{"id":52045,"date":"2019-05-25T11:45:54","date_gmt":"2019-05-25T09:45:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52045"},"modified":"2026-01-27T11:32:45","modified_gmt":"2026-01-27T10:32:45","slug":"wir-werden-verarscht-was-das-zeug-haelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52045","title":{"rendered":"\u201cWir werden verarscht, was das Zeug h\u00e4lt\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Ist Wasserstoff der Energietr&auml;ger der Zukunft? Ja, meint Autor Timm Koch. Im NachDenkSeiten-Interview f&uuml;hrt Koch aus, warum Wasserstoff als Energiespender eine echte Alternative sein kann und geht zugleich scharf mit der aktuellen Klimapolitik ins Gericht. Eine Politik, die sich tats&auml;chlich an den Interessen der Umwelt und dem Wohl der Menschen orientiere, finde nicht statt, weil tats&auml;chlicher Umweltschutz den Interessen &bdquo;&auml;u&szlig;erst m&auml;chtiger Institutionen&ldquo; entgegenstehe.<br>\nVon <strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Herr Koch, Bundeskanzlerin Merkel wurde lange als Kanzlerin gefeiert, die etwas f&uuml;r das Klima tut. Zu Recht?<\/strong><\/p><p>Merkel wurde in den Medien als Klimakanzlerin bezeichnet. So tituliere ich sie auch &ndash; allerdings mit G&auml;nsef&uuml;&szlig;chen, denn die sind  angebracht. W&auml;re die Lage nicht so ernst, k&ouml;nnte man in lautes Lachen ausbrechen. <\/p><p><strong>Wie ist das zu verstehen? <\/strong><\/p><p>Ich erinnere an Merkels Reise nach Brasilien im Jahre 2015 und ihre Ethanol-Deals zum Wohle des E10-Kraftstoffs.<\/p><p><strong>Und? <\/strong><\/p><p>Da f&auml;llt am Amazonas der Regenwald, damit bei uns die Autos Alkohol tanken, der aus Zuckerrohr destilliert wird. Das freut die Mineral&ouml;lkartelle, die das Gesch&auml;ft kontrollieren, ebenso wie die Agrokartelle &agrave; la Bayer-Monsanto, welche die Pestizide beisteuern. Ganz sicher profitiert nicht unser Klima und noch weniger die Artenvielfalt oder die Umwelt. Bei &bdquo;Bio&ldquo;-Sprit, &bdquo;Bio&ldquo;-Diesel und &bdquo;Bio&ldquo;-Gas sind wir ganz schnell beim Thema Wasserstoff angekommen. Den braucht man n&auml;mlich f&uuml;r die sogenannte Ammoniaksynthese nach dem Haber-Bosch-Verfahren.<\/p><p><strong>Das klingt kompliziert. <\/strong><\/p><p>Ja, Zeit f&uuml;r etwas Chemieunterricht, aber das, was ich jetzt anf&uuml;hre, ist wichtig, man muss es verstehen. <\/p><p><strong>Gut, kl&auml;ren Sie uns auf. <\/strong><\/p><p>Bei der Ammoniaksynthese nach dem Haber-Bosch-Verfahren verbindet sich Wasserstoff mit dem atmosph&auml;rischen Stickstoff, der knapp achtzig Prozent unserer Luft ausmacht. Aus Ammoniak wird Kunstd&uuml;nger gewonnen. Den kippt man dann auf die Felder, damit die Monokulturen sprie&szlig;en k&ouml;nnen. Etwa die H&auml;lfte des weltweit produzierten Wasserstoffs wird f&uuml;r die Ammoniaksynthese verbraucht. <\/p><p><strong>Wo ist jetzt das Problem? <\/strong><\/p><p>Bei dem Wasserstoff handelt es sich keinesfalls um den sogenannten &bdquo;gr&uuml;nen&ldquo; Wasserstoff, der per Elektrolyse aus regenerativen Energiequellen wie etwa Wind, Sonne oder Wasserkraft gewonnen wird. Vielmehr entsteht er zum allergr&ouml;&szlig;ten Teil per Kohle-, Erdgas- oder Erd&ouml;lreformation. Man zwackt ihn also diesen Kohlenwasserstoffen ab und erzeugt dabei Unmengen an CO2. <\/p><p><strong>Die F&ouml;rderung von Energiepflanzen&hellip;<\/strong><\/p><p>&hellip;, sei es nun heimischer Mais oder Raps oder indonesische &Ouml;lpalmen oder brasilianisches Zuckerrohr ist daher klimatechnisch ein absoluter Irrsinn, f&uuml;r skrupellose Gesch&auml;ftemacher indes hochinteressant. Das ist nur ein Aspekt von vielen. S&auml;mtliche Verfehlungen der kl&auml;glichen &bdquo;Klimakanzlerin&ldquo; aufzuz&auml;hlen, w&uuml;rde den Rahmen dieses Interviews sprengen.