{"id":50984,"date":"2019-04-16T09:58:14","date_gmt":"2019-04-16T07:58:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50984"},"modified":"2019-04-26T12:23:16","modified_gmt":"2019-04-26T10:23:16","slug":"ein-gespraech-mit-juergen-todenhoefer-ueber-die-grosse-heuchelei-des-westens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50984","title":{"rendered":"Ein Gespr\u00e4ch mit J\u00fcrgen Todenh\u00f6fer \u00fcber die \u201eGro\u00dfe Heuchelei\u201c des Westens"},"content":{"rendered":"<p>Aus Anlass des Erscheinens seines neuen Buches haben wir &uuml;ber 1 Stunde lang miteinander gesprochen.[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50984#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>] Die NachDenkSeiten hatten das Buch am 29. M&auml;rz schon <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50540\">vorgestellt<\/a>. Im Interview geht es um den Kern des Buches, um Krieg und Frieden und um die Rolle unseres Landes. Der Autor meint, unser Land k&ouml;nne und m&uuml;sse eine vermittelnde Rolle spielen. Viel mehr als heute. Wir sollten die strategische Partnerschaft im Westen durch eine strategische Partnerschaft mit Russland erg&auml;nzen. Es geht im Gespr&auml;ch wie schon im Buch um die grenzenlose westliche Brutalit&auml;t, die wir systematisch in edle Worte und edle Werte verpackt haben: Freiheit, Gleichheit, Br&uuml;derlichkeit, Christianisierung, Zivilisierung und so weiter. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nJ&uuml;rgen Todenh&ouml;fer sch&auml;tzt klare unbequeme Aussagen, bei aller Verbindlichkeit, die ihn ansonsten auszeichnet. Ein Beispiel f&uuml;r seine schn&ouml;rkellose Darstellung der Fakten: &sbquo;Immer wenn man t&ouml;tete, sagte man: Das tun wir dir zuliebe, das ist eine humanit&auml;re Aktion. Wenn wir von &bdquo;humanit&auml;ren Kriegen&ldquo; sprechen, w&auml;re die korrekte &Uuml;bersetzung: Humanes Totschlagen von Kindern.&lsquo;<\/p><p><em>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] Redaktionelle Vorbemerkung: Das Interview wurde per Telefon gef&uuml;hrt. Die Niederschrift erfolgte m&ouml;glichst nah am Gespr&auml;ch.<\/em><\/p><p><strong>Das Gespr&auml;ch<\/strong><\/p><p><strong><em>Albrecht M&uuml;ller:<\/em> Guten Tag, Herr Todenh&ouml;fer. Sie haben ein gro&szlig;es Buch geschrieben. Der Titel ist provokant: &ldquo;Die gro&szlig;e Heuchelei. Wie Politik und Medien unsere Werte verraten.&rdquo; Ich h&auml;tte eine so klare Botschaft nicht erwartet, erl&auml;utern Sie bitte die Begr&uuml;ndung f&uuml;r diesen harten Titel.<\/strong><\/p><p><em>J&uuml;rgen Todenh&ouml;fer:<\/em> Das ist der Versuch, die Geschichte des Aufstiegs der Europ&auml;er und der Amerikaner in den letzten 500 Jahren ehrlich zu beschreiben. Und ich glaube, dass diese Geschichte der europ&auml;isch-amerikanischen Zivilisation umgeschrieben werden muss: wir, die Europ&auml;er und die Amerikaner haben die Welt ja nicht durch, wie wir immer sagen, durch unsere Werte und durch besondere Genialit&auml;t der sogenannten wei&szlig;en Rasse erobert, sondern durch eine grenzenlose Brutalit&auml;t, die wir aber, und es gab auch andere brutale Weltm&auml;chte in der Geschichte der Menschheit, die wir aber, und das unterscheidet uns von anderen Gro&szlig;m&auml;chten, systematisch in edle Worte und edle Werte verpackt haben. Freiheit, Gleichheit, Br&uuml;derlichkeit, Christianisierung, Zivilisierung und so weiter.<\/p><p><strong>Also, wir waren schon immer gro&szlig;e Propagandisten?<\/strong><\/p><p>Ja, ich glaube, dass der Mensch dazu neigt, und ich schlie&szlig;e mich davon nicht aus, das, was er tut, nicht im schlechtesten Licht, sondern in einem m&ouml;glichst positiven Licht zu zeigen. Und auch andere Gro&szlig;m&auml;chte haben das versucht. Die R&ouml;mer haben angeblich immer nur gerechte Kriege gef&uuml;hrt. Aber es gibt in der Geschichte der Menschheit keine einzige Gro&szlig;macht, die die Chuzpe gehabt hat, das T&ouml;ten, das massenhafte T&ouml;ten von Menschen als humanit&auml;re Handlung darzustellen.<\/p><p><strong>Das ist offensichtlich eine gewaltige &bdquo;Leistung&ldquo;.<\/strong><\/p><p>Das ist eine riesige Leistung, vor allem, wenn man an das Unrecht denkt in diesen 500 Jahren. Ich starte mal den Aufstieg der westlichen, der europ&auml;isch-amerikanischen Zivilisation mit Kolumbus, weil das auch dasselbe Jahr ist, als die islamische Hochkultur, die 800 Jahre dauerte, in Granada unterging. Wir haben seitdem weit &uuml;ber 100 Millionen massakriert, ganze V&ouml;lker ausgerottet.<\/p><p><strong>Eindrucksvoll, wie Sie das am Fall Kongo und an anderen konkreten F&auml;llen schildern.<\/strong><\/p><p>Ja, ich habe das Beispiel Kongo genommen, um zu zeigen, das ist nicht nur ein franz&ouml;sisch-englisch-amerikanisches Ph&auml;nomen, es ist ein Ph&auml;nomen der europ&auml;ischen Machtergreifung auf der Welt oder wie Amerika und Europa zur Nummer Eins auf der Welt wurden. Das ist den meisten einfach nicht bekannt. Die Menschen wissen das nicht vom Kongo. Die wissen nicht, was wir wirklich im Irak, in Syrien, im Jemen machen, aber sie ahnen es. Und dieses Buch ist der Versuch, jetzt keine theoretische Behauptung aufzustellen, sondern um diese Strategie der Brutalit&auml;t und der Heuchelei oder der brutalen Heuchelei oder der heuchlerischen Brutalit&auml;t zu recherchieren und zu beschreiben.<\/p><p>Also ich bin meistens mit meinem Sohn an ein Dutzend dieser Orte gegangen, wo wir das machen. Also nehmen Sie Jemen oder die Rohingya oder Mossul &ndash; ich war w&auml;hrend der Bombardierung von Mossul in Mossul. Ich war w&auml;hrend der Bombardierung von Aleppo in Aleppo. Ich war w&auml;hrend des Krieges gegen Gaza in Gaza. Ich habe mir das angesehen, was ich behaupte. Und ich glaube, dass das ein wichtiger Beitrag sein wird f&uuml;r jetzt junge Historiker, die eines Tages die Geschichte der westlichen Machtergreifung umschreiben werden.<\/p><p><strong>Bei der Lekt&uuml;re Ihres Buches habe ich einiges dazugelernt, vor allem dar&uuml;ber, wie der Westen mit dem Nahen und Mittleren Osten umgegangen ist. Von Werten einer angeblichen Wertegemeinschaft gab&lsquo;s da oft keine Spur. Haben Sie fr&uuml;her den Begriff &ldquo;westliche Wertegemeinschaft&rdquo; gebraucht? Mir geht es nicht um eine nachtr&auml;gliche Kritik Ihrer eigenen pers&ouml;nlichen Geschichte, aber ich finde es interessant, einfach mal zu h&ouml;ren, wann hat es da &bdquo;geschnackelt&ldquo; bei Ihnen.<\/strong><\/p><p>Ich beantworte das andersrum. Ich sage, ich bin ein Kind des Westens, ich habe von meinem 20. Lebensjahr angefangen, diesen Westen zu lieben. Ich habe angefangen, die Versuche gut zu finden, Menschenrechte bei uns im Westen umzusetzen, zu realisieren. Ich sage: die Versuche, und die teilweise auch gelungen sind. Ich glaube, wir leben mit allen Fehlern, die wir immer noch machen, mit all den vergessenen Menschen, wie wir heute Muslime behandeln. Also ich habe erlebt, dass ich am Strand mit jungen Leuten stand und da kam jemand dazu und hat gesagt: &ldquo;Wisst ihr denn nicht, dass das ein &bdquo;Boch&ldquo;, ein Schei&szlig;deutscher, ist?&rdquo;<\/p><p><strong>Ja, gut, aber unsere Generation hat ja auch viel anderes erlebt. Ich war 1961 gute vier Wochen in Griechenland. Die Griechen haben unter den Nazis und unter uns Deutschen sehr gelitten. 15 Jahre nach dem Ende des Krieges begegnete uns nur ein einziger Fall von Aggressivit&auml;t. Also ich denke, mehrheitlich haben wir als junge Leute gute Erfahrungen mit unseren Nachbarn gemacht.<\/strong><\/p><p>Mehrheitlich ist das v&ouml;llig richtig. Ich wollte nur erkl&auml;ren, wann ich angefangen habe, mich f&uuml;r den Westen wirklich uneingeschr&auml;nkt &ndash; als junger Mensch denkt man ja viel emotionaler und beobachtet kritisch: wie wirst du behandelt &ndash; zu begeistern und ich bin dann nach Amerika gereist. Aber ich ging w&auml;hrend des Algerien-Krieges auch nach Algerien und habe da gesehen, wie deutsche Legion&auml;re und franz&ouml;sische Soldaten in Algerien gehaust haben. Und das Bild, das ich hatte, war: Der edle Westen, wir bringen denen Zivilisation, weil wir haben es ja auch im eigenen Land versucht zu machen. Und so machen wir das auch in anderen L&auml;ndern.