{"id":51223,"date":"2019-04-26T15:49:57","date_gmt":"2019-04-26T13:49:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51223"},"modified":"2019-04-29T07:31:16","modified_gmt":"2019-04-29T05:31:16","slug":"leserbriefe-zu-den-usa-im-niedergang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51223","title":{"rendered":"Leserbriefe zu den \u201eUSA im Niedergang\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Auf den NachDenkSeiten erschienen in den letzten Wochen die Beitr&auml;ge A. &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50975\">&ldquo;Die USA im Niedergang&rdquo; &ndash; ein Gerede, das verdeckt, dass das Imperium nach wie vor weltweit agiert und uns voll im Griff hat.<\/a>&ldquo;, B. &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51043\">Leserbriefe zu &bdquo;USA im Niedergang&ldquo; und zur &bdquo;angeblichen Destabilisierung des Westen&ldquo;<\/a>&rdquo; und C. &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51122\">USA im Niedergang? &ndash; Aber in der EU so m&auml;chtig wie noch nie.<\/a>&ldquo;. Die nachfolgenden Reaktionen der Leser verdeutlichen einmal mehr, dass dieses Thema und die daraus folgenden Konsequenzen von vielen Menschen als sehr wichtig erachtet werden.  Zusammengestellt von <strong>Moritz M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller,&nbsp; <\/p><p>ein wenig erstaunt mich die Intensit&auml;t mit der in den NachDenkSeiten &uuml;ber den Niedergang der USA diskutiert wird. Meiner Meinung nach kann das nur mit einer falschen Sichtweise zusammenh&auml;ngen, die die USA als einen gefallenen Engel darstellen, der seine Gl&auml;ubigen durch einen S&uuml;ndenfall hintergangen hat.<\/p><p>Im Jahre 1989 (sic) ver&ouml;ffentllichte ein angesehener Journalist aus dem Springer Verlag namens Rolf Winter das Buch: AMI GO HOME &ndash; Pl&auml;doyer f&uuml;r den Abschied von einem gewaltt&auml;tigen Land. Verlag Rasch und R&ouml;hrig.<\/p><p>Hier nur einige ausgew&auml;hlte Kapitel&uuml;berschriften:<\/p><ul>\n<li>DIE WERTEGEMEINSCHAFT<\/li>\n<li>&ldquo;MANIFEST DESTINY&rdquo; DAS AUSERW&Auml;HLTE VOLK<\/li>\n<li>SUCH IS LIFE DIE BLUTIGE NORMALIT&Auml;T<\/li>\n<li>MONEY TALKS WAS DER MARKT HERGIBT<\/li>\n<li>&ldquo;ES IST IN ORDNUNG; GIERIG ZU SEIN&rdquo;<\/li>\n<\/ul><p>Als Journalisten noch ihre Aufgaben erf&uuml;llten, hatten solche B&uuml;cher die&nbsp; wichtige Funktion einer Auseinandersetzung mit unserem gro&szlig;en Besch&uuml;tzer, ohne gleich mit der d&uuml;mmlichen Keule des Antamerikanismus zuzuschlagen, dessen Gegenst&uuml;ck der Antisowjetismus in der DDR war.<\/p><p>Dieses Buch&nbsp; ist eine Abrechnung mit einem System, dass schon immer seine Ziele innenpolitisch wie au&szlig;enpolitisch mit Gewalt verfolgte.<\/p><p>Man sollte es wieder auflegen, um zu erkennen, dass Gewalt keine neue Spielart der Politik in den USA ist, sondern konstitutioneller Bestandteil des amerikanischen Politsystems ist.<\/p><p>Das hat Naomi Klein aus der &ouml;konomischen Sicht mit ihrem Buch:&rdquo; Die Schockstrategie&rdquo; sp&auml;ter dann eindrucksvoll erg&auml;nzt, auf das die NachDenkSeiten schon einmal verwiesen haben.<\/p><p>Ein Dank an alle Macher der NachDenkSeiten f&uuml;r ihr unerm&uuml;dliches Bem&uuml;hen eine Gegen&ouml;ffentlichkeit am Leben zu halten.<\/p><p>Heinz Steireif<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Damen und Herren,<\/p><p>danke f&uuml;r die hervorragende &Uuml;bersicht &ldquo;USA im Niedergang&rdquo;.