{"id":51356,"date":"2019-05-01T11:45:01","date_gmt":"2019-05-01T09:45:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51356"},"modified":"2019-05-01T22:11:31","modified_gmt":"2019-05-01T20:11:31","slug":"facebook-zerschlagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51356","title":{"rendered":"Facebook zerschlagen"},"content":{"rendered":"<p>Wer angesichts dieser Forderung das Gespenst des Kommunismus umgehen sieht, liegt ziemlich falsch. Das Versprechen, Facebook zu zerschlagen, gab vielmehr eine US-demokratische Senatorin, die die n&auml;chste Pr&auml;sidentin der USA werden will. Aber alles der Reihe nach. Von <strong>Wolf Wetzel<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nWer h&auml;tte das gedacht: Auch auf Facebook, das als &bdquo;soziales Netzwerk&ldquo; geliked und missverstanden wird, gibt es Wahres und Unwahres, Richtiges und Falsches, Umstrittenes und Anst&ouml;&szlig;iges, &Uuml;berpr&uuml;fbares und Spekulatives. Kurz zusammengefasst: Auch dort gibt es das, was es &uuml;berall in den Medien gibt, ob man sie f&uuml;r sozial, &ouml;ffentlich-rechtlich oder profitabel h&auml;lt: Halbwahrheiten, L&uuml;gen, Falschmeldungen &ndash; und wer das besser versteht: &bdquo;Fake News&ldquo;.<\/p><p><strong>Die &bdquo;guten&ldquo;, herrschaftssichernden Fake News&hellip;<\/strong><\/p><p>Werfen wir einmal einen Blick auf die Leit-Medien in der Hand einer extremen Minderheit. Nehmen wir zum Beispiel das &bdquo;KZ in Pristina&ldquo; aus dem Jahr 1999 in der ehemaligen Bundesrepublik Jugoslawien. Dieses hat erst der &bdquo;Verteidigungs&ldquo;-Minister Scharping erfunden, damit es genauso von allen Medien korrekt wiedergegeben werden konnte, mit dem Ziel, aus einem &bdquo;V&ouml;lkergef&auml;ngnis&ldquo; (in das der damalige Au&szlig;enminister Klaus Kinkel schon sehr fr&uuml;h Jugoslawien verwandelt hatte, um den &sbquo;Ausbruch&rsquo; vorzubereiten) eine Kolonie des Westens zu machen. Diese Fake News schafften es ohne M&uuml;he in alle gro&szlig;en Zeitungen und Fernsehanstalten.<\/p><p>Oder die &bdquo;Brutkastenl&uuml;ge&ldquo; (Kuwait 1990) und die L&uuml;ge von den &bdquo;mobilen Massenvernichtungswaffen&ldquo; im Irak 2003, die alle Medien zusammen verbreitet hatten, um ihren Beitrag zum Krieg gegen den Irak abzuliefern.<\/p><p>Um diese Fake News geht es jedoch nicht, wenn ganz pl&ouml;tzlich der Wahrheit zur Macht verholfen werden soll. Denn diese Fake News dienten einem &bdquo;guten Zweck&ldquo;: Kriegsverbrechen. Daf&uuml;r hatte man nachweislich Fake News eingesetzt &ndash; eben &bdquo;gute&ldquo;. <\/p><p><strong>&hellip; Und die b&ouml;sen Fake News<\/strong><\/p><p>Hier geht es um die b&ouml;sen Fake News, also solche, die nicht selbst freigesetzt wurden.<\/p><p>Seit geraumer Zeit wird zu S&auml;uberungsaktionen in &bdquo;sozialen Netzwerken&ldquo; aufgerufen von Medien, die Fake News am laufenden Meter produzieren und keinerlei Scheu zeigen, damit fortzufahren. Sie bef&uuml;rchten doch tats&auml;chlich, dass man mit Fake News Hass, Gewalt und Verwirrung verbreiten k&ouml;nne. Ja, man h&ouml;re und staune, das ist ein ganz neues, brandaktuelles Ph&auml;nomen: Mit gezielten Falschmeldungen k&ouml;nne man sogar Menschen beeinflussen, ggf. auch aufhetzen, bis hin zu manipulierten Wahlen.