{"id":52127,"date":"2019-05-28T08:22:33","date_gmt":"2019-05-28T06:22:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52127"},"modified":"2019-05-28T08:22:33","modified_gmt":"2019-05-28T06:22:33","slug":"hinweise-des-tages-3375","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52127","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52127#h01\">AKK<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52127#h02\">Europawahl<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52127#h03\">Linken-Chefin Kipping &ndash; &ldquo;Ich werde nicht kandidieren&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52127#h04\">SPD-Linke stellt Bedingungen f&uuml;r Fortsetzung der GroKo<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52127#h05\">Einmarsch mit halber Truppenst&auml;rke<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52127#h06\">Assange: Es ging um ungesch&uuml;tzten Verkehr<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52127#h07\">Italien, die EU und Salvini<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52127#h08\">Some lessons from the political campaigning literature<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52127#h09\">Politikberater &uuml;ber etablierte Parteien: Kein Verst&auml;ndnis f&uuml;r den digitalen Raum<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52127#h10\">Die neue Lateinamerika-Initiative<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52127#h11\">US-Regierung greift Lebensmittelversorgung in Venezuela an<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52127#h12\">Deutsche Staatsanw&auml;lte nicht unabh&auml;ngig genug<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52127#h13\">The conflict to come in the South China Sea<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52127#h14\">Ex-FP&Ouml;-Chef Strache hat durch Vorzugsstimmen Anspruch auf ein EU-Mandat<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>AKK<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>AKK und die Meinungsfreiheit &ndash; Wirre Gedanken einer Wahlverliererin<\/strong><br>\nAnnegret Kramp-Karrenbauer denkt &ouml;ffentlich dar&uuml;ber nach, &bdquo;klare Meinungsmache vor einer Wahl&ldquo; zuk&uuml;nftig einzuschr&auml;nken. Das ist ein Appell wider die Meinungsfreiheit und der Vorsitzenden einer demokratischen Partei unw&uuml;rdig.<br>\nSchlecht geschlafen? Kann passieren nach so einer Wahlschlappe. Etwas von der Rolle, &uuml;berm&uuml;det und verzweifelt? Alles menschlich. Aber dann sollte man weite B&ouml;gen um Ansammlungen von Mikrofonen und Kameras machen und sich nicht vor sie stellen und wirre Gedanken in sie hineinreden.<br>\nDie CDU Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer sagte am heutigen Montag nach Gremiensitzungen der CDU mit Bezug auf das verh&auml;ngnisvolle Youtube-Video gegen die Parteien der Gro&szlig;en Koalition und die AfD: Wenn 70 Zeitungsredaktionen vor einer Wahl dazu aufriefen, nicht CDU oder SPD zu w&auml;hlen, w&uuml;rde dies als &bdquo;klare Meinungsmache vor einer Wahl&ldquo; eingestuft. Man m&uuml;sse daher dar&uuml;ber reden: &bdquo;Was sind Regeln aus dem analogen Bereich und welche Regeln gelten auch f&uuml;r den digitalen Bereich?&ldquo; In der Debatte m&uuml;ssten auch die Auswirkungen auf die Demokratie eine Rolle spielen.<br>\nVerzeihung, werte Frau Vorsitzende, aber an diesen Bemerkungen stimmt gar nichts. Sie entbehren von Anfang bis Ende jeder Logik und Stringenz. &bdquo;Klare Meinungsmache vor einer Wahl&ldquo;, das soll nicht gehen? Aber nat&uuml;rlich geht das! Im Prinzip k&ouml;nnten sich nat&uuml;rlich auch 70 Zeitungsredaktionen vor einer Wahl davon abraten, diese oder jene Partei zu w&auml;hlen. Nur, weil das so direkt in Deutschland (im Unterschied etwa zu Gro&szlig;britannien) nicht gemacht wird, hei&szlig;t das nicht, dass es in diesem &bdquo;analogen Bereich&ldquo; diese M&ouml;glichkeit nicht g&auml;be. Doch. Es gibt sie. Jeden Tag. Vor Wahlen ebenso wie nach Wahlen. Immer. M&ouml;glicherweise nicht im Saarland. Im Rest der Republik schon.<br>\nDie Trennung von analogem und digitalem Bereich, Totholz hier und Netz dort, ist obendrein kompletter Unfug, weil die Zeitungen ihre Inhalte l&auml;ngst auch digital verbreiten. Der eigentliche Klops aber ist der unausgesprochene, aber insinuierte Appell, unbotm&auml;&szlig;igen Youtubern mit einem Millionenpublikum vor Wahlen die Meinungsfreiheit einzuschr&auml;nken.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/innenpolitik\/annegret-kramp-karrenbauer-akk-meinungsfreiheit-youtube?fbclid=IwAR3oaiNCkmBc-MNSnphCeX4GPejDb1ij5wg4rKFIOgVHQgFRLqmm5oehqlw\">Cicero<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Annegret Kramp-Karrenbauer scheint sich neuerdings in Sachen Meinungs- und Pressefreiheit an Victor Orban zu orientieren. Solche &bdquo;Gedanken&ldquo; sind das beste Argument gegen jegliche technische Vorrichtungen, mit denen der Staat die digitale Kommunikation filtern kann. Denn wenn die M&ouml;glichkeiten erst einmal geschaffen sind, werden sie auch genutzt. Das machte Kramp-Karrenbauer nun klar. Klar ist auch, dass die CDU damit den Kampf um die Stimmen der U50-Generation offenbar aufgegeben hat. Denn wer die Kritik an Uploadfiltern und kritische YouTube-Videos mit der Beschneidung der Meinungsfreiheit im digitalen Raum beantworten will, hat nichts, aber auch gar nichts, verstanden. Nach der SPD zerlegt sich momentan die CDU in einem atemberaubenden Tempo.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Kramp-Karrenbauer erw&auml;gt Regulierung von Meinungs&auml;u&szlig;erungen<\/strong><br>\nCDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat als Reaktion auf die Anti-CDU-Videos von Rezo und weiteren Youtubern &uuml;ber eine Regulierung von Meinungs&auml;u&szlig;erungen im Netz vor Wahlen nachgedacht. Sie begr&uuml;ndete dies mit der Sorge vor Auswirkungen derartiger Aufrufe auf die Demokratie&hellip;<br>\nKramp-Karrenbauer sagte am Montag nach Gremiensitzungen der CDU, wenn 70 Zeitungsredaktionen vor einer Wahl dazu aufriefen, nicht CDU oder SPD zu w&auml;hlen, w&uuml;rde dies als &bdquo;klare Meinungsmache vor Wahl&ldquo; eingestuft. Man m&uuml;sse dar&uuml;ber reden: &bdquo;Was sind Regeln aus dem analogen Bereich und welche Regeln gelten auch f&uuml;r den digitalen Bereich.