{"id":51593,"date":"2019-05-10T08:30:34","date_gmt":"2019-05-10T06:30:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51593"},"modified":"2019-05-10T10:20:22","modified_gmt":"2019-05-10T08:20:22","slug":"russland-feierte-den-74-jahrestag-des-sieges-ueber-hitler-deutschland-ein-bericht-von-ulrich-heyden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51593","title":{"rendered":"Russland feierte den 74. Jahrestag des Sieges \u00fcber Hitler-Deutschland. Ein Bericht von Ulrich Heyden."},"content":{"rendered":"<p>Vorbemerkung: Bei der Lekt&uuml;re dieses Berichtes ist mir wieder einmal klar geworden, wie mangelhaft unsere Medien &uuml;ber die Feiern zum Gedenken an den Sieg der Roten Armee und das Ende des Zweiten Weltkriegs berichten. Wir erfahren wenig davon, wie sehr das nahezu alle Familien betreffende Leiden des Krieges die Russen und auch andere beteiligte V&ouml;lker der ehemaligen Sowjetunion pr&auml;gt. Hier der Bericht. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Wladimir Putin erinnert an den Heroismus der sowjetischen Soldaten und fordert alle Staaten auf, ein f&uuml;r alle L&auml;nder gleichwertiges Sicherheitssystem zu schaffen.<\/strong><\/p><p>13.000 Soldaten beteiligten sich an der Milit&auml;rparade in Moskau zum Gedenken an den Sieg &uuml;ber Hitler-Deutschland. Wie schon in den letzten Jahren waren auch wieder moderne Sch&uuml;tzenpanzerwagen und verschiedene Luftabwehr-Raketen &ndash; wie Buk und S 400 &ndash; zu sehen, aber auch Mittel- und Langstreckenraketen wie Iskander und Jars. <\/p><p><a href=\"http:\/\/en.kremlin.ru\/events\/president\/news\/60490\">In seiner Rede<\/a> vor der Parade stellte der russische Pr&auml;sident Wladimir Putin vor allem den Heroismus und die Kampfbereitschaft der sowjetischen Soldaten heraus. &bdquo;Schon Anfang Juli 1941 waren f&uuml;nf Millionen Soldaten kampfbereit, zehntausende Freiwillige beteiligten sich an der Volkswehr.&ldquo; Die K&auml;mpfer h&auml;tten an der Festung von Brest bis zum &Auml;u&szlig;ersten gek&auml;mpft und &bdquo;an den Mauern der Festung eine Inschrift hinterlassen, die auch heute noch den Atem stocken l&auml;sst.&ldquo; Dort steht: &bdquo;Ich sterbe, aber ich gebe nicht auf.&ldquo; Diesen Schwur h&auml;tten sich auch die russischen Soldaten von heute zu eigen gemacht und er sei das Pfand &bdquo;f&uuml;r die Unbesiegbarkeit der russischen Waffen.&ldquo;<\/p><p>Putin kritisierte in seiner Rede, dass &bdquo;eine Reihe von Staaten bewusst die Ereignisse des Krieges verf&auml;lschen&ldquo;. Es w&uuml;rden Personen zu Helden aufgebaut, &bdquo;die den Nazis dienten&ldquo;. Dies war eine Anspielung auf den Bandera-Kult in der Ukraine. Der russische Pr&auml;sident rief in seiner Rede alle Staaten auf, ein &bdquo;effektives und f&uuml;r Alle gleiches Sicherheitssystem&ldquo; zu schaffen. <\/p><p>Bei der &Uuml;bertragung der Paraden und M&auml;rsche am 9. Mai im russischen Fernsehen fiel auf, dass es Live-&Uuml;bertragungen nicht nur aus Russland gab, sondern auch aus der international nicht anerkannten &bdquo;Volksrepublik Lugansk&ldquo; sowie aus Kiew  und Minsk. Statt St. Petersburg wurde bei der Live-&Uuml;bertragung der historische Schriftzug &bdquo;Leningrad&ldquo; eingeblendet.  <\/p><p><strong>Warum die Russen immer noch den Sieg feiern<\/strong><\/p><p>Bei der Milit&auml;rparade auf dem Roten Platz am Donnerstag sa&szlig;en noch einige Kriegsveteranen auf der Trib&uuml;ne. 1,2 Millionen von ihnen leben noch in Russland. Doch es werden immer weniger. Und viele haben keine Kraft mehr, sich an &ouml;ffentlichen Veranstaltungen zu beteiligen. <\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190510-Bild-1-Schueler-verkauft-Faehnchen-Foto-Ulrich-Heyden.