deutschland, Zoran Jeremic, gerichtet an Gregor Gysi und die PDS-Bundestagsfraktion, in dem dieser diese Vorverurteilung kritisierte und dazu aufforderte, das Ergebnis einer unabh&auml;ngigen Untersuchungskommission abzuwarten, wurde negativ beschieden.[<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>]<\/p><p>Bereits Anfang April, knapp zwei Wochen nach Beginn des Nato-Bombenkriegs, erschien die neu gegr&uuml;ndete &bdquo;Zeitung gegen den Krieg &ndash; ZgK&ldquo;. Im Impressum stand: &bdquo;die Zeitung gegen den Krieg wird herausgegeben von der PDS-Fraktion im Bundestag. Verantwortlich im Sinne des Pressegesetzes: Winfried Wolf, Bundeshaus, 53113 Bonn&hellip;&ldquo; Bis Mitte April waren drei Ausgaben erschienen; Nr. 3 hatte eine vertriebene Druckauflage von 250.000 Exemplaren. Am 15. April fand eine Bundestagsdebatte zum Kosovo-Krieg statt. In dieser polemisierte der Fraktionsvorsitzende der SPD, Peter Struck, gegen die Zeitung mit den Worten: &bdquo;Ich m&ouml;chte hier &ndash; der Kollege ist zwar gerade nicht anwesend &ndash; f&uuml;r meine Fraktion deutlich ausdr&uuml;cken, wie peinlich ich den Vorgang des Besuches von Herrn Gysi in Belgrad und seine Begegnung mit Herrn Milosevic finde, (Beifall bei der SPD, dem B&Uuml;NDNIS 90\/DIE GR&Uuml;NEN, der CDU\/CSU und der F.D.P.) und darauf hinweisen, da&szlig; mir hier eine Zeitung vorliegt, herausgegeben von der PDS im Deutschen Bundestag, in der der Bundesminister der Verteidigung, Herr Kollege Rudolf Scharping, als &bdquo;Kriegsminister&ldquo; diskreditiert wird. (Zuruf von der CDU\/CSU: Pfui!) Ich weise diese Unerh&ouml;rtheit deutlich zur&uuml;ck. (Beifall bei der SPD, dem B&Uuml;NDNIS 90\/DIE GR&Uuml;NEN, der CDU\/CSU und der FDP).&ldquo; In &auml;hnlicher Weise &auml;u&szlig;erte sich der Verteidigungsminister Rudolf Scharping, der dabei besonders kritisierte, dass &bdquo;diese Zeitung mit Steuermitteln&ldquo; finanziert werden w&uuml;rde (sie wurde finanziert mit den Mitteln, die der PDS-Fraktion nach Recht und Gesetz zur Verf&uuml;gung standen).[<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>]<\/p><p>Darauf beschloss eine Mehrheit der PDS-Bundestagsfraktion, ab sofort keine Gelder mehr f&uuml;r die &bdquo;Zeitung gegen den Krieg&ldquo; zur Verf&uuml;gung zu stellen und damit die Zeitung einzustellen. Die Zeitung gegen den Krieg erschien weiter. Ab Nr. 4 stand im Impressum: &bdquo;Herausgegeben von Tobias Pfl&uuml;ger, Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V., T&uuml;bingen und Dr. Winfried Wolf, MdB.&ldquo; Erg&auml;nzend wurden im Impressum 14 PDS-MdBs (das waren knapp 40 Prozent der Fraktion) aufgef&uuml;hrt, die die ZgK weiter unterst&uuml;tzten &ndash; und diese auch aus ihren individuellen Budgets ko-finanzierten. So konnten w&auml;hrend des Krieges und bis Juni 1999 noch drei weitere Ausgaben erscheinen. Die Auflage lag nun allerdings &bdquo;nur&ldquo; bei 50.000 Exemplaren je Ausgabe. Nun musste die Zeitung auf Rechnung vertrieben werden. Und es war nicht einfach, in wenigen Tagen eine den Bed&uuml;rfnissen in der Bev&ouml;lkerung entsprechende Vertriebslogistik aufzubauen. Denn der Widerspruch zwischen einer Mehrheit in der Bev&ouml;lkerung, die den Krieg ablehnte, und den 94,7 Prozent der Bundestagsabgeordneten, die den v&ouml;lkerrechtswidrigen Krieg unterst&uuml;tzten, war mit H&auml;nden zu greifen. <\/p><p>Wenn ich heute die Protokolle der Bundestagsplenardebatten w&auml;hrend des Krieges lese &ndash; und dabei insbesondere das Augenmerk auf die Beitr&auml;ge von ansonsten ernsthaften ehemaligen Kollegen aus der SPD und den Gr&uuml;nen werfe &ndash; dann sehe ich wieder die Bilder dieser unglaublichen Macht der Manipulation und der Hetze vor mir, die mit jedem Krieg verbunden ist und die in der konkreten Konstellation, in der sich die Bundesrepublik Deutschland damals befand, besonders fatal wirkte.