{"id":51957,"date":"2019-05-22T15:00:08","date_gmt":"2019-05-22T13:00:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51957"},"modified":"2019-05-22T15:57:00","modified_gmt":"2019-05-22T13:57:00","slug":"leserbriefe-zu-schande-ueber-dich-deutschland-und-deinen-anti-bds-beschluss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51957","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eSchande \u00fcber dich, Deutschland, und deinen Anti-BDS-Beschluss\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Der Beschluss des Bundestages vom 17. Mai, die Aktivit&auml;ten der Boykottbewegung BDS als antisemitisch einzustufen, und der Artikel &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51882\">Schande &uuml;ber dich, Deutschland, und deinen Anti-BDS-Beschluss<\/a>&rdquo; &uuml;ber diesen Vorgang rief zahlreiche gegens&auml;tzliche Leserreaktionen hervor, die wir nachfolgend ver&ouml;ffentlichen. Die Ruhe zu bewahren, wie in mehreren Leserbriefen angemahnt, ist wie so oft vielleicht die wichtigste Grundaussage.  Zusammengestellt von <strong>Moritz M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe NDS-Redaktion,<\/p><p>Bravo! Es geh&ouml;rt ja schon Mut dazu, <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51882\">diesen &auml;u&szlig;erst berechtigten Artikel<\/a> in Deutschland zu ver&ouml;ffentlichen!<\/p><p>Danke!<br>\nHelene+Ansgar Klein<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Moins,<\/p><p>da kann man nur mit Pink Floyd antworten:<\/p><p>We don&rsquo;t need no education<br>\nWe don&rsquo;t need no thought control<br>\nNo dark sarcasm in the classroom<br>\nTeachers leave them kids alone<br>\nHey! Teachers! Leave them kids alone<br>\nAll in all it&rsquo;s just another brick in the wall<br>\nAll in all you&rsquo;re just another brick in the wall<br>\n&hellip;<\/p><p>Eine echte Schande. Liebermann und Brechreiz f&auml;llt mir noch ein.<\/p><p>Als Erkl&auml;rung f&uuml;r diesen Vorgang kann vielleicht Folgendes erhellend wirken:<\/p><p>Ein Experiment (Quelle unbekannt &ndash; weitergeleitet durch Mitarbeiter der Daimler Benz AG, Werk Bremen):<\/p><p>Stecken Sie 5 Affen in einen K&auml;fig. H&auml;ngen Sie eine Banane an einem Seil unter die Decke und stellen Sie eine Trittleiter darunter. Sobald der erste Affe auf die Trittleiter klettert, um die Banane zu greifen, bespritzen Sie alle 5 Affen mit eiskaltem Wasser. <\/p><p>Wiederholen Sie diese Prozedur bei jedem Versuch eines Affen, die Banane zu ergreifen. Schon bald wird jeder Versuch eines Affen, die Banane zu greifen, von den anderen Affen vehement verhindert.<\/p><p>Stellen Sie das kalte Wasser ab, und benutzen Sie es nie wieder. <\/p><p>Ersetzen Sie einen der 5 urspr&uuml;nglichen Affen durch einen neuen Affen. Der Neuank&ouml;mmling wird von den anderen Affen heftig angegriffen, sobald er versucht, die Trittleiter zu erklimmen. Nach weiteren Versuchen lernt er, da&szlig; man bei jedem Versuch angegriffen wird.<\/p><p>Wiederholen Sie den 3. Schritt und ersetzen Sie einen weiteren Affen. Der erste neue Affe aus Schritt 3 wird den zweiten Neuank&ouml;mmling ebenfalls mit gro&szlig;em Enthusiasmus angreifen &ndash; obwohl er nicht wei&szlig;, welchen Sinn das hat.