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190510-Bild-1-Schueler-verkauft-Faehnchen-Foto-Ulrich-Heyden.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Sch&uuml;ler verkauft F&auml;hnchen &ndash; Foto: Ulrich Heyden<\/small><\/p><p>Wer Kriegsveteranen pers&ouml;nlich treffen will, muss am 9. Mai in den Moskauer Gorki-Park kommen. Zehntausende Menschen &ndash; meist Familien mit Kindern &ndash; str&ouml;mten am Donnerstag in den Park. Auf dem Weg zum Park lief man vorbei an Sch&uuml;lern, die kleine F&auml;hnchen in rot und rot-wei&szlig;-blau sowie gr&uuml;ne sogenannte &bdquo;Piloten-K&auml;ppchen&ldquo; verkauften. Einer der Verk&auml;ufer &ndash; ein Sch&uuml;ler &ndash; erz&auml;hlte mir, er habe die Ware selbst gekauft. Durch den Weiterverkauf verdiene er sich etwas dazu. <\/p><p>Gleich nachdem ich das mit gro&szlig;en mit S&auml;ulen verzierte Tor des Parkes passiert hatte, traf ich auf die erwachsenen Kinder von Veteranen der &bdquo;65. Armee&ldquo;. Im Zweiten Weltkrieg war diese Armee beteiligt an der Befreiung von Stalingrad, Wei&szlig;russland, Berlin und Rostock. <\/p><p>Nicht alle deutschen Einheiten im Raum Rostock h&auml;tten sich nach der Kapitulation in Berlin gleich ergeben, erz&auml;hlt Olga Kusnezowa, die sich mit anderen Angeh&ouml;rigen um ein kleines, auf einer Parkbank improvisiertes B&uuml;fett versammelt hat. Olga erz&auml;hlt, &bdquo;mein Vater, Jewgeni Kusnezow, erkl&auml;rte sich freiwillig bereit, als Unterh&auml;ndler zu den Deutschen zu gehen und sie zur Aufgabe zu &uuml;berreden.&ldquo; Das sei gef&auml;hrlich gewesen. Als Belohnung f&uuml;r diese Heldentat habe ihr Vater von seinen Vorgesetzten ein Akkordeon bekommen. Als ich nachfrage, wem das Akkordeon vorher geh&ouml;rte, sagt Olga mit einem L&auml;cheln, &bdquo;es war ein erbeutetes, deutsches Akkordeon.&ldquo; <\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190510-Bild-2-Olga-mit-dem-Bild-ihres-Vaters-Jewgeni-Kusnetsow-Foto-Ulrich-Heyden-.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190510-Bild-2-Olga-mit-dem-Bild-ihres-Vaters-Jewgeni-Kusnetsow-Foto-Ulrich-Heyden-.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Olga mit dem Bild ihres Vaters Jewgeni Kusnetsow &ndash; Foto: Ulrich Heyden<\/small><\/p><p>Schon seit 1975 treffen sich die Veteranen der 65. Armee mit ihren Kindern, die inzwischen erwachsen sind, immer am 9. Mai im Gorki-Park. Nun f&uuml;hren die Kinder der Veteranen die Tradition der V&auml;ter fort. Am Donnerstag war kein einziger Kriegsveteran der 65. Armee mehr im Gorki-Park zu sehen. &bdquo;Unser letzter Veteran ist in diesem Jahr gestorben&ldquo;, erz&auml;hlt Olga. <\/p><p>Es ist also keine &Uuml;bertreibung von Wladimir Putin, als er am Donnerstag gegen&uuml;ber dem russischen Fernsehkanal Rossija 24 erkl&auml;rte, die Feiern zum 9. Mai &bdquo;wird es immer geben&ldquo;. Jede Familie hatte im &bdquo;Gro&szlig;en Vaterl&auml;ndischen Krieg&ldquo; Tote zu beklagen. Und es g&auml;be noch einen anderen Grund, am 9. Mai zu feiern: &bdquo;Der Sieg war ein gro&szlig;er Triumph.&ldquo; Und &bdquo;die Verbindung zu diesem Triumph sp&uuml;rt man heute noch&ldquo;.