{"id":51321,"date":"2019-04-30T08:52:09","date_gmt":"2019-04-30T06:52:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51321"},"modified":"2019-04-30T11:24:36","modified_gmt":"2019-04-30T09:24:36","slug":"alle-faelscher-sind-gleich-aber-einige-sind-gleicher-als-andere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51321","title":{"rendered":"Alle F\u00e4lscher sind gleich, aber einige sind gleicher als andere"},"content":{"rendered":"<p>&bdquo;Qualit&auml;tsmedien&ldquo; wie die S&uuml;ddeutsche Zeitung sind stolz auf ihren Ruf und lassen jedwede Kritik an ihrer Berichterstattung meist an sich abblocken. &bdquo;L&uuml;gen&ldquo; und &bdquo;F&auml;lschen&ldquo; &hellip; das tun immer nur die anderen; vornehmlich nat&uuml;rlich die &bdquo;Schmuddelkinder&ldquo; der Alternativen Medien. Der russische Journalist und Filmemacher <strong>Andrej Nekrasov<\/strong>, der sich sehr intensiv mit dem &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45269\">Fall Magnitski<\/a>&ldquo; besch&auml;ftigt hat und von den NachDenkSeiten zu diesem Thema auch schon <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48384\">interviewt wurde<\/a>, hat die S&uuml;ddeutsche Zeitung auf massive Fehler in ihrer Berichterstattung hingewiesen, die sogar mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde. Reaktion &hellip; Fehlanzeige. Daraufhin hat Nekrasov seine Gedanken dazu in einem lesenswerten <a href=\"http:\/\/magnitskyact.com\/sz\">Artikel<\/a> zusammengefasst, den <strong>Marco Wenzel<\/strong> dankenswerterweise f&uuml;r die NachDenkSeiten in die deutsche Sprache &uuml;bertragen hat.<br>\n<!--more--><br>\nDer Fall von Claas Relotius, einem preisgekr&ouml;nten Spiegel-Autor, der dabei erwischt wurde, Belletristik zu schreiben, machte wochenlang Schlagzeilen. Doch schon bald war es nur noch eine Nachricht von gestern. Und wie Thomas Beschorner von der Universit&auml;t St. Gallen in der Schweiz schrieb, war es zun&auml;chst &uuml;berraschend, dass die Menschen das L&uuml;gen in den Medien so &uuml;berraschend fanden. &ldquo;Wissenschaftler manipulieren Forschungsergebnisse, Manager l&uuml;gen. Wir wissen alle, dass das passiert. &Uuml;berall, aber nicht im Journalismus?&rdquo;<\/p><p>Etwas paradox, angesichts seiner Annahme, dass L&uuml;gen Routine und &uuml;blich sei, fuhr derselbe Prof. Beschorner fort: &ldquo;Ob dies ein Einzelfall ist oder das Problem systemisch und damit weit verbreitet ist, wissen wir noch nicht.&rdquo; Dann wurde ein &auml;hnlicher Fall entdeckt. <a href=\"https:\/\/meedia.de\/2019\/02\/20\/protagonistin-erfunden-sz-magazin-trennt-sich-von-preisgekroentem-autor-spiegel-und-zeit-ueberpruefen-artikel\/\">Dirk Gieselmann<\/a>, ein preisgekr&ouml;nter Mitarbeiter des Magazins der S&uuml;ddeutschen Zeitung, hatte in seiner Geschichte einen Hauptdarsteller erfunden. Die SZ erkl&auml;rte, dass es eine F&auml;lschung war, enth&uuml;llte aber nur wenige Details, w&auml;hrend sie vorschlug, dass der Fall nicht so schwerwiegend sei wie der von Relotius. Wie auch immer, kann man bei zwei bekannten F&auml;llen von fiktivem Journalismus in Deutschland das Problem systemisch nennen?