<\/p><p>Ersetzen sie schrittweise die restlichen urspr&uuml;nglichen Affen durch neue Affen. Achtung: Niemals zwei neue Affen gleichzeitig in den K&auml;fig setzen! Das k&ouml;nnte das Experiment scheitern lassen!<\/p><p>Nachdem alle urspr&uuml;nglichen Affen, die die Erfahrung mit eiskaltem Wasser machten, ersetzt wurden, sitzen nun ausschlie&szlig;lich Affen im K&auml;fig, die Verhaltensweisen angenommen haben, deren Gr&uuml;nde sie weder kennen noch verstehen. Sie verhalten sich von nun an gem&auml;&szlig; einer Tradition, obwohl die Gr&uuml;nde daf&uuml;r l&auml;ngst nicht mehr existieren.(<a href=\"https:\/\/economy4mankind.org\/shop\/leseprobe-1-2-5-verhinderer-das-affen-experiment\/\">economy4mankind.org\/shop\/leseprobe-1-2-5-verhinderer-das-affen-experiment\/<\/a>)<\/p><p>Sch&ouml;nen Tag und weitermachen<br>\nLG Joachim Sch&auml;fer<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Damen und Herren,<br>\n&nbsp;<br>\nich beziehe mich auf den Beitrag &bdquo;Schande &uuml;ber dich, Deutschland, und deinen Anti-BDS-Beschluss&rdquo;.<br>\n&nbsp;<br>\nSeit Jahren erleben wir eine einseitige Darstellung in den Massenmedien, wenn es um den Konflikt Israel-Pal&auml;stina geht. So sprach die Tagesschau von &ldquo;Zusammenst&ouml;&szlig;en&rdquo; w&auml;hrend der Proteste im Gaza-Streifen Ende M&auml;rz 2018. Die Bilanz sagt uns etwas ganz anderes.<\/p><p>Passend dazu werden israelkritische Vortr&auml;ge in Deutschland verhindert.<\/p><p>Nun also dieser Beschluss im Bundestag, und ich muss sagen, dass die Parteien, die dies verantworten f&uuml;r mich nicht mehr w&auml;hlbar sind.<br>\n&nbsp;<br>\nVielleicht folgende Erg&auml;nzung:<\/p><p>Ein gutes Gef&uuml;hl f&uuml;r den Einfluss der Israel-Lobby in den USA liefert eine 2-teilige Diskussion mit Chris Hedges. (&ldquo;On Contact&rdquo; finde ich generell empfehlenswert)<\/p><p>Thema ist eine 4-teilige Doku von Al Jazeera.<br>\n&nbsp;<br>\nDiskussion:<br>\n<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=uFYFNQbJbzE\">On Contact: The Lobby &ndash; USA<\/a><br>\n<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=nax1RWDAXOM\">On Contact: The Lobby &ndash; USA &ndash; Part 2<\/a><br>\n&nbsp;<br>\nDoku, 4 Teile zu jeweils 50 Minuten<br>\n<a href=\"https:\/\/electronicintifada.net\/content\/watch-film-israel-lobby-didnt-want-you-see\/25876\">electronicintifada.net\/content\/watch-film-israel-lobby-didnt-want-you-see\/25876<\/a><br>\nund<br>\n<a href=\"https:\/\/electronicintifada.net\/content\/watch-final-episodes-al-jazeera-film-us-israel-lobby\/25896\">electronicintifada.net\/content\/watch-final-episodes-al-jazeera-film-us-israel-lobby\/25896<\/a><br>\n&nbsp;<br>\n&nbsp;<br>\nEs gibt eine weitere Al Jazeera Doku zum Einfluss der Israel-Lobby in Gro&szlig;britannien, etwas mehr als 3 Stunden (gefunden &uuml;ber eine google-Suche)<br>\n<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=B9skpYJE2Tc\">&ldquo;The Lobby&rdquo; &ndash; Al Jazeera documentary exposing the Israeli Zionist Lobby<\/a><br>\n&nbsp;<br>\nGru&szlig; ans Team,<br>\nRoland Kuntz<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Redaktion, <\/p><p>einen Artikel mit einer solchen &Uuml;berschrift &uuml;berhaupt zu lesen, f&auml;llt mir ehrlich gesagt schwer. Wir haben genug Temperatur und Aggression scheint mir, daran hat es nie gemangelt &ndash; das tr&auml;gt aber keinesfalls zu einer zielf&uuml;hrenden Versachlichung bei. Nein? <\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e<br>\nJ&ouml;rg Sch&uuml;tze <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>&ldquo;Schuldgef&uuml;hle sind immer ein schlechter Ratgeber, diesmal erwiesen sie sich als ein besonders f&uuml;rchterlicher.