<\/p><p>Nun rollen Woche f&uuml;r Woche entsprechende Nachrichten und Aufmacher &uuml;ber Fake News wie Milit&auml;rlaster heran. Man wird ersch&uuml;ttert und zeigt sich ganz frisch entsetzt, man ruft von alleine und bestens angeleitet nach Zensur, nach Kontrolle &hellip;<\/p><p>Der milliardenschwere Privateigent&uuml;mer dieses &bdquo;sozialen Netzwerkes&ldquo; Facebook sah sich Ungemach gegen&uuml;ber bzw. einer wunderbar in Szene gesetzten N&ouml;tigung, also Fake News auf h&ouml;chstem Niveau. <\/p><p>Die Medien, die bisher das Monopol auf Fake News hatten, riefen dazu auf, dass Facebook sich s&auml;ubern m&uuml;sse. Und die politische Klasse tat dasselbe, selbstverst&auml;ndlich unabh&auml;ngig und selbstlos: Man fordere den Eigent&uuml;mer auf, Zensur zu &uuml;ben, oder man werde sie dazu zwingen. Im ersten Fall k&auml;men die Zensoren von Facebook selbst, m&uuml;ssten also auch bezahlt werden. Im zweiten Fall werden die Zensoren vom Staat gestellt und bezahlt.<\/p><p>Facebook hat sich f&uuml;r die Selbstzahlervariante entschieden und hat nun eigene geleaste Zensoren.<\/p><p><strong>Die &bdquo;Gedankenpolizei&ldquo; in 1984 bekommt 2017 den Namen &bdquo;Correctiv&ldquo;<\/strong><\/p><p>Die Firma, die diese &bdquo;Cleaner&ldquo; stellt, hei&szlig;t: Correctiv und ist so uneigenn&uuml;tzig, dass sie von Google, der Deutschen Bank, der Open Society Foundation von George Soros, RTL u.v.a.m. finanziell unterst&uuml;tzt, also getragen wird. Dieses uneigenn&uuml;tzige Unternehmen hat Fantasie, seinen Orwell wirklich gelesen und beruft einen Haufen von Leute in ein Gremium, das doch wirklich &bdquo;Ethikrat&ldquo; genannt wird. Orwell h&auml;tte sich &uuml;ber diese Wortsch&ouml;pfung gefreut. In diesem &bdquo;Ethikrat&ldquo;, das ist kein Fake, sitzen so uneigenn&uuml;tzige Leute wie <\/p><ul>\n<li>Nikolaus Brender, fr&uuml;herer Chefredakteur des ZDF<\/li>\n<li>Ulrich Reitz, Chefredakteur von Focus<\/li>\n<li>Cordt Schnibben, Redakteur beim Spiegel<\/li>\n<li>Oliver Schr&ouml;m, Leiter Investigative Recherche Stern<\/li>\n<li>Jochen Wegner, Chefredakteur von Zeit-Online<\/li>\n<li>Stefan Willeke, Chefreporter bei der Zeit<\/li>\n<li>Und so weiter und so fort.<\/li>\n<\/ul><p>Neu dazugekommen ist u.a. die Amadeu Stiftung und erst k&uuml;rzlich die Deutsche Pressagentur\/ DPA.<\/p><p>Diese Arbeit ist anspruchsvoll und &ndash; wie hei&szlig;t es so sch&ouml;n in dieser Leistungsgesellschaft &ndash; herausfordernd. Das hat auch Justiz- und Wahrheitsminister Heiko Maas von der SPD erkannt, der das S im Parteilogo f&uuml;r keinen Fake h&auml;lt:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Es ist nicht ganz einfach, eine Institution zu schaffen, die sozusagen in Form einer Wahrheitskommission entscheidet, was ist wahr und was nicht. Dann muss ja auch noch entschieden werden, was ist relevant oder was ist nicht relevant. Da befinden wir uns am Anfang einer Diskussion.