<\/p><p>Aber was ist mit den ber&uuml;chtigten gef&auml;lschten Nachrichten? Und alternative Fakten? Die gibt es schon eine Weile. Ist das etwas ganz anderes als die Zusammenstellung von Plots und Charakteren wie in den beiden oben genannten F&auml;llen? Obwohl es Donald Trump war, dem die Erfindung von Falschnachrichten zugeschrieben wurde, wurden sie weitgehend auf seine eigenen Aussagen sowie auf verschiedene Geschichten, Beitr&auml;ge und Tweets angewendet, die aus Russland kamen, zu seinen Gunsten, zugunsten seiner vermeintlichen Freunde und gegen seine vermeintlichen Feinde. Doch hat das Zeitalter der gef&auml;lschten Nachrichten wirklich erst mit Trump und seiner Absprache mit Russland begonnen, die es eigentlich nie gab? W&auml;hrend einige die Trump-&Auml;ra  die &bdquo;postfaktische&ldquo; &Auml;ra nennen, wie sollten wir dann die Zeiten nennen, in denen zum Beispiel ein Labour-Premierminister unverhohlen log, um einen Krieg zu rechtfertigen, der Zehntausende unschuldiger Zivilisten t&ouml;tete? Oder als was bezeichnet man es dann, als der Direktor des nationalen Geheimdienstes in der Verwaltung eines fortschrittlichen Vorg&auml;ngers von Pr&auml;sident Trump bestritt, dass die NSA die Amerikaner ausspionierte? Er log, wie sich aus Edward Snowdens Offenbarungen etwas sp&auml;ter herausstellte, aber es war eine L&uuml;ge, bevor die Post-Wahrheitszeit &ldquo;offiziell&rdquo; begann.<\/p><p>Ich musste lange nachgr&uuml;beln &uuml;ber die Frage der gef&auml;lschten Nachrichten, w&auml;hrend ich mich mit der Geschichte von Sergei Magnitsky und William Browder besch&auml;ftigte. Ich begann, die Geschichte lange vor der Trump-&Auml;ra zu untersuchen, und das Ergebnis meiner Erkenntnisse war ein Film, der vollst&auml;ndig im Kontext des neuen ideologischen Krieges zwischen Russland und dem Westen spielt. Im Zuge der Vorbereitungen f&uuml;r einen neuen Film, den ich in diesem Jahr drehen werde, schrieb ich an Frederik Obermaier, einen M&uuml;nchner Journalisten, der f&uuml;r die Untersuchung der ber&uuml;hmten Panama-Papiere bekannt ist. Obermaier erhielt einen Pulitzer-Preis f&uuml;r seine Arbeit an den Panama-Papieren als Teil eines ICIJ-Teams (International Consortium of Investigative Journalists). Herr Obermaier war einer der Autoren des Artikels &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/russland-dercellist-und-der-tote-anwalt-1.2967610\">Der Cellist und der tote Anwalt<\/a>&rdquo; (in der englischen Version: &ldquo;The Magnitsky Case&rdquo;), der in der S&uuml;ddeutschen am 27. April 2016 ver&ouml;ffentlicht wurde.<\/p><p>In meinem neuen Film geht es unter anderem darum, wie Geldw&auml;sche betrieben wird, und ich wollte Herrn Obermaier interviewen, der zusammen mit seinen ICIJ-Kollegen zu einer Autorit&auml;t auf diesem Gebiet geworden ist. Der Artikel, den Herr Obermaier mitgeschrieben hat, war f&uuml;r mich von besonderem Interesse, da er das durch Betrug gestohlene Geld in Zusammenhang mit dem Namen Sergej Magnitzky zu bringen schien. ICIJ hat seine Abonnenten k&uuml;rzlich an den gro&szlig;en investigativen Artikel der deutschen Kollegen erinnert, der vor genau drei Jahren ver&ouml;ffentlicht wurde. Der Artikel scheint eine Verbindung zwischen der Magnitsky-Aff&auml;re (um die es in meinem vorherigen Film ging) und einem Freund von Wladimir Putin, Sergej Roldugin, hergestellt zu haben. Mein kommender Film ist in vielerlei Hinsicht eine Fortsetzung des Films &uuml;ber den Betrug im Zentrum des Magnitsky-Falls.