{"id":50608,"date":"2019-04-01T15:59:02","date_gmt":"2019-04-01T13:59:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50608"},"modified":"2019-04-02T07:32:17","modified_gmt":"2019-04-02T05:32:17","slug":"us-journalist-sagte-russia-gate-drei-tage-vor-der-praesidentschaftswahl-2016-voraus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50608","title":{"rendered":"US-Journalist sagte Russia-Gate drei Tage vor der Pr\u00e4sidentschaftswahl 2016 voraus"},"content":{"rendered":"<p>Joe Lauria, Herausgeber des Magazins Consortium News, sagte am 5. November 2016 voraus, dass die Demokraten im Falle einer Wahlniederlage von Hillary Clinton &ndash; auch ohne Beweise &ndash;  die Russen daf&uuml;r verantwortlich machen werden, um Trump aus dem Amt zu entfernen. Das war die Geburtsstunde von Russia-Gate.&nbsp;<a href=\"https:\/\/consortiumnews.com\/2019\/03\/25\/a-prediction-3-days-before-the-2016-election-on-how-the-democrats-would-use-russia-gate-to-try-to-depose-trump\/\">Aus dem Englischen<\/a> von <strong>Josefa Zimmermann<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nLauria schrieb, wenn Hillary Clinton gegen Donald Trump verliert, werden die Demokraten auch ohne Beweise Russland beschuldigen und auf dieser Basis versuchen, das Wahlleutekollegium oder den Kongress davon zu &uuml;berzeugen, das Wahlergebnis nicht anzuerkennen. Tats&auml;chlich probierten es die Demokraten mit dieser Taktik, scheiterten aber bei beiden. Danach versuchten sie zweieinhalb Jahre lang zwanghaft, das Narrativ vom Russia-Gate am Leben zu erhalten, mit dem Ziel, Trump zu schw&auml;chen oder abzusetzen. <\/p><p>(Der Artikel vom 5. November 2016 wird hier erneut wiedergegeben.)<\/p><p><strong>Hillary Clintons Ass im &Auml;rmel: Russland<\/strong><\/p><p>Von <strong>Joe Lauria<\/strong><br>\n<strong>erschienen am 5. November 2016<\/strong> in der Huffington Post<\/p><p>Wenn Hillary Clinton diese sehr knappe Wahl verliert, k&ouml;nnte ihr Ass im &Auml;rmel Russland hei&szlig;en.<\/p><p>Die Konzernmedien reagierten schroff, als Donald Trump in der letzten Debatte sagte, er w&uuml;rde abwarten und sehen, was passiert, bevor er das Wahlergebnis anerkennt. &bdquo;Ich werde euch auf die Folter spannen&rdquo;, sagte er. Trump behauptete, die Wahl w&uuml;rde manipuliert werden.<\/p><p>Wenn Trump knapp verliert, k&ouml;nnen wir mit der Forderung nach einer Neuausz&auml;hlung und eventuell mit einer juristischen Anfechtung rechnen. Einige seiner gewaltt&auml;tigeren Anh&auml;nger haben bereits Unannehmlichkeiten angedroht.<\/p><p>Was aber ist, wenn Clinton die Wahl knapp verliert? Nach den Enth&uuml;llungen von WikiLeaks und FBI ist Clintons betr&auml;chtlicher Vorsprung geschrumpft und ein knappes Resultat wird immer wahrscheinlicher.<\/p><p>Ein paar Stunden nach der letzten Debatte wurde Clinton in ihrem Kampagnenflugzeug gefragt, ob sie versprechen k&ouml;nnte, das Wahlergebnis zu akzeptieren. Clinton ignorierte diese Frage und begann, Trump zu attackieren. <\/p><p>Wenn Clinton um Haaresbreite verlieren sollte, hat sie zwei M&ouml;glichkeiten, die Wahl zu kippen und sich selbst zur Pr&auml;sidentin zu machen &ndash; und beide M&ouml;glichkeiten involvieren eine Schuldzuweisung an Russland. Sie kann versuchen, das bizarre amerikanische System der Wahlleutekollegien zu beeinflussen oder mindestens zwei Verb&uuml;ndete im Kongress dazu zu bewegen, die Wahl nicht anzuerkennen.