{"id":50771,"date":"2019-04-08T12:36:22","date_gmt":"2019-04-08T10:36:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50771"},"modified":"2019-04-09T07:43:34","modified_gmt":"2019-04-09T05:43:34","slug":"putins-puppen-ein-sturm-im-wodkaglas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50771","title":{"rendered":"\u201ePutins Puppen\u201c \u2013 ein Sturm im Wodkaglas"},"content":{"rendered":"<p>&bdquo;Putins Puppen&ldquo; &ndash; so titelt <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/\/index-14813.html\">die aktuelle SPIEGEL-Ausgabe<\/a>, illustriert von einem Puppenspieler, der die AfD wie eine Marionette steuert. Das ist seltsam, da die achtseitige Titelstory diese Deutung noch nicht einmal im Ansatz deckt. Erz&auml;hlt wird dort vielmehr, wie ein einziger AfD-Mann ohne gro&szlig;en Erfolg die N&auml;he Russlands sucht. Wie man daraus eine wie auch immer geartete Steuerung der AfD &bdquo;durch Putin&ldquo; machen kann, ist absolut schleierhaft. Genau so schleierhaft wie das Potpourri an &bdquo;doppelten Standards&ldquo;, das der SPIEGEL einmal mehr vorexerziert. Wenn es noch eines Belegs f&uuml;r den fortschreitenden Niedergang des Journalismus bedarf &ndash; der aktuelle SPIEGEL d&uuml;rfte s&auml;mtliche Anforderungen daf&uuml;r m&uuml;helos erf&uuml;llen. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2610\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-50771-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190408_Putins_Puppen_ein_Sturm_im_Wodkaglas_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190408_Putins_Puppen_ein_Sturm_im_Wodkaglas_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190408_Putins_Puppen_ein_Sturm_im_Wodkaglas_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190408_Putins_Puppen_ein_Sturm_im_Wodkaglas_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=50771-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190408_Putins_Puppen_ein_Sturm_im_Wodkaglas_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"190408_Putins_Puppen_ein_Sturm_im_Wodkaglas_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Man kennt diesen Effekt von Fertiggerichten aus der Dose. Was einem aufgepeppt durch ein kunstvolles Symbolfoto vom Handel als Delikatesse von Weltrang verkauft wird, stellt sich zu Hause nach dem &Ouml;ffnen der Dose dann als ungenie&szlig;bare fade Masse mit unspezifischer Konsistenz heraus. So gesehen ist auch der aktuelle SPIEGEL ein journalistisches Fertiggericht aus der Dose. W&auml;hrend das Symbolfoto saftige Beweise oder doch zumindest w&uuml;rzige Belege f&uuml;r eine Steuerung der AfD durch den Kreml verspricht, enth&auml;lt der Inhalt lediglich die fade Posse eines einzelnen AfD-Abgeordneten, der die N&auml;he rechter Netzwerke in Russland und auch der russischen Regierung suchte. Die nahm dies wohl zur Kenntnis, ging aber in keinem Punkt auf die W&uuml;nsche der AfD-Manns ein. Ein Sturm im Wodkaglas, der in besseren SPIEGEL-Zeiten vielleicht ein paar Zeilen in der Rubrik &bdquo;Was sonst so geschah&ldquo; bekommen h&auml;tte. <\/p><p>Doch die &bdquo;besseren&ldquo; Zeiten sind beim SPIEGEL schon lange vorbei. Anstatt investigativen Journalismus zu