<\/p><p><strong>Sie sind dar&uuml;ber erz&uuml;rnt?<\/strong><\/p><p>Ja, bin ich. Denn f&uuml;r das Zeug, das uns als &bdquo;Bio&ldquo; verkauft wird, sterben ganz real die Orang-Utans genauso wie unsere Vogel- und Insektenwelt &ndash; und zwar ohne dass sich hierf&uuml;r das Klima erst wandeln muss. Wer jetzt noch Zweifel an Merkels Versagen hegt, der denke einfach an die unw&uuml;rdigen Szenen rund um den Hambacher Forst, wo die Regierung ihre Schergen auf die Klimasch&uuml;tzer hetzte oder an ihr Engagement f&uuml;r die Nordstream-Pipelines, jene gigantischen Schl&auml;uche f&uuml;r den Kohlenwasserstoff Erdgas, bei dessen Verbrennung immense Mengen CO2 entstehen. &ndash; Selbst wenn die Klimabilanz von Erdgas immer noch besser als die von Kohle ist &ndash; Zero-Emission sieht anders aus.<\/p><p><strong>Was h&auml;tte Merkel tun sollen, um tats&auml;chlich etwas f&uuml;r das Klima zu tun?<\/strong><\/p><p>Den Kohleausstieg auf den Sankt-Nimmerleins-Tag zu verschieben, war wohl schon mal keine so gute Idee. Auch ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) handwerklich schlecht gemacht. Wenn an einem windigen Tag die Sonne scheint, wird der Strom f&uuml;r Schleuderpreise ins Ausland exportiert. Teilweise zahlen wir den Nachbarl&auml;ndern sogar Geld daf&uuml;r, dass sie ihn abnehmen. Windr&auml;der werden aus dem Wind gedreht oder &bdquo;abgeregelt&ldquo;. Dieser Strom wird vom deutschen Verbraucher nat&uuml;rlich trotzdem bezahlt. Deshalb ist Elektrizit&auml;t bei uns ja so teuer. Uns wird dabei vorgegaukelt, &Ouml;kostrom k&ouml;nne nicht oder nur sehr schlecht gespeichert werden. Deshalb br&auml;uchten wir die Braunkohlekraftwerke, die in Wahrheit mit ihrem dreckigen Strom die Netze verstopfen. Stichwort Grundlastl&uuml;ge. Wenn auf der anderen Seite Player wie Greenpeace Energy hingehen und mittels Elektrolyseur auf Power-to-Gas setzen, also beispielsweise Windstrom in Form von Wasserstoff speichern, m&uuml;ssen sie den so teuer bezahlen, als w&auml;ren sie Endverbraucher. Auch die Fixierung staatlicher F&ouml;rderung auf die elenden Akku-Autos muss ein Ende haben. Die Batterietechnologie wird niemals in der Lage sein, die Sonne aus &ndash; sagen wir einmal &ndash; der Sahara zu &bdquo;ernten&ldquo;, um sie ins energiehungrige Europa zu schippern. Die Wasserstofftechnologie ist nach heutigem Stand der Technik aber durchaus dazu in der Lage. <\/p><p><strong>Sie m&ouml;chten, dass diese Technologie gef&ouml;rdert wird?<\/strong><\/p><p>Absolut.  Was wir brauchen, ist eine industrielle Massenfertigung von PEM-Brennstoffzellen und PEM-Elektrolyseuren. Hier brauchen wir gezielte staatliche F&ouml;rderungen. Momentan sind wir im Begriff, unseren technologischen Vorsprung auf diesem Gebiet an Japan, S&uuml;d-Korea und China zu verlieren. Was das f&uuml;r die Arbeitspl&auml;tze der Zukunft bedeutet, kann sich jeder unschwer vorstellen. <\/p><p><strong>Derzeit reden alle von Elektroautos. Das scheint die Zukunft. E-Mobilit&auml;t gleich saubere Umwelt, hei&szlig;t es. Oder ist das falsch?