<\/p><p><strong>Gr&uuml;ne und SPD trommeln f&uuml;r einen Krieg, den CDU\/CSU und FDP in dieser Form nie h&auml;tten durchziehen k&ouml;nnen<\/strong><\/p><p>Der Tabubruch Kosovo-Krieg hatte zwei entscheidende Voraussetzungen. <em>Erstens<\/em> die Einbindung von SPD und Gr&uuml;nen. Dieser Krieg mit ma&szlig;geblicher deutscher Beteiligung w&auml;re nicht m&ouml;glich gewesen, wenn im September 1998 Helmut Kohl die Wahl gewonnen und SPD und Gr&uuml;ne Oppositionsparteien geblieben w&auml;ren. Kohl sagte einmal Anfang der 1990er Jahre &bdquo;Balkan &ndash; nie&ldquo;. Mit einem gewissen gesunden Bauchgef&uuml;hl ging er davon aus, dass ein dritter Einsatz deutscher Soldaten auf dem Balkan innerhalb eines Jahrhunderts zu sehr das verletzen k&ouml;nnte, was sein Verteidigungsminister Volker R&uuml;he als &bdquo;gewachsene Instinkte der Menschen&ldquo; &ndash; gemeint: Friedensliebe &ndash; bezeichnet hatte.[<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>] Dass also der Widerstand in der Bev&ouml;lkerung zu gro&szlig; werden k&ouml;nnte, wenn ein neuer Krieg auf dem Balkan in Bonn respektive Berlin von einer Regierungspartei dirigiert worden w&auml;re, die dem konservativen Lager mit einigen personellen Verbindungen zur NSDAP (Globke! Kiesinger!! Filbinger!!!) zuzurechnen war. <\/p><p>Die <em>zweite<\/em> Voraussetzung war: SPD und Gr&uuml;ne als Regierende mussten das Ja zum Bruch von V&ouml;lkerrecht und Verfassung besonders engagiert und zynisch-demagogisch begr&uuml;nden, dabei die verbrecherische deutsche Politik im Zweiten Weltkrieg auf den Kopf stellend. Das klang beim Bundeskanzler Gerhard Schr&ouml;der, SPD, so: &bdquo;Wir f&uuml;hren keinen Krieg. Aber wir sind aufgerufen, eine friedliche L&ouml;sung im Kosovo auch mit milit&auml;rischen Mitteln durchzusetzen. [&hellip;] Der entscheidende Punkt, den Menschenschl&auml;chter in Belgrad zu bek&auml;mpfen, ist unsere Festigkeit.&ldquo;[<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>] Der Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping, SPD, argumentierte wie folgt: &bdquo;Inzwischen werden im Kosovo [von den Serben] offensichtlich Konzentrationslager eingerichtet.&ldquo;[<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>] Ludger Volmer, Staatssekret&auml;r der Gr&uuml;nen, behauptete: &bdquo;Das, was Milosevic betreibt, ist V&ouml;lkermord. Er bedient sich der gleichen Kategorien, deren sich Hitler bedient hat.&ldquo;[<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>] Der deutsche Au&szlig;enminister Joseph Fischer, Gr&uuml;ne, benutzte eine Ernst-J&uuml;nger-Sprache: &bdquo;Jetzt werden die Gr&uuml;nen geh&auml;rtet oder zu Asche verbrannt.&ldquo;[<a href=\"#foot_16\" name=\"note_16\">16<\/a>]<\/p><p>Es k&ouml;nnte ein peinliches Versehen sein, dass die deutsche Regierung &ndash; hier unter Kanzler Kohl &ndash; die provokative Anerkennung von Bosnien-Herzegowina als eigenst&auml;ndigen Staat am 6. April 1992 vornahm, am Jahrestag des &Uuml;berfalls der deutschen Wehrmacht auf Jugoslawien. Kaum ein Zufall ist dann die Tatsache, dass diejenige Passage in dem Ultimatum der NATO vom 18. M&auml;rz 1999, die f&uuml;r Belgrad nicht annehmbar war, in der Substanz demjenigen Teil des k. u. k.