<\/p><p>Und dann habe ich festgestellt, dass das gesamte Bild, das ich vom Nahen Osten hatte &ndash; also ich war in Marokko, ich war in Tunesien, w&auml;hrend der Krise von Biserta, wo in einer Stadt, ich wei&szlig; nicht mehr, &uuml;ber tausend Menschen von Franzosen weggebombt wurden, die Stadt wurde evakuiert &ndash; so nicht stimmte. Da stellte ich zu meiner &Uuml;berraschung fest, dass die Algerier nicht ein brutales Volk waren, sondern ein unglaublich herzliches, gastfreundliches, das mich &uuml;berall sofort aufgenommen hat, eingeladen hat, untergebracht hat, und dass wir, die Edlen aus dem Westen, dort gehaust haben, also Fremdenlegion&auml;re und franz&ouml;sische Soldaten, wie man sich das hier gar nicht vorstellen kann.<\/p><p>Und in Paris, wo ich studiert habe, da war immer wieder von den &ldquo;edlen Franzosen&rdquo; die Rede und dass man denen dort in Nordafrika doch schlie&szlig;lich die Zivilisation beibringen m&uuml;sste, weil die ja nie eine gehabt h&auml;tten.<\/p><p><strong>&Uuml;ber den Kolonialkrieg in Algerien und seine &uuml;blen Seiten haben Freunde und ich in den sechziger Jahren in M&uuml;nchen eine Ausstellung gemacht. Wie Frankreich und der Westen mit den arabischen V&ouml;lkern umging, war typisch f&uuml;r das, was Sie in Ihrem Buch beschreiben: Arroganz und Brutalit&auml;t.<\/strong><\/p><p>In meinem 18. Lebensjahr habe ich die erste Reise gemacht in die arabischen L&auml;nder. Und heute bin ich 78, also das sind fast sechzig Jahre. Und in den sechzig Jahren habe ich eigentlich in erster Linie festgestellt, dass die Kriege unglaublich brutal waren. Und wenn ich nach Hause gekommen bin, nach Deutschland, habe ich immer gelesen: &ldquo;Ja, wir machen das im Namen des Christentums, der Zivilisation, der Menschenrechte, der Demokratie.&rdquo; Und mir fielen die L&uuml;gen, mir fielen die Unwahrheiten auf. Aber dass das eine durchg&auml;ngige Strategie war, immer, wenn man t&ouml;tete, zu sagen: &ldquo;Das tun wir dir zuliebe, das ist eine humanit&auml;re Aktion.&rdquo; Wir haben ja eine eigene Sprache daf&uuml;r erfunden, &ldquo;humanit&auml;re Kriege&rdquo;, stellen Sie sich mal vor, humanes Totschlagen von Kindern.<\/p><p><strong>In Ihrem Buch schildern Sie die T&ouml;tung von Menschen und die Zerst&ouml;rung von H&auml;usern. Sie schildern das Leiden einzelner Menschen, Sie sprechen mit Kindern mit amputierten Beinen und Kleinkindern, deren K&ouml;rper voller Splitter stecken. Und bei uns tut man dann so, extrem im Falle Syriens, als w&uuml;rde das im Sinne der Menschenrechte sein.<\/strong><\/p><p>Schauen Sie, ich habe mir gestern ein Interview angesehen, das ein bekannter deutscher Politiker als au&szlig;enpolitischer Sprecher f&uuml;r die CDU\/CSU-Bundestagsfraktion zum Fall Jemen abgegeben hat. Und er hat gesagt &ndash; ich kriege das sinngem&auml;&szlig; einigerma&szlig;en noch zustande &ndash; wir h&auml;tten bei dieser Entscheidung, jetzt mal weitere sechs Monate keine Waffen an Saudi-Arabien oder fast keine Waffen an Saudi-Arabien zu liefern, letztwertig die konstruktive Rolle Saudi-Arabiens im Prozess ber&uuml;cksichtigen m&uuml;ssen. Das m&uuml;ssen Sie sich &uuml;berlegen, die konstruktive Rolle!<\/p><p>Ich habe gestern mehrfach mit dem Jemen telefoniert. Ich habe im S&uuml;den des Jemen mit den offiziellen Vertretungen gesprochen &ndash; die s&uuml;dliche Regierung ist ja anerkannt, obwohl ihr Pr&auml;sident in Saudi-Arabien lebt, der ist von allen vertrieben worden, den erkennen sie im Westen an, einen Mann, der in Saudi-Arabien lebt, erkennen wir als jemenitischen Pr&auml;sidenten an. Und ich habe auch gestern mit Huthis telefoniert, ich habe mit anderen Nord-Jemeniten telefoniert, jeden Tag wird bombardiert, jeden Tag. Am 26. M&auml;rz wurden in der N&auml;he eines Krankenhauses, nur als Beispiel, sieben Personen get&ouml;tet, darunter vier Kinder. Ich habe die Fotos, ich kann die nirgendwo unterbringen. Wenn ich so ein Foto bringe, wahrscheinlich, wenn ich einen Balken dr&uuml;bermache auf Facebook, &uuml;berdeckt Facebook diese Bilder, wenn ich sie einem unserer Medium anbiete, wird das nicht gebracht; es sei denn, das seien Kinder, die von Russen get&ouml;tet worden sind, dann wird das wahrscheinlich gebracht.<\/p><p>Und dann die absurde Diskussion. Ich bin auch FAZ-Leser. Und ich lese auch die S&uuml;ddeutsche und ich lese viel in der Zeit und ich lese auch Ihre NachDenkSeiten. Ich habe in der FAZ gelesen, nachdem man jetzt nach mehreren Jahren Waffenlieferungen an die Saudis, die einen v&ouml;lkerrechtswidrigen Krieg im Jemen f&uuml;hren, nachdem man das jetzt mal f&uuml;r sechs Monate weiter gestoppt hat, das sei ein Sieg der Moral gewesen. Wir haben w&auml;hrend des ganzen Krieges, der 2015 begann, den Saudis Waffen geliefert, die sie auch einsetzen, zum Beispiel M&ouml;rser und andere Dinge, &uuml;ber die breit berichtet worden ist. Das hei&szlig;t, wir haben ein Land bei einem v&ouml;lkerrechtswidrigen Krieg, einem Angriffskrieg, mit unseren Waffen unterst&uuml;tzt. Das ist nach unserem Grundgesetz unzul&auml;ssig und das ist schlicht und ergreifend so, denn in einem Angriffskrieg ist die T&ouml;tung Mord. Und wenn Sie einem Angriffskrieger Waffen liefern, begehen Sie Beihilfe zum Mord.<\/p><p>Und da schreiben diese unsere Medien, es ist nicht nur die FAZ, da schreiben die, ja, die Kritiker haben halt keine Ahnung von Interessenpolitik. Das war ein Sieg der Moral. Was ist das f&uuml;r eine Moral? Wenn ich zwei Jahre lang Beihilfe zum Mord begehe und dann sage: &ldquo;Jetzt h&ouml;re ich auf&rdquo;, und zwar gar nicht wegen der armen Jemeniten. Sondern die haben aufgeh&ouml;rt, weil der Knochens&auml;gen-Mord an Khashoggi so spektakul&auml;r und so schlimm war und so schlimm f&uuml;r die &ouml;ffentliche Meinung war, dass die sich gesagt haben: &ldquo;Jetzt entspricht es nicht mehr unseren Interessen, Waffen an einen Journalistenm&ouml;rder zu liefern.&ldquo;<\/p><p><strong>Ja, aber dann m&uuml;ssen wir, Herr Todenh&ouml;fer, doch mal fragen, wir alten Typen &hellip;<\/strong><\/p><p>Ich bin keine alte Type.<\/p><p><strong>(lacht) &hellip; wir alten, erfahrenen Leute, die bis zum Jahr 1989\/1990 verschiedene Wege gegangen sind, waren dann darin einig, dass es vern&uuml;nftig war, den Konflikt mit der Sowjetunion zu beenden und sich zu vers&ouml;hnen und zu vertragen.  Damals waren sowohl Willy Brandt und seine politischen Freunde als auch Helmut Kohl und eine Reihe von f&uuml;hrenden Personen in der CDU\/CSU der Meinung, man k&ouml;nne und m&uuml;sse eigentlich ohne Krieg und ohne Konfrontation auskommen.<\/strong><\/p><p>Ich muss Ihnen aber in einem Punkt bitte widersprechen. Ich habe, das muss ich einfach zugeben, ich habe wie der gr&ouml;&szlig;te Teil der CDU\/CSU die Entspannungspolitik von Brandt am Anfang sehr kritisch gesehen.<\/p><p><strong>Das wei&szlig; ich.<\/strong><\/p><p>Und das muss ich der Ehrlichkeit halber einfach sagen. Die Gr&uuml;nde waren Gr&uuml;nde, die man heute auch manchmal bringt, ich habe gedacht, man d&uuml;rfe mit einem Unrechts-Regime, wie das damals die sowjetische F&uuml;hrung war, nicht so kollegial und vertrauensvoll verhandeln. Dieser Vorwurf galt vor allem Bahr und Brandt; Bahr, den ich dann sp&auml;ter sehr gut kennengelernt habe, wir waren beide im R&uuml;stungskontrollausschuss und mit ihm bin ich h&auml;ufiger durch die Welt gereist als mit meiner Frau. Das war am Schluss dann ein richtig gutes Verh&auml;ltnis. Aber vorher hatte ich halt die beschriebenen Vorbehalte gegen Verhandlungen mit einem Unrechts-Regime. Ich hatte mich geirrt. Das waren die Instinkte, die wir hatten, und die sind auch nachvollziehbar. Heute haben wir dieselbe Diskussion bei jeder Verhandlung mit einem Diktator.