<\/p><p>Die Angeh&ouml;rigen der Kriegsveteranen hatten auf einer Parkbank ein kleines Bankett aufgebaut. Kaum waren wir ins Gespr&auml;ch gekommen, bekam ich ein Plastikglas mit Cognac und ein St&uuml;ck Wei&szlig;brot mit Braten. Dazu gab es dann noch eine Gurke und Weintrauben. Dass ich aus Deutschland kam, war kein Minuspunkt. Im Gegenteil. Die Menschen, die mich bewirteten, waren davon &uuml;berzeugt, dass Russland nicht von Deutschland, sondern von Amerika bedroht wird. Deutschland f&uuml;hre nur &ldquo;amerikanische Befehle&ldquo; aus. <\/p><p><strong>Jeder kann eine Geschichte von den Helden in seiner Familie erz&auml;hlen<\/strong><\/p><p>Dass sich an den Feiern zum 9. Mai in Russland Millionen Menschen beteiligen, dass es M&auml;rsche und Paraden auch in Provinzst&auml;dten gibt, hat sicherlich auch etwas damit zu tun, dass sich Russland in den letzten Jahren einem zunehmenden milit&auml;rischen Druck westlicher Staaten ausgesetzt sieht. Das schwei&szlig;t die Bev&ouml;lkerung zusammen. Die Feiern und M&auml;rsche am 9. Mai sind da wie eine Vergewisserung, dass man sich auch heute verteidigungsbereit f&uuml;hlt. <\/p><p>Au&szlig;erdem hat der Zweite Weltkrieg tiefe Spuren im Leben der Russen hinterlassen. Wen man am 9. Mai im Gorki-Park auch fragt, alle k&ouml;nnen von Heldentaten ihrer Eltern und Gro&szlig;eltern erz&auml;hlen.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190510-Bild-3-Eine-Familie-gedenkt-dem-Held-der-Sowjetunion-Grigori-Tokujew-Foto-Ulrich-Heyden-2019-.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190510-Bild-3-Eine-Familie-gedenkt-dem-Held-der-Sowjetunion-Grigori-Tokujew-Foto-Ulrich-Heyden-2019-.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Eine Familie gedenkt dem Held der Sowjetunion Grigori Tokujew &ndash; Foto: Ulrich Heyden<\/small><\/p><p>Ich treffe einen etwa 45 Jahre alten Oberst der Reserve, der 25 Jahre lang in der russischen Armee gedient hat und mit seiner Frau und seinem Sohn mit gro&szlig;en Portr&auml;ts der beiden Gro&szlig;v&auml;ter in den Park gekommen ist. Der Sohn h&auml;lt ein gro&szlig;es Portr&auml;t von Grigori Tokujew, dem Gro&szlig;vater seiner Mutter. Unter dem Portr&auml;t steht die Auszeichnung des Gro&szlig;vaters: &bdquo;Held der Sowjetunion&ldquo;. Wie der Gro&szlig;vater zu dieser Auszeichnung kam? &bdquo;Grigori geh&ouml;rte einer Sabotage-Gruppe an. Er selbst hat 19 deutsche Eisenbahnz&uuml;ge durch Sprengungen au&szlig;er Betrieb gesetzt,&ldquo; erz&auml;hlt der Oberst. Grigori Tokujew sei 1941 als 24j&auml;hriger in Wei&szlig;russland dreimal in deutsche Gefangenschaft geraten und dreimal sei ihm die Flucht gelungen. <\/p><p>1942 schloss sich Tokujew einer sowjetischen Partisaneneinheit an. Die Partisanen h&auml;tten seinem Vater zun&auml;chst nicht getraut, erz&auml;hlt Sergej. &bdquo;Sie wollten ihn erschie&szlig;en. Aber ein Partisan kannte ihn und stoppte die Erschie&szlig;ung.&ldquo; Im ersten Kampfeinsatz habe man Tokujew keine Waffe gegeben. Die Waffe habe er sich vom Gegner erbeuten m&uuml;ssen. Wie er das gemacht habe? &bdquo;Im Faustkampf. Er hatte eine spezielle Ausbildung der Luftlandetruppen&ldquo;. <\/p><p>Der Oberst selbst h&auml;lt das Portr&auml;t seines Gro&szlig;vaters, Nikolai Ljasch, vor der Brust. Der sei vor Stalingrad verwundet worden, in deutsche Kriegsgefangenschaft geraten und dann in einem Gefangenenlager bei N&uuml;rnberg gestorben. &bdquo;Wir erinnern das Alles. F&uuml;r uns ist das alles sehr wichtig und wertvoll&ldquo;, sagt der Oberst. &bdquo;Gebe Gott, dass sich das nicht wiederholt.