&rdquo; <\/p><p>Sehr geehrte Damen und Herren, <\/p><p>ich bin Deutscher und zu der Auffassung gelangt, da&szlig; mit Schuldgef&uuml;hlen allenfalls gespielt und am empfindlichen moralischen Nerv der Bev&ouml;lkerung gezupft wird, solange es politischen Zielen nutzt, welche in der Regel mit eben jener Moral, mit Schuld und S&uuml;hne nichts zu tun haben. Manipulation, Manipulation, Manipulation. Ich glaube nicht, da&szlig;  Herr Scharping sich unruhig im Schlaf w&auml;lzt, weil er den Krieg im Kosovo bewu&szlig;t mit KZ-Schuldkomplexpropaganda an uns verkauft hat, ich glaube nicht, da&szlig; Merkel-Deutschland U-Boote an Israel verschenkt, weil es damit einer ethisch tiefsitzenden Schutzverpflichtung nachkommen will, und ich glaube auch nicht, da&szlig; die Kritik am Finanzwesen von Leuten in Politik und Medien als antisemitisch bezeichnet wird, weil diese sich schuldig oder generell dem Humanismus stark verpflichtet f&uuml;hlen. <\/p><p>Nikolaus, Osterhase, Moral in der Politik. Die einzigen, die das nicht begreifen, sind die Hauptadressaten dieser Angriffe auf ihr ethisches Grundger&uuml;st. <\/p><p>Die Verdrehung der Sprache und das propagandistische Ausschlachten des Begriffes Antisemitismus ist inzwischen ein reines Werkzeug geworden; ein Kampfbegriff; ein in sich geschlossenes, leicht durchschaubares Regelwerk zur Einrahmung und Durchsetzung verschiedenster Ziele. <\/p><p>Die Skrupellosigkeit dahinter reizt zum Brechen, es &auml;hnelt der emotionalen Ausbeutung einer sensiblen Person durch einen Machtmenschen, der die Schwachstellen seines Opfers kaltbl&uuml;tig analysiert und f&uuml;r seine Zwecke benutzt. Vielleicht reflexartig und affektiv, vielleicht aber auch &ndash; das Charakteristische der manipulativen Propaganda &ndash; ganz bewu&szlig;t. <\/p><p>Der tats&auml;chlichen Verpflichtung zu V&ouml;lkerverst&auml;ndigung, Friedenssicherung und Religionstoleranz l&auml;uft ein solcher Beschlu&szlig; nat&uuml;rlich zuwider, schon weil er illegitim (und d&uuml;mmlich) begr&uuml;ndet wird. Aber: who cares? Von denen, die diese Politik betreiben, sicher niemand. <\/p><p>Mit Schuld, ihrer Begleichung (sollte das heute noch n&ouml;tig sein, nachdem Israel sich anscheinend in allen Bereichen selbstverantwortlich, emanzipiert und stark gibt) und den daf&uuml;r notwendigen Vorraussetzungen &ndash; Vernunft und Ethik &ndash; hat das alles leider nicht mehr das Geringste zu tun. <\/p><p>Viel gewonnen w&auml;re, lie&szlig;e sich die Masse ihren moralischen Kompa&szlig; nicht mehr so leicht von au&szlig;en st&ouml;ren. Ich w&uuml;rde mir w&uuml;nschen, da&szlig; es in Zukunft Strafanzeigen wegen Verleumdung und Beleidigung hagelt, wenn wieder einmal jemand, der so weit wie nur denkbar dem Rassismus fernbleibt, als Antisemit beschimpft wird, nur weil er einer bestimmten politischen Meinung nicht folgen will. <\/p><p>Verr&uuml;ckt &ndash; Geschichte wiederholt sich, aber anders. <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nJohannes Bichler <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Nachdenkseitenmacher,<\/p><p>sobald es um Israel geht, kochen schnell auf allen Seiten die Emotionen hoch und ein differenzierter Blick auf die Realit&auml;t wird dabei unm&ouml;glich.