&ldquo; In der Debatte m&uuml;ssten auch die Auswirkungen auf die Demokratie eine Rolle spielen.<br>\nKramp-Karrenbauer gibt Fehler zu<br>\nKramp-Karrenbauer r&auml;umte Fehler im Umgang mit den Youtube-Videos ein. Die CDU habe dies &bdquo;sehr langsam und sehr sp&auml;t diskutiert&ldquo;, sagte sie. &bdquo;Das ist nicht das Handling, das man im Wahlkampf zeigen muss.&ldquo; Die CDU m&uuml;sse einen Weg finden, mit &bdquo;asymmetrischer Wahlkampfmobilisierung&ldquo; umzugehen&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.haz.de\/Nachrichten\/Politik\/Deutschland-Welt\/Reaktion-auf-Rezo-Kramp-Karrenbauer-erwaegt-Regulierung-von-Meinungsaeusserungen\">Hannoversche Allgemeine<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkungunseres Lesers H.S.:<\/strong> Schwer getroffen und unf&auml;hig sich zu wehren mutiert die CDU mit AKK nun zu einer verfassungsfeindlichen Organisation.<\/em><br>\n<strong><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Verfassungsfeindlichkeit\">Zitat wikipedia<\/a>:<\/strong><\/p>\n<blockquote><p>\nAls verfassungsfeindlich bezeichnet man Personen oder Organisationen, deren Ziele oder Ideen sich gegen grundlegende Verfassungswerte richten.\n<\/p><\/blockquote>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong> AKK spricht hier von &bdquo;asymetrischer Wahlkampfmobilisierung&ldquo;. Wobei sie wohl an &bdquo;asymetrische Kriegsf&uuml;hrung&ldquo; denkt. Das ist Quatsch. Die CDU h&auml;tte sehr wohl die M&ouml;glichkeit gehabt, auf Rezo&rsquo;s Video mit gleichen Mitteln, n&auml;mlich mit Argumenten, &ouml;ffentlich zu reagieren. Sie hat es nicht getan, offenbar aus Mangel an Gegenargumenten. Denn Rezo hatte gut recherchiert. Jetzt will AKK Kritik an Parteien kurz vor den Wahlk&auml;mpfen verbieten. Traurig. So ganz abwegig ist AKK&lsquo;s Anspielung auf asymmetrische Kriegsf&uuml;hrung aber vielleicht doch nicht:  Im Guerillakrieg hat die milit&auml;risch unterlegene Partei meist die ideologisch besseren Argumente und ist in der Bev&ouml;lkerung verwurzelt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Artenschutz f&uuml;r CDU und SPD?<\/strong><br>\nAKK will Meinungsfreiheit von YouTubern &uuml;berpr&uuml;fen. Ein rechtlicher Kommentar.<br>\nKronprinzessin AKK offenbarte auf einer Pressekonferenz interessante Einblicke in ihr Verst&auml;ndnis von Medienfreiheit. Als sie h&ouml;rte, es h&auml;tten sich &uuml;ber 70 Youtuber zusammengeschlossen, habe sie sich gefragt, was eigentlich los w&auml;re, w&uuml;rden 70 Redaktionen aufrufen, CDU und SPD nicht zu w&auml;hlen. Man m&uuml;sse pr&uuml;fen, inwiefern Regeln aus der analogen auch f&uuml;r die digitale Welt g&auml;lten, berichten diverse Medien.<br>\nOffenbar glaubt die Spitzenpolitikerin, dass es f&uuml;r Redaktionen in der analogen Welt solche &ldquo;Regeln&rdquo; g&auml;be. Das ist aber nicht der Fall. Jede Redaktion darf zum Boykott der CDU und SPD aufrufen, jedenfalls solange sie nicht f&uuml;r ein &ouml;ffentlich-rechtliches Rundfunkhaus arbeitet.<br>\nPresse- und Rundfunkfreiheit<br>\n(&hellip;) Die gedruckte Presse jedoch darf gegen die Parteien wettern, ohne dass es hier besondere Regeln zu beachten g&auml;be. Die Pressegesetze der Bundesl&auml;nder verpflichten die Redaktionen lediglich auf die freiheitliche demokratische Grundordnung und auf Einhaltung etwa von Sorgfaltspflichten, Jugendschutz, Verbot von Schleichwerbung usw.. Ansonsten unterliegt die Freiheit der Presse nur den Beschr&auml;nkungen, die durch das Grundgesetz zugelassen sind, etwa dem Verbot von Beleidigung, &uuml;bler Nachrede, usw.. Stellungnahmen und meinungsbildende Beitr&auml;ge sind im Gegenteil sogar ausdr&uuml;cklich gew&uuml;nscht. Die Rechtsprechung mutet in Wahlkampfzeiten Politikern sogar erh&ouml;hte Nehmerqualit&auml;ten zu&hellip;<br>\nLex AKK wohl verfassungswidrig<br>\nEs spricht allerdings viel daf&uuml;r, dass ein solches Gesetz verfassungswidrig w&auml;re, da es in den Wesensgehalt des Artikel 5 Abs. 1 des Grundgesetzes eingreifen w&uuml;rde. Denn fundamentaler Sinn und Zweck des Artikel 5 Abs. 1 GG ist die Kritik an der Obrigkeit, wie sie den Deutschen in bitterster Zeit verwehrt war. Eine Entscheidungshilfe zur vornehmsten B&uuml;rgerpflicht, n&auml;mlich der Wahl oder Abwahl der Regierungsparteien, ist ausdr&uuml;cklich erw&uuml;nscht.<br>\nRezo hat dem Grundgesetz genau das Geschenk gemacht, das es vor 70 Jahren bestellt hat.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/news\/Artenschutz-fuer-CDU-und-SPD-4433562.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Europawahl<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Die Wahl zum Europ&auml;ischen Parlament in Deutschland am 26. Mai 2019<\/strong><br>\nIm Vorfeld wurde die Wahl zum Europ&auml;ischen Parlament zu einer &raquo;Schicksalswahl&laquo; ausgerufen (1). Die darauf aufbauenden Wahlstrategien gingen an wesentlichen Grundstimmungen in der Gesellschaft vorbei, die sich am ehesten als verallgemeinerter &raquo;Zweifel&laquo; begreifen lassen (2). Die Orientierung auf die EU als &raquo;Bollwerk gegen Nationalismus&laquo; verdeckte, dass viele B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger weit mehr von der EU erwarten. Von diesen Erwartungen konnten vor allem die Gr&uuml;nen profitieren (3). Der Wahlkampf der Parteien thematisierte eine wachsende &raquo;Spaltung&laquo;, wo eher von versch&auml;rften gesellschaftlichen und politischen Konflikten zu reden gewesen w&auml;re, die jedoch nicht angemessen repr&auml;sentiert wurden. Die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger wollten mehr als die Parteien aus Sorge vor Zuspitzungen bereit waren zu geben. Die politische &Ouml;ffentlichkeit der Gesellschaft hat zudem neue Wege jenseits der von Parteien dominierten &Ouml;ffentlichkeit gefunden (4). In der gestiegenen Wahlbeteiligung und dem relativ schlechten Abschneiden der Nationalisten in Deutschland dr&uuml;ckt sich weniger eine Zustimmung zum Agieren der gew&auml;hlten Parteien aus als vielmehr ein Vertrauenskredit, eine neue Chance. Die Parteien bilden die politischen Stimmungen und Haltungen in der Gesellschaft nur unzureichend ab (5). Linke Parteien in Deutschland k&ouml;nnen von einer ver&auml;nderten gesellschaftlichen Stimmung nicht profitieren. Sie stecken mitten im Prozess der inhaltlich-strategischen Neu-Erfindung (6). [..]