betreiben, spielt das einstige Nachrichtenmagazin heute vor allem zwischen den Zeilen mit den Suggestionen der Leser. Da wird immer wieder von Einflussnahme, Manipulation oder gar Wahlbeeinflussung gesprochen, ohne dies n&auml;her auszuf&uuml;hren. &Uuml;berschriften und Bilder erwecken den Eindruck einer &bdquo;von Russland gekauften Partei&ldquo; &ndash; Belege daf&uuml;r bleibt der ellenlange Artikel jedoch schuldig. <\/p><p><strong>Eine Randnotiz wird zur Titelstory aufgebl&auml;ht<\/strong><\/p><p>Wenn f&uuml;r eine Titelgeschichte ganze zehn SPIEGEL-Redakteure verantwortlich zeichnen und f&uuml;r die &bdquo;Recherche&ldquo; gar ein internationaler Verbund mit dem ZDF, der BBC und der italienischen &bdquo;La Repubblica&ldquo; gebildet wurde, liegt die Messlatte nat&uuml;rlich hoch. Umso erstaunlicher ist, wie wenig inhaltliche Tiefe diese Story hat. Dass der AfD-Abgeordnete Markus Frohnmaier, um den es in der Titelgeschichte einzig und alleine geht, offene Sympathien f&uuml;r Russland hegt, ist nicht neu. Die Kernerkenntnis der SPIEGEL-Geschichte ist nun, dass Frohnmaier sich mehrfach intensiv bei den Russen ins Gespr&auml;ch gebracht hat und offenbar &ndash; er selbst bestreitet dies &ndash; auch Unterst&uuml;tzung erbeten hat. Dies erw&auml;hnt der SPIEGEL gleich mehrfach. <\/p><p><strong>Jedoch schweigen die zehn SPIEGEL-Autoren an der entscheidenden Stelle &ndash; nirgends steht n&auml;mlich, dass offizielle oder inoffizielle Stellen diesen W&uuml;nschen stattgegeben h&auml;tten.<\/strong> Und sp&auml;testens hier stellt die gro&szlig;e Story sich als gro&szlig;er Flop heraus. Zumal die Metastory eines russlandbegeisterten AfD-Abgeordneten, der vom Kreml Jobs f&uuml;r sein Umfeld und Wahlkampfunterst&uuml;tzung f&uuml;r sich selbst fordert, aber in beiden Punkten abblitzt, es nat&uuml;rlich auf keine Titelseite br&auml;chte. Aus der Randnotiz konnte nur dadurch eine Titelstory werden, wenn man gnadenlos doppelte Standards ansetzt und selbst genau die Vorgehensweise an den Tag legt, die man an anderer Stelle kritisiert.<\/p><p><strong>Doppelter Standard: Russische und britische Hacker<\/strong><\/p><p>Das Anlegen doppelter Standards f&auml;ngt dabei schon beim Zustandekommen der Geschichte an. Wie der SPIEGEL selbst eingesteht, bekam man die Dokumente vom &bdquo;<a href=\"https:\/\/dossier.center\/\">Dossier Center<\/a>&ldquo; des im britischen Exil lebenden russischen Oligarchen Chodorkowski, der nach eigenen Angaben in Russland eine &bdquo;Revolution&ldquo; <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24220\">anstacheln will<\/a>.  Sein &bdquo;Dossier Center&ldquo; soll geleakte und gehackte Informationen in Umlauf bringen, die gezielt &bdquo;<a href=\"https:\/\/apnews.com\/04151c1579724d46a2bda546cb37368d\">Putin und seinem Umfeld schaden<\/a>&ldquo; . Unklar ist dabei, woher Chodorkowskis Plattform die Dokumente bekommt. Im aktuellen Fall liegt der Verdacht nahe, dass die Dokumente aus einem Hack stammen, der offenbar aus dem Umfeld des britischen Nachrichtendienstes GCHQ kommt. Es wurden zwei gro&szlig;e Datenquellen ausgewertet &ndash; einmal ein &bdquo;Konvolut&ldquo; aus 4.436 Mails aus der russischen Pr&auml;sidialverwaltung und ein offenbar gehackter privater Mail-Account eines russischen Diplomaten mit mehr als 10.000 Mails, die offenbar in Teilen auch beruflicher Natur waren. <\/p><p><strong>Wer hier die Parallelen zu &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?tag=russiagate\">Russiagate<\/a>&ldquo; nicht sieht, muss blind sein.