{"id":51671,"date":"2019-05-13T15:29:10","date_gmt":"2019-05-13T13:29:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51671"},"modified":"2019-05-14T07:43:35","modified_gmt":"2019-05-14T05:43:35","slug":"der-neue-kalte-krieg-ist-gefaehrlicher-als-der-alte-weil-nahezu-alle-mitmachen-die-taz-die-tagesschau-das-spd-blatt-neue-westfaelische-usw","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51671","title":{"rendered":"Der neue Kalte Krieg ist gef\u00e4hrlicher als der alte. Weil nahezu alle mitmachen: die taz, die Tagesschau, das SPD-Blatt Neue Westf\u00e4lische usw."},"content":{"rendered":"<p>Der Kalte Krieg der F&uuml;nfziger- und Sechzigerjahre war grauenhaft, wie schon das abgebildete Plakat zeigt. Das Feindbild Russland wurde auf &uuml;ble Weise gepr&auml;gt und ausgebaut. Aber als wir uns damals mit CDU\/CSU, NPD, mit der Springer-Presse und der Jungen Union und dem RCDS auseinandersetzten, da konnten wir uns auf einige kritische Medien wie den Spiegel und auch auf gro&szlig;e Teile der SPD verlassen, auf den sp&auml;teren Bundespr&auml;sidenten Heinemann sowieso. Das ist heute anders und deshalb ist es um einiges schwieriger, den Frieden zu sichern. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_1640\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-51671-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190513_Der_neue_Kalte_Krieg_ist_gefaehrlicher_als_der_alte_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190513_Der_neue_Kalte_Krieg_ist_gefaehrlicher_als_der_alte_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190513_Der_neue_Kalte_Krieg_ist_gefaehrlicher_als_der_alte_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190513_Der_neue_Kalte_Krieg_ist_gefaehrlicher_als_der_alte_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=51671-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190513_Der_neue_Kalte_Krieg_ist_gefaehrlicher_als_der_alte_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"190513_Der_neue_Kalte_Krieg_ist_gefaehrlicher_als_der_alte_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Ich nenne ein paar Beispiele aus den letzten Tagen:<\/p><ol>\n<li><strong>Die taz &ndash; h&ouml;chste Zeit, das Blatt beiseite zu legen<\/strong><br>\nSchauen Sie sich bitte <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Kommentar-Siegesfeiern-in-Moskau\/!5590064\/\">diesen Beitrag zur 70-Jahr-Feier<\/a> des Endes des Zweiten Weltkriegs an:\n<div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190513-alte-kalte-Krieg-02.png\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190513-alte-kalte-Krieg-02.png\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div>\n<p>In diesem Artikel stimmt fast nichts. Da wird behauptet, Moskau zelebriere mit dem Gedenktag Isolation und provoziere Ablehnung. Da wird behauptet, Moskau f&uuml;hre seit 19 Jahren Krieg. Sein Militarismus halte andere auf Distanz usw. Der Kommentator Klaus-Helge Donath, immerhin Osteuropa-Redakteur der taz, hat schlicht Schaum vor dem Mund. Er hat offensichtlich nicht einmal die Rede gelesen, die Putin bei der Gedenkfeier gehalten hat. <\/p>\n<p>Wie anders man die russischen Feiern zum Ende des Zweiten Weltkrieges sehen kann, hat Ulrich Heyden f&uuml;r die NachDenkSeiten formuliert. Siehe hier am 10. Mai 2019: &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51593\">Russland feierte den 74. Jahrestag des Sieges &uuml;ber Hitler-Deutschland. Ein Bericht von Ulrich Heyden<\/a>&ldquo;.