\n<div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190528-hdt-01_.png\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190528-hdt-01_.png\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.horstkahrs.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/WNB-EPW19.pdf?fbclid=IwAR0meA92w3bMbvgXgPV6c5VQJsrDpRaGKYojeHMnw0fyZWz209rRNVVc6rs\">Horst Kahrs\/RLS<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Viel wurde &uuml;ber das Wahlverhalten der Erstw&auml;hler berichtet. Was untergegangen ist, ist das Wahlverhalten der Arbeiter, bei denen die AfD mit 23% nur ganz knapp hinter der Union als zweitst&auml;rkste Partei abgeschnitten hat. Erschreckend auch, dass die Linkspartei in diesem Segment mit 4% die gr&ouml;&szlig;ten Verluste verzeichnen musste. Das erg&auml;nzt <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52107\">unsere gestrige Analyse zur Linkspartei<\/a> &ndash; man wollte mit proeurop&auml;ischer Kritiklosigkeit und Identit&auml;tspolitik im jungen, urban Gr&uuml;nen-Milieu wildern. Das ging schief und durch die falsche Schwerpunktsetzung hat man zudem die klassischen W&auml;hlerschichten ins Nichtw&auml;hlerlager und zum Teil sogar zur AfD getrieben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Europawahl politisiert und polarisiert<\/strong><br>\nDie gestiegene Wahlbeteiligung bei der Europawahl zeigt: Die Menschen haben erkannt, dass Europa an einem Scheideweg steht, meint Stephan Detjen. Zwar konnten Rechtspopulisten hinzugewinnen &ndash; der Erfolg der Gr&uuml;nen sei aber ein Zeichen daf&uuml;r, dass jugendliches Charisma ein wirksames Gegengift gegen den populistischen Vormarsch sein k&ouml;nne.<br>\nEuropa ist politisiert wie nie zuvor seit der Gr&uuml;ndung des einzigartigen Staatenverbundes EU. An diesem Abend zeigt sich das an einer gestiegenen Wahlbeteiligung in vielen L&auml;ndern. In Deutschland stieg sie von 48 auf mehr als 60 Prozent. Auch in Spanien, Frankreich, Polen und weiteren L&auml;ndern gingen mehr Menschen als fr&uuml;her zur Wahl. Sie haben begriffen, dass Europa an einem Scheideweg steht. Und dass die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger ein machtvolles Wort an dieser Stelle mitzusprechen haben.<br>\nDie Signale, die sie an diesem Abend ausgesandt haben, sind freilich widerspr&uuml;chlich. Die ersten Zahlen deuten darauf hin, dass sich die Prognosen best&auml;tigen, nach denen die Nationalisten, Populisten und scharfen Kritiker der EU deutlich an St&auml;rke gewonnen haben. Auch in Deutschland sind die klassischen Gestaltungsm&auml;chte der europ&auml;ischen Integration &ndash; die Union und die SPD &ndash; die Verlierer der Wahl. Europa ist nicht nur politisiert, sondern auch polarisiert wie nie zuvor.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/europawahl-politisiert-und-polarisiert.720.de.html?dram:article_id=449798\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers E.V.:<\/strong> Das ist das Niveau des Chefkorrespondenten des DLF. Ein Kommentar zur EU-Wahl ohne eine einzige Sachaussage, ohne einen einzigen Bezug zu einem Parteiprogramm! Nur Personen stehen im Vordergrund, und dann noch nicht einmal solche, die am Sonntag zur Wahl standen. Und nat&uuml;rlich die &uuml;bliche Schwarzwei&szlig;malerei mit den Populisten auf der einen und den &ldquo;Gestaltungskr&auml;ften&rdquo; auf der anderen Seite. Und dann auch noch der Lobgesang auf den Rechtspopulisten Sebastian Kurz, der doch so stolz auf seine gemeinsame Regierung mit den Rechtsextremen der FP&Ouml; ist, aber Detjen sagt sich: Weg mit den Inhalten, her mit den jungen Dynamischen mit dem &ldquo;jugendlichen Charisma&rdquo;!<\/em><\/p>\n<p><em>Und f&uuml;r etwas bekommt dieser Chefkorrespondent ein enormes Gehalt. Verdient hat er es nicht!<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Oskar Lafontaine zum Wahlausgang<\/strong><br>\nDie erneuten Verluste der beiden &ldquo;Volksparteien&rdquo; CDU und SPD bei den Europawahlen sind eine Absage an die Politik der letzten Jahre. Eine gro&szlig;e Mehrheit der W&auml;hlerinnen und W&auml;hler will sich mit dem Sozialabbau, dem gro&szlig;en Niedriglohnsektor, steigenden Mieten, Pflegenotstand, von Jahr zu Jahr steigender Ungleichheit und einer zunehmenden Militarisierung der Au&szlig;enpolitik nicht mehr abfinden. Vor allem in der Jugend nehmen die Lebens&auml;ngste angesichts des sich verst&auml;rkenden Klimawandels zu. Sie ist nicht mehr bereit, hinzunehmen, dass notwendige umweltpolitische Entscheidungen immer wieder aufgeschoben werden, weil die Industrielobby die Politik der Groko in zu starkem Ma&szlig;e bestimmt.<br>\nErstaunlich ist das starke Abschneiden der Partei &ldquo;Die Gr&uuml;nen&rdquo;, da sie in den vergangenen Jahren f&uuml;r Waffenexporte in Spannungsgebiete, eine Beteiligung der Bundeswehr an den Rohstoff-Kriegen und eine Verst&auml;rkung der Konfrontation gegen&uuml;ber Russland ebenso Verantwortung trug wie die Parteien der &ldquo;gro&szlig;en Koalition&rdquo;. Und beim Sozialabbau waren sie eifrig dabei. Dar&uuml;ber hinaus sind die Gr&uuml;nen dort, wo sie regiert haben oder regieren, mitverantwortlich f&uuml;r unter Umweltgesichtspunkten zweifelhafte Vorhaben wie das Gro&szlig;projekt Stuttgart 21, den Ausbau des Frankfurter Flughafens, die Abholzung des Hambacher Forstes, oder die Elbvertiefung. Sie profitieren dar&uuml;ber hinaus als Bef&uuml;rworter der bestehenden Wirtschaftsordnung und damit der geltenden Besitz- und Herrschaftsstrukturen ebenso wie die &uuml;brigen Regierungsparteien von Spenden der Banken und Konzerne.