{"id":5114,"date":"2010-04-09T08:55:27","date_gmt":"2010-04-09T06:55:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5114"},"modified":"2010-04-09T08:55:27","modified_gmt":"2010-04-09T06:55:27","slug":"hinweise-des-tages-1116","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5114","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Insiderhandel mit Giftpapieren; Zeit f&uuml;r die gro&szlig;e Abrechnung; Bankentribunal; &uuml;ber deutsche &Ouml;konomen; Attacke auf Lammert; Benzinpreis-Zocker; Billigl&auml;den; Mittelschicht betr&uuml;gt sich selbst; Stuttgart-21-Kampagne; Schwarz-Gelb gegen Rot-Gr&uuml;n; der Fall der Griechen; mit Hightech in den Tod; die FAZ f&uuml;hlt sich von Albrecht M&uuml;ller provoziert. (MB\/WL\/RS)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Insiderhandel mit Giftpapieren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Wir brauchen eine Steuer auf Finanztransaktionen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Zeit f&uuml;r die gro&szlig;e Abrechnung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Bankentribunal<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Fricke &ndash; Land der dichten Denker<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Ein Volk von &Ouml;konomen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Steuerzahler erleben goldene Zeiten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Attacke auf Lammert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Zocker treiben Benzinpreis um 14 Cent nach oben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Krankenh&auml;user rechnen bei Kassen falsch ab<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Ottmar Schreiner: Sozial ist, was gute Arbeit schafft!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Lidl: Billigtextilien: Das verkaufte Gewissen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Kik-Besch&auml;ftigte klagen &uuml;ber katastrophale Zust&auml;nde<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Die Mittelschicht betr&uuml;gt sich selbst<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Stuttgart-21-Kampagne: &ldquo;Noch geben Gegner den Takt vor&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Schwarz-Gelb gegen Rot-Gr&uuml;n<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Hessen-FDP: Rot-Gr&uuml;n schuf Klima f&uuml;r Missbrauch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Der Fall unserer Griechen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Das Wei&szlig;e Haus schaut Wikileaks<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Starfighter &ndash; Mit Hightech in den Tod<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Gunnar Heinsohn ist &ldquo;Autor der Freiheit&rdquo; im Monat M&auml;rz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h22\">Das Allerletzte: Zur&uuml;ck in die Siebziger &ndash; ein Rundumschlag des Publizisten Albrecht M&uuml;ller<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=5114&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Insiderhandel mit Giftpapieren<\/strong><br>\nDer Ausgang des in dieser Woche gestarteten Prozesses k&ouml;nnte Signalwirkung f&uuml;r den k&uuml;nftigen Umgang mit den heftig umstrittenen Kreditausfallversicherungen haben, den sogenannten Credit Default Swaps (CDS). Diese komplexen Konstrukte, mit denen sich Anleger gegen Ausf&auml;lle von Anleihen versichern k&ouml;nnen, werden nicht an einem regulierten Markt verkauft, sondern typischerweise direkt von Anleger zu Anleger. Die B&ouml;rsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) wirft dem Deutschbanker Jon-Paul R. vor, vertrauliche Informationen zu der Transaktion an den Hedge-Fonds-Manager Renato N. weitergegeben zu haben. Die Informationen lie&szlig;en einen Preisanstieg f&uuml;r die CDS auf VNU-Anleihen erwarten. Daher habe sich N. entsprechend positionieren und 1,2 Mio. $ (900 000 Euro) an Gewinnen realisieren k&ouml;nnen, so der Vorwurf. &ldquo;Wie bei anderen Insiderhandelf&auml;llen auch geht es um selektive Informationsweitergabe&rdquo;, sagte der SEC-Anwalt jetzt zur Er&ouml;ffnung des wohl rund drei Wochen dauernden Zivilverfahrens vor einem New Yorker Bezirksgericht. Als Beweise f&uuml;hrte er zahlreiche aufgezeichnete Telefongespr&auml;che der beiden Beschuldigten an. Der Vertreter des Deutschbankers wiederum machte deutlich, dass sein Mandant die Informationen habe weitergeben d&uuml;rfen, um die Anleihe zu vermarkten. Anders als bei Aktienemissionen gebe es bei diesen Hochzinsanleihen einen steten Fluss an Informationen zwischen Verk&auml;ufern und Anlegern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/:erstes-verfahren-insiderhandel-mit-giftpapieren\/50098364.html?mode=print\">Financial