<\/p><p>&ldquo;Die USA&rdquo; klingt jedoch sehr allgemein. Wie hei&szlig;en denn die Personen und Institutionen, die v&ouml;llig uneingeschr&auml;nkt Macht aus&uuml;ben und die global <strong>alles<\/strong> in den Griff bekommen wollen? Ich m&ouml;chte wenigstens wissen, wer mir an die Gurgel geht. Gibt es da einen Weg?<\/p><p>Mit freundlichem Gru&szlig;,<br>\nH. Polster<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller, lieber Herr Berger,<\/p><p>ich hoffe, ich bin noch nicht zu sp&auml;t dran, aber vielleicht wollen die Nachdenkseiten diese sehr wichtige und spannende Debatte ja fortf&uuml;hren. <\/p><p>Zuerst vielen Dank f&uuml;r eure unglaublich wertvolle Arbeit. Ich finde es auch toll, wie Albrecht M&uuml;ller und die Nachdenkseiten eine These aufstellen und dann &uuml;ber Leserbriefe die Diskussion f&ouml;rdern. So sollte Demokratie im Denken sein! Danke! Ihr seid oft ein Trost in dieser verr&uuml;ckten Welt.<\/p><p>&ldquo;Wenn du den Feind und dich selbst kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu f&uuml;rchten&rdquo;, sagte der chinesische Philosoph und Stratege Sunzi vor 2500 Jahren. Ich denke wir sollten unseren &ldquo;Feind&rdquo; noch viel besser kennen lernen. Im &Uuml;brigen ist es das erkl&auml;rte Ziel Sunzis den Sieg ohne Krieg zu erlangen.<\/p><p>Ich m&ouml;chte hier noch auf vier Aspekte eingehen, die weder bei Herrn M&uuml;ller und seiner ausgezeichneten Aufstellung, noch in den sehr guten Leserbriefen oder in dem Artikel von Herrn Berger vor kamen. Ich denke aber, dass diese vier Aspekte von sehr gro&szlig;er Bedeutung sind.&nbsp; <\/p><p>Zuerst, das wurde in den Leserbriefen gut herausgearbeitet: Die Tatsache, dass ein Imperium immer wilder und brutaler um sich schl&auml;gt und seine Machtinszenierung mit immer mehr Aufwand betreiben muss, ist ein Beweis daf&uuml;r, dass es vom Abstieg arg bedroht ist &ndash; und dass es diesen Umstand wohl auch selbst schon erkennt. Wir m&uuml;ssen dialektisch denken. Mehr von Gleichen f&uuml;hrt nicht zu mehr vom Gleichen! Vielmehr wird ein Kipppunkt erreicht, wo sich pl&ouml;tzlich alles &auml;ndert. Mark Buchanan hat dies in seinem Buch &ldquo;Das Sandkorn, das die Erde zum Beben bringt&rdquo; beispielsweise sehr sch&ouml;n gezeigt.<\/p><p><em>Der erste Punkt<\/em>, den ich aufzeigen will ist dieser: Schon seit der Entstehung des Kapitalismus ist ein wesentliches Merkmal seiner Entwicklung, dass sich das &ldquo;gro&szlig;e Eigentum&rdquo; versucht &uuml;ber den Staat zu stellen. Am besten sieht man das daran, dass die Staaten von den gro&szlig;en Eigent&uuml;mern nur dann Geld bekommen, wenn sie sich bei ihnen verschulden, w&auml;hrend die Banken (und heute vor allem auch die Schattenbanken und &ldquo;Fonds&rdquo;) frei aus sich heraus Geld produzieren oder sich fast beliebig Geld besorgen k&ouml;nnen und so ihre Macht st&auml;ndig vermehren k&ouml;nnen. Dieser Prozess hat sich immer mehr ausgeweitet. Welche Rolle spielen daher &uuml;berhaupt noch Staaten (im Westen)? <\/p><p>Ich denke folgendes Bild ist besser: Wir haben Bereicherungs-&ldquo;Eliten&rdquo;, also Konzern- und Finanzm&auml;chtige, die in &ldquo;ihrem Reich&rdquo; des Westens unbestritten den Ton angeben. Sie lassen auf verschiedenen Ebenen agieren und immer ist ihr Ziel, ihre