{"id":506,"date":"2005-04-04T18:26:25","date_gmt":"2005-04-04T16:26:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=506"},"modified":"2016-03-15T17:57:14","modified_gmt":"2016-03-15T16:57:14","slug":"pflegeversicherung-sozialexperte-warnt-vor-riesendefizit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=506","title":{"rendered":"Pflegeversicherung &#8211; Sozialexperte warnt vor Riesendefizit"},"content":{"rendered":"<p>&hellip; das meldet SPIEGEL ONLINE am 02. April 2005 um 12:31. Man muss sich die Meldung auf der Zunge zergehen lassen.<br>\n<!--more--><br>\nW&ouml;rtlich zitiert: &ldquo;Langfristig wird das Finanzierungsdefizit in der gesetzlichen Pflegeversicherung weitaus gr&ouml;&szlig;er ausfallen als bisher angenommen. Nach Berechnungen des Freiburger Finanzwissenschaftlers Bernd Raffelh&uuml;schen k&ouml;nnten bis zu 950 Milliarden Euro fehlen. <\/p><p>Hamburg &ndash; Nach Informationen des SPIEGEL ergibt die im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft erstellte Kalkulation, dass bis zum Jahr 2050 in der Pflegekasse rund 700 Milliarden Euro fehlen, sollte die Versicherung nicht reformiert werden. Durch die von der Regierung geplante Ausweitung der Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung f&uuml;r Demenzkranke w&uuml;rde das Finanzierungsdefizit um weitere 250 Milliarden auf 950 Milliarden Euro anschwellen.&ldquo;<\/p><p>Dazu ist folgendes zu sagen und zu fragen:<\/p><ol>\n<li>Der Spiegel beruft sich auf eine &bdquo;Studie&ldquo; der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Das ist eine Lobbyorganisation, deren Hauptziel der Abbau des Sozialstaates ist; die Versicherung sollte &bdquo;reformiert&ldquo; werden, hei&szlig;t es besch&ouml;nigend im letzten zitierten Satz.<\/li>\n<li>Der &bdquo;Sozialexperte&ldquo; ist ein bundesweit bekannter Eiferer f&uuml;r die neoliberale Ideologie. Man muss sich langsam fragen, wieso wir als Steuerzahler einen Professor bezahlen, der dann Studien &ndash; vermutlich gegen Bezahlung &ndash; f&uuml;r eine Lobbyorganisation der Metallarbeitgeber macht. Soll er doch aus dem Staatsdienst ausscheiden, er ist doch sicher wie bei der Pflegeversicherung auch sonst f&uuml;r Privatisierung. Die Professoren Raffelh&uuml;schen, Sinn, B&ouml;rsch-Supan, Wiegard, Franz, Straubhaar, R&uuml;rup u.a.m. sollten in einem ersten Reformschritt privatisiert werden &ndash; bei Entzug des Professorentitels. Dann w&uuml;rde die Meinungs- und Willensbildung in Deutschland sofort um vieles weniger aufgeregt und sachlicher.<\/li>\n<li>Es ist unglaublich, heute f&uuml;r das Jahr 2050 Berechnungen anzustellen. Das w&auml;re so, als h&auml;tte man 1960 berechnet, wie der Beitragssatz und Zuschussbedarf f&uuml;r die Rente im Jahr 2005 sein werde. Grotesk. Da hat sich so viel Unvorhersehbares zugetragen. Wenn man 1960 in W&uuml;rdigung der damaligen Verh&auml;ltnisse f&uuml;r 2005 Vollbesch&auml;ftigung unterstellt h&auml;tte, was mit Sicherheit geschehen w&auml;re, h&auml;tte man sich total vertan. Und man h&auml;tte den Pillenknick und die Zuwanderung nicht richtig berechnen k&ouml;nnen. Mit Sicherheit kann man f&uuml;r 2050 keine isolierte Berechung f&uuml;r Deutschland anstellen. Und wir wissen &uuml;berhaupt nicht, wie es mit der Besch&auml;ftigung und Konjunktur weitergeht. Der Spiegel zitiert die Studien von Kaffeesatzlesern.<\/li>\n<li>Dann ist noch die Frage, welche Reform uns vor dem Fehlen der 950 Mrd. retten soll? Die Private Pflegeverssicherung? Weltweit wird zur Zeit belegt, dass die Privatvorsorge weniger g&uuml;nstig arbeitet als die Sozialrenten. Und unattraktiv ist, obwohl der Staat kr&auml;ftig f&ouml;rdert.<\/li>\n<li>Reform ja, wenn es n&ouml;tig ist. Aber ohne die Begleitmusik von Lobby-Professoren.<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&hellip; das meldet SPIEGEL ONLINE am 02. April 2005 um 12:31. 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