Times Deutschland<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Offensichtlich werden solche Gespr&auml;che von den Firmen oder wem auch immer aufgezeichnet. Wie w&auml;re es, s&auml;mtliche Gespr&auml;che einiger Hauptakteure im Vorlauf der Krise zu &uuml;berpr&uuml;fen. Zum Beispiel mit der Fragestellung, ab wann hat die Deutsche Bank damit angefangen auf den Zusammenbruch des Casinos zu wetten und bis wann hat sie Produkte dieses Casinos weiterhin angeboten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Wir brauchen eine Steuer auf Finanztransaktionen<\/strong><br>\nDie Tsunami-Wellen der Finanzkrise treffen die L&auml;nder des globalen S&uuml;dens in einem Moment, in dem ihre Kr&auml;fte durch das Ringen mit den Folgen der Klimakrise, der Hunger- und der Energiekrise bereits existenziell geschw&auml;cht sind. Keine dieser Krisen hat ihre Ursachen in den sogenannten Entwicklungsl&auml;ndern, dennoch leiden gerade sie am st&auml;rksten unter den Folgen. &ldquo;F&uuml;r viele Entwicklungsl&auml;nder droht sich ein Abgrund aufzutun, in dem ein ganzes Jahrzehnt ihres Kampfes gegen Armut und Ausgrenzung verloren geht und eine ganze Generation ernsthaft Schaden nimmt&rdquo;, hei&szlig;t es im j&uuml;ngsten Bericht des Entwicklungsausschusses an das Europ&auml;ische Parlament &uuml;ber die Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise (9.3.2010, A7-0034\/2010). 2009 betrug das Wachstum der Entwicklungs- und Schwellenl&auml;nder nur noch ein Viertel beziehungsweise Drittel der Vorjahre, die Rohstofferl&ouml;se brachen um mehr als 20 Prozent ein, das Gesamthandelsvolumen Afrikas etwa ging um 17 Prozent zur&uuml;ck, und die externen Finanzstr&ouml;me in den S&uuml;den verringerten sich ebenso drastisch wie die Geld&uuml;berweisungen der Migranten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2515369&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Zeit f&uuml;r die gro&szlig;e Abrechnung <\/strong><br>\nEinerseits Finanzkrise, andererseits Milliardengewinne, da sieht Berthold Huber jede Menge Kl&auml;rungsbedarf. Der Chef der IG Metall fordert im stern eine &ldquo;Wahrheitskommission&rdquo;, die die Schuldigen der Krise zur Rechenschaft zieht. Aussagen soll da auch Josef Ackermann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/wirtschaft\/geld\/ig-metall-chef-huber-zeit-fuer-die-grosse-abrechnung-1556402-print.html\">Stern<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Bankentribunal: Live-&Uuml;bertragung<\/strong><br>\nDas <a href=\"?p=5062\">Bankentribunal<\/a> wird an allen drei Tagen live &uuml;bers Internet &uuml;bertragen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.attac.de\/aktuell\/krisen\/bankentribunal\/mitmachen\/livestream\/\">Attac<\/a>\n<p><em>Passend dazu:<\/em><\/p>\n<p><strong>Attac er&ouml;ffnet das Bankentribunal<\/strong><br>\nDie Gesch&auml;ftspraktiken der Finanzwelt lie&szlig;en die Menschheit erst vor wenigen Monaten in den Schlund einer Weltfinanzkrise blicken. Die Krise wurde abgewendet, doch der Preis war und ist sehr hoch. Wenn sich die Wirtschaft schnell wieder f&auml;ngt und prosperiert, werden &bdquo;nur&ldquo; Generationen f&uuml;r diese Krise zahlen &ndash; direkt in h&ouml;heren Preisen und indirekt durch h&ouml;here Steuern und zur&uuml;ckgefahrene Leistungen des Staates. Erholt sich die Wirtschaft nicht so schnell oder st&uuml;rzt die Finanzwelt die reale Welt abermals in eine tiefe Krise, k&ouml;nnten Dystopien Realit&auml;t werden &ndash; das Ende der Welt, wie wir sie kennen. Schuld an der Krise haben jedoch nicht nur die Nieten in Nadelstreifen. Wir waren es, die den Bankern die Jetons f&uuml;r das Finanzcasino zusteckten, und die von uns legitimierten Politiker waren es, die das Finanzcasino &uuml;berhaupt erst genehmigten &ndash; lange bevor sie es vor dem sicheren Einsturz retten mussten. W&auml;hrend jeder Pferdedieb und Falschparker gnadenlos f&uuml;r seine Verfehlungen zur Rechenschaft gezogen wird, gingen die Verursacher der Krise, die weltweit Billionenwerte vernichtet hat, jedoch straf- und zivilrechtlich tadellos aus der Sache hervor. Zwar hat man sich ein paar Bauernopfer &ndash; T&ouml;lpel, die zu dumm f&uuml;r ihr eigenes System waren &ndash; ausgesucht, denen man stellvertretend die Schuld in die Schuhe schob. Die Herren der Glaspal&auml;ste in Frankfurt, London und New York thronen jedoch heute selbstherrlicher und sicherer in den Schaltzentralen der Wirtschaftsmacht als je zuvor. Denn &ndash; und das ist die eigentliche Folge der Krise: seit letztem Jahr garantiert der Staat, und damit wir, die Steuerzahler, implizit und teils sogar explizit f&uuml;r die Risiken, die Banken ansonsten f&uuml;r teures Geld versichern m&uuml;ssten. Noch nie war Zocken so einfach: Setze auf Zahl und wenn Deine Zahl kommt, hast Du Deinen Einsatz verf&uuml;nfunddreissigfacht. Rollt die Kugel auf eine andere Zahl, kriegst Du Deinen Einsatz vom Steuerzahler zur&uuml;ck &ndash; Les jeux sont fait, rien ne v&agrave; plus.