<\/p><p><strong>Das indirekte amerikanische Wahlrecht<\/strong><\/p><p>Den meisten Menschen au&szlig;erhalb der Vereinigten Staaten und auch vielen Amerikanern ist unbekannt, dass der US-Pr&auml;sident nicht vom Volk gew&auml;hlt wird. Die Pr&auml;sidentschaftswahl ist tats&auml;chlich eine Wahl in 50 separaten Einzelstaaten. Wenn ein Kandidat oder eine Kandidatin in einem Bundesstaat die einfache Mehrheit erh&auml;lt, wird ihm oder ihr eine Anzahl von Wahlleuten zugeordnet, die sich nach der Bev&ouml;lkerungszahl richtet.<\/p><p>Dies sind die eigentlichen Personen, die im Namen des Volkes &uuml;ber den Pr&auml;sidenten abstimmen. Die Listen der Wahlleute werden von den beiden gro&szlig;en politischen Parteien vor der Wahl beschlossen. Die Partei, die in einem Bundesstaat gewinnt, stellt die Wahlleute, die den Pr&auml;sidenten w&auml;hlen. Es gibt 538 Wahlleute und ein Kandidat muss 270 ihrer Stimmen erhalten, um zum Pr&auml;sidenten gew&auml;hlt zu werden.[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>]<\/p><p>Dieses System ignoriert die Stimme des einzelnen W&auml;hlers, so dass ein Kandidat landesweit die Mehrheit der Stimmen erhalten kann, aber trotzdem die Wahl verliert. Das geschah bisher viermal, das letzte Mal im Jahr 2000, als Al Gore die meisten Stimmen erhielt, der Wahlsieg aber an George W. Bush ging. <\/p><p>Manche Staaten, wie New York und Kalifornien, w&auml;hlen normalerweise demokratisch, w&auml;hrend andere, wie viele Staaten im Westen und S&uuml;den, sich &uuml;blicherweise im republikanischen Lager befinden. Es gibt jedoch auch sogenannte Swing-States und dort findet der intensivste Wahlkampf statt.<\/p><p>Ein Szenario k&ouml;nnten so aussehen, dass die vier Wahlleute von Maine diese Wahl entscheiden.<\/p><p>Deswegen hat Trump letzte Woche dort Wahlkampf gemacht. Maine und Nebraska sind die beiden einzigen Staaten, die sich einige Wahlleute teilen. Ein Kandidat oder eine Kandidatin kann eine der Stimmen der vier Wahlleute erhalten, wenn er oder sie einen Kongressbezirk gewinnt.<\/p><p><strong>Beeinflussung der Wahlleute durch Schuldzuweisungen an Russland<\/strong><\/p><p>Die Behauptung des Clinton-Lagers nach den ersten WikiLeaks-Enth&uuml;llungen kurz vor dem Konvent der Demokraten, dass der russische Geheimdienst hinter den Enth&uuml;llungen steckte, wurde Anfang Oktober von Geheimdienstchef James Clapper dahingehend erweitert, dass er &bdquo;die h&ouml;chsten Beamten Russlands&rdquo; beschuldigte, dass sie sich &bdquo;in den US-Wahlkampf einmischen&ldquo; wollten, indem sie den Hackerangriff auf das Democratic National Committee autorisierten. <\/p><p>Clapper ging jedoch noch deutlich weiter und behauptete, dass ein russisches Unternehmen hinter den versuchten Angriffen auf Wahlcomputersysteme in verschiedenen Bundesstaaten steckte. <\/p><p>Diese Behauptungen der Obama-Administration wurden von den Medien weitgehend akzeptiert, obwohl es keine &ouml;ffentliche Best&auml;tigung der angeblichen russischen Machenschaften gab. Wenige Tage vor der Wahl griffen die Clinton-freundlichen Medien die Geschichte wieder auf. Der Nachrichtensprecher von CNN Jake Tapper sagte am Freitag f&auml;lschlicherweise, dass die USA die russische Regierung, jedoch keine Firma, beschuldigen, die Wahl zu gef&auml;hrden.