{"id":51307,"date":"2019-04-29T14:52:13","date_gmt":"2019-04-29T12:52:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51307"},"modified":"2019-04-29T15:49:39","modified_gmt":"2019-04-29T13:49:39","slug":"fortsetzung-der-diskussion-um-bodenrecht-eigentum-an-grund-und-boden-bodenspekulation-und-bodenwertzuwachssteuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51307","title":{"rendered":"Fortsetzung der Diskussion um Bodenrecht, Eigentum an Grund und Boden, Bodenspekulation und Bodenwertzuwachssteuer"},"content":{"rendered":"<p>Die NachDenkSeiten werden diese Diskussion noch ein bisschen fortf&uuml;hren. Denn wir halten es f&uuml;r wichtig, dass endlich wieder &uuml;ber die Ursachen der gro&szlig;en Probleme und Skandale auf dem Boden- und Wohnungsmarkt gesprochen wird, und dass dar&uuml;ber nachgedacht und diskutiert wird, wie bessere Regelungen aussehen k&ouml;nnten. Die Erfahrungen mit der fr&uuml;her einmal intensiver gef&uuml;hrten Diskussion sind zwar desillusionierend. Es hat sich nichts Entscheidendes getan. Aber die Probleme sind so gro&szlig;, dass der Kessel platzen k&ouml;nnte. Dann m&uuml;ssen gute, durchgepr&uuml;fte Vorschl&auml;ge zur notwendigen Reform vorliegen. Wir setzen die Debatte mit der Wiedergabe von Lesermails, der Kl&auml;rung von Missverst&auml;ndnissen und einem ausf&uuml;hrlicheren Beitrag von Franz Segbers fort. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDie folgenden Lesermails gelten diesem Beitrag: &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51146\">Die Bodenspekulation brechen, das w&auml;re ein wichtiger Teil der notwendigen Politik f&uuml;r mehr Wohnungen zu einem vern&uuml;nftigen Mietpreis.<\/a>&rdquo;<\/p><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>In dieser Frage stimme ich Ihnen sehr wohl zu. Allerdings sollten Sie bedenken, dass eben nicht nur Spekulanten Land besitzen sondern auch H&auml;uslebauer und Wohnungsgenossenschaften\/-gesellschaften, die ihrem Auftrag redlich nachkommen.<\/p><p>Wenn diese ihr Eigentum also nicht verkaufen, dann m&uuml;ssen sie trotzdem eine Steuer zahlen, die sie dann selbst bestreiten m&uuml;ssen, entweder aus der eigenen Tasche oder mit den Mieten. Diese Idee steht ja auch Herrn Scholz nahe, mit den gleichen Problemen.<\/p><p>Wie soll ein Rentner, der zwar nicht arm aber eben auch nicht reich ist, diese Steuer bedienen, wenn ihm nichts als die Rente bleibt? Als er jung war, da war es ab vom Schu&szlig; und das Haus billig, mit den Jahren wurde sein Bezirk &bdquo;hipp&ldquo; und jetzt muss er sein Haus verkaufen, weil er die Steuer nicht bezahlen kann.<\/p><p>Ich traue der Politik nicht mehr &uuml;ber den Weg, wenn es um &bdquo;au&szlig;ergew&ouml;hnliche&ldquo; Wertsteigerungen geht. Denn der Rentner k&ouml;nnte schon &bdquo;au&szlig;ergew&ouml;hnliche&ldquo; Wertsteigerungen realisieren, ob er dann aber &uuml;berhaupt noch ein Haus trotz seiner &bdquo;au&szlig;ergew&ouml;hnlichen&ldquo; Wertsteigerungen bekommt und vor allem in der N&auml;he, kann keiner sagen.<\/p><p>Ihr Vorschlag funktioniert n&auml;mlich nur, wenn es keine Wertsteigerungen gibt. Wenn sie aber einsetzen ist es wie eine Lawine.