{"id":51731,"date":"2019-05-16T09:42:15","date_gmt":"2019-05-16T07:42:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51731"},"modified":"2019-05-16T16:45:54","modified_gmt":"2019-05-16T14:45:54","slug":"schlager-und-luftschlaege-israel-der-songcontest-und-die-instrumentalisierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51731","title":{"rendered":"Schlager und Luftschl\u00e4ge: Israel, der Songcontest und die Instrumentalisierung"},"content":{"rendered":"<p>Der Eurovision Songcontest in Israel wirft Fragen auf: Sollen Sport-, Pop- oder Kultur-Events zur B&uuml;hne f&uuml;r politische Forderungen und Aktionen gemacht werden? Von <strong>Tobias Riegel<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_5351\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-51731-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190516_ESC_Schlager_und_Luftschlaege_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190516_ESC_Schlager_und_Luftschlaege_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190516_ESC_Schlager_und_Luftschlaege_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190516_ESC_Schlager_und_Luftschlaege_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=51731-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190516_ESC_Schlager_und_Luftschlaege_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"190516_ESC_Schlager_und_Luftschlaege_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Ob internationale Sport-, Pop- oder Kultur-Events zur B&uuml;hne f&uuml;r politische Forderungen und Aktionen gemacht werden sollten, ist eine alte und interessante Frage. Dass diese Instrumentalisierung g&auml;ngige Praxis ist, ist nicht zu bestreiten: Sehr deutlich wurde es etwa bei der vergangenen Fu&szlig;ball-WM in Russland, bei der viele westliche Medien und Politiker im Vorfeld moralisch gegen Land, Leute und WM agitiert haben, wie die NachDenkSeiten etwa <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44422\">hier berichtet haben<\/a>.<\/p><p>Der Eurovision Song Contest findet in diesem Jahr in Tel Aviv in Israel statt, Teilnehmer aus 41 L&auml;ndern singen um die Wette. Das Finale ist am Samstag. Es gab mehrere Aufrufe zum Boykott der Veranstaltung, keine der Delegationen sagte ihre Teilnahme ab. Einzelne Zeichen des Protests aus westlichen Gefilden gab es dagegen aus der Pop-Szene, wie der <a href=\"https:\/\/www.independent.co.uk\/arts-entertainment\/music\/news\/wolf-alice-eurovision-israel-boycott-tel-aviv-human-rights-abuse-a8912651.html\">&bdquo;Independent&ldquo; berichtet<\/a> Und vor Ort hat sich die isl&auml;ndische Band &bdquo;Hatari&ldquo; mit Pal&auml;stinensern getroffen, was die Veranstalter auf ihrer Webseite <a href=\"https:\/\/www.eurovision.de\/feddersens_kommentar\/ESC-2019-Hatari-aus-Island-provozieren-Israel,island1064.html\">gar nicht gut hei&szlig;en<\/a>. <\/p><p><strong>Soll der ESC gegen Israel genutzt werden wie die WM gegen Russland?<\/strong><\/p><p>Man k&ouml;nnte mit Blick auf die Instrumentalisierung der Fu&szlig;ball-WM durch westliche Medien und Politiker sagen: Wer gegen Russland einen Boykott gefordert hat, k&ouml;nne erst Recht nicht nach Israel fahren, die israelische Regierung habe etwa durch die Besatzungspolitik das Recht auf einen politikfreien Raum noch viel eher verwirkt als Moskau. Aber w&auml;re das eine gute Entwicklung? W&auml;re es nicht eher angebracht, zu versuchen, den Sport, den Pop und die Kultur von der Propaganda zu befreien? In Zeiten der Konfrontation und der Meinungsmache durch gro&szlig;e Medienkonzerne kann die pers&ouml;nliche Begegnung und der &bdquo;zwanglose&ldquo; Austausch in einem scheinbar belanglosen Zusammenhang sehr heilsam sein &ndash; f&uuml;r K&uuml;nstler und Publikum.