<\/p><p>Ich m&ouml;chte deshalb versuchen, ein paar Punkte zu beleuchten, die in der Diskussion oft untergehen und vielleicht zum Nachdenken anregen k&ouml;nnen, und w&uuml;rde mich freuen, wenn sie mit diesem Beitrag auch eine abweichende Sicht zu Wort kommen lie&szlig;en.<\/p><p>Der <em>BDS-Beschluss<\/em> des Bundestags erscheint in vieler Hinsicht &ndash; und nicht nur als Angriff auf die Meinungsfreiheit &ndash; fragw&uuml;rdig.<\/p><p>Immer wenn mit gro&szlig;em Get&ouml;se marginale Probleme verhandelt werden, kann einen der Verdacht beschleichen, dass von den wirklichen Problemen, die anzugehen man entweder nicht willens oder in der Lage ist, abgelenkt werden soll.<\/p><p>So wichtig es ist, den Anf&auml;ngen zu wehren, so wenig d&uuml;rfte sich die BDS-Bewegung hierzulande als eine reale Bedrohung f&uuml;r Menschen j&uuml;dischen Glaubens oder die freiheitlich-demokratische Grundordnung darstellen. <\/p><p>Man kann sich auch fragen, weshalb die Arbeitsdefinition der Internationalen Allianz f&uuml;r Holocaust-Gedenken bem&uuml;ht werden muss, die so, wie sie hier zitiert wird, doch merkw&uuml;rdig schwammig daherkommt: &bdquo;eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass gegen&uuml;ber Juden ausdr&uuml;cken kann.&ldquo;<\/p><p>Sowohl das Bed&uuml;rfnis, sich hier auf eine wie auch immer geartete Autorit&auml;t zu st&uuml;tzen, als auch die Vagheit der Definition lassen bei mir u.a. die Frage aufkommen, wie ernsthaft es den Abgeordneten tats&auml;chlich um die Sache und vor allem um die betroffenen Menschen geht.<\/p><p>Auch dass die Sicherheit Israels als Teil der deutschen &bdquo;Staatsr&auml;son&ldquo; deklariert wird, erscheint sonderbar, wenn man sich die verschiedenen Definitionen von Staatsr&auml;son anschaut, wie sie z.B. bei Wikipedia nachzulesen sind.   <\/p><p>Zudem hat es auch einen sehr bitteren Beigeschmack, wenn sich der Bundestag anma&szlig;t, der BDS-Bewegung, und damit auch ihren israelischen und j&uuml;dischen Anh&auml;ngern, pauschal &bdquo;antisemitische Argumentationsmuster und Methoden&ldquo; zu unterstellen.<\/p><p>Trotzdem m&ouml;chte ich hier auch einige <em>kritische Bemerkungen<\/em> zu BDS anf&uuml;gen.<\/p><p>Ganz allgemein scheinen mir Boycott und Sanktionen ein Mittel zu sein, das, wenn es pauschal gegen einen Staat eingesetzt wird, fast immer die Falschen trifft (siehe aktuell Venezuela oder Syrien). <\/p><p>Gegen&uuml;ber Israel scheint die materielle Wirkung von BDS allerdings schon vorher zu verpuffen, da der Boycott durch den &Uuml;bereifer der religi&ouml;s oder von Schuldgef&uuml;hlen motivierten Israelfans gr&ouml;&szlig;tenteils wenn nicht sogar mehr als kompensiert wird.<\/p><p>Die tats&auml;chliche Wirkung in Israel besteht eher darin, dass das Gef&uuml;hl, von allen Seiten bedroht zu sein, noch einmal verst&auml;rkt wird. <\/p><p>Der Staat Israel wurde gegr&uuml;ndet, nachdem Millionen Juden in deutschen Konzentrationslagern ermordet worden waren, nachdem sich in fast allen europ&auml;ischen Staaten willige Helfer an der Entrechtung, Auslieferung und Ermordung beteiligt hatten, und nachdem die freie Welt die Aufnahme der Verfolgten fast durchweg abgelehnt hatte.