{"id":5082,"date":"2010-04-08T08:20:29","date_gmt":"2010-04-08T07:20:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5082"},"modified":"2010-04-08T08:20:29","modified_gmt":"2010-04-08T07:20:29","slug":"hinweise-des-tages-1115","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5082","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Zuschl&auml;ge f&uuml;r Aufsichtsr&auml;te; 9,3 Milliarden Subventionen f&uuml;r Niedrigl&ouml;hne; Heuern und Feuern bei der Zeitarbeit; verflixte Export&uuml;bersch&uuml;sse; Angst erh&ouml;ht den Gewinn; nationaler Alleingang notwendig; Juristen und Finanzkrise; Liechtenstein-CD bringt 807 Euro; Billigflieger landet in der Realit&auml;t; aufmotzen statt abr&uuml;sten; zum &bdquo;umgangssprachlichen&ldquo; Krieg; TV-Tipp; Spiegel-Rap; zu guter Letzt. (WL\/MB)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Aufsichtsr&auml;te verdienen immer mehr<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Mit 9,3 Milliarden Euro subventioniert der Staat Niedrigl&ouml;hne<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Heuern und Feuern in der Zeitarbeits-Branche<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Verflixte Export&uuml;bersch&uuml;sse<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Je gr&ouml;&szlig;er die Angst, desto fetter der Gewinn<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Immobilienkrise in Spanien &ndash; Urlaubsparadies am Abgrund<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Nationaler Alleingang ist sinnvoll und notwendig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Wie Juristen die Finanzkrise aufarbeiten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Liechtenstein-CD beschert Staat 807 Millionen Euro<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Hoffnung f&uuml;r Hartz-IV-Familien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Fluggesellschaft Germania: Landung in der Realit&auml;t<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Misst&auml;nde in Schlachth&auml;usern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Marc Beise: Warum Neoliberalismus kein Schimpfwort ist<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Aufmotzen statt abr&uuml;sten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Zum &bdquo;umgangssprachlichen&ldquo; Krieg in Afghanistan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Wikileaks-Video &rdquo;Wie die Bilder aus Abu Ghraib&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">TV-Tipp: Rentenangst<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Wer verbreitet die meisten L&uuml;gen im Land?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Zu guter Letzt: Einmal das Gef&uuml;hl haben ein klein wenig Sympathie zu erwecken<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind.<br>\nWenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=5082&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><br>\n<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Aufsichtsr&auml;te verdienen immer mehr<\/strong><br>\nW&auml;hrend die Krise die Gewinne der Konzerne gerade einbrechen l&auml;sst, wachsen die Bez&uuml;ge ihrer Aufseher immer weiter. Die Geh&auml;lter von deutschen Aufsichtr&auml;ten sind seit dem Jahr 1999 um bis zu 425 Prozent gestiegen. An der Spitze steht der Sportartikelhersteller Adidas. Und selbst beim Schlusslicht BASF steht unter dem Strich noch ein Plus bei den Bez&uuml;gen. m Durchschnitt der 30 Dax-Konzerne legten die Geh&auml;lter der Kontrolleure um 52 Prozent zu. Da konnten selbst die viel gescholtenen Vorst&auml;nde nicht mithalten. Ihre Verg&uuml;tungen kletterten nur um 35 Prozent. Top-Verdiener unter Deutschlands Aufsichtsr&auml;ten sind unver&auml;ndert Manfred Schneider, der bei RWE und Bayer 878 900 Euro einstrich, und Gerhard Cromme, dessen Bez&uuml;ge sich bei Thyssen Krupp und Siemens auf 674 670 Euro summierten. Eon-Aufsichtsrat Ulrich Hartman kassierte 464 000 Euro, dicht gefolgt von Henkel-Erbin Simone Bagel-Trah, die 455 000 Euro erhielt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/art271,3078180?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Dabei sind z.B. bei Manfred Schneider nicht einmal alle Aufsichtsratsposten genannt. Schneider ist weiterhin im Aufsichtsrat von Daimler, Tui und Linde. Neben der alten Frage, wie viele Firmen ein Aufsichtsrat wirksam kontrollieren kann und nach der Verquickung von Aufsichtsr&auml;ten mit den zu kontrollierenden Firmen, in denen sie als Vorst&auml;nde wirkten, ist angesichts dieser Zahlen eines ganz gewi&szlig; nicht zu erwarten, dass Aufsichtsr&auml;te Vorst&auml;nden Bescheidenheit predigen.<br>\n<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Mit 9,3 Milliarden Euro subventioniert der Staat Niedrigl&ouml;hne<\/strong><br>\nFirmen zahlen so schlechte L&ouml;hne, dass der Staat sie aufstocken muss. Das ist f&uuml;r den Wissenschaftler Gerhard Bosch der wirkliche Missbrauch bei Hartz IV. Wir sprachen mit dem Professor und Direktor des Instituts Arbeit und Qualifikation an der Universit&auml;t Duisburg-Essen.