{"id":51744,"date":"2019-05-16T13:26:24","date_gmt":"2019-05-16T11:26:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51744"},"modified":"2019-05-17T16:10:32","modified_gmt":"2019-05-17T14:10:32","slug":"elektromobilitaet-als-ergaenzung-der-profitorientierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51744","title":{"rendered":"Elektromobilit\u00e4t als Erg\u00e4nzung der Profitorientierung"},"content":{"rendered":"<p>Am Dienstag fand in Berlin die Hauptversammlung von Europas gr&ouml;&szlig;tem Automobilkonzern, der Volkswagen AG, statt. Dabei war auch <strong>Winfried Wolf<\/strong>, der sich f&uuml;r die NachDenkSeiten seine Gedanken zur Hauptversammlung, zur Volkswagen AG und deren neue Fokussierung auf die Elektromobilit&auml;t gemacht hat. Im Anhang zu Winfried Wolfs Bericht finden Sie auch die Rede, die Wolf als &bdquo;kritischer Aktion&auml;r&ldquo; auf der Hauptversammlung gehalten hat.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_9051\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-51744-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190517_Elektromobilitaet_als_Ergaenzung_der_Profitorientierung_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190517_Elektromobilitaet_als_Ergaenzung_der_Profitorientierung_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190517_Elektromobilitaet_als_Ergaenzung_der_Profitorientierung_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190517_Elektromobilitaet_als_Ergaenzung_der_Profitorientierung_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=51744-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190517_Elektromobilitaet_als_Ergaenzung_der_Profitorientierung_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"190517_Elektromobilitaet_als_Ergaenzung_der_Profitorientierung_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Dienstag, der 14. Mai; Berlin Messegel&auml;nde. Eine Sirene ert&ouml;nt. Mehr als 50 Personen fallen wie tot um. Ein gelbes Absperrband mit dem Schriftzug &bdquo;climate crime scene&ldquo; wird gespannt. Die Spurensicherung eilt herbei. Es best&auml;tigt sich der Verdacht: Tod durch Klimazerst&ouml;rung und Feinstaubbelastung. Der T&auml;ter: Eine m&ouml;rderische Autoindustrie, angef&uuml;hrt von VW. Unter dem Motto &bdquo;Volkswagen t&ouml;tet&ldquo; hatte ein B&uuml;ndnis aus den Umweltverb&auml;nden Ethecon, Extinction Rebellion, Robin Wood, Fridays for Future und Gegenstrom das &bdquo;die-in&ldquo; durchgef&uuml;hrt. Protestiert wurde gegen die von den Autokonzernen mitverursachte Klimakrise und gegen den Abgasskandal. Aber auch gegen die autorit&auml;re Politik, die VW in seinem Werk in Puebla, Mexiko, betreibt. Und gegen die Zusammenarbeit von VW mit der neuen rechtsextremen brasilianischen Regierung, womit sie wiederum ankn&uuml;pft an die unselige Partnerschaft von VW de Brasil mit der Milit&auml;rdiktatur in diesem Land im Zeitraum 1964 bis 1985.<\/p><p>Die gelungene Protestaktion fand in den Medien einigen Widerhall. Die vielen hundert Kleinaktion&auml;re, die an den Protestierenden vorbei zur Hauptversammlung der Volkswagen Aktiengesellschaft strebten, interessierten sich eher nicht f&uuml;r die Proteste. Auf der Hauptversammlung wollten Vertreter der Stiftung Ethecon dem VW-Konzern zusammen mit dem Dachverband der Kritischen Aktion&auml;re den &bdquo;Black Planet Award&ldquo; &uuml;berreichen. Dieser Negativpreis f&uuml;r den Ruin des Planeten &ndash; ein gro&szlig;er, mit schwarzer Farbe beschmutzter Globus &ndash; wurde jedoch, wie auch die Flugbl&auml;tter von Ethecon, bereits am Eingang von VW-Security-Leuten beschlagnahmt. Man wollte den Aktion&auml;ren dann doch nicht zu viel Transparenz zumuten. Allerdings hatten Aktivistinnen und Aktivisten eine aufblasbare Kopie des Black Planet Award in die Halle hineinschmuggeln k&ouml;nnen. Die &Uuml;bergabe fand schlussendlich dann doch noch statt.