-Ultimatums vom Juli 1914 entspricht, der f&uuml;r Belgrad nicht annehmbar war. Zwei Vorw&auml;nde f&uuml;r Kriege, herbeigef&uuml;hrt mit vergleichbarem &bdquo;wording&ldquo;. Christopher Clark bezeichnet in seinem Weltbestseller &bdquo;Die Schlafwandler&ldquo;, in dem er die Serben auf hunderten Seiten schm&auml;ht und dem&uuml;tigt, &bdquo;die &ouml;sterreichische Note&ldquo; [von Juli 1914; W.W.] als &bdquo;deutlich zur&uuml;ckhaltender als das Ultimatum, das die NATO im Februar und M&auml;rz 1999 [&hellip;] Serbien-Jugoslawien vorlegte.&ldquo;[<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>] <\/p><p>Nach Abschluss des Waffenstillstands am Ende des Kosovo-Kriegs marschierten 50.000 NATO-Soldaten im Kosovo ein. Darunter auch einige Tausend deutsche Bundeswehr-Soldaten. Alle wurden von der albanisch-kosovarischen Bev&ouml;lkerung freudig begr&uuml;&szlig;t; die Letztgenannten nicht selten mit dem Hitler-Gru&szlig;. Dazu hie&szlig; es im &bdquo;Leitfaden f&uuml;r Bundeswehrsoldaten im Kosovo&ldquo;, herausgegeben im Juni 1999 vom &bdquo;Amt f&uuml;r Nachrichtenwesen der Bundeswehr&ldquo;: &bdquo;Es ist nicht auszuschlie&szlig;en, dass Sie von Verwandten oder Freunden ehemaliger Angeh&ouml;riger der SS-Division &acute;Skanderberg&acute; [einer unter dem NS-Regime in Gro&szlig;albanien dienenden Einheit; W.W.] oder albanischer Partisanenbataillone [&hellip;] auf geschichtliche Bez&uuml;ge angesprochen werden. Die Motive hierf&uuml;r m&uuml;ssen nicht unbedingt in der Heroisierung der deutschen Vergangenheit liegen. Es ist denkbar, dass der Betreffende in seiner Sympathie f&uuml;r Deutschland [&hellip;] einen Anhaltspunkt sucht, um eben diese Begeisterung bei unzureichenden Sprach- und nur punktuellen Geschichtskenntnissen zum Ausdruck zu bringen. Er k&ouml;nnte genauso gut einen deutschen Fu&szlig;baller nennen.&ldquo;[<a href=\"#foot_18\" name=\"note_18\">18<\/a>]<\/p><p><strong>Was bleibt<\/strong><\/p><p>Die direkten, kurzfristigen Begr&uuml;ndungen f&uuml;r den NATO-Krieg wurden bald nach dem Krieg erst gar nicht mehr vorgetragen. Was in Ra&#269;ak passierte, ist zumindest nicht aufgekl&auml;rt; sehr viel spricht daf&uuml;r, dass es sich um eine Manipulation, organisiert von der UCK, handelte: in vorausgegangenen Gefechten gefallene UCK-K&auml;mpfer wurden als Zivilisten umgekleidet und nach Ra&#269;ak verbracht. Entsprechende glaubw&uuml;rdige Berichte gab es bereits im Januar 1999 im franz&ouml;sischen <em>Figaro<\/em> und im britischen <em>Guardian<\/em>. Der deutsche Verteidigungsminister hatte behauptet, serbische Kommandos verfolgten eine &bdquo;Operation Hufeisen&ldquo;. Er verf&uuml;ge &uuml;ber &bdquo;einen Beweis daf&uuml;r, dass schon im Dezember 1998 eine systematische S&auml;uberung und Vertreibung der Kosovo-Albaner geplant waren.&ldquo;[<a href=\"#foot_19\" name=\"note_19\">19<\/a>] Dieser Hufeisenplan entpuppte sich bald als pure F&auml;lschung eines westlichen Geheimdienstes (als Urheber wurde der bulgarische Geheimdienst vermutet).