<br>\n1,3&nbsp;Millionen Erwerbst&auml;tige bekommen Hartz&nbsp;IV. Das kostet den Staat pro Jahr 9,3&nbsp;Milliarden Euro&hellip; Ein Gro&szlig;teil davon sind Subventionen an Unternehmen. Und zwar an solche, die zu den schlechtesten mit den &uuml;belsten Entlohnungspraktiken geh&ouml;ren. Die, die Arbeitnehmer zu den Arbeitsagenturen schicken und sagen: Holt Euch da den Rest. Das ist der gro&szlig;e Missbrauch: Nicht der durch Hartz- IV-Empf&auml;nger, sondern durch schlechte Arbeitgeber. Darum gibt es in vielen L&auml;ndern Mindestl&ouml;hne, etwa in Gro&szlig;britannien, wo der Finanzminister sagt: Die Lohnsubventionen werden zu teuer. Wir m&uuml;ssen Untergrenzen setzen, sonst nutzen die Unternehmen das aus.<br>\n6,5&nbsp;Millionen Besch&auml;ftigte arbeiten im Niedriglohnsektor, von der Politik aktiv gef&ouml;rdert. Schuld daran sind nicht allein die Hartz-Gesetze, sondern auch Outsourcing und Privatisierungen von &ouml;ffentlichen Dienstleistungen. In den privatisierten Dienstleistungen gelten keine allgemeinverbindlichen Tarifvertr&auml;ge. Darum ist es f&uuml;r Unternehmen attraktiv, tarifgebundene Bereiche in tariflose Firmen auszulagern.<br>\nEtwa 520&nbsp;Millionen Euro geben die Arbeitsagenturen jedes Jahr allein f&uuml;r erg&auml;nzendes Hartz&nbsp;IV f&uuml;r Leiharbeitnehmer aus. Jeder Anh&auml;nger des freien Wettbewerbs m&uuml;sste emp&ouml;rt dar&uuml;ber sein, dass solche Branchen subventioniert werden. Wenn der, der am schlechtesten bezahlt, auch noch Geld vom Staat daf&uuml;r erh&auml;lt, verzerrt das den Wettbewerb enorm.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.igmetall.de\/cps\/rde\/xchg\/internet\/style.xsl\/view_4126.htm%20\">IG Metall<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Heuern und Feuern in der Zeitarbeits-Branche<\/strong><br>\nZeitarbeiter tragen ein deutlich h&ouml;heres Entlassungsrisiko als die Besch&auml;ftigten anderer Branchen. Monatlich verlieren im Durchschnitt rund 6 Prozent aller Leiharbeitnehmer ihren Arbeitsplatz, das sind 3,5 Mal so viel wie etwa im Gastgewerbe. Im Verarbeitenden Gewerbe, das von der Wirtschaftskrise besonders betroffen ist, waren es 0,6 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit eines Arbeitsplatzverlustes liegt in allen Wirtschaftszweigen in Ostdeutschland h&ouml;her als im Westen. Dies geht aus einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hervor, welche dieser Zeitung vorliegt. Daf&uuml;r wurden die Zugangszahlen der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit von Oktober 2008 bis September 2009 ausgewertet.<br>\nW&auml;hrend dieses Zeitraums verloren nach DGB-Angaben rund 430.000 Leiharbeiter ihre sozialversicherungspflichtige Besch&auml;ftigung. Damit seien rein rechnerisch innerhalb eines Jahres rund 76 Prozent aller Zeitarbeitskr&auml;fte arbeitslos geworden. Selbst in den Aufschwungjahren 2007 und 2008 seien rund 300.000 Betroffene erwerbslos geworden. Zu den Neueinstellungen wurden keine Angaben gemacht. &bdquo;Dies zeigt, dass sich die Verleihbranche immer noch durch eine Politik des Heuerns und Feuerns auszeichnet und personalpolitische Risiken auf Beitragszahler und Steuerzahler abgew&auml;lzt werden&ldquo;, hei&szlig;t es in dem Papier.<br>\nDie Arbeitnehmerorganisation weist auch auf das &uuml;berdurchschnittliche Armutsrisiko der Besch&auml;ftigten hin und beruft sich auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes, denen zufolge 77 Prozent der Vollzeitbesch&auml;ftigten einen Lohn unterhalb der Niedriglohnschwelle erhalten. Der durchschnittliche monatliche Bruttolohn eines Geringverdieners in der Zeitarbeit betrug zuletzt knapp 1300 Euro, der Durchschnittsverdienst lag bei etwa 1750 Euro. Laut Gewerkschaftsbund ist jede siebte bis achte Vollzeitkraft in der Zeitarbeit auf erg&auml;nzendes Arbeitslosengeld II angewiesen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44\/Doc~E4F784CCACA5F4166B27ED4C838DF5C60~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Verflixte Export&uuml;bersch&uuml;sse<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Argumentationshilfe des Ausw&auml;rtigen Amtes zu den deutschen Export&uuml;bersch&uuml;ssen<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/100408_Argumentationshilfe_AA.pdf\">PDF Dokument [PDF &ndash; 12KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Nur insofern lesenswert, als dass Sie in diesem Dokument die verdichtete Verteidigungslinie f&uuml;r die Agendapolitik und die Irrlehre geballt zusammengefasst finden.<br>\n<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Deutscher Euro-Imperialismus<\/strong><br>\nKanzlerin Merkel gab ihrem Volk schon in der Neujahrsansprache 2008\/2009 zu verstehen: &raquo;Wir wollen die Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise nicht einfach &uuml;berstehen. Wir wollen st&auml;rker aus ihr herausgehen, als wir hineingekommen sind &hellip; wir Deutschen haben schon ganz andere Herausforderungen gemeistert &hellip; Wir haben das zerst&ouml;rte Deutschland nach dem Krieg aufgebaut und fest in Europa verankert.