<\/p><p><strong>Zwei Ereignisse, an denen sichtbar wird, wie verschieden Bef&uuml;rworter und Gegner der Entspannungspolitik reagiert haben, sind mir noch in guter Erinnerung. Am 21. August 1968 &ndash; ich war damals gerade Redenschreiber von Karl Schiller, dem Wirtschaftsminister, geworden &ndash; war ich zu einer Besprechung bei seinem Parlamentarischen Staatssekret&auml;r Klaus Dieter Arndt; er k&uuml;mmerte sich um den Handel mit der DDR und anderen osteurop&auml;ischen L&auml;ndern. In diese Besprechung platzte die Nachricht, der Warschauer Pakt habe unter F&uuml;hrung der Russen in der Tschechoslowakei milit&auml;risch interveniert &ndash; gegen die Reformkommunisten um Dubcek. Die Reaktionen waren sehr verschieden. Die Sprecher der CDU\/CSU riefen, das m&uuml;sse das Ende der Entspannungspolitik sein. Klaus Dieter Arndt sagte zum Abschluss einfach und sehr bewusst: &ldquo;Komm, wir machen weiter.&rdquo;<\/strong><\/p><p><strong>Eine ganz &auml;hnliche Situation dann noch einmal 1979 und 1980: die Sowjetunion marschierte in Afghanistan ein. Der CSU-Vorsitzende und kommende Kanzlerkandidat Franz Josef Strau&szlig; rief, das m&uuml;sse jetzt endlich das Ende der Entspannungspolitik sein. Wir, die Planungsabteilung des Bundeskanzleramtes, haben den damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt mit einer Studie in seiner Haltung unterst&uuml;tzt, dass es f&uuml;r uns hier in Mitteleuropa keine Alternative zur Fortsetzung des Dialogs mit der Sowjetunion g&auml;be. Wenn ich recht wei&szlig;, waren Sie damals schon mit Afghanistan befasst und haben es wahrscheinlich nicht gut gefunden, dass die deutsche Bundesregierung nicht massiv gegen die Russen interveniert hat.<\/strong><\/p><p>Ja, Jein. In den Jahren danach war ich r&uuml;stungskontrollpolitischer Sprecher der CDU\/CSU, der Opposition. Und in dieser Funktion habe ich mehrere Reisen in die Sowjetunion gemacht, nach Moskau. Und da profitierten wir alle von den Kontakten, von den vertrauensvollen Kontakten, von den Gespr&auml;chskan&auml;len, die Willy Brandt und Egon Bahr damals geschaffen hatten. Ich habe ein langes Gespr&auml;ch beim Mittagessen mit dem russischen Generalfeldmarschall <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Sergey_Akhromeyev\">Sergei Akhromeyev<\/a> gehabt. Wir wurden fast Freunde, immerhin so weit Freunde, dass er um ein zweites Gespr&auml;ch bat und ein halbes Jahr sp&auml;ter trafen wir uns wieder zum Mittagessen.<\/p><p><strong>Die Entspannungspolitik stand damals auf dem Pr&uuml;fstand. Nicht nur Strau&szlig; erkl&auml;rte, es m&uuml;sse Schluss damit sein; der Koalitionspartner und Vizekanzler Genscher sprach mit dem Oppositionsf&uuml;hrer Helmut Kohl. Genscher wollte im Fr&uuml;hjahr 1980 aus der Koalition raus. Dann gab es einen entscheidenden Landtagswahlkampf in Nordrhein-Westfalen. In diesem Landtagswahlkampf machte die SPD die Friedenspolitik zum Knackpunkt. &ldquo;Nie wieder Krieg&rdquo; stand zum Beispiel &uuml;ber einer halbseitigen Anzeige. Die FDP blieb mit 4,999 Prozent vor der T&uuml;r des Landtags; die Entspannungspolitik war gerettet. Dem damaligen Bundeskanzler Schmidt hat die milit&auml;rische Intervention der Sowjetunion in Afghanistan auch nicht gefallen. Er hat trotzdem gesagt: &ldquo;Wir m&uuml;ssen weitermachen&rdquo;. Was Sie geschildert haben, n&auml;mlich: &ldquo;Diese innere positive Entwicklung in Russland, die m&uuml;ssen wir weiter begleiten und unterst&uuml;tzen.&rdquo; So &auml;hnlich sollte man es heute eigentlich auch machen.<\/strong><\/p><p>Ja, nat&uuml;rlich, ich kriege doch auf Russland keinen Einfluss oder Sie kriegen keine Chance, in Russland eine aus unserer Sicht positive Entwicklung zu mehr Freiheit, mehr Menschenrechten, mehr Pressefreiheit und &Auml;hnliches zu erreichen, wenn Sie sie mit Sanktionen belegen. Sie kriegen eine Chance, wenn Sie mit ihnen reden. Aber Russland ist ein weites Feld. Bei Russland brauche ich nur auf den Globus, der hier neben mir steht, zu blicken und dann wei&szlig; ich, dass Bismarck, also ich denke mal gerade an einen ganz Gro&szlig;en, selbstverst&auml;ndlich sagen w&uuml;rde: &ldquo;Wir brauchen eine strategische Partnerschaft auch zu Russland.&rdquo; Aber es ist ja ein weites Feld.<\/p><p><strong>Bei der Lekt&uuml;re Ihres Buches wird einem klar: Die imperiale Grundtendenz im Westen wirkt tief in unsere Gesellschaft hinein, in die politischen R&auml;nge und in die Medienr&auml;nge und sogar in die Wissenschaft. Wie kommen wir da raus? Macht es Sinn, dar&uuml;ber nachzudenken und &ouml;ffentlich zu debattieren, wie wir uns aus dem Einflussbereich der USA l&ouml;sen k&ouml;nnten? Oder macht das gar keinen Sinn?<\/strong><\/p><p>Ja, mein Vorschlag w&auml;re, nicht sich aus dem Einflussbereich der USA zu l&ouml;sen, sondern, ich habe das eben angesprochen, die strategische Partnerschaft zu den USA durch eine strategische Partnerschaft mit Russland zu erg&auml;nzen. Und dann haben sie schon eine ganz andere Machtbalance, das hat aber noch viele andere Vorteile. Wir d&uuml;rfen auf jeden Fall nicht mehr Mitl&auml;ufer bei Kriegen, bei v&ouml;lkerrechtswidrigen Kriegen der USA sein. Deutschland ist ja nicht die treibende Kraft bei Kriegen. Das muss man auch mal sagen. Ich muss jetzt auch mal kurz die Bundesregierung etwas in Schutz nehmen. Aber Mitl&auml;ufer ist eigentlich fast genauso schlimm. Und wir laufen halt einfach mit.<\/p><p>Nehmen Sie die R&uuml;stungsetats. Russland, ich nenne jetzt mal ganz grobe Zahlen, Russland hat in den letzten Jahren fast j&auml;hrlich seine R&uuml;stungsausgaben reduziert; der R&uuml;stungsg&uuml;ter liegt ungef&auml;hr bei 60 Milliarden Dollar. Amerika liegt bei 700 Milliarden Dollar. Europa liegt irgendwo bei 200-und-so-und-so-viel Milliarden Dollar. Deutschland n&auml;hert sich dem Umfang von zwei Drittel des russischen R&uuml;stungsetats. Und wir sagen, wir w&uuml;rden milit&auml;risch von Russland, das seine Budgets st&auml;ndig abbaut, aus wirtschaftlichen Gr&uuml;nden &uuml;brigens, wir w&uuml;rden von Russland bedroht. Und Trump sagt: &ldquo;Ihr m&uuml;sst mehr f&uuml;r R&uuml;stung ausgeben.&rdquo;<\/p><p><strong>Wie sollen wir in dieser Konstellation eine strategische Partnerschaft mit Russland aufbauen?<\/strong><\/p><p>Ja, gerade jetzt. Und wir br&auml;uchten halt Politiker mit ein bisschen strategischer Phantasie, die sich nicht eingemauert sehen in ein B&uuml;ndnis mit Amerika, das in einer bestimmten Zeit einen ganz gro&szlig;en Sinn machte auf das Sich-Festlegen auf den Westen, das machte zu einer bestimmten Zeit Sinn, aber es macht heute keinen Sinn mehr.<\/p><p><strong>Dann sollten wir aber einer Wirklichkeit ins Auge blicken, die bitter ist: Offenbar ist der Einfluss der f&uuml;hrenden Kr&auml;fte der USA und der NATO auf entscheidende Personen in Deutschland so gro&szlig;, dass wir kein St&uuml;ckchen weiterkommen. Die entscheidenden Leute werden an der Leine, am Band gef&uuml;hrt. Sie haben vorhin den au&szlig;enpolitischen Sprecher der CDU\/CSU-Fraktion erw&auml;hnt. Ich k&ouml;nnte den au&szlig;enpolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Nils Schmid, nennen. Dieser wurde nach einer krachenden Niederlage als Spitzenkandidat in Baden-W&uuml;rttemberg auf den Berliner Posten nach oben bef&ouml;rdert. Er ist abh&auml;ngig und biegsam. In diese au&szlig;enpolitisch relevanten Jobs kommen nur Menschen, die dem Westen h&ouml;rig sind &ndash; angepasst an die Bed&uuml;rfnisse der USA und der NATO.<\/strong><\/p><p><strong>Das gilt in &auml;hnlicher Weise f&uuml;r die Medien. Der Bertelsmann-Konzern, der Springer-Konzern, Tagesschau und Tagesthemen, heute und heute journal vom ZDF &ndash; die sind doch alle im Einflussbereich der eigentlich M&auml;chtigen des Westens. Wie wollen Sie gegen die Macht und den Charakter dieses Personals in Politik und Medien eine strategische Partnerschaft zu Russland aufbauen?