<br>\nDie Partei DIE LINKE hat mit 5,5 Prozent das bundesweit schlechteste Ergebnis seit ihrer Gr&uuml;ndung eingefahren und selbst das Ergebnis der PDS bei der Europawahl 2004 (6,1 Prozent) unterboten. Es gelang ihr auch offensichtlich nicht, entt&auml;uschte sozialdemokratische W&auml;hlerinnen und W&auml;hler zu gewinnen. Sie muss daher eine ehrliche Diskussion dar&uuml;ber f&uuml;hren, ob die Strategie der vorrangigen Konzentration auf die sogenannten &ldquo;urbanen Schichten&rdquo; wirklich erfolgversprechend ist. Nicht innerparteiliche Grabenk&auml;mpfe d&uuml;rfen dabei im Vordergrund stehen, sondern das Bem&uuml;hen, der Jugend, den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, Arbeitslosen und Rentnern wieder ein &uuml;berzeugendes Angebot zu machen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/oskarlafontaine\/photos\/a.198567656871376\/2324998697561584\/?type=3&amp;theater\">Oskar Lafontaine via Facebook<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Linken-Chefin Kipping &ndash; &ldquo;Ich werde nicht kandidieren&rdquo;<\/strong><br>\nBei der Europawahl verloren, in Bremen die Chance auf Rot-Rot-Gr&uuml;n: Linken-Chefin Katja Kipping will ihre Partei neu ausrichten &ndash; mit Kurs auf eine linke Bundesregierung. An die Fraktionsspitze strebt sie nicht. [&hellip;]<br>\nSPIEGEL: Noch im Juni soll nach dem angek&uuml;ndigten R&uuml;ckzug von Sahra Wagenknecht eine neue Fraktionsspitze gew&auml;hlt werden. Werden Sie kandidieren?<br>\nKipping: Ich m&ouml;chte jetzt in dieser Situation meine ganze Energie in das Zukunftsprojekt neuer linker Mehrheiten und in den Dialog zwischen Partei und Gesellschaft stecken. Deshalb werde ich diesen Sommer nicht f&uuml;r den Fraktionsvorsitz kandidieren. Ich will erreichen, dass die Linke sich als eine Partei aufstellt, die die Macht- und Eigentumsfrage stellt und zugleich eine linke Regierung vorbereitet. Das kann ich in der aktuellen Situation am besten als Parteivorsitzende.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/katja-kipping-schliesst-kandidatur-fuer-linken-fraktionsvorsitz-aus-a-1269459.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Diese wichtige personelle <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52107\">Konsequenz aus der Wahlschlappe<\/a> ging gestern weitestgehend unter. Gut, dass Frau Kipping den ersten Schritt macht. Der n&auml;chste Schritt muss bei den Vorstandswahlen im n&auml;chsten Jahr erfolgen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>SPD-Linke stellt Bedingungen f&uuml;r Fortsetzung der GroKo<\/strong><br>\nAm Tag nach dem Desaster beginnt in der SPD der Kampf um den k&uuml;nftigen Kurs. Die Ergebnisse bei der Europawahl und der Bremer B&uuml;rgerschaftswahl seien entt&auml;uschend, schreiben Parteivize Ralf Stegner, Juso-Chef Kevin K&uuml;hnert und Matthias Miersch, Chef der Parlamentarischen Linken, in einem Positionspapier, das dem SPIEGEL vorliegt. Der Titel: &ldquo;Politik hei&szlig;t etwas wollen &ndash; Zeit f&uuml;r neuen Gestaltungswillen der SPD&rdquo;.<br>\nAuf drei Seiten stellen die SPD-Linken Bedingungen f&uuml;r die Fortsetzung der Gro&szlig;en Koalition. Sie regen eine Kapitalismusdebatte an und fordern eine Rundumerneuerung der Partei. Das Papier ist keine direkte Abrechnung mit der Spitze um Andrea Nahles, die Autoren kritisieren aber den zaghaften Kurs. Die SPD m&uuml;sse mutiger sein, klarer. (&hellip;)<br>\nUm folgende Themen geht es:<br>\nNoch vor Ablauf des Jahres m&uuml;sse &ldquo;ein konkretes und somit belastbares Klimaschutzgesetz&rdquo; kommen. SPD-Umweltministerin Svenja Schulze hat die Unionsminister aufgefordert, Vorschl&auml;ge zu machen, um das Pariser Klimaabkommen einzuhalten. Bislang bremsen CDU und CSU.<br>\nAuch das Berufsbildungsgesetz von CDU-Ministerin Anja Karliczek solle noch 2019 verabschiedet werden, fordern Stegner, K&uuml;hnert und Miersch. Es soll Azubis mehr Geld und mehr Rechte bringen.<br>\nDie SPD solle die Grundrente und das Einwanderungsgesetz &ldquo;ohne Wenn und Aber&rdquo; durchsetzen.<br>\n&ldquo;Wir haben mit der Union keinen Abo-Vertrag geschlossen&rdquo;<br>\nEs handele sich um &ldquo;selbstgesteckte Ziele, an denen wir die Zusammenarbeit konkret messen werden&rdquo;, schreiben die Parteilinken. Sie denken aber auch &uuml;ber die GroKo hinaus &ndash; und kn&uuml;pfen an die Sozialismus-Thesen von K&uuml;hnert an. Der Kapitalismus sei &ldquo;zu tief in die sensibelsten Bereiche unseres Zusammenlebens vorgedrungen und muss zur&uuml;ckgedr&auml;ngt werden&rdquo;. Die &Ouml;konomisierung aller Lebensbereiche von der Kita bis zur Pflege sei das Gegenteil von Fortschritt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/spd-linke-um-kevin-kuehnert-stellen-bedingungen-fuer-fortsetzung-der-groko-a-1269168.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Das Positionspapier kann <a href=\"https:\/\/www.ralf-stegner.de\/2019\/05\/27\/politik-heisst-etwas-wollen-zeit-fuer-neuen-gestaltungswillen-der-spd\/\">hier nachgelesen werden<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em>Es wird u.a. &ldquo;eine SPD ohne Angst &ndash; weder als unterw&uuml;rfiger Juniorpartner noch als Opposition in der Regierung, sondern als linkes Gegengewicht mit der Perspektive fortschrittlicher B&uuml;ndnisse nach dem Ende dieser Koalition&rdquo; gefordert und: &ldquo;Die Groko muss liefern, wenn diese Koalition Bestand haben soll.&rdquo; Das klingt doch eher zaghaft. Die drei &ldquo;linken&rdquo; Unterzeichner haben wohl selber Angst, ein sofortiges Ende dieser Koalition mit den Unionsparteien zu fordern.<\/em><\/p>\n<p><em>Was tats&auml;chlich geschehen m&uuml;sste, hat Albrecht M&uuml;ller noch einmal zusammengefa&szlig;t: Nachruf auf die SPD &ndash; obwohl es eigentlich leicht w&auml;re, diese alte Partei und <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52113\">ihre Chancen wiederzubeleben<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Einmarsch mit halber Truppenst&auml;rke<\/strong><br>\nEigentlich wollten die Populisten die EU erobern &ndash; doch ihr Ergebnis reicht wohl nicht mal f&uuml;r Platz 3.<br>\nWie erwartet haben die weit rechts stehenden Parteien teils gro&szlig;e, teils sogar &uuml;berragende Erfolge erzielt. Doch der ganz gro&szlig;e Durchmarsch blieb aus: Die Hoffnung der Rechtspopulisten, sie k&ouml;nnten im neuen EU-Parlament zur st&auml;rksten Fraktion werden, bleibt unerf&uuml;llt.<br>\nRechte Galionsfiguren konnten indes in mehreren L&auml;ndern triumphieren: In Frankreich gelang es Marine Le Pens Rassemblement National, an der Partei des Pr&auml;sidenten Emmanuel Macron vorbeizuziehen, in Italien holte die Lega 34,3 Prozent.<br>\n&bdquo;Wir haben sehr erfreuliche Ergebnisse bei den meisten Partnerparteien, in &Ouml;sterreich ist der Einbruch nicht so gro&szlig;, wie wir bef&uuml;rchten mussten&ldquo;, sagte AfD-Spitzenkandidat J&ouml;rg Meuthen am Montag.