<\/p><p>Die Hauptversammlung des VW-Konzerns selbst war in der Au&szlig;enwirkung von der behaupteten Neuausrichtung des Konzerns auf &bdquo;Elektromobilit&auml;t&ldquo; bestimmt. VW-Chef Herbert Diess erkl&auml;rte in seiner Er&ouml;ffnungsrede, diese Wende sei &bdquo;alternativlos&ldquo;. Sie sei eine Entscheidung &bdquo;f&uuml;r weniger CO-2 im Verkehr&ldquo;. Wie absurd das ist, belegte bereits die Show auf der Hauptversammlung selbst. Im Tiefgeschoss des Konferenzzentrums CityCube wurde von VW bzw. von jeder VW-Tochter jeweils ein Modell vorgestellt &ndash; bei allen Pkw-Marken (VW, Skoda, SEAT, Bentley, Bugatti, Lamborghini und Porsche) waren dies jeweils SUVs (mit Benzin- oder Diesel-Motoren). Die Kleinaktion&auml;re n&auml;herten sich den Modellen and&auml;chtig. Einige von ihnen kletterten in einzelne Modelle hinein oder reichten auch mal ihre Kids hoch zu einem gigantischen Scania-Truck. Immer wieder huschten dann VW-Mitarbeiter herbei, um mit sauberem Tuch den Lack neu auf Hochglanz zu polieren. Bei den in der Halle pr&auml;sentierten neuen Pkw-Modellen liegen die offiziellen CO-2-Werte in der N&auml;he von 200 Gramm je Kilometer. Das ist mehr als das Doppelte des ab 2020 g&uuml;ltigen EU-Grenzwerts. Die Testwerte, die unabh&auml;ngige Motorsport-Bl&auml;tter ermitteln, liegen in der Regel nochmals deutlich h&ouml;her. Die VW-Tochter SEAT hat 2018 eine neue Marke mit der Bezeichnung CUPRA geschaffen. Sie tritt in der Werbung und im &ouml;ffentlichen Auftritt autonom auf &ndash; ohne Verweis auf (oder ein Logo von) SEAT bzw. VW. Laut Gesch&auml;ftsbericht &bdquo;spricht CUPRA vor allem Autoliebhaber an und steht f&uuml;r Einzigartigkeit, Hochwertigkeit und Leistung.&ldquo; So das neue Cupra-Modell Ateca. Die Eigenwerbung betont exakt das Gegenteil von Verantwortung; gefeiert wird Egozentrik: &bdquo;Wir bauen ein Auto f&uuml;r Deinen ganz eigenen Weg. Setz Dir Ziele. Keine Grenzen. Cupra Ateca. Create your own path&ldquo;. Die CO-2-Werte des Ateca liegen offiziell bei 166 g\/km; laut Fahrbericht in <em>AutoBild<\/em> (vom 11.1. 2019) sind es 198 g\/km. <\/p><p>Im Gesch&auml;ftsbericht wird auf Seite 7 dar&uuml;ber berichtet, dass man &bdquo;70 neue Modelle unserer Marken&ldquo; im abgelaufenen Jahr auf die Stra&szlig;e gebracht habe. Damit habe man &bdquo;Wert geschaffen&ldquo;. Namentlich genannt werden die Modelle &bdquo;Touareg, T-Roc, Skoda Kodiaq und Karoq, SEAT Arona und Audi Q8&ldquo;. Auch hier handelt es sich nur um schwergewichtige SUVs mit zum Teil extrem hohen CO-2-Werten. <\/p><p>Kommt dann die Wende ab 2020? Diess schreibt im Gesch&auml;ftsbericht: &bdquo;Bis 2025 bringen wir 50 neue Elektromodelle auf die Stra&szlig;e. Jedes vierte Auto in unserem Angebot soll dann ein Stromer sein.&ldquo; Das hei&szlig;t jedoch zugleich: Die &uuml;berwiegende Mehrheit der neuen Modelle sind auch im Zeitraum 2020 bis 2025 Pkw mit traditionellem Antrieb. Wobei &bdquo;Angebot&ldquo; mit neuen E-Pkw-Modellen nicht identisch ist mit dem Verkauf derselben. Im Jahr 2025 wird beim Verkauf lediglich ein E-Pkw-Anteil von rund 20 Prozent angepeilt. <\/p><p>Das gilt auch f&uuml;r China. Diess wurde auf der Hauptversammlung selbst mehrmals, so auch von mir, gefragt, ob VW denn die 10-Prozent-Quote f&uuml;r Elektroautos, die in China bereits seit dem 1. Januar 2019 gilt, einhalten k&ouml;nne. Diess antwortete ausweichend. F&uuml;r 2020 erwarte man, rund 400.000 Elektro-Pkw in China produzieren und absetzen zu k&ouml;nnen. Das w&auml;ren knapp 10 Prozent der 2018 in China verkauften VW-Pkw. Im Umkehrschluss l&auml;uft das darauf hinaus, dass 2019 diese Marge, die bereits vor zwei Jahren angek&uuml;ndigt wurde, nicht eingehalten wird. Und dass entsprechende Strafgelder f&auml;llig werden. Diese sind jedoch von der Konzernf&uuml;hrung fest eingeplant. Sie mindern die enormen Profite, die VW in China erzielt, nur unwesentlich. Laut VW-Gesch&auml;ftsbericht 2018 bereitet sich &bdquo;VW darauf vor, [&hellip;] im Jahr 2025 rund 1,5 Millionen New Energy Vehicles in China ausliefern zu k&ouml;nnen.&ldquo; (S.44). Das w&auml;re beim erwarteten Wachstum des gesamten Absatzes weniger als ein Drittel des gesamten VW-Absatzes im genannten Jahr. <\/p><p>Damit ist exakt das umschrieben, was ich in anderen Beitr&auml;gen, <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50701\">so auf den NachDenkSeiten<\/a>, schrieb: Selbst VW als selbst ernannter Vorreiter der Elektromobilit&auml;t versteht die E-Autos als eine <em>Erg&auml;nzung<\/em>, als ein Obendrauf, zum normalen Angebot. Und als Bestandteil einer in sich stringenten Strategie, <em>insgesamt die Pkw-Dichte weiter zu erh&ouml;hen<\/em> &ndash; vor allem mit immer mehr Stadtautos.