[<a href=\"#foot_20\" name=\"note_20\">20<\/a>]<\/p><p>Das Hauptanliegen der &bdquo;humanit&auml;ren Intervention&ldquo; hatte gelautet, man m&uuml;sse eine ethnische S&auml;uberung des Kosovo verhindern. Einmal abgesehen davon, dass der Westen in den Jahren gestattet hatte, dass 1995 rund 200.000 Serbinnen und Serben aus der Krajina, in Kroatien, von der kroatischen Armee vertrieben (und in den serbischen Teil von Bosnien bzw. nach Montenegro und vor allem nach Serbien gefl&uuml;chtet) waren, besteht das Resultat des Kosovo-Kriegs in nichts anderem als in einer neuen, gro&szlig; angelegten ethnischen S&auml;uberung. Mehr als 250.000 Serben, slawische Moslems und Roma mussten nach dem Krieg den Kosovo verlassen. Viele hundert, wenn nicht einige Tausend, wurden unter den Augen der NATO-Truppen, die nach dem Waffenstillstand in den Kosovo einr&uuml;ckten, von UCK-Kommandos ermordet.<\/p><p>Was bleibt, sind in Serbien vor allem die Sch&auml;den, die der Krieg anrichtete. Die gesundheitlichen Folgen. Und der immense Vertrauensverlust des Westens, der NATO, der EU und der US-Regierung. Diese pr&auml;gt noch heute die Gesellschaft. <\/p><p>Was <em>f&uuml;r uns<\/em> bleibt, sind drei Dinge. <em>Erstens<\/em> das Wissen, dass die Kr&auml;fte, die Kriege vorbereiten, gewaltig sind. Es kommt zu einem umfassenden Prozess der Gehirnw&auml;sche f&uuml;r Millionen. Darauf m&uuml;ssen wir vorbereitet sein. <em>Zweitens.<\/em> Die Triebkr&auml;fte, die hinter dem Kosovo-Krieg standen, waren &uuml;berwiegend &bdquo;nur&ldquo; politische &ndash; solche, die mit dem Konzept &bdquo;new world order&ldquo; verbunden waren. Ein kommender gro&szlig;er Krieg wird in weit st&auml;rkerem Ma&szlig; zus&auml;tzlich von &ouml;komischen Triebkr&auml;ften befeuert werden &ndash; siehe den sich hochschaukelnden Handelskrieg, siehe die K&uuml;ndigung des INF-Vertrags durch Washington, was vor allem auf eine milit&auml;rische Konfrontation mit der VR China als der aufsteigenden Wirtschaftsmacht vorbereiten soll. Drittens: Wir m&uuml;ssen den Kampf f&uuml;r den Frieden wieder ins Zentrum r&uuml;cken. Willy Brandt hatte Recht mit dem Satz: &bdquo;Frieden ist nicht alles. Aber ohne Frieden ist alles nichts.&ldquo;<\/p><p>Titelbild: Alexandros Michailidis \/ Shutterstock<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Das Buch erschien zuerst 2017 in deutscher Sprache: Klaus Gietinger \/ Winfried Wolf, Der Seelentr&ouml;ster. Wie Christopher Clark die Deutschen von der Schuld am Ersten Weltkrieg erl&ouml;st, Stuttgart (Schmetterling Verlag), 344 Seiten. Es erschien in serbischer Sprache Ende 2018, Verlag Prometej, Novi Sad, 448 Seiten. &Uuml;bersetzung Milos Kazimirovic, Belgrad.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Im Einzelnen: Deutsche Wikipedia: &bdquo;Der <strong>Kosovokrieg<\/strong> (auch als <strong>Kosovo-Konflikt<\/strong> bezeichnet, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Albanische_Sprache\">albanisch<\/a> <em>Lufta e Kosov&euml;s<\/em>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Serbische_Sprache\">serbisch<\/a> &#1050;&#1086;&#1089;&#1086;&#1074;&#1089;&#1082;&#1080; &#1089;&#1091;&#1082;&#1086;&#1073; <em>Kosovski sukob<\/em>) war ein bewaffneter Konflikt im Rahmen der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jugoslawienkriege\">Jugoslawienkriege<\/a> um die Kontrolle des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kosovo\">Kosovo<\/a> vom 28. Februar 1998 bis zum 10. Juni 1999.&ldquo; Wikipedia englisch: &bdquo;The <strong>Kosovo War<\/strong> was an armed conflict in <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Kosovo\">Kosovo<\/a> that started in late February 1998 and lasted until 11 June 1999.