<\/p><p>In der letzten Debatte sagte Clinton, der Hack &bdquo;komme von der h&ouml;chsten russischen Regierungsebene, eindeutig von Putin selbst, in dem Versuch, unsere Wahl zu beeinflussen, wie 17 unserer Geheimdienste best&auml;tigten&ldquo;. Diese 17 Geheimdienste wurden allein von Clapper repr&auml;sentiert. Clinton hatte keinerlei Beweise daf&uuml;r. <\/p><p>Wenn Clinton nur wenige Stimmen der Wahlleute fehlen und sie verliert, k&ouml;nnte sie das Ergebnis anfechten, indem sie  behauptet, Russland habe die Wahl manipuliert. Darauf wurde die &Ouml;ffentlichkeit bereits mit einer Reihe unbewiesener Behauptungen vorbereitet, die von den Konzernmedien verbreitet und allgemein akzeptiert wurden. Da die Medien im Vorhinein keine Beweise f&uuml;r solche Behauptungen fordern und falls sie von den Geheimdiensten gest&uuml;tzt werden, k&ouml;nnte ihre einzige Herausforderung darin bestehen, die erforderliche Zahl von Wahlleuten der Republikaner zu &uuml;berzeugen, f&uuml;r sie zu stimmen, um eine Mehrheit zu erhalten.  <\/p><p>Es gibt nur 26 Staaten, in denen die Wahlleute gesetzlich dazu verpflichtet sind, f&uuml;r den Kandidaten zu stimmen, der in dem Staat die Wahl gewonnen hat. Virginia empfiehlt das lediglich. Die anderen 24 Staaten haben keine derartigen Gesetze, so dass die Wahlm&auml;nner frei nach ihrem Gewissen auch gegen die eigene Partei stimmen k&ouml;nnen. <\/p><p>Der Swing-Staat mit den meisten Wahlleuten, in dem es keine gesetzliche Verpflichtung der Wahlleute gibt, ist  Pennsylvania mit 20 Wahlleuten. Andere Bundesstaaten wie Arizona, Utah, Texas, Georgia, North Carolina, Nevada und New Hampshire haben ebenfalls keine Gesetze, um die Wahlleute zur Stimmabgabe f&uuml;r die eigene Partei zu verpflichten. Ohio und Florida, die beiden gr&ouml;&szlig;ten Swing-Staaten, verpflichten die Wahlleute jedoch gesetzlich. <\/p><p>Das Clinton-Lager w&auml;re damit konfrontiert, eine Anzahl Wahlleute umstimmen zu m&uuml;ssen, damit sie gegen den republikanischen Kandidaten und f&uuml;r Clinton stimmen. Sie muss sie &uuml;berzeugen, dass ein ge&auml;ndertes Votum die amerikanische Demokratie gegen die Einmischung eines vermeintlich feindlichen Staates, der die Wahl zugunsten von Trump manipuliert, verteidigt. <\/p><p>Clinton m&uuml;sste diese sogenannten &bdquo;abtr&uuml;nnigen Wahlleute&ldquo; &uuml;berzeugen, gegen den W&auml;hlerwillen des eigenen Bundesstaates zu stimmen. Dies ist in sieben vorausgegangenen Wahlen passiert. Jedes Mal stimmte nur einer der Wahlleute abweichend. Das geschah in den Jahren 1948, 1956, 1960, 1968, 1972, 1976 und 1988. Aber kein abtr&uuml;nniger Wahlmann hat je eine Pr&auml;sidentenwahl entschieden. <\/p><p>Die Wahl von 2016, eine der seltsamsten, an die man sich erinnert, k&ouml;nnte den Wahnsinn dadurch auf die Spitze treiben, dass es zum ersten Mal geschieht.<\/p><p><strong>Die zweite Option<\/strong><\/p><p>Wenn es ihr nicht gelingt, gen&uuml;gend Wahlleute davon zu &uuml;berzeugen, f&uuml;r sie zu stimmen, besteht f&uuml;r sie noch eine letzte Chance.  Am 6. Januar um 13 Uhr treffen sich beide H&auml;user des Kongresses, um die Wahl zu best&auml;tigen. Ein Gesetz von 1887 erlaubt es jedoch jedem Kongressmitglied, formell gegen das Ergebnis Einspruch zu erheben.<\/p><p>Der Einspruch muss schriftlich eingereicht und von mindestens einem Senator und einem Kongressabgeordneten unterzeichnet werden. Die gemeinsame Sitzung wird verschoben und die beiden Kammern haben zwei Stunden Zeit, um jede f&uuml;r sich den Einspruch zu pr&uuml;fen. Dann stimmt jedes Haus dar&uuml;ber ab. Wenn beide daf&uuml;r stimmen, werden die Stimmen der Wahlleute nicht ausgez&auml;hlt.  <\/p><p>Es gab bisher nur zweimal einen Einspruch und in beiden F&auml;llen, 1969 und 2005, wurde er zur&uuml;ckgewiesen. Wenn Clinton erfolgreich ist und der Einspruch angenommen wird, wodurch die Stimmen der Wahlleute f&uuml;r Trump in mehreren Einzelstaaten wegen der angeblichen Einmischung Russlands f&uuml;r ung&uuml;ltig erkl&auml;rt werden, k&ouml;nnte dies dazu f&uuml;hren, dass er weniger als die erforderlichen 270 Stimmen erh&auml;lt. Aber auch dadurch w&uuml;rde Clinton die n&ouml;tigen Stimmzahl nicht erreichen. <\/p><p>Wenn keiner der Kandidaten auf  270 Stimmen kommt, dann wird die Wahl laut Verfassung durch ein Votum des Repr&auml;sentantenhauses entschieden. Jeder Bundesstaat hat eine Stimme und es ist eine einfache Mehrheit erforderlich. Das Haus wird derzeit von den Republikanern kontrolliert. Aber viele Republikaner unterst&uuml;tzen Trump nicht. <\/p><p>Das Haus hat bisher erst zweimal eine Pr&auml;sidentenwahl entschieden. Im Jahr 1800 stimmten jeweils 78 Wahlm&auml;nner f&uuml;r Thomas Jefferson und Aaron Burr. Nach 36 Wahlg&auml;ngen &uuml;ber sechs Tage w&auml;hlte das Haus Jefferson zum dritten Pr&auml;sidenten. Bei der Wahl von 1824 erhielt Andrew Jackson 99 Wahlm&auml;nnerstimmen, 32 Stimmen zu wenig f&uuml;r eine Mehrheit, und John Quincy Adams erhielt 85. Aber das Repr&auml;sentantenhaus entschied sich mit einer Mehrheit von 32 Stimmen f&uuml;r Adams.<\/p><p>Es w&auml;re sicherlich ein erhebliches Risiko f&uuml;r Clinton, sich einer dieser beiden Taktiken zu bedienen, um eine drohende Niederlage gegen Trump abzuwenden. Aber w&auml;re irgendjemand wirklich &uuml;berrascht angesichts all der anderen Vorkommnisse in diesem Wahlkampf? <\/p><p><strong>Joe Lauria ist Chefredakteur des Magazins Consortium News und ehemaliger Korrespondent des Wall Street Journal, des Boston Globe, der Sunday Times of London und zahlreicher anderer Zeitungen. Er kann unter <a href=\"mailto:joelauria@consortiumnews.com\">joelauria@consortiumnews.com<\/a> erreicht und auf Twitter @unjoe verfolgt werden.<\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] *Das System war ein Kompromiss zwischen dem Kongress und den W&auml;hlern (zun&auml;chst nur wei&szlig;e M&auml;nner mit Verm&ouml;gen), die den Pr&auml;sidenten w&auml;hlten. Es gab auch wenig bev&ouml;lkerten Sklavenhalterstaaten im S&uuml;den bei Pr&auml;sidentschaftswahlen ein gr&ouml;&szlig;eres Mitspracherecht. Es wurde 1789 eingef&uuml;hrt, zu einer Zeit, als der Kaiser des Heiligen R&ouml;mischen Reiches von einem Wahlm&auml;nnerkollegium gew&auml;hlt wurde. Von 1849 bis 1918 w&auml;hlten die preu&szlig;ischen W&auml;hler Wahlm&auml;nner, die ihrerseits in einem indirekten Wahlsystem die Abgeordneten des Parlaments w&auml;hlten. Der franz&ouml;sische und der irische Senat werden heute von einem Wahlleutekollegium gew&auml;hlt. Der Papst wird noch heute von einem Kardinalskollegium gew&auml;hlt.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Joe Lauria, Herausgeber des Magazins Consortium News, sagte am 5. November 2016 voraus, dass die Demokraten im Falle einer Wahlniederlage von Hillary Clinton &ndash; auch ohne Beweise &ndash; die Russen daf&uuml;r verantwortlich machen werden, um Trump aus dem Amt zu entfernen. 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