<\/strong> Bei &bdquo;Russiagate&ldquo; waren es angeblich russische Hacker aus dem Umfeld staatlicher Dienste, die massenweise Mails von Personen aus dem Umfeld der Pr&auml;sidentschaftskandidatin Clinton via Wikileaks ver&ouml;ffentlicht haben sollen, die jedoch &ndash; anders als die &bdquo;Frohnmaier-Leaks&ldquo; des SPIEGEL &ndash; tats&auml;chlich massive Verfehlungen offenlegten. Nun ist jedoch schon fast grotesk, dass ausgerechnet der SPIEGEL, der bei &bdquo;Russiagate&ldquo; stets die Position vertreten hat, dass derartige &bdquo;Leaks&ldquo; aus Quellen vermeintlich staatsnaher Hacker eine unerlaubte Einflussnahme auf demokratische Entscheidungen und sogar eine &bdquo;Manipulation der Wahlen&ldquo; sind, nun seinerseits &bdquo;Leaks&ldquo; nutzt, die ziemlich sicher von Hackern stammen, die einem Drittstaat nahestehen und &uuml;ber eine Plattform ver&ouml;ffentlicht wurden, die &ndash; anders als Wikileaks &ndash; sogar klare Umsturzpl&auml;ne auf ihrer Agenda hat. Deutlicher kann man den eigenen Lesern nicht mitteilen, dass man sich selbst nicht an das eigene &bdquo;Geschw&auml;tz&ldquo; von gestern h&auml;lt und einem die Wahrheit im Grund vollkommen egal ist. Das ist kein Journalismus, das ist Propaganda, die ihre Argumentation wie das F&auml;hnchen im Wind &auml;ndert und keine Grundwerte hat.<\/p><p><strong>Doppelter Standard: Russischer und amerikanischer Einfluss<\/strong><\/p><p>Nun kann man die diplomatische Vertretung Russlands ja durchaus daf&uuml;r kritisieren, dass die dem offenen Werben Frohmaiers zumindest insofern stattgegeben hat, dass er als Bundestagsabgeordneter auf einzelnen unbedeutenden Veranstaltungen in Russland eingeladen wurde. So was w&uuml;rden die USA ja niemals tun! Oder? Pustekuchen! Anfang 2018 nahm der AfD-Abgeordnete Volker M&uuml;nz beispielsweise an einem &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.volker-muenz.de\/afd-bundestagsabgeordneter-volker-muenz-zum-gebetsfruehstueck-mit-us-praesident-eingeladen\/\">Gebetsfr&uuml;hst&uuml;ck<\/a>&ldquo; bei Donald Trump h&ouml;chstpers&ouml;nlich teil und f&uuml;hrte danach Gespr&auml;che mit Kongressabgeordneten und Senatoren. Ein paar Wochen sp&auml;ter traf sich Fraktionschefin  Alice Weidel mit Trumps ehemaligen Chefideologen Steven Bannon zur gemeinsamen Strategie-Besprechung. Im Sommer 2018 unternahmen dann die Abgeordneten Hampel und Kestner eine offizielle Dienstreise des Bundestages nach Washington und lie&szlig;en sich dort im Au&szlig;en- und Verteidigungsministerium und bei der <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/politik\/afd-abgeordnete-washington-unterwegs-10983808.html\">Rand-Corporation<\/a> transatlantisch einschw&ouml;ren. Warum keine Titelstory, die der AfD eine Beeinflussung durch die US-Politik unterstellt?