<br>\nDoch manche rechte Parteien verloren sehr wohl: Der niederl&auml;ndische Rechtspopulist Geert Wilders etwa wird im neuen Parlament nicht vertreten sein, er holte nur rund 3,5 Prozent. Daf&uuml;r bekam das rechte Forum voor Democratie &uuml;ber 10 Prozent. In D&auml;nemark erlebten die NationalistInnen der D&auml;nischen Volkspartei ein Debakel: Im Vergleich zu ihrem Rekordergebnis von mehr als 26 Prozent bei der letzten EU-Wahl b&uuml;&szlig;te die Partei mehr als 15 Prozentpunkte ein und wird damit wohl drei ihrer vier Sitze im Europ&auml;ischen Parlament verlieren. Die &bdquo;Wahren Finnen&ldquo; hatten bei den Parlamentswahlen im April noch 17,5 Prozent geholt, jetzt waren es noch 13,8 Prozent. Der Aufstieg der Rechtspopulisten in Skandinavien scheint zumindest gebremst.<br>\nInsgesamt d&uuml;rften gut 170 populistische, nationalistische und rechtsextreme Abgeordnete, die f&uuml;r ein &bdquo;Europa der Vaterl&auml;nder&ldquo; k&auml;mpfen und die EU entmachten wollen, in das neue Parlament einziehen. Die starke, einheitliche Fraktion, die die Rechten br&auml;uchten, um ihre EU-feindlichen Programme umsetzen zu k&ouml;nnen, wird wohl ein Wunschtraum von Salvini und seinesgleichen bleiben &ndash; zu gro&szlig; sind die Unterschiede selbst dort, wo das gemeinsame Feindbild steht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Rechte-Parteien-bei-der-Europawahl\/!5595295\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Die taz vergisst zu erw&auml;hnen, dass die rechte Front nach dem Brexit und der Verabschiedung von Farrages Brexit-Party noch einmal deutlich an Einfluss verlieren wird. Eigentlich haben die Rechten nur in D&auml;nemark und Finnland deutlich schlechter als prognostiziert abgeschnitten. Diese beiden L&auml;nder stellen jedoch nur 26 bzw. 13 Abgeordnete &ndash; also zusammen nur etwas mehr als die H&auml;lfte Italiens, wo die Rechten hingegen mehr Stimmen als prognostiziert holten. Bleibt summa summarum nur eine m&ouml;gliche Auslegung: Das Gerede von einer &bdquo;Schicksalswahl&ldquo; war von Anfang an Quatsch und ein Szenario, bei dem &bdquo;Populisten die EU erobern&ldquo; nie real gegeben. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Assange: Es ging um ungesch&uuml;tzten Verkehr<\/strong><br>\nDer Sex war anfangs einvernehmlich. Schweden h&auml;tte den Fall l&auml;ngst erledigen k&ouml;nnen. Jetzt droht lebensl&auml;nglicher Knast in die USA.<br>\n&laquo;Vergewaltigungsvorw&uuml;rfe: Schweden nimmt Ermittlungen gegen Julian Assange wieder auf&raquo;, titelte die &laquo;Neue Z&uuml;rcher Zeitung&raquo; am 13. Mai. Den gleichen Wortlaut verwendeten der Z&uuml;rcher &laquo;Tagesanzeiger&raquo; und die &laquo;SRF-Tagesschau&raquo;: &laquo;Die schwedische Justiz hat heute entschieden, die Ermittlungen wegen Vergewaltigung gegen den &lsaquo;Wikileaks&rsaquo;-Gr&uuml;nder wieder aufzunehmen.&raquo;<br>\nSeit Beginn der Aff&auml;re im Jahr 2010 haben sich f&uuml;hrende Medien aller Couleur den Begriff &laquo;Vergewaltigung&raquo; zu eigen gemacht, um ein Delikt zu benennen, dessen Assange von zwei schwedischen Frauen beschuldigt worden sei. Auch die schwedische Staatsanwaltschaft benutzte in ihren offiziellen Dokumenten in der englischen Fassung den Begriff &laquo;rape&raquo;. [&hellip;]<br>\nDie &ouml;ffentlich bekannten Fakten f&uuml;hren indessen zu dem Schluss, dass es sich nicht um das handelt, was landl&auml;ufig unter Vergewaltigung verstanden wird. Der Sex war unbestrittenermassen einvernehmlich. Zwei Frauen sagten allerdings aus, dass es gegen ihren Willen zu ungesch&uuml;tztem Verkehr gekommen sei. Ob dies tats&auml;chlich der Fall war, bleibt bis zum Abschluss einer gerichtlichen Untersuchung ungekl&auml;rt. Der &laquo;Wikileaks&raquo;-Gr&uuml;nder bestreitet die Vorw&uuml;rfe. [&hellip;]<br>\nAssanges Anwalt Mark Stephens sagt den Medien im Dezember 2010: &laquo;Mein Mandant wird nicht beschuldigt, jemanden vergewaltigt zu haben, sondern wegen eines Deliktes namens &lsaquo;&Uuml;berraschungs-Sex&rsaquo;, das es in dieser Form nur in Schweden gibt &hellip; Die Staatsanwaltschaft hat Assange vorher nicht zur Vernehmung bestellt, wollte ihn nie pers&ouml;nlich sehen und hat ihn keiner Straftat angeklagt. Jetzt heisst es, er werde f&uuml;r eine Befragung gesucht, aber was man ihm vorwirft, weiss er nicht.&raquo;<br>\nIm Februar 2011 gibt ein Londoner Gericht dem schwedischen Begehren um Auslieferung statt. Assanges Anw&auml;lte legen durch mehrere Instanzen Einspruch ein, scheitern aber letzlich am Supreme Court, der die Auslieferung best&auml;tigt. Assange fl&uuml;chtet daraufhin im Juni 2012 in die Botschaft von Ecuador und bittet als politisch Verfolgter um Asyl.<br>\nDass Assange eine Auslieferung an die USA bef&uuml;rchten muss und heute mehr denn je zu bef&uuml;rchten hat, ist evident. Die Verw&uuml;nschungen, die im offiziellen Washington gegen &laquo;Wikileaks&raquo; zu h&ouml;ren waren, zeigen, dass der Australier zum Staatsfeind der USA avanciert ist. Die USA haben seit Langem eine Anklage vorbereitet. Sie werfen ihm Verschw&ouml;rung und Eindringen in Computer der Regierung vor. Vizepr&auml;sident Joe Biden hat ihn als &laquo;Cyber-Terrorist&raquo; bezeichnet.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/Artikel\/FreiheitRecht\/USA-Assange-Es-ging-um-ungeschutzten-Verkehr#\">Infosperber<\/a>\n<p><em>Lesen Sie dazu auch: &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51912\">Die Inszenierung eines &bdquo;Vergewaltigers&ldquo; &ndash; Pamela Anderson zum Fall Assange<\/a>&ldquo;.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Italien, die EU und Salvini<\/strong><br>\nKleines Stimmungsbild aus Italien: Salvini, F&uuml;nfsterne, der vergreiste B., die PD, die vergeblich nach der Rei&szlig;leine sucht, und wie es dank des Stabilit&auml;tspakts gelang, die Italiener &auml;rmer und die Mafia reicher zu machen.