<\/strong><\/p><p>Ein Brennstoffzellenauto ist ein Elektroauto. Die Brennstoffzelle erzeugt elektrischen Strom. Wenn dieser emissionsfrei gewonnen wurde, so gewinnen wir eine saubere Umwelt und damit die Zukunft. Denkbar w&auml;re ein in die W&auml;gen integriertes System: Solarzelle-Elektrolyseur-Brennstoffzelle. Der Elektrolyseur k&ouml;nnte auch beim Bremsvorgang anspringen und so Strom in Wasserstoff umwandeln. Man tankt bis zu einem gewissen Ma&szlig; also nur noch Wasser.<\/p><p><strong>Die Mineral&ouml;lkartelle d&uuml;rften dar&uuml;ber aber nicht erfreut sein?<\/strong><\/p><p>Nat&uuml;rlich nicht. Durch Wasserstoff haben wir die Chance, die Macht der Fossilkartelle zu brechen und uns aus der Abh&auml;ngigkeit von diesen Kriminellen zu befreien. Dann wird es Zeit f&uuml;r eine historische und juristische Aufarbeitung deren Verbrechen an Mensch und Natur.<\/p><p><strong>Aber was st&ouml;rt Sie jetzt an den E-Autos?<\/strong><\/p><p>Die Schweinereien, mit denen man an die n&ouml;tigen Rohstoffe f&uuml;r die Hochvoltbatterien kommt, werden achselzuckend hingenommen. Elon Musk benimmt sich im Kongo wie ein K&ouml;nig Luitpold 2.0. Der Rest von der Bande, allen voran Herr Diess von VW, ist kaum besser. Das Akku-Auto erinnert mich ein bisschen an die Sache mit dem Gr&uuml;nen Punkt. Hier zahlt der Verbraucher f&uuml;r das Versprechen, dass seine Plastikverpackungen recycelt werden. In Wahrheit wird unser M&uuml;ll aber einfach als Rohstoff umdeklariert und nach Malaysia oder sonst ein verarmtes Land geschafft, um dann dort ins Meer gekippt zu werden. Anstatt ernsthaft die Probleme der menschlichen Gattung anzugehen, werden wir &ndash; entschuldigen Sie die drastische Wortwahl &ndash; verarscht, was das Zeug h&auml;lt.<\/p><p><strong>Sie sehen in der Verwendung von Wasserstoff unsere Zukunft. K&ouml;nnen Sie bitte unsere Leser, die mit der Thematik nicht vertraut sind, an sie heranf&uuml;hren. Was genau ist Wasserstoff? <\/strong><\/p><p>Wasserstoff steht mit dem Buchstaben H (Hydrogen) an prominenter, erster Stelle in unserem Periodensystem. Im Normalfall besitzt er neben dem Proton n&auml;mlich nur ein einziges Elektron. Er ist so reaktionsfreudig, dass er in seiner Reinform in der Natur nicht atomar vorkommt, weil er mit sich selbst reagiert und so das ber&uuml;hmte H2 Molek&uuml;l bildet, das wir unter anderem von der Verbindung H2O (Wasser) her kennen. Man sch&auml;tzt, dass etwa 75% der Materie unseres Universums aus Wasserstoff bestehen. Wahrscheinlich hat bereits Paracelsus den Stoff im 16. Jahrhundert entdeckt. Seitdem fasziniert er wegen seiner vielf&auml;ltigen Anwendungsm&ouml;glichkeiten die Wissenschaft. <\/p><p><strong>Warum sollte Wasserstoff als Treibstoff verwendet werden? <\/strong><\/p><p>&bdquo;Wasser ist die Kohle der Zukunft&ldquo;, schrieb Jules Verne bereits 1874 in seinem Buch DIE GEHEIMNISVOLLE INSEL. &bdquo;Die Energie von morgen ist Wasser, das durch elektrischen Strom zerlegt worden ist. Die so zerlegten Elemente des Wassers, Wasserstoff und Sauerstoff, werden auf unabsehbare Zeit hinaus die Energieversorgung der Erde sichern.&ldquo; Treffender h&auml;tte ich es nicht formulieren k&ouml;nnen. Diese Zukunft, die der franz&ouml;sische Vorreiter des Science-Fiction-Romans visualisierte, hat soeben begonnen.