&rdquo; (zeit.de vom 13. Dezember 2016)\n<\/p><\/blockquote><p>Wie Ethik- und (Ver-)Rat, Fake- und (Er-)Finder, Konzern- und Kapitalinteressen als Geldwaschanlage funktionieren, f&ouml;rdert diese kleine Notiz vom 4. April 2017 zu Tage:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Der genaue Starttermin f&uuml;r das Projekt steht noch nicht, das Geld ist aber schon da: Das gemeinn&uuml;tzige Rechercheb&uuml;ro Correctiv erh&auml;lt von den Open Society Foundation des US-Investors und Milliard&auml;rs George Soros gut 100.000 Euro f&uuml;r das Richtigstellen von unwahren Berichten im Internet.&ldquo; (spiegel.de vom 4.4.2017)\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Privatjustiz<\/strong><\/p><p>Auch wenn es schnell untergeht: Was hier &bdquo;Correctiv&ldquo; &amp; Co. beanstanden und markieren, hat nichts mit strafbaren und strafbewehrten Handlungen zu tun. Auch wenn das niemand mehr so recht wei&szlig;: Alles, was Beleidigungen angeht, Pers&ouml;nlichkeitsrechte verletzt, bis hin zum abgeschafften sogenannten &bdquo;Majest&auml;tsbeleidigungsparagrafen&ldquo; (Beleidigung von Organen und Vertretern ausl&auml;ndischer Staaten nach &sect; 103 des StGB), steht unter Strafe, kann angezeigt werden, um es in einem gerichtlichen Prozess &uuml;berpr&uuml;fen zu lassen.<\/p><p>Was hier etabliert wird, ist eine Gedankenpolizei, die das verfolgt, was keine strafrechtliche Relevanz hat, keinen Straftatbestand erf&uuml;llt. Es handelt sich hierbei also um eine &bdquo;private&ldquo;, konzerneigene Justiz, um Selbstjustiz &ndash; wobei das Wort &bdquo;Justiz&ldquo; hier v&ouml;llig unangebracht ist. Denn es handelt sich weder um eine &bdquo;&ouml;ffentliche Verhandlung&ldquo; noch um eine nur in Ans&auml;tzen bem&uuml;hte &bdquo;Unabh&auml;ngigkeit&ldquo;.<\/p><p>Eine wachsende Sph&auml;re jenseits des &ouml;ffentlichen Rechts.<\/p><p><strong>Facebook zeigt Gesicht<\/strong><\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Wir verbinden Menschen. Punkt. Das ist der Grund, warum all die Arbeit, die wir in Wachstum stecken, gerechtfertigt ist. All die fragw&uuml;rdigen Vorgehensweisen, um Kontakte zu importieren. All die subtile Sprache, die dazu beitr&auml;gt, dass Menschen weiter von Freunden gefunden werden k&ouml;nnen.&rdquo;<br>\n(Facebook-Manager Andrew Bosworth, 2018)\n<\/p><\/blockquote><p>Facebook zeigt Gesicht und beweist, dass es alles ist, nur kein &bdquo;soziales Medium&ldquo; (social media), sondern ein Herrschaftsinstrument, das ein Kinderzimmer f&uuml;r jene einrichtet, die darin spielen d&uuml;rfen und nichts zu sagen haben &ndash; schon gar nicht, wenn die &bdquo;Eltern&ldquo; nach dem Rechten schauen.<\/p><p>Bei den &bdquo;Kindern&ldquo; handelt es sich um circa 2,3 Milliarden NutzerInnen, die dem &bdquo;Vater&ldquo; ein Verm&ouml;gen von 70.000 Millionen Dollar eingebracht haben.