Bereicherungsposition auszubauen und zu festigen. Daf&uuml;r brauchen sie sehr wohl starke Staaten, aber eben keine unabh&auml;ngigen Staaten oder gar Staaten, die die Interessen der Masse der Bev&ouml;lkerung vertreten. Und tats&auml;chlich, die die Bereicherungs-&ldquo;Eliten&rdquo; haben die westlichen Staaten auch ausgezeichnet im Griff. Und nun denke ich, wir m&uuml;ssen die ganze Weltlage versuchen aus ihrer Perspektive zu verstehen: Zuerst mal bedienen sie sich des einzigen und unbestreitbaren Imperiums, das von der US-Regierung und dem US-Milit&auml;r und der FED und anderen geleitet wird. Wenn die aber nicht alles so durchbringen, wie gew&uuml;nscht (siehe z.B. das &ldquo;Missgeschick&rdquo; Trump &ndash; zumindest, solange sie ihn sich noch nicht so richtig &ldquo;abgerichtet&rdquo; hatten), dann kann man auch auf andere Staaten setzen: Z. B. England, Frankreich, Deutschland&hellip; Wenn man die Sache so betrachtet, so sind die Europ&auml;ischen Staaten nicht einfach Vasallen, sondern &ldquo;Ausf&uuml;hrungsorgane&rdquo; der (zweiten) Wahl. <\/p><p><em>Der zweite Punkt<\/em>: Die zwei bedeutendsten L&auml;nder, die langsam diesem US-Imperium Paroli zu bieten beginnen, China und Russland, sind augenscheinlich ein wenig anders gestrickt. Das Verh&auml;ltnis der Staatsmacht zum &ldquo;gro&szlig;en Eigentum&rdquo; ist hier wohl ein anderes. Diese Staaten haben sich aus L&auml;ndern entwickelt, in denen das Privateigentum an Produktionsmitteln &ndash; in einer nicht unwichtigen historischen Phase &ndash; ganz abgeschafft war. China ist formal ein kommunistisches Land geblieben. (Nach der &ouml;stlichen Denkungsweise lassen sich Widerspr&uuml;che problemlos miteinander verbinden). Russland sollte unter Jelzin sich ganz dem westlichen System eingliedern, bis unter Putin eine Gegenbewegung eingeleitet wurde. In beiden F&auml;llen scheint mir zu gelten, dass der jeweilige Staat wesentlich mehr gegen&uuml;ber dem gro&szlig;en Eigentum zu reden hat als dies bei westlichen Staaten der Fall ist. Ich denke, dass ist der Hauptgrund, warum sich der begreifliche Hass der westlichen Bereicherungs-&ldquo;Eliten&rdquo; gegen den Komunismus in einen zunehmenden Hass gegen diese beiden Staaten &uuml;bertragen hat. Die Bereicherungs-&ldquo;Eliten&rdquo; des Westens w&uuml;rden gerne auch mit diesen Staaten so Schlitten fahren k&ouml;nnen, oder besser gesagt, sie so vor ihren Schlitten spannen k&ouml;nnen, wie sie es im Westen praktizieren! K&ouml;nnen sie aber nicht und das spitzt die Situation zu. <\/p><p>Es geht jetzt hier bei dieser Frage nicht so sehr darum, ob China, Russland oder Amerika demokratische Systeme oder aber Diktaturen sind. Offensichtlich sind alle drei L&auml;nder nicht jene Form von Demokratie, die sich die Menschen der Welt w&uuml;nschen w&uuml;rden. Aber offensichtlich ist auch, dass das diktatorisch-demokratische Imperium USA und seine westlichen Vasallen viel mehr l&uuml;gen m&uuml;ssen und uns und der Welt&ouml;ffentlichkeit mit sehr viel Aufwand ein X f&uuml;r ein U vormachen m&uuml;ssen. Dies ist eine andere Situation als sie in Russland oder China der Fall ist. Daf&uuml;r gibt es gute Gr&uuml;nde, z.B. weil sie viel weniger das V&ouml;lkerrecht verletzen (m&uuml;ssen) als es das Imperium mit zunehmender Brachialgewalt tut. Die st&auml;ndige L&uuml;ge ist ein stark unterminierender Faktor! Auch das