<\/p><p>Und es sind zun&auml;chst einmal diese Staaten, die sich nach dem Krieg durch ihre Zustimmung zur Gr&uuml;ndung des Staates Israel ihrer Verantwortung zulasten der Pal&auml;stinenser entledigt haben.<\/p><p>Die Staatsr&auml;son des Staates Israel besteht darin, ein Zufluchtsort f&uuml;r Juden aus aller Welt zu sein, in dem die M&ouml;glichkeit zur Selbstverteidigung durch staatliche Gewalt garantiert wird.<\/p><p>Das Trauma des Holocaust ist in Israel nur zu lebendig, nicht nur unter den letzten &Uuml;berlebenden, sondern auch in den folgenden Generationen. Der Imperativ des Erinnerns erscheint angesichts der jahrhundertelangen Geschichte von Verfolgung und Vertreibung und des fatalen Vertrauens vieler deutscher Juden in die Zivilisiertheit der Deutschen selbst noch nach 1933 als &Uuml;berlebensnotwendigkeit. Vielleicht muss man eine Zeit lang in Israel gelebt haben, um das zumindest unterschwellig st&auml;ndig pr&auml;sente Gef&uuml;hl der Bedrohung in seiner ganzen Tragweite zu erfassen. Es zu ignorieren tr&auml;gt aber mit Sicherheit nicht zur L&ouml;sung des Nahostkonflikts bei.<\/p><p>Zu den Kernforderungen der BDS-Bewegung, wie sie z.B. <a href=\"http:\/\/bds-kampagne.de\/aufruf\/aufruf-der-palstinensischen-zivilgesellschaft\/\">auf der Seite der deutschen BDS-Kampagne<\/a> nachzulesen sind, geh&ouml;rt neben der Beendigung von &bdquo;Besetzung und Kolonisation allen arabischen Landes&ldquo; das &bdquo;Recht der pal&auml;stinensischen Fl&uuml;chtlinge, in ihre Heimat und zu ihrem Eigentum zur&uuml;ckzukehren&ldquo;.<\/p><p>Hier geht es ganz klar nicht um eine Zwei-Staaten-L&ouml;sung, sondern um die Aufl&ouml;sung des Staates Israel als j&uuml;discher Staat. Welcher Staat w&uuml;rde eine solche Infragestellung des eigenen Existenzrechts zulassen k&ouml;nnen? Wer w&auml;re in der Lage, die Sicherheit der j&uuml;dischen Israelis zu garantieren angesichts einer jahrzehntelangen leidvollen Geschichte und angesichts eines nach wie vor in der islamischen Welt grassierenden aggressiven, gr&ouml;&szlig;ten Teils aus Europa importierten Antisemitismus? Wer w&auml;re bereit, die dann zu erwartenden j&uuml;dischen Fl&uuml;chtlinge aufzunehmen?<\/p><p>So schmerzhaft es ist, aber der Gerechtigkeit gegen&uuml;ber den Pal&auml;stinensern kann auf diese Weise nicht Gen&uuml;ge getan werden.<\/p><p>Das R&uuml;ckkehrrecht betr&auml;fe nicht nur die damals Geflohenen, es betr&auml;fe auch ihre um ein Vielfaches zahlreicheren Nachkommen. Auch wenn man davon ausgehen kann, dass nicht alle vom R&uuml;ckkehrrecht Gebrauch machen w&uuml;rden, so kann doch niemand voraussagen, wie viele es letztendlich w&auml;ren. Ohne extreme soziale Verwerfungen, die in jedem Land den Frieden gef&auml;hrden w&uuml;rden, ist eine solche R&uuml;ckkehr schlechthin nicht vorstellbar. Das sollten uns die eigenen Schwierigkeiten mit der Integration einer prozentual vergleichsweise sehr geringen Anzahl von Fl&uuml;chtlingen mehr als deutlich machen.<\/p><p>Dieser Blick auf die eigene Realit&auml;t k&ouml;nnte vielleicht auch das Verst&auml;ndnis f&uuml;r die ungleich komplexere gesellschaftliche Situation in Israel erleichtern.