&laquo; Inzwischen ist genauer zu erkennen, was der Kanzlerin Redenschreiber im Auftrag der hierzulande herrschenden Kapitalinteressen wohl im Sinn hatten: Die &raquo;feste Verankerung&laquo; wird genutzt, um ganz Euroland zu dominieren. Beim EU-Gipfel in Br&uuml;ssel am 25. M&auml;rz 2010, wo es um Kredithilfen f&uuml;r Griechenland ging, bestimmte die Kanzlerin der Deutschen fast allein gegen den Rest: Keine Direkthilfen f&uuml;r klamme Schuldnerl&auml;nder wie Griechenland und die &uuml;brigen &raquo;PIGS&laquo; (Portugal, Italien, Griechenland, Spanien), die wohl schon bald ebenfalls hilfsbed&uuml;rftig sein werden; stattdessen die Verpflichtung f&uuml;r sie, sich grunds&auml;tzlich zun&auml;chst beim Internationalen W&auml;hrungsfonds (IWF) zu verschulden und sich den von dort zu erwartenden &auml;u&szlig;erst strengen Haushaltsspar- und Privatisierungsauflagen zu unterwerfen. Danach k&ouml;nnten unter Umst&auml;nden auch Kredite aus EU-L&auml;ndern gew&auml;hrt werden, sofern alle Mitgliedsl&auml;nder zustimmen &ndash; also wahrscheinlich nie oder erst, wenn Deutschland es will.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/sopos.org\/aufsaetze\/4bb59d044a5b8\/1.phtml\">Ossietzky<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Die verflixten &Uuml;bersch&uuml;sse<\/strong><br>\nHandelsungleichgewichte wird in letzter Zeit auch an den Finanzm&auml;rkten wieder verst&auml;rkt diskutiert. Deutlich dr&uuml;ckt sich Gabriel Stein von der Londoner Finanzfirma Lombard Street Research aus. Er unterstreicht, dass Deutschland f&uuml;r die internationale Nachfrage nach seinen Produkten von der Bereitschaft anderer L&auml;nder abh&auml;nge, Defizite und Schulden anzuh&auml;ufen. Und er zieht eine Verbindung zur Kreditkrise, indem er betont, dass die Kehrseite des von Deutschland und anderen &Uuml;berschussl&auml;ndern (d. h. insbesondere China und Japan) verfolgten Modells des Wachstums durch Exporte die Verschuldung und der Kreditboom der Defizitl&auml;nder gewesen sei. Zudem weist Stein darauf hin, dass das deutsche Modell nur zu einer unterproportionalen Expansion gef&uuml;hrt habe. Im Laufe des letzten Konjunkturzyklus &ndash; von der Rezession von 2001 bis Ende 2009 &ndash; habe Deutschland ein Wirtschaftswachstum im Jahresdurchschnitt von weniger als 0,5% aufgewiesen (nur Italien habe noch schlechter abgeschnitten), w&auml;hrend Frankreich und Grossbritannien mit knapp 1,5% und Spanien (sowie die USA) mit rund 2% deutlich besser &uuml;ber die Runden gekommen seien. Noch schlechter habe sich im gleichen Zeitraum der Konsum entwickelt: Er habe praktisch stagniert. Auch der &Ouml;konom der auf die Verwaltung strukturierter Papiere spezialisierten Collineo Asset Management (Sal. Oppenheim), Fabian Fritzsche, h&auml;lt Kritik an Deutschland f&uuml;r berechtigt. Der Anstieg der Lohnst&uuml;ckkosten habe deutlich unter der von der EZB angepeilten Inflation gelegen, was ebenso zu Ungleichgewichten beitrage wie der in den Defizitl&auml;ndern die Inflation &uuml;bertreffende Kostenanstieg. Ohne Gegensteuer in den Exportl&auml;ndern k&ouml;nnten die Defizitl&auml;nder an den Punkt kommen, an dem die W&auml;hrungsunion f&uuml;r sie keinen Sinn mehr habe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/finanzen\/nachrichten\/die_verflixten_ueberschuesse_1.5380161.html?printview=true\">NZZ.ch<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Je gr&ouml;&szlig;er die Angst, desto fetter der Gewinn<\/strong><br>\nIn der gesamten EU wurden 2008 &uuml;ber 650 Milliarden Euro an Staatsanleihen ausgegeben, 2009 waren es schon &uuml;ber 900 Milliarden, in diesem Jahr werden es (nach konservativer Sch&auml;tzung) deutlich &uuml;ber 1100 Milliarden sein. Insgesamt stehen die EU-Staaten heute bei ihren Schuldner&shy;Innen mit &uuml;ber 8000 Milliarden Euro in der Kreide. Japan wird im Lauf dieses Jahres gut 1100 Milliarden Euro an Staatsanleihen auflegen, die USA kommen mit &uuml;ber 2300 Milliarden Dollar an frischen Staatsanleihen dazu. Nichts w&auml;chst im Moment so st&uuml;rmisch wie die Staatsschulden &ndash; und damit auch das Gesch&auml;ft mit ebendiesen.<br>\nStaatsschulden sind f&uuml;r die Banken &ndash; mitsamt ihren Beratern, Analystinnen, Journalisten, Juristinnen, Ratingagenturen &ndash; ein Riesengesch&auml;ft.<br>\nMit der Angst vor dem Staatsbankrott, vor dem drohenden W&auml;hrungschaos im Nacken werden jetzt neoliberale Reformen durchgedr&uuml;ckt &ndash; in Spanien, in Italien, in Portugal, in Grossbritannien, &uuml;berall steht jetzt das Rentenalter 67 auf der Tagesordnung. &Uuml;berall d&uuml;rfen sich die Normalb&uuml;rger&shy;Innen &ndash; nicht aber die Kapital- und Verm&ouml;gensbesitzerInnen &ndash; auf kr&auml;ftige Steuererh&ouml;hungen gefasst machen. &Uuml;berall werden die &ouml;ffentlichen Leistungen zusammengestrichen, wird der &ouml;ffentliche Sektor ausged&uuml;nnt. Angetrieben von der angeblichen Finanznot des Staates wird die Privatisierung &ouml;ffentlichen Eigentums fr&ouml;hlich weitergetrieben. Die GriechInnen werden geschlachtet, die PortugiesInnen weich gekocht, die Messer gegen Spanien gewetzt&hellip;<br>\nPl&uuml;ndere die eigene Bev&ouml;lkerung und dann die der Nachbarn. Die Staatsschulden sind ein weiterer Hebel in diesem b&ouml;sen Spiel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.woz.ch\/artikel\/archiv\/19153.html\">WOZ<\/a>\n<\/li>\n<p><strong>Siehe zum Domino-Effekt:<\/strong><\/p>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Immobilienkrise in Spanien &ndash; Urlaubsparadies am Abgrund<\/strong><br>\nDie spanische Immobilienblase ist geplatzt, die goldenen Zeiten sind vorbei. Nun steht das Land vor gewaltigen wirtschaftlichen Problemen, die die ganze Euro-Zone in Mitleidenschaft ziehen k&ouml;nnen. Immobilienexperten wie Achim D&uuml;bel von der Berliner Finconsult vergleichen die spanische Krise bereits mit der ber&uuml;chtigten Subprime-Krise in den USA.