ist ein Grund, warum das Imperium USA trotz seiner v&ouml;llig unbestrittenen gigantische &Uuml;bermacht in gewisser Weise schw&auml;cher da steht als seine Widersacher Russland, China und andere Staaten. Auch Imperien k&ouml;nnen scheitern, das zeigte z.B. der Vietnamkrieg &ndash; und viele weitere Entwicklungen der folgenden Jahrzehnte. Und auch wenn die USA in Syrien noch ihre Positionen und sogar ihre Rohstoffe &ldquo;haben&rdquo;, so hatten sie sich unter Regiemechange gewiss etwas anderes vorgestellt.<\/p><p><em>Der dritte Punkt<\/em>: Wir sehen zu Recht Deutschland, Europa, Japan S&uuml;dkorea usw. als Vasallen der USA an. Die USA sind das einzige und v&ouml;llig unbestreitbar nach wie vor das v&ouml;llig dominante Imperium. Wir schon gesagt, das bedeutet nicht, dass es sich nicht im Niedergang befinden kann. Aber ein andere Aspekt ist noch sehr wichtig &ndash; vor allem, was Europa betrifft: Kapitalismus-Fraktionen sind nun mal <em>untereinander<\/em> in Konkurrenz! Rohstoffe, Absatzm&auml;rkte, Einflusssph&auml;ren k&ouml;nnen nur die Einen oder die Anderen haben. Und wo der eine Konzern der z.B. Deutschland n&auml;her steht die Hand drauf hat, dort k&ouml;nnen nicht die USA zugleich die Hand drauf haben wenn sie untereinander in Konkurrenz sind. Die Bereicherungs-&ldquo;Elite&rdquo; zieht weltweit am gleichen Strang, das stimmt schon irgendwie. Aber wir d&uuml;rfen uns das keinesfalls monolithisch vorstellen. Dass sie alle das gleiche Interesse haben, &nbsp;das hei&szlig;t nicht, dass sie nicht zugleich erbitterte K&auml;mpfe untereinander austragen k&ouml;nnen. So kam schon der 1. Weltkrieg zustande. Meine These ist, dass Europa immer schon <em>auch<\/em> ein Versuch war, ein gro&szlig;es &ouml;konomisches Gebilde als Gegenpol zu den USA zu schaffen. Wie oft haben wir geh&ouml;rt, Europa ist der gr&ouml;&szlig;te und st&auml;rkste Wirtschaftsraum der Welt? Und nat&uuml;rlich war der Euro gedacht als Gegengewicht zum Dollar. Tats&auml;chlich ist der Euro auch ein bedeutendes Gegengewicht, wenn auch nicht so stark, wie es Manche gerne m&ouml;chten &ndash; aber da findet erbitterter Kampf statt! Man denke daran, welche Rolle die amerikanischen Rating-Agenturen bei der &ldquo;Moderierung&rdquo; der Euro-Krise hatten. Angesichts der milit&auml;rischen St&auml;rke der USA wei&szlig; Europa nat&uuml;rlich, dass es seine &ouml;konomischen Tr&uuml;mpfe nicht wirklich voll ausspielen kann. Auch gibt es zu wenig innere Einigkeit in Europa und es gibt eben auch keine europ&auml;ische Armee usw. Aber die Hoffnung, sich doch selbst&auml;ndig gegen&uuml;ber den USA behaupten zu k&ouml;nnen, ist bestimmt auch bei jenen politischen Entscheidung-Machern vorhanden, die lieber auf&rsquo;s europ&auml;ische Pferd setzen wollen. Wir sollten diesen Aspekt auf keinen Fall vergessen. Und hier kommt jetzt die taktische Frage ins Spiel &ndash; wie verh&auml;lt sich Europa gegen&uuml;ber Russland (und auch China). Nur als Beispiel: Die meisten Gaslieferungen zwischen Russland und Europa werden in Euro abgerechnet. Nat&uuml;rlich, die USA wollen eine selbst&auml;ndige Rolle Europas unterdr&uuml;cken. Aber auch das ruft Widerstand hervor. Hier ist auf jeden Fall ein Boden f&uuml;r taktische B&uuml;ndnisse Europas mit Russland vorhanden. Die symboltr&auml;chtige Einladung von Peter Altmaier und Dieter Zetsche an Putin, seine Unterschrift auf die K&uuml;hlerhaube eines Mercedes zu platzieren, ist wohl wahrscheinlich ein klarer Fingerzeig.