<br>\nNur Europa kann uns retten, hie&szlig; es einst in Italien. Retten vor der Mafia, vor korrupten Politikern, vor der Vetternwirtschaft im &ouml;ffentlichen Dienst und hoher Jugendarbeitslosigkeit. Die Italiener verlangten damals nicht weniger, sondern mehr Europa. Europa war noch kein Theorem der Hochfinanz, sondern ein Synonym f&uuml;r Freiheit und Demokratie, f&uuml;r Menschenrechte und Vielfalt. Die Wende kam mit der Eurokrise. Da die italienischen Banken kaum Kredite vergaben, endeten unz&auml;hlige norditalienische Familienbetriebe &ndash; das R&uuml;ckgrat der italienischen Wirtschaft &ndash; in den H&auml;nden mafioser Wucherer. Der Stabilit&auml;ts- und Wachstumspakt 1997, der in der Europ&auml;ischen Wirtschafts- und W&auml;hrungsunion f&uuml;r finanzpolitische Stabilit&auml;t sorgen sollte, diente der damaligen italienischen Regierung als Begr&uuml;ndung, nicht nur Kulturg&uuml;ter, sondern auch die Infrastruktur des Landes zu privatisieren. Was vorher allen geh&ouml;rte, floss fortan in die Taschen weniger. Kurz: Die Sparpolitik der vergangenen Jahrzehnte hat die Italiener &auml;rmer und die Mafia noch reicher gemacht. [&hellip;]<br>\nWie einst Berlusconi ist heute Salvini im st&auml;ndigen Wahlkampfmodus, sein Mitteilungsstrom auf Twitter, Facebook und Instagram versiegt nie: Salvini beim H&auml;ndesch&uuml;tteln mit Werft-Arbeitern in Monfalcone, Salvini bejubelt in der Mafia-Hochburg San Luca. Er lernte auch von Rechtspopulisten wie Marine Le Pen, Geert Wilders oder Viktor Orb&aacute;n. Aber er z&auml;hlt auch Wladimir Putin zu seinen Freunden; als Gegner der Russland-Sanktionen, die die EU verh&auml;ngte, kam Salvini dem russischen Pr&auml;sidenten entgegen. Das brachte ihm viele Stimmen italienischer Unternehmer ein. Bis der US-amerikanische Botschafter in Rom Salvini klarmachte, dass es keine gute Idee sei, dass einige seiner engsten Mitarbeiter M&auml;nner sind, in denen die US-Regierung Handlanger des Kreml sieht.<br>\nAls Resonanzboden f&uuml;r Salvinis Mitteilungswut stehen die von Korrespondenten stets als Referenz zitierten Medien bereit: &bdquo;Repubblica&ldquo;, &bdquo;Corriere della Sera&ldquo; oder &bdquo;La Stampa&ldquo;, einschlie&szlig;lich der staatlichen und privaten Fernsehsender. Medien, die &uuml;berwiegend Parteien, parteinahen Unternehmensverb&auml;nden und Industriellen geh&ouml;ren. Die einzige Partei im italienischen Parlament, die weder eine Tageszeitung noch einen Fernsehsender besitzt, ist Grillos ebenfalls als populistisch bezeichnete F&uuml;nf-Sterne-Bewegung.<br>\nDa erstaunt es nicht, dass Salvinis Lega in aktuellen Umfragen zur Europawahl &uuml;ber 30 Prozent liegt, was hie&szlig;e, dass sie das im vergangenen Jahr bei den nationalen Wahlen erzielte Ergebnis verdoppeln k&ouml;nnte. W&auml;hrend Grillo und seine Mitstreiter, die als Sieger der italienischen Wahlen mit fast 33 Prozent der Stimmen ins Parlament gezogen sind, zunehmend an Strahlkraft verlieren: Im Schleudergang der Salvini-Tweets ging unter, dass es die F&uuml;nf-Sterne waren, die zuallererst auf die Absurdit&auml;t der Dublin-Verordnung aufmerksam gemacht, ein Antikorruptionsgesetz und ein Grundeinkommen f&uuml;r Bed&uuml;rftige &ndash; zwischen 780 Euro (f&uuml;r Singles) und 1.950 Euro (f&uuml;r Familien mit zwei Kindern) &ndash; durchgesetzt haben. Es stellt eine Revolution in einem Land dar, in dessen S&uuml;den immer noch die Bosse dar&uuml;ber entscheiden, wer eine Arbeit bekommt und wer nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.petrareski.com\/2019\/05\/26\/22340\/\">Petra Reski<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Some lessons from the political campaigning literature<\/strong><br>\n[&hellip;] However, the trade unions and progressive groups (such as GetUp) also spent a fortune using all the techniques that the academic research has found to be largely of zero effect. Most of this campaigning was aimed at electing the Labor Opposition and it failed dramatically.<br>\nGetUp campaigned heavily in selected seats with the aim of unseating the incumbent (usually some right-wing troglodyte). They had one success (that is, the incumbent was unseated). But in that case the candidate they promoted is a sound-finance, trendy-elitist (conservative) who happens to mutter a few words about climate change.<br>\nIn effect, they blew it. The elected candidate will not support any fiscal shifts (surplus obsessed) and therefore to prosecute her climate change ambitions she will be looking for spending cuts elsewhere. That doesn&rsquo;t sound like a progressive success to me.<br>\nThe defeated candidate, a former Prime Minister knifed by his own party, which retained government, was clearly a climate-change denier. But it would have been better for him to remain in office (given what has happened) because his corrosive, revenge-seeking behaviour has been creating havoc within the conservative Government &ndash; having him in office on the backbench was an asset to progressive causes!<br>\nSo the millions that they spent campaigning could have been donated to a food or homeless charity with better progressive effect.<br>\nIt is also highly likely, and this is consistent with the academic research evidence, that the strident campaigning in conservative seats actually reinforced the likelihood of the candidate they were trying to unseat of being elected. One of the chief objects of hate in Australian politics, who was instrumental in promoting the massive government instability last year, was returned with an increased majority and his seat has moved from marginal to safe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/bilbo.economicoutlook.net\/blog\/?p=42402\">Bill Mitchell<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers S.M.:<\/strong> Bill Mitchell, einer der Treiber von Modern Monetary Theory (<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52034\">siehe hier<\/a>), nimmt in seinem Blog nicht nur die Kritik an der MMT auseinander, sondern denkt unter anderem auch dar&uuml;ber nach, wie sich die MMT zum allgemeinen Wohle anwenden lie&szlig;e, wie sich der Neoliberalismus austreiben l&auml;sst und wie man mit einem Anliegen Menschen nachhaltig erreicht.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Politikberater &uuml;ber etablierte Parteien: Kein Verst&auml;ndnis f&uuml;r den digitalen Raum<\/strong><br>\nAus Sicht des Politikberaters Fuchs verstehen die etablierten Parteien den digitalen Raum nicht und sind dort auch nicht sichtbar. Politiker m&uuml;ssten ihre Politik aber auch dort auch erkl&auml;ren, forderte Fuchs im Deutschlandfunk. F&uuml;r viele Nutzerinnen und Nutzer sei inzwischen unverst&auml;ndlich, was in Berlin oder Br&uuml;ssel passiere. Der Blogger bezeichnete es au&szlig;erdem als Fehler, Soziale Medien ausschlie&szlig;lich im Wahlkampf zu nutzen. Es sei viel wichtiger, in den Jahren zuvor Communities, Vertrauen und eine gute Reputation aufzubauen.