{"id":50492,"date":"2019-03-28T09:00:09","date_gmt":"2019-03-28T08:00:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50492"},"modified":"2020-09-14T12:20:06","modified_gmt":"2020-09-14T10:20:06","slug":"wann-kommt-der-exit-vom-brexit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50492","title":{"rendered":"Wann kommt der Exit vom Brexit?"},"content":{"rendered":"<p>Der Brexit ist schlimm. Es besteht heute gro&szlig;e Einigkeit dar&uuml;ber, dass der Brexit in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht vieles zum Nachteil ver&auml;ndern wird. In Gro&szlig;britannien vor allem, aber auch in den verbleibenden 27 EU-Staaten. Das gilt zumindest f&uuml;r die n&auml;chsten Jahre. Viele Szenarien aus den letzten Monaten belegen das. Einigkeit besteht auch dar&uuml;ber, dass selbst im g&uuml;nstigsten Fall, n&auml;mlich einer einvernehmlichen L&ouml;sung (&bdquo;weicher Brexit&ldquo;), die Wunden schmerzlich sein werden. Deshalb ist auch bei den  lautesten Brexiteers von der Euphorie des Jahres 2016 wenig &uuml;briggeblieben. Dar&uuml;ber ist viel geredet und geschrieben worden, es muss hier nicht weiter vertieft werden. Von <strong>Peter Vonnahme<\/strong>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50492#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>].<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Doch schlimmer noch ist, dass der Brexit keinen Exit findet.<\/strong><\/p><p>Die erste Fehleinsch&auml;tzung der britischen Regierung bestand darin, dass sie glaubte, die Sache w&uuml;rde sich von ganz allein regeln, wenn nur der Zeitdruck gro&szlig; genug wird. Die Zeit verstrich, doch die Probleme blieben. Der Brexit h&auml;ngt seit Monaten in einer Dauerschleife fest. Grotesken Abstimmungen im britischen Unterhaus folgen kraftlose EU-Gipfel; diese wiederum haben im Regelfall noch sinnlosere Unterhausdebatten und Abstimmungen zur Folge. Die kontinentalen Staatenlenker wirken wie K&auml;mpfer, die sich in Sch&uuml;tzengr&auml;ben eingeigelt haben, w&auml;hrend jenseits des &Auml;rmelkanals die britische Premierministerin Theresa May hingebungsvoll Platzpatronen verschie&szlig;t. Fatal ist, dass dieser Stellungskrieg eine L&ouml;sung in immer weitere Ferne schiebt. Wir sind Zeugen verzweifelter politischer Versuche, immer noch ein Hintert&uuml;rchen zu finden, um das Unvermeidliche ein weiteres Mal hinauszuschieben. W&auml;hrenddessen w&auml;chst die Verunsicherung. Von Tag zu Tag nimmt die Zahl der Briten zu, die nicht mehr wissen, ob es eine gute Idee ist, die EU zu verlassen. Gleichzeitig steigt auch die Zahl der EU-Staaten, die sich nicht mehr sicher sind, ob sie die britischen St&ouml;renfriede unbedingt in ihrem Verbund behalten wollen.<\/p><p><strong>Anfangs war es ganz einfach:<\/strong> Nach Art. 50 des EU-Vertrags stand fest, dass das Vereinigte K&ouml;nigreich zwei Jahre nach Antragstellung aus der Union austritt, also am 29. M&auml;rz 2019.<br>\nSo war es zumindest bis zum 21. M&auml;rz 2019. An diesem Tag stimmte der Europ&auml;ische Rat einer Fristverl&auml;ngerung bis zum 22. Mai 2019 zu, unter der Voraussetzung, dass das Austrittsabkommen in der n&auml;chsten Woche vom Unterhaus gebilligt wird (Option A).<br>\nFalls das nicht geschieht, gew&auml;hrte der Europ&auml;ische Rat eine Fristverl&auml;ngerung bis zum 12. April 2019; innerhalb dieser Frist muss das Vereinigte K&ouml;nigreich &bdquo;Angaben zum weiteren Vorgehen zur Pr&uuml;fung durch den Europ&auml;ischen Rat&ldquo; machen (Option B). Eine Regelung f&uuml;r den Fall, dass Gro&szlig;britannien innerhalb dieser Frist keine Vorschl&auml;ge unterbreitet, wurde erstaunlicherweise nicht getroffen.