<\/strong><\/p><p>Aber inwieweit sind wir am Band? Ist das eine Verschw&ouml;rung? Da sage ich Nein, sondern es ist der bequeme Weg, den viele Menschen, Politiker und Menschen in der Wirtschaft gehen. Ich habe gerade gelesen, was der Enders von Airbus von sich gegeben hat, da bin ich fast umgefallen. Man m&uuml;sste mal mit dem Mann sprechen und sagen: &ldquo;Hallo, wenn du sagst, endlich mehr Waffen, geh doch mal mit mir in ein Krankenhaus, wo die Opfer deiner Waffen und der von dir geforderten Waffenlieferungen sind.&rdquo; Der Mensch neigt dazu, wie jedes Lebewesen, sich anzupassen. Und der Mensch neigt dazu besonders, da braucht es keine Verschw&ouml;rung.<\/p><p><strong>Ich spreche nicht von einer Verschw&ouml;rung.<\/strong><\/p><p>Nein, ich sage das nicht in Ihre Richtung. Der Mensch neigt dazu, sich anzupassen. Und er passt sich am liebsten an. Und da der M&auml;chtigste nun mal Amerika ist und wir von Amerika jahrzehntelang richtig abhingen, hat man sich so daran gew&ouml;hnt und es ist so angenehm, sich an Amerika anzupassen. Und das machen Politiker, die keinen eigenen klaren Standpunkt haben, die eben leider nicht sagen: &ldquo;Meine Aufgabe ist nicht, mich anzupassen, sondern meine Aufgabe sind die Interessen meines Landes zu wahren.&rdquo; Und manchmal darf ich mich halt nicht anpassen. Und manchmal muss ich den eigenen Weg gehen. Und diese Anpassung machen leider, ich sage nicht alle, es sind wirklich nicht alle. Ich lese bei Ihnen, ich lese bei Rubikon, ich lese bei Regionalzeitungen und auch manchmal im Fernsehen Kommentare. Also die Frau, die den au&szlig;enpolitischen Sprecher der CDU\/CSU interviewt hat, Dunja &hellip;<\/p><p><strong>&hellip; Hayali &hellip;<\/strong><\/p><p>&hellip; hat die richtigen Fragen gestellt und hat sie frech gestellt, davon abgesehen, welche Meinung sie vertritt. Es gibt sehr viele mutige Journalisten. Aber ein Gro&szlig;teil passt sich an aus Gewohnheit, weil da kommst du halt weiter und du liegst im Trend.<\/p><p>Ich lese zurzeit drei B&uuml;cher, ein neues, &bdquo;Eine kurze Geschichte von fast allem&ldquo;, von Bill Bryson, ein anderes ist von dem Israeli Harare, &bdquo;Eine kurze Geschichte der Menschheit&ldquo;. Und das dritte ist Nietzsches Zarathustra, weil ich gerade in den Bergen bin. Zarathustra sagt: &ldquo;Aber am meisten hassen sie die, die ihre Tafeln der Werte zerbrechen.&rdquo; Und das trauen die sich nicht.<\/p><p>Ich habe die Politik Amerikas lange auch falsch eingesch&auml;tzt, die offizielle Politik. Die Amerikaner selbst sind genauso sympathische Menschen wie andere auch.<\/p><p><strong>Ja, klar.<\/strong><\/p><p>Aber ich habe damals die sowjetische imperialistische und expansionistische Politik sehr kritisch gesehen und habe in dieser Auseinandersetzung &uuml;bersehen und nicht ausreichend gesch&auml;tzt, dass die Amerikaner eine systematisch-aggressive Politik seit, ja, seit langem, wie die Europ&auml;er davor genauso systematisch und genauso brutal, machen. Das habe ich untersch&auml;tzt. Und dass sich Politiker anpassen, ist das eine. Die kommen damit ja vorw&auml;rts. Aber dass sich Journalisten anpassen, darf nicht sein in einem freiheitlichen System.<\/p><p><strong>Ja, aber wenn doch die Strukturen so sind. Also wir beide unterscheiden uns hier fundamental. Ich halte es nicht f&uuml;r Zufall, dass der vorhin von mir erw&auml;hnte Nils Schmid wider Erwarten die Treppe zum au&szlig;enpolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion hinaufgefallen ist. Er ist daf&uuml;r ausgesucht worden. Und Ihr fr&uuml;herer Parteikollege R&ouml;ttgen ist auch daf&uuml;r ausgesucht. Und andere waren das fr&uuml;her. Versetzen Sie sich doch einmal in die Situation des Chefs der CIA oder der Leute, die die Sicherheitspolitik der USA planen und machen. Wie man jetzt in S&uuml;d- und Mittelamerika sehen kann, bauen die doch systematisch personelle Strukturen auf; so haben sie auch systematisch ihr Netz in den deutschen Medien angelegt, von der Tagesschau bis zur Zeit und der FAZ und so weiter.<\/strong><\/p><p><strong>&Auml;hnlich haben sie es mit wichtigen Personen der deutschen Parteien angestellt. Sie haben den Joschka Fischer &uuml;bernommen, haben die Au&szlig;enpolitik der SPD bestimmt, sodass diese genuine Partei der Entspannungspolitik davon wegger&uuml;ckt ist und jetzt quasi jeden Krieg mitmacht. Die Grundlage des US-Einflusses sind feste personelle Strukturen. Und dann wird halt einer wie der jetzige Botschafter der USA nach Berlin geschickt, damit er aufpasst, dass ja niemand aus diesem Netz herauswill oder ausbricht. Das ist doch eine schreckliche Situation; was politisch geschieht und gewollt wird, h&auml;ngt nicht vom guten Willen dieser Leute ab.<\/strong><\/p><p>Also, ich bin ja gl&uuml;cklich, dass wir endlich einen Dissens haben. Sie sind der Auffassung, dass dieses Netz eine feste Struktur hat und dass da Leute den Auftrag haben und auch gelegentlich einen Anruf bekommen: &ldquo;Macht mal das, sagt mal das.&rdquo;<\/p><p><strong>Ja. <\/strong><\/p><p>Und ich sage, das braucht man nicht, jeder wei&szlig;, wir sagen im Bayerischen, &ldquo;Wo der Barthel den Moscht holt, wo der Barthel den Most holt&rdquo;, jeder wei&szlig;, wer der M&auml;chtige ist. Und wenn Sie in einem gro&szlig;en Konzern sind und der Vorstandsvorsitzende tr&auml;gt eine Krawatte, dann tr&auml;gt der Gro&szlig;teil der Mitarbeiter auch eine Krawatte. Das ist Anpassung und ich sage, die Macht ist so m&auml;chtig, dass sie gar keine Befehle geben muss, das wird vorweggenommen.<\/p><p><strong>Richtig, die sind so ausgew&auml;hlt und so opportunistisch, dass sie sich daran halten.<\/strong><\/p><p>Sie m&uuml;ssen niemanden ausw&auml;hlen. Man h&auml;lt sich daran, man wei&szlig; es. Also ich kann nur sagen, ich war 18 Jahre lang Mitglied der CDU\/CSU und weitgehend immer in einer exponierten Sprecherrolle. Man hat nie versucht, Einfluss auf mich zu nehmen. Das h&auml;tte auch ganz heftige Konsequenzen gehabt, weil das habe ich nie akzeptiert. Und man braucht es nicht. Man wei&szlig;, wer der Verb&uuml;ndete ist, man wei&szlig;, wer der M&auml;chtige ist, und danach richtet man sich. Und wenn ich Dinge falsch fand, und ich habe auch damals Dinge falsch gefunden, dann habe ich die einfach ausgesprochen und dann gab es eher mal innerhalb der eigenen Fraktion Krach.<\/p><p>Aber der Mensch passt sich an. Und das ist ja das viel Gef&auml;hrlichere. Sie k&ouml;nnen nicht hingehen und einem sagen: &ldquo;Du bist in der Atlantikbr&uuml;cke und deswegen&rdquo;, das ist nicht deswegen. Die richten sich nach der Macht. Und wenn du auf der Seite der Macht bist, sind deine Chancen, Karriere zu machen, zu &uuml;berleben, die sind einfach besser. Du kriegst auch keinen &Auml;rger. Ich habe mich an die Seite &ndash; das klingt jetzt ein bisschen pathetisch &ndash; ich habe mich an die Seite der Ohnm&auml;chtigeren, an die Seite der Ohnm&auml;chtigen gestellt. Und da, wo es zur Verteidigung von Minderheiten erforderlich war oder zur Verteidigung &ndash; jetzt nehme ich mal ein ganz gro&szlig;es Wort, nehme ich nicht f&uuml;r mich in Anspruch, aber f&uuml;r eine Sache &ndash; wo es zur Verteidigung von Gerechtigkeit oder zur Vermeidung von Kriegen und zur Vermeidung von brutalen Sanktionen, die zum Beispiel den Iran ins Elend sto&szlig;en, da, wo es n&ouml;tig war, sich dagegen aufzustemmen, habe ich mich gegen die Macht gestemmt. Und da wei&szlig; man einfach vorher, dass das schwierig ist und dass dann, und das ist ja auch der Grund f&uuml;r die Anpassung, dass dann die Macht reagiert. Da kriegen Sie ganz unangenehme Reaktionen.