<\/p><p>Die Antwort ist klar. Vor allem bei den Regierungsparteien, der FDP und den Gr&uuml;nen gibt es unz&auml;hlige Spitzenkr&auml;fte, die direkt oder indirekt Mitglied transatlantischer Vereinigungen sind, deren Ziel ganz offen in der Wahrnehmung amerikanischer Interessen in der deutschen Politik besteht. Doch w&auml;hrend der SPIEGEL mit unglaublichem personellen und materiellen Aufwand einen AfD-Mann zu &bdquo;Putins Puppe&ldquo; machen will, wartet man vergeblich auf die Titelstory, die Politikern wie Norbert R&ouml;ttgen (CDU), Sigmar Gabriel (SPD), Omid Nouripour (Gr&uuml;ne), Alexander Graf Lambsdorff (FDP) oder Stefan Liebich (Die Linke) nun vorwirft, &bdquo;Trumps Puppen&ldquo; zu sein. H&auml;tte der Rechtsau&szlig;en Frohnmaier sich bei der US-Botschaft aufgedr&auml;ngt und ein amerikanisches Think Tank um Unterst&uuml;tzung gebeten, w&auml;re dies vom SPIEGEL vielleicht sogar als Ausweis f&uuml;r die &bdquo;Reife&ldquo; der AfD interpretiert worden. Skandalisiert h&auml;tte man dies jedenfalls ganz sicher nicht.<\/p><p><strong>Doppelter Standard: Regeln gelten nur f&uuml;r Russland, aber nicht f&uuml;r uns<\/strong><\/p><p>Wenn die Konrad Adenauer Stiftung den ukrainischen Politiker Vitali Klitschko mit deutschen Steuergeldern offen unterst&uuml;tzt, ist dies f&uuml;r den SPIEGEL <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/ukraine-merkel-will-klitschko-zum-praesidenten-aufbauen-a-937853.html\">kein Problem<\/a> &ndash; und dass Angela Merkel sowie ihr gesamter au&szlig;enpolitischer Stab sich offen in die innerstaatlichen Belange der Ukraine und in die dortigen Wahlen einmischten, ebenfalls nicht. Und dass die USA seinerzeit mit allen Mitteln den russischen Politiker Boris Jelzin zu &bdquo;ihrem&ldquo; Pr&auml;sidenten <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46714\">gemacht haben<\/a>, scheint hierzulande auch niemanden so richtig zu st&ouml;ren.<\/p><p>Aber man muss gar nicht so hoch ansetzen &ndash; schlie&szlig;lich spielt sich der Bezugsfall Frohnmaier ja auch eher auf unterer Ebene ab und der Gedanke, dass Russland die AfD an die Macht putschen will, entspringt ohnehin eher dem Relotius-Ged&auml;chtnis-Storyboard des SPIEGEL. Auch das Ausw&auml;rtige Amt l&auml;dt mehrfach pro Jahr junge, aufstrebende Oppositionelle aus L&auml;ndern, in denen der Westen &bdquo;Aufholbedarf&ldquo; hat, zu &bdquo;Kreativworkshops&ldquo; und &auml;hnlichen Veranstaltungen nach Berlin ein. Ich selbst war fr&uuml;her h&auml;ufiger Referent bei solchen Veranstaltungen. Und nat&uuml;rlich werden dort vom Ausw&auml;rtigen Amt auch Kontakte gekn&uuml;pft, die man sp&auml;ter politisch nutzen will. Im Ausland wird diese Rolle auch gerne von den parteinahen Stiftungen &uuml;bernommen. Und dass Diplomaten im Ausland selbstverst&auml;ndlich Kontakt zu Oppositionspolitkern pflegen, &uuml;ber sie Dossiers anlegen und auf Kandidaten achten, die perspektivisch f&uuml;r deutsche Interessen n&uuml;tzlich sein k&ouml;nnten, ist ebenfalls selbstverst&auml;ndlich und &uuml;berhaupt nichts Besonderes. <\/p><p>Umso unverst&auml;ndlicher ist es, dass SPIEGEL und Co. es immer wieder schaffen, derart harmlose Vorg&auml;nge dann zu skandalisieren, wenn es sich um die Handlungen Russlands dreht. Offenbar gelten f&uuml;r uns und den Wertewesten in den Augen des SPIEGEL grunds&auml;tzlich andere Regeln als f&uuml;r Russland.