<br>\nFuchs r&auml;umte ein, dass es schwierig sei, die Kultur und Struktur Sozialer Medien in die Hierarchien etablierter Volksparteien zu integrieren. Bis zur Freigabe eines Tweets dauere es zum Teil acht Stunden, damit die gesamte Riege der Entscheider einbezogen werde. So funktioniere der Diskurs in Sozialen Medien aber nicht.<br>\nFuchs appellierte an die Parteispitzen, nicht nur Journalisten, sondern auch Youtuber und Instagrammer zu Hintergrundgespr&auml;chen einzuladen. Derzeit<br>\ngebe es keine Grundlage f&uuml;r einen digitalen Diskursraum, den man aber mit diesen neuen Multiplikatoren finden m&uuml;sse.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/politikberater-ueber-etablierte-parteien-kein-verstaendnis.1939.de.html?drn:news_id=1010741\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Die neue Lateinamerika-Initiative<\/strong><br>\nMit einer Lateinamerika-Karibik-Konferenz startet das Ausw&auml;rtige Amt an diesem Dienstag eine neue politische Offensive im Einflusskampf um Lateinamerika. Hintergrund ist das kontinuierliche Erstarken Chinas auf dem Subkontinent, das mit einer anhaltenden Stagnation des deutsch-europ&auml;ischen Einflusses einhergeht. Dem will die Bundesregierung nun entgegenwirken und zielt darauf ab, deutschen Firmen zu neuen Erfolgen in Lateinamerika zu verhelfen. Dies geschieht zu einer Zeit, zu der massive Proteste gegen Aktivit&auml;ten deutscher Unternehmen zum Beispiel in Brasilien laut werden. Dort geht die Justiz aktuell gegen den T&Uuml;V S&uuml;d vor, dem sie Mitverantwortung f&uuml;r das Bersten eines Staudamms im Januar dieses Jahres zuschreibt; dabei kamen mehr als 250 Menschen zu Tode. Brasilianische Aktivisten prangern zudem an, dass die Konzerne Bayer und BASF in Brasilien Agrargifte vertreiben, die in der EU verboten sind. In Brasilien verstarben in den vergangenen zehn Jahren mehr als 2.000 Menschen an Vergiftung durch Agrochemikalien. Berlin nimmt dar&uuml;ber hinaus die Einbeziehung lateinamerikanischer Staaten in NATO-Strukturen in den Blick.<br>\nChancen f&uuml;r die Wirtschaft<br>\nBem&uuml;hungen um den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen pr&auml;gen das Programm der Lateinamerika-Karibik-Konferenz am heutigen Dienstag im Ausw&auml;rtigen Amt. Neben rund 20 Au&szlig;enministern werden vor allem Wirtschaftsvertreter erwartet &ndash; auf deutscher Seite neben Siemens-Chef Joe Kaeser etwa die Vorsitzenden des Lateinamerika-Ausschusses sowie der Lateinamerika-Initiative der deutschen Wirtschaft. Teilnehmen sollen zudem der Pr&auml;sident der Interamerikanischen Entwicklungsbank sowie die Exekutivsekret&auml;rin der UN-Wirtschaftskommission f&uuml;r Lateinamerika und die Karibik (CEPAL). Angek&uuml;ndigt ist die Pr&auml;sentation einer neuen McKinsey-Studie, die die k&uuml;nftigen Wirtschaftschancen deutscher Firmen in der Region ausloten und f&uuml;r interessierte Manager Wege skizzieren soll (&ldquo;CEO agenda for Germany&rsquo;s economic cooperation with Latin America and the Caribbean&rdquo;).<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/7951\/\">German Foreign Policy<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>US-Regierung greift Lebensmittelversorgung in Venezuela an<\/strong><br>\nNeue Sanktionen sollen gezielt Nothilfeprogramm CLAP treffen. Experten gehen von rund 40.000 Toten durch Sanktionen seit 2017 aus<br>\nVenezuelas Pr&auml;sident Nicolas Maduro hat die USA wegen gezielter Aktionen gegen ein staatliches Nahrungsmittelhilfeprogramm kritisiert, das nach Angaben seiner Regierung rund sechs Millionen Familien erreicht. Er reagierte damit auf Berichte von US-Medien, denen zufolge Washington Sanktionen und Strafma&szlig;nahmen gegen venezolanische Beamte und andere Akteure vorbereitet, die an dem Nahrungsmittelprogramm beteiligt sind. Sie nutzten die Initiative, so hei&szlig;t es zur Begr&uuml;ndung, um Geld f&uuml;r die Regierung zu waschen.<br>\nDie Ma&szlig;nahmen gegen die Lokalen Komitees f&uuml;r Versorgung und Produktion (Comit&eacute;s Locales de Abastecimiento y Producci&oacute;n, Clap) sollen binnen der kommenden 90 Tage umgesetzt werden, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf namentlich nicht genannte US-Funktion&auml;re. &ldquo;(Die USA) bereiten Sanktionen vor, um das Clap-System zu zerst&ouml;ren&rdquo;, entgegnete Maduro in einer Fernsehsendung, in der er mit Mitgliedern des Oberkommandos der Armee auftrat.<br>\nDie Clap wurden im April 2016 gegr&uuml;ndet, um die Versorgung der Bev&ouml;lkerung mit staatlich subventionierten Lebensmitteln zu garantieren. Die zuletzt mindestens einmal monatlich ausgelieferten Lebensmittelpakete enthalten Speise&ouml;le, H&uuml;lsenfr&uuml;chte, Nudeln, Maismehl, Milchpulver und andere grundlegende Nahrungsmittel. Diese Waren werden aus lateinamerikanischen Staaten wie Mexiko, Kolumbien und Brasilien importiert, aber auch aus der T&uuml;rkei. Die Opposition wirft der Regierung vor, mit dem nicht von unabh&auml;ngiger Stelle kontrollierten Programm Korruption zu f&ouml;rdern. Zudem sichere sich die Maduro-Regierung mit den Clap politische Loyalit&auml;t.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/US-Regierung-greift-Lebensmittelversorgung-in-Venezuela-an-4432334.html?wt_mc=sm.share.mail.link\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Deutsche Staatsanw&auml;lte nicht unabh&auml;ngig genug<\/strong><br>\nF&uuml;r die EuGH-Richter bleibt ein Restrisiko, dass die deutsche Staatsanwaltschaft beim EU-Haftbefehl durch die Politik beeinflusst werden k&ouml;nnte. In rund 5.600 EU-F&auml;llen braucht es einen neuen Haftbefehl. Richterverb&auml;nde fordern Gesetzesreform.<br>\nDie deutschen Staatsanwaltschaften bieten keine hinreichende Gew&auml;hr f&uuml;r Unabh&auml;ngigkeit gegen&uuml;ber der Exekutive, um zur Ausstellung eines Europ&auml;ischen Haftbefehls (EuBH) befugt zu sein. Das hat die Gro&szlig;e Kammer des Europ&auml;ischen Gerichtshofs (EuGH) am Montag entschieden, (Urt. v. 27.05.2019, Az. C-508\/18).