<\/p><p>In GB gab es auch mal ungeheurere Wertsteigerungen von Immobilien. Klar h&auml;tten die Leute ihr Haus verkaufen k&ouml;nnen und h&auml;tten ordentlich Geld bekommen, nur ein Haus h&auml;tten sie sich davon nicht kaufen k&ouml;nnen, eben weil die Preise so rasant stiegen.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nS. Bernstein<\/p><p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller zur Kl&auml;rung von Missverst&auml;ndnissen:<\/strong> Mit der Besteuerung unrealisierter Gewinne sollen nicht die Wertsteigerungen eines Einfamilienhauses im Besitz einer Familie erfasst werden. In dem Beschluss der SPD-Steuerreformkommission von 1971, der am Ende meines Beitrages wiedergegeben worden war, ist ausdr&uuml;cklich von &bdquo;au&szlig;ergew&ouml;hnlichen&ldquo; Wertsteigerungen die Rede. Darunter sind insbesondere die Wertsteigerungen von Grundst&uuml;cken und Wohnungen gro&szlig;er Wohnungsunternehmen und Investmentgesellschaften zu verstehen.<\/em><\/p><p><em>Den erw&auml;hnten Beschluss Ihnen hier noch einmal zur Kenntnis:<\/em><\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190424-Bodenspekulation.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Ganz am Schlu&szlig; des Artikels war zu lesen:<\/p><p>[&laquo;*] Das Papier von Albrecht M&uuml;ller und Ulrich Pfeiffer mit dem Vorschlag einer Bodenwertzuwachssteuer auf nicht realisierte Gewinne ist leider verschollen.<\/p><p>Hier eine Fundstelle:<\/p><p><a href=\"http:\/\/ifst.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/141.pdf\">ifst.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/141.pdf<\/a><\/p><p>Kann mit google mit der Suchanfrage &ldquo;M&uuml;ller Pfeiffer Bodenwertzuwachssteuer&rdquo; gefunden werden. Auf dem Titelplatt sind die Autoren aber nicht genannt. Auf dem ifst-Server scheinen sie nicht mehr zu liegen, scheint aus Google-Cache zu kommen&hellip;<\/p><p>Gr&uuml;&szlig;e, vielleicht hilfts&hellip;HJH<\/p><p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Das ist ein weiterf&uuml;hrender Hinweis. Allerdings f&uuml;hrt der Link nicht zu dem Papier, das Ulrich Pfeiffer und ich in den sechziger Jahren verfasst hatten. Dieses Papier wird in dem Beitrag des Institutes &bdquo;Finanzen und Steuern&ldquo; (ifst) erw&auml;hnt und beschrieben, aber nicht wiedergegeben. Dort wird eine Quelle f&uuml;r zwei Vortr&auml;ge von Pfeiffer und M&uuml;ller angegeben, mit denen wir &uuml;ber unseren Vorschlag f&uuml;r die Bodenwertzuwachssteuer berichtet haben.<\/em><\/p><p><em>Das Institut &bdquo;Finanzen und Steuern&ldquo; geh&ouml;rt &uuml;brigens eher in die konservative Ecke. Die Sachlichkeit des Textes und sein Bem&uuml;hen um Reformen zeigt allerdings, wie sachorientierte Diskussion einmal war und wie sehr wir inzwischen zur&uuml;ckgeschritten sind.