[1] Vielleicht gibt es derzeit nur wenige in der &ldquo;europ&auml;ischen Kapitalfraktion&rdquo;, die sich gegen die amerikanische Total-Vereinahmung wehren. Aber es gibt sie bestimmt und mir kommt schon vor, sie beginnen sich lauter zu Wort zu melden.<br>\n&nbsp;<br>\n<em>Der vierte Punkt<\/em>, schlie&szlig;lich: Schon Mao Zedong hatte nur teilweise recht, wenn er proklamierte: &ldquo;Die politische Macht kommt aus den Gewehrl&auml;ufen&rdquo;. Die Geschichte lehrt, die politische Macht kommt vor allem aus der &ouml;konomischen Macht. Und diese &ouml;konomische Macht der USA steht wohl erheblich auf t&ouml;nernen Beinen. Die Dollarvorherrschaft, die f&uuml;r die &ouml;konomische Macht der USA von gr&ouml;&szlig;ter Bedeutung ist, br&ouml;ckelt eindeutig[2], weil immer mehr Staaten, zuletzt auch Europa gro&szlig;e Gesch&auml;fte nicht mehr &uuml;ber den Dollar abwickeln (wollen)[3]. <em>Noch<\/em> ist auch die faktische Konzern- und Finanzmacht der USA bei weitem die gr&ouml;&szlig;te &ouml;konomische Macht. Aber wir m&uuml;ssen einen entscheidenden Faktor in Rechnung stellen. Dieser Faktor ist nicht einfach China, das ist viel zu monokausal und teilweise auch unrealistisch gedacht. Viel mehr geht es um folgendes: Das kapitalistische System leidet unter inneren Widerspr&uuml;chen, die unaufhaltsam in Richtung st&auml;ndig neuer Krisen gehen. 2007\/2008 war das Finanzsystem am Rande des Totalzusammenbruchs &ndash; das scheint mir unbestreitbar. Wurde seither etwas Wesentliches ge&auml;ndert? Nein, nat&uuml;rlich nicht. Die Macht der Bereicherungs-&ldquo;Eliten&rdquo; gr&uuml;ndet sich auf Geld, das keine realen Arbeits-Waren-Werte repr&auml;sentiert. Es ist Betrugs-Macht-Geld. Wenn dieses &ldquo;hohle Geld&rdquo; aber nicht mehr &ouml;ffentlich anerkannt wird, weil z.B. die Aktienkurse zusammenbrechen oder weil Investitionskapital abgezogen wird oder sich in Luft aufl&ouml;st, dann bricht das System der potemkinschen D&ouml;rfer zusammen. Noch ist v&ouml;llig unklar, was dann kommt und welche Antworten schon &uuml;berlegt oder dann spontan geschaffen werden und wer &uuml;ber die Antworten bestimmen wird und ob ein Krieg dieser Situation zuvor kommen oder folgen wird. Aber soviel ist sicher: Das aufgebl&auml;hte System wird sich nicht st&auml;ndig weiter aufbl&auml;hen lassen. Davor warnen Ernst Wolff und Andere zu Recht best&auml;ndig und die Hauptaussage ist richtig, auch wenn es Manchen schon auf die Nerven geht, dass Kassandra st&auml;ndig mahnt. Staaten, die heute daran arbeiten, z.B. vom Swift-System und vom Dollar unabh&auml;ngig zu sein, und die eine &ldquo;Alternativw&auml;hrung&rdquo; aufstellen k&ouml;nnen, werden einen Vorteil haben, nehme ich an. Aber gewiss gibt es da noch unz&auml;hlige andere Faktoren, die eine Rolle spielen werden, wenn der Sand des k&uuml;nstlich aufget&uuml;rmten Kegels pl&ouml;tzlich ins Rutschen kommt und Lawinen alles, was wir an &ouml;konomischer Selbstverst&auml;ndlichkeit kennen, bedrohen wird.