<\/p><p><strong>Der Feind meines Feindes &hellip;<\/strong><\/p><p>Auch abseits der eigentlichen &bdquo;Geschichte&ldquo; erf&uuml;llt die Titelstory des aktuellen SPIEGEL alle Merkmale eines ziemlich &uuml;blen Propagandast&uuml;cks. Ginge es dabei nicht auch gegen die AfD, w&uuml;rde es sicher auch seitens der Progressiven schon Protestbriefe hageln. Ein Beispiel? &bdquo;Das Verh&auml;ltnis zu Russland sollte uns immer eine sorgf&auml;ltige Pflege wert sein&ldquo; &hellip; an diesem Zitat ist sicherlich nichts auszusetzen und es k&ouml;nnte auch von Angela Merkel oder Sigmar Gabriel stammen. Tut es aber nicht und da es von Alexander Gauland stammt, muss es im SPIEGEL-Artikel auch gleich als Beleg f&uuml;r eine &bdquo;au&szlig;enpolitische R&uuml;ckkehr in die &Auml;ra Preu&szlig;ens&ldquo; ausgelegt werden. Daf&uuml;r darf Gauland sich dann auch auf einer Fotomontage wiederfinden, die ihn Seit&acute; an Seit&acute; mit dem <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22496\">rechtsextremen russischen Mystiker Alexander Dugin<\/a> zeigt, der mit Putin nebenbei bemerkt ungef&auml;hr so viel zu schaffen hat, wie G&ouml;tz Kubitschek mit Angela Merkel. <\/p><p>Nun ist die AfD eine f&uuml;rchterliche v&ouml;lkische Partei und Alexander Gauland ist ein ausgemachter Unsympath &ndash; die AfD aber ohne jeglichen Beleg als &bdquo;Putins Puppen&ldquo; darzustellen, ist Unsinn und Gauland mit Dugin zu vergleichen, ist in etwa so seri&ouml;s wie die Bilder aus der polnischen Springer-Presse, die Angela Merkel als Hitler-Reinkarnation zeichnen. Anstatt &ndash; was ja nun wei&szlig; Gott nicht gerade schwer ist &ndash; die AfD inhaltlich zu stellen, bl&ouml;delt man lieber herum, als sei man ein Troll im Heise-Forum. Auf diesem Niveau ist das einstige &bdquo;Bollwerk der Demokratie&ldquo; also angekommen. <\/p><p>Gef&auml;hrlich ist dabei auch, dass der SPIEGEL mit derlei billiger Propaganda nicht nur sich selbst schadet &ndash; das ist vielmehr die logische und gerechte Strafe -, sondern, dass er der AfD damit am Ende des Tages sogar hilft. Denn wenn die AfD in der &Ouml;ffentlichkeit wegen derartiger Stories zwischen den Zeilen tats&auml;chlich als einzige Stimme f&uuml;r eine Entspannungspolitik gegen&uuml;ber Russland wahrgenommen werden sollte, schw&auml;cht das die AfD nicht, sondern es st&auml;rkt sie. Das nimmt der SPIEGEL offenbar wohlwollend in Kauf.<\/p><p>Titelbild: kudla\/shutterstock.com<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/33629a4fdce640119df9b64b4635b8f9\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&bdquo;Putins Puppen&ldquo; &ndash; so titelt <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/\/index-14813.html\">die aktuelle SPIEGEL-Ausgabe<\/a>, illustriert von einem Puppenspieler, der die AfD wie eine Marionette steuert. Das ist seltsam, da die achtseitige Titelstory diese Deutung noch nicht einmal im Ansatz deckt. Erz&auml;hlt wird dort vielmehr, wie ein einziger AfD-Mann ohne gro&szlig;en Erfolg die N&auml;he Russlands sucht. 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