&ldquo;<\/p><p>Irgendwann kommt unser Gespr&auml;ch dann auf die Situation in Russland. Die Situation in Moskau sei noch gut, sagt der Oberst. In der russischen Provinz sei die soziale Situation aber sehr angespannt. Der russischen Regierung mangele es an Patriotismus, meint der Oberst. Es gehe nicht an, dass die H&auml;lfte der Kinder der Minister im Ausland studieren und sich offenbar mehr zum Ausland hingezogen f&uuml;hlen als zu Russland. <\/p><p><strong>&bdquo;Russen und Deutsche geh&ouml;ren zusammen&ldquo;<\/strong><\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190510-Bild-4-Drei-Generationen-einer-Familie-auf-dem-Marsch-des-Unsterblichen-Regiments-Foto-Ulrich-Heyden-.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190510-Bild-4-Drei-Generationen-einer-Familie-auf-dem-Marsch-des-Unsterblichen-Regiments-Foto-Ulrich-Heyden-.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Drei Generationen einer Familie auf dem Marsch des Unsterblichen Regiments &ndash; Foto: Ulrich Heyden<\/small><\/p><p>Nach dem Besuch im Gorki-Park fahre ich zum Wei&szlig;russischen Bahnhof, wo sich der Demonstrationszug des &bdquo;Unsterblichen Regiments&ldquo; formiert. Ich sehe Tausende von Menschen, welche mit den Portr&auml;ts ihrer Angeh&ouml;rigen, die im Zweiten Weltkrieg gek&auml;mpft haben, Richtung Roter Platz ziehen. <\/p><p>In der Schlange vor den Metalldetektoren komme ich mit Pawel, einem Lastwagenfahrer, ins Gespr&auml;ch. Als Pawel h&ouml;rt, dass ich Deutscher bin, erz&auml;hlt er spontan, er habe den Deutschen erst nicht getraut. 18 seiner Familienmitglieder h&auml;tten im Zweiten Weltkrieg gegen die Deutschen gek&auml;mpft. Aber als er in den 1990er Jahren in Deutschland war, um einen MAN-Lastwagen zu kaufen, habe er sich mit den Deutschen seines Alters bestens verstanden. &bdquo;Die einzigen Nationen, die k&auml;mpfen k&ouml;nnen, sind Russen und Deutsche&ldquo;, meint Pawel. Also kann sich ein Krieg wiederholen?, frage ich. &bdquo;Nun ja, alles h&auml;ngt davon ab, wer uns manipuliert. Deutsche und Russen geh&ouml;ren zusammen, aber die Engl&auml;nder schaffen es immer wieder, uns zu entzweien.&ldquo; Diese Meinung ist in Russland weit verbreitet und geh&ouml;rt schon zum politischen Einmaleins. <\/p><p>Als ich durch die Metalldetektoren durch bin und mich in den Demonstrationszug eingereiht habe, komme ich mit einer 40 Jahre alten Frau ins Gespr&auml;ch, die mit ihren drei Kindern zum &bdquo;Unsterblichen Regiment&ldquo; gekommen ist. Ob es stimmt, dass die Jugend in Russland kein gro&szlig;es Interesse mehr am Sieg &uuml;ber Hitler-Deutschland hat, will ich wissen. Die Frau zeigt mit der Hand auf ein paar F&uuml;nfzehnj&auml;hrige in Sichtweite und sagt, dass die Medien nicht wahrheitsgem&auml;&szlig; berichten. Ich erz&auml;hle der Frau, dass ich den Deutschen erkl&auml;ren will, warum die Russen immer noch den Sieg &uuml;ber Hitler-Deutschland feiern. &bdquo;Das k&ouml;nnen die einfach nicht verstehen&ldquo;, lautet ihre spontane Antwort. Woher sie das wisse? &bdquo;Ich arbeite in einer deutschen Firma.&ldquo;<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190510-Bild-5-Angehoerige-nationaler-Minderheiten-waren-auf-dem-Marsch-in-Moskau-zahlreich-vertreten-Foto-Ulrich-Heyden-2019-.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190510-Bild-5-Angehoerige-nationaler-Minderheiten-waren-auf-dem-Marsch-in-Moskau-zahlreich-vertreten-Foto-Ulrich-Heyden-2019-.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Angeh&ouml;rige nationaler Minderheiten waren auf dem Marsch in Moskau zahlreich vertreten &ndash; Foto: Ulrich Heyden<\/small><\/p><p>Um 17 Uhr, die Demonstration ist schon zwei Stunden unterwegs, f&auml;ngt es stark an zu regnen. Doch die Demonstranten haben sich auf wechselhaftes Wetter eingestellt. Regenschirme werden aufgespannt und weiter geht es Richtung Roter Platz. Am Rande des Demonstrationszuges tragen Musik-Gruppen ber&uuml;hmte sowjetische Lieder aus dem Krieg vor und immer rollt ein &bdquo;Hurra!