{"id":5165,"date":"2010-04-13T09:20:03","date_gmt":"2010-04-13T07:20:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5165"},"modified":"2014-08-07T14:41:35","modified_gmt":"2014-08-07T12:41:35","slug":"waere-doch-stefan-raab-auf-dem-attac-bankentribunal-gestuerzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5165","title":{"rendered":"W\u00e4re doch Stefan Raab auf dem attac-Bankentribunal gest\u00fcrzt \u2026"},"content":{"rendered":"<p>&hellip; dann w&auml;re in den deutschen Medien mit Sicherheit das attac-Bankentribunal wenigstens nebenbei erw&auml;hnt worden. Eine vorl&auml;ufige Analyse des Medienechos. Wolfgang Lieb<br>\n<!--more--><br>\nDas attac-Bankentribunal war immerhin eine Veranstaltung mit ausverkaufter Volksb&uuml;hne in Berlin, die auch in zahlreichen anderen St&auml;dten &uuml;ber Videoleinw&auml;nde &uuml;bertragen wurde. Und es ging um ein tief greifendes Thema, n&auml;mlich um die Analyse der Ursachen der schwersten Krise seit mindestens achtzig Jahren und um die Frage, wer daf&uuml;r Verantwortung tr&auml;gt und wie ein derartiger Kollaps k&uuml;nftig verhindert werden k&ouml;nnte.<\/p><p>Nat&uuml;rlich ist attac nicht der Nabel der Welt, aber schon der Versuch von &uuml;berwiegend ehrenamtlich Engagierten eine breitere Debatte &uuml;ber die Finanzkrise mit dem Bankentribunal anzusto&szlig;en, h&auml;tte jedenfalls auch mediale Aufmerksamkeit und im Sinne der Meinungsvielfalt eine sachliche Berichterstattung &uuml;ber die auf dem Bankentribunal vorgetragenen Inhalte verdient.<\/p><p>Man stelle sich nur mal f&uuml;r einen Moment die Schlagzeilen und das Ausma&szlig; der Berichterstattung vor, wenn sich Stefan Raab auf dem Bankentribunal durch einen Sturz verletzt h&auml;tte. Gar nicht daran zu denken, welcher Presswirbel entfacht worden w&auml;re, wenn am Rande des Tribunals vor der Berliner Volksb&uuml;hne wirklich nur rein zuf&auml;llig ein Auto in Flammen aufgegangen w&auml;re. Wetten, dass, dass selbst die BILD-Zeitung eingestiegen w&auml;re. (Nat&uuml;rlich nur, um den Verdacht eines linksradikalen Umsturzes zu sch&uuml;ren.)<\/p><p>Die Welt, die FAZ haben bisher das abgelaufene Tribunal keiner Zeile Wert befunden.<br>\n<img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/dpa_bankentribunal.jpg\" style=\"float: left; padding: 10px 10px 0 0\" alt=\"dpa - Bankentribunal\" title=\"dpa &uuml;ber das Bankentribunal\">dpa hatte ein Foto mit Transparenten von attac vor dem Kanzleramt angeboten. Eine Meldung von Deutschlands gr&ouml;&szlig;ter Nachrichtenagentur habe ich im Internet trotz langer Suche nicht entdeckt. <\/p><p>Die ARD hat das Tribunal in der Abendschau von <a href=\"http:\/\/www.rbb-online.de\/abendschau\/archiv\/archiv.media.!etc!medialib!rbb!rbb!abendschau!abendschau_20100410_tribunal.html\">rbb<\/a> als ein Lokalereignis mit einem 2.53-Minuten-Filmchen gew&uuml;rdigt. Mit einer geradezu &auml;rgerlichen Anmoderation, nach der &bdquo;wir alle, die wir unsere Fernseher auf Pump kaufen&ldquo; an der Bankenkrise schuld seien. Bei ARD tageschau.de blieb meine Suchanfrage genauso erfolglos wie beim ZDF.<\/p><p>Laut <a href=\"http:\/\/www.infonitor.de\/jobs\/2010\/4\/12\/210619_anr5q2tjkmljxnow53lm1q0k\/\">infonitor Medienanalyse und Medienresonanzanlayse<\/a> gab es in der Zeit vom 16. M&auml;rz bis 12. April 2010 insgesamt 84 Artikel in 50 Quellen. die Frankfurter Rundschau Printausgabe berichtete 11-mal und die FR-Online-Ausgabe 8-mal, Neues Deutschland 4-mal, taz.de und Tagesspiegel je 3-mal, S&uuml;ddeutsche.de, stern.de, Spiegel Online, die junge Welt und 5 erfasste  Lokalzeitungen 2-mal, Financial Times Deutschland, Zeit Online, N&uuml;rnberger Zeitung und eine Reihe Regionalzeitungen 1-mal.