<br>\nDie Beh&ouml;rde, die mit der Ausstellung eines Europ&auml;ischen Haftbefehls betraut ist, muss bei der Aus&uuml;bung ihrer Aufgaben unabh&auml;ngig handeln &ndash; und zwar auch dann, wenn der Europ&auml;ische Haftbefehl auf einem nationalen Haftbefehl beruht, der zuvor von einem Richter oder einem Gericht erlassen wurde. Es d&uuml;rfe keinerlei strukturelle Gefahr drohen, dass die Entscheidung durch Weisungen oder Anordnungen der Exekutive beeinflusst werden k&ouml;nnte, so die Gro&szlig;e Kammer.<br>\nEin strenger Ma&szlig;stab. Und der hat Folgen f&uuml;r das deutsche System: F&uuml;r die Staatsanwaltschaften in Deutschland sei nicht gesetzlich ausgeschlossen, dass im Einzelfall doch eine Weisung eines Landesjustizministers Einfluss auf ihre Arbeit nehmen k&ouml;nnte, so die Richter in Luxemburg am Montag. Ansatzpunkt f&uuml;r die Entscheidung des EuGH ist eine Formulierung in Art. 6 Abs. 1 des entsprechenden EU-Rahmenbeschlusses zum Haftbefehl (2002\/584\/JI), nach welcher der Haftbefehl nur von einer &ldquo;Justizbeh&ouml;rde&rdquo; in einem Mitgliedstaat ausgestellt werden darf. Diese m&uuml;sse entsprechend &ldquo;unabh&auml;ngig&rdquo; arbeiten k&ouml;nnen.<br>\nSo funktioniert der Europ&auml;ische Haftbefehl aus Deutschland bislang<br>\nDer EuHB beruht auf der Idee, dass die EU-Mitgliedstaaten die Entscheidungen ihrer Justizbeh&ouml;rden untereinander anerkennen und m&ouml;glichst schnell und unkompliziert umsetzen. Das System &ndash; und das hat der EuGH mit seiner Entscheidung am Montag nun noch einmal betont &ndash; beruht auf gegenseitigem Vertrauen zwischen den Beh&ouml;rden der EU-Staaten. So k&ouml;nnen sich die Strafverfolgungsbeh&ouml;rden direkt an ihre Kollegen in einem anderen EU-Staat wenden, ohne dass sie ein kompliziertes Auslieferungsverfahren durchf&uuml;hren m&uuml;ssten. Das gilt, wenn es um die Strafverfolgung von Taten geht, f&uuml;r die eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr droht, bzw. auch dann, wenn jemand bereits verurteilt ist und eine Freiheitsstrafe von mindestens vier Monaten vollstreckt werden soll.<br>\nIn Deutschland stellt in der Regel die Staatsanwaltschaft den EuHB aus. Daf&uuml;r gibt es ein einheitliches Formblatt, das in allen Amtssprachen der EU vorliegt. Darin m&uuml;ssen Angaben zur gesuchten Person und zu den fraglichen Straftaten gemacht werden. Au&szlig;erdem wird die Entscheidung angegeben, die dem EuHB zugrunde liegt: der nationale (richterliche) Haftbefehl oder das vollstreckbare Urteil.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.lto.de\/recht\/justiz\/j\/eugh-europaeischer-haftbefehl-deutsche-staatsanwaelte-nicht-unabhaengig\/?fbclid=IwAR3FGlLhGJBkvEee0J0fyyemx7bCHhkk0pocZRAHibnWM6JfVc9GrcpRJTU\">Legal Tribune<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>The conflict to come in the South China Sea<\/strong><br>\nForget the US-China trade war, the more meaningful superpower clash will likely be at sea<br>\nAs the United States and China volley round after round in an escalating trade war, a second front of conflict is brewing in the contested South China Sea, one that could soon force smaller regional states to take geopolitical sides.<br>\nThis week, a US Navy guided-missile destroyer was deployed near the Scarborough Shoal, a sea feature occupied by China since 2012 but claimed by the Philippines as part of its exclusive economic zone (EEZ).<br>\nThe deployment was the destroyer&rsquo;s second freedom of navigation operation (FONOP) near the shoal this month, maneuvers which pointedly challenge China&rsquo;s recent militarization of the features it controls in the waterway.<br>\nThe sea maneuver came against the backdrop of joint US-Philippine coast guard exercises held earlier this month near the Scarborough Shoal, the two sides&rsquo; first ever search-and-rescue exercise near the feature.<br>\nChinese coast guard ships closely monitored the exercise, coming within five kilometers of a Philippine ship participating in the drill. Beijing has cause for concern: US and Philippine forces held a joint drill in April that simulated re-taking a remote occupied island. Some believe the exercises signal a bigger future role for the US Coast Guard in the area.<br>\nThis year, China has doubled down on its military and para-military deployments in the South China Sea, prompting concerns about potential clashes with smaller claimant states.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.asiatimes.com\/2019\/05\/article\/the-conflict-to-come-in-the-south-china-sea\/\">Asia Times<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Ex-FP&Ouml;-Chef Strache hat durch Vorzugsstimmen Anspruch auf ein EU-Mandat<\/strong><br>\nOb Strache das Mandat annimmt, ist offen. Rosenkranz schlie&szlig;t eine R&uuml;ckkehr Straches als Teil der freiheitlichen Delegation nicht komplett aus<br>\nHeinz-Christian Strache hat noch immer viele Anh&auml;nger. Der &uuml;ber die Ibiza-Aff&auml;re gestolperte Ex-Vizekanzler kandidierte bei der EU-Wahl auf dem letzten Listenplatz der FP&Ouml; und konnte &ndash; mit Stand Montagabend &ndash; bereits rund 40.000 Vorzugsstimmen f&uuml;r sich verbuchen. F&uuml;r ein Direktmandat reichen rund 33.000. Somit h&auml;tte er Anspruch auf ein Mandat. Ob er das nun tats&auml;chlich annimmt, war am Montagabend noch offen. Zun&auml;chst hatte er auf Facebook geposted, dass er es annimmt, den Beitrag aber kurz darauf wieder gel&ouml;scht. Der neue FP&Ouml;-Chef Norbert Hofer sagte am Montagabend, es werde &ldquo;nun Gespr&auml;che mit Strache geben&rdquo;. Tatsache sei, dass Strache die notwendigen Vorzugsstimmen geschafft habe. Ob man ein Mandat nach so einem Skandal wie dem Ibiza-Video annehmen k&ouml;nne, m&uuml;sse Strache entscheiden &ldquo;und letztlich auch die W&auml;hler&rdquo;, sagte Hofer. Walter Rosenkranz schloss in der ZiB2 nicht aus, dass Strache Teil der freiheitlichen Delegation im EU-Parlament sein k&ouml;nnte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/derstandard.at\/2000103900148\/EU-Wahl-OeVP-Vorzugsstimmen-bringen-Ueberraschungen\">derStandard.at<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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