<\/p><p><strong>Facebook verbindet nicht Menschen, sondern Milliarden-Profite mit oligarchischen Machtstrukturen<\/strong><\/p><p>Facebook beruft sich beim Unsichtbarmachen von Inhalten, beim L&ouml;schen von Accounts auf &bdquo;ethische Grunds&auml;tze&ldquo;. Wenn tats&auml;chlich etwas strafbar w&auml;re, dann st&uuml;nde der Weg offen, dies gerichtlich pr&uuml;fen zu lassen (was eine &ouml;ffentliche Beweisf&uuml;hrung zur Folge haben w&uuml;rde). <\/p><p>Privatjustiz spricht sich hingegen so aus: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Bitte haben Sie Verst&auml;ndnis daf&uuml;r, dass Facebook Einzelf&auml;lle generell nicht kommentiert und wir auf Ihre speziellen Fragen daher nicht eingehen k&ouml;nnen.&ldquo; (Facebook)\n<\/p><\/blockquote><p>Facebook gewinnt mit der Amadeu Antonio Stiftung oder der Deutschen Presseagentur (dpa) als &bdquo;Dienstleister&ldquo; keine Glaubw&uuml;rdigkeit, sondern Komplizen, denn weder die Amadeu Antonio Stiftung noch dpa stehen f&uuml;r die Wahrheit, sondern f&uuml;r sehr konkrete politische Zielsetzungen. Wenn diese &bdquo;Dienstleister&ldquo; also als Cleaner gewonnen wurden, dann sind diese alles, nur nicht neutral und unabh&auml;ngig von ihrer eigenen politischen Agenda.<\/p><p>Facebook ist alles, nur nicht &bdquo;netzneutral&ldquo;. Es ist vielmehr hochgradig manipulativ, indem es &bdquo;Inhalte&ldquo; nach geheimen und nicht &uuml;berpr&uuml;fbaren Kriterien &bdquo;ratet&ldquo; (also nach eigenem Gusto auf- oder abwertet). Das geht bis zur faktischen Unsichtbarkeit von Informationen. Das Prinzip der abgestuften Verdunkelung geht nach Facebook-Managerin Lyons so: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wenn uns ein Faktenchecker sagt, dass ein Artikel eine Falschnachricht ist, dann wird er k&uuml;nftig bis zu 80 Prozent weniger oft angezeigt. (&hellip;) Stufen Faktenchecker mehrfach Artikel einer Seite als falsch ein, dann warten wir nicht darauf, dass ein neuer Artikel ver&ouml;ffentlicht wird, den sich wieder ein Faktenchecker ansehen m&uuml;sste. Wir schr&auml;nken dann die Verbreitung aller Inhalte dieser Seite ein.&rdquo; (ndr.de vom 18.3.2019)\n<\/p><\/blockquote><p>Dieses Statement der Facebook-Managerin Lyons verr&auml;t unfreiwillig ziemlich viel: Die &Ouml;ffentlichkeit, die Verbreitung eines Beitrages liegt mitnichten in der Hand der LeserInnen\/UserInnen, die einen Beitrag gut finden und verbreiten, sondern im Wesentlichen in der Hand von Facebook. <\/p><p><strong>Facebooks versteckte Zensur f&uuml;hrt zur Selbstt&auml;uschung der User<\/strong><\/p><p>Dabei bevorzugt Facebook nicht das L&ouml;schen eines Beitrages, sondern seine faktische Isolierung. Das hat einen gewaltigen Vorteil, der zur Selbstt&auml;uschung einl&auml;dt: Man setzt unverdrossen Beitr&auml;ge auf Facebook und meint so, mit der Welt verbunden zu sein, also &Ouml;ffentlichkeit f&uuml;r sein Anliegen herzustellen.<\/p><p>Tats&auml;chlich haben dann die eigenen Facebook-Aktivit&auml;ten die Qualit&auml;t eines Autisten. <\/p><p>Das kann man sich so vorstellen: Man stellt sich auf eine B&uuml;hne auf einem gro&szlig;en Platz, der frei zug&auml;nglich ist. Man spricht ins Mikrofon, teilt sich mit. Auf den Platz kommen Menschen, die um diesen Auftritt wissen. Aber es h&ouml;ren auch viele zu, die vom &bdquo;L&auml;rm&ldquo; angelockt werden, die zuf&auml;llig vorkommen und die Gelegenheit nutzen, sich das anzuh&ouml;ren.