<\/p>\n<p>Martin Beck, ein Leser der NachDenkSeiten und der pf&auml;lzischen Regionalzeitung &bdquo;Die Rheinpfalz&ldquo;, die &auml;hnlich kommentierte wie der Redakteur der taz, hat Putins Rede gelesen und angesichts des Artikels in der &bdquo;Rheinpfalz&ldquo; einen Leserbrief geschrieben. Martin Beck hat in der Rede Putins nichts gefunden, was zum Beispiel den Vorwurf von der &bdquo;nationalpatriotischen Propaganda&ldquo; rechtfertigt. Siehe dazu den Leserbrief in der Anlage.<\/p><\/li>\n<li><strong>Neue Westf&auml;lische: &bdquo;Wie Trolle vor der Europawahl falsche Informationen verbreiten&ldquo;<\/strong><br>\nUnter dieser &Uuml;berschrift verbreitet die Neue Westf&auml;lische, &uuml;ber die Medienholding der SPD zu 100 % im Besitz der Sozialdemokraten, Gr&auml;uelm&auml;rchen &uuml;ber die Einflussversuche Moskaus auf die Europawahlen. Dort hei&szlig;t es zum Beispiel:\n<blockquote><p>\n&bdquo;In einigen L&auml;ndern pr&auml;gen die Hetzer schon die Debatte<\/p>\n<p>Der Einfluss der Trolle, wie wir ihn aus den jungen Demokratien Osteuropas kennen, ist auch im Westen sehr stark angekommen&rdquo;, sagt der 42-J&auml;hrige, einer der bekanntesten Journalisten und Schriftsteller der Slowakei. Hvorecky spricht sogar von einer &bdquo;Osteurop&auml;isierung des Westens&rdquo;. Er meint das als Warnung.<\/p>\n<p>In seinem Heimatland pr&auml;gen die Trolle, also die Hetzer im Netz, und <strong>die von Moskau beeinflussten Desinformationsschleudern<\/strong> bereits gro&szlig;e Teile der &ouml;ffentlichen Meinung. Hvorecky sp&uuml;rt das am eigenen Leib. Er reagiert dann mit Sarkasmus &ndash; und Kampfgeist.&ldquo;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nw.de\/nachrichten\/thema\/22454118_Wie-Trolle-vor-der-Europawahl-falsche-Informationen-verbreiten.html\">nw.de\/nachrichten\/thema\/22454118_Wie-Trolle-vor-der-Europawahl-falsche-Informationen-verbreiten.html<\/a>\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich habe in meinem Leben bei mehr als 20 Wahlk&auml;mpfen mitgemacht, bei den meisten mit-geplant und einige selbst verantwortet. Wenn es wegen des Feindbildaufbaus nicht so traurig w&auml;re, m&uuml;sste ich jedes Mal lachen, wenn ich solche Artikel lese oder &uuml;berfliege wie jenen in der Neuen Westf&auml;lischen. <\/p>\n<p>Da wird ein einfacher mechanischer Zusammenhang zwischen Einflussversuch und Einflusserfolg hergestellt. Wenn es so einfach w&auml;re mit der Beeinflussung von Wahlverhalten, dann w&uuml;rde ich sehr gerne nochmals Wahlk&auml;mpfe planen und gestalten. Es ist nahezu alles Kappes, was da behauptet wird, von hier bis in die USA. Die dortige Kampagne zugunsten von Hillary Clinton baut genauso wie die Berichte &uuml;ber die angeblichen Einflussversuche Moskaus auf die Europawahlen auf einfachen Zusammenh&auml;ngen auf, die es so nicht gibt. In dem Artikel des einschl&auml;gig bekannten Agitators Steven Geyer wird auf eindrucksvolle Weise alles zusammengemischt, was man &uuml;berhaupt assoziativ und scheinbar als Fakten einf&uuml;hren kann. Da wird zum Beispiel die Beeinflussung der US-amerikanischen Pr&auml;sidentenwahlen als gegeben und bewiesen unterstellt. So hangelt sich eine Unwahrheit an der anderen hoch. &Uuml;brigens auch ein tolles Beispiel f&uuml;r eine besondere Methode der Manipulation. Wenn Sie dieses Thema interessiert, dann lesen Sie bitte den Beitrag in der Neuen Westf&auml;lischen.