<\/p><p><strong>Wie ist der Stand der Entwicklung? <\/strong><\/p><p>Technisch gesehen k&ouml;nnten wir schon heute loslegen mit unserem Weg in die Wasserstoffgesellschaft. Vor allem die Forschungen von Professor Peter Wasserscheid an den LOHC (liquid organic hydrogen carrier)-Verfahren haben uns einen gro&szlig;en Schritt nach vorne gebracht. Hierin wird Wasserstoff per Katalyse chemisch in ein W&auml;rmetr&auml;ger&ouml;l eingelagert und kann umgekehrt per Katalyse dort auch wieder herausgezaubert werden. Diese Substanz l&auml;sst sich im Pfandflaschensystem immer wieder verwenden, ist weder explosiv noch leicht entz&uuml;ndlich und birgt den riesigen Vorteil, dass wir mit ihr die bestehende Infrastruktur aus Tankern, Pipelines, Tankstellen, etc. nutzen k&ouml;nnten. Wasserscheid und sein Team wurden mit ihrem Projekt 2018 f&uuml;r den  Deutschen Zukunftspreis nominiert. P&uuml;nktlich zum Beginn der Kattowitz-Klimakonferenz hat der Ex-Lakai vom Gasprom-Mann Gerhard Schr&ouml;der, Bundespr&auml;sident Walter Steinmeier, ihm den Preis nicht verliehen.<\/p><p><strong>Vor welchen Problemen stehen diejenigen, die Wasserstoff breitfl&auml;chig verwendet sehen m&ouml;chten?<\/strong><\/p><p>Der f&uuml;r die Gesellschaft w&uuml;nschenswerte Effekt einer Dezentralisierung des Energiesektors ist Gift f&uuml;r die Konzerne. Wenn jedermann den Sonnenstrom auf seinem Dach per Elektrolyseur in Form von Wasserstoff speichern kann, um ihn bei Bedarf r&uuml;ckzuverstromen, sein Haus damit heizt oder sein Auto damit betankt, werden auch dem Staat die Einnahmen aus der Mineral&ouml;lsteuer genauso fehlen wie die Abgaben auf Elektrizit&auml;t. Das Interesse der Weltgemeinschaft, den Klimawandel zu stoppen und zuk&uuml;nftigen Generationen eine Welt zu hinterlassen, in der ein Leben, wie wir es kennen, auch weiterhin m&ouml;glich ist, steht also diametral gegen die Interessen einiger &auml;u&szlig;erst m&auml;chtiger Institutionen.<\/p><p><strong>Welche Herausforderungen gibt es noch?<\/strong><\/p><p>Geopolitisch gesehen werden Staaten wie Russland oder Saudi-Arabien, die ihr Wirtschaftsmodell fast vollst&auml;ndig auf die Ausbeutung fossiler Energietr&auml;ger ausgerichtet haben, in schwere Turbulenzen geraten, wenn das auf dem Pariser Klimaschutzgipfel erkl&auml;rte Ziel einer Zero-Emission-Welt Wirklichkeit wird. Es ist zu &uuml;berlegen, wie diese Staaten mitgenommen werden k&ouml;nnen in die neue Zeit. Die Produktion &bdquo;gr&uuml;nen&ldquo; Wasserstoffs kann auch hier Teil der L&ouml;sung sein. Das energiehungrige Europa wird nicht in der Lage sein, seinen Bedarf aus eigener Kraft mit Erneuerbaren zu decken. Die &bdquo;Verspargelung&ldquo; unserer Landschaften ist ja jetzt bereits hart am Limit. Russland mit seinen gro&szlig;en Fl&uuml;ssen und die Arabische Halbinsel mit ihrer Sonne k&ouml;nnen da sehr von Hilfe sein.<\/p><p><strong>Sie sehen im Wasserstoff eine echte Alternative. Aber: Wie realistisch ist es, dass diese Technologie irgendwann tats&auml;chlich so zum Einsatz kommt, wie Sie es sich vorstellen?