<\/p><p>Die Basis der Rechtspopulisten rekrutiert sich dort, neben anderen benachteiligten Bev&ouml;lkerungsgruppen zu einem erheblichen Teil aus Einwanderern aus arabischen L&auml;ndern, die oft wenig Verst&auml;ndnis f&uuml;r die meist aus Europa eingewanderten Linken aufbringen, die sich in ihren Augen mehr um Gerechtigkeit gegen&uuml;ber den Pal&auml;stinensern als um Gerechtigkeit gegen&uuml;ber ihren eigenen Landsleuten k&uuml;mmern, und die im Zweifelsfall, wenn es hart auf hart kommt, noch einen zweiten Pass besitzen. Diese Ignoranz und oft auch Verachtung und Selbstgerechtigkeit vieler Linker ist es nicht zuletzt, die bei vielen einen Hass erzeugt, der alle Friedensappelle eines Gideon Levy verhallen l&auml;sst und vor allem eine Aussicht auf Frieden in weite Ferne r&uuml;ckt.<\/p><p>&bdquo;Eine mutige Gesellschaft l&auml;sst sich keine Angst machen&ldquo; sagt sich leicht f&uuml;r die Privilegierten, deren Existenz nicht gef&auml;hrdet ist, wenn es schief geht.<\/p><p>Deutschland hat unbezweifelbar eine moralische Verantwortung gegen&uuml;ber Israel und indirekt auch f&uuml;r die Pal&auml;stinenser. Mit blindem Gerechtigkeitseifer, egal in welche Richtung, werden wir dieser Verantwortung nicht gerecht werden k&ouml;nnen. Nur durch geduldiges Zuh&ouml;ren, Verstehenwollen und Vermitteln k&ouml;nnen wir einen Beitrag zu Frieden und Verst&auml;ndigung leisten.<\/p><p>Mit besten Gr&uuml;&szlig;en,<br>\nEmily Link<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe NDS-Redaktion,<\/p><p>vielen Dank f&uuml;r die &Uuml;bersetzung und Ver&ouml;ffentlichung des Kommentars von Gideon Levy &ldquo;Schande &uuml;ber dich, Deutschland, und deinen Anti-BDS-Beschluss&rdquo;.<\/p><p>Ich fasse es nicht! <\/p><p>Auf Antrag der FDP haben CDU\/CSU, SPD, AfD, FDP <strong>und sogar die Gr&uuml;nen (!)<\/strong> die gewaltfreie pal&auml;stinensische Bewegung BDS per Beschluss als antisemitisch bezeichnet und somit den Einsatz f&uuml;r Menschenrechte kriminalisiert!<\/p><p>Nachdem ich dies erfahren habe und auch wegen der Lekt&uuml;re des darauf folgenden Artikels &uuml;ber Assange, ging ich mit Wut im Bauch und Tr&auml;nen in den Augen hin und her durch unser Wohnzimmer. Dabei wurde mir klar:<\/p><p>Auch wenn diese ekelhafte Katze schon im Sack ist, m&ouml;chte ich mit Rolf Verleger (Co-Initiator der unteren Petition) Leserinnen und Leser der NDS dazu einladen, ihre Emp&ouml;rung &uuml;ber diesen besch&auml;menden Beschluss mit einer Unterschrift <a href=\"https:\/\/www.openpetition.de\/petition\/online\/wir-sagen-der-fdp-einsatz-fuer-menschenrechte-ist-nicht-antisemitisch\">auf open petition auszudr&uuml;cken<\/a>.<\/p><p><strong>M&ouml;ge eine gewaltige Welle der Entr&uuml;stung dort sichtbar werden!<\/strong><\/p><p>Nathalie Parent<\/p><p>PS: Danke Ihnen by the way, lieber Herr M&uuml;ller, f&uuml;r die regelma&szlig;ige Berichterstattung bzgl. Assange und Manning und ebenso f&uuml;r Ihr tatkr&auml;ftiges Engagement f&uuml;r die zwei! <\/p><p>PS2: Ich nutze die Gelegenheit, hier noch eine kleine Vermisstenanzeige durchzugeben.<\/p><p>Der 36-j&auml;hrige Ola Bini, Freund von Julian Assange wurde, am gleichen Tag wie letzterer in Ecuador verhaftet. Er sitzt seitdem in einer 8m&sup2; kleinen Zellen mit sechs anderen Menschen und einem Bett.