<\/p><p>Wobei in Europa alle Elektromodelle, die entwickelt werden, bei einem Preis von 30.000 Euro und einem Gewicht von knapp zwei Tonnen beginnen. Eine der Protestreden auf der Hauptversammlung hielt die Fridays-for-Future-Sch&uuml;lerin Clara Maver. Sie kritisierte darin zu Recht, dass diese Form der VW-Elektromobilit&auml;t dadurch charakterisiert sei, dass &bdquo;die Autos immer gr&ouml;&szlig;er und immer schwerer&ldquo; w&uuml;rden. Der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Stiftung Ethecon, Niklas Hoves, ging noch einen Schritt weiter: &bdquo;Nach dem Dieselskandal kann jetzt noch ein Kobaltskandal kommen. Denn die f&uuml;r die Batterien n&ouml;tigen Rohstoffe sorgen f&uuml;r eine genauso schlechte Klimabilanz. Anstatt noch mehr Autos zu bauen, fordern wir den radikalen Ausbau des &ouml;ffentlichen Verkehrs.&ldquo; Wolfgang Lohbeck, der seit vielen Jahren als Experte f&uuml;r die Greenpeace &ndash; eine Umweltorganisation, die &bdquo;eigentlich&ldquo; stark auf E-Pkw setzt &ndash; aktiv ist, unterstrich diese Kritiken im Interview mit der <em>S&uuml;ddeutschen Zeitung<\/em> (15.5.) wie folgt: &bdquo;Die Ausschlie&szlig;lichkeit auf die E-Mobilit&auml;t zu setzen, halte ich f&uuml;r falsch. Das Urproblem ist das Gewicht; die Masse muss runter. [&hellip;] Auch &Ouml;kostrom ist weder &acute;sauber&acute; noch umsonst.&ldquo; Im &Uuml;brigen lie&szlig;en sich &bdquo;nach dem Stand der Technik heute kleine, leichte Wagen mit real 1,5 Litern Benzin oder Diesel durch die Stadt bewegen, das w&uuml;rde 30 bis 40 Gramm CO-2 entsprechen. Und au&szlig;erdem ginge das viel schneller als das Warten auf Elektromobilit&auml;t.&ldquo; <\/p><p>In eine vergleichbare Richtung argumentierte auf der Hauptversammlung ein Aktion&auml;r. Er berichtete, er fahre seit vielen Jahren ein Audi-Modell, das inzwischen mehr als 350.000 km auf dem Buckel habe und &uuml;ber die gesamte Zeit hinweg auf einen durchschnittlichen Verbrauch von weniger als 4 Liter komme. Doch das interessierte die VW-Vorstandsmitglieder und VW-Aufsichtsr&auml;te auf dem Podium nicht. Denn Autos, die man jahrzehntelang f&auml;hrt und die wenig Sprit verbrauchen, bringen keinen Profit.<\/p><p>Dass ein kriminelles Vorgehen und eine auf Egozentrik abzielende Unternehmenspolitik sich durchaus in hohen Profiten auszahlen k&ouml;nnen, verdeutlichte eben diese Hauptversammlung. Bislang, so teilte der VW-Vorstand mit, habe man &bdquo;rund 30 Milliarden Euro&ldquo; f&uuml;r die &bdquo;Bew&auml;ltigung&ldquo; des Abgasskandals aufgewandt. Das entspricht drei kompletten Jahresgewinnen. Dennoch lag der Jahresgewinn 2018 mit 12,153 Milliarden Euro (nach Steuern) auf Rekordniveau. Dabei wird der Abgasskandal im Gesch&auml;ftsbericht weiterhin nicht als solcher bezeichnet. Hier ist lediglich die Rede von einer &bdquo;Dieselproblematik&ldquo; (S.92ff). Betont wird, dass VW &bdquo;nur nach US-amerikanischem Recht unzul&auml;ssige Ver&auml;nderungen von Teilen der [Motoren-] Software&ldquo; vorgenommen h&auml;tte. Betont wird des weiteren, dass &bdquo;kein Vorstandsmitglied&ldquo;, also auch nicht Ex-VW-Chef Martin Winterkorn! &ndash; zu diesem Zeitpunkt [als die US-Beh&ouml;rden den Skandal aufdeckten; W.W.] [&hellip;] Kenntnis von der Entwicklung und Implementierung dieser Softwarefunktionen&ldquo; hatten. <\/p><p>Gegen&uuml;ber der &Ouml;ffentlichkeit in Deutschland wird suggeriert: Es handelte sich um eine Art Kavaliersdelikt. Offensichtlich sind die Lungen der Menschen in Deutschland und im &uuml;brigen Europa wesentlich stabiler als diejenigen in den USA. Schlie&szlig;lich verkehren hierzulande Modelle aus dem VW-Konzern, die VW in Nordamerika wegen massiver Beeintr&auml;chtigung der menschlichen Gesundheit aus dem Verkehr ziehen musste. <\/p><p>Ein Kavaliersdelikt? Im selben Gesch&auml;ftsbericht kann man &ndash; wenn auch im Kleingedruckten auf Seite 177 &ndash; lesen, dass VW ein &bdquo;Schuldanerkenntnis im Hinblick auf drei nach US-amerikanischen Bundesrecht strafbare Handlungen&ldquo; zugestimmt hat&ldquo;. Dabei geht es erstens um &bdquo;Verschw&ouml;rung zur Begehung von Betrug&ldquo;, zweitens um &bdquo;Behinderung der Justiz&ldquo; und drittens um die &bdquo;Verwendung von Falschaussagen zur Einfuhr von Fahrzeugen in die USA&ldquo;.