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/2339\/attac-eroffnet-das-bankentribunal\">Spiegelfechter<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Ein kleiner Kritikpunkt am Beitrag Jens Bergers: Nicht &ldquo;wir&rdquo; waren es, die &ldquo;den Bankern die Jetons f&uuml;r das Finanzcasino zusteckten&rdquo;. Ein Blick in die Verteilung des Nettoverm&ouml;gens (Bruttoverm&ouml;gen abz&uuml;glich Schulden) der erwachsenen Bev&ouml;lkerung zeigt: Die oberen 20 Prozent der Bev&ouml;lkerung verf&uuml;gen &uuml;ber 80,1 Prozent des Nettoverm&ouml;gens. Die &ldquo;unteren&rdquo; 60 Prozent der Bev&ouml;lkerung, welche &uuml;ber lediglich 2,8 Prozent des Nettoverm&ouml;gens verf&uuml;gen, d&uuml;rften mangels Masse in den allermeisten F&auml;llen neben dem sprichw&ouml;rtlichen &ldquo;Notgroschen&rdquo; nicht &uuml;ber entsprechende Spekulations-&ldquo;Jetons&rdquo; verf&uuml;gen.<\/em><\/p>\n<p>Quelle 2: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/fr\/top_news\/?em_cnt=1663126&amp;em_src=637818&amp;em_ivw=fr_topnews\">FR<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Fricke &ndash; Land der dichten Denker<\/strong><br>\nBeim &Ouml;konomengipfel in Cambridge &uuml;berlegen Top&ouml;konomen, Praktiker und Nobelpreistr&auml;ger, wie die gescholtene Zunft k&uuml;nftige Krisen vermeiden helfen kann. Teilnehmer aus Deutschland? Fehlanzeige. Ein Befund mit Symbolwert. In kaum einem anderen Land ist die Jahrhundertkrise so spurlos an alten wirtschaftspolitischen Glaubenss&auml;tzen und Predigten vorbeigegangen wie in Deutschland. Da scheinen sich alle Probleme der Welt wie immer auf b&ouml;se Politiker zu reduzieren, die Schulden machen, und auf eine st&auml;ndige Inflationsgefahr, selbst bei einer mickrigen Rate von 0,4 Prozent. Warum sollte man da etwas neu denken? Das scheint zwar konsequent, k&ouml;nnte aber fatal sein. Deutschlands stoische F&uuml;hrungs&ouml;konomen drohen eine Zeitenwende zu verpassen. Nirgendwo ist die Suche nach der Krisenursache so schnell damit abgeschlossen worden, dass Amerikaner und andere halt geschludert haben, Geld viel zu billig war und Banker viel zu gierig. Da reicht ein Griff in die Standardspruchkiste, und die grandiose Botschaft nach drei Jahren Krise lautet: Der Staat muss sparen und die Notenbank Geld vernichten. In keinem anderen Land hat es in den vergangenen Wochen so viele Spr&uuml;cheklopfer gegeben, die den Griechen &uuml;berheblich erkl&auml;rten, wie man wirtschaftet, und dabei theatralisch &uuml;ber die Folgen f&uuml;r unsere armen Kinder wehklagten &ndash; wovon Schulden aber auch nicht weggehen. Beim Lesen dieser deutschen Tante-Erna-Experten k&ouml;nnte man meinen, die Weltkrise sei von pfuschenden Griechen ausgel&ouml;st worden. Und von Politikern, die sinnlos Schulden machen. Dar&uuml;ber zu schimpfen ist aber so, als w&uuml;rden Opfer einer Brandkatastrophe zetern, dass die Feuerwehr beim L&ouml;schen ziemlich viel nass gemacht hat.<br>\nNirgendwo sonst werden selbst banale &ouml;konomische Probleme so rasant zu Grundsatzfragen ereifert, vom Ladenschluss bis zur Vertr&auml;glichkeit von steigenden Export&uuml;bersch&uuml;sse. Dabei geht aber viel Energie f&uuml;r Unsinn verloren. Nirgendwo wurde seit dem Paradigmenwechsel in den 70er-Jahren vom Keynesianismus zum Angebotsdogma mit so deutscher Konsequenz auf die neue Heilslehre gesetzt, so radikal zwischen Gut und B&ouml;se getrennt und alles andere verteufelt. Nirgendwo werden &ouml;konomische Vorstellungen mit derart quasireligi&ouml;sem Eifer verk&auml;mpft und wird eine einzige &ouml;konomische Vernunft postuliert &ndash; was jeden Widerspruch praktischerweise als Mangel an Einsicht aussehen l&auml;sst. Und w&auml;hrend US-Wissenschaftler ganz sportlich das Etablierte infrage stellen, um neue Erkenntnisse zu gewinnen, leben und sterben deutsche Kollegen mit dem Problem, die gro&szlig;e Wahrheit bei den Ungl&auml;ubigen endlich unterzukriegen. Kein Wunder, dass deutsche Professoren da eher verst&ouml;rt reagieren, wenn sie von einem Institut f&uuml;r &ldquo;neues &ouml;konomisches Denken&rdquo; eingeladen werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:kolumne-fricke-land-der-dichten-denker\/50098315.html?mode=print\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wer einmal Gelegenheit hatte das Urteil von &Ouml;konomen, die sich an der gegenw&auml;rtigen Forschungsfront bewegen, &uuml;ber den Stand der deutschen Mainstream-&Ouml;konomie zu h&ouml;ren, der kann sich Fricke nur anschlie&szlig;en. Die Experten, die uns die Medien t&auml;glich anreichen, sind mit ihrem Forschungsstand weit hinter den Bergen &ndash; genauer gesagt: sie liegen gut zwei Dekaden zur&uuml;ck.