<\/p><p>Soweit also meine vier Punkte, mit denen ich zur Diskussion beitragen m&ouml;chte. Auch wenn vor allem der letzte Faktor mit drohendem Totalcrash und steigender Kriegsgefahr alles andere als erfreulich ist, so denke ich doch, dass wir solche Faktoren in eine Gesamteinsch&auml;tzung mit einbeziehen m&uuml;ssen. Und der eine oder andere Aspekt macht vielleicht auch ein wenig Hoffnung. <\/p><p>Wie auch immer &ndash; offensichtlich sind die Dinge sehr komplex. Die Gesetzm&auml;&szlig;igkeit des Kapitalismus, die den Bereicherungs-&ldquo;Eliten&rdquo; und &ldquo;ihren&rdquo; Staaten diese enorme Macht gibt, ist, ob wir es wollen oder nicht, unser &ldquo;Feind&rdquo;. Wollen wir ihn &ndash; m&ouml;glichst ohne Krieg &ndash; zu Fall bringen und durch eine bessere Ordnung ersetzen, so m&uuml;ssen wir diesen &ldquo;Feind&rdquo; sehr gut kennen.<\/p><p>Deshalb, wie gesagt, noch mal danke f&uuml;r die Er&ouml;ffnung der Debatte. Sie scheint mir aber noch nicht abgeschlossen, Wir sollten sie noch weiter fortf&uuml;hren.<\/p><p>Vielen Dank f&uuml;r eure Aufmerksamkeit.<\/p><p>Liebe Gr&uuml;&szlig;e<br>\nBertram Burian<\/p><p>P.S.<\/p><p>von den Leserbriefen hat mir besonders der 10., &nbsp;jener von Herrn Hagen K&uuml;hn, gefallen. Falls Sie meinen Leserbrief nicht mehr ver&ouml;ffentlichen wollen, w&auml;re ich Ihnen dankbar, wenn sie diese meine Stellungnahme mit meiner E-Mail-Adresse an Herrn K&uuml;hn weiterleiten. Er hat dann die Option frei, mit mir Kontakt aufzunehmen. Ich stelle mir vor, dass daraus eine befruchtender Meinungsaustausch zustande kommen k&ouml;nnte.<\/p><p>[1] <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/unternehmen\/2019-04\/daimler-russland-peter-altmaier-dieter-zetsche-investitionen-sanktionen\">zeit.de\/wirtschaft\/unternehmen\/2019-04\/daimler-russland-peter-altmaier-dieter-zetsche-investitionen-sanktionen<\/a><br>\n[2] <a href=\"https:\/\/derstandard.at\/2000092646124\/Europa-baeumt-sich-gegen-die-Dominanz-des-Dollar-auf\">derstandard.at\/2000092646124\/Europa-baeumt-sich-gegen-die-Dominanz-des-Dollar-auf<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/finanzen\/article185047984\/EU-Vorstoss-So-will-Europa-Trumps-Dollar-Diktat-brechen.html\">welt.de\/finanzen\/article185047984\/EU-Vorstoss-So-will-Europa-Trumps-Dollar-Diktat-brechen.html<\/a><br>\n[3] <a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2018\/11\/07\/der-us-dollar-als-leitwaehrung-alternativlos_11070\">blog.zeit.de\/herdentrieb\/2018\/11\/07\/der-us-dollar-als-leitwaehrung-alternativlos_11070<\/a><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sensationell!!!<\/p><p>Ich empfehle euren Lesern als weiterf&uuml;hrende Lekt&uuml;re dazu auch &lrm;<a href=\"https:\/\/www.suhrkamp.de\/buecher\/die_politisierung_der_weltpolitik-_12659.html\">suhrkamp.de\/buecher\/die_politisierung_der_weltpolitik-_12659.html<\/a>.<\/p><p>Liebe Gr&uuml;&szlig;e,&nbsp;<br>\nDennis Gehrmann<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Leserbrief zum Beitrag &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51122\">USA im Niedergang? &ndash; Aber in der EU so m&auml;chtig wie noch nie<\/a>&rdquo;<\/p><p>Sehr geehrter Herr R&uuml;gemer, liebe Nachdenkseiten,<\/p><p>herzlichen Dank f&uuml;r diesen augen&ouml;ffnenden Artikel.&nbsp;<\/p><p>Ehrlich gesagt, ist mir dabei richtig schlecht geworden.<br>\nIch wusste, da&szlig; es &uuml;bel ist, was da hinter den Kulissen l&auml;uft, aber welche Ausmasse das wirklich hat, das habe ich gewaltig untersch&auml;tzt.<br>\nUnd nun gebe ich zu, sehe ich schwarz und bin mehr deprimiert denn je.<\/p><p>Aber immer sch&ouml;n der Reihe nach: kein Topf ohne Deckel, keine Problem ohne L&ouml;sung.