<\/p><p>Die Beschuldigungen, mit denen die VW-Tochter Audi in S&uuml;dkorea konfrontiert wird, unterstreichen noch deutlicher die kriminelle Energie, mit der VW handelte. Hier gilt als belegt, dass VW\/Audi bei den nach S&uuml;dkorea exportierten Audi-Modellen &bdquo;die Kilometerz&auml;hler zur&uuml;ckdrehten&ldquo;, dass die &bdquo;Fahrgestellnummern gef&auml;lscht&ldquo; und die &bdquo;Testprotokolle der Abgas- und Verbrauchsmessungen gezielt manipuliert&ldquo; wurden (<em>Handelsblatt<\/em> vom 21. April 2019). Diess behauptete auf der Hauptversammlung, man kooperiere &uuml;berall mit den Untersuchungsbeh&ouml;rden; VW stehe &bdquo;zu seiner Verantwortung&ldquo;. Das liest sich im <em>Handelsblatt<\/em> wie folgt: &bdquo;Als ein Gericht in Seoul Johannes Thammer [dem Audi-Landeschef in S&uuml;dkorea; W.W.] den Prozess machen wollte, reiste der Audi-Chef aus S&uuml;dkorea aus. Warum? [&hellip;] Audi &auml;u&szlig;ert sich nicht. Sprecher De Graeve sagt lediglich, das Unternehmen habe Thammer aufgefordert, mit den koreanischen Beh&ouml;rden zu kooperieren. Allerdings: &acute;Herr Thammer hat uns mitgeteilt, dass er nicht reise- und verhandlungsf&auml;hig ist.&acute; Zu einem Gerichtstermin im M&auml;rz in Seoul erschien er nicht.&ldquo; (23. April 2019) <\/p><p>In den USA darf VW seit Juni 2017 nur noch unter der Kontrolle eines &bdquo;unabh&auml;ngigen Compliance Auditors&ldquo;, dem Rechtsanwalt Larry Thompson, agieren. VW-Chef Diess stellte dies in seiner Er&ouml;ffnungsrede auf der Hauptversammlung als eine Art konstruktive Hilfe dar, um bei VW &bdquo;transparente Verh&auml;ltnisse&ldquo; zu schaffen. Das <em>Handelsblatt<\/em> schreibt dann allerdings unverbl&uuml;mt, dass es sich hier um einen &bdquo;US-Aufseher&ldquo; handeln w&uuml;rde, dass Thompson &bdquo;bis ins Fr&uuml;hjahr 2020 planm&auml;&szlig;ig &uuml;ber VW wachen&ldquo; w&uuml;rde, dass auch eine &bdquo;Verl&auml;ngerung des Mandats&ldquo; denkbar sei &ndash; und dass &bdquo;allein VW f&uuml;r die Kosten f&uuml;r die Arbeit von Thompson und seinem Team&ldquo; aufzukommen habe, die &bdquo;bei Dutzenden Millionen Dollar im Jahr&ldquo; liegen d&uuml;rften (<em>Handelsblatt<\/em> vom 22. M&auml;rz 2019). <\/p><p>Gab es in der Geschichte der Weltbranche Auto jemals eine vergleichbare Dem&uuml;tigung eines Autokonzerns durch eine &bdquo;fremde&ldquo; Staatsmacht? Ja, wenn auch nur ein einziges Mal! Wobei es auch damals VW betroffen und kriminelle Aktivit&auml;ten des VW-Top-Managements im Spiel waren: Mitte der 1990er Jahre musste VW am Ende der Aff&auml;re um den abgeworbenen General-Motors-Spitzenmanager Jos&eacute; Ignacio L&oacute;pez klein beigeben und einem dem&uuml;tigenden Schuldeingest&auml;ndnis zustimmen.[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] Zu diesem Zeitpunkt war Ferdinand Piech VW-Chef und f&uuml;r den L&oacute;pez-Skandal verantwortlich. Als VW Anfang der Nuller Jahre in den USA die Kampagne &bdquo;Clean Diesel&ldquo; startete, die sich heute als Ausgangspunkt von Dieselgate erweist, war Piech immer noch VW-Chef bzw. ab 2002 VW-Aufsichtsratschef. Jedoch, siehe oben: Er und alle anderen Top-Manager bei VW hatten &bdquo;keine Kenntnis von der Entwicklung und Implementierung&ldquo; der Betrugssoftware. Auch wenn der langj&auml;hrige VW-Herrscher Ferdinand Piech sich nach dem Auffliegen von Dieselgate aus dem operativen Gesch&auml;ft (und teilweise auch als Gro&szlig;aktion&auml;r) zur&uuml;ckgezogen hat, d&uuml;rfte Hans Michel Piech, der auf der Hauptversammlung am vergangenen Dienstag als Aufsichtsrat pr&auml;sent war, die Interessen der Familie Piech wahren.