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Ein Volk von &Ouml;konomen<\/strong><br>\nGleichg&uuml;ltig wor&uuml;ber in diesem Lande gesprochen wird: man hat unentwegt den Eindruck, es disputierten nur Volkswirte. Jener Teil des &ouml;ffentlichen Diskurses, der sich dem Sozialstaat widmet, kommt ohne Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen nicht mehr aus. Was f&uuml;r die Macher von Gesetzen und Regelungen noch Berechtigung haben mag, wird zum sonderbaren Spleen, wenn das Feuilleton, ja selbst der flache Alltagsplausch mit schalem &Ouml;konomen-Slang durchwoben wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.com\/2010\/04\/ein-volk-von-okonomen.html\">ad sinistram<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Steuerzahler erleben goldene Zeiten<\/strong><br>\nDen Finanz&auml;mtern gehen die Leute aus. Seit Jahren m&uuml;ssen sie Kosten sparen und Personal abbauen. Um der Lage Herr zu werden, retten sie sich in Onlineerfassung und vor allem: in die automatische Bearbeitung der Formulare per Software. Vorteil Steuerzahler: Noch nie war die Chance so gro&szlig; wie jetzt, mit seinen Steuerangaben ungepr&uuml;ft durchzurutschen und vielleicht mehr absetzen zu k&ouml;nnen als bisher. Wenn es auch ein bisschen wie russisches Roulette ist, denn ganz so leicht m&ouml;gen sich die &Auml;mter nicht geschlagen geben, sie drohen mit Stichproben, verraten aber nicht, welche Fallkategorien sie dabei ins Visier nehmen wollen (&ldquo;Da w&auml;ren wir ja sch&ouml;n bl&ouml;d&rdquo;).<br>\nGute Chancen, durchgewinkt zu werden, hat, wer aus Sicht der Pr&uuml;fsoftware der Finanzverwaltung &ldquo;risikoarm&rdquo; ist. Kontrollquote: nahe null Prozent. Der Computer der Finanzverwaltung erledigt den Fall vollautomatisch und spuckt den Bescheid aus, der dann direkt vom Rechenzentrum in den Briefkasten des Steuerzahlers geht. Fertig. Keine genaue Pr&uuml;fung, kein l&auml;stiges Nachfragen. Alle &Auml;mter zwischen Kiel und Passau arbeiten inzwischen mit dem sogenannten elektronischen Risikomanagementsystem (RMS). Anstelle von Frau Bott, Herrn Schneider und Frau Paul hat man es nun also immer &ouml;fter mit RMS zu tun. Das System funktioniert wie ein Filter, der alle Steuerf&auml;lle scannt. In die fast immer ungepr&uuml;ft davonkommende Gewinnerkategorie &ldquo;risikoarm&rdquo; werden Arbeitnehmer ohne Nebeneink&uuml;nfte und nennenswerte Werbungskosten eingestuft. Es ersetzt und unterst&uuml;tzt die Arbeit der Beamten in den &Auml;mtern. Die verwaisen zusehends. Allein Nordrhein-Westfalen schickte in den vergangenen Jahren Tausende Finanzbeamte in den vorzeitigen Ruhestand. Wird eine Stelle frei, f&auml;llt sie meist weg. Und weil von Gehaltserh&ouml;hung keine Rede sein kann, weil im Gegenteil bei gleichem Gehalt die Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 41 Stunden heraufgesetzt wurde, wandern zudem immer mehr gute Finanzfachkr&auml;fte ab zu Steuerberatungen und Wirtschaftspr&uuml;fern, wo einfach mehr Geld zu verdienen ist. Klare Worte findet dagegen der Bundesrechnungshof in seinem aktuellen Bericht f&uuml;r 2009. Vernichtendes Urteil: &ldquo;Maschinelles Risikomanagement beachtet wichtige Besteuerungsgrunds&auml;tze nur unzureichend.&rdquo; Der Rechnungshof untersuchte das RMS in vier L&auml;ndern, bei elf &Auml;mtern. Er ermittelte zahlreiche Bearbeitungsfehler, rechtliche Fehler, kritisierte die Qualit&auml;t der Pr&uuml;fung risikobehafteter F&auml;lle durch die Sachbearbeiter &ndash; und stellte fest, &ldquo;dass widerspr&uuml;chliche oder unschl&uuml;ssige Angaben der Steuerpflichtigen nicht aufgekl&auml;rt wurden&rdquo;. Der gr&ouml;&szlig;te Kritikpunkt: Zu viele auff&auml;llige und fragw&uuml;rdige F&auml;lle laufen durch.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/alternativen\/:ungepruefte-formulare-steuerzahler-erleben-goldene-zeiten\/50098286.html?mode=print\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Angesichts dieser Entwicklung&nbsp; kann die FDP ihre Steuersenkungsversprechen in aller Ruhe ignorieren. Es l&auml;uft ja sowieso in ihrem Sinne. Sie mu&szlig; das nur richtig kommunizieren. &ndash; Es ist schon paradox, da kommen in den n&auml;chsten Jahren riesige Sparhaushalte auf uns zu, und wo wird gespart? Auf der Einnahmeseite des Staates!