<br>\nDas war die ganze Ausbeute.<\/p><p>Die <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:bankentribunal-beinah-ein-freispruch-fuer-ackermann\/50099443.html\">FTD titelt &bdquo;Beinahe ein Freispruch f&uuml;r Ackermann&ldquo;<\/a>. Sie berichtet &uuml;ber die gro&szlig;e Wut des Publikums, nennt einige Anklagepunkte, bekundet Mitleid mit Wolfgang Kaden, dem fr&uuml;heren Chef des &bdquo;Manager Magazins&ldquo;, und auf dem Tribunal &bdquo;Pflichtverteidiger&ldquo; des Deutsche-Bank-Chefs Josef Ackermann. Der Autor des Beitrags zeigt sich erstaunt &uuml;ber den letztlich milden Urteilsspruch: &bdquo;Es d&uuml;rfte Deutsche-Bank-Aktion&auml;re geben, die ein solches Urteil gern unterschreiben.&ldquo; <\/p><p>&Auml;hnlich auch der Tenor auf <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/wirtschaft\/geld\/bankentribunal-in-berlin-wie-attac-ploetzlich-feige-wurde-1557714.html\">stern.de: &bdquo;Wie Attac pl&ouml;tzlich feige wurde&ldquo;<\/a>. Niemand sei schuldig oder freigesprochen worden und das sei eine &bdquo;gro&szlig;e Peinlichkeit f&uuml;r Attac&ldquo;. Immerhin attestierte die Autorin Theresa Breuer eine auf &bdquo;sehr hohem Niveau gef&uuml;hrte Debatte&ldquo;, um dann letztlich doch wieder nur das Stereotyp von der &bdquo;altlinken Polemik&ldquo; auszupacken.<\/p><p>Auch die <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/zukunft\/wirtschaft\/artikel\/1\/zur-strafe-karl-marx-lesen\/\">taz (&bdquo;Zur Strafe Karl Marx lesen&ldquo;)<\/a>, zeigt sich erstaunt, dass keine Strafe ausgesprochen wurde, sondern nur ein dickes B&uuml;ndel von Empfehlungen zur Reform der Finanz- und Sozialpolitik. Und das, obwohl die taz-Redaktionskollegin Ulrike Herrmann als &bdquo;Richterin&ldquo; auf dem Tribunal eine gl&auml;nzende Rolle abgab.<br>\nWohl in vorauseilender Ausgewogenheit bietet die taz auch noch ein Interview mit dem fr&uuml;heren Chefredakteur des Manager-Magazins, Wolfgang Kaden, in dem er ein Demokratieversagen schlichtweg als Nonsens erkl&auml;rt und Merkel, Steinbr&uuml;ck unterst&uuml;tzt von Ackermann daf&uuml;r lobt, dass sie Schlimmeres verhindert h&auml;tten. <\/p><p>Die <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/finanzen\/162\/508308\/text\/\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a> kritisiert schon in der Einleitung die mangelnde &bdquo;Objektivit&auml;t&ldquo;. (Ach, wenn sie das doch auch t&auml;te, wenn sie &uuml;ber Bankenkongresse berichtet oder unkommentiert Experten zitiert, deren Interessenbezug offenkundig ist.) Statt Argumente der Ankl&auml;ger zu entkr&auml;ften, kommt das wohlfeile Totschlagsargument, dass die Anklage immer wieder in &bdquo;altlinke Verschw&ouml;rungstheorien abzurutschen&ldquo; drohte. Mehr war wohl im Wirtschaftsteil der SZ nicht zu erwarten, wo der &bdquo;alt-neoliberale&ldquo; <a href=\"?p=5082#h13\">Marc Beise<\/a> die Redaktionslinie vorgibt, die selbstverst&auml;ndlich als &bdquo;objektiv&ldquo; gilt.