<\/p><p>Was Facebook nun macht, kann man als Zensur 2.0 bezeichnen. Facebook r&auml;umt nicht die B&uuml;hne, sondern sperrt weitr&auml;umig den Platz ab, auf dem die B&uuml;hne steht, versperrt den Zugang zu diesem Platz. Die Person auf der B&uuml;hne bekommt davon nichts mit, w&auml;hnt sich an einem &ouml;ffentlichen Ort, spricht und spricht &hellip; ins Leere.<\/p><p>Dass Facebook keine neutrale Plattform ist, auf der die NutzerInnen entscheiden, wie oft ein Beitrag gelesen wird, wie weit sich ein Beitrag verbreitet, belegt eine weitere Geschichte: <\/p><p>Das Magazin <em>Wired<\/em> ver&ouml;ffentlichte einen kritischen Beitrag &uuml;ber Facebook. Die Antwort von Facebook kam prompt: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Am selben Tag ver&ouml;ffentlichte das Magazin Wired eine Titelgeschichte, die unter anderem beschrieb, dass 2018 zwischenzeitlich 90 Prozent weniger Leser von Facebook zu Wired gekommen seien &ndash; ausgerechnet, nachdem ein kritischer Bericht &uuml;ber Facebook erschienen war. Erst nach vier Wochen und zahlreichen Beschwerden habe Facebook die Ursache entdeckt, angeblich ein bedauerlicher Fehler. Zufall?&ldquo; (SZ vom 26. April 2019)\n<\/p><\/blockquote><p>Wenn man die zuvor dokumentierte Aussage der Facebook-Managerin Lyons dazu nimmt, dann wei&szlig; man ganz sicher, dass es sich um keinen &bdquo;Zufall&ldquo; handelt, sondern um einen weiteren Beleg daf&uuml;r, dass Facebook &Ouml;ffentlichkeit suggeriert und bis zu 90 Prozent nach eigenem Gusto generiert.<\/p><p><strong>Facebook als Spitzelsystem &ndash; McCarthyismus als Privatunternehmen<\/strong><\/p><p>Was dem Magazin <em>Wired<\/em> widerfahren ist, ist weder einem Zufall geschuldet noch ein Einzelfall.<\/p><p>Klaus Staeck hat in seiner Kolumne &bdquo;Zuckerberg auf Imagetour&ldquo; erw&auml;hnt, dass Datensch&uuml;tzer Facebook <em>&bdquo;der Spitzelei an Ex-Mitarbeitern und missliebigen Journalisten, deren Namen und pers&ouml;nliche Profile in schwarzen Listen erfasst werden, bezichtigt.&ldquo;<\/em> (FR vom 18. April 2019)<\/p><p><strong>Kriminelles Handeln lohnt sich nicht<\/strong><\/p><p>Wer an dieses M&auml;rchen glaubt, darf auch noch an die Zahnfee glauben. Facebook beweist genau das Gegenteil: Facebook kann eine kriminelle Handlung an die andere anf&uuml;gen, was man kriminologisch als &bdquo;organisierte Kriminalit&auml;t&ldquo; bezeichnet. Facebook kann auch einmal bedauern, w&auml;hrend man die n&auml;chste strafbare Handlung bereits begeht &hellip; und hat nichts zu bef&uuml;rchten. Am allerwenigsten vonseiten der Justiz und schon gar nicht von Regierungen, die sich seit Jahren gegenseitig Handlungsunf&auml;higkeit und Machtlosigkeit bescheinigen.