<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Attacke auf Lammert<\/strong><br>\nNach den Sponsoring-Skandalen nehmen Lobby-Kontroll-Verb&auml;nde den Bundestagspr&auml;sidenten ins Visier. Lammert sei ungeeignet, die Parteienfinanzierung zu &uuml;berwachen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/897\/508047\/text\/print.html\">S&uuml;ddeutsche<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Zocker treiben Benzinpreis um 14 Cent nach oben<\/strong><br>\nDer &Ouml;lpreis steigt seit Monaten &ndash; daran sind laut einer Studie auch Banken und Hedgefonds Schuld: Sie kaufen &Ouml;l, das noch gar nicht gef&ouml;rdert wurde, und erzeugen einen k&uuml;nstlichen Nachfrage-Boom. Ohne die Spekulanten k&ouml;nnte Benzin rund 14 Cent billiger sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/service\/0,1518,druck-687834,00.html\">Spiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Krankenh&auml;user rechnen bei Kassen falsch ab<\/strong><br>\nKassen entstehen j&auml;hrlich durch falsche Abrechnungen von Krankenh&auml;usern ein Milliarden-Schaden. Dies ergibt sich aus einem Papier des Verbandes der Gesetzlichen Krankenversicherungen. Abrechnungen seien teilweise nicht nur falsch, es w&uuml;rden Operationen bezahlt, die gar nicht stattgefunden haben.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article7063264\/Krankenhaeuser-rechnen-bei-Kassen-falsch-ab.html\">Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Aber Gesundheitsminister Dr. R&ouml;sler ist daf&uuml;r, dass die Kontrollen der Krankenh&auml;user eingeschr&auml;nkt werden.<\/em><\/p>\n<p>Quelle 2: <a href=\"?p=4527#h09\">Nachdenkseiten, Hinweise des Tages vom 18.02.2010<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Ottmar Schreiner: Sozial ist, was gute Arbeit schafft!<\/strong><br>\nDie &ouml;ffentliche Diskussion in den letzten Wochen war dominiert von der Hetzkampagne Guido Westerwelles gegen die &Auml;rmsten der Armen. Als Reaktion auf das Bundesverfassungsgerichtsurteil zur Bemessung der Regels&auml;tze in der Grundsicherung (&bdquo;Hartz IV-Urteil&ldquo;) vom 9. Februar 2010 reagierte Westerwelle damit, den Niedergang des deutschen Sozialstaates auf einen &bdquo;anstrengungslosen Wohlstand&ldquo; der Hartz IV-Bezieher zu fu&szlig;en. Eine weitere &bdquo;Aufbl&auml;hung&ldquo; des Sozialstaates w&uuml;rde Herrn Westerwelle zu Folge &bdquo;sp&auml;tr&ouml;mischer Dekadenz&ldquo; gleichen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.denk-doch-mal.de\/node\/256\">Denk-doch-mal.de<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Lidl: Billigtextilien: Das verkaufte Gewissen<\/strong><br>\nDie Textilien bei Lidl aus Bangladesch sind spottbillig. Doch Verbrauchersch&uuml;tzer werfen dem Discounter vor, das Personal vor Ort werde ausgebeutet. Der Discounter sieht das laut Werbung anders.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/834\/507985\/text\/print.html\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<p><em>Passend dazu:<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Kik-Besch&auml;ftigte klagen &uuml;ber katastrophale Zust&auml;nde<\/strong><br>\nKik setzt auf billig &ndash; offenbar auch bei Arbeitern in der Dritten Welt. Reporter des NDR-Magazins &ldquo;Panorama&rdquo; jedenfalls kommen nach monatelangen Recherchen zu dem Ergebnis: Die Textilkette h&auml;lt sich nicht an ihr Versprechen, die Produktionsbedingungen zu verbessern.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,druck-687646,00.html\">Spiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Werbemaskottchen f&uuml;r Kik ist &uuml;brigens Verena Pooth.<\/em><\/p>\n<p>Quelle 2: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/leben\/778\/465370\/text\/print.html\">S&uuml;ddeutsche vom 17.04.2009<\/a><br>\nQuelle 3: <a href=\"http:\/\/daserste.ndr.de\/panorama\/archiv\/panoramadiereporter124.html\">NDR (Text)<\/a><br>\nQuelle 4: <a href=\"http:\/\/www3.ndr.de\/sendungen\/panorama_die_reporter\/panorama430.html\">NDR (Video)<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Die Mittelschicht betr&uuml;gt sich selbst<\/strong><br>\nDie deutsche Mittelschicht stellt die meisten W&auml;hler, verliert aber immer mehr politischen Einfluss. Schuld ist das B&uuml;rgertum selbst: Es grenzt sich von den Armen ab, w&auml;hnt sich an der Seite der Verm&ouml;genden &ndash; und st&auml;rkt damit genau jene, die sich auf seine Kosten bereichern.