&rdquo; Wikipedia franz&ouml;sisch: &ldquo;La <strong>guerre du Kosovo<\/strong> a eu lieu du <a href=\"https:\/\/fr.wikipedia.org\/wiki\/6_mars\">6 mars<\/a> <a href=\"https:\/\/fr.wikipedia.org\/wiki\/1998\">1998<\/a> au <a href=\"https:\/\/fr.wikipedia.org\/wiki\/10_juin\">10 juin<\/a> <a href=\"https:\/\/fr.wikipedia.org\/wiki\/1999\">1999<\/a>, sur le territoire de la <a href=\"https:\/\/fr.wikipedia.org\/wiki\/R%C3%A9publique_f%C3%A9d%C3%A9rale_de_Yougoslavie\">R&eacute;publique f&eacute;d&eacute;rale de Yougoslavie<\/a>, opposant <a href=\"https:\/\/fr.wikipedia.org\/wiki\/Arm%C3%A9e_de_Yougoslavie\">l&rsquo;arm&eacute;e yougoslave<\/a> &agrave; l&rsquo;<a href=\"https:\/\/fr.wikipedia.org\/wiki\/Arm%C3%A9e_de_lib%C3%A9ration_du_Kosovo\">arm&eacute;e de lib&eacute;ration du Kosovo<\/a> et l&rsquo;<a href=\"https:\/\/fr.wikipedia.org\/wiki\/Organisation_du_trait%C3%A9_de_l%27Atlantique_nord\">Organisation du trait&eacute; de l&rsquo;Atlantique nord<\/a> (OTAN).&ldquo; [Jeweils abgerufen am 17. M&auml;rz 2019].<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Der gesamte Wortlaut bei der englischen Wikipedia-Fassung: &ldquo;The <strong>Kosovo War<\/strong> was an armed conflict in <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Kosovo\">Kosovo<\/a> that started in late February 1998 [&hellip;] and lasted until 11 June 1999. [&hellip;] It was fought by the forces of the <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Federal_Republic_of_Yugoslavia\">Federal Republic of Yugoslavia<\/a> (by this time consisting of the Republics of Serbia and Montenegro), which controlled Kosovo before the war, and the <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Kosovo_Albanian\">Kosovo Albanian<\/a> rebel group known as the <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Kosovo_Liberation_Army\">Kosovo Liberation Army<\/a> (KLA), with air support from the <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/North_Atlantic_Treaty_Organisation\">North Atlantic Treaty Organisation<\/a> (NATO) from 24 March 1999, and ground support from the Albanian army.[&hellip;]&rdquo; [Abgerufen am 17. 3.2019]<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Hannes Hofbauer, Experiment Kosovo. Die R&uuml;ckkehr des Kolonialismus, Wien 2008. S. 99.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Hier nach: Hannes Hofbauer, Experiment Kosovo, S. 100.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] In: Der Spiegel 34\/2006; hier zitiert bei Hofbauer, Experiment Kosovo, S. 100. <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Siehe Politika vom 8. November 2018 &bdquo;Nato &ndash; Fakten &uuml;ber abgereichertes Uran; <a href=\"http:\/\/www.politika.rs\/sr\/clanak\/415295\/NATO-Debatu-o-osiromasenom-uranijumu-zasnovati-na-cinjenicama\">siehe hier<\/a> [aufgerufen am 18. 3.2019]<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] Ramsey Clark, Der W&uuml;stensturm. US-Kriegsverbrechen am Golf, G&ouml;ttingen 1995, S. 144.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] Wiedergegeben in: Tageszeitung Junge Welt vom 3. Mai 1999.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] Bereits in einer Pressemitteilung vom 18. Januar 1999 ist die Rede von &bdquo;dem von der jugoslawischen Regierung zu verantwortenden Massaker&ldquo;. Am 19. Januar richtete die PDS-Fraktion einen Brief an den Pr&auml;sidenten der Bundesrepublik Jugoslawien, in dem sie sich &bdquo;entsetzt &uuml;ber das Massaker in Racak zeigt&ldquo;.