<\/p><\/li>\n<li><strong>Und wieder einmal die Tagesschau <\/strong>\n<p>Damit Parolen wie jene zur Wirksamkeit der von Moskau beeinflussten Desinformation zu Wahlen glaubhaft sind, sorgen Hinterm&auml;nner regelm&auml;&szlig;ig daf&uuml;r, dass solche Botschaften und scheinbaren Begr&uuml;ndungen in mehreren Medien etwa zur gleichen Zeit platziert werden. Im konkreten Fall hat die Tagesschau und die Justizkommissarin der Europ&auml;ischen Union Vera Jourov&aacute; kr&auml;ftig mitgewirkt. Siehe <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/eu-wahl-justizkommissarin-russland-101.html\">hier<\/a> und zur Herkunft der Justizkommissarin <a href=\"https:\/\/de.m.wikipedia.org\/wiki\/V%C4%9Bra_Jourov%C3%A1\">siehe hier<\/a>. Solche Leichtgewichte werden mit guten Jobs in der Europ&auml;ischen Union versorgt und sind dann f&uuml;r Kampagnen wie die hier laufende verf&uuml;gbar.<\/p>\n<p><strong>Die Tagesschau bleibt nicht alleine. &Auml;hnlich &auml;u&szlig;erte sich Zeit Online:<\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/2019-05\/europawahl-eu-justizkommissarin-wahrnung-wahlmanipulation-russland\">Europawahl: EU-Justizkommissarin warnt vor Wahlmanipulation durch Russland<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Zwei Wochen vor der Europawahl hat sich Vera Jourov&aacute; zu ausl&auml;ndischen Desinformationskampagnen ge&auml;u&szlig;ert. Eine EU-Einheit untersucht Falschmeldungen aus Russland.<\/p>\n<p>&hellip;\n<\/p><\/li>\n<\/ol><p>Zum Schluss will ich noch einmal auf den Kalten Krieg in den f&uuml;nfziger und sechziger Jahren zur&uuml;ckkommen und die damalige Lage mit der heutigen vergleichen. Damals wurde schon agitiert. Wir wurden schon als Sch&uuml;ler in den f&uuml;nfziger Jahren indoktriniert. Jedenfalls wurde das versucht. Wir hatten als Sch&uuml;ler Auseinandersetzungen mit der Sch&uuml;ler Union und als Studenten mit dem Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS). Aber da gab es dann in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts den Spiegel und Panorama und Die Zeit, jedenfalls in Teilen, und es gab gro&szlig;e Teile der evangelischen und auch kleinere Teile der katholischen Kirche, die den Feindbildabbau und nicht den Feindbildaufbau unterst&uuml;tzten und damit wichtige Pfeiler der beginnenden Entspannungspolitik waren. Heute ist man auf dieser Seite ziemlich alleine. Kein Wunder, dass es keine gro&szlig;en Friedensdemonstrationen gibt. Kein Wunder, dass Medien von rechts bis links, von der Welt bis zur taz am Aggressionsaufbau gegen Russland und Putin mitstricken k&ouml;nnen.