<br>\nDie Mittelschicht wird so lange f&uuml;r die Reichen zahlen, wie sie sich selbst zu den Reichen z&auml;hlt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,druck-687760,00.html\">Spiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> Von den Spiegel-Redakteuren w&uuml;rde ich so etwas auch eher nicht erwarten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Stuttgart-21-Kampagne: &ldquo;Noch geben Gegner den Takt vor&rdquo;<\/strong><br>\nDer Karren steckt im Dreck, und Die Crew soll ihn flottmachen: Die Stuttgarter Werbeagentur hat in einem Wettbewerb 14 Konkurrenten ausgestochen und soll das Image von Stuttgart 21 verbessern. Agenturinhaber Gerhard Mutter spricht im Interview &uuml;ber seine Ziele.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/stz\/page\/2444166_0_9223_-stuttgart-21-kampagne-noch-geben-gegner-den-takt-vor-.html\">Stuttgarter Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MR:<\/strong> Also die Politik hat es nicht geschafft, der Bev&ouml;lkerung die Zerst&ouml;rung des intakten Stuttgarter Bahnhofs als Gewinn f&uuml;r alle zu verkaufen &ndash; nun soll das eine Werbeagentur durchf&uuml;hren &hellip; Das sagt eigentlich alles.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Schwarz-Gelb gegen Rot-Gr&uuml;n<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Deutschland bekommt den Lagerkoller<\/strong><br>\nAls w&auml;re nichts gewesen: Die deutsche Politik teilt sich pl&ouml;tzlich wieder in Schwarz-Gelb und Rot-Gr&uuml;n &ndash; und geht damit an der Wirklichkeit der Republik vorbei. Jetzt w&auml;re die Zeit f&uuml;r neue B&uuml;ndnisse. Zum Beispiel Schwarz-Gr&uuml;n in Nordrhein-Westfalen &ndash; doch davon wollen die Wahlk&auml;mpfer nichts wissen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,druck-687675,00.html\">Spiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> Zum anderen ein Artikel der das Schema der klassischen Meinungsmache repr&auml;sentiert und offensichtlich einer schwarz-gr&uuml;nen Koalition in NR den Boden bereiten soll. Dazu wird in der Mainstream-Presse in den n&auml;chsten Wochen sicher noch einiges zu lesen sein.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Gemeinsamer NRW-Wahlkampf &ndash; Rot und Gr&uuml;n fl&uuml;chten in Retro-Phantasie<\/strong><br>\nRot-Gr&uuml;n hat laut Umfragen kaum Chancen bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen &ndash; aber SPD und Gr&uuml;ne machen pl&ouml;tzlich gemeinsam Wahlkampf. Die Show soll davon ablenken, dass beide zum Regieren wohl ganz andere Partner brauchen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,druck-687668,00.html\">Spiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung eines Nachdenkseiten-Lesers:<\/strong> Dort wird die Unm&ouml;glichkeit eines rot-gr&uuml;nen B&uuml;ndnisses breitgetreten (was sicher mehr oder weniger stimmt), jedoch vergessen mitzuteilen, dass Schwarz-gelb in den Umfragen auch nicht besser dasteht und jene seit Monaten auf manipulativste Art und Weise versuchen, ihr Mehrheit im Bundesrat zu retten &hellip; Besonders interessant finde ich den Abschnitt &rdquo;Gemeinsames Ausweichman&ouml;ver&rdquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Hessen-FDP: Rot-Gr&uuml;n schuf Klima f&uuml;r Missbrauch<\/strong><br>\nDie SPD tr&auml;gt Mitschuld an den Missbrauchsf&auml;llen in der hessischen Odenwaldschule &ndash; behauptet Hessens FDP-Chef Hahn. Der damalige Kultusminister will die Vorw&uuml;rfe nicht auf sich sitzen lassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/Missbrauch-Odenwaldschule-Hessen;art771,3078278?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Die fr&uuml;heren Opfer werden erneut missbraucht, diesmal als Spielb&auml;lle an einem politischen Schmierentheater.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Der Fall unserer Griechen<\/strong><br>\nEs ist nur wenige Monate her, da standen die Griechen in der Skala der Wertsch&auml;tzungen bei uns ziemlich weit oben, in etwa auf der H&ouml;he der Italiener. Es gab wenig Stereotype, also fest gef&uuml;gte Klischees, und die waren eher positiv. Die &Auml;lteren erinnerten sich noch an Alexis Sorbas, im Film dargestellt vom Urgriechen Anthony Quinn und dem von ihm nach Hollywood-Manier getanzten Sirtaki. Ansonsten Sonne, Meer, freundliche Leute und ein paar antike Ruinen als Bildungshintergrund. Dann pl&ouml;tzlich brach unsere heile Vorstellungswelt von den Griechen zusammen. Sie sackten in der Bewertungshierarchie nach ganz unten ab. Und da hocken sie nun, zusammen mit ein paar ost- und s&uuml;dosteurop&auml;ischen Leidensgenossen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2010%2F04%2F08%2Fa0132&amp;cHash=22e784c380\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Das Wei&szlig;e Haus schaut Wikileaks<\/strong><br>\nIm Erregen von Aufmerksamkeit hat Wikileaks mittlerweile die h&ouml;chste