<\/p><p>Beim Studium von Frederik Obermaiers Artikel und seinen Quellen wurde mir klar, dass er voller Fehler war. Ich machte eine Liste der offensichtlichsten und habe sie an Herrn Obermaier am 23. Oktober 2018 per E-Mail geschickt. Nachdem ich nichts geh&ouml;rt hatte, schickte ich am 21. November eine weitere E-Mail mit einer <a href=\"http:\/\/magnitskyact.com\/szinaccuratestatements\">aktualisierten Liste von Fehlern<\/a> und mit Erkl&auml;rungen und Links zu Dokumenten, die die Mehrheit der Behauptungen in dem Artikel widerlegen. Beim ersten Mal habe ich Herrn Obermaier um ein Interview gebeten, aber dann habe ich vorgeschlagen, die Angelegenheit vertraulich zu diskutieren. Jeder kann Fehler machen, aber die F&auml;higkeit, sie zuzugeben, ist meiner bescheidenen Meinung nach genauso wichtig wie das Talent, gute Geschichten zu schreiben. Wie dem auch sei, ich habe keine Antwort von Frederik Obermaier erhalten.<\/p><p>Sein Artikel in der S&uuml;ddeutschen Zeitung scheint im Wesentlichen die falsche Geschichte von Sergej Magnitsky, erz&auml;hlt von Bill Browder, einem Hedge-Fondsmanager, f&uuml;r den Magnitsky als Buchhalter arbeitete, wiedergegeben zu haben. Browder wird von Russland wegen Steuerhinterziehung gesucht. Er behauptet, dass die russischen Anschuldigungen politisch motiviert seien. Jedoch stammt der Vorwurf der Steuerhinterziehung (sowie einer Reihe damit zusammenh&auml;ngender Verbrechen), die Browder vorgeworfen werden, aus dem Jahre 2001, die strafrechtliche Untersuchung begann 2004. Es ist bekannt und leicht nachweisbar, dass Browder bis mindestens 2005 ein <a href=\"https:\/\/sethjhettena.files.wordpress.com\/2017\/10\/seven_big_myths_about_russia_april_2005.pdf\">unverbl&uuml;mter Anh&auml;nger von Putin und seiner Regierung war<\/a>.<\/p><blockquote><p>\nAber der Investor William F. Browder sieht das anders. Unbeschadet von den Argumenten &uuml;ber einen schleichenden Putsch der Putin-KGB-Kollegen, den Krieg in Tschetschenien, die staatliche &Uuml;bernahme des Fernsehens oder gar die Inhaftierung des reichsten russischen Mannes. F&uuml;r Browder ist Putin ein wahrer Reformer, &ldquo;der einzige Verb&uuml;ndete&rdquo; westlicher Kapitalisten, die nach Russland kommen, um eine neue Marktwirtschaft zu schaffen, sich aber &ldquo;in einem Meer korrupter Tyrannen&rdquo; treibend wiederfinden.<br>\n&ndash; Susan B. Glasser, in: &ldquo;Investors Rally Around Putin, Discounting Alarm of Critics&rdquo;, The Washington Post, 26. Februar 2004\n<\/p><\/blockquote><blockquote><p>\nAnstatt das Land zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, hat Putin ein Reformprogramm umgesetzt, das weitaus liberaler ist als alles, was im radikalsten Think Tank Washingtons h&auml;tte ausgedacht werden k&ouml;nnen. (&hellip;) Putin verstand, dass das Land mit sieben Oligarchen am Ruder nie erfolgreich sein k&ouml;nnte &ndash; zumal ihre Interessen entgegengesetzt zu denen des Landes waren. Er hat der Macht der Oligarchen und ihrer Einmischung in die Angelegenheiten des Staates klare Grenzen gesetzt. Auch wenn es einige Dinge &uuml;ber Putin gibt, mit denen wir nicht einverstanden sind, sollten wir ihm den Vorteil des Zweifels in diesem Bereich zuerkennen und ihn bei seiner Aufgabe, die Kontrolle &uuml;ber das Land von den Oligarchen zur&uuml;ckzuerobern, voll unterst&uuml;tzen.