<\/p><p>Keine Sorge, einige andere Medien halten wie wir von den NachDenkSeiten dagegen und werden nicht einknicken. Aber die andere Situation sollte schon zur Sprache gebracht werden und sei es nur zum Zwecke der Aufkl&auml;rung von Noch-Abonnenten der Zeit, des Spiegel, der taz und der Frankfurter Rundschau. Man kann ihre Treue gegen&uuml;ber diesen Medien durchaus w&uuml;rdigen. Aber vielleicht w&auml;re es an der Zeit, wahrzunehmen, dass diese Medien ihre Position gravierend ver&auml;ndert haben und dass die Bewahrung des Friedens verlangt, diese Medien nicht mehr zu unterst&uuml;tzen.<\/p><p><strong>Anlage 1:<\/strong><\/p><p>Leserbrief Martin Beck, Offenbach:<\/p><p>Liebe Mitarbeiter der Nachdenkseiten,<br>\n&nbsp;<br>\nvielen Dank f&uuml;r den&nbsp;von Ulrich Heyden in den Nachdenkseiten verfassten Text zu den Feiern des 9. Mai in Russland, der sich v&ouml;llig von der Berichterstattung in meiner regionalen Tageszeitung, der Rheinpfalz, abhebt.&nbsp;<br>\n&nbsp;<br>\nMeiner regionalen Tageszeitung&nbsp;waren&nbsp;die Feiern zum Jahrestag der deutschen Kapitulation in Russland nur eine schmale, halbe&nbsp;Spalte auf Seite 3 ihrer&nbsp;Ausgabe am 10. Mai&nbsp;wert.<br>\nIn den wenigen Zeilen hei&szlig;t es gro&szlig; in einer Zwischen&uuml;berschrift &bdquo;Putin nutzt das Gedenken an den Zweiten Weltkrieg zu einer Tirade gegen die Ukraine&ldquo;, im Text steht der Satz: &bdquo;Anders als bei Gedenkfeiern in Westeuropa, wo inzwischen die Vers&ouml;hnung im Mittelpunkt steht, nutzte der russische Pr&auml;sident Wladimir Putin den Anlass f&uuml;r nationalpatriotische Propaganda&ldquo;.<br>\n&nbsp;<br>\nSoweit der Bericht, den die&nbsp;Redaktion offensichtlich verk&uuml;rzt von dpa &uuml;bernommen hat.<br>\nWer den Artikel von Ulrich Heyden liest oder den&nbsp;Originaltext der ziemlich kurzen Rede Putins nachliest, kann weder &bdquo;nationalpatriotische Propaganda&ldquo; noch &bdquo;Tiraden gegen die Ukraine&ldquo; finden. Vielmehr bedankt sich der russische Pr&auml;sident bei allen anderen Nationen, die gegen Nazi-Deutschland gek&auml;mpft haben. Er warnt allerdings vor der Wiederkehr des Faschismus. In diesem Zusammenhang erw&auml;hnt er die Ukraine nicht, obwohl dort neonazistische Kr&auml;fte gro&szlig;en Einfluss gewonnen haben.<br>\nDer Bericht ist f&uuml;r mich darum nicht nur verk&uuml;rzend, sondern gerade zu falsch.<br>\n&nbsp;<br>\nEs erschreckt mich, dass &bdquo;meine&ldquo; Tageszeitung&nbsp;in diese Propaganda gegen Russland undifferenziert&nbsp;einstimmt, dass auch der Beginn eines Nato-Man&ouml;vers am 9. Mai in unmittelbarer N&auml;he Russlands verschwiegen wird, an dem &uuml;brigens britische Angriffshubschrauber beteiligt sind.&nbsp;<br>\nIch h&auml;tte nicht erwartet, dass nach der Wiedervereinigung, gegen die die britische Premierministerin Thatcher gr&ouml;&szlig;ere Bedenken hatte als alle Politiker im Kreml, erneut &bdquo;der Osten&ldquo; als Feind definiert wird.&nbsp;<br>\n&nbsp;<br>\nSolange unsere Tageszeitungen nicht&nbsp;zu einer objektiveren Haltung gegen&uuml;ber Russland finden, kann man sie in diesem Bereich auch nicht mehr ernst nehmen.&nbsp;<br>\n&nbsp;<br>\nDr. Martin Beck, Offenbach\/Qu.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kalte Krieg der F&uuml;nfziger- und Sechzigerjahre war grauenhaft, wie schon das abgebildete Plakat zeigt. Das Feindbild Russland wurde auf &uuml;ble Weise gepr&auml;gt und ausgebaut. 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