aller Stufen erreicht. Selbst das Wei&szlig;e Haus sah sich am Dienstag gezwungen, auf das Video zu reagieren, das die US-Armee bei einem Hubschrauberangriff auf eine Gruppe Iraker zeigt und das von der Enth&uuml;llungsplattform ver&ouml;ffentlicht worden war. Er k&ouml;nne nicht sagen, ob Pr&auml;sident Barack Obama pers&ouml;nlich das Video schon gesehen habe, sagte sein Sprecher Robert Gibbs. Die Bilder von dem Blutbad, bei dem zw&ouml;lf Menschen, darunter auch zwei Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters ums Leben kamen, seien jedoch &ldquo;schockierend und sehr tragisch&rdquo;. Das Video von dem Vorfall in Bagdad 2007 und die zynischen Bemerkungen der Hubschrauberbesatzung gingen mittlerweile um die ganze Welt. Uneins sind sich die Kommentatoren dar&uuml;ber, ob der Angriff den Einsatzbestimmungen der US-Streitkr&auml;fte entsprach.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2515582&amp;em_loc=2091&amp;em_ref=\/top_news\/&amp;em_ivw=fr_poltop\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Starfighter &ndash; Mit Hightech in den Tod<\/strong><br>\nFilmemacher Kai Christiansen schildert die Hintergr&uuml;nde des gr&ouml;&szlig;ten und teuersten R&uuml;stungsprojektes in der Geschichte der Bundesrepublik und gew&auml;hrt Einblick in ein Dickicht aus milit&auml;rischen Geheimnissen, parteipolitischen R&auml;nkespielen, aus Korruption und gezielten Fehlinformationen. Im Mittelpunkt steht der verzweifelte Kampf der Pilotenwitwen um Kl&auml;rung der Unfallursache und die Hoffnung auf ein Ende der Absturzserie. Der Dokumentarfilm zeigt aber auch die Piloten, die &ndash; ungeachtet der Todesf&auml;lle &ndash; weiter jeden Tag mit gl&uuml;hender Begeisterung in ihre Maschinen stiegen. Denn trotz des offensichtlichen Scheiterns hielten die verantwortlichen Politiker und Milit&auml;rs am Starfighter fest und verhinderten eine umfassende Aufkl&auml;rung. In San Francisco klagten die deutschen Pilotenwitwen gegen den amerikanischen Flugzeughersteller Lockheed. Aber als klar wurde, dass die Bundesregierung keinen Einblick in ihre Akten gew&auml;hren w&uuml;rde, schloss der amerikanische Staranwalt Melvin Belli einen Vergleich. Insgesamt musste Lockheed den Witwen sechs Millionen Mark bezahlen &ndash; so viel wie ein Starfighter kostete.<br>\nArte, 87 min.<br>\n13.04.2010 um 10:50<br>\n17.04.2010 um 16:20<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.arte.tv\/de\/woche\/244,broadcastingNum=1091105,day=5,week=14,year=2010.html\">Arte<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.G.:<\/strong> Hallo Nachdenkseiten, manchmal ist es gut, den Blick in die Vergangenheit zu wenden. Obwohl beim Waffensystem &ldquo;Starfighter&rdquo; beim Kauf bereits Zweifel an der Sicherheit bestanden, wurde er gekauft. Und trotz der Unf&auml;lle wurde nicht gehandelt &ndash; es wurde den Piloten die Schuld zugeschoben. Und: Wie heute bei Asse oder Afghanistan werden die entsprechenden Informationen von der Regierung zur&uuml;ckgehalten! Eine Mischung aus Begeisterung und finanzieller Abh&auml;ngigkeit wird genutzt, um die Piloten zum Fliegen zu bewegen &ndash; koste es was es wolle &ndash; f&uuml;r viele das Leben.<br>\nEin Trost: Die Wahrheit kommt irgendwann ans Licht. Doch wird sie f&uuml;r viele &ndash; vielleicht auch f&uuml;r uns alle &ndash; zu sp&auml;t ans Licht kommen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Gunnar Heinsohn ist &ldquo;Autor der Freiheit&rdquo; im Monat M&auml;rz<\/strong><br>\nGunnar Heinsohn &ndash; so hei&szlig;t der &ldquo;Autor der Freiheit&rdquo; im Monat M&auml;rz. Sein viel diskutierter Beitrag mit dem Titel &ldquo;Wie man mit viel Geld Armut vermehrt&rdquo; erhielt 54 Prozent der Stimmen. Carlos A. Gebauer und Urs W. Schoettli landeten auf den Pl&auml;tzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freiheit.org\/webcom\/show_article_bb.php?wc_c=618&amp;wc_id=15132&amp;printmode=1\">Freiheit (Friedrich-Naumann-Stiftung)<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Hier zeigt sich der wahre Geist der Freiheit der Leser und der FDP-Parteistiftung. Zur Kritik der von Heinsohn vertretenen Ideologie: <a href=\"?p=4936\">Gunnar Heinsohn und die &bdquo;Aufartung&ldquo; des deutschen Volkes<\/a>; siehe auch <a href=\"?p=4826#h02\">hier<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Das Allerletzte: Zur&uuml;ck in die Siebziger &ndash; ein Rundumschlag des Publizisten Albrecht M&uuml;ller<\/strong><br>\nDer ideologische Geisterfahrer wundert sich &uuml;ber den Gegenverkehr und schimpft: alles Geisterfahrer! So k&ouml;nnte man das Buch &ldquo;Meinungsmache&rdquo; des linken Publizisten Albrecht M&uuml;ller