[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] <\/p><p>Im &Uuml;brigen ist es mit der Transparenz beim Thema Dieselskandal nicht weit her. Das Thema wird konzernintern in einem &bdquo;Sonderausschuss Dieselmotoren&ldquo; behandelt, wobei den Vorsitz in diesem Ausschuss Wolfgang Porsche, also ein Vertreter des VW-Gro&szlig;aktion&auml;rs Porsche, innehat. Der umfassende Bericht zum VW-Dieselskandal in den USA, den der Monitor Thompson am 30. M&auml;rz 2018 vorlegte, wird, so steht es im VW-Gesch&auml;ftsbericht 2018, &bdquo;nicht ver&ouml;ffentlicht&ldquo;.<\/p><p>Am Ende der VW-Hauptversammlung war mit der Best&auml;tigung der Spitzenpositionen im Konzern klar: Im VW-Konzern wird eine Mannschaft um Diess und P&ouml;tsch, die aufs Engste mit dem Dieselskandal verbunden ist, den alten Weg fortsetzen. Und dieser Weg hei&szlig;t: allein der Profit z&auml;hlt. In den Worten von Diess: &bdquo;Ebit macht frei&ldquo; (siehe meine Rede auf der Hauptversammlung).<\/p><p>Titelbild: Volkswagen AG<\/p><p><strong>Anhang: Winfrieds Wolfs Rede auf der VW-Hauptversammlung am 14. Mai 2019<\/strong><\/p><p><strong>Uiguren, Ebit und der &bdquo;Clean-Diesel&ldquo;-Betrug<\/strong><\/p><p>Die Herren auf dem Podium sitzen erh&ouml;ht &ndash; sie w&auml;hnen sich gewisserma&szlig;en auf hohem Ross mit vielen Pferdest&auml;rken. Und nat&uuml;rlich wollen sie aus dieser H&ouml;he am liebsten nach vorne schauen &ndash; auf noch gr&ouml;&szlig;ere Gewinne, vor allem auf solche mit e-mobility. Ich erlaube mir jedoch drei Blicke zu drei Ereignissen zur&uuml;ck, wobei ich jeweils drei Fragen &ndash; also insgesamt neun Fragen &ndash; stelle.[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]<\/p><p><strong>1. Abschaltvorrichtungen an Motoren aus dem VW-Konzern<\/strong><\/p><p>Es gibt weiter diese krasse Diskrepanz: In den USA zahlte VW mehr als 25 Milliarden US-Dollar Strafgelder und Entsch&auml;digungen im Rahmen des Diesel-Skandals. Dort gesteht der Konzern auch ein, <em>bewusst gegen geltendes Recht versto&szlig;en<\/em> zu haben. Das hei&szlig;t, der Konzern leistet Bu&szlig;e und geht im B&uuml;&szlig;ergewand. Doch dort, wo der VW-Konzern seine Heimat hat, pr&auml;sentiert sich das Unternehmen wie ein Unschuldiger. <\/p><p>Dabei geh&ouml;rt das Personal, das hier oben thront, zu einem gr&ouml;&szlig;eren Teil zum System Winterkorn-Piech. Ausgerechnet ein Hans-Dieter P&ouml;tsch wurde im November 2015 zum Aufsichtsratschef gek&uuml;rt &ndash; auf das ma&szlig;gebliche Betreiben der Eignerfamilien Porsche und Piech. P&ouml;tsch war in der gesamten hei&szlig;en Zeit des &bdquo;Clean-Diesel-Betrugs&ldquo; von Januar 2003 bis Oktober 2015 im VW-Konzern Teil der Winterkorn-F&uuml;hrung. <\/p><p>Es ist grotesk, wenn Manager aus dem Mittelbau als Verantwortliche f&uuml;r den Diesel-Skandal ihren Kopf hinhalten m&uuml;ssen und teilweise zu hohen Gef&auml;ngnisstrafen verurteilt wurden &ndash; so der Manager Oliver S. von VW of America &ndash; und gleichzeitig Herr P&ouml;tsch als Winterkorn- und Piech-Vertrauter an die Spitze des Aufsichtsrats bef&ouml;rdert wird.<\/p><p>Meine ersten drei Fragen lauten:<\/p><p><em>Erstens<\/em>, gerichtet an Herrn P&ouml;tsch: Stimmen Sie der Einsch&auml;tzung des Journalisten Claas Tatje in der Wochenzeitung &bdquo;Die Zeit&ldquo; zu, wonach Sie &bdquo;ein ganz entscheidendes Rad im Getriebe der Maschine des damaligen Vorstandschefs Martin Winterkorn&ldquo; waren &ndash; und damit als Aufsichtsratschef, der ja den Abgas-Skandal aufarbeiten muss, eigentlich eine ziemliche Fehlbesetzung sind? [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]<\/p><p><em>Zweitens<\/em>, gerichtet an die Herren P&ouml;tsch und Herbert Diess: Halten Sie weiter die Behauptung aufrecht, von den betr&uuml;gerischen Abschaltvorrichtungen nichts gewusst zu haben, obgleich Herr J&uuml;rgen Resch von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) bereits im Februar 2011 beim Kraftfahrzeugbundesamt vorstellig wurde und dar&uuml;ber informierte, dass es im Motor EA 189 im VW Passat Euro 6 eine solche manipulative Vorrichtung gab? <\/p><p><em>Drittens<\/em>, erneut an die beiden Herren gerichtet: Falls Sie nun als Schutzbehauptung vorbringen, Sie h&auml;tten die Bedeutung der Deutschen Umwelthilfe damals noch nicht erkannt, zitiere ich hilfsweise das Blatt <em>Autobild<\/em> vom 14. Februar 2014. Dort konnten 350.000 Leser zur Kenntnis nehmen, dass &ndash; ich zitiere &ndash; inzwischen &bdquo;Steuerger&auml;te [in den Motoren] erkennen, wenn eine Messfahrt vorliegt&ldquo;, dass dann diese &bdquo;Motoren sparen&ldquo;, was sie jedoch &bdquo;nur auf dem Pr&uuml;fstand [tun], wenn wenig Leistung gefordert wird.