<\/p><p>Es muss allerdings auch alles in der Relation bleiben. So w&auml;re es fragw&uuml;rdig, Russland wegen der &bdquo;Besatzung&ldquo; der Krim an den Pranger zu stellen, nur kurze Zeit sp&auml;ter aber die  viel eindeutigere Besatzung fremden Territoriums durch die israelische Regierung nicht zu skandalisieren. Man stelle sich vor, der ESC w&uuml;rde in Moskau stattfinden und in den Tagen zuvor h&auml;tte die russische Armee Proteste auf der Krim blutig niedergeschlagen: Die folgende Kampagne in westlichen Medien w&auml;re &uuml;berw&auml;ltigend. Im Vergleich zur in diesem Fall mutma&szlig;lich zu erwartenden Instrumentalisierung wird der ESC-Gastgeber Israel aktuell von den westlichen Medien gn&auml;diger behandelt &ndash; was nicht &uuml;berrascht. Solche Vergleiche bedeuten keinen &bdquo;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Whataboutism\">Whataboutism<\/a>&ldquo;, sondern sie verdeutlichen die unterschiedlichen angelegten Standards. <\/p><p><strong>Propaganda durch Unterschlagung?<\/strong><\/p><p>Da aber viele Mediennutzer wegen ihren Erfahrungen vermuten, dass ein vergleichbares Event etwa in Venezuela vom Westen exzessiv f&uuml;r politische Propaganda genutzt w&uuml;rde, kann man die jetzige (relative!) &bdquo;Verschonung&ldquo; der israelischen Politik durch gro&szlig;e westliche Medien auch als positive Propaganda f&uuml;r das Land und seine problematische Regierung empfinden: Eine Politisierung durch Vermeidung von Politisierung. Dabei wird auf Kritik an der Politik der israelischen Regierung nicht verzichtet &ndash; pflichtschuldig wird etwa die Besatzungspolitik <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/politik\/auslandsjournal\/die-sendung-vom-15-mai-2019-100.html\">erw&auml;hnt<\/a>, aber oft nicht angemessen skandalisiert. <\/p><p>Viele westliche <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/tel-aviv-esc-101.html\">Medien<\/a> machen statt dessen das Spiel mit, das bereits in einem <a href=\"https:\/\/deutsch.rt.com\/gesellschaft\/88131-werbevideo-zum-eurovision-song-contest-veraergert-israelis-und-palaestinenser-gleichzeitig\/\">verungl&uuml;ckten ESC-Werbespot<\/a> gespielt wird: Die Konflikte und die Militarisierung werden ausgeblendet, soweit dies m&ouml;glich ist. Dort, wo es nicht m&ouml;glich ist, wird mit &bdquo;heiterem&ldquo; Fatalismus geantwortet: Die Existenz der Gewalt als &bdquo;h&ouml;here Gewalt&ldquo;, der scheinbar unab&auml;nderliche &bdquo;Nahost-Konflikt&ldquo;. <\/p><p><strong>Eskalation der Gewalt und Protest-Konzert der Pal&auml;stinenser<\/strong><\/p><p>Als Protest gegen den Eurovision Song Contest in Israel haben Pal&auml;stinenser in der Stadt Gaza am Dienstag ein Konzert veranstaltet, wie etwa dpa berichtet. Es fand in den Tr&uuml;mmern eines zerst&ouml;rten Geb&auml;udes im Gazastreifen statt. Mehrere Bands aus Gaza nahmen daran teil. Kamel Musallam von dem Musikverband Jusour in Gaza sagte, der Eurovision Song Contest sei &bdquo;f&uuml;r Israel nur ein Vorwand, um seine brutalen Verbrechen gegen die Pal&auml;stinenser zu vertuschen, vor allem gegen jene in Gaza&ldquo;. Israel wolle sich der Welt so als friedlicher Staat pr&auml;sentieren. Das Konzert solle zeigen, &bdquo;dass Gaza singt und Frieden liebt&ldquo;.