<\/strong><\/p><p>ch bin &uuml;berzeugt, dies ist keine Frage des Ob, sondern des Wann. Die Menschheit hat begriffen, dass wir nicht weitermachen k&ouml;nnen wie gehabt. Mit der Wasserstofftechnologie k&ouml;nnen wir alle Bequemlichkeiten erhalten, die uns bisher die fossile Energie beschert hat. Denken wir nur einmal daran, dass Airbus bereits im Jahr 2000 fertige Pl&auml;ne f&uuml;r das Projekt &bdquo;Cryoplane&ldquo; hat anfertigen lassen. Flugzeugd&uuml;sen m&ouml;gen Wasserstoff lieber als Kerosin, weil er absolut sauber verbrennt. &bdquo;Cryoplane&ldquo; sollte als Treibstoff auf &ndash; 253&deg;C heruntergek&uuml;hlten Fl&uuml;ssigwasserstoff in seinen Tanks transportieren. Wegen des hohen Tankvolumens w&uuml;rden 30% Abstriche an entweder der Passagierzahl oder der Reichweite f&auml;llig werden. Daf&uuml;r k&ouml;nnte man dann hinfliegen, wohin man wollte, ohne das Klima zu belasten. Die heutigen Flieger blasen ja tragischerweise ihr sch&auml;dliches Kohlendioxid genau dorthin, wo es am meisten wehtut: in unsere Atmosph&auml;re! &bdquo;Cryoplane&ldquo; verschwand in den Schubladen mit dem Argument, dass auf absehbare Zeit nicht gen&uuml;gend &bdquo;gr&uuml;ner&ldquo; Wasserstoff verf&uuml;gbar sein w&uuml;rde, damit das Projekt klimatechnisch Sinn mache. Je mehr Aufkl&auml;rung wir in der Bev&ouml;lkerung erreichen, desto realistischer wird Jule Vernes Vision der Wasserstoffzukunft. <\/p><p><strong>Von welchem Zeitraum reden wir &uuml;berhaupt? <\/strong><\/p><p>Wenn wir an den rasant verlaufenen Siegeszug des Smartphones auf unserer globalisierten Welt denken, sehen wir, wie schnell sich eine technische Entwicklung durchsetzen kann, wenn alle an einem Strang ziehen. Die Zukunft ist jedenfalls noch nicht geschrieben. The future is unwritten. Je schneller wir den Weltenbrand austreten, desto besser.<\/p><p><strong>Sie befassen sich immer wieder mit unserer Umwelt. Wie dramatisch ist die Lage auf unserem Planeten? <\/strong><\/p><p>Wir leben in einer Zeit, in der kriminelle Industriesyndikate mit ihren politischen Helferlein die Lebensgrundlagen von Mensch, Tier, Pflanze und Pilz systematisch zerst&ouml;ren. Allein wenn ich das Wort &bdquo;Milliard&auml;r&ldquo; h&ouml;re, werde ich aggressiv. Diese sch&auml;dlichen Individuen mit ihrer Profitgier sind ein Problem. Wasserstoff allein wird nicht ausreichen, ihrem Treiben ein Ende zu setzen. Wie w&auml;re es mit einer globalen 100%-Steuer auf Verm&ouml;gen von &ndash; sagen wir mal &ndash; &uuml;ber einer Million Dollar? Mehr braucht ja wohl niemand zum Leben. &ndash; Das w&auml;re doch mal einen Versuch wert, um so die Ausbeutung unserer Ressourcen, der Mitmenschen und der Tiere einzud&auml;mmen. Diese Steuer durchzusetzen w&auml;re mal eine lohnenswerte Aufgabe f&uuml;r die UNO. Mit dem so erwirtschafteten Geld k&ouml;nnte man eine Menge B&auml;ume pflanzen und vielen Menschen Zugang zur Wasserstofftechnologie erm&ouml;glichen. Ich bin &uuml;berzeugt, die &uuml;berw&auml;ltigende Mehrheit der Menschheit f&auml;nde diese Idee gut.<\/p><p><em>Lesetipp: Koch, Timm: Das Supermolek&uuml;l. Wie wir mit Wasserstoff die Zukunft erobern. Westend Verlag. 2. Mai 2019. 176 Seiten. 18 Euro. <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist Wasserstoff der Energietr&auml;ger der Zukunft? Ja, meint Autor Timm Koch. Im NachDenkSeiten-Interview f&uuml;hrt Koch aus, warum Wasserstoff als Energiespender eine echte Alternative sein kann und geht zugleich scharf mit der aktuellen Klimapolitik ins Gericht. 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