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/frontal21.zdf.de\/ZDFde\/download\/0,6753,7015299,00.pdf\">ZDF Frontal21 [PDF &ndash; 53 KB]<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFmediathek\/content\/1013748\">ZDF Frontal21<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Nationaler Alleingang ist sinnvoll und notwendig<\/strong><br>\nSeit die Finanzkrise ausbrach im September 2008 wird &uuml;ber Regulierung geredet, &uuml;ber den Versuch, Banken und Finanzm&auml;rkte st&auml;rker zu kontrollieren. Doch geschehen ist bislang nicht viel. Jetzt hat die Bundesregierung verschiedene Ma&szlig;nahmen beschlossen, etwa eine Bankenabgabe, um einen Nothilfefonds f&uuml;r zuk&uuml;nftige Krisenf&auml;lle einzurichten. Prompt kam der Protest der Branche, solche nationalen Alleing&auml;nge seien sch&auml;dlich f&uuml;r den Finanzplatz Deutschland, und auch der Koalitionspartner FDP dr&auml;ngt auf eine international einheitliche L&ouml;sung. Im Studio begr&uuml;&szlig;e ich nun Wieslaw Jurczenko, Finanzjournalist und Anwalt f&uuml;r Wertpapierrecht, er war fr&uuml;her selbst f&uuml;r eine internationale Gro&szlig;bank t&auml;tig und kritisiert genau diesen internationalen Ansatz:<br>\n&ldquo;Also, bei diesen Vorschl&auml;gen handelt es sich meines Erachtens um ein Phantom. Das ist etwas, was sich sehr gut anh&ouml;rt, ist absolut illusorisch. ich kenne keine einzige Finanzmarktregulierung, die tats&auml;chlich global einheitlich umgesetzt w&auml;re in irgendeiner Form. Das hat auch an anderen Stellen schon nicht geklappt, man denke da an den Klimaschutz, die Kerosinbesteuerung, aber auch Rechnungslegungsvorschriften sind immer noch nicht einheitlich. Und nicht zuletzt die Transaktionssteuer, die immer wieder diskutiert wird, die es &uuml;brigens in Deutschland von 1885 bis 1991 gegeben hat, die hat man damals abgeschafft, weil man die Bef&uuml;rchtung hatte, dass sie dem Finanzmarkt schade. Interessanterweise hat Gro&szlig;britannien und die Schweiz diese Transaktionssteuer beziehungsweise die Stempelsteuer bei B&ouml;rsenums&auml;tzen immer noch beibehalten und es hat ihnen in keinster Weise geschadet. Also meines Erachtens bringt es nichts, es ist illusorisch, es hat nirgendwo geklappt und ist meines Erachtens eine absolute Nebelkerze und ich frage mich auch, was da &uuml;berhaupt reguliert werden soll.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dkultur\/sendungen\/thema\/1155670\/drucken\/\">DLF<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Wie Juristen die Finanzkrise aufarbeiten<\/strong><br>\nMoralisch stehen die Schuldigen der Finanzkrise l&auml;ngst fest &ndash; doch die juristische Aufarbeitung beginnt gerade erst. &Uuml;berall suchen Strafverfolger und Politiker nach der Schuldigen. Ein Besuch bei den Aufkl&auml;rern des Jahrhundertskandals.<br>\nMehr als 17 Monate sind seit dem Zusammenbruch der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers vergangen, mehr als 16 seit der dramatischen Rettung der HRE. Mit aberwitzigen Summen hat der deutsche Staat Banken gerettet, auf Jahrzehnte ist er nun gefesselt, zu einem eisernen Sparkurs gezwungen. Moralisch ist seit Langem klar, wo die Schuldigen f&uuml;r dieses Debakel zu suchen sind: In den Vorstandsetagen der Banken. Doch juristisch ist bislang nichts passiert, weder in Deutschland noch sonst wo in der Welt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/international\/:agenda-wie-juristen-die-finanzkrise-aufarbeiten\/50083629.html%20\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Siehe dazu: <a href=\"\/?p=5051\">Die Finanzkrise offenbart eine Krise des Strafrechts.<\/a><\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Liechtenstein-CD beschert Staat 807 Millionen Euro<\/strong><br>\nNach einer Bilanz der Bochumer Staatsanwaltschaft von Ende M&auml;rz sind durch Selbstanzeigen im Fall der Vaduzer Bank LGT Treuhand insgesamt 626 Millionen Euro in die Kassen geflossen. 222 Millionen davon wurden mit Bezug auf die LGT gezahlt, 404 Millionen Euro hatten keinen direkten Zusammenhang mit der liechtensteinischen F&uuml;rstenbank.<br>\nSeit 2008 hat die Bochumer Strafverfolgungsbeh&ouml;rde, die eng mit der Steuerfahndung Wuppertal zusammenarbeitet, im Fall LGT exakt 596 Ermittlungsverfahren eingeleitet. 244 davon sind bislang erledigt worden. Daraus ergaben sich bisher weitere Zahlungen in H&ouml;he von rund 181 Millionen Euro.