<\/p><p>Ich habe vorhin Bill Bryson erw&auml;hnt. Bill Bryson ist ein Mann, der die Geschichte unseres Universums erz&auml;hlt, vor allem physisch, die Karrieren von Physikern und Chemikern und Geologen und so weiter. Und da finden sich einfach ganz interessante Sachen. Da setzt sich ein gro&szlig;er Forscher, der entdeckt hat, dass Blei, wenn man das dem Benzin beimischt, dazu f&uuml;hrt, dass die Motoren nicht mehr klopfen. Also hat man Blei beigemischt. Und jetzt entdeckt dieser Forscher, dieser ber&uuml;hmte, gro&szlig;e Forscher, entdeckt, dass Blei t&ouml;dlich wirkt, wenn man mit Blei in Ber&uuml;hrung kommt, das ist eines der m&ouml;rderischsten Elemente, die es gibt. Dann f&auml;ngt er an, dar&uuml;ber zu schreiben. Da verliert er als erstes seine Forschungsmittel, dann verliert er seinen Lehrstuhl, der hat alles verloren. Das ist einfach so.<\/p><p>Wenn Sie sich gegen die Macht stellen, wehrt sich die Macht. Das muss man wissen, da darf man sich auch gar nicht dr&uuml;ber beschweren. Ich beschwere mich deswegen auch nicht. Und wenn Sie fragen, was kann man machen, m&uuml;ssen Sie erstens aufkl&auml;ren, das machen Sie. Also ich versuche das mit meinem Buch auch, ich zeige einfach, was ist im Irak los, was ist im Jemen los, was ist in Gaza los und und und. In all diesen L&auml;ndern. Ich zeige es, ich gehe hin, ich beschreibe Schicksale. Das erste ist diese Aufkl&auml;rung und das zweite ist, was Sie auch machen, dass wir f&uuml;r ein Modell pl&auml;dieren, das hei&szlig;t einfach, also f&uuml;r mich hei&szlig;t das im weitesten Sinne Humanismus, dass wir f&uuml;r die Werte von Freiheit, Gleichheit, Br&uuml;derlichkeit, ich nenne mal diese drei, dass wir daf&uuml;r eintreten, dass sie eben nicht nur im Westen gelten, wo sie ja auch noch unvollkommen sind, sondern dass sie f&uuml;r alle Menschen auf der Welt gelten.<\/p><p><strong>&hellip; und dass Krieg nicht die L&ouml;sung ist &hellip;<\/strong><\/p><p>Und Rassismus auch nicht. Das ist die Konsequenz, wenn man humanistisch denkt. Und man kann jetzt unterschiedlicher Meinung sein zu diesem kleinen M&auml;dchen, das durch die Welt reist und als Umweltstar gefeiert wird. Aber es zeigt doch, dass etwas geht. Warum gehen wir &ndash; also jetzt ist diese Entscheidung f&uuml;r Waffenexporte an Saudi-Arabien um sechs Monate verschoben worden &ndash; warum machen wir zwei Wochen vorher oder drei Wochen oder eine Woche vorher nicht eine gro&szlig;e Demonstration in Berlin? Was so ein kleines M&auml;dchen kann, k&ouml;nnen wir Erwachsene doch auch!<\/p><p><strong>Ja, ist das so?<\/strong><\/p><p>Wir gehen nicht mehr auf die Stra&szlig;e, wir stehen nicht mehr auf. Es gibt mal irgendwo eine kleine Demo in irgendeiner kleinen Ecke. Und dann muss man auch mal schauen, wen man in Deutschland alles zusammenkriegt, eher f&uuml;r ganz einfache Sachen eigentlich.<\/p><p><strong>Es tut mir leid, ich bin skeptischer. Wir haben gesehen, was mit der Friedensbewegung los ist. Heute wird sofort versucht, eine solche Bewegung wie etwa gegen Ramstein und den Drohneneinsatz zu spalten. Jene, die im Hintergrund die F&auml;den ziehen, sind schlauer geworden. Sie schicken zum Beispiel dann solche mit einem linken Image wie die Antideutschen gegen eine aufkeimende Friedensbewegung. Sie sehen das an den Zahlen. Nach Ramstein kommen ein paar 1000 und nicht 300.000 wie in den Bonner Hofgarten. Bruchteile. Die Friedensbewegung ist gespalten &ndash; von einer Kriegsfraktion. Diese Strukturver&auml;nderung muss man beachten.<\/strong><\/p><p>Das haben Sie sehr gut ausgedr&uuml;ckt, die gibt es, ja. Unser Land ver&auml;ndert gerade seinen Charakter und macht dem Herrn Gauck den Gefallen, dass eine starke Demokratie und ein starker Rechtsstaat dann halt auch mal zu den Waffen greifen muss. Und zwar nicht zur Verteidigung, sondern irgendwo in anderen L&auml;ndern.<\/p><p><strong>In Sachen Krieg und Frieden haben sich die Strukturen, das politische Personal und die Medien, sehr ver&auml;ndert. Wo bleibt die Hoffnung?<\/strong><\/p><p>Also ich fand ja besonders wichtig, dass ein Mann, der 16 Jahre lang Leiter der Rechtsabteilung des Verteidigungsministeriums war, bis Ende September vergangenen Jahres, dass der in einem FAZ-Artikel schreibt: Ein Teil unserer Milit&auml;reins&auml;tze im Ausland ist v&ouml;lkerrechtswidrig. Und er sagt, wir biegen uns das Grundgesetz einfach so zurecht und der Bundestag stimmt zu. Dass das nicht zu einem Aufschrei f&uuml;hrte, zu einem Aufschrei im Parlament, weil da die Linken, also ich bin nun wirklich kein Linker, aber weil da die Linken v&ouml;llig isoliert sind, die Gr&uuml;nen nichts mitmachen. In jedem echten demokratischen Staat w&uuml;rde das zu einem Untersuchungsausschuss f&uuml;hren. Der Einsatz im Irak als Luftaufkl&auml;rung und der Einsatz in Syrien als Luftaufkl&auml;rung, die Beteiligung an der Vernichtung von Mossul, all das ist verfassungswidrig. Das sagt der Chefjurist des Verteidigungsministeriums. Das m&uuml;sste einen Aufschrei geben &ndash; und nichts gibt es.<\/p><p><strong>Ich wollte noch auf eine Einzelheit Ihres Buches zur&uuml;ckkommen, auf ein Ereignis und eine besondere Leistung, die dann leider nicht zum Erfolg f&uuml;hrte. Ich meine den Friedensplan von Pr&auml;sident Assad. Sie waren bei ihm. Er hat einen Friedensplan f&uuml;r Syrien notiert. Dieser enth&auml;lt auch das Zugest&auml;ndnis, dass der Frieden m&ouml;glicherweise Folgen f&uuml;r seine pers&ouml;nliche Macht haben k&ouml;nnte und m&uuml;sste. Also das ist ein relativ weitgehender Vorschlag gewesen.<\/strong><\/p><p>Er ging so weit, dass ich gefragt habe, ob er das wirklich unterschreiben wolle.<\/p><p><strong>Und Sie haben das dann &uuml;ber Herrn Sch&auml;uble an Frau Merkel transportiert?<\/strong><\/p><p>Ja, &uuml;ber Sch&auml;uble, weil ich bei ihm war, das war an Weihnachten &hellip;<\/p><p><strong>Lassen wir mal beiseite, dass ich Herrn Sch&auml;uble anders einsch&auml;tze als Sie, aber Sie kennen ihn besser.<\/strong><\/p><p>Darf ich da nur eins sagen?<\/p><p><strong>Ja, klar.<\/strong><\/p><p>Sch&auml;uble hat mir bei allen Versuchen, bei Konflikten zumindest als Bote &ndash; er macht das ganz bescheiden, als Bote gelegentlich, wenn zwei Krisen- oder Gegenparteien nicht mehr miteinander sprachen &ndash; als Bote Friedensangebote zu &uuml;berbringen, war er der, der mir immer geholfen hat. Immer, zum Beispiel hat Sch&auml;uble Kontakte hergestellt zu der amerikanischen Regierung, zum Wei&szlig;en Haus.<\/p><p><strong>Okay. Kommen wir zur&uuml;ck zum Friedensplan von Herrn Assad. Kann man unsere Bundeskanzlerin so falsch einsch&auml;tzen, wie Assad das getan hat, als er erwartete, dass sie in Sachen Syrien vermitteln k&ouml;nnte? Angela Merkel hat die Sanktionen und die Blockade gegen Syrien mitgemacht, sie war besonders aktiv in der Fl&uuml;chtlingspolitik und hat mitgewirkt beim Versuch, Syrien personell ausbluten zu lassen. Unter der F&uuml;hrung Merkels hat Deutschland die milit&auml;rischen Interventionen im Irak und letztlich auch in Syrien mitgemacht. &Uuml;ber die Fehleinsch&auml;tzung ihrer Person durch den syrischen Pr&auml;sidenten kann ich mich deshalb nur wundern.<\/strong><\/p><p>Sie hat bei Libyen nicht mitgemacht.<\/p><p><strong>Sie hat bei der Intervention in Libyen nicht mitgemacht, okay. Ich wei&szlig; nicht, ob man nicht eher Herrn Westerwelle die Entscheidung, nicht mitzumachen, zugutehalten kann, dar&uuml;ber will ich jetzt auch nicht streiten. Aber die gesamte Propaganda zu Syrien, die Sprachregelung, die in allen Medien und von nahezu allen Politikern genutzt wird &ndash; &bdquo;Assad der Schl&auml;chter, der Fassbomben auf die eigenen Kinder wirft&ldquo; &ndash; das war und ist eine erkennbar festgelegte Propagandalinie. Und dies alles hat Frau Merkel mitgemacht. Wie kann der Pr&auml;sident von Syrien die deutsche Bundeskanzlerin so falsch einsch&auml;tzen? Bei richtiger Einsch&auml;tzung h&auml;tte man vorhersagen k&ouml;nnen, dass das mit dem Friedensplan nichts wird.<\/strong><\/p><p>Jein.<\/p><p><strong>Jein, okay. (lacht) Okay, das ist ja auch nicht der Hauptpunkt.