<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Guten Abend, Herr M&uuml;ller,<\/p><p>guter Vorschlag zu einer lange &uuml;berf&auml;lligen politischen Debatte und Entscheidung. Man k&ouml;nnte ihn erg&auml;nzen um das, was es in einigen Regionen der Schweiz gibt. Dort gibt es kein privates Eigentum an Boden, da dieser historisch als Allmende der Allgemeinheit geh&ouml;rt. Wenn jemand bauen will, bekommt er eine langfristige Erbpacht, aber kein Eigentum am Boden. Um das zu erreichen, m&uuml;&szlig;te eine &Uuml;bergangsphase her, in der die Gesellschaft sukzessive Boden in ihr Eigentum &uuml;berf&uuml;hrt. Ein anderes gutes Beispiel gegen Bodenspekulation stammt aus Zeiten des Austromarxismus. Davon profitiert bis heute Wien, weil es bevorzugt &ouml;ffentlich bauen l&auml;&szlig;t (in offenem Affront gegen den Privatisierungwahn der EU) und so etwa 1\/3 der st&auml;dtischen Wohnungen besitzt &ndash; mit der Folge der niedrigsten Mieten im Vergleich zu anderen europ&auml;ischen Metropolen.<\/p><p>Ich gr&uuml;&szlig;e Sie<br>\nHans G&uuml;nter Grewer&nbsp; <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>sollte Land &uuml;berhaupt im Privatbesitz sein. Besser w&auml;re, es g&auml;be nur Pachtland, wo die P&auml;chter stets Pacht an den Staat zu zahlen h&auml;tte. Dann w&auml;ren alle B&uuml;rger Gewinner und daran beteiligt. <\/p><p>Mit freundlichem Gru&szlig;<br>\nClaus Meyer<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief und Text von Franz Segbers bei epd<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller,<\/p><p>gerade habe ich Ihren Beitrag zur Bodenspekulation gelesen. Das ist genau der entscheidende Punkt. Doch an die Eigentumsfrage will niemand ran, auch wenn nicht nur die SPD wie Sie schreiben, sondern andere Parteien (CSU!) und auch die Kirchen bereits weiter waren! &nbsp;<\/p><p>Ich habe in der letzten Woche einen Kurzkommentar in epd-sozial geschrieben, der in die gleiche Kerbe haut. Ich f&uuml;ge ihn an. Falls Sie m&ouml;gen, k&ouml;nnen Sie ihn gern auf den Nachdenkseiten ver&ouml;ffentlichen. &hellip; (Was hiermit geschieht, A. M.)<\/p><p>Mit besten Gr&uuml;&szlig;en<br>\nProfessor Dr. Franz Segbers<\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190425-Nachtrag-Bodenwertzuwachssteer.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p><strong>sozial-Politik Ihr w&ouml;chentlicher Branchendienst &nbsp;Ausgabe&nbsp;15\/2019&nbsp;&ndash;&nbsp;12.04.201<\/strong><br>\n<strong>Wohnungsnot<\/strong><br>\n<strong>Mit harter Steuerpolitik gegen Bodenspekulation <\/strong><\/p><p><strong>Der Hauptgrund f&uuml;r &uuml;berteuerte Mieten ist der drastische Anstieg der Bodenpreise. Eine kluge Besteuerung von Grundbesitz k&ouml;nnte hier entgegenwirken. Es ist fast 50 Jahre her, dass die Kirchen zu dieser Frage in einem &ouml;kumenischen Memorandum Stellung bezogen haben. Franz Segbers erinnert daran.<\/strong><\/p><p>Frankfurt a.M. (epd). Vor nicht einmal zehn Jahren galt die Wohnungsfrage gel&ouml;st. Doch diese Zeiten sind vorbei: In Gro&szlig;st&auml;dten fehlen f&uuml;r fast zwei Millionen Haushalte bezahlbare Wohnungen. Diese Entwicklung birgt Sprengstoff und hat mittlerweile auch die gesellschaftliche und die politische Debatte erreicht. W&auml;hrend sich die politische Debatte auf die im Bundestag beschlossene, ziemlich zahnlose Mietpreisbremse oder das Baukindergeld konzentriert, hat sich die gesellschaftliche Debatte mit der Einleitung eines B&uuml;rgerentscheids zur Enteignung wie in Berlin radikalisiert. &ldquo;Teurer Unfug&rdquo; &ndash; titelt