&ldquo; aus Tausenden Kehlen durch den Zug. Nach offiziellen Angaben beteiligten sich insgesamt 700.000 Menschen an dem Zug vom U-Bahnhof Dynamo vorbei am Wei&szlig;russischen Bahnhof bis zum Roten Platz. <\/p><p>Der 9. Mai war und ist f&uuml;r die Russen ein Gedenk- und ein Feiertag, der mit gro&szlig;er Freude und tiefen Gef&uuml;hlen begangen wird. Es ist kein Tag von Militarismus und Nationalismus. Im Gegenteil. Am 9. Mai erinnern sich die Russen an ihre Verwandten in der Ukraine und Wei&szlig;russland. Und im Zug des &bdquo;Unsterblichen Regiment&ldquo; sieht man auch Arbeitsmigranten aus Kasachstan und Tadschikistan. Nicht die russische Trikolore bestimmt das Bild im Demonstrationszug, sondern die rote &bdquo;Siegesfahne&ldquo;, die im Mai 1945 in Berlin auf dem Reichstag gehisst wurde. <\/p><p>In einem ZDF-Bericht wurde h&auml;misch herausgestrichen, dass bei der diesj&auml;hrigen Milit&auml;rparade keine ausl&auml;ndischen G&auml;ste anwesend waren. Daran sehe man, dass Russland international isoliert sei. Tats&auml;chlich gab es G&auml;ste aus dem Ausland. Auf der Trib&uuml;ne sa&szlig; Nursultan Nasarbajew, der ehemalige Pr&auml;sident Kasachstans und jetzige Vorsitzende des kasachischen Sicherheitsrates. Au&szlig;erdem auf der Trib&uuml;ne sa&szlig; eine Delegation der deutschen Partei &bdquo;Die Linke&ldquo;. <\/p><p>Putins Sprecher, Dmitri Peskow, hatte schon Anfang Mai erkl&auml;rt, man habe keine ausl&auml;ndischen Spitzenpolitiker eingeladen. &bdquo;Gew&ouml;hnlich werden Spitzenpolitiker fremder Staaten zu den Jubil&auml;umsveranstaltungen eingeladen,&ldquo; erkl&auml;rte Peskow. Eine Jubil&auml;umsveranstaltung &ndash; zum 75. Jahrestag des Sieges &ndash; wird es im n&auml;chsten Jahr geben. <\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/e33d7af447f34fe893612b1348e67017\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorbemerkung: Bei der Lekt&uuml;re dieses Berichtes ist mir wieder einmal klar geworden, wie mangelhaft unsere Medien &uuml;ber die Feiern zum Gedenken an den Sieg der Roten Armee und das Ende des Zweiten Weltkriegs berichten. Wir erfahren wenig davon, wie sehr das nahezu alle Familien betreffende Leiden des Krieges die Russen und auch andere beteiligte V&ouml;lker<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51593\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":51596,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[212,171],"tags":[2395,915,259,2147,966],"class_list":["post-51593","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gedenktagejahrestage","category-militaereinsaetzekriege","tag-kriegsveteranen","tag-putin-wladimir","tag-russland","tag-sowjetunion","tag-weltkrieg"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/190510-Bild-2-Olga-mit-dem-Bild-ihres-Vaters-Jewgeni-Kusnetsow-Foto-Ulrich-Heyden-.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/51593","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=51593"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/51593\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":51601,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/51593\/revisions\/51601"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/51596"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=51593"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=51593"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=51593"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}