<\/strong><\/p><p>Ja, aber es gilt, das ist ja das Ph&auml;nomen, dass Deutschland seine Rolle falsch einsetzt. Unsere Bundesregierung glaubt, dass sie nur in Europa im F&uuml;hrerh&auml;uschen sitzt und dass sie in den anderen Gebieten, also zum Beispiel im Nahen, im Mittleren Osten und so weiter, eben nicht im F&uuml;hrerh&auml;uschen sitzt, sondern letztlich die Politik der Amerikaner zu machen hat. Das ist eine v&ouml;llige Fehleinsch&auml;tzung. Deutschland ist heute so einflussreich, in einem positiven Sinne einflussreich als Wirtschaftsmacht, ich sage sogar, auch als moralische Macht im Vergleich mit den USA so einflussreich, dass die eigentliche Rolle Deutschlands heutzutage die des Vermittlers, des ehrlichen Maklers sein k&ouml;nnte.<\/p><p>Die Deutschen wurden von den Iranern um Vermittlung gebeten, schon vor vielen Jahren, als dieser Atomdeal gar nicht vorw&auml;rts kam und nichts vorw&auml;rts ging und die Iraner sagten: &ldquo;Hallo, wir wollen unser Verh&auml;ltnis zu Amerika verbessern&rdquo;, da war ihr Wunschgespr&auml;chsvermittler immer Merkel. Deutschlands Rolle w&auml;re, was Bismarck einmal gesagt hat, die des ehrlichen Maklers. Und im Mittleren Osten ist das Ansehen der Deutschen so gro&szlig;, dass die dort einfach denken: &ldquo;Hallo, die k&ouml;nnten doch eine L&ouml;sung finden.&rdquo; Und nat&uuml;rlich ist Assad ein absolut gnadenloser Diktator, zumindest ist er zum absolut gnadenlosen Diktator geworden.<\/p><p>Und in B&uuml;rgerkriegen, das ist ja die Trag&ouml;die von B&uuml;rgerkriegen, t&ouml;tet, und das ist auch richtig, eben nicht nur eine Seite, sondern t&ouml;ten beide Seiten das eigene Volk. Auch Lincoln hat im Amerikanischen B&uuml;rgerkrieg das eigene Volk get&ouml;tet. Das ist ja gerade die Trag&ouml;die des B&uuml;rgerkrieges. Also, ja, das war eine sehr einseitige Polemik und bei B&uuml;rgerkriegen &ndash; und ich habe den B&uuml;rgerkrieg in Syrien von Anfang an miterlebt, ich habe viel mehr Gespr&auml;che mit Rebellen gef&uuml;hrt &ndash; da k&auml;mpften am Schluss Br&uuml;der gegeneinander, enge Freunde, Arbeitspartner schlugen sich den Sch&auml;del ein. Und da kann ich nicht mehr sagen, nur die eine Seite ist b&ouml;se. Carla Del Ponte hat ja dann auch gesagt: &ldquo;Am Anfang war es einfach, da gab es einen Guten und einen B&ouml;sen.&rdquo; Am Schluss, als sie dann ging, sagte sie: &ldquo;Es gibt nur noch B&ouml;se.&rdquo;<\/p><p><strong>Dann lassen wir das mal so stehen. Also leider ist aus diesem Friedensplan nichts geworden. Sehen Sie noch Ans&auml;tze, dass man in Syrien zu einem friedlichen Ende kommt?<\/strong><\/p><p>Da ist nichts draus geworden, weil es wie &uuml;blich lief: Das Kanzleramt oder der Sicherheitsberater der Kanzlerin rief beim Sicherheitsberater oder der Sicherheitsberaterin von Obama an. Und wenn die &ldquo;Nein&rdquo; gesagt haben, und die haben in der Regel zu jeder Friedensinitiative Nein gesagt, haben die Deutschen aufgeh&ouml;rt. Das ist nicht gut, dazu haben sie nicht das Recht, denn die Kanzlerin ist nicht Kanzlerin Amerikas, sondern die Kanzlerin Deutschlands. Im Interesse Deutschlands und beispielsweise im Interesse der L&ouml;sung der Fl&uuml;chtlingsproblematik und des Terrorismus h&auml;tte es im Interesse Deutschlands und auch der Menschlichkeit und des Friedens gelegen, nicht locker zu lassen.<\/p><p><strong>Gut, hier wie beim Umgang mit Russland gibt es meines Erachtens mehr Freiheitsgrade, als die deutsche Bundesregierung nutzt, etwa bei Sanktionen.<\/strong><\/p><p>Viel, viel, viel mehr. Wir haben viel mehr Bewegungsspielraum, als unsere Bundesregierung in Anspruch nimmt.<\/p><p><strong>Zur&uuml;ck zu Ihrem Buch &bdquo;Die gro&szlig;e Heuchelei&ldquo;.<\/strong><\/p><p>Das Pl&auml;doyer dieses Buches ist klar ein humanistisches Pl&auml;doyer. Aber es ist auch ein Pl&auml;doyer im Interesse Deutschlands, weil die drei Folgen, wenn wir diese Politik weiterf&uuml;hren, dass wir ausschlie&szlig;lich meistens kurzsichtige Interessen verfolgen und dabei mit &auml;u&szlig;erster Brutalit&auml;t &uuml;ber die Interessen anderer V&ouml;lker hinweggehen, dann wird dasselbe passieren, was uns in Europa jahrhundertelang passiert ist, eigentlich fast, ja, immer mit kleinen Unterbrechungen. Wir werden, ich habe da auch mit vielen Historikern gesprochen, wir werden alle Katastrophen unserer Geschichte wieder erleben.<\/p><p>Man kann jetzt sagen: &ldquo;Ah, was soll uns denn Syrien tun?&rdquo; Klar, was soll ich denn Syrien tun? Fr&uuml;her haben wir mal gesagt: &ldquo;Was soll uns denn Frankreich tun?&rdquo;, als wir Frankreich kurz und klein gehauen haben. Und Krieg ist ein Bumerang. Und wir werden alle Katastrophen unserer Geschichte wiedererleben, wenn wir andere V&ouml;lker, wenn wir die Interessen anderer V&ouml;lker vergewaltigen. Und das sind ja nicht nur kleine V&ouml;lker.<\/p><p>Ich habe in meinem Buch ja auch beschrieben, wie Engl&auml;nder und Franzosen, und sp&auml;ter mit Unterst&uuml;tzung der Amerikaner, China &uuml;berfallen, brandschatzen, vergewaltigen, weil China nicht genug Opium importieren wollte. Das muss man sich vorstellen. Diesen Vorgang haben in Deutschland 99,9 Prozent der Leute vergessen oder noch nie davon geh&ouml;rt. Wir haben das chinesische Volk &uuml;berfallen, wir haben seine Hauptstadt angez&uuml;ndet, wir haben ihnen zur Strafe Hongkong abgenommen. Manche denken immer noch: &ldquo;Was wollen die denn, wieso wollen die denn dem armen Hongkongern Hongkong wegnehmen?&rdquo; Weil wir es ihnen weggenommen haben, weil die nicht genug Opium eingef&uuml;hrt haben. Zu China zitiere ich einen alten Satz eines deutschen Bundeskanzlers: &ldquo;China, China, China&rdquo;. Wir gehen hin und halten denen Vortr&auml;ge &uuml;ber Menschenrechte und haben die Menschenrechte der Chinesen in brutalster Weise mit F&uuml;&szlig;en getreten.<\/p><p><strong>Sie ordnen in ihrem Buch historische Ereignisse glaubw&uuml;rdig ein. Damit gelingt es ihnen, den Lesern und Leserinnen klarzumachen, wie falsch unsere Vorstellung ist, wir seien die Wertvollen und die Guten und die anderen seien es nicht. Auch f&uuml;r den Vergleich der islamischen Welt und ihrer Leistungen mit dem, was wir im Westen geleistet und uns geleistet haben, ist die Lekt&uuml;re Ihres Buches ausgesprochen anregend. Von den Kreuzz&uuml;gen &uuml;ber die Eroberung Amerikas bis zu den Kriegen der Neuzeit &ndash; was der Westen, was wir uns geleistet haben, ist deprimierend. <\/strong><\/p><p>Wenn wir diese Politik fortsetzen &ndash; manche behaupten ja, sie sei erfolgreich &ndash; da kann ich nur sagen: Wo ist die erfolgreich? &Uuml;berall ist alles kaputt und &uuml;berall bauen wir uns Feinde auf. Und es hat eine zweite Folge, wir machen unsere Demokratie kaputt. Ich habe Ihnen vorhin gesagt, viele Menschen ahnen, dass sie angelogen werden. Sie wurden angelogen im Falle der Intervention in Afghanistan, sie wurden angelogen im Fall Libyen, sie wurden angelogen beim Irak, sie wurden angelogen bei Syrien, sie wurden angelogen im Falle des Jemen, sie wurden angelogen im Blick auf Gaza. Sie werden immer angelogen und man erz&auml;hlt ihnen &uuml;ble Geschichten.<\/p><p>Zum Beispiel zu Afghanistan; da hat man uns erz&auml;hlt: &ldquo;Wir gehen dahin, um afghanischen M&auml;dchen den Schulbesuch zu erm&ouml;glichen und um Brunnen zu bauen.&rdquo; Wenn ich den Menschen v&ouml;llig falsche Kriegsgr&uuml;nde nenne, mache ich ihre Beteiligung an der demokratischen Willensbildung unm&ouml;glich. Das hei&szlig;t, Demokratie findet in der Au&szlig;enpolitik nicht einmal in Ans&auml;tzen statt. Man kann nicht einmal bei einer Wahl darauf antworten. Dann m&uuml;sste die Diskussion so laufen: &ldquo;Bist du daf&uuml;r, dass Schulm&auml;dchen in Afghanistan in die Schule gehen oder bist du dagegen?&rdquo; Das zerst&ouml;rt die Demokratie und die Folgen sehen wir doch.