<br>\n&ndash; William Browder, in: &ldquo;Making the case for Putin&rdquo;, The Moscow Times, 21. Januar 2004\n<\/p><\/blockquote><p>Im Jahr 2007 wurden als Ergebnis eines aufw&auml;ndigen Steuerr&uuml;ckerstattungsbetrugs 230 Millionen Dollar auf die Konten von drei Browders Unternehmen in Russland &uuml;berwiesen. Niemand (weder Browder noch die russischen Beh&ouml;rden) bestreitet den Steuernachlass-Betrug, au&szlig;er dass Browder behauptet, er h&auml;tte die Kontrolle &uuml;ber seine Unternehmen verloren, bevor das Geld ausgezahlt wurde. Ich untersuchte Browders Behauptungen und fand heraus, dass sie falsch waren. Um die Aufmerksamkeit von dem bewiesenen Fall von  Steuerhinterziehung in den Jahren 2001-2004 sowie von dem Verdacht abzulenken, dass er an dem 230-Millionen-Dollar-Steuernachlass beteiligt gewesen sein k&ouml;nnte, erfand Browder die Figur des kreuzritterischen Antikorruptionsanwaltes und Whistleblowers, Sergej Magnitsky. Magnitsky existierte nat&uuml;rlich, aber er war Browders Buchhalter, kein Anwalt, und er deckte nichts auf.<\/p><p>Tragischerweise starb Magnitsky in der Untersuchungshaft. Browder behauptet, dass er von acht &ldquo;Riot Guards&rdquo; (W&auml;chtern) zu Tode gepr&uuml;gelt wurde. Browder liefert daf&uuml;r keine Beweise, abgesehen von selektiven Zitaten aus russischen Dokumenten. Genau besehen erw&auml;hnen diese Dokumente, ebenso wie ein amerikanischer Bericht im Auftrag von Browder selbst, keinen Mord, geschweige denn einen Mord durch Schl&auml;ge. Der Autor des Berichts der Parlamentarischen Versammlung des Europarates &uuml;ber Magnitzky, Andreas Gross, erz&auml;hlte mir vor der Kamera, dass Magnitzky nicht ermordet worden sei, sondern an dem &ldquo;Mangel an F&uuml;rsorge&rdquo; gestorben sei.<\/p><p>Die investigativen Journalisten der S&uuml;ddeutschen Zeitung behaupten, die Geldfl&uuml;sse aus der Magnitsky-Aff&auml;re verfolgt zu haben, scheinen aber nicht bereit zu sein zuzugeben, dass sie die Interpretation der Aff&auml;re unkritisch von jemandem mit einem eigenen Interesse aufgenommen haben. Es ist auch sehr ironisch, dass die Journalisten, die &uuml;ber Browders russisches Gesch&auml;ft schrieben, es vorgezogen haben zu vernachl&auml;ssigen, dass Browder selbst mit Hilfe seiner russischen Mitarbeiter, zu denen auch Magnitsky geh&ouml;rte, Offshore-Programme weitgehend nutzte. Von Browder kontrollierte Unternehmen sind auch in Panama-Papieren erschienen, z.B. <a href=\"https:\/\/c1.100r.org\/media\/2017\/10\/Berkeley-Advisors-Starcliff-3.pdf\">Berkeley Advisors und Starcliff<\/a>.<\/p><p>Im Fr&uuml;hjahr 2016 wurde mein Film heimlich und m&ouml;glicherweise illegal von US-Regierungsbeamten gesehen, bevor seine Premiere im Europ&auml;ischen Parlament am 27. April verhindert wurde und die ARTE-&Uuml;bertragung am 3. Mai abgesagt wurde. Einer dieser Beamten war Robert Otto, ein hochrangiger Geheimdienstler im Au&szlig;enministerium, der in einer von vielen E-Mails, die sp&auml;ter online durchgesickert waren, schrieb. &ldquo;Ich fange an zu glauben, dass wir alle nur Teil der Browder P.R. Maschine sind.&rdquo; &ndash; schrieb Herr Otto &hellip;<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190430_b01.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190430_b01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Eine weitere Mail betraf die S&uuml;ddeutsche Zeitung, meinen Film und mich selbst &hellip;<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190430_b02.