<\/p><p><strong>In anderen Worten:<\/strong>  Wenn das britische Unterhaus bis 29. M&auml;rz dem &bdquo;Deal&ldquo; zustimmt, dann verl&auml;sst Gro&szlig;britannien am 22. Mai die Europ&auml;ische Union (&bdquo;weicher Brexit&ldquo;). Wenn nicht, ist alles offen.<br>\nDie Chancen, dass das Unterhaus der Option A zustimmt, sind aus heutiger Sicht minimal. Denn das Parlament hat bereits bei zwei Abstimmungen am 15. Januar und 12. M&auml;rz das mit der EU ausgehandelte Abkommen mit gro&szlig;en Mehrheiten abgelehnt. Neuerdings kommt erschwerend hinzu, dass Regierungschefin Theresa May nicht mehr Herrin des Verfahrens ist. Am 25. M&auml;rz hat n&auml;mlich das britische Unterhaus per Abstimmung selbst die Kontrolle &uuml;ber den Brexit-Prozess &uuml;bernommen. Au&szlig;erdem lehnt der m&auml;chtige &bdquo;Speaker&ldquo; des Parlaments eine dritte Abstimmung &uuml;ber das unver&auml;nderte Dokument ab.<\/p><p>Kaum besser sind die Chancen der Option B: Weder ist absehbar, ob Gro&szlig;britannien innerhalb der Nachfrist &uuml;berhaupt Vorschl&auml;ge f&uuml;r das weitere Vorgehen macht, noch, welchen Inhalt sie haben;  am wenigsten ist absehbar, ob sie der Pr&uuml;fung durch den Europ&auml;ischen Rat standhalten werden.<\/p><p>Diese Unsicherheiten legen die Vermutung nahe, dass das Vereinigte K&ouml;nigreich bis auf unbestimmte Zeit in der EU bleiben wird und die H&auml;ngepartie andauert.  Eine logische Folge davon ist, dass das britische Volk bei den Europawahlen im Mai Abgeordnete f&uuml;r das Europ&auml;ische Parlament w&auml;hlen muss. Die Gew&auml;hlten sind um ihren Job nicht zu beneiden, denn er erfordert ein betr&auml;chtliches Ma&szlig; an Schizophrenie. Denn diese Abgeordneten sind einerseits den Werten, Zielen und Interessen der Union verpflichtet, andererseits aber auch denen der Mitgliedsstaaten (Art. 53 EU-Vertrag).  Das bedeutet: Aufgrund des bindenden Brexit-Volksentscheids ist es Aufgabe der gew&auml;hlten Vertreter des Vereinigten K&ouml;nigreichs, die Weichen Richtung Brexit zu stellen. Da die britischen Abgeordneten aber auch und vor allem Mitglieder des Europ&auml;ischen Parlaments sind, ist es ihre Pflicht, f&uuml;r den Bestand der Union einzutreten.<\/p><p>Weit schwerer noch wiegt die fortbestehende Verunsicherung  von Wirtschaft und Handel sowie der von einem Brexit betroffenen Menschen beiderseits des &Auml;rmelkanals. So verst&auml;ndlich und anerkennenswert die Bem&uuml;hungen der EU sind, einem Mitglied die Koffer nicht vorschnell vor die T&uuml;re zu stellen, so berechtigt ist das Interesse der Gemeinschaft, baldm&ouml;glichst Klarheit &uuml;ber die politischen und rechtlichen Verh&auml;ltnisse zu gewinnen. Im Abw&auml;gungsprozess spielt es durchaus eine Rolle, dass nicht die EU es war, die die Briten loswerden wollte. Vielmehr hat sich das britische Volk nach einer langen und teilweise verlogenen Diskussion f&uuml;r diesen Weg entschieden &ndash; und zwar entgegen warnender Stimmen aus der EU. Das heutige Chaos erkl&auml;rt sich wesentlich daraus, dass Gro&szlig;britannien von Anfang an nicht vorbehaltslos und aus vollem Herzen Mitglied der Europ&auml;ischen Union war. Die Briten suchten sp&auml;testens seit Margaret Thatcher (&bdquo;I want my money back&ldquo;) Sonderwege und Rabatte, sei es in W&auml;hrungs-, Grenz- oder Finanzierungsfragen. Im Hintergrund lebte wohl immer die Vorstellung, ohne die Fesseln der EU zur einstigen Weltgeltung als British Empire zur&uuml;ckzukehren.