<\/p><p>Viele junge Leute gehen nicht mehr zur Wahl, andere sind derart zynisch geworden, dass sie jetzt Parteien w&auml;hlen, die offen antidemokratisch sind, die zus&auml;tzlich nationalistisch sind, die populistisch sind, die rassistisch sind. Also ich muss Ihnen ja keine Parteien nennen. Auch Trump w&auml;re nicht m&ouml;glich gewesen, ohne die Regierung davor und die Heucheleien einer Frau Clinton; dass ein Obama st&auml;ndig vom Frieden sprach und einmal in der Woche oder mehrmals in der Woche in so einen Spezialraum im Wei&szlig;en Haus ging und dort Namen abgezeichnet hat, die dann per Drohnen &hellip;<\/p><p><strong>&hellip; ermordet wurden &hellip;<\/strong><\/p><p>&hellip; dass er massive Truppeneins&auml;tze in Afghanistan befohlen hat und und und.<\/p><p><strong>Dass Sie die &uuml;bliche Z&auml;sur von Clinton zu Trump nicht mitmachen, ist erfrischend aufkl&auml;rerisch. Trump ist der B&ouml;se, alles andere davor war das Gute. Das ist die Geschichte, die uns normalerweise erz&auml;hlt wird. Bei Ihnen liest sich das zurecht anders.<\/strong><\/p><p>Und der dritte Punkt, das ist der humanit&auml;re Punkt. Ich finde, wenn man sich &uuml;berlegt, welche Aufgabe haben wir. Unsere Aufgabe ist sicher nicht die, das Leid auf der Welt zu vermehren, sondern mitzuhelfen, dass das Leid auf der Welt verringert wird. Mit der Politik erh&ouml;hen wir ununterbrochen in kaum darstellbarem Ma&szlig;e das Leid in unserer Welt. Und dann kann man ja sagen: &ldquo;Was w&uuml;rden Sie denn machen?&rdquo;, die Frage beantwortet ja auch das Buch. Ich glaube, der Grundsatz muss sein, wir sollten andere V&ouml;lker so behandeln, wie wir selbst behandelt werden wollen. Und zwar im Ausland wie im Inland.<\/p><p>Wenn ich so behandelt werden m&ouml;chte, wie Migranten in Deutschland behandelt werden, m&ouml;chte ich das? M&ouml;chte ich bestimmt nicht. Es ist ja keine gro&szlig;e Forderung, wenn man sagt, behandle andere V&ouml;lker und Kulturen so, wie du selber behandelt werden willst. Und wo du Interessen verfolgst, die die Interessen anderer V&ouml;lker nicht mitber&uuml;cksichtigen, dann bitte aussprechen und den Menschen keine Werte vorheucheln. Ich bef&uuml;rchte, dass unsere Zivilisation eines Tages als die heuchlerischste Zivilisation aller Zeiten in die Geschichte eingeht.<\/p><p><strong>Herr Todenh&ouml;fer, wenn jetzt die westliche F&uuml;hrungsmacht entscheidet, weiter die Absicht zu verfolgen, einen Regime-Change in Russland herbeizuf&uuml;hren, und wenn, wie viele Quellen schon sagen, diese Kriegsvorbereitung l&auml;uft, wo w&auml;re denn dann unsere Rolle, wenn wir sagen, wir wollen anderen V&ouml;lkern nicht angedeihen lassen, was wir uns nicht angedeihen lassen wollen? Und spielen wir diese Rolle, fallen wir denen in den Arm, die den Krieg vorbereiten?<\/strong><\/p><p>Unsere Rolle in der Politik der Zukunft muss die des Vermittlers sein, ohne Wenn und Aber. Und zweitens, unsere Rolle muss sein, zu sagen: &ldquo;Nie mehr Krieg und nie mehr Rassismus.&rdquo; Ich erweitere also diesen Satz auch noch mal. Und ich glaube &uuml;brigens nicht an Kriegsvorbereitungen der USA gegen Russland.<\/p><p><strong>Glauben Sie nicht?<\/strong><\/p><p>Nein. Nein, das ist die &uuml;bliche Strategie, wie man mit Gegnern umgeht. Ein Land, das imperial denkt, l&auml;sst nicht zu, dass ein anderes Land hochkommt. Also muss man schauen, dass China negativ dargestellt wird und dass Russland negativ dargestellt wird. Und das macht man, indem man diese L&auml;nder d&auml;monisiert und ihre F&uuml;hrung d&auml;monisiert. Und die wird solange d&auml;monisiert, bis man mit den Leuten nicht mehr sprechen kann. Man hat das erreicht bei Gaddafi, der nun wirklich kein Vorbild f&uuml;r jemanden sein muss, man hat es erreicht bei Saddam Hussein, man hat es erreicht bei Erdogan und Putin. &hellip;<\/p><p><strong>Ja, aber das hat doch Folgen.<\/strong><\/p><p>Die werden doch alle bis zu einem gewissen Grad d&auml;monisiert.<\/p><p><strong>Es geht ja nicht nur ums D&auml;monisieren. Ich m&ouml;chte eine Erfahrung von uns allen und einen Gedanken einf&uuml;hren: der Grundgedanke der Entspannungspolitik lautete: &ldquo;Wir wollen die Konfrontation abbauen, damit sich dort bei den anderen etwas zum Positiven &auml;ndern wird.&rdquo; Wandel durch Ann&auml;herung ist die Parole. Jetzt beobachten wir seit Jahren, im Kern seit 1991, dass dieser Spruch missachtet wird. Wir beachten nicht, dass die Konfrontation, die wir neu aufgebaut haben und pflegen, sp&auml;testens mit Beginn des Kosovo-Krieges, dass die neue Konfrontation zu einem eher t&ouml;dlichen inneren Wandel im Osten f&uuml;hren kann. Das ist doch die hochriskante Situation, in der wir heute sind.<\/strong><\/p><p><strong>Wir haben das, was Kern der Entspannungspolitik war, n&auml;mlich Vertrauen aufzubauen, missachtet und stattdessen Misstrauen ges&auml;t. Sp&auml;testens seit der Rede Putins im Deutschen Bundestag im September 2001 h&auml;tten wir das merken m&uuml;ssen. Wir sind darauf nicht eingegangen. Und wir haben oft die ausgestreckte Hand zur&uuml;ckgeschlagen. Und dann glauben wir, dass dies in Russland keine R&uuml;ckwirkungen haben wird. Diese wird es aber haben, das ist meine gro&szlig;e Sorge. Und dann kommen die Spr&uuml;che amerikanischer Feldherren dazu oder von NATO-Leuten, die ganz offen davon sprechen, dass sie das und das und das jetzt machen, damit man im Erstschlag erfolgreich ist.<\/strong><\/p><p><strong>Ich w&uuml;rde ja gerne so stehen lassen, dass Sie die Sache optimistischer sehen.<\/strong><\/p><p>Nein, ich sehe es nicht weniger kritisch; ich halte es f&uuml;r eine ganz problematische Politik, ich glaube nur nicht, dass dahinter ein gro&szlig;er Plan steckt. Ich glaube, dass dahinter ein gro&szlig;er Instinkt steckt, der Machtinstinkt: Lass die andern nicht hochkommen. Und eines der besten Mittel dazu ist, sie zu d&auml;monisieren und dann werden Sanktionen verh&auml;ngt. Es werden ja sogar Sanktionen teilweise gegen deutsche Firmen verh&auml;ngt, man muss sich das mal &uuml;berlegen, was da stattfindet. Und das alles im Namen unserer gro&szlig;en Werte. Und keiner sagt: &bdquo;Das ist schmutzige Interessenpolitik, sondern wir machen das alles f&uuml;r Demokratie, Freiheit, Br&uuml;derlichkeit.&rdquo; Und ja, wir machen es halt.<\/p><p>Wie Sie dem Buch entnehmen k&ouml;nnen, habe ich ja ganz viele prominente Amerikaner gefragt, die sollten mir ihre Politik im Mittleren Osten erkl&auml;ren. Das konnten sie alle nicht, die haben alle nur gelacht, ob das jetzt Murdock oder der Chefkoordinator der Geheimdienste unter Obama oder ob das Sulzberger, der Verleger der New York Times, war. Die haben alle gesagt: &ldquo;Nein, Strategien haben wir nicht, haben wir nicht.&rdquo; Sie haben einen Instinkt, einen Machtinstinkt. Und der hei&szlig;t: &ldquo;Wer mit uns kooperiert, der ist gut. Und wer nicht mit uns kooperiert, wer einen anderen Weg geht, wie etwa Russland, China, Iran, Syrien, ist b&ouml;se und schlecht.&rdquo;<\/p><p>Die Politik geht nach diesem Grundinstinkt. Und wer glaubt, die Amerikaner h&auml;tten irgendeinen ausget&uuml;ftelten Plan, &uuml;bersch&auml;tzt sie. Sie haben einen Plan, der hei&szlig;t: &ldquo;Die Welt geh&ouml;rt uns. Wir sind die Nummer Eins, Second to None. America first&rdquo;, und all diese S&auml;tze. Und danach sind alle die, die das nicht mitmachen, die B&ouml;sen. Und die, die es mitmachen, sind die Guten. Und die Diktatoren zum Beispiel, die die amerikanische Politik unterst&uuml;tzen, die finden die Amerikaner klasse. Gegen diese protestiert auch die deutsche Bundesregierung nicht, gegen die protestiert keiner.<\/p><p>Die ganz gro&szlig;en Monarchien sind Diktaturen. In Asien, in Zentralasien, &uuml;berall haben wir Diktatoren, mit denen wir fantastisch zusammenarbeiten. Wer mit uns zusammenarbeitet, ist gut, und wer nicht, ist schlecht. Und Russland, ja, man kann nicht immer sagen, dass Russland gegen Amerika arbeitet. Russland ist betrogen worden nach der Wiedervereinigung. Russland verringert seinen R&uuml;stungsetat, wir erh&ouml;hen den R&uuml;stungsetat. Es ist einfach der Versuch, einen Gegner kleinzumachen. Das hei&szlig;t nicht, dass Russland alles richtig macht, und das hei&szlig;t nicht, dass alle Entwicklungen in Russland gut sind. Die sind nicht alle gut.