<\/p><p>Ich hoffe zwar, dass die NDS bald &uuml;ber diesen anderen Skandal berichten werden, erlaube mir jedoch jetzt schon <a href=\"https:\/\/freeolabini.org\/de\/\">auf die Webseite <strong>Free Ola Bini!<\/strong> hinzuweisen<\/a>.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe NDS-Redaktion,<\/p><p>Ihr Artikel &ldquo;Schande &uuml;ber dich, Deutschland, und deinen Anti-BDS-Beschluss&rdquo; und das Mitwirken der Gr&uuml;nen dabei haben mich, wie Ihnen bereits geschrieben, sehr w&uuml;tend gemacht. An diesem Abend habe ich noch an meine Kontakte diese untere Mail geschickt, die ich Ihnen z.K. weiter leite.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<\/p><p>Nathalie Parent<\/p><p>Liebe alle,<\/p><p>diese Email rotiert schon lange in meinem Kopf, aber heute, nachdem ich von dem Beschluss des Bundestages am 17. Mai erfahren habe, den die Gr&uuml;nen mitgetragen haben, muss ich diesen Text endlich formulieren.<\/p><p>Diese Partei ist f&uuml;r mich schon lange nicht mehr w&auml;hlbar, aber heute ist bei mir das Fa&szlig; voll und ich kann nicht mehr umhin, an ein paar von ihren &ldquo;Fehltritten&rdquo; zu erinnern:<\/p><p>I.) Die Gr&uuml;nen und der Krieg:<\/p><p>Vor 20 Jahren, im Jahr 1999 begann der Kosovo-Krieg. Das war seit Kriegsende 1945 der erste militarische Einsatz der Bundeswehr au&szlig;erhalb Deutschland. Er wurde ohne Mandat der UNO gef&uuml;hrt und war v&ouml;lkerrechtswidrig. Es wurde sogar mit Uran-Munition geschossen! 30.000 mal!<\/p><p>Diesen Krieg verdanken wir rot-gr&uuml;n.<\/p><p>II.) Die Gr&uuml;nen und der Atomausstieg\/der Atomm&uuml;ll:<\/p><p>Die aus der Anti-Atom-Bewegung entstandenen Gr&uuml;nen helfen beim Abschalten der AKWs derzeit nicht weiter. Selbst die gr&uuml;nen Atomaufsichten in Baden-W&uuml;rttemberg, Niedersachsen (bis Ende 2017) und Schleswig-Holstein haben es in den vergangenen Jahren nicht geschafft, den dort laufenden AKW relevant Schwierigkeiten zu machen.<\/p><p>Herr Untersteller, ausgerechnet der gr&uuml;ne Umweltminister in Baden-W&uuml;rttemberg, hat sich ja mit R&uuml;ckendeckung von Ministerpr&auml;sident Kretschmann klar daf&uuml;r ausgesprochen, dass AKW-Abrissmaterial auf &ouml;ffentliche Deponien gekippt werden darf.<\/p><p>Auch hatte das gr&uuml;ne Staatsministerium kein Problem damit, die Atomm&uuml;ll-Transporte auf dem Neckar (!) zu genehmigen.<\/p><p>III.) Die Gr&uuml;nen und das Verhindern der Aufkl&auml;rung des Schwarzen Donnerstags in Stuttgart:<\/p><p>Unser Freund und mega engagierter B&uuml;rger, Dieter Reicherter, k&auml;mpft seit neun Jahren u.a. um Aktenansicht von Dokumenten zur Kommunikationsstrategie der DB bei Stuttgart 21. Er k&auml;mpft also seit neun Jahren gegen die Bahn und das gr&uuml;n gef&uuml;hrte Staatsministerium, das ihm das Rausr&uuml;cken von diesen Dokumenten verweigert&hellip;<\/p><p>bzw. verweigerte.<\/p><p>Denn diesen Monat hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ihm Recht gegeben und das Staatsministerium wird ihm diese Dokumente zug&auml;nglich machen m&uuml;ssen.