<\/p><p>Der ESC findet statt in einer Phase der Eskalation: Pal&auml;stinenser hatten vor mehr als einer Woche Raketen auf Israel abgefeuert und dabei nach offiziellen Angaben vier Menschen get&ouml;tet. Bei israelischen Angriffen wurden demnach 25 Pal&auml;stinenser get&ouml;tet. &Auml;gypten vermittelte eine Waffenruhe zwischen beiden Seiten.<\/p><p>Eskalation gab es auch am Mittwoch. Hunderte Menschen h&auml;tten wegen des Nakba-Tages protestiert, berichteten pal&auml;stinensische Medien. Dabei gedenken die Pal&auml;stinenser der Vertreibung und Flucht im Zuge der israelischen Staatsgr&uuml;ndung 1948. Laut pal&auml;stinensischen Augenzeugen setzten die Soldaten Gummimantelgeschosse und Tr&auml;nengas gegen die Demonstranten ein. Nach Angaben der israelischen Armee kamen rund 7000 Pal&auml;stinenser an den Grenzzaun. Die Armee setze &bdquo;entsprechende Mittel zur Aufl&ouml;sung der Unruhen ein&ldquo;, sagte eine Sprecherin. Auf t&ouml;dliche Munition wie bei <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/video\/gaza-proteste-tote-und-verletzte-an-grenze-zu-israel-video-99016779.html\">fr&uuml;heren Unruhen<\/a> sei zun&auml;chst verzichtet worden. Israel hat eine Blockade &uuml;ber den Gazastreifen verh&auml;ngt, die von &Auml;gypten mitgetragen wird.<\/p><p><strong>Medien: &bdquo;Ringelpiez mit Anschmachten&ldquo; und die &bdquo;Party auf dem Pulverfass&ldquo;<\/strong><\/p><p>Sind angesichts solcher Zust&auml;nde die aktuellen ESC-Schlagzeilen der gro&szlig;en deutschen Medien vertretbar? So verk&uuml;ndet die <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/unterhaltung\/musik\/musik\/erstes-esc-halbfinale-sexy-auftakt-des-eurovision-song-contest-in-tel-aviv-61916902.bild.html\">Bild-Zeitung<\/a>: &bdquo;Latex-Griechin versext ESC-Auftakt&ldquo;. Der <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/tv\/eurovision-song-contest-2019-so-war-das-1-esc-halbfinale-a-1267452.html\">&bdquo;Spiegel&ldquo;<\/a> beschreibt &bdquo;Ringelpiez mit Anschmachten&ldquo; und die <a href=\"https:\/\/www.gala.de\/lifestyle\/film-tv-musik\/esc-2019--ist-madonnas-auftritt-in-gefahr--22065360.html\">&bdquo;Gala&ldquo;<\/a> fragt besorgt: &bdquo;Ist Madonnas Auftritt in Gefahr?&ldquo; Und auch das <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/politik\/auslandsjournal\/die-sendung-vom-15-mai-2019-100.html\">Auslandsjournal im ZDF<\/a> wiederholt die aktuell beliebten Phrasen von der &bdquo;Party auf dem Pulverfass&ldquo; und dem &bdquo;Tanz auf dem Vulkan&ldquo;.<\/p><p>Das Aufladen internationaler, eigentlich &bdquo;unpolitischer&ldquo; Events mit moralisch formulierter Kritik und Propaganda ist eher eine Disziplin der westlichen Medien. Dieses Verhalten ist eine indirekte Fortsetzung des westlichen Prinzips &bdquo;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schutzverantwortung\">Responsibility To Protect<\/a>&ldquo;. Mit diesem anma&szlig;enden Prinzip sollen (milit&auml;rische oder propagandistische) Interventionen in konkurrierende Volkswirtschaften gerechtfertigt werden. Die &bdquo;Verantwortung&ldquo; speist sich dabei aus der angeblichen moralischen &Uuml;berlegenheit des Westens. Dieses Propaganda-Konstrukt ist nur &uuml;berlebensf&auml;hig, solange medial die geopolitischen Vergehen durch westliche Staaten kleingehalten werden, w&auml;hrend gleichzeitig innenpolitische Defizite des zu attackierenden Landes (&uuml;ber-)betont werden. Zu welchen Irritationen der ESC bereits zwischen Russland und der Ukraine f&uuml;hrte, beschreibt hier &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Ukraine-nimmt-nach-Absagen-von-vier-Finalisten-nicht-am-ESC-teil-4324079.html\">Telepolis<\/a>&ldquo;.