&ldquo; <\/p><p>W&auml;hrend also Herr Resch Sie vier Jahre vor Dieselgate &uuml;ber den Abgasbetrug in Ihrem Konzern informierte, war das Zitat aus <em>AutoBild<\/em> immerhin in diesem Blatt mit Massenauflage rund eineinhalb Jahre vor dem &ouml;ffentlichen Aufploppen von Dieselgate zu finden. <\/p><p>Meine Frage kann auch verk&uuml;rzt lauten wie folgt: &bdquo;Wenn Sie, die Herren Diess und P&ouml;tsch, schon Herrn Resch nicht wahrnehmen, lesen Sie wenigstens Autobild?&ldquo;<\/p><p><strong>Zum Komplex China<\/strong><\/p><p>Der aktuelle VW-Chef Herbert Diess wurde im April 2019 im Rahmen der Schanghaier Automesse danach gefragt, ob er Kenntnis zur Lage der Uiguren habe. Also zur Verfolgung und zur Inhaftierung von Hunderttausenden Uiguren in Internierungslagern. Sie, Herr Diess, haben auf diese Frage des BBC-Reporters Robin Brant geantwortet mit &bdquo;Ich kann das nicht beurteilen&ldquo;. Und: Sie w&uuml;ssten &ndash;&bdquo;nicht, was mit der Frage gemeint&ldquo; sei. Angesichts der Tatsache, dass VW ein Werk in der Provinz Xinjiang, dem Zentrum des Uiguren-Gebiets, errichtet hat, meine drei Fragen, die alle an Herrn Diess gerichtet sind:<\/p><p><em>Erstens<\/em>: Hat VW das genannte Werk in der Provinz Xinjiang als Gef&auml;lligkeit gegen&uuml;ber der chinesischen F&uuml;hrung errichtet und ist das VW-Engagement damit, wie die Vertreter der Uiguren im Exil dies sehen, ein Teil der Befriedungs- und Unterdr&uuml;ckungsstrategie der F&uuml;hrung in Peking?<\/p><p><em>Zweitens<\/em>: Hat die 180-Grad-Wende von VW pro Elektro-Pkw damit zu tun, dass China f&uuml;r den VW-Konzern der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt ist, dass dort seit dem 1. Januar 2019 die 10-Prozent-Pkw-Quote gilt? Geht es also gar nicht ums Klima und CO-2, sondern schlicht nur um China und den Profit?<\/p><p><em>Drittens<\/em>: K&ouml;nnen Sie ann&auml;hernd sagen, wie viele Elektroautos VW im laufenden Jahr 2019 in China produzieren respektive verkaufen wird, wie nahe Sie dabei an die abverlangte 10-Prozent-Quote kommen? Nach meiner Rechnung m&uuml;ssten Sie im laufenden Jahr 400.000 E-Pkw in China verkaufen, wozu Sie nicht die Kapazit&auml;ten haben d&uuml;rften.[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>] Anders gefragt: Wie hoch sind die Strafgelder &ndash; die &bdquo;credits&ldquo;, die Sie 2019 in China daf&uuml;r zahlen m&uuml;ssen, dass Sie diese 10-Pozent-Quote deutlich verfehlen?<\/p><p><strong>Zum Komplex Ebit<\/strong><\/p><p>Herr Herbert Diess sagte am 12. M&auml;rz 2019 nach der VW-Bilanzpressekonferenz und im Rahmen der traditionellen Information f&uuml;r die VW-F&uuml;hrungscrew &bdquo;Ebit macht frei&ldquo;. Das sagten Sie, Herr Diess, in Ihrer Rede gleich mehrmals. Es ist absolut klar, dass Ihnen, Herr Diess, das nicht so herausgerutscht ist, dass Sie das gezielt und bewusst so formuliert haben. <\/p><p>Sie wussten nat&uuml;rlich auch, dass damit der Bezug hergestellt wird zu dem h&ouml;hnischen Spruch, der &uuml;ber dem Eingangstor zum KZ Auschwitz angebracht war: &bdquo;Arbeit macht frei&ldquo;. Viele unter den Managern, die Ihre Rede h&ouml;rten, verstanden dies und waren fassungslos &uuml;ber Ihren Zynismus. Auch die Reaktionen in Bl&auml;ttern wie &bdquo;Wall Street Journal&ldquo; und &bdquo;Financial Times&ldquo; waren f&uuml;r VW vernichtend.<\/p><p>Dazu meine letzten drei Fragen: <\/p><p><em>Erstens<\/em>. Ist Ihnen, Herr Diess, klar, dass nicht nur diese Ihre Aussage uns&auml;glich war, sondern dass auch Ihre so genannte Entschuldigung keine Entschuldung ist? Sie plapperten &uuml;ber eine &bdquo;sehr ungl&uuml;ckliche Wortwahl&ldquo; und Sie sagten dann w&ouml;rtlich: &bdquo;Sollte ich damit unbeabsichtigt Gef&uuml;hle verletzt haben, tut mir das au&szlig;erordentlich leid.&ldquo; <\/p><p>Ich stelle hier fest: Sie haben nicht &bdquo;unbeabsichtigt Gef&uuml;hle verletzt&ldquo;. Sie nahmen mit erkennbarer Absicht die Gef&uuml;hle der Nachkommen der Auschwitz-Opfer ins Visier und Sie verh&ouml;hnten diese Menschen.