<br>\nDie meisten Verfahren (179) wurden nach Paragraph 153a der Strafprozessordnung gegen Zahlung von Geldauflagen eingestellt: Das erbrachte dem Staat weitere 24,5 Millionen Euro. In einem Fall gab es einen Strafbefehl, 59 Verfahren wurden ohne jede Auflage eingestellt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/finanzen\/710\/507862\/text\/\">SZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Hoffnung f&uuml;r Hartz-IV-Familien<\/strong><br>\nVerfassungswidrig nennen die obersten Bundesrichter die bisherige Berechnung der Hartz IV-S&auml;tze. Sie fordern bis Ende des Jahres von der Regierung eine Neuregelung, die transparent und nachvollziehbar sein muss. &ldquo;Eine schallende Ohrfeige f&uuml;r die Bundesregierung&rdquo;, nennt das Ulrich Schneider vom Parit&auml;tischen Wohlfahrtsverband.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/frontal21.zdf.de\/ZDFde\/download\/0,6753,7015301,00.pdf\">ZDF Frontal21 [PDF &ndash; 49 KB]<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFmediathek\/content\/1009678\">ZDF Frontal21 [Video]<\/a><br>\nQuelle 3: <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFmediathek\/content\/1012962\">ZDF Frontal21 [Video, Interview mit Professor Brachinger]<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Fluggesellschaft Germania: Landung in der Realit&auml;t<\/strong><br>\nmu&szlig; entlassenene Piloten weiterbesch&auml;ftigen. Arbeitsgericht Berlin: Gewerkschaftst&auml;tigkeit kein K&uuml;ndigungsgrund. Die m&uuml;ndliche Verhandlung vor der 29. Kammer gestattete tiefe Einblicke in die Gedankenwelt der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung der Billigairline. &raquo;Durch die Bildung der Tarifkommission ist ein erheblicher Unfrieden in der Gesamtbelegschaft eingezogen&laquo;, argumentierte Germania-Anwalt Dennis Bredehorn. Die VC, betonte er, sei &raquo;eine Spartengewerkschaft, die nur Funktionseliten vertritt, &auml;hnlich wie der Marburger Bund bei den Krankenhaus&auml;rzten oder die GDL bei den Lokf&uuml;hrern&laquo;. Warum diesen &raquo;Funktionseliten&laquo; das in der Verfassung garantierte Grundrecht auf Koalitionsfreiheit versagt werden sollte, f&uuml;hrte er nicht weiter aus. Statt dessen malte er eine akute Notlage aus: &raquo;Die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung f&uuml;hlte sich durch die Wahl der Tarifkommission erheblich unter Druck gesetzt.&laquo; Dieser existenzbedrohenden Situation habe sie nur noch durch eine &raquo;Druckk&uuml;ndigung&laquo; abhelfen k&ouml;nnen. &raquo;Um den Betriebsfrieden wiederherzustellen&laquo;, f&uuml;gte Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer John Kohlsaat hinzu, habe man es f&uuml;r &raquo;sinnvoll&laquo; befunden, &raquo;diese K&uuml;ndigungen&laquo; auszusprechen. &raquo;Es ist ja verst&auml;ndlich, da&szlig; ein Arbeitgeber die Gewerkschaft nicht so gern im Haus haben m&ouml;chte, weil er davon vielleicht wirtschaftliche Nachteile erwartet&laquo;, entgegete der Vorsitzende Richter am Arbeitsgericht Berlin, Martin Steinmetz. &raquo;Aber ist das ein K&uuml;ndigungsgrund?&laquo; Die Germania-F&uuml;hrung meint ja, und ihre Rechtsbeistand hat ihr offenbar nicht erkl&auml;rt, da&szlig; man mit dieser Position derzeit vor deutschen Arbeitsgerichten noch keine Chance hat. Unprofessionalit&auml;t, Hybris oder eine Mischung von beidem? Der Luftfahrt-Manager redete sich um Kopf und Kragen. Die &raquo;Gefahr, da&szlig; Mitbestimmung etabliert wird&laquo;, habe man abwehren m&uuml;ssen, die Tarifkommission h&auml;tte &raquo;die Wettbewerbsf&auml;higkeit der Germania gef&auml;hrdet&laquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/04-08\/047.php?print=1\">Jugendwelt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Misst&auml;nde in Schlachth&auml;usern<\/strong><br>\nNoch nie wurden in Deutschland so viele Schweine geschlachtet, wie im vergangenen Jahr. Rund 56 Millionen vermeldete k&uuml;rzlich das Statistische Bundesamt &ndash; absoluter Rekord. Dabei gibt es in Deutschland immer weniger Schlachth&ouml;fe. In der Folge werden mehr Tiere in immer weniger Betrieben geschlachtet, bleibt der gesetzlich vorgeschriebene Tierschutz oft auf der Strecke. Hunderttausende Schweine und Rinder m&uuml;ssen darunter unn&ouml;tig leiden.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/frontal21.zdf.de\/ZDFde\/download\/0,6753,7015302,00.pdf\">ZDF Frontal21 [PDF &ndash; 53 KB]<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFmediathek\/content\/1013758\">ZDF Frontal21 [Video]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Nur ein Detail, das gestern im ZDF-Videotext zu lesen war und mich veranlasste, den Bericht nicht zu sehen, der dem Publikum nach Aussage von Moderatorin Hilke Peters das Schlimmste erspart &ndash; ungef&auml;hr eine halbe Million Schweine wird nicht richtig bet&auml;ubt und ger&auml;t lebendig in die Br&uuml;hbecken und die Zerteilungsmaschinen. Da ist dann beim Verdauen der abendlichen Wurst- und Schinkenrationen die Emp&ouml;rung sicher gro&szlig;. Und beim n&auml;chsten mal wird wieder billig eingekauft. Denn beim Fressen, beim Geld und beim Urlaub h&ouml;rt die Tierliebe der Deutschen auf. Mit 17 wurde ich Vegetarier.