<\/p><p>Dass sich kriminelles Handeln mehr als lohnt, und zwar so arg, dass man selbst &bdquo;Bu&szlig;gelder&ldquo; in Milliardenh&ouml;he wie Trinkgeld bereitlegt, beweist Facebook auch:<\/p><p>Drei bis f&uuml;nf Milliarden Dollar hat Facebook &bdquo;f&uuml;r m&ouml;gliche Strafzahlungen an die US-Handelskommission zur&uuml;ckgestellt, die wegen Datenschutzverst&ouml;&szlig;en gegen Facebook ermittelt. Die Beh&ouml;rde w&uuml;rde ihre eigene Rekordstrafe um das 200-fache &uuml;berbieten &ndash; und Facebook trotzdem kaum treffen. Das Unternehmen besitzt 45 Milliarden Dollar in bar.&ldquo; (SZ vom 26.04.2019)<\/p><p><strong>Facebook zerschlagen<\/strong><\/p><p>F&uuml;r gew&ouml;hnlich wird eine solche Forderungen f&uuml;r kommunistisch, auf jeden Fall f&uuml;r gr&ouml;&szlig;enwahnsinnig gehalten. Aber genau diese Zerschlagung drohte die US-Senatorin Elizabeth Warren an, die f&uuml;r die demokratische Partei als zuk&uuml;nftige Pr&auml;sidentin der Vereinigten Staaten kandidiert: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Sie haben den Wettbewerb gepl&uuml;ndert, unsere privaten Informationen zu Gewinnzwecken eingesetzt und die Wettbewerbsbedingungen gegen alle Konkurrenten gelenkt.&ldquo; (FR vom 16. April 2019)\n<\/p><\/blockquote><p>Dazu muss man, wie gesagt, weder eine Kommunistin sein, noch den Kapitalismus beseitigen. Es w&uuml;rde &ndash; f&uuml;r den Anfang &ndash; vollkommen ausreichen, bestehende Gesetze anzuwenden, wie zum Beispiel das Kartell-Gesetz, das nicht nur in den USA die M&ouml;glichkeit der Zerschlagung bzw. Enteignung vorsieht.<\/p><p>Damit w&auml;re auch das d&auml;mliche Argument vom Tisch, der &bdquo;Politik&ldquo; w&uuml;rden die Mittel und M&ouml;glichkeiten fehlen, gegen das &bdquo;Monster&ldquo; (<em>Z&auml;hmt das Monster<\/em>, SZ vom 25. M&auml;rz 2019) namens Facebook vorzugehen.<\/p><p>Es w&uuml;rde vollkommen reichen, wenn alle Regierungen, die an Facebook beteiligt sind, ihre M&ouml;glichkeiten so nutzen w&uuml;rden wie bei der faktischen Steuerbefreiung von Facebook. Dazu haben sie doch ganz offensichtlich genug Macht!<\/p><p>Titelbild: TY Lim \/ Shutterstock<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Erg&auml;nzungen:<\/strong><\/p><ul>\n<li><em><a href=\"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/2019\/03\/22\/facebook-mit-dpa-gegen-fake-news-herrschaftsinstrument-mit-geheimdienst-methoden\/\">Facebook mit DPA gegen &bdquo;Fake News&ldquo;: &bdquo;Herrschaftsinstrument&ldquo; mit Geheimdienst-Methoden<\/a><\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/2019\/03\/07\/die-putschisten-von-damals-und-heute-caracas-1989-und-facebook-2019\/\">Die Putschisten von damals und heute: Venezuela\/Caracas 1989 und USA\/Facebook 2019<\/a><\/em><\/li>\n<li><em>Die Nummer mit der Nummer<\/em>, SZ vom 5. M&auml;rz 2019<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer angesichts dieser Forderung das Gespenst des Kommunismus umgehen sieht, liegt ziemlich falsch. Das Versprechen, Facebook zu zerschlagen, gab vielmehr eine US-demokratische Senatorin, die die n&auml;chste Pr&auml;sidentin der USA werden will. Aber alles der Reihe nach. 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