<\/p><p>Dazu schrieb Dieter Reicherter Anfang Mai:<\/p><p>&ldquo;Insgesamt finde ich bedauerlich, dass das GR&Uuml;N gef&uuml;hrte Staatsministerium noch fast neun Jahre nach dem rechtswidrigen Polizeieinsatz im Schlossgarten immer noch meint, die Verantwortlichen der damals CDU-gef&uuml;hrten Landesregierung durch eine Blockadehaltung gegen&uuml;ber B&uuml;rgern sch&uuml;tzen und die Aufdeckung der Wahrheit verhindern zu m&uuml;ssen.&rdquo;<\/p><p>Wie oft hat frau und man von Kretschmann geh&ouml;rt, er wolle eine Politik &ldquo;auf Augenh&ouml;he&rdquo; mit uns B&uuml;rgerInnen?<\/p><p>IV.) Der gr&uuml;ne Stuttgarter OB und seine Enthaltung bei der 5G-Abstimmung am 9. Mai 2019:<\/p><p>&ldquo;Die Abstimmung war ein Schock: 26:26, keine Mehrheit gegen 5G. Damit war der Weg frei f&uuml;r den Telekom-Deal. Zwei Stadtr&auml;te\/-innen der Linken hatten vor dem Tagesordnungspunkt wegen einer Wahlveranstaltung den Saal verlassen, weil sie nichts vom Meinungsumschwung der SPD und einer m&ouml;glichen Mehrheit wussten! Der GR&Uuml;NE Oberb&uuml;rgermeister Fritz Kuhn h&auml;tte mit seiner Stimme noch die Mehrheit herstellen k&ouml;nnen, aber er enthielt sich.<\/p><p>Ausverkauf wurde beschlossen.&rdquo;<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.diagnose-funk.org\/publikationen\/artikel\/detail&amp;newsid=1406\">diagnose-funk.org\/publikationen\/artikel\/detail&amp;newsid=1406<\/a><\/p><p>V.) Die Gr&uuml;nen und die Kriminalisierung einer gewaltfreien Widerstandsbewegung in Pal&auml;stina:<\/p><p>Hierzu verweise ich erneut auf meine vorige Email: &ldquo;Schande &uuml;ber dich Deutschland!&rdquo;<\/p><p>VI.) Die Gr&uuml;nen und die Russlandhetze:<\/p><p>Auch dabei sind die Gr&uuml;nen ganz vorn. Einfach in Euren Recherchenmotor <em>Russlandhetze und Gr&uuml;ne<\/em> eingeben, dazu findet ihr genug Infos.<\/p><p>VII.) Die Gr&uuml;nen und CETA bzw. die Gr&uuml;nen und der Schutz der Konzerninteressen:<\/p><p>Die Gr&uuml;nen in Baden-W&uuml;rttemberg haben vor, dem Freihandelsabkommen CETA im Bundesrat zuzustimmen. Auch die hessischen Gr&uuml;nen haben k&uuml;rzlich beschlossen, im Bundesrat CETA zuzustimmen. Wann die Abstimmung im Bundesrat stattfinden wird ist noch nicht bekannt. Bis dahin ist noch Zeit f&uuml;r den Stop von CETA zu handeln, indem wir diesen &ouml;ffentlichen Appell an die GR&Uuml;NEN unterschreiben und verbreiten: <a href=\"http:\/\/www.ceta-im-bundesrat.de\">ceta-im-bundesrat.de<\/a><\/p><p>Und zum Schluss&hellip;<\/p><p>Die <em>FridaysForFuture<\/em> werden wom&ouml;glich den Gr&uuml;nen viele Stimmen bringen. So gro&szlig;artig ich diese Bewegung finde, dieser potentielle Nebeneffekt ist nicht nach meinem Geschmack, denn es ist sehr unwahrscheinlich, dass sich die Gr&uuml;nen auf einmal auf fr&uuml;here Werte zur&uuml;ck besinnen werden.<\/p><p>Danke f&uuml;r Eure Aufmerksamkeit und viele Gr&uuml;&szlig;e<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden Emailadressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Beschluss des Bundestages vom 17. Mai, die Aktivit&auml;ten der Boykottbewegung BDS als antisemitisch einzustufen, und der Artikel &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51882\">Schande &uuml;ber dich, Deutschland, und deinen Anti-BDS-Beschluss<\/a>&rdquo; &uuml;ber diesen Vorgang rief zahlreiche gegens&auml;tzliche Leserreaktionen hervor, die wir nachfolgend ver&ouml;ffentlichen. 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