die &ldquo;S&uuml;ddeutsche Zeitung&rdquo; und meint, dass nur Investoren und mehr Bauen die Wohnungsnot l&ouml;sen k&ouml;nnten. Enteignung schaffe keine einzige zus&auml;tzliche Wohnung. <\/p><p><strong>Horrende Entwicklung der Bodenpreise<\/strong><\/p><p>Der Hauptgrund f&uuml;r die Explosion der Mieten und Immobilienpreise liegt in der horrenden Entwicklung der Bodenpreise. Seit 1993 sind die Bodenpreise um 194 Prozent gestiegen, w&auml;hrend die Preisindex im gleichen Zeitraum bei 39 Prozent liegt. Doch die Bodenfrage erregt &ouml;ffentlich zu Unrecht kaum Aufsehen. Dabei entscheidet sie, ob Mieten in den St&auml;dten weiterhin steigen, das allt&auml;gliche Leben aus den Stadtzentren verschwindet, ob bezahlbare Wohnungen f&uuml;r die Breite der Gesellschaft oder nur Luxusimmobilien f&uuml;r die Wenigen entstehen. Der Umgang mit Grund und Boden bestimmt, ob Kommunen anonyme Reihenhaussiedlungen, geldbringende Gewerbe-Immobilien oder eine lebenswerte Stadt f&uuml;r alle gestalten. <\/p><p>Dabei war Deutschland schon einmal kl&uuml;ger. Im Gegensatz zu den 1970er Jahren gibt es heute noch nicht einmal eine &ouml;ffentliche Debatte zur Bodenfrage. Die SPD forderte 1973, das Bodeneigentum zwischen einem Verf&uuml;gungs- und einem Nutzungsrecht aufzuspalten, mit dem Deutschen St&auml;dtetag trat sie die Einf&uuml;hrung eines Bau- und Modernisierungsgebots und eine Bodenwertzuwachssteuer ein. Auch die CSU folgte ihr darin. Und die FDP forderte damals die Besteuerung baureifer Grundst&uuml;cke und die Besteuerung des j&auml;hrlichen Wertzuwachses. <\/p><p>Wie breit die Debatte gef&uuml;hrt wurde, zeigt sich auch darin, dass sich die Kirchen im selben Jahr mit einem &ouml;kumenischen Memorandum zur &ldquo;Sozialen Ordnung des Baubodenrechts&rdquo; in die Debatte einschalteten. Sie kritisierten die bestehende Rechtsordnung, &ldquo;weil kaum eine wertschaffende Geldanlage und kaum eine technische oder wirtschaftliche Leistung bei uns so hoch und sicher belohnt wird&rdquo; wie der Wertzuwachs bei Grund und Boden durch Spekulation. <\/p><p><strong>Leistungsloses Einkommen am Wohnungsmarkt <\/strong><\/p><p>Gegen leistungsloses Einkommen am Wohnungsmarkt forderten die Kirchen ein Baugebot und eine Art Negativzinsen auf ungenutzten Grundbesitz. In der Tatsache, dass der Boden kein beliebig vermehrbares Gut ist, sei der Grund f&uuml;r die Preissteigerung zu sehen. Die Kirchen wollten, dass ungenutzter Bodenbesitz zu einer hei&szlig;en Ware wird, um ihn der Spekulation zu entziehen. Der leistungslose Gewinn d&uuml;rfe durch das Steuerrecht nicht auch noch beg&uuml;nstigt werden. Der Bodenpreis muss sozialvertr&auml;glich sein. Der Boden habe der Gemeinschaft in besonderem Ma&szlig;e zu dienen. Eigentum habe keinen Wert an sich, sondern muss gemeinwohldienlich genutzt werden. Deshalb k&ouml;nnten auch Enteignung des Eigentums nach Artikel 14 und 15 Grundgesetz nicht ausgeschlossen werden, wobei der Preis nicht in jedem Fall dem Marktwert entsprechen m&uuml;sse. <\/p><p>Der Gesetzgeber hat also, schlossen die Kirchen, einen gro&szlig;en Spielraum f&uuml;r eine Raumordnung und Bodenplanung, &ldquo;die ein menschenw&uuml;rdiges Dasein f&uuml;r jedermann zum Zielen haben&rdquo; m&uuml;sse. Schlussendlich warnten die Kirchen 1973 vor einer Entwicklung, deren Fr&uuml;chte sich heute hochdramatisch zeigen: &ldquo;Ein weiteres Treibenlassen muss zu Verh&auml;ltnissen f&uuml;hren, die radikalere Ma&szlig;nahmen rechtfertigen w&uuml;rden.