<\/p><p>Der Berliner Tagesspiegel und mit demselben Beitrag auch <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2010-04\/anklage-auf-offener-buehne-2?page=all&amp;print=true\">Zeit Online<\/a> sprechen der Veranstaltung schon mit der Bezeichnung &bdquo;Show-Tribunal&ldquo; das Attribut von seri&ouml;ser Aufkl&auml;rung ab. Miriam Schr&ouml;der merkt nicht einmal, dass sie damit ihren eigenen Kollegen, Harald Schumann, der nun wirklich nur Fakten auftischte, als Show-Man in die Pfanne haut. Die Artikelschreiberin kommt nicht ohne die Falschmeldung aus, dass das Durchschnittsalter &bdquo;gesch&auml;tzt bei 60 Jahren&ldquo; liege.<br>\nSelbst wenn das eine Tatsache w&auml;re, w&uuml;rde das die Meinung dieser &auml;lteren Menschen abwerten? Hat die Autorin jemals &uuml;ber eine Parteiversammlung berichtet und sich dabei &uuml;ber den Altersdurchschnitt mokiert?<br>\nImmerhin anerkennt der Beitrag, dass das Tribunal viel mit &bdquo;demokratischer Kontrolle&ldquo; zu tun habe und diese eigentlich ins Parlament geh&ouml;re.<\/p><p>Der <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,druck-688341,00.html\">Spiegel (&bdquo;Spr&uuml;che statt Aufkl&auml;rung&ldquo;)<\/a> wirft sich in gewohnt arrogante und zugleich staatstragende Pose und reklamiert &ndash; nat&uuml;rlich dank eigener Einsicht &ndash; ein Regelwerk, das die Spekulationsexzesse der Banken wirksam zu unterbinden helfe. Das aber nur, um dann herablassend dem Tribunal jede &bdquo;differenzierte Analyse&ldquo; abzusprechen. Auch der Autor Michael Kr&ouml;ger tut Versuche, die Finanzkrise in gr&ouml;&szlig;ere Zusammenh&auml;nge zu stellen, als &bdquo;Verschw&ouml;rung&ldquo; ab. Auf dem Tribunal vorgetragene Fakten oder Argumente gelten ihm pauschal als &bdquo;Mutma&szlig;ungen&ldquo; und &bdquo;Unterstellungen&ldquo;. Besonders eitel erweist sich der Autor, wenn er in die Rolle des sachlich &uuml;ber den Dingen stehenden Spiegel-Redakteurs schl&uuml;pft und seine pers&ouml;nlichen Einw&auml;nde gegen die Finanzindustrie vortr&auml;gt. Einw&auml;nde, die von vielen Teilnehmern des Tribunals l&auml;ngst weitaus differenzierter vorgetragen wurden, die der Schreiber aber offenbar entweder nicht geh&ouml;rt oder nicht verstanden hat. Selbstverst&auml;ndlich geht Kr&ouml;ger davon aus, dass nur an den von ihm genannten Krisenursachen eine &bdquo;fruchtbare Diskussion&ldquo; einsetzen k&ouml;nne. Doch daran habe die &uuml;berwiegende Mehrheit der Versammlung ja kein Interesse gehabt. Dabei zeigt dieser Beitrag nur umgekehrt, dass der Autor an der Versammlung kein Interesse hatte, sonst h&auml;tte er sich ja wom&ouml;glich mit den zahllosen kritischen Argumenten auseinandersetzen m&uuml;ssen. <\/p><p>Einzig und allein die Frankfurter Rundschau bem&uuml;hte sich um eine Einordnung der Veranstaltung vor und stellte sie in den Zusammenhang der fr&uuml;heren zivilgesellschaftlichen Tribunale, also des Russel-Tribunals &uuml;ber den Krieg in Vietnam im Jahre 1966. Die FR referierte auch die wichtigsten Aussagen des abschlie&szlig;enden Urteils.<br>\nDie FR hatte als &bdquo;Medienpartner&ldquo; des Tribunals schon im Vorfeld mehrere l&auml;ngere Beitr&auml;ge von Mitwirkenden am Tribunal ver&ouml;ffentlicht und als einzige Tageszeitung auf diese Veranstaltung mehrfach aufmerksam gemacht.<br>\nBemerkenswert sind allerdings die teilweise wirklich b&ouml;sartigen Kommentare gegen dieses Engagement der FR und gegen die Veranstalter in der Kommentarfunktion.