kurz beschreiben. In schrillem Ton emp&ouml;rt sich M&uuml;ller &uuml;ber alle m&ouml;glichen aus seiner Sicht falschen Argumente, die in den wirtschaftspolitischen Reformdebatten zu h&ouml;ren sind. Er selbst, der in den siebziger Jahren im Bundeskanzleramt arbeitete und sp&auml;ter sieben Jahre SPD-Bundestagsabgeordneter war, ist getrieben von ohnm&auml;chtiger Wut. &ldquo;Die heute tonangebenden ,Eliten&rsquo; stehen nicht auf dem Boden der freiheitlich demokratischen Grundordnung&rdquo;, schreibt er. Von der SPD hat er sich seit der Agenda 2010 verbittert abgewandt. Heute pr&auml;sentiert er sein Buch auf kleinen Podien, etwa bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung, gerne unterst&uuml;tzt von Sahra Wagenknecht.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub2E8C985607B44756884B7A1383CD205C\/Doc~E81B087A9263A40DDA5D824538473CD3B~ATpl~Ecommon~Scontent~Afor~Eprint.html\">Frankfurter Allgemeine<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Super! Acht Monate nach Erscheinen des Buches f&auml;llt der FAZ als Erwiderung nicht mehr ein als eine Seite voller Geh&auml;ssigkeiten und falscher Behauptungen &ndash; ohne ein einziges Gegenargument! Bessere Werbung ist kaum vorstellbar.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung MB:<\/strong> Der Autor des Kommentars ist Dr. Philip Plickert (Jahrgang 1979). Dr. Plickert war w&auml;hrend seines Studiums Stipendiat der Hans-Seidel-Stiftung (sicher auch pr&auml;gend), und er erhielt 2009 den Ludwig-Erhard-Preis (F&ouml;rderpreis) f&uuml;r Wirtschaftspublizistik der Ludwig-Erhard-Stiftung. In der Liste der fr&uuml;heren Preistr&auml;ger\/innen f&uuml;r Wirtschaftspublizistik und der Juroren (es gibt einige &Uuml;berschneidungen) finden wir z.B. Dr. Hans Barbier, Prof. Dr. J&uuml;rgen B. Donges, G&uuml;nter Ederer, Prof. Dr. Paul Kirchhof, Prof. Dr. Thomas Straubhaar, Dr. Ursula Weidenfeld, Tasso Enzweiler. Alle sind oder waren Aktivisten\/innen der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft oder arbeiteten schon eng mit denen zusammen. Die folgende Link-Liste mag vor allem neueren NDS-Lesern einen Einblick in dieses Netzwerk bieten:<\/em><\/p>\n<p>Quelle 2: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/RubD87FF48828064DAA974C2FF3CC5F6867\/Doc~EA6B4020E93444419891C5A68372839A3~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ (Impressum)<\/a><br>\nQuelle 3: <a href=\"http:\/\/www.ludwig-erhard-stiftung.de\/?seite=preise\">Ludwig-Erhard-Stiftung<\/a><br>\nQuelle 4: <a href=\"http:\/\/www.insm.de\/insm\/ueber-die-insm\/Kuratoren-und-Botschafter.html\">Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft<\/a><br>\nQuelle 5: <a href=\"http:\/\/www.presseportal.de\/pm\/39474\/744964\/initiative_neue_soziale_marktwirtschaft_insm\">Presseportal<\/a><br>\nQuelle 6: <a href=\"http:\/\/www.epd.de\/medien\/medien_index_14958.html\">EPD-Medien<\/a><br>\nQuelle 7: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/zeitung\/Die-Dritte-Seite;art705,2277411?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a><br>\nQuelle 8: <a href=\"http:\/\/www.insm.de\/insm\/Aktionen\/INSM-Veranstaltungen\/Rente-mit-67-Norbert-Bluem-contra-Philipp-Missfelder-1.html\">Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft<\/a><\/p>\n<p><em>Wie Dr. Plickert Albrecht M&uuml;ller in Diffamierungsabsicht in Zusammenhang mit Sarah Wagenknecht und Oskar Lafontaine zu bringen versucht, lassen wir einfach mal so stehen. Die Leserinnen und Leser der Nachdenkseiten m&ouml;gen sich selbst Gedanken dar&uuml;ber machen, ob Plickert ein Kampagnen- und\/oder Auftragsjournalist ist.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Insiderhandel mit Giftpapieren; Zeit f&uuml;r die gro&szlig;e Abrechnung; Bankentribunal; &uuml;ber deutsche &Ouml;konomen; Attacke auf Lammert; Benzinpreis-Zocker; Billigl&auml;den; Mittelschicht betr&uuml;gt sich selbst; Stuttgart-21-Kampagne; Schwarz-Gelb gegen Rot-Gr&uuml;n; der Fall der Griechen; mit Hightech in den Tod; die FAZ f&uuml;hlt sich von Albrecht M&uuml;ller provoziert. (MB\/WL\/RS)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-5114","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5114","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5114"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5114\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5119,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5114\/revisions\/5119"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5114"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5114"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5114"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}