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190430_b02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Es ist mir k&uuml;rzlich gelungen, herauszufinden, wer der Empf&auml;nger der E-Mail &uuml;ber mich und meinen Film war: Hubert Wetzel. Die E-Mail wurde zum Zeitpunkt der Ver&ouml;ffentlichung des &ldquo;The Cellist and the dead Lawyer&rdquo; empfangen. Herr Wetzel hatte die Informationen eindeutig an Browders Vertraute Elena Servettaz oder an eine andere &ldquo;Kollegin der Suddeutschen Zeitung&rdquo; (sic) weitergegeben, die sie dann umgehend an Elena Servettaz weitergab. Ich wurde von der SZ nicht kontaktiert, weder vor der abgesagten &Uuml;berpr&uuml;fung durch das Europ&auml;ische Parlament noch danach.<\/p><p>Am 13. Juni 2018 organisierte Telepolis <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Hinter-den-Kulissen-des-politisch-instrumentalisierten-Falls-Magnitsky-4063854.html\">eine Vorf&uuml;hrung meines Films<\/a> in M&uuml;nchen mit anschlie&szlig;ender Diskussion. Frederik Obermaier und Tim Neshitov, die &uuml;ber den Fall Magnitsky f&uuml;r die SZ geschrieben hatten, wurden eingeladen. Niemand tauchte auf oder antwortete auf die Einladung.<\/p><p>Das &ldquo;Money Tracing&rdquo; von SZ\/Panama Papers, das versucht, den Magnitsky-Betrug mit Sergei Roldugin zu verbinden, wurde in ihrem Hauptteil im US-Verfahren gegen Prevezon Holdings Ltd (2013-2017) vorgestellt. Nach fast f&uuml;nf Jahren des Versuches, zu beweisen, dass Prevezon Geld vom Magnitsky-Betrug erhalten und gewaschen hat, beschloss die amerikanische Regierung, einen Rechtsstreit zu vermeiden und den Fall ohne eine Schuldanerkennung von Prevezon beizulegen. Prevezon-Anw&auml;lte befragten Browder als Zeugen unter Eid. Es war Browder (wie er selbst zugab), der Preet Bharara, damals der US-Staatsanwalt f&uuml;r den Southern District of New York, pers&ouml;nlich die Version der Magnitsky-Geschichte gegeben hatte, die ich in meinem Film widerlege. William Felix Browder war die Quelle des ganzen weitl&auml;ufigen, kostspieligen Falles. Und es ist seine Magnitsky-Geschichte, die vor einem Gericht im Wesentlichen widerlegt wurde.<\/p><p>Doch die Mainstream-Medien, darunter die S&uuml;ddeutsche Zeitung, hatten kein Interesse daran, ihre Artikel nochmals zu &uuml;berpr&uuml;fen, welche Browders falsche Geschichte getreulich wiedergegeben hatten. Und ein steinernes, arrogantes Schweigen war alles, was ich als Reaktion darauf bekam, h&ouml;flich und taktvoll zu versuchen, auf schwere Fehler hinzuweisen.<\/p><p>Die Panama-Papers wurden zu einem Markenzeichen f&uuml;r die Presse, die sich gegen Korruption und unrechtm&auml;&szlig;ige Geheimhaltung von Machthabern, sei es finanziell oder politisch, einsetzt. Es w&auml;re paradox und besonders bedauerlich, wenn ein Journalist, ein Kollege, eine Macht, die er sich durch den Ruf der Offenheit und Verbundenheit mit den etablierten deutschen und internationalen Ermittlungsnetzen erworben hat, nutzen w&uuml;rde, um berechtigte Fragen und dokumentierte Einw&auml;nde zu verschleiern.<\/p><blockquote><p>\nF.: Welche Schritte haben Sie unternommen, um Herrn Browder f&uuml;r glaubw&uuml;rdig zu halten?