<\/p><p>Angesichts dessen ist es legitim, dass die EU im Interesse des eigenen Fortbestands eine klare Haltung einnimmt. Es ist un&uuml;bersehbar, dass eine z&ouml;gerliche und schwache EU-Haltung im Brexit-Prozess eine Ermunterung f&uuml;r etwaige unzufriedene Mitgliedsstaaten ist, Austrittsgedanken n&auml;herzutreten oder zumindest damit zu drohen. In anderen Worten: Die EU tut gut daran, den bereits beschlossenen Austrittsoptionen A und B nicht noch weitere Varianten C, D und E folgen zu lassen. Au&szlig;erdem ist ein hoffnungslos zerstrittenes Gro&szlig;britannien keine Hilfe f&uuml;r eine Union, in der einige Mitgliedsl&auml;nder zunehmend den inneren Konsens aufk&uuml;ndigen. Es sprechen somit gute Gr&uuml;nde daf&uuml;r, zielstrebig ein baldiges Verhandlungsende anzusteuern. Da man den EU-Verantwortlichen nicht nachsagen kann, sie h&auml;tten nicht fair und geduldig mit der britischen Regierung verhandelt, k&ouml;nnte ein Brexit nicht als Versagen europ&auml;ischer Politik gewertet werden.<\/p><p>Im &Uuml;brigen schlie&szlig;t das EU-Regelwerk nicht aus, dass ein ausgetretenes Land zu gegebener Zeit einen neuen Aufnahmeantrag stellt, etwa dann, wenn sich herausgestellt hat, dass ein Alleingang nicht die erhofften Verbesserungen bringt. Eine solche Neubewerbung ist zwar derzeit reine Hypothese. Doch wenn es dazu k&auml;me, k&ouml;nnte man sicher sein, dass Gro&szlig;britannien &ndash; um eine Erfahrung reicher &ndash; die Vorteile des gemeinsamen europ&auml;ischen Weges mehr zu sch&auml;tzen w&uuml;sste. Deshalb w&auml;re auf l&auml;ngere Sicht einer endg&uuml;ltigen Kl&auml;rung des britischen Standpunktes der Vorzug zu geben vor einer Politik des ausufernden Zuwartens und Vertagens. Das sieht die EU anders. Denn sie &ouml;ffnet durch die j&uuml;ngsten Beschl&uuml;sse wieder ein Hintert&uuml;rchen f&uuml;r die erhoffte Umkehr eines austrittswilligen Mitglieds und nimmt in Kauf, dass sie als Lohn f&uuml;r ihr z&ouml;gerliches Verhalten ein innerlich zerrissenes Land erntet.<br>\nDeshalb: Bei aller Skepsis gegen die Sinnhaftigkeit des Brexits, lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende! Erg&auml;nzt durch die Option eines Neustarts!<\/p><p><strong>Am schlimmsten jedoch ist, dass das Gezerre um den Brexit schwere Folgesch&auml;den nach sich zieht. <\/strong><\/p><p>Das absurde Theater rund um den Brexit ist Gift f&uuml;r das Vertrauen in die Institutionen und die Politik und letztlich auch f&uuml;r den Glauben an die Demokratie. Nach einer aktuellen Umfrage des Instituts Sky Data&nbsp;sind sich die Briten in einem Punkt einig: 90 Prozent der Befragten empfinden es als &bdquo;nationale Dem&uuml;tigung&ldquo;, wie das eigene Land den Brexit handhabt. Auch hierzulande schwindet angesichts des Brexitchaos das Vertrauen in die F&auml;higkeit der Politik, in angemessener Zeit zu Ergebnissen zu kommen. Dahinter verbirgt sich der naheliegende Gedanke: Wenn die Politik schon ein &uuml;berschaubares Problem wie den Brexit nicht hinkriegt, wie will sie dann die gro&szlig;en Menschheitsprobleme l&ouml;sen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Feinde des demokratischen Prinzips dieses un&uuml;bersehbare Politikversagen instrumentalisieren und zu einem Generalangriff auf Demokratie, Parlamentarismus und Europ&auml;ische Union blasen.