<br>\n<\/em><\/p>\n<p><strong>Passend dazu: <\/strong><\/p>\n<p><strong>Qu&auml;lerei im Kaninchenstall<\/strong><br>\nMastkaninchen werden in Deutschland unter &auml;hnlich grausamen Bedingungen gehalten wie fr&uuml;her Legehennen. Erste Superm&auml;rkte nehmen ihr Fleisch aus den Regalen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/zukunft\/konsum\/artikel\/1\/quaelerei-im-kaninchenstall\/\">TAZ<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Marc Beise: Warum Neoliberalismus kein Schimpfwort ist<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/video\/4230.html\">SZ.de [Video]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ein entlarvendes Video mit Marc Beise dem Leiter der Wirtschaftsredaktion der S&uuml;ddeutschen Zeitung. Wie er hier die Lehre von Alexander R&uuml;stow erl&auml;utert und ihn f&uuml;r den heutigen Neoliberalismus in Anspruch nimmt.<br>\nWir h&auml;tten einen Staat, der sich in alle Bereich des menschlichen Lebens einmischt, wir h&auml;tten eine &uuml;berbordende B&uuml;rokratie, wir h&auml;tten ein Sozialsystem in dem der Einzelne kaum Gestaltungsm&ouml;glichkeit bes&auml;&szlig;e, wir h&auml;tten eine Steuer- und Abgabenbelastung selbst im Mittelstand von &uuml;ber 50 Prozent des Bruttoeinkommens, wir haben zuviel Staat und nicht zu wenig Staat, behauptet Beise gegen alle Wirklichkeit. Ein Beispiel f&uuml;r die ideologische Verblendung der neuen Neoliberalen und ein Beispiel daf&uuml;r wie die Wirtschaftredaktion der S&uuml;ddeutschen Zeitung ideologisch gef&auml;rbt ist.<br>\nDer dort bem&uuml;hte Alt-Neoliberale Alexander R&uuml;stow ist gegen&uuml;ber dem Neoliberalen Beise geradezu <a href=\"\/?p=4116\">ein Linksradikaler<\/a>.<br>\n<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Aufmotzen statt abr&uuml;sten<\/strong><br>\nBarack Obama l&auml;sst sich f&uuml;r seine neue Atomwaffendoktrin feiern &ndash; doch tats&auml;chlich bleibt das US-Arsenal in seiner Gr&ouml;&szlig;e bestehen. Es wird sogar modernisiert, die Milit&auml;rs haben ihre Wunschprojekte durchbekommen. Der Pr&auml;sident l&auml;sst auch Waffen in Deutschland &uuml;berholen.<br>\nDoch was &auml;ndert die neue Doktrin in der Praxis?\n<ul>\n<li>Die landgest&uuml;tzten Interkontinentalraketen bleiben in ihrer Zahl vorerst erhalten. Derzeit verf&uuml;gen die USA &uuml;ber 450 Minuteman-III-Raketen mit jeweils bis zu drei Sprengk&ouml;pfen. Die Zahl der Sprengk&ouml;pfe soll zwar auf einen pro Rakete reduziert werden, doch die Modernisierung der Raketen soll wie geplant fortgesetzt werden &ndash; so dass die Minuteman III bis 2030 im Dienst bleiben kann. Vorarbeiten f&uuml;r eine Nachfolgerakete laufen weiter.\n<\/li>\n<li>Wie geplant werden auch die Sprengk&ouml;pfe des Typs W-76 modernisiert, mit denen Trident-Raketen auf U-Booten best&uuml;ckt sind. Sie sind das R&uuml;ckgrat des strategischen US-Arsenals.\n<\/li>\n<li>Zur Modernisierung der Sprengk&ouml;pfe W-78 soll eine Vorstudie erstellt werden &ndash; inklusive einer Pr&uuml;fung, ob sie auch auf U-Booten eingesetzt werden k&ouml;nnten. Bisher sind mit ihnen die landgest&uuml;tzten Minuteman III-Raketen ausger&uuml;stet.\n<\/li>\n<li>Die F&auml;higkeit, Jagd- und schwere Bomber nuklear zu bewaffnen, soll erhalten bleiben. Geplant ist, die Lebenszeit der B-61-Atombomben &ldquo;in vollem Umfang&rdquo; zu verl&auml;ngern. Die B-61 ist auch in Deutschland stationiert &ndash; auf dem Fliegerhorst B&uuml;chel sollen rund 20 St&uuml;ck lagern.\n<\/li>\n<li>Die nukleare Rolle der strategischen Bomber vom Typ B-52 und B-2 bleibt grunds&auml;tzlich unangetastet. Erwogen wird lediglich, einige B-52 auf konventionelle Waffen umzustellen.\n<\/li>\n<li>Die Zahl der strategischen U-Boote der Ohio-Klasse k&ouml;nnte in der zweiten H&auml;lfte dieses Jahrzehnts von 14 auf 12 reduziert werden. &ldquo;Diese Entscheidung beeinflusst aber nicht die Zahl der auf U-Booten stationierten Atomsprengk&ouml;pfe&rdquo;, steht in dem Dokument. Vorangetrieben wird die Entwicklung eines neuen U-Boot-Typs, der die Ohio-Klasse ab 2027 ersetzen soll.\n<\/li>\n<li>Die Alarmbereitschaft der US-Atomstreitkr&auml;fte bleibt unver&auml;ndert. Derzeit sind zwar die schweren Bomber nicht rund um die Uhr in Alarmbereitschaft, daf&uuml;r aber fast alle landgest&uuml;tzten Interkontinentalraketen. Auch eine &ldquo;bedeutende Zahl strategischer Atom-U-Boote&rdquo; sei zu jeder Zeit auf See. Laut NPR soll dieser Zustand fortbestehen. Ein kleiner Trost: Alle land- und seegest&uuml;tzten Atomraketen zielen weiterhin zun&auml;chst auf den offenen Ozean &ndash; so dass im Fall eines versehentlichen Starts kein Land getroffen wird.\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>F&uuml;r die Modernisierungsprogramme sind auch hohe Investitionen in die Atom-Infrastruktur der USA geplant. Laut Verteidigungsminister Robert Gates sollen fast f&uuml;nf Milliarden Dollar aus seinem Haus ins zust&auml;ndige Energieministerium flie&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/technik\/0,1518,687619,00.html%20\">Spiegel<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Zum &bdquo;umgangssprachlichen&ldquo; Krieg in Afghanistan<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Sackgasse im &bdquo;umgangssprachlichen&ldquo; Krieg<\/strong><br>\nDie neue Afghanistan-Strategie der Bundesregierung ist Selbstbetrug. Wahrscheinlich glauben noch nicht einmal die Damen und Herren Merkel, Westerwelle und zu Guttenberg ihr eigenes Gerede. Ein &bdquo;Stabilisierungseinsatz&ldquo; wird pl&ouml;tzlich zum &bdquo;umgangssprachlichen Krieg&ldquo;, der als &bdquo;ruhig&ldquo; bezeichnete Norden Afghanistans wird pl&ouml;tzlich &bdquo;unruhig&ldquo;, die ehemals &bdquo;vorbildliche&ldquo; Polizeiausbildung des Bundesinnenministeriums in Afghanistan wird pl&ouml;tzlich &bdquo;problematisch&ldquo; und gleichzeitig will die Bundesregierung ab dem n&auml;chsten Jahr mit dem Truppenabzug beginnen. Man muss schon mit dem Klammerbeutel gepudert sein, um derlei kognitive Dissonanzen zu schlucken.