<br>\nA.: Nun, wir haben seine Dokumentation &uuml;berpr&uuml;ft, wir haben einige seiner Aussagen &uuml;berpr&uuml;ft und einige seiner Aussagen &uuml;ber das Internet verifiziert.<br>\nF.: Was hat er dir gesagt?<br>\nA.: Nun, er hat uns die Geschichte von Sergej Magnitzky erz&auml;hlt.<br>\nF.: Auf welche Dokumente aus &ouml;ffentlichen Quellen hat er Sie verwiesen?<br>\nA.: Er hat mich auf seiner Website erw&auml;hnt, er hat mich an eine russischsprachige Zeitung verwiesen.<br>\nF.: Was noch?<br>\nA.: Und die Dokumente, die er zur Verf&uuml;gung gestellt hat.<br>\nF.: Welche Dokumente hat er zur Verf&uuml;gung gestellt?<br>\nA.: Kopien der Bankunterlagen, Kopien von &Uuml;berweisungen.<br>\nF.: Haben Sie sich mit den Banken in Verbindung gesetzt, um zu sehen, ob sie echt waren?<br>\nA.: Nein, habe ich nicht.<br>\nF.: Und Sie haben Flussdiagramme erhalten; ist das korrekt?<br>\nA.: Das ist richtig.<br>\nF.: Und die waren auch von Hermitage, dass du sie bekommen hast?<br>\nA.: Richtig.<br>\nF.: Jede &Uuml;bertragung hier basiert also auf nicht authentifizierten Kopien von Datens&auml;tzen, die unvollst&auml;ndig sind, basierend auf einer Rechnungslegungsannahme. Ist das richtig?<br>\nA.: Das w&auml;re richtig.<br>\n&ndash; eine Szene aus dem Film &ldquo;The Magnitsky Act &ndash; Behind the Scenes&rdquo;: Absetzung von Todd Hymann, einem Sonderbeauftragten des Department of Homeland Security, Homeland Security Investigations (United States District Court Southern District of New York).\n<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&bdquo;Qualit&auml;tsmedien&ldquo; wie die S&uuml;ddeutsche Zeitung sind stolz auf ihren Ruf und lassen jedwede Kritik an ihrer Berichterstattung meist an sich abblocken. &bdquo;L&uuml;gen&ldquo; und &bdquo;F&auml;lschen&ldquo; &hellip; das tun immer nur die anderen; vornehmlich nat&uuml;rlich die &bdquo;Schmuddelkinder&ldquo; der Alternativen Medien. Der russische Journalist und Filmemacher <strong>Andrej Nekrasov<\/strong>, der sich sehr intensiv mit dem &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45269\">Fall Magnitski<\/a>&ldquo; besch&auml;ftigt<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51321\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":51322,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[183,138],"tags":[2005,1978,1471,2548,2549,1337,1907,915,259,460],"class_list":["post-51321","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-medienkritik","category-steuerhinterziehungsteueroasensteuerflucht","tag-fake-news","tag-geldwaesche","tag-investigativer-journalismus","tag-magnitzki-sergej","tag-nekrasov-andrej","tag-oligarchen","tag-panama-papers","tag-putin-wladimir","tag-russland","tag-sz"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/190430_titel.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/51321","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=51321"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/51321\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":51341,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/51321\/revisions\/51341"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/51322"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=51321"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=51321"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=51321"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}