<\/p><p><em>Zweitens<\/em>. Ist Ihnen, Herr Diess, bewusst, dass es hier nicht nur den Bezug zu dem eher fernen Ort Auschwitz gibt, sondern dass genau dort, wo Sie an diesem 12. M&auml;rz 2019 sprachen, in Wolfsburg, dem vormaligen Fallersleben, viele Tausend Zwangsarbeiter f&uuml;r VW der systematischen Vernichtung durch Arbeit ausgesetzt waren? Dass Prof. Dr. Ferdinand Porsche, der Unternehmensf&uuml;hrer des VW-Werks in der Nazi-Zeit, <em>pers&ouml;nlich<\/em> aktiv war, um Zwangsarbeiter aus dem KZ Auschwitz f&uuml;r VW zu gewinnen und dass der Lagerkommandant des KZ Auschwitz, Rudolf H&ouml;&szlig;, sich positiv &uuml;ber die diesbez&uuml;gliche gute Zusammenarbeit zwischen der KZ-Lagerleitung in Auschwitz und Ferdinand Porsche als Werkschef bei VW Fallersleben &auml;u&szlig;erte.[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]<\/p><p>Womit ich bei der letzten Frage bin, die sich an den Aufsichtsratsvorsitzenden P&ouml;tsch und an den Aufsichtsrat und Sozialdemokraten Stefan Weil als Vertreter des Gro&szlig;aktion&auml;rs, des Landes Niedersachsen, richtet: Sind die skandal&ouml;sen &Auml;u&szlig;erungen von Herrn Herbert Diess nicht ein Grund, diesen umgehend aus seiner Position als VW-Chef zu entfernen?<\/p><p>Ich bedanke mich f&uuml;r Ihre Aufmerksamkeit.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Im Sommer 1993 hatte der VW-Konzern ein halbes Dutzend Top-Manager von GM und der damaligen GM-Tochter Opel abgeworben. Deren Spitzenmann war Jos&eacute; Ignacio L&oacute;pez, der sich selbst und seine spanisch-baskische Truppe als &bdquo;Krieger&ldquo; bezeichnete. Diese <em>Wirtschaftskrieger<\/em> hatten bei ihrem Wechsel zu VW &bdquo;kistenweise geheime GM-Unterlagen&ldquo; mitgenommen (Stern 50\/1996). Der &bdquo;Wirtschaftskrieg&ldquo; eskalierte. L&oacute;pez und Top-Vertreter von VW mussten jahrelang US-Boden meiden, um nicht eine Verhaftung zu riskieren. Am Ende stand die Kapitulation von VW: L&oacute;pez wurde zum Verlassen des VW-Konzerns gezwungen. VW musste f&uuml;r eine Milliarde US-Dollar Bauteile von GM beziehen. Ein einziger Mann aus der L&oacute;pez-Truppe hatte sich im Konzern halten k&ouml;nnen: Francisco Javier Garcia Sanz, im Vorstand verantwortlich f&uuml;r &bdquo;Beschaffung&ldquo;. Er schied am 12. April 2019 aus der Konzernleitung aus.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] 52,2 Prozent der Stimmrechte (und 30,8 Prozent des gezeichneten Kapitals) des VW-Konzerns werden von der Porsche Automobil Holding kontrolliert. Diese Holding wiederum befindet sich mehrheitlich im Eigentum der Familien Porsche und Piech. Diese Familien wiederum hatten in den Gr&uuml;ndungsjahren von VW in der Zeit der NS-Diktatur f&uuml;hrende Funktionen inne. Siehe die Rede von Winfried Wolf auf der Hauptversammlung.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Direkt vor meiner Rede &ndash; ich stand bereits am Pult vor dem Mikrofon &ndash; wurde vom Versammlungsleiter und zugleich Aufsichtsratsvorsitzendem, Hans Dieter P&ouml;tsch, die Redezeit von 10 Minuten auf 5 Minuten gek&uuml;rzt. Entsprechend sprach ich &ndash; nach einer kurzen Einleitung, die weitgehend dem ersten Abschnitt im wiedergegebenen Text entspricht, dann nur zu den Punkten 2 = China und 3 = &bdquo;Ebit macht frei&ldquo;. Im Folgenden wird als Dokumentation die gesamte (geplante) Rede wiedergegeben, also einschlie&szlig;lich des ersten Punktes zu &bdquo;Dieselgate&ldquo;.<br>\nGenerell erfolgten die Redezeitk&uuml;rzungen extrem willk&uuml;rlich bzw. latent politisch gezielt. Direkt nach den langatmigen Einleitungen von P&ouml;tsch (f&uuml;r den Aufsichtsrat) und Diess (als VW-Chef), die zusammen mehr als 1,5 Stunden dauerten, durften die ersten vier Redner ohne jegliches Zeitlimit reden &ndash; es waren ausschlie&szlig;lich Vertreter von Kleinaktion&auml;ren; deren Reden nahmen teilweise mehr als 20 Minuten in Anspruch. Es folgte dann eine K&uuml;rzung auf 10 Minuten, als die ersten politischen Wortbeitr&auml;ge &bdquo;drohten&ldquo; (und dann auch stattfanden). Und dann gab es die erw&auml;hnte K&uuml;rzung direkt vor meinem Beitrag. Weitere 4-5 Beitr&auml;ge nach mir wurde