<\/p><p>Das Blatt <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/168888.interaktiver-schauprozess.html\">Neues Deutschland<\/a> und die <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/04-12\/053.php\">&bdquo;junge Welt&ldquo;<\/a> schilderten nicht nur Eindr&uuml;cke und nicht nur beteiligte Personen, sondern nachrichtlich &uuml;ber vorgetragene Argumente und das ND schloss sich dem Urteil des Wirtschaftsethikers Friedhelm Hengsbach an, der in dem Tribunal einen &bdquo;Beitrag zur polit-&ouml;konomischen Alphabetisierung&ldquo; sah.<\/p><p>Bemerkenswert ist, dass die <a href=\"http:\/\/www.nz-online.de\/artikel_druck.asp?art=1205755&amp;kat=6&amp;mank=NZ&amp;catch=Wirtschaft&amp;man=N%FCrnberger%20Zeitung\">N&uuml;rnberger Nachrichten<\/a>, wenigstens bei den in N&uuml;rnberg bei der Live&uuml;bertagung versammelten hereingeschaut haben.<\/p><p>Auch in den Blogs gab es sowohl im Vorfeld als auch an den Veranstaltungstagen &uuml;berraschend wenig Resonanz. Infonitor verzeichnete <a href=\"http:\/\/www.infonitor.de\/jobs\/2010\/4\/12\/210633_kuly1ho6tdy014nw6uq5qlmee\/\">gerade einmal 111 Artikel<\/a>, dabei z&auml;hlen die NachDenkSeiten schon zu den Top 5-Quellen. Das ist ein Beleg daf&uuml;r, dass selbst die Blogger, die oft als alternative Informationsquelle genannt werden, tats&auml;chlich keine m&auml;chtige Stimme der Gegenaufkl&auml;rung sind bzw. sich ziemlich wenig um alternative politische Informationen k&uuml;mmern.<br>\n&Uuml;ber Twitter gingen 472 Beitr&auml;ge mit allerdings &uuml;ber zweihunderttausend sog. Followers, also potenziellen Lesern oder Nachrichten (aber was besagt das schon). Dabei war allerdings attac selbst der <a href=\"http:\/\/www.infonitor.de\/jobs\/2010\/4\/12\/210620_2yhknsm5bg1i2at5tfhxp8fb2\/210620_60.htm\">Hauptvermittler zum Tribunal<\/a>.<\/p><p>Das war es aber auch schon, was ich &ndash; nach ziemlich intensiver Suche auch mit Unterst&uuml;tzung unserer Leserinnen und Leser &ndash; an Berichterstattung &uuml;ber das attac-Bankentribunal gefunden habe.<\/p><p>Das Medienecho auf diese &bdquo;zivilgesellschaftliche Anklage&ldquo; ist also eher schwach und vor allem fast durchweg abwertend kritisch &ndash; jedenfalls wann man es mit den medialen Lauffeuern vergleicht, das &ndash; um nur ein einziges Beispiel zu nennen &ndash; etwa das Karl-Br&auml;uer-Institut des Steuerzahlerbundes mit der falschen Behauptung entz&uuml;ndet, <a href=\"?p=4525#h04\">Hartz IV-Bezieher bez&ouml;gen mehr Einkommen als viele Arbeitnehmer in mehreren Wirtschaftszweigen<\/a>. Wenn das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) oder die Herren Raffelh&uuml;schen oder R&uuml;rup oder sonstige &bdquo;Experten&ldquo; ihre interessengeleiteten Positionen in den Medien verk&uuml;nden d&uuml;rfen, w&uuml;rde man sich eine vergleichbar kritische Haltung nur allzu gerne w&uuml;nschen. &Uuml;ber einen Auftritt von Herrn Sarrazin am Abend der Er&ouml;ffnung des attac-Tribunals berichtete am Samstagmorgen der Tagespiegel auf Seite eins und eher mit Sensationslust als mit kritischer Distanz. <\/p><p>Aber beim Bankentribunal von attac wurden ja &uuml;berwiegend nur Mindermeinungen vertreten und da konnte es sich die ver&ouml;ffentlichte Mehrheitsmeinung leicht machen, diese entweder gleich ganz tot zu schweigen oder allenfalls dar&uuml;ber herzufallen. Die Positionen die &ouml;ffentlich nur von Minderheiten vertreten werden, selbst wenn sie der Meinung der durch Umfragen erhobenen gro&szlig;en Mehrheit der Bev&ouml;lkerung entsprechen, gelten eben in den Mainstreammedien eben als verschw&ouml;rerisch oder ihnen werden abwertende Etiketten wie &bdquo;altlinks&ldquo; oder tendenzi&ouml;s angeheftet. Albrecht