<br>\nEs ist jedoch vollkommen irrelevant, ob man das fr&ouml;hliche Morden und ermordet werden am Hindukusch als &bdquo;bewaffnete Aufbauhilfe gegen den Willen eines Teils der Bev&ouml;lkerung&ldquo; oder als &bdquo;umgangssprachlichen Krieg&ldquo; bezeichnet. Das eigentliche Ziel deutschen Treibens am Ende der Welt ger&auml;t immer mehr aus dem Blickwinkel. &bdquo;Wir&ldquo; wollen den Afghanen einen demokratischen Staat schenken? Sch&ouml;n, aber was tun, wenn der &bdquo;undankbare Afghane&ldquo; unser Geschenk &auml;hnlich gerne entgegennehmen will, wie die Mastgans ihr t&auml;gliches Geschenk an Haferf&uuml;llung? (&hellip;) Die Marionette Karzai hat ihre F&auml;den abgeschnitten und sich &ndash; sehr zum Missfallen des Puppenspielers aus Washington &ndash; verselbstst&auml;ndigt. Mal nennt er die westlichen Soldaten in aller &Ouml;ffentlichkeit &bdquo;Eindringlinge&ldquo;, mal k&uuml;ndigt er vor 1.500 Stammes&auml;ltesten &ndash; und einem irritierten US-Oberbefehlshaber McChrystal &ndash; an, vielleicht sein Veto gegen die lange geplante US-Offensive im S&uuml;den des Landes einzulegen, mal verk&uuml;ndet er, der Aufstand der Taliban k&ouml;nne zur &bdquo;legitimen Widerstandsbewegung&ldquo; werden, wenn die USA der Regierung in Kabul weiterhin Vorschriften machen wollen. Hamid Karzai ist ein waschechter Machtpolitiker. Er kungelt mit allen M&auml;chtegruppen im Land, um sich selbst als vers&ouml;hnenden Faktor zur Mitte einer neuen post-amerikanischen Regierung zu machen. Karzai wei&szlig;, dass er ohne die Unterst&uuml;tzung der Warlords ein K&ouml;nig ohne Land ist und er einen starken Verb&uuml;ndeten innerhalb Afghanistans braucht, um wirklich autark vom Westen zu agieren. (&hellip;) Die M&auml;r eines chirurgisch sauberen Krieges sollte eigentlich sp&auml;testens seit dem Irakkrieg ausgetr&auml;umt sein. Wer Soldaten nach Afghanistan schickt, kalkuliert eigene Verluste und sogenannte &bdquo;Kollateralsch&auml;den&ldquo; mit ein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/2314\/sackgasse-im-%E2%80%9Eumgangssprachlichen%E2%80%9C-krieg%20\">Spiegelfechter<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Wann gehen wir raus aus Afghanistan, Herr Westerwelle?<\/strong><br>\nWir wollen m&ouml;glichst 2013 die Sicherheitsverantwortung an die Afghanen &uuml;bergeben und 2011 erstmalig mit der Reduzierung des Bundeswehrkontingents beginnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,687551,00.html\">Bild.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Ausgerechnet in Springers BILD verbreitet Au&szlig;enminister Westerwelle seine Stellungnahme zur Afghanistan-Politik. &ldquo;R&uuml;ckzugsgebiet des Weltterrorismus&rdquo;? Diese Formulierung geh&ouml;rt zu den Standard-Propagandafloskeln jener, die gegen den deutlichen Mehrheitswillen der hiesigen Bev&ouml;lkerung am Afghanistan-Krieg festhalten und die Bev&ouml;lkerung bzgl. des Truppenabzugs bewusst im Unklaren lassen&hellip;<br>\nHinter der von unseren Mainstream-Medien betriebenen Gleichsetzung des afghanischen Widerstands mit den Taliban steckt der Versuch, durch h&auml;ufigen Gebrauch des Feindbild-Terminus &ldquo;Taliban&rdquo; die Meinung der mehrheitlich gegen den Afghanistan-Krieg eingestellten deutschen Bev&ouml;lkerung umzudrehen. Bedenklich wird diese Simplifizierung des afghanischen Widerstandes und das Ausblenden der Vielschichtigkeit der afghanischen Widerstandsgruppen, wenn unsere politisch und milit&auml;risch Verantwortlichen Opfer ihrer eigenen politischen Propaganda werden sollten.<br>\n<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Afghanistan: Armee im Chaos und Drogen f&uuml;r Polizei <\/strong><br>\nDas afghanische Heer hat nach franz&ouml;sischen Berichten bei der Offensive in Helmand 60 Prozent seiner im Kampf engagierten Truppen eingeb&uuml;&szlig;t. Es habe zwar nur wenig Tote gegeben. Dazu k&auml;men aber Verletzte, Deserteure und Demissionen. Das schreibt das Pariser Wochenblatt &ldquo;Le Canard encha&icirc;n&eacute;&rdquo; unter Berufung auf Berichte franz&ouml;sischer Offiziere an Pr&auml;sident Nicolas Sarkozy. Wenig ermutigend sind auch franz&ouml;sische Milit&auml;rberichte &uuml;ber die afghanische Polizei. Mehr als die H&auml;lfte der Rekruten nehme Drogen, schreibt das Blatt, das regelm&auml;&szlig;ig aus geheimen Milit&auml;rdossiers zitiert. Nur zehn Prozent w&uuml;rden abgewiesen. Die franz&ouml;sischen Soldaten berichteten von Desertionen, Korruption, Alkoholismus und Brutalit&auml;t der Polizisten