&rdquo; Zu diesen radikaleren Ma&szlig;nahmen z&auml;hlten u.a. auch Enteignungen. <\/p><p><strong>&ldquo;Gebot sozial gerechter Nutzung&rdquo; <\/strong><\/p><p>Dass Grund und Boden keine beliebige Ware sind, sondern eine Grundvoraussetzung menschlicher Existenz hatte bereits 1967 das Bundesverfassungsgericht entschieden und deshalb gefordert, eine Rechtsordnung zu schaffen, die sicherstellt, dass das &ldquo;Gebot sozial gerechter Nutzung&rdquo; Richtschnur f&uuml;r Gesetzgeber aber auch f&uuml;r den Eigent&uuml;mer sein kann. Dabei sei das Wohl der Allgemeinheit zu beachten. Das Individualinteresse habe keinen Vorrang gegen&uuml;ber den Interessen der Gemeinschaft.<\/p><p>Unter einer sozialethischen Perspektive gilt, dass Eigentum sozial gebunden ist. Bodeneigentum ist sogar mehr als bei jedem anderen Eigentum sozial gebunden, denn es ist unvermehrbar und dient gleichzeitig als Grundlage des individuellen und gesellschaftlichen Lebens. Preissteigerungen beim Boden sind dagegen Gewinne, die dem Bodeneigent&uuml;mer ohne irgendeine Leistung zufallen und allein aus der gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Entwicklung einer Region resultieren. Da der Staat die Pflicht hat, f&uuml;r bezahlbaren Wohnraum zu sorgen, gilt nur ein Ma&szlig;stab: Ist die Rechtsordnung in der Lage, wirksam dazu beizutragen, dass alle Menschen und besonders die &auml;rmeren sozialen Schichten nachhaltigen Zugang zu bezahlbarem Wohnraum erhalten? Die Instrumente im Koalitionsvertrag von CDU und SPD wie Versch&auml;rfung der Mietpreisbremse, Baukindergeld und mehr Mittel f&uuml;r den Sozialen Wohnungsbau sind offensichtlich nicht in der Lage, die Bodenspekulation und den Anstieg der Bodenpreise als ma&szlig;geblichen Treiber der Mietenexplosion zur&uuml;ckzudr&auml;ngen. Der Koalitionsvertrag nennt ihn nicht einmal. <\/p><p>Grund und Boden in &ouml;ffentliche Hand zu belassen oder zu &uuml;bernehmen, Erbbaurecht, Bodenwertsteuern, Vergabe der Grundst&uuml;cke nach der Ma&szlig;gabe, ob sie dem Gemeinwohl dienen, sowie die Besteuerung von Grund und Boden sind die entscheidenden Instrumente, welche die Triebfeder der Preisexplosion am Wohnungs- und Immobilienmarkt angehen. Deshalb geben sie die zentrale Antwort auf die L&ouml;sung der sozialen Frage der Wohnungsnot. <\/p><p><em>Franz Segbers ist emeritierter Professor f&uuml;r Sozialethik an der Universit&auml;t Marburg.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die NachDenkSeiten werden diese Diskussion noch ein bisschen fortf&uuml;hren. Denn wir halten es f&uuml;r wichtig, dass endlich wieder &uuml;ber die Ursachen der gro&szlig;en Probleme und Skandale auf dem Boden- und Wohnungsmarkt gesprochen wird, und dass dar&uuml;ber nachgedacht und diskutiert wird, wie bessere Regelungen aussehen k&ouml;nnten. 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