<\/p><p><strong>Die Medien, die Kritik, die Heuchelei <\/strong><\/p><p>Als Heuchelei k&ouml;nnte man aus dieser Erfahrung heraus das aktuelle Verhalten etwa des &bdquo;Deutschlandfunks&ldquo; bezeichnen, der sich bei der &bdquo;Kritik&ldquo; an konkurrierenden Staaten sonst kaum zur&uuml;ckh&auml;lt, aber nun die w&auml;hrend des ESC verst&auml;rkten Forderungen nach einem Boykott von Waren aus besetzten Gebieten skandalisiert und beschreibt, &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/boykottaufruf-zum-eurovision-song-contest-wie-die-bds.2177.de.html?dram:article_id=448774\">wie die BDS-Kampagne den ESC benutzt<\/a>&ldquo;. Aktuell wird auch im Bundestag &uuml;ber die BDS-Kampagne <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/israel-streit-um-anti-bds-beschluss-im-bundestag-a-1267584.html\">diskutiert<\/a> .<\/p><p>Dieser Text fordert keine Toleranz gegen&uuml;ber einer h&ouml;chst kritikw&uuml;rdigen israelischen Regierung, die unhaltbare Zust&auml;nde der Militarisierung, der Besatzung und der Trennung zu verantworten hat. Wohl aber soll hier prinzipiell dagegen argumentiert werden, internationale Kultur-, Sport- und Pop-Events f&uuml;r politische Agitation zu nutzen. Der ESC ist genausowenig eine geeignete B&uuml;hne f&uuml;r Propaganda wie die Fu&szlig;ball-WM. Denn zur Natur dieser Events z&auml;hlt der Fakt, dass sie durch die Welt touren &ndash; heute hier, morgen dort. Um nicht in Heuchelei zu verfallen, m&uuml;ssten die Veranstaltungen dann jedes Mal politisiert werden. Der Grad der medialen Verurteilung ist dann von der jeweils verf&uuml;gbaren Medienmacht abh&auml;ngig &ndash; und nicht von den jeweils &bdquo;realen&ldquo; Missst&auml;nden. <\/p><p><strong>Kann der Wettlauf der Propaganda unterbrochen werden?<\/strong><\/p><p>Statt diesen Wettlauf der Propaganda fortzuf&uuml;hren: W&auml;re es nicht besser, internationale Sport-, Pop- oder Kultur-Events wieder ein St&uuml;ck weit von der politischen Instrumentalisierung zu befreien und diese zu &auml;chten? Diese Veranstaltungen k&ouml;nnen manchmal die letzten verbliebenen Kan&auml;le der Kommunikation sein. Diese &bdquo;Unschuld&ldquo; der Kan&auml;le sollte nicht zerst&ouml;rt werden &ndash; ob die Veranstaltung nun in Israel oder in Venezuela stattfindet. <\/p><p>Wegen der Erfahrungen mit den Berichterstattungen etwa zu Syrien, zu Venezuela oder zur Ukraine kann man aber vielen deutschen Redakteuren mittlerweile eine gewisse Prinzipienlosigkeit unterstellen: So wurden militante Aufst&auml;ndische in diesen L&auml;ndern verteidigt, f&uuml;r die hierzulande harte Strafen gefordert w&uuml;rden. Aus dieser Erfahrung heraus ist die Forderung nach einer Entpolitisierung etwa des ESC kaum realistisch, da man nicht erwarten kann, dass die jetzige Zur&uuml;ckhaltung gegen&uuml;ber Israel auch gegen&uuml;ber einem kommenden Gastgeber angewandt wird. <\/p><p><strong>Kein eindeutiges Urteil<\/strong><\/p><p>Und w&auml;re es nicht &uuml;berhaupt bizarr und praktisch gar nicht durchzuhalten, ein schrilles Pop-Event in einer internationalen Konfliktzone abzuhalten und die skandal&ouml;sen milit&auml;rischen und politischen Realit&auml;ten auszublenden? Die Frage nach der Instrumentalisierung internationaler Events also ist eine Frage, auf die es keine einfache und keine eindeutige Antwort gibt.<\/p><p>Titelbild: SARYMSAKOV ANDREY \/ Shutterstock<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Eurovision Songcontest in Israel wirft Fragen auf: Sollen Sport-, Pop- oder Kultur-Events zur B&uuml;hne f&uuml;r politische Forderungen und Aktionen gemacht werden? 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