<\/p><p>Zuerst einmal erkl&auml;rt sich in diesem Artikel, warum die Welt so kuscht vor Trump, besser gesagt vor den USA.<br>\nWir haben uns hier immer&nbsp;angeschaut, wenn unsere Politiker mal wieder v&ouml;llig unsinnige Taten und Worten brachten und gesagt: das macht doch keinen Sinn&hellip;. &ndash; es sei denn, die sind von irgendjemand unter Druck gesetzt\/erpresst oder bezahlt.<br>\nIhre Recherche erkl&auml;rt ausserordentlich genau und exakt, wie &nbsp;erpresst und\/oder bezahlt wird.&nbsp;<\/p><p>Fazit: Eigentlich brauchte es gar keine Regierungen mehr. Das Geld k&ouml;nnen wir uns sparen. Wir m&uuml;ssen eh machen, was die USA wollen.&nbsp;<br>\nUnd auch Trump muss nicht weg &ndash; der wird einfach mit dem n&auml;chsten ersetzt. Denn das Sagen haben ja offensichtlich m&auml;chtige Gruppen in der Finanzwelt, die, wie sie so perfekt sagen, unsichtbar bleiben. Wir sind also eine Oligarchie geworden, vielleicht auch eine Plutokratie.&nbsp;<\/p><p>Und jetzt? Ich habe wirklich keine Lust mehr, w&auml;hlen zu gehen. Ich bekomme h&ouml;chstens eine riesige Wut und echten Hass &ndash; nur hilft uns das auch nicht weiter.<br>\nWas sollen wir tun? Wir brauchen Alternativen, neue Wege, L&ouml;sungen &ndash; aber mir f&auml;llt derzeit dazu nichts ein.&nbsp;<br>\nLiebe Nachdenkseiten &ndash; bitte, helfen Sie mit bei der L&ouml;sungssuche! Wenn nicht Sie &ndash; wer dann?<\/p><p>E. Richter<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden Emailadressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Titelbild: Byelikova Oksana \/ Shutterstock<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf den NachDenkSeiten erschienen in den letzten Wochen die Beitr&auml;ge A. &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50975\">&ldquo;Die USA im Niedergang&rdquo; &ndash; ein Gerede, das verdeckt, dass das Imperium nach wie vor weltweit agiert und uns voll im Griff hat.<\/a>&ldquo;, B. &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51043\">Leserbriefe zu &bdquo;USA im Niedergang&ldquo; und zur &bdquo;angeblichen Destabilisierung des Westen&ldquo;<\/a>&rdquo; und C. &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51122\">USA im Niedergang? &ndash;<\/a><\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51223\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":51224,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,103],"tags":[379,374,1426,909,2640,259,1556],"class_list":["post-51223","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-leserbriefe","tag-china","tag-eliten","tag-hegemonie","tag-kapitalismus","tag-leitwaehrung","tag-russland","tag-usa"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/shutterstock_1267408201.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/51223","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=51223"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/51223\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":51252,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/51223\/revisions\/51252"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/51224"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=51223"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=51223"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=51223"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}