M&uuml;ller hat ein ganzes Buch dar&uuml;ber geschrieben, wie diese Meinungsmache funktioniert. Die wichtigste Aufgabe der sog. Vierten Gewalt in einer Demokratie, n&auml;mlich Meinungsvielfalt herzustellen, um &uuml;ber einen m&ouml;glichst vielf&auml;ltigen &ouml;ffentlichen Diskurs die Qualit&auml;t der politischen Entscheidungen zu verbessern, wird erst gar nicht angenommen. Die Berichterstattung &uuml;ber das Bankentribunal ist ein Beleg f&uuml;r das Ergebnis der <a href=\"?p=5002\">Medienanlyse von Arlt und Storz<\/a> wonach das journalistische Verhalten gegen&uuml;ber der regierenden Politik und gegen&uuml;ber Vertretern der Wirtschaft &uuml;berwiegend nur als &bdquo;devot&ldquo; bezeichnet werden kann. Devotheit gegen&uuml;ber den politisch und wirtschaftlich M&auml;chtigen &ndash; und das gerade von den &bdquo;Wachhunden&ldquo; und von den Vermittlern der &ouml;ffentlichen und damit politischen Meinungsbildung &ndash; ist ein Armutszeugnis f&uuml;r eine lebendige Demokratie. Bei der Analyse und der Bek&auml;mpfung der Ursachen der Finanzkrise ist die Verweigerung einer kritischen Berichterstattung geradezu lebensgef&auml;hrlich.<\/p><p>Man muss zugestehen, dass das Themenfeld das sich das Tribunal vorgenommen hat, viel zu gro&szlig; und komplex ist, als dass man es in eineinhalb Tagen trotz gr&ouml;&szlig;ter Disziplin vern&uuml;nftig durchackern k&ouml;nnte. Da w&auml;re eine Konzentration auf weniger Themen sicherlich hilfreicher gewesen. Auch war der Anspruch vielleicht ein wenig zu hoch, das attac-Bankentribunal in eine Reihe mit den Russel-Tribunalen zu stellen und vielleicht haben sich manche Journalisten deshalb so herblassend ge&auml;u&szlig;ert. <\/p><p>Dennoch kommt attac das Verdienst zu, dass wenigstens der Versuch unternommen wurde, eine kritische &ouml;ffentliche Debatte anzusto&szlig;en.<\/p><p>Leider ist es bei uns ja nicht so, wie in Island, wo vom Parlament eine unabh&auml;ngige Kommission eingesetzt wurde, die nun einen 2.300 Seiten umfassenden Bericht &uuml;ber die &bdquo;extreme Nachl&auml;ssigkeit&ldquo; der politischen F&uuml;hrung gegen&uuml;ber der Finanzkrise vorlegte, der nun reisenden Absatz findet und sogar &ouml;ffentlich verlesen wird.<\/p><p>In der &auml;rmsten Stadt Deutschlands, in Berlin, f&uuml;hlen sich fast zwei Drittel (63%) <a href=\"http:\/\/www.morgenpost.de\/berlin\/article1064119\/Berliner_trotzen_der_Wirtschaftskrise.html\">von den Auswirkungen der Finanzkrise nicht ber&uuml;hrt<\/a>. Das ist nicht weiter verwunderlich, wenn ein Sturz eines Spassmacher wie Stefan Raab als Aufmacher in die Schlagzeilen gehoben wird, die sich auft&uuml;rmende Schuldenlast und ihre konkreten Auswirkungen auf Kindertagesst&auml;tten, Schwimmb&auml;der, Theater oder Verkehrsbetriebe aber nicht in einen Zusammenhang mit der Finanzkrise gestellt werden d&uuml;rfen, weil das ja verschw&ouml;rerisch argumentiert w&auml;re.  <\/p><p>Es bleibt nur, dass die Menschen die Angelegenheit selbst in Hand nehmen. Nach dem Bankentribunal in Berlin geht es in Hamburg am 15.04. gleich weiter: <a href=\"http:\/\/www.pokobi.de\/hsh_demo.php\">Demonstration zur HSH NORDBANK Problematik in Hamburg<\/a>. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&hellip; dann w&auml;re in den deutschen Medien mit Sicherheit das attac-Bankentribunal wenigstens nebenbei erw&auml;hnt worden. Eine vorl&auml;ufige Analyse des Medienechos. 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