<\/p><p>Und wenn wir Einfluss darauf nehmen wollen, wie Willy Brandt das getan hat und Helmut Schmidt es sp&auml;ter auch getan hat, dann m&uuml;ssen wir mit den Russen im Gespr&auml;ch bleiben, in einer ganz anderen Form von Gespr&auml;ch.<\/p><p><strong>Die Selbstgerechtigkeit jener, die auf Regierungs- und Politikwechsel in anderen L&auml;ndern zielen und daf&uuml;r auch Gewalt anwenden, ist beachtlich. Ohne Zweifel ist in Russland vieles nicht in Ordnung. Aber bei uns im Westen vieles auch nicht. Gro&szlig;britannien t&auml;te ein Regime Change gut, auch den USA. Welche Rolle spielen denn die Arbeiter Mittelenglands in der Politik Gro&szlig;britanniens, w&uuml;rde man fragen m&uuml;ssen, wo bleibt da ein St&uuml;ck Gerechtigkeit?<\/strong><\/p><p>Man k&ouml;nnte auch fragen, welche Rolle spielen in Deutschland alte, kranke, vereinsamte Menschen?<\/p><p>Zum Schluss m&ouml;chte ich noch eine Anmerkung machen. Schauen Sie, man hat ja, wenn man so ein Buch schreibt, an dem ich zwei Jahre geschrieben habe und teilweise monatelang mit einer 100-Stunden-Woche, die Wochenenden durch, morgens um sechs aufstehen, um acht an meinen Sohn abliefern, dann hat der das in der Nacht &uuml;berarbeitet und morgens um sechs ging es weiter. Und ich wei&szlig; nat&uuml;rlich auch, dass es ein Buch gegen den Strom ist und dass ich mich mit den M&auml;chtigsten anlege.<\/p><p>Und was ist das Ziel, warum schreibt man so etwas, warum schreiben Sie solche Artikel wie in den NachDenkSeiten? Nat&uuml;rlich m&ouml;chte ich aufkl&auml;ren, das ist der allgemeine Begriff. Aber ich m&ouml;chte erreichen, dass die Politiker in Deutschland und in anderen westlichen L&auml;ndern &ndash; das Buch wird sicher &uuml;bersetzt werden in mehrere Sprachen, wie die B&uuml;cher vorher auch &ndash; ich m&ouml;chte erreichen, dass, wenn Politiker unsere Werte, ich bleibe mal bei Freiheit, Gleichheit, Br&uuml;derlichkeit, Demokratie, benutzen, um Kriege zu f&uuml;hren, dass die Leute sie auslachen, dass die Leute einfach sagen: &ldquo;Erz&auml;hlt uns doch diese M&auml;rchen nicht mehr&rdquo;, dass unsere wertvollsten Werte &ndash; ein ganz schlechter Begriff &ndash; unsere wichtigsten Werte zur Kriegsvorbereitung benutzt werden.<\/p><p>Das will ich verhindern, dass keiner diese Werte einsetzen muss und dass es dadurch viel schwerer wird, Kriege zu f&uuml;hren, dass es dadurch viel schwerer wird, rassistisch zu argumentieren. Ein Teil der Anti-Fl&uuml;chtlingspolitik ist reinster Rassismus, ein Teil unserer Kriege im Mittleren Osten ist reinster Rassismus, das sind ja nur Muslime und denen tut es ja nicht weh, wenn man sie erschl&auml;gt oder ihre Kinder erschl&auml;gt.<\/p><p>Und zum Abschluss: F&uuml;r mich ist das Symbol dieser Heuchelei das, was mein Sohn Frederic erlebt hat, zehn Monate nach Ende des Krieges gegen Mossul, nach der sogenannten Befreiung. Ich habe schon an dem Buch geschrieben, dann habe ich ihn zu einer Nachrecherche noch mal gebeten, nach Mossul zu fahren. Und da schickt er mir Bilder, da findet er auf den Tr&uuml;mmern der v&ouml;llig zerst&ouml;rten Altstadt Mossuls, zehn Monate nach der sogenannten Befreiung, da liegen Frauen, verweste Frauen. Da liegen Gefangene, die der IS gefangen hatte und denen der IS die H&auml;nde auf dem R&uuml;cken gefesselt hat, die liegen noch immer auf den Tr&uuml;mmern. Und Kinder liegen auf den Tr&uuml;mmern, teilweise mumifiziert. Und er sitzt vor einem mumifizierten Kind, einem irakischen Kind, von dem wir gar nicht wissen, ob das sofort tot war oder ob es erst nach Tagen gestorben ist. Und diese Leute sagen, sie h&auml;tten dort f&uuml;r unsere Werte gek&auml;mpft, f&uuml;r Freiheit. Diese Leute sagen, sie h&auml;tten Mossul befreit. Und sie lassen Kinder auf den Tr&uuml;mmern der zerst&ouml;rten Altstadt, dieser Kulturaltstadt, liegen, leiden, sterben. Und es gibt nicht mal einen, der mal hingeht und sagt: &ldquo;Jetzt bergen wir die Toten.&rdquo; Jetzt kann man sagen, sollen doch die Iraker die Toten selber bergen. Die Familien dieser Kinder &hellip;<\/p><p><strong>&hellip; sind ja alle tot.<\/strong><\/p><p>Teilweise liegen sie unter den Tr&uuml;mmern. Und die Verwandten sind in irgendwelchen Lagern hunderte von Kilometern entfernt und haben keinen Zugang zu der Altstadt. Und das nennen wir Politik f&uuml;r unsere Werte. Und ich nenne es die gro&szlig;e Heuchelei.<\/p><p><strong>Ihr Bericht &uuml;ber den nachtr&auml;glichen Besuch Ihres Sohnes in Mossul ist sehr wichtig. Auch dass Sie das zutiefst unmenschliche Verhalten des Westens im Buch so offen schildern, wird dazu f&uuml;hren, dass Ihr Buch nicht wohlwollend besprochen wird, nicht so viel besprochen wird, &uuml;berhaupt nicht besprochen wird, wie es ihm eigentlich gerecht w&uuml;rde. Es wird aber trotzdem gelesen werden.<\/strong><\/p><p>Das ist ermutigend, Herr M&uuml;ller. Ich finde es sch&ouml;n, dass ein Buch in den Bestsellerlisten ganz vorne ist unter den ersten zehn, obwohl versucht wird, es totzuschweigen. Das ist doch sehr ermutigend.<\/p><p><strong>Danke f&uuml;r das Gespr&auml;ch.<\/strong><\/p><p>Titelbild: &copy; privat<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus Anlass des Erscheinens seines neuen Buches haben wir &uuml;ber 1 Stunde lang miteinander gesprochen.[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50984#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>] Die NachDenkSeiten hatten das Buch am 29. M&auml;rz schon <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50540\">vorgestellt<\/a>. Im Interview geht es um den Kern des Buches, um Krieg und Frieden und um die Rolle unseres Landes. Der Autor meint, unser Land k&ouml;nne und m&uuml;sse<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50984\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":50986,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[105,169,35,209,171,11,161],"tags":[351,1516,1974,912,282,339,379,1090,2013,2161,1120,1426,1837,2175,641,1573,1683,1792,2301,2266,2104,304,1052,305,315,2338,1878,466,690,2155,633,826,1367,1418,1054,2147,1553,1270,1977,1800,1556,244,1122,2377,2633,1019,2360],"class_list":["post-50984","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-aufbau-gegenoeffentlichkeit","category-interviews","category-militaereinsaetzekriege","category-strategien-der-meinungsmache","category-wertedebatte","tag-afghanistan","tag-al-assad-baschar","tag-algerien","tag-buergerkrieg","tag-buergerproteste","tag-chauvinismus","tag-china","tag-clinton-hillary","tag-entspannungspolitik","tag-friedensabkommen","tag-friedensbewegung","tag-hegemonie","tag-humanismus","tag-interventionspolitik","tag-irak","tag-jemen","tag-kategorischer-imperativ","tag-kolonialismus","tag-konfrontationspolitik","tag-kongo","tag-kriegsopfer","tag-kriegsverbrechen","tag-libyen","tag-menschenrechte","tag-merkel-angela","tag-mittlerer-osten","tag-naher-osten","tag-nato","tag-neusprech","tag-opportunismus","tag-politikerverdrossenheit","tag-rassismus","tag-ruestungsausgaben","tag-regime-change","tag-saudi-arabien","tag-sowjetunion","tag-syrien","tag-todenhoefer-juergen","tag-transatlantische-partnerschaft","tag-trump-donald","tag-usa","tag-vierte-gewalt","tag-waffenexporte","tag-waffenlieferungen","tag-warschauer-vertrag","tag-wirtschaftssanktionen","tag-zivile-opfer"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/190415-Interview-Todenhoefer.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/50984","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=50984"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/50984\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":50987,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/50984\/revisions\/50987"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/50986"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=50984"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=50984"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=50984"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}