gegen B&uuml;rger. &ldquo;Mehr als ein Viertel der registrierten Mannschaften sind &ldquo;Phantompolizisten&rdquo;, was den &ouml;rtlichen Chefs erlaubt, sich ihren Sold anzueignen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2513419&amp;em_loc=2091&amp;em_ref=\/top_news\/&amp;em_ivw=fr_poltop\">FR<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Wikileaks-Video &rdquo;Wie die Bilder aus Abu Ghraib&rdquo; <\/strong><br>\nEinstimmig verurteilen US-Medien das geheime Video, das ein Blutbad an Zivilisten zeigt. Doch so schockierend die Bilder auch sind und so sehr die Sch&uuml;tzen zu verurteilen sind: Den wirklich wichtigen Punkt spricht das Magazin The Atlantic an. Der Autor vergleicht die Ver&ouml;ffentlichung des Videos mit der Ver&ouml;ffentlichung der Bilder von Abu Ghraib und schreibt: &ldquo;Wir werden wieder in die Versuchung kommen, nur die zu verurteilen, die den Finger am Abzug hatten. Doch das lenkt von den wahren Verantwortlichen ab.&rdquo; Die Vertuschung durch das amerikanische Verteidigungsministerium sei schlimmer als das Verbrechen selbst, schreibt er weiter und findet: &ldquo;So sieht das US-Milit&auml;r aus wie der n&auml;chste Saddam.&rdquo;<br>\nDie beiden f&uuml;hrenden Zeitungen der USA, New York Times und Washington Post, halten sich in dem Fall auff&auml;llig zur&uuml;ck. Bei der Post ist die Meldung schon gar nicht mehr auf der Homepage, die New York Times schreibt vor allem &uuml;ber die Aufmerksamkeit, die die Website Wikileaks durch die Berichterstattung &uuml;ber das Video bekommt. M&ouml;glicherweise f&uuml;hlen sich die etablierten Medien durch Wikileaks bedroht. Wikileaks-Betreiber Julian Assanger gibt ihnen indes den Tipp, ebenfalls in &ldquo;hightech-investigativen Journalismus&rdquo; zu investieren. Er sagt: &ldquo;Es ist Zeit, dass die Medien sich entsprechend weiterentwickeln.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/759\/507911\/text\/print.html\">sueddeutsche.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wohlfeile Emp&ouml;rung allerorten. Wenig Phantasie, wenig Ged&auml;chtnis kennzeichnen die Schlagzeilen. Krieg ist Grauen an sich, es gibt keine Greueltaten die nicht systematisch im Wesen eines Krieges angelegt sind. Wir k&ouml;nnen fast jeden Tag davon h&ouml;ren, sehen und lesen. Die Berichte der Zeitgenossen des 30-j&auml;hrigen Kriegs, der Napoleonischen Kriege, der Weltkriege liegen zu Hauf vor und zeugen von der Erweckung der Bestie Mensch. Dieses Video gliedert sich nahtlos z.B. in die von Ernst Friedrich ver&ouml;ffentlichten Fotos aus dem Ersten Weltkrieg. Soldaten posieren vor Massengr&auml;bern, Leichenbergen oder Erh&auml;ngten. Tote, Verwundete, Kr&uuml;ppel auf der einen Seite, die Verkr&uuml;ppelung der Seelen, die Verrohung des Menschen auf der andere sind der Preis, den wir zu zahlen haben, wenn unsere Regierungen, wenn wir unsere Soldaten in den Krieg schicken. &ndash; Rechtfertigt der Krieg in Afghanistan diesen Preis?<br>\n<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>TV-Tipp: Rentenangst<\/strong><br>\nAm 12. April um 14.45 Uhr l&auml;uft auf Phoenix noch einmal die Dokumentation &bdquo;Rentenangst&ldquo; von Ingo Blank und Dietrich Krau&szlig;.<br>\nWenn Sie diesen Beitrag noch nicht gesehen haben, dann sollten sie das nachholen. Vielleicht per Aufzeichnung<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.phoenix.de\/rentenangst\/181194.htm%20\">Phoenix<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Wer verbreitet die meisten L&uuml;gen im Land?<\/strong><br>\nDarauf hat die Band &bdquo;Die Bandbreite&ldquo; eine ganz eigene, aber auch zutreffende Antwort gefunden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.perspektive2010.org\/blog\/2010\/04\/07\/wer-verbreitet-die-meisten-luegen-im-land\/\">Perspektive 2010<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Einmal das Gef&uuml;hl haben ein klein wenig Sympathie zu erwecken<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_multifunktion\/?em_art=galery&amp;em_loc=3317&amp;em_cnt=1256926&amp;em_page=2\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Zuschl&auml;ge f&uuml;r Aufsichtsr&auml;te; 9,3 Milliarden Subventionen f&uuml;r Niedrigl&ouml;hne; Heuern und Feuern bei der Zeitarbeit; verflixte Export&uuml;bersch&uuml;sse; Angst erh&ouml;ht den Gewinn; nationaler Alleingang notwendig; Juristen und Finanzkrise; Liechtenstein-CD bringt 807 Euro; Billigflieger landet in der Realit&auml;t; aufmotzen statt abr&uuml;sten; zum &bdquo;umgangssprachlichen&ldquo; Krieg; TV-Tipp; Spiegel-Rap; zu guter Letzt. (WL\/MB)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-5082","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5082","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5082"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5082\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5094,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5082\/revisions\/5094"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5082"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5082"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5082"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}