<\/p><p>Jenseits solcher durchschaubarer Man&ouml;ver lauert eine weitere, viel gr&ouml;&szlig;ere Gefahr. Es ist das Ph&auml;nomen falscher Gewichtung im Verbund mit fehlgeleiteter Aufmerksamkeit. Beim Brexit zeigt sich das darin, dass die Politik diesem Thema au&szlig;erordentlich viel Kraft und Zeit gewidmet hat; es sind dies Ressourcen, die zur L&ouml;sung viel wichtigerer &ndash; weil existenzieller &ndash; Probleme fehlen. Wer den Aufwand f&uuml;r das Thema Brexit als Ma&szlig;stab nimmt, kommt nicht umhin, festzustellen, dass die politische und mediale Aufmerksamkeit f&uuml;r die echten &Uuml;berlebensfragen der Menschheit &ndash; wie etwa Klimawandel, Zerst&ouml;rung der &Ouml;kosph&auml;re, Rohstoffverschwendung, Bev&ouml;lkerungsexplosion, weltweite Migration, Genmanipulation, Risiken der k&uuml;nstlichen Intelligenz &ndash; be&auml;ngstigend gering ist. Kontrollfragen: Wieviele EU-Gipfel gab es zu diesen Themen? Wieviel Sendezeit bekamen sie von den TV- und Rundfunkanstalten?<\/p><p>So bedauerlich der Austritt Gro&szlig;britanniens f&uuml;r die Europ&auml;ische Union auch sein mag, zumal in einer historischen Phase, in der die Gewichte in der Welt neu verteilt werden, so &uuml;berschaubar ist dieser Verlust im Vergleich mit den Vers&auml;umnissen bei den erw&auml;hnten globalen Problemen. <\/p><p>Deshalb zum Schluss ein Appell an alle verantwortlichen Politiker: Durchschlagt endlich den gordischen Knoten beim Brexit und stellt euch den wirklichen Herausforderungen der Zukunft!<\/p><p>Titelbild: Alexandros Michailidis\/shutterstock.com<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] Der Autor war Richter am Bayer. Verwaltungsgerichtshof<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Brexit ist schlimm. Es besteht heute gro&szlig;e Einigkeit dar&uuml;ber, dass der Brexit in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht vieles zum Nachteil ver&auml;ndern wird. In Gro&szlig;britannien vor allem, aber auch in den verbleibenden 27 EU-Staaten. Das gilt zumindest f&uuml;r die n&auml;chsten Jahre. Viele Szenarien aus den letzten Monaten belegen das. Einigkeit besteht auch dar&uuml;ber, dass selbst<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50492\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":50497,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[22,180,190],"tags":[1843,1600,1876,469,1940],"class_list":["post-50492","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-europaische-union","category-europaeische-vertraege","category-wahlen","tag-brexit","tag-eu-parlament","tag-europaeischer-rat","tag-grossbritannien","tag-may-theresa"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/shutterstock_1122827354.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/50492","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=50492"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/50492\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":64787,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/50492\/revisions\/64787"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/50497"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=50492"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=50492"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=50492"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}