die Redezeit dann noch auf 3 Minuten gek&uuml;rzt. <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] In: Zeit-online vom 29. August 2018<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Die &bdquo;Volkswagen Group China&ldquo; lieferte 2018 in China 4.207.000 Kraftfahrzeuge aus. Diese Zahl beinhaltet auch die Importe. Die Produktion von VW-Modellen in China selbst lag dabei bei 4.116.000 Einheiten. Die 10%-Quote bedeutet also, dass VW 2019 auch im Fall einer (m&ouml;glichen; sich aktuell abzeichnenden) Stagnation gut 400.000 Elektro-Fahrzeuge ausliefern muss. Daf&uuml;r hat VW zumindest im laufenden Jahr nicht die Kapazit&auml;ten, weswegen Strafgelder &ndash; &bdquo;credits&ldquo; &ndash; f&auml;llig werden. Angaben zum Absatz in China nach: &bdquo;Mit Tempo in Richtung Zukunft&ldquo;, Gesch&auml;ftsbericht Volkswagen 2018, S.45.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] In dem Werk &bdquo;Das Volkswagenwerk und seine Arbeiter im Dritten Reich&ldquo;, verfasst von Hans Mommsen mit Manfred Grieger (D&uuml;sseldorf 1996), sind auf mehr als 1000 Seiten viele wichtige Fakten festgehalten, die den engen Zusammenhang zwischen VW-Werk, NS-F&uuml;hrung, Kriegsproduktion und nicht zuletzt dem Einsatz von vielen Zehntausenden Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern dokumentieren. Allerdings wird in diesem Zusammenhang die pers&ouml;nliche Verantwortung von Prof. Ferdinand Porsche (&bdquo;Unternehmensf&uuml;hrer&ldquo;) und Dr. Anton Piech \/&ldquo;stellvertretender Unternehmensf&uuml;hrer&ldquo;) &ndash; deren Enkel und Urenkel heute wieder die entscheidenden Gro&szlig;aktion&auml;re bei VW respektive Porsche sind &ndash; weitgehend ausgeblendet. Es war Otto K&ouml;hler, der in einer anderen Ver&ouml;ffentlichung zu VW das gezielte Verschweigen der Verantwortung der Familien Porsche und Piech f&uuml;r NS-Gr&auml;uel und VW-Zwangsarbeit publik machte. So hei&szlig;t es auf Seite 908 im zitierten offiziellen Werk zu VW: &bdquo;Porsche nutzte pers&ouml;nliche Querverbindungen, um bevorzugt Arbeitskr&auml;fte zu bekommen&ldquo;. Damit war jedoch erstens die Zusammenarbeit von Ferdinand Porsche mit Rudolf H&ouml;&szlig;, dem Lagerkommandanten von Auschwitz, und das Anfordern von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern gemeint. Siehe: Otto K&ouml;hler, Das Volkswagenprojekt, Porsche und der Nationalsozialismus, in: Stefan Krull (Hrsg.), Volksburg &ndash; Wolfswagen. 75 Jahre Stadt des &bdquo;KdF-Wagen&ldquo; \/ Wolfsburg, Hannover 2013, S.103f.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Dienstag fand in Berlin die Hauptversammlung von Europas gr&ouml;&szlig;tem Automobilkonzern, der Volkswagen AG, statt. Dabei war auch <strong>Winfried Wolf<\/strong>, der sich f&uuml;r die NachDenkSeiten seine Gedanken zur Hauptversammlung, zur Volkswagen AG und deren neue Fokussierung auf die Elektromobilit&auml;t gemacht hat. Im Anhang zu Winfried Wolfs Bericht finden Sie auch die Rede, die Wolf als<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51744\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":51745,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,131,179,73],"tags":[2125,1565,379,2137,2126,1403,2061,1371],"class_list":["post-51744","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-oekonomie","category-schadstoffe","category-verkehrspolitik","tag-audi","tag-automobilindustrie","tag-china","tag-diesel","tag-elektromobilitaet","tag-konzentrationslager","tag-umweltverschmutzung","tag-volkswagen"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/190516_vw.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/51744","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=51744"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/51744\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":51797,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/51744\/revisions\/51797"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/51745"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=51744"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=51744"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=51744"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}