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] Bundestagsdebatte vom 15. April 1999 siehe: <a href=\"http:\/\/dipbt.bundestag.de\/doc\/btp\/14\/14032.pdf\">http:\/\/dipbt.bundestag.de\/doc\/btp\/14\/14032.pdf<\/a> Bez&uuml;glich des Scharping-Zitats zur &bdquo;Zeitung gegen den Krieg&ldquo; berichtete diese Zeitung in der Ausgabe Nr. 3 von Mitte April wie folgt: &bdquo;Am 20. 4. &auml;u&szlig;erte Rudolf Scharping an anderer Stelle im Bundestag, ihm sei es zwar &acute;schei&szlig;egal&acute; wie die PDS ihn bezeichne; es sei jedoch ein Skandal, dass die PDS &acute;mit Steuermitteln&acute; diese Zeitung gegen den Krieg herausgeben k&ouml;nne.&ldquo; Einen Beleg f&uuml;r diese letztgenannte Aussage Scharpings konnte ich in den Bundestagsprotokollen nicht (mehr) finden. Der 20.4. war ein Dienstag, also kein offizieller Sitzungstag des Bundestags.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] R&uuml;he hatte 1992 ge&auml;u&szlig;ert: &bdquo;Niemand sollte erwarten, dass die &Uuml;bernahme neuer Aufgaben in der Au&szlig;enpolitik [gemeint waren Auslandseins&auml;tze der Bundeswehr; W.W.] &uuml;ber Nacht geschieht. Die in 40 Jahren gewachsenen Instinkte der Menschen lassen sich nicht einfach wegkommandieren. [&hellip;] Deswegen m&uuml;ssen wir Schritt f&uuml;r Schritt vorgehen. Es geht auch nicht darum allein, die Soldaten, sondern die ganze Gesellschaft auf diese Aufgaben vorzubereiten.&ldquo; Zitiert in: Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik, 9\/1992.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] Erster Teil des Zitats nach dpa vom 24. M&auml;rz 1999; 2. Teil nach BILD vom 1. April 1999.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] Nach: K&ouml;lner Stadtanzeiger vom 2. April 1999.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_15\" name=\"foot_15\">&laquo;15<\/a>] Interview mit L. Volmer in: Neues Deutschland vom 1. April 1999.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_16\" name=\"foot_16\">&laquo;16<\/a>] Zitiert in: Die Wirtschaftswoche vom 15. April 1999.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_17\" name=\"foot_17\">&laquo;17<\/a>] Christopher Clark, Die Schlafwandler. Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog, M&uuml;nchen 2013, S. 585.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_18\" name=\"foot_18\">&laquo;18<\/a>] Zitiert bei Hannes Hofbauer, Experiment Kosovo. Die R&uuml;ckkehr des Kolonialismus, Wien 2008, S. 104. <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_19\" name=\"foot_19\">&laquo;19<\/a>] Rudolf Scharping, Wir d&uuml;rfen nicht wegsehen, Berlin 1999, S.92f.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_20\" name=\"foot_20\">&laquo;20<\/a>] Im Kopf des Plans befand sich das Wort &bdquo;Putkova&ldquo;. Das Wort bedeutet zwar &bdquo;Hufeisen&ldquo;, ist jedoch ein im Serbischen nicht gebr&auml;uchliches Wort und einerseits einem altert&uuml;mlichen Kroatisch zuzuordnen. Siehe Rede Dr. Gregor Gysi, Deutscher Bundestag, Sitzung vom 15. April 1999.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tagesschau und Tagesthemen verga&szlig;en das Thema. Auch ansonsten war das Medienecho ausgesprochen mager oder einseitig. Diese Sprachlosigkeit wird der Bedeutung dieses Krieges nicht gerecht: das war der erste milit&auml;rische Einsatz der Bundeswehr out of area; der Einsatz wurde